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	<title>Qalandia &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Hadassah-Krankenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&#160;&#160;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&nbsp;&nbsp;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil von Jerusalem total gewandelt. Nicht nur das die Stadtfläche nach Osten, aber auch im Süden und Norden durch die Errichtung neuer jüdischer Stadtteile (Siedlungen) ausgeweitet wurde, auch in den Grenzen des bisherigen Ost-Jerusalem wurde durch neue jüdische Siedlungen ein gleicher „Flickenteppich“ geschaffen, wie wir ihn in der Westbank vorfinden. Ich verweise hier, wie schön des Öfteren, auf meine bisherigen Berichte zu dieser Thematik, zu finden unter den Links zu Beginn des Berichtes.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4328" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf Ostjerusalem</figcaption></figure>



<p>Am späten Vormittag haben wir&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/node/50323">Roni Hammermann</a>getroffen. Sie ist Mitbegründerin der jüdischen Menschenrechtsgruppe&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/about">„Machsom Watch“</a>. „Machsom“ heißt übersetzt Checkpoint. Auch sie habe ich schon öfters mit meinen Gruppen getroffen und entsprechend über die Arbeit dieser Frauengruppe berichtet. Auch hier verweise ich auf die genannten Link.</p>



<p>Wenn ich aber dennoch an dieser Stelle, von ihren Erzählungen berichte, hat das vor allem auch damit zu tun, dass mich, aber auch die ganze Gruppe, die heute von ihr berichteten Beispiele dermaßen bewegt, ja geradezu erschüttert haben, dass ich sie hier in meinem Tagesbericht aufschreiben „muss“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>Roni Hammermann</figcaption></figure>



<p>Grundsätzlich hat Roni betont, dass sie glaubt das dieses ganze Bewilligungssystem um ein Visum zu bekommen, dass es den Palästinensern ermöglicht, den Checkpoint zu passieren, lediglich dazu dient, die Palästinenser zu kontrollieren. Ihre Gruppe hat sich den ganzen Vorgang von Antragstellung (bei stundenlangem Anstehen), der Bewilligung und dann das Durchlaufen der Checkpoints angeschaut und ist durch das eigene Erleben zu dem Schluss gekommen, das hier nur um Schikane geht. Die Benennung das es mit Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu tun habe, kann Roni nicht verstehen. Es gäbe soviel Möglichkeiten, illegal über die Grenzen zu kommen, und davon wissen die israelischen Verantwortlichen, das der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden kann.</p>



<p>Sie berichtete von Vorfällen am Checkpoint Qalandia, dem größten Checkpoint der fast 50 Checkpoints an der Grenze zwischen Israel und Palästina. Er befindet sich auf dem Weg von Ramallah nach Jerusalem und wird täglich von bis zu 10.000 Palästinenser/innen passiert. Hier kommen oft Menschen zum Checkpoint, die aus Gaza kommend in der Westbank im Krankenhaus behandelt werden. Wenn siue dort entlassen werden brauchen sie für den Transfer durch Israel (etwa 70-80 km) ein Visum. Dieses können sie erst am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle am Checkpoint beantragen. Gleichzeitig muss von dieser Behörde ein Taxi organisiert werden, dass diesen Transfer durch Israel sicherstellt. Roni hat es oft erlebt, dass wegen der schwerfälligen Bearbeitung dieser einzelnen Vorgänge, die Verwaltung schließt und diese oft noch schwachen, gerade aus dem Krankenhaus entlassene Menschen zurück geschickt werden mit den Worten: „Ihr müsst morgen wieder kommen“. Diese Menschen sind dort meist ohne Verwandte, zu denen sie gehen könnten, haben oft aber gar kein Geld, können sich keinen Hotelaufenthalt leisten. Das wissen die Verantwortlichen am Checkpoint ganz genau, sagt Roni, aber es beeinflusst ihre Entscheidung nie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="681" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-4330" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-768x511.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Qalandia-Checkpoint</figcaption></figure>



<p>Ein anders Beispiel: Ein Vater kommt mit seinem 5jährigen Sohn, der drei Mal in der Woche, zur Nierendialyse von Nablus über den Checkpoint Qalandia, durch Jerusalem nach Hebron im Süden der West fahren muss. Insgesamt mehr als vier Stunden Fahrzeit für eine Strecke. Nun wurde dem Vater vermittelt, dass sein Visum abgelaufen sei, er nicht durch die Kontrolle könne. Roni: „vor drei Tagen war er noch sicher, jetzt ist er es nicht mehr“. Er müsste mit seinem arg geschwächten Kind mehr als 3 Stunden warten, bis einer aus der Familie kam, der ein gültiges Visum hatte und den Jungen begleiten konnte. „Es gibt Situationen, da könnte man nur noch weinen“, sagt Roni. Es ist das System,&nbsp;&nbsp;dass die Menschen in Palästina zermürben soll.&nbsp;</p>



