Wenn man -wie ich- mehrmals an einen Ort -in ein Land fährt-, bleibt es nicht aus, dass es „Wiederholungen“ gibt. Ich finde das überhaupt nicht schlimm, habe ich doch so die Möglichkeit beim nächsten Mal genauer hin zu schauen, Dinge wahr zu nehmen, die einem zu nächst nicht aufgefallen waren. So war es für mich heute das zweite Mal, dass ich am Palmsonntag in Jerusalem sein durfte. Im vorigen Jahr war ich noch besonders beeindruckt von den vielen „richtigen“ Palmzweigen die die zahlreichen christlichen Besucher der Stadt mitführten. Auch habe ich die Prozession der vielen Christen aus aller Welt, die sich am Nachmittag im Gedenken an den Einzug von Jesu in die Stadt Jerusalem, vom Ölberg in die Altstadt bewegt, im letzten Jahr mehr noch als Teilnehmer emotional mit empfunden.

vom Ölberg in die Altstadt von Jerusalem

vom Ölberg in die Altstadt von Jerusalem

In diesem Jahr habe ich ganz bewusst diesen Gang von sicherlich mehr als 3.000 Christen vor dem Hintergrund der tatsächlichen Situation der Christen im Heiligen Land betrachten wollen. Ich hatte die Meldungen im letzten Jahr noch vor Augen. In einer Pressemeldung im Mai 2014 hieß es da:
Bischöfe im Heiligen Land  sind über die wiederholten und zunehmenden Übergriffe auf christliches Eigentum aber auch über  permanente Drohungen gegen die in Israel lebenden Christen beunruhigt. Sie kritisierten zudem die ausbleibende Reaktion israelischer Politiker.  Bereits Ende April riefen die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes die israelischen Behörden und Sicherheitskräfte zum Handeln auf.

Es gibt im Heiligen Land sicherlich keine öffentliche Veranstaltung in der eine solch große Gruppe Christen in Erscheinung tritt. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie viel Menschen sich in Erinnerung des Einzuges Jesus in Jerusalem auf dem Ölberg versammeln und dann gemeinsam singend, betend, tanzend, ja manchmal jubelnd den Berg hinab ins

"palästinensische" Palmzweige

„palästinensische“ Palmzweige

Kidrontal gehen, um auf der anderen Seite dann durch das Löwentor in die Altstadt von Jerusalem zu gelangen. Neben den vielen Pilgergruppen aus aller Welt (ich sah welche aus Spanien, Polen, Argentinien, Mexiko, von den Philippinen, aus Frankreich, Korea, Österreich und natürlich aus Deutschland) waren viele christliche Gruppen aus Israel, aber auch aus dem besetzten Palästina vertreten. Viele führten kleine palästinensische Fähnchen mit, aber auch Spruchbänder die auf ihren Herkunftsort verwiesen, oder aber auch auf die bevorstehende Heiligsprechung zweier palästinensischer Ordensfrauen am 17. Mai http://www.kathpedia.com/index.php?title=Neue_Heilige_und_Selige_im_Pontifikat_Franziskus

Ein Plakat informierte auch darüber, dass es in Israel eine hebräisch sprechende katholische

Reis zum Einzug in Jerusalem

Reis zum Einzug in Jerusalem

Gemeinde gibt. Schon im letzten Jahr war mir das große Interesse der muslimischen Bevölkerung, die am Prozessionsweg wohnt, aufgefallen. Viele standen im Straßenrand, an den Fenstern und auf ihren Balkonen und nahmen wie ich empfand, freudig an dem für sie sicherlich ungewohnten Geschehen Anteil, und beim Einzug in Jerusalem wurde von den Balkonen Reis auf die Teilnehmer/innen gestreut.

weniger Waffen dafür mehr Lächeln wäre besser

weniger Waffen dafür mehr Lächeln wäre besser

Für mich der einzig störende Faktor waren die bis an die „Halskrause“ bewaffneten Soldaten/Polizisten aus Israel. Hier wünscht sich der, vielleicht „naive“ auswärtige Beobachter etwas mehr Fingerspitzengefühl. Die „Begleitgruppe“ – wenn sie überhaupt gebraucht wird – sollte weniger bewaffnet, dafür hier und da mit einem Lächeln ausgestattet, diese mächtigen aber friedvolle Demonstration begleiten. Hosianna!!