Heute an unserem letzten vollen Reisetag haben wir am Vormittag zunächst uns die Situation in Ostjerusalem angeschaut. Hierzu hatten wir bei der Organisation“Ir Amim (Stadt der Völker) angefragt. www.ir-amim.org.il Die israelische Organisation tritt für „ein gleichberechtigtes und beständiges Jerusalem mit einer von allen akzeptierten politischen Zukunft“.

Sie bietet u.a. geführte Touren durch Ostjerusalem an. Für drei Stunden stand uns Yaniv Mazor als sachkundiger Tourguide zur Verfügung. Wir sind an verschiedene Punkte in Ostjerusalem gefahren wo wir die Besiedelung durch jüdische Siedler, aber auch den Verlauf der Mauer beobachten konnten. Wir erfuhren etwas über die Situation der im Ostteil der Stadt lebenden Palästinenser, über die massiven Hauszerstörungen und auch über die mögliche Entwicklung des Ostteils von Jerusalem. Ich werde über dieses komplexe Thema ebenfalls in einem zukünftigen Blog berichten. Hier schon einmal mein Bericht vom April diesen Jahres wo ich ein Flüchtlingscamp in Ostjerusalem besucht habe.

Ostjerusalem:"Schutzmauer trennt Palästinenser von Palästinensern

Ostjerusalem:“Schutzmauer trennt Palästinenser von Palästinensern, wer soll hier geschützt werden?

 

Anschließend sind wir wieder über die Grenze nach Palästina gefahren. Wir hatten uns mit Fatima (Im Magdolin) verabredet, die ich bei meinem Aufenthalt im Frühjahr 2013 kennengelernt habe.

bei Fatima

bei Fatima

Fatima lebt mit ihrer großen Familie in der Siedlung Za tara am Rande des „Herodeion“ einem Hochplateau auf dem sich Herodes einen Palast sein „Herodeion“ errichtet hatte, etwa 10 km südöstlich von Bethlehem. Sicherlich kommt ganz selten ein Reisebus in diesen kleinen Ort. Unsere Anfahrt erregte entsprechende Aufmerksamkeit im Dorf. Es wurde Anfang der 50 iger Jahre vom Vater von Fatima einem berühmten Beduinen-Scheich gegründet. Hier ist ein ein ganzer Stamm der Beduinen, die bis dahin in der judäischen Wüste zwischen Jerusalem und dem toten Meer in Zelten lebten, sesshaft geworden. Alle Bewohner sind mehr oder weniger mit einander verwandt, Geschwister, Cousinen, Tanten und Onkel. Fatima empfing uns vor ihrem Haus welches am Rande der Wüste steht. Wir genossen erste uns berauschende Blicke der großartigen Wüstenlandschaft. Fatima hatte für uns ein Mittagessen vorbereitet. Meine Anmerkung einige Tage zuvor, sie möge nur etwas „Kleines“ machen erwiderte sie, dass unsere Gruppe weniger Personen umfasse als wenn am Wochenende ihre Familie zu Gast sei. Ein schmackhaftes Essen mit Salat und in Weißkohl eingewickelten Reis mit wenigem Gehackten erfreute unsere hungrigen Mägen. Während dessen erzählte uns Fatima die Geschichte ihrer Ursprungsfamilie und der eigenen. Da ich ihre Geschichte in meinem früheren Blogs ausführlich beschrieben habe bitte ich darum dies dort zu lesen. Hier Bei Ihren Erzählungen rang diese starke Frau hier und da um Fassung, vor allem dann wenn sie von den finanziellen Mühen in der Zeit erzählte wo ihre Kinder klein, und vor allem die Sorgen um ihre   Tochter Magdolin, ihrer schwerst behinderten Tochter groß waren. Da sie oft nicht genug Geld für den Taxibus hatte, ist sie weite Wege zu Fuß gegangen, gegenüber ihrer großen Familie (vor allem auch gegenüber den reichen Brüdern, die nach arabischer Sitte alleine vom Vater das viele Geld und das große Grundstückeigentum vererbt bekommen haben) hat sie dann gesagt das sie „gerne an der frischen Luft sei“. Beeindruckend auch ihr großes Engagement um Menschen mit Behinderung in Palästina. Auch hierzu habe ich bereits einiges bei meinem früheren Aufenthalt geschrieben. Hier

Am Rande der Wüste

Am Rande der Wüste

Nach dem Essen haben wir noch eine kleine „Wüstenwanderung gemacht, für viele der Gruppe erfüllte sich damit ein langer Wünsch und machte Lust auf mehr.

Zu unserem letzten Abend haben wir uns in einem schönen Restaurant angemietet. Dort werden auch Faten, Fatima und unser Tourguide Samir mit dem Busfahrer Samir anwesend sein. Es gilt Abschied zu nehmen