<p>Wegen dieser Willkür an den Checkpoints (auch die „fliegenden“ gehören dazu) , kommen sie alle zu spät: Lehrer, Ärzte, Schuler, Arbeiter, und verlieren nicht selten ihre Arbeit. „Man kann nur sagen wann man abfährt, wann man ankommt, entscheidet die Besatzungsmacht“, so Roni.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/images.jpg" alt="" class="wp-image-4331" width="593" height="332"/><figcaption>&#8222;alles unter Kontrolle&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nachdem die Gruppe „Machsom Watch“ zunächst nur an den Checkpoint beobachtet hatte, alles was beobachtet wird, wird auch in Berichten festgehalten, hat man sich recht schnell auch um die Palästinenser „gekümmert“, die vor ihren Augen am Checkpoint festgenommen und inhaftiert wurden. Es wurde die Beobachtung der Gruppe auf die Anhörungen an den Militärgerichten ausgeweitet. Sie erzählte von einem normalen Fall wo ein 14 jähriger Junge (meist mitten in der Nacht)&nbsp;&nbsp;aus seiner Familie geholt wird. Er wird in der Regel in eine Polizeistation nach Israel gebracht. Dort wird er (ohne das seine Eltern oder zum Beispiel eine Sozialarbeiterin dabei ist vernommen, dabei auch nach seinen besten Freunden gefragt. Wenn er sie nennt, sind es meist die Nächsten die zu Nachtzeiten abgeholt werden. In der gerichtlichen Anhörung später sind dann Richter, Staatsanwalt, Anwalt und Schreibkraft anwesend. Es wird ihm dann der Vorwurf unterbreitet, dass&nbsp;&nbsp;er in einem Zeitraum (zum Beispiel) vom 1. bis 24. Dezember Steine geworfen haben soll. Solche „Zeitvorwürfe“ würden regelmäßig gemacht. Wie soll man auf solch pauschalen Vorwürfen als Verteidiger reagieren, fragte uns Roni? Wie kann dann konkret ein Alibi benannt werden? Weitere solch pauschaler Vorwürfe sind „Mitglied einer verbotener Gesellschaft“, was macht man sich zu schulden, wenn man in einer „Koran-Lesegruppe“ ist oder in einer Studentenverbindung?</p>



<p>Auf unsere Frage wie denn ihre Mitmenschen in Israel auf ihr Engagement und vor allem auf ihre Berichte reagieren würden sagte sie uns, die Meistens wollen es gar nicht hören, einige sagen mir du lügst, einige Andere beschimpfen sie oder es kommt auch vor das sie (auch von „Freunden“) gemieden wird.</p>



<p>Die Art und Weise, wie uns Roni ihre Erlebnisse und Meinung „ungeschminkt&#8220; und mit einer Klarheit und Vehemenz vortrug, hat alle die zugehört haben, sehr beeindruckt.</p>



<p>Roni Hammermann, die für Ihr Engagement 2008 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen hat, begründet ihr unermüdliches Engagement für die Menschenrechte mit den Erlebnissen ihrer eigenen Familie, die zum Teil in Auschwitz ermordet wurden. &#8222;Ich kann nicht mehr schweigen!&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4332" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drei der 12 Chagall-Bilder in der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses
von links nach rechts: Naphtali, Josef und Benjamin</figcaption></figure>



<p>Geprägt von diesem Gespräch hat ein Teil der Gruppe den nicht leichten Gang zum Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gemacht. Ein kleiner Teil der Gruppe, die&nbsp;Gedenkstätte schon früher besucht hatte, ist mit mir ins nahegelegene Hadassah-Krankenhaus gefahren wo in einer dem Krankenhaus angeschlossenen Synagoge, zwölf Fenster von Chagall mit Motiven der 12 Stämme Israels bemalt wurden.&nbsp;<em>„Dies ist mein bescheidenes Geschenk an das jüdische Volk, das immer von biblischer Liebe, Freundschaft und Frieden unter den Völkern geträumt hat. Dies ist mein Geschenk an dieses Volk, das hier vor tausend Jahren in mitten anderer semitischer Völker gelebt hat.“ (</em>Marc Chagall 1962 zur Fertigstellung der Fenster)</p>



