Heute nun hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit „auf den Golan“ zu fahren.

Die „Golanhöhen“ seit 1967 von Israel besetzt später annektiert war für mich immer gedanklich verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel&Syrien. In beiden Gruppenfahrten (2012 +2014) haben wir das Kibbutz En Gev am See

Zeitzeugen

Zeitzeugen

Genezareth (am Fuße des Golan) besucht. Hier wurde von permanentem Beschuss in der Zeit zwischen 1948-1967 berichtet. Dies war für Israel mit ein Grund die Golanhöhen zu besetzten und nun auch nicht mehr „abgeben“ zu wollen.

Wikipädia (https://de.wikipedia.org/wiki/Golanhöhen :
Bei den Golanhöhen im geographischen und geologischen Sinne handelt es sich um ein basaltisches Hochplateau vulkanischen Ursprungs zwischen dem See Genezareth und der syrischen Hauptstadt Damaskus, das durch den Jarmuk im Süden, den See Genezareth und die Chulaebene im Westen, den Hermon im Norden und den Wadi ar-Ruqqad im Osten begrenzt ist. Ein großer Teil des Gebiets liegt etwa bei 1000 m, die Fläche beträgt bei einer Länge von 60 km und einer Breite von 25 km insgesamt 1.150 km².

wunderschöne Landschaft im Schatten des Krieges

wunderschöne Landschaft im Schatten des Krieges

Am Vormittag haben wir zunächst eine Wanderung in wunderschöner Natur gemacht. Es ist schon etwas ganz besonderes (fast schon eher bedrückend) das wir in Sichtweise zu einem Land ,wo es seit Jahren schlimme kriegerische Auseinandersetzungen mit Hundertausendfachen Tod gibt, die wunderbare Natur „genießen“ dürfen. Sichtbar sind aber auch die stummen Zeugen des „Sechstage Krieges“ 1967, zerschossene Häuser, Panzer und andere Militärfahrzeuge. Viele Gebete sind wegen Minen abgesperrt.

Und dennoch es gibt ein Leben auf dem Golan. Es wird Wein, Kirschen, und vor allem Äpfel angebaut Es leben mittlerweile 20.000 Juden dort und in einigen Dörfer auch wieder etwa 22.000 Drusen, nachdem 1967 viele nach Syrien vertrieben wurden.

Aus „die Presse“:

Die Drusen empfinden sich selbst nicht als Muslime, sie glauben an die Wiedergeburt, und sie sind jeweils dem Staat gegenüber loyal, in dem sie leben. Die israelischen Drusen dienen in der Armee, wohingegen sich die Drusen auf dem 1981 von Israel annektierten Golan bis heute mehrheitlich als Syrer empfinden und treue Anhänger des Assad-Regimes sind. Nur ein Bruchteil nahm die israelische Staatsbürgerschaft an.

 http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4761375/Syrien_Drusen-zwischen-den-Kriegsfronten

Wir haben in einem Dorf Ata Farhat getroffen, einem Journalisten des syrischen Fernsehens. Er bestätigte uns bereits zu Beginn unseres

Blick auf die syrische Stadt Kuneitra

Blick auf die syrische Stadt Kuneitra

Gespräches wie er empfindet: „Ihr befindet Euch auf dem Golan In Syrien“ . Er sieht die Drusen als einen Teil der muslimischen Religion, aber ohne die Verpflichtungen des täglichen Gebetes oder auch der Pilgerreise nach Mekka. Sein letzter Beitrag für das Fernsehen beschäftigte sich im Übrigen mit dem Jom-Kippur-Krieg der am 6.10 vor 22 Jahren ausbrach

Zum Nachmittag hatten wir dann die Gelegenheit in einem kleinen Kibbutz (Meitzar) mit Jugendlichen zu sprechen die sich dort während einem Jahr freiwillig auf den Militärdienst vorbereiten. Drei junge 18 jährige Mädchen erzählten von den Inhalten und auch ihrer Motivation zu diesem Sonderdienst. Während die meisten jungen Israelis direkt nach der Schule zum Militär gehen, besuchen immer mehr Jugendliche diesen Vorbereitungskurs, der in der Regel von den Teilnehmern selbst bezahlt wird. Eines der Wichtigsten Argumente zum Besuch sei die Möglichkeit in dem Jahr an sich persönlich weiter zu entwickeln, „zu reifen“. Teil es Programmes ist es auch sich mit der Lebenssituation der Menschen in den besetzten Gebieten auseinander zu setzen: sowohl Siedlern wie Palästinensern.

 

Brandschaden

Brandschaden

Zum Abend haben wir dann noch einen kurzen Besuch im Kloster Tagba gemacht. Alle Teilnehmer kannten das Kloster schon vom ersten Besuch. Im Sommer gab es hier einen schrecklichen Brandanschlag durch orthodoxe jüdische Jugendliche, wobei neben Verletzten, auch die große Beschädigung des Eingangsbereiches (vor der Kirche) zu beklagen war. Noch heute empfängt den Besucher ein beißender Verbrennungsgeruch.