Auch heute war die Gruppe wieder von 8.00 Uhr früh bis zum Abend um 18.00 Uhr unterwegs, haben uns aber im Gegensatz zu gestern vom See Genezareth entfernt und uns von der Seehöhe (200 m unter dem Meeresspiegel auf fast 1.000m über den Meeresspiegel mit dem Bus in die Höhe „geschraubt“.
Der Tag begann in sehr beschaulicher Atmosphäre auf „Seehöhe“ in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft dem Hotel Ginosar, bei der „Primatskapelle“. Hier soll Jesus den Simon Petrus mit der dreimaligen Frage ob Petrus ihn liebe, mit den Worten „Weide meine Lämmer“ zu seinem Stellvertreter auf Erden, und somit zum ersten Papst ernannt haben. Vielleicht war es die frühe Morgenstunde, die Ruhe vor dem Sturm der Pilgerscharen, das dieser so schöne am Seeufer gelegene Platz auf viele in der Gruppe einen besonderen Eindruck hinterlassen hat.

dier Primatskapelle

Anschließend ging es hinauf nach Kana, dem Ort wo Jesus mit seinem ersten Wunder bei einer Hochzeit Wasser zu Wein verwandelt haben soll. Noch heute kommen viele Ehepaare an diesen Ort, über den wie bei vielen wichtigen Bibelorten, eine Kirche gebaut wurde, um ihr Eheversprechen zu erneuern.
Einige Kilometer weiter kamen wir nach Nazareth, wo Jesus mit Maria und Joseph die ersten drei Jahrzehnte gelebt haben soll. An diesem Ort soll der Engel Maria verkündet haben das sie Gottes Sohn als Kind empfangen und zur Welt bringen wird. Auch hier ist an diesem Ort der Verkündigung, eine mächtige Basilika (die größte im Hl. Land) erbaut worden. Hier bekam die Gruppe zum ersten Mal eine Ahnung davon was es heißt, dass jetzt zur Zeit die „Hochsaison“ der Pilgerschaft im Hl. Land ist, Busmassen ergossen sich über Nazareth und seine biblischen Orte.
Und noch eine Erfahrung machte die Gruppe, das alles seine Zeit braucht und wenn es Vormittags nicht so zügig wie geplant geht, hat man/Frau am Nachmittag weniger Zeit für das vorgesehene Programm.
Heute war vorgesehen, dass wir uns am Nachmittag ganz in den Norden von Israel, an die libanesische Grenze begeben wollten. Wir hatten für 14.30 Uhr einen Termin in dem Kibbuz Malkya, welches unmittelbar am Sperrzaun zum Libanon liegt.
Leider kamen wir eine Stunde später dort an, beeindruckt von einer Fahrt durch grüne Wälder und großartiger Berglandschaft, aber auch schon berührt von der mächtigen Grenzanlage die sich durch die Landschaft schlängelte. Daniel, ein Schweizer aus Zürich, seit 1977 nach einem Volontariat hier „Hängen“ geblieben, empfing uns mit überaus fröhlicher ja geradezu herzlicher Stimmung.

Da unsere Aufenthalt Zeit nun sehr begrenzt war ging es nach kurzen Begrüßungsworten zu einer Stelle wo Daniel die Pflanzaktion zweier kleiner Eichen vorbereitet hatte.

Anschließend stellte er sich den Fragen der Gruppe die sich vor allem, im Angesicht der nahen libanesischen Grenze mit Fragen der Bedrohung und der Sicherheit beschäftigten. Sehr anschaulich, ja geradezu berührend schilderte Daniel die massiven Sorgen eines dreifachen Familienvaters um das Leben seiner Kinder im Angesicht des Raketenhagels in der Zeit des letzten Libanonkrieges im Jahre 2006. Die gegnerische Hisbollah hatte bewusst das Zeitfenster der Angriffe in die Zeiten gelegt, wo die Kinder zur Schule gebracht wurden. Die Diskussion drehte sich vor allem um die so friedlose Welt, gerade hier in Sichtweise der Grenzen zum Libanon und zu Syrien, von wo man irgendwann während des Gespräches die Detonation einer wie immer auch gearteten Sprengladung hörte. Sterben und Verwundung in nächster Nähe….
Ein abschließender kurzer Besuch bei einem israelischen Grenzposten, wo jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren mit schweren Panzern und Maschinengewehre ihr Land beschützen, entfaltete bei allen in der Gruppe mehr als nur einen nachdenklichen Eindruck.