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	<title>shu`fat &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 18:46:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/morgenstund-hat-gold-im-mund/" title="&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie die Juden ihn nennen) oder eben „Al Haram al Scharif“ – zu Deutsch „das edle Heiligtum“, wie ihn die Muslime nennen, zu geraten. Schon durch diese verschiedene Namensbezeichnung kann der Leser/die Leserin schon erahnen, das auch der wunderschöne Platz mit dem Tempeldom und der al Aksa-Moschee, zu einem besonderem Streitpunkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gehört. Auch über diesen Konflikt habe ich schön mehrmals geschrieben, wie gewohnt kann der Leser/die Leserin sich mit dem Link am Anfang des Blogberichtes diese Beiträge lesen.</p>
<figure id="attachment_3612" aria-describedby="caption-attachment-3612" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3612" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3612" class="wp-caption-text">Beterin am Tempeldom</figcaption></figure>
<p>Die frühe Anreise hat sich gelohnt, schon zum Start der Öffnungszeit für Nicht-Muslime um 7 Uhr konnten wir die schmale Holzbrücke die vom Platz der Westmauer zum Tempelplatz begehen. Heute morgen war es sehr friedlich, die Morgensonne lies die goldene Kuppel des Tempeldomes matt golden glänzen, womit sich das Sprichwort heute bewahrheitet hat: &#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;. Nicht immer ist es so ruhig auf dem Platz, wo mit der Al Aksa Moschee das dritt höchste Heiligtum der muslimischen Welt steht. Zuletzt Mitte Juli erschoss eine Gruppe arabischer Israelis vor einem Zugang zum Tempelberg zwei israelische Polizisten. Videoaufnahmen zeigen, was danach geschah: Die Angreifer flüchteten auf den Tempelberg und lieferten sich eine Schießerei mit israelischen Polizisten. Die Angreifer wurden erschossen. Anschließend wurde der Zugang von den Israelis geschlossen, Metalldedektoren wurden zur Personenkontrolle angebracht. Daraufhin boykottierten die Muslime den Platz, beteten zu Tausenden vor der Altstadtmauer, bis ihrer Forderung nach freiem und unkontrollierten Zugang zu ihrem Heiligtum statt gegeben wurde.</p>
<figure id="attachment_3613" aria-describedby="caption-attachment-3613" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3613" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3613" class="wp-caption-text">Ostjerusalem: große Siedlungen auf besetztem fremden Grund und Boden</figcaption></figure>
<p>Anschließend haben wir uns an mehreren Stellen in Ostjerusalem die “schleichende“ Übernahme des durch Israel seit dem 6. Tageskrieg vor genau 50 Jahren besetzten Ostteil´s der Stadt angesehen. Auch einer der hervorragenden Streitpunkte im israelisch-Palästinensischen Konflikt. Über diese Entwicklung habe ich schon mehrmals geschrieben, bitte den Link am Beginn beachten. Heute entspann sich bei der Ansicht der vielen und großen jüdischen Siedlungen im Jerusalemer Osten eine interessante Diskussion mit Michal, der jüdisch israelischen Reiseführerin. Schon gestern bei den unmissverständlichen kritischen Aussagen von Roni Hammermann zur Situation an den Checkpoint`s hätten wir gerne Micha`s Meinung gehört. Genauso eben auch zur Situation im Osten der Stadt, wo Israel auf besetztem Gebiet zahlreiche große Siedlungen gebaut hat, und außerdem die palästinensischen Stadtteilen teilweise sich selbst überlässt. „Es gibt nicht Schwarz oder weiß“ war ihre Grundhaltung, das Siedlungen auf Grund und Boden der Palästinenser gebaut wurde ließ sie nicht gelten.</p>
<figure id="attachment_3614" aria-describedby="caption-attachment-3614" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3614" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3614" class="wp-caption-text">das Flüchtlingslager Shua`fat, wurde hinter die Mauer &#8222;gelegt&#8220;</figcaption></figure>
