Heute will ich nur eine kleine -sehr persönliche- Geschichte erzählen:

Seit vergangenen Sonntag war ich im Gästehaus der Talitha Kumi Schule untergebracht. Ich habe schon mehrfach über diese Schule die vom Berliner Missionswerk geführt wird berichtet. Heute nun bin ich wieder „auf die andere Seite“ nach Jerusalem gewechselt.
Am vergangenen Sonntag habe ich von der Dormitio kommend noch ein Taxi benutzt, da ich noch schweres Gepäck hatte, da ich für den Weinberg 100 Büchlein des AphorismA-Verlages mit dem Interview mit Amal Nassar mitgebracht hatte. Die Taxifahrt kostete 120 Shekel.

altes Schultor von Talitha Kumi in Jerusalem

altes Schultor von Talitha Kumi in Jerusalem

Heute also bin ich mit dem palästinensischen Bus 231 gefahren der regelmäßig vom Damaskustor in Jerusalem nach Bethlehem fährt. Er hält unmittelbar am Schultor von Tanita Kumi. Die Fahrt kostet 7,5 (!) Shekel. In Jerusalem bin ich nun bis zur meiner Abreise am 19. Mai im „deutschen Hospiz“ untergebracht. Hier war ich auch schon im hebst 2015 für einige Tage Gast. Es liegt ein wenig außerhalb der Altstadtmauern, in dem früher viele Deutsche („Templer“) aus dem schwäbischen rahm angesiedelt haben. Deshalb nennt man dieses Gebiet in Jerusalem auch „Deutsche Kolonie“.

Nun aber komme ich zu der Geschichte die ich heute erzählen wollte. Ich war also hier angekommen und packte Miene Sachen aus. Irgendwann suchte ich nach meinem Geldbörse. Alles suchen half nichts, ich hatte sie wohl verloren, vermutlich im Bus, denn da hatte ich ja noch Geld für die Fahrkarte entnommen. Ich brauche keinem uzu erzählen welche Gedanken mir kamen, vor allem aber Ärger über die eigene Dummheit.

Ich machte mich sogleich auf den Weg zum Damaskustor (etwa 2 km von meiner

Blick in ein schönes Tal von Talitha Kumi aus

Blick in ein schönes Tal
von Talitha Kumi aus

Unterkunft entfern). Dort ist der zentrale Busbahnhof. Dort wollte ich fragen.  Am Busbahnhof angekommen fragte ich den Fahrer der Linie 231 mit der ich auch gefahren war, sagte Uhrzeit und Haltestelle meiner Fahrt. Leider konnte ich nicht, wie gewünscht meine Fahrkarte zeigen, denn die war ja im Portmonee :-). Aber nachdem einige weitere Fahrer hinzugezogen waren, zeigte man mir den Bus (nebst Fahrer) mit dem ich vor einigen Stunden gekommen war. Als ich ihm von meinem Verlust erzählte, leuchteten seine Augen auf: ja er habe meine Geldbörse gefunden und schon in der kleinen Zentrale abgegeben. Könnt ihr Euch meine Reaktion vorstellen: wahrscheinlich nicht…

Ich habe den Busfahrer umarmt und ihn rechts und links einen Kuss auf die Wangen gedrückt: Erleichterung, totale Freude aber auch Rührung befielen mich gleichzeitig.

Eine wunderbare Geschichte von einem Land, von Menschen, die ich in nun mehr 4 Jahren, mit vielen Begegnungen kennen lernen dürfte.

ein kleines Wunder

ein kleines Wunder