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	<title>Dheisheh Camp &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Hier lebt man in zwei Welten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Apr 2018 21:30:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dheisheh Camp]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder habe ich hier das Gefühl in völlig von einander getrennten Welten zu leben. Dabei meine ich eben nicht nur den massiven Unterschied zwischen der Welt „Palästina“ und der Welt „Israel“. Vor drei Tagen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/hier-lebt-man-in-zwei-welten/" title="Hier lebt man in zwei Welten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder habe ich hier das Gefühl in völlig von einander getrennten Welten zu leben. Dabei meine ich eben nicht nur den massiven Unterschied zwischen der Welt „Palästina“ und der Welt „Israel“.</p>
<p>Vor drei Tagen berichtete ich von der Welt in der Hebronner Altstadt und der Welt 500m Meter entfernt in der Stadt Hebron selbst. Oder die zwei Welten zwischen einer christlich geprägten Stadt wie Beit Jala oder Beit Sahur oder der muslimischen Stadt Nablus. Aber die Grenzen sind eben auch fließend&#8230;</p>
<figure id="attachment_3907" aria-describedby="caption-attachment-3907" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3907" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3907" class="wp-caption-text">Frühstück bei Mukarker</figcaption></figure>
<p>Heute Morgen war ich zum Frühstück bei Familie Mukarker eingeladen. Schon oft habe ich den wunderbaren Blick vom Balkon genossen. Faten erzählte mir, dass im Nachbarhaus ein Sohn geboren sei, der Erste nach 4 Mädchen, Grund ein großes Fest zu feiern. Also gibt es heute am eher ruhigen Karfreitag der Orthodoxen Christen, zu dem auch die Familie Mukarker gehört, in der Nachbarschaft ein (wahrscheinlich sehr lautes) Freudenfest mit 3-400 Gästen.</p>
<figure id="attachment_3908" aria-describedby="caption-attachment-3908" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3908" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3908" class="wp-caption-text">beim muslimischen Nachbarn wird die Geburt des ersten Jungen gefeiert</figcaption></figure>
<p>Mit bei der Frühstücksrunde war neben dem Ehepaar Mukarker, ihrer kleinen Enkeltochter, auch Saeed dabei, die ich <a href="http://marius-blog.de/blog/zu-gast-im-fluechtlingscamp-deheishe/" target="_blank" rel="noopener">vor Jahren</a> in ihrer Wohnung im Dheisheh Camp besucht hatte. Damals war ihr ältester Sohn schon monatelang inhaftiert. Saeed hat 5 Kinder und mittlerweile auch schon zwei Enkelkinder. Faten erzählte, dass Saeed bereits bei der Geburt, ihrem ebenfalls zu selben Zeit geborenen Cousin als Ehefrau versprochen wurde. Saeed selbst hatte von dieser „Vereinbarung“ ihrer Eltern mit dem Bruder des Vaters erst erfahren, als ihr mit 14 Jahren „unvermittelt“ mitgeteilt wurde, dass sie nun verlobt sei.</p>
<figure id="attachment_3909" aria-describedby="caption-attachment-3909" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3909" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3909" class="wp-caption-text">Blick vom Balkon auf Beit Jala</figcaption></figure>
<p>Für Saeed sind es auch zwei Welten in der sie lebt. Zum einen das so sehr beengte, sehr einfache Leben im muslimisch geprägten Camp und das Leben bei der doch relativ gut situierten christlichen Familie Mukarker</p>
<p>Ich habe heute das arabische Frühstück genossen. Es gab Humus, Falafel, Rührei und Pita-Brot, aber auch Jogurt und leckere, von Faten`s Ehemann Nicola, selbstgemachte Aprikosen-Marmelade. Heute Abend bin ich zum jüdischen Sabbat bei Michal unserer Reiseführerin geladen. Heute geht das siebentägige Pessach-Fest zu Ende und gleich schließt sich der wöchentliche jüdische Ruhetag der Sabbat (auch Schabbar genannt) an. Jetzt dürfen wieder die gesäuerten Brote und andere Speisen zu sich genommen werden. Also wieder zwei völlig verschiedene Welten in die ich heute eintauchen konnte.</p>
<figure id="attachment_3911" aria-describedby="caption-attachment-3911" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3911" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3911" class="wp-caption-text">Karfreitag-Kekse:<br />im Vordergrund der Schwamm mit Essig (gefüllt mit Nüssen), außerdem die &#8222;Dornenkrone&#8220; gefüllt mit Dattelmus</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann habe ich mich wieder mit dem Bus 231 von Beit Jala nach Jerusalem begeben, somit wiederum die Seiten und die Welten geändert. Bis zu meiner Abreise am Dienstag werde ich nun wieder im Paulus-Haus übernachten.<br />