<p>Das Land gehörte keinem und ist deshalb zu Staatsland erklärt worden. Sie räumte ein, dass die Behandlung der Palästinenser durch die Stadtverwaltung (so gut wie keine Müllabfuhr zum Beispiel) in vielen Dingen unzureichend ist, glaubt aber, dass die Situation in vergleichbaren arabischen Städten in Syrien und dem Irak ähnlich sind. Es wurde in der Diskussion schnell deutlich, dass den jüdischen Bewohnern dieser Stadt, die Situation der Palästinenser mehr oder wenigen egal ist. Manchmal klang bei Michal auch ein bisschen durch wie „die sind auch mit Schuld an ihrer Situation“, denn würden sie sich bei Wahlen zum Stadtparlament beteiligen, könnten sie mehr mitbestimmen, denn fast 45% der Bewohner von Jerusalem sind Palästinenser. Im Gegensatz zu Roni Hammermann, fiel es Michal ziemlich schwer klare Positionen zu beziehen. Reagierte dann, wenn sie sich in eine Ecke getrieben fühlte &#8211; auch ein wenig verständlich &#8211; mit &#8222;Ausflüchten&#8220;: &#8222;kümmert ihr euch denn genauso intensiv auch um den Konflikt in Somalia?&#8220;<br />
Wir kamen dann auf die Straßenbahn zu sprechen, auch ein Politikum, wie ich es in früheren Blogberichten bereits beschrieben habe. Nach Auffassung von Michal fördert dieses Verkehrsmittel die Gemeinsamkeit zwischen den beiden Gruppen.</p>
<figure id="attachment_3615" aria-describedby="caption-attachment-3615" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3615" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3615" class="wp-caption-text">Endhaltestelle im Osten der Stadt</figcaption></figure>
<p>Wir sind am Nachmittag mit einer kleinen Gruppe, nachdem wir die berühmten <a href="http://www.israelmagazin.de/israel-orte/jerusalem/chagall-fenster-hadassah" target="_blank" rel="noopener">Chagall-Fenster</a> besichtigt hatten, mit der Straßenbahn von der einen Endhaltestelle im Westen der Stadt, zur Endhaltestelle im Osten gefahren. Insgesamt haben 4-5 Palästinenser/innen gesehen, die sich dazu augenscheinlich nicht besonders wohl fühlten.</p>
<p>Der größte Teil der Gruppe hat am heutigen Nachmittag die zentrale Holocaust-Gedenkstätte der Israelis<a href="http://www.yadvashem.org/de/node/53076" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Yad Vashem&#8220;</a> besucht. Yad Vashem (hebräisch יד ושם für „Ort/Denkmal und Name“) erhielt seinen Namen nach Jes 56,5 EU: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“<br />
An Yad Vashemvielen Orten auf einem großen Gelände wird das Unmögliche versucht: an ein unfassbares Verbrechen zu erinnern, etwas zu sagen ohne alles zu zeigen. Auf meine Frage am Abend, an ein Gruppenmitglied, was er spürt, wenn an den Besuch der Gedenkstätte denkt: &#8222;eine große Traurigkeit&#8220;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>O Gott das Herz ist voller Bitterkeit, lass es nicht zu Hass werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, das Herz ist voller Leid, lasse es nicht zu Rache werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, die Seele ist voller Ängste, lasse es nicht Wut werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, der Körper ist müde, lasse es nicht zu, dass die Müdigkeit sich in Verzweiflung umwandelt.</em></p>
<p><em>Oh Gott, Glaube ist Liebe, Glaube ist Verzeihung, Glaube ist Einsicht.</em></p>
<p><em>Oh Gott, lasse nicht zu, das mein Glaube stirbt.</em></p>
<p>Von Feisal al Husseini (1940-2001:Er war der höchste Vertreter der PLO in Jerusalem und galt als heimlicher Bürgermeister Ostjerusalems)</p>
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		<title>Am „Nakba-Tag“ 2016 im Jerusalemer Flüchtlingscamp: Shu`fat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2016 06:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Nakba]]></category>
		<category><![CDATA[shu`fat]]></category>
