Heute am Abreisetag der Gruppe sind wir in der Frühe noch über den Rothshild-Boulevard auf dem einige Häuser im berühmten

 

Rothshild-Boulevard

Rothshild-Boulevard

„Bauhaus-Stil“ stehen in den 30 iger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Ruf Tel Avivs als „Weiße Stadt“ begründeten.

Auf dem Boulevard hat auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ihr Büro, wir waren dort zu einem Gespräch mit Tsafrir Cohen, dem Büroleiter, verabredet.

Die Tätigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Israel ist vorrangig auf die Unterstützung demokratischer Komponenten der Zivilgesellschaft ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht alternative Bildungsarbeit, basierend auf demokratischen Werten, den Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, der Gewaltlosigkeit und der friedlichen regionalen wie internationalen Kooperation. (der Webseite entnommen)

Die Stiftung arbeitet seit 2002 mit Projektpartnern im Land

Safrir Cohen

Tsafrir Cohen

zusammen und eröffnete im März 2009 ein Büro in Tel Aviv. Unter anderen unterstützt die Stiftung auch die Arbeit des Museums der Getto-Kämpfer die wir am 2. Tag unserer Reise besucht hatten.
Im Gespräch mit Tsafrir hatten wir, vor dem Hintergrund unserer vielfältigen Erlebnisse in den letzten 10 Tagen, die neben den schon bestehenden Fragen viele Neue hinzugefügt haben bot das Gespräch für uns die Möglichkeit der notwendigen „Verarbeitung“ und „Einordnung“

Von den vielen Aussagen Tsafrir`s habe ich für mich festgehalten:

Israel ist keine „europäische Insel“ sondern ein Teil des Nahen Ostens.

Israel muss mit der Hamas sprechen. Früher wurde nicht mit der PLO gesprochen das hat zur Bildung der Hamas geführt. Weigert sich Israel mit den Hamas zu sprechen kommen bald andere (möglicherweise noch radikalere) Gruppen.

Europäische Maßstäbe können nicht immer auf die arabischen Staaten übertragen werden.

Aus Sicht Tsafrir`s ist der Konflikt eher im Nationalismus begründet als in der Religion. Er sieht zum Beispiel in dem erbitterten Streit um den Tempelplatz (mit der Al Aqza Moschee und dem Tempel-Dom) eher das Ausnutzen von Symbolen.

Für ihn ist es im Zusammenhang mit der Verwirklichung der zwei Staatenlösung „fünf nach zwölf“

 

Tsafrir selbst hatte vor einigen Tagen in einem Interview mit dem DLF zu den aktuellen Anschlägen in diesen Tagen von einer „Entrechtung der Palästinenser“ und einer „fortwährende Besatzung der Palästinensergebiete“ gesprochen. Das gesamte Interview habe ich unter Gastbeiträge gespeichert. Dort findet man auch einen aktuellen Beitrag – ebenfalls vor dem Hintergrund der massiven Ausschreitungen von Judith Bernstein.

 

Morgen werde ich noch einen abschließenden Beitrag zur Gruppenfahrt schreiben.

Da ich selbst noch für etwas mehr als zwei Wochen im Lande bleibe, werde ich ab dem 17. Oktober unter der der Rubrik „auf den Spuren des Abrahams“ weiter in diesem Blog berichten.