Zum Nachmittag habe ich mich dann aufgemacht um zu Michal zu gelangen. Ich wusste ungefähr wo sie wohnt, weil wie vor 1 ½ Jahren bei meiner damaligen Gruppenreise schon mal bei ihr zum Sabbatessen waren. Ich genoss zunächst &#8211; wie schon damals &#8211; die Ruhe, die in den jüdischen Vierteln von Jerusalem am Nachmittag so langsam richtig „einsickert“. Es ist wirklich so wie bei uns am 24. Dezember, de, Heiligen Abend. An diesem Tag wird es auch zu Abend hin immer stiller und friedlich.</p>
<figure id="attachment_3912" aria-describedby="caption-attachment-3912" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3912" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3912" class="wp-caption-text">Schabbat-Ruhe</figcaption></figure>
<p>Festlich gekleidete Menschen gehen durch die Straße. Als ich in den Bezirk kam, wo die (kleine) Strasse Rabbi Chalafta sein sollte, wollte ich mich durch Nachfragen vergewissern. Das stellte sich aber dann doch schwieriger aus als gedacht. Viele, die ich ansprach konnten kein Englisch, andere kannten die Strasse nicht. Letztlich hatte aber ein junger Mann ein Handy dabei (trotz Sabbat!), er hat mir dann die genaue Stelle „gegoogelt“. So stand ich dann vor Dem Haus Nr. 12, aber wie weiß ich welche (Hebräischen) Klingelknopf ich drücken muss?? Also habe ich gerufen: Michal&#8230;und mir ward aufgetan. Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn bin ich dann in die Syngoge, wo der fromme Jude den Sabbat mit einem Gottesdienst beginnt. Anschließend gab es dann das Essen, welches auch nach <a href="http://www.judentum-projekt.de/religion/religioesegrundlagen/sabbat/" target="_blank" rel="noopener">bestimmten Regeln</a> gestartet wird. Es gab erst eine kalte Vorspeise, dann eine Suppe, anschließend Fleisch, Salat und Süßkartoffeln und schließlich Kuchen und Tee. Zum Abschluss wurde noch ein Gebet gesprochen. Das ganze Essen dauerte so etwa 2 Stunden.</p>
<figure id="attachment_3910" aria-describedby="caption-attachment-3910" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3910" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3910" class="wp-caption-text">auch zwei Welten</figcaption></figure>
<p>Ich habe mich dann auf den Heimweg gemacht und wieder diese wunderbare ruhige Atmosphäre genossen. Es waren ganz wenig Menschen auf der Straße (wenn, meist mit Hunden!). Hier und da hörte man aus den Fenstern Gesänge, die wohl auch zu den Sabbat-Traditionen gehören. Als ich mich dann nach etwa einer ¾ Stunde Fußweg der Altstadt näherte kam ich wieder in eine andere (arabische) Welt. Hier war wieder Autoverkehr, manch frisiertes Motorrad knatterte laut, eben Großstadtverkehr an einem Freitagabend.</p>
<p>Zum Schluss des heutigen Tagesblogs möchte ich noch von einem Erlebnis berichten, dass mich heute morgen beim Frühstück sehr berührt hatte. In der Abrahams-Herberge war auch eine Gruppe aus Amerika zu Gast. Beim Frühstück setzte sich ein (farbiges) Mitglied der Gruppe, aus Seattle kommend, an meinen Tisch. Wir kamen ins Gespräch über unsere Erlebnisse hier in Palästina. Auf einmal fragte er mich, ob wir kurz beten wollten. Nach meiner Zustimmung, fasste er mich an den Händen und sprach mit eigenen Worten Hoffnungen und Bitten für die Menschen hier in Palästina an Gott aus. Ich war beeindruckt.</p>
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		<title>„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 20:45:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dheisheh Camp]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/beste-lehrerin-der-welt-im-fluechtlingscamp-geboren/" title="„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 für etwa 3.000 Menschen eingerichtet – heute liegt die Einwohnerzahl bei etwa 16.000. Das Lager ist damit das viertgrößte Camp in der Westbank. Es ist eines von drei Camps die in der Region von Bethlehem errichtet wurden. Die beiden anderen („Aida“ und AL Azzeh) sind wesentlich kleiner, aber durch ihre Lage unmittelbar an der Mauer und am Checkpoint 300, wesentlich häufiger in (oft nächtliche) Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär verwickelt.</p>
<figure id="attachment_3889" aria-describedby="caption-attachment-3889" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3889" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3889" class="wp-caption-text">Einer der Eingänge zum Dheisheh-Camp</figcaption></figure>
<p>Immer wieder kommt es aber auch im Dheisheh Camp zu nächtlichen gewaltsamen Razzien der israelischen Armee, obwohl das Lager in der A-Zone liegt und damit nach den Oslo-Vereinbarungen der vollen Kontrolle der palästinensischen Sicherheitskräfte untersteht. Der letzte größere Zwischenfall datiert von Anfang 2018, wo es 10 Verletzte Palästinenser gab.</p>
<figure id="attachment_3890" aria-describedby="caption-attachment-3890" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3890" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3890" class="wp-caption-text">Als schlimme Erinnerung:<br />oft der einziger Eingang während der ersten Intifada (1987-1993)</figcaption></figure>