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					<description><![CDATA[Als ich 2012 zum ersten Mal für längere Zeit in Palästina war, habe ich den Begriff „die Nakba“ zum ersten Mal gehört. Er meint übersetzt, die „Katastrophe“ und erinnert an jedem 15 Mai an Flucht <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/am-nakba-tag-2016-im-jerusalemer-fluechtlingscamp-shufat/" title="Am „Nakba-Tag“ 2016 im Jerusalemer Flüchtlingscamp: Shu`fat">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich 2012 zum ersten Mal für längere Zeit in Palästina war, habe ich den Begriff „die Nakba“ zum ersten Mal gehört. Er meint übersetzt, die „Katastrophe“ und erinnert an jedem 15 Mai an Flucht und Vertreibung von mehr als 700.000 Araber während der israelischen Unabhängigkeitskrieg 1947-1949.</p>
<figure id="attachment_3037" aria-describedby="caption-attachment-3037" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3037" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-200x300.jpg" alt="das aktuelle Aktionsplakat 2016" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption id="caption-attachment-3037" class="wp-caption-text">das aktuelle<br />Aktionsplakat 2016</figcaption></figure>
<p>Der Tag des 14. Mai 1948 sah den Abzug der letzten britischen Truppen aus Palästina und gleichzeitig die Gründung des Staates Israel. In den Monaten vor und nach diesem Tag (Dezember 1947 bis Dezember 1948) wurden vom israelischen Militär rund 750,000 – 800,000 Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat in die Nachbarländer vertrieben und zu Flüchtlingen gemacht. Sie haben ihr Land nicht freiwillig verlassen, wie es die israelische Regierungspropaganda der Welt jahrelang vortäuschte. Sie wurden zu einem großen Teil gezwungen – durch Einschüchterung, Drohungen, Terror, Vergewaltigungen, Tötungen, Massaker (u.a. Deir Yassin, Dawazmeh, Tantura) – Hals über Kopf zu fliehen: Aus 531 Dörfern und 11 Städten, unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gut: 296,000 ha Landes mit Feldern, Olivenhainen und Zitrusplantagen, 73,000 Wohnräumen, 7,800 Läden und Werkstätten, ihres Bestands an Vieh und Landwirtschaftsgeräten, ihrer gesamten Bankguthaben im Werte bis zu 5 Millionen palästinensischen Pfunds. Mehr als palästinensische 500 Dörfer wurden in Israel anschließend zerstört.</p>
<p>Während die Israelis am vergangenen Donnerstag ihren Unabhängigkeitstag (Independence Day“ ) gefeiert haben, begehen die Palästinenser am heutigen 15. Mai nun schon zum 68. Mal den Tag an dem der Katastrophe, der &#8222;Nakba&#8220;, an ihre Vertreibung gedacht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus nachvollziehbaren Gründen habe mich heute in das Jerusalemer „Flüchtlingslager“ Shuh`fat begeben<em>.</em></p>
<figure id="attachment_3038" aria-describedby="caption-attachment-3038" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3038" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-300x225.jpg" alt="das Camp liegt hinter einer 8 m hohen Mauer Jerusalem ist geteilt, wie einst Berlin" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3038" class="wp-caption-text">das Camp liegt hinter einer 8 m hohen Mauer<br />Jerusalem ist geteilt, wie einst Berlin</figcaption></figure>
<p><em>Shu&#8217;fat ist </em><em>kein Camp oder Lager wie man es sich vorstellt. Es ist ein Ort der über die </em><em>Jahre zur Stadt gewachsen ist. Das Camp wurde 1965 etabliert und ist für ca. 3&#8217;000 Menschen gebaut worden. Heute hat Shu&#8217;fat ca. 40&#8217;000 Einwohner, davon sind 12&#8217;500 offiziell als Flüchtlinge registriert, Schätzungen gehen jedoch bis auf 20&#8217;000. Tatsächlich wohnen tausende Menschen nicht als Flüchtlinge in diesem Ort, sondern sind &#8222;freiwillig&#8220; dorthin gezogen, es ist schlicht der einzige Ort in Jerusalem den sich die Leute noch leisten können.</em></p>
<p><em> </em></p>
<figure id="attachment_3039" aria-describedby="caption-attachment-3039" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3039" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-300x200.jpg" alt="Shu&#96;fat &quot;erstickt&quot; im Müll" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3039" class="wp-caption-text">Shu`fat &#8222;erstickt&#8220; im Müll</figcaption></figure>