<p>Anschließend bin ich mit der kleinen Gruppe mit der Straßenbahn die ganze Strecke von der Endhaltestelle Herzlberg im Süden zur anderen Endhaltestelle Norden, Heil Ha-Avir. Ich hatte schon mehrmals von der besonderen „politischen“ Rolle der Straßenbahn geschrieben. Mit dem palästinensischen Bus 231 haben wir uns dann vom Damaskus Tor bis nach Beit Jala fahren lassen.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong>﻿</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>
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		<title>Muain: Mittags rauche ich zur Entspannung eine Wasserpfeife</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2018 18:34:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder im Gefängnis;]]></category>
		<category><![CDATA[Oslo-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Qalandia]]></category>
		<category><![CDATA[Ramallah]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviler Friedensdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, an meinem letzten Tag in Palästina, habe ich noch mal die &#8222;Seiten gewechselt&#8220;, von Ostjerusalem nach Ramallah. 500m vom Paulus-Haus entfernt ist der (palästinensische) Busbahnhof. Von dort fahren die Busse in den Norden der <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/muain-mittags-rauche-ich-zur-entspannung-eine-wasserpfeife/" title="Muain: Mittags rauche ich zur Entspannung eine Wasserpfeife">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, an meinem letzten Tag in Palästina, habe ich noch mal die &#8222;Seiten gewechselt&#8220;, von Ostjerusalem nach Ramallah. 500m vom Paulus-Haus entfernt ist der (palästinensische) Busbahnhof. Von dort fahren die Busse in den Norden der Stadt und eben auch der 218 nach Ramallah. Am Rande sei erwähnt, das die Fahrkarte zwei Preise auszeichnet, den Preis für die Strecke in Jerusalem (6,- Shekel) und den Preis für die Strecke nach dem <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/2164-2/" target="_blank" rel="noopener">Qalandia-Checkpoint</a> bis zum Busbahnhof in Ramallah (1,60 Shekel). Heute hielt der Bus noch vor dem Grenzübergang, eine überraschende Kontrolle aller Fahrgäste durch das israelische Militär.</p>
<p><figure id="attachment_3936" aria-describedby="caption-attachment-3936" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3936" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3936" class="wp-caption-text">die &#8222;andere Seite&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Dann bin ich wieder in Ramallah eingetaucht. Mir viel sofort mein letzter Besuch im April 2017 ein, auch damals hatte ich das gleiche Gefühl wie heute: die Stadt &#8222;brummt&#8220;, es werden unglaublich viele Häuser gebaut, die Menschen kaufen ein, das &#8222;Problem Gaza&#8220; scheint ganz weit weg, obwohl es Luftlinie vielleicht 70 km sind. Hier habe ich auch meine &#8222;Weggefährten&#8220; von letzter Woche: Ekki und Rolf wieder getroffen. Sie haben hier in einem Hostel genächtigt das den schönen Namen: <a href="http://ramallahhostel.com" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Area-D&#8220;</a> trägt, in Anspielung auf die, durch das Oslo-Abkommen geschaffenen drei Zonen A,B und C. Mit den beiden sind wir durch die Main-Street in Richtung der Altstadt geschlendert, natürlich haben wir uns an der &#8222;berühmten&#8220; Eisdiele &#8222;Rukab&#8220;das berühmte arabische Eis, das durch &#8222;Mastix (ein arabisches Gummi), eine leicht zähe Konsistenz bekommt.</p>
<p><figure id="attachment_3937" aria-describedby="caption-attachment-3937" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3937" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3937" class="wp-caption-text">zweifelhafter (gefährlicher?) Bauboom</figcaption></figure></p>
<p>Wir sind auf unserem weg mit vielen Menschen in Kontakt gekommen, sei es in dem wunderschönen Obstmarkt, sei es in dem typischen Café oder eben auch auf der Strasse. So sprach uns um die Mittagszeit ein Mann in deutsch an. er hat in Aachen Architektur studiert und lehrt dieses fach nun in der Universität Bierzelt. Wir kamen kurz ins Gespräch, natürlich auch über den Bauboom in dieser Stadt, der auch viele &#8222;Sünden&#8220; vermuten lässt, nicht nur was Stil und Lage angehet, nein auch bezüglich der Statik. Bei vielen Neubauten hat man das Gefühl, dass sie ohne Plan gebaut sind und nicht &#8222;lange halten&#8220;werden.<br />