<p>Eine positive Nachricht aus dem Dheisheh Camp macht im März 2016 weltweite Schlagzeilen: Hanan al-Hroub, geboren im Dheisheh Camp, 43-jährige Mutter von fünf Kindern und Lehrerin an einer Grundschule in Ramallah, wurde von der <a href="https://www.varkeyfoundation.org" target="_blank" rel="noopener">Londoner Varkey-Stiftung</a> als die <a href="http://www.dw.com/de/palästinenserin-erhält-weltlehrerpreis/a-19116361" target="_blank" rel="noopener">„beste Lehrerin der ´Welt“</a> ausgezeichnet. Die Ehrung war mit einem Preisgeld von einer Millionen Dollar verbunden. Ausschlaggebend, so die Jury war ihr Motto „Nein zur Gewalt“, dass sie ihren Schülern nahebringt. „Unsere Waffe ist das Wissen“ lautet ihr Motto.</p>
<figure id="attachment_3891" aria-describedby="caption-attachment-3891" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3891" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3891" class="wp-caption-text">Kunst im Camp:<br />Ikonen des Widerstandes:<br /><a href="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=1421" target="_blank" rel="noopener">Handala</a> und der Schlüssel</figcaption></figure>
<p>Heute wollte ich mich eigentlich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Baumgarten" target="_blank" rel="noopener">Helga Baumgarten</a>. Sie ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit 1993 an der palästinensischen Universität in Bir Zait bei Ramallah. Leider hat das Treffen aus privaten Gründen nicht geklappt.</p>
<p>Ich werde sie aber hoffentlich auf dem Katholikentag in Münster treffen. Dort plant die Nahost-Kommission von pax christi am 11. Mai 2018 eine <a href="https://www.paxchristi.de/kommissionen/view/5305177963757568/Kommission%20Nahost" target="_blank" rel="noopener">Plenums-Veranstaltung</a> zum Thema „Gaza – der bekannteste unter den vergessenen Konflikten“. Frau Baumgarten ist dort eine der Plenumsteilnehmer/innen.</p>
<p>Statt dessen habe ich mich gerne noch einmal auf dem Weg nach Zatara zu Fatima und ihrer Familie gemacht. Ich weiß es von vielen Begegnungen mit ihr, dass sie sehr froh ist, sich mit mir über die Situation in ihrer Familie, Ihrer Region, aber eben auch zu allen anderen Dingen die das (ihr) Leben betreffen, unterhalten zu können.</p>
<figure id="attachment_3892" aria-describedby="caption-attachment-3892" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3892" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3892" class="wp-caption-text">Stau in der Geburtsstadt Jesu</figcaption></figure>
<p>Ich hatte das Glück das mich heute Adib, der Taxifahrer, der mich vor Jahren zum Weinberg gebracht hatte und dann 1000,- Shekel zahlen musste nach dem etwa 10 Km entfernten Beduinendorf bringen konnte. leider gab es wegen eines Unfalls auf der Straße Beit Sahur ein solch großes Verkehrschaos, dass wir fast 2 Stunden für die doch relativ kurze Strecke brauchten. So hatten wir im Auto Zeit etwas zu plaudern. Auch Adib hat natürlich persönliche Probleme. Seine 31-jährige Tochter lebt mit den 2 Kindern bei ihm im Haushalt. der geschiedene Ehemann zahlt keinen Unterhalt&#8230;Ja und als Taxifahrer in dieser Region kann man auch keine Sprünge machen. Wenn das Schicksal es nicht gut meint&#8230;.</p>
<p>Bei Fatima war wie erwartet die Freude groß. Da noch Ferien ist waren wieder so ziemlich alle Enkelkinder bei Ihr. Heute habe ich ein wenig mit ihnen gesungen: Die Affen rasen durch den Wald&#8230;war mdi n einstieg. und was singen arabische Kinder in der Region von Bethlehem&#8230;. ja genau: &#8222;Jingle Bells&#8220;</p>
<figure id="attachment_3893" aria-describedby="caption-attachment-3893" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3893" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3893" class="wp-caption-text">ich soll alle, die Fatima kennengelernt, haben von ihr grüßen, was ich hiermit sehr gerne tue.</figcaption></figure>
<p>Von Fatima erfuhr ich heute, nicht nur einiges zur <a href="http://arabisch.com/733/arabische-hochzeitsbraeuche-zwischen-moderne-und-tradition/" target="_blank" rel="noopener">Tradition des Henna-Abends</a>, einer ganz alten Sitte kurz vor der Hochzeit zu dem sie auch heute geladen ist. sie hatte mir ja schon öfters erzählt das es so viele Termine in ihrer Großfamilie gibt. So ist dieser Henna-Abend ja nur der Abschiedsabend der Braut von ihrer Familie, Die eigentliche Hochzeit folgt dann in der Regel ein paar Tage später.<br />
Fatima erzählte aber auch von ihrer Tochter die in Amman in  Jordanien verheiratet ist. Sie und auch ihre Söhne unterstützen sie finanziell, da ihr Schwiegersohn dort (meist) keine Arbeit hat. „Sonst würde die Familie mit drei Kindern verhungern.“ , so Fatima. Eine solche familiäre Hilfe ist hier in der arabischen Welt, eine totale Selbstverständlichkeit. Es gibt wohl in Jordanien, neben vielen unglaublich reichen Menschen, eben auch viele Arme Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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