<p><em>Der Stadtteil ist dementsprechend überbevölkert und sprengt die ganze Infrastruktur. Durch die stetige Migration und durch den Familienzuwachs wurden viele neue Häuser gebaut oder vergrössert. Da es für die Palästinenser fast unmöglich ist eine Baubewilligung zu bekommen wurde einfach gebaut, daher haben viele Wohnblöcke und Wohneinheiten einen Abrissbefehl da diese als illegal deklariert wurden. Für solche die sich für den legalen Weg entscheiden wird es eine reine Vermögensfrage, denn die meisten Familien können sich keine Baubewilligung leisten. Allein die Beantragung einer Bewilligung kostet etwa 50&#8217;000 Dollar, wird der Antrag zurückgewiesen, ist das Geld verloren.  </em>(aus <a href="http://westbank-calling.blogspot.co.il/p/shufat-fluchtlingslager-refugee-camp.html" target="_blank">westbank-blog</a>, hier könnt ihr auch weitere Fotos ansehen)</p>
<p>Das Camp erreicht man mit der Palästinensischen Buslinie 207 vom Damaskustor. Das</p>
<figure id="attachment_3040" aria-describedby="caption-attachment-3040" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3040" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-300x200.jpg" alt="in direkter Nachbarschaft: jüdische Siedlung" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3040" class="wp-caption-text">in direkter Nachbarschaft (hinter der Mauer):<br />jüdische Siedlung</figcaption></figure>
<p>Lager (der Stadtteil) wirkt auf mich total schmutzig, wie ihr in dem von mir verlinkten Westbank-Blog lesen könnt, gibt es hier weder Müllabfuhr, keine Straßenreinigung, keine Polizei. Insgesamt macht das „Lager“ auf mich den Eindruck als seien die Bewohner von jeder staatlichen Ordnung verlassenen auf sich allein gestellt. Natürlich gibt es dort auch die Gebäude der UNWRA der UN-Behörde für die Palästinensischen Flüchtlinge. Die Personen die einem begegnen wirken – im Gegensatz zu den Menschen beispielsweise in Bethlehem oder</p>
<figure id="attachment_3044" aria-describedby="caption-attachment-3044" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3044" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-300x225.jpg" alt="Karikatur im Flüchtlingslager in Betlehem (Dheishe)" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3044" class="wp-caption-text">Karikatur im Flüchtlingslager in Betlehem (Dheishe)</figcaption></figure>
<p>Ramallah &#8211; abweisend, oft aggressiv. Besonders Kinder sind mir gegenüber oft distanzlos, ja sie betteln und reagieren gereizt, aggressiv, wenn ich ihre Wünsche nach Schekel nicht erfülle. Ich sah einen Mopedfahrer, der mit &#8222;irrer Geschwindigkeit durch die schmale Straße fuhr, dabei ein junges Mädchen anfuhr, kurz hielt&#8230;und dann weiter fuhr. Ich versuchte das Mädchen zu fragen ob sie sich verletzt habe, sie aber ging, humpelt, und weinet weiter. Alles in allem eine schreckliche Situation in diesem Camp. Alle wissen, dass gerade die Flüchtlingslägern oft die &#8222;Geburtsstätten&#8220; von Hass und Gewalt sind. Bei allem Respekt vor den Menschen und Organisationen die sich hier um die Menschen bemühen, es müsste jedoch viel, viel mehr geschehen.</p>
<figure id="attachment_3036" aria-describedby="caption-attachment-3036" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3036" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-683x1024.jpg" alt="Der Schlüssel&quot; als Erinnerung an den Wunsch der Rückkehr gesehen in Abu Dis" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-3036" class="wp-caption-text">Der Schlüssel&#8220; als Erinnerung an den Wunsch der Rückkehr gesehen in Abu Dis</figcaption></figure>
<p>Nachtrag zum Nakba-Tag:<br />
Seit 2012 verbietet, im Übrigen, ein israelisches Gesetz in Israel offizielle Zeremonien zum Gedenken an das palästinensische Flüchtlingsproblem. Wer trotzdem den Nakba-Tag begeht, riskiert die Streichung von staatlichen Förderungsgeldern. Die umstrittene Rechtsprechung hatte einen kontraproduktiven Effekt. Es gibt heute nicht weniger Nakba-Veranstaltungen, sondern mehr.</p>
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