Muain (Moin ausgesprochen) Qasem Jawabrah bestätigte im Prinzip unsere Annahmen. Für ihn als Fachmann ist es vielfach ein Problem zu sehen, wie hier (oft) ohne Fachleute &#8222;Geld in den Sand gesetzt wird&#8220;. Überhaupt sei es für ihn alles ziemlich belastend, deshalb hat es es sich angewöhnt um die Mittagszeit in einem Café die Wasserpfeife zu rauchen, um &#8222;herunter zu kommen&#8220; wie er sagte. Leider hatten wir keine Zeit, seine Einladung anzunehmen.</p>
<p><figure id="attachment_3938" aria-describedby="caption-attachment-3938" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3938" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3938" class="wp-caption-text">der Obstmarkt in Ramallah:<br />Kunstvoll gestapelt</figcaption></figure></p>
<p><figure id="attachment_3939" aria-describedby="caption-attachment-3939" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3939" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3939" class="wp-caption-text">Salwa Duaibis &amp; Gerard Horton</figcaption></figure></p>
<p>Ekki hatte ein Gespräch mit dem englisch-australischen Rechtsanwalt Gerard Horton, verabredet.Gemeinsam mit seiner Frau Salwa Duaibis und acht anderen Anwaltskollegen arbeiten Sie für die Organisation <a href="http://www.militarycourtwatch.org" target="_blank" rel="noopener">Military Court Watch</a> (MCW). Grundlage ihrer Arbeit ist die UN-Kinderrechtskonvention, die auch von Israel unterzeichnet wurde. Keinem Staat ist es erlaubt, Kindern die unter Besatzung leben, zu diskriminieren, vor allem nicht durch die Anwendung eines anderen Rechtssystem. In diesem Zusammenhang gelten vor allem folgende Regeln (gegen die das israelische Militär ständig verstößt):</p>
<ul>
<li>Kinder dürfen nachts nicht verhaftet werden</li>
<li>Kinder müssen über ihre Rechte, z.b. ihre Aussage zu verweigern, informiert werden</li>
<li>Kinder dürfen weder die Augen verbunden werden, noch dürfen sie gefesselt werden</li>
<li>Kindern darf weder Gewalt angetan, noch dürfen sie bedroht oder ein Geständnis von ihnen erpresst werden</li>
<li>Kinder müssen vor der Untersuchung Gelegenheit bekommen, einen Anwalt zu konsultieren</li>
<li>Kinder müssen während der Untersuchung/Befragung in Begleitung ihrer Eltern oder eines Erziehungsberechtigten sein</li>
<li>Alle Untersuchungen müssen auf Video aufgenommen werden</li>
<li>Kein Kind darf in ein Gefängnis außerhalb der Westbank gebracht werden</li>
</ul>
<p>Um belegen zu können, in welcher Weise nun den Kindern ihre Rechte verweigert werden, beobachtet MCW deren Behandlung vom ersten Moment ihrer Verhaftung an bis zur ihrer Freilassung. Sie dokumentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in regelmäßigen Berichten.</p>
<p>Ich habe unter dem Abschnitt Gastbeiträge in meinen Blog ein Interview mit Gerard Horton vom Januar 2015 eingestellt, welches er der Tageszeitung &#8222;junge Welt&#8220; gegeben hat: <a href="http://marius-blog.de/nicht-nur-gefesselt-sondern-auch-geschlagen/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Nicht nur gefesselt, sondern auch geschlagen&#8220;</a></p>
<p>Der hier verlinkte Beitrag Peter Münch in der SZ vom Juni 2016<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-konflikt-das-gefaengnis-der-kinder-1.3028534" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Das Gefängnis der Kinder&#8220;</a><br />
beschreibt sehr gut die ganze Problematik und vor allem deren Folgen für die Kinder.</p>
<p>Die Organisation MCW leistet ihre wichtige Arbeit ausschließlich mit Spendengeldern.</p>
<p>Auch in Deutschland haben verschiedene Gruppen mit der Thematik intensiver beschäftigt. Das EAPPI-Netzwerk in Deutschland hat auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen bei den Einsätzen ihrer &#8222;Beobachter/innen eine Ausstellung zu dem Thema &#8222;Kinder in israelischer Militärhaft erstellt. <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/tag/gefangnis/" target="_blank" rel="noopener">Mehr dazu hier</a></p>
<p>Die Köln-Bonner Gruppe &#8222;FrauenWegeNahost&#8220; hat vor einigen Jahren eine Broschüre erstellt <em>&#8222;Palästinensische Minderjährige in den Fängen der israelischen Militärjustiz&#8220;<br />
</em><a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19591" target="_blank" rel="noopener">Hier ein Bericht</a> von einer Buchvorstellung dazu im Oktober 2013 in Aachen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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