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	<title>Tel Aviv &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Ein Ausflug nach Tel Aviv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 20:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gush Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[Uri Avnery]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-ausflug-nach-tel-aviv/" title="Ein Ausflug nach Tel Aviv">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach Jordanien gemacht hatten, waren wir für eine Nacht auch in Tel Aviv.</p>
<p>Heute nun bin ich auch mal wieder in die von Jerusalem 60 km entfernte Mittelmeermetropole Israels gefahren. Hintergrund dieses Ausflugs: Ellen Rohlfs, eine in der Israel&amp;Palästina-Solidarität sehr bekannte Persönlichkeit und Friedensaktivistin, Autorin einiger Bücher und Schriften und autorisierte Übersetzerin des jüngst verstorbenen israelischen Friedenskämpfer Uri Avnery, hatte mich gebeten Spendengelder für Gush Shalom abzugeben. <a href="http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/ellen_rohlfs.htm" target="_blank" rel="noopener">Mehr zu Ellen könnt ihr hier lesen.</a></p>
<figure id="attachment_4174" aria-describedby="caption-attachment-4174" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-4174" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4174" class="wp-caption-text">Abfahrt der Sherut-Busse ist ganz in der Nähe des Jerusalemer Polizeigefängnisses</figcaption></figure>
<p>So habe ich mich also heute morgen, nachdem ich mal wieder meine Schlafstelle gewechselt habe, dieses Mal war der Umzug („fußläufig“) innerhalb von Jerusalem, von der Dormitio am Zionstor zum Paulushaus am Damaskustor, mit dem Sherut-Kleinbus auf den Weg nach Tel Aviv gemacht. Das Prinzip dieser „Taxi-Busse“ ist ja bekannt und sehr einfach: man wartet bis die 10 Plätze belegt sind, dann geht es los. Für 24 Schekel (etwa 6,-€) ging auf die etwa 45 minütige Fahrt. Tel Aviv empfing mich am zentralen Busbahnhof mit einer doch schwülen Hitze von mehr als 25 Grad. Bemerkenswert und auf den ersten Blick zu sehen war, dass hier um den Busbahnhof wohl eine Wohngegend ist, in der hauptsächlich Schwarz-Afrikanern wohnen. Diesen begegnet man in Jerusalem doch höchst selten, sieht man einmal von den äthiopischen Christen ab. Ganz selten sah ich hier orthodoxe Juden. Dafür aber jede Menge elektro-Fahrräder. Wobei man hier die Ausführung liebt, Kleinfahrrad aber mit gehörigem Speed. Die meisten fahren mit einem helm, den wir bei uns von den Motorrädern her kennen.</p>
<figure id="attachment_4175" aria-describedby="caption-attachment-4175" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4175" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4175" class="wp-caption-text">Tel Aviv eine Fahrradstadt<br />Aber Fußgänger müssen vorsichtig sein..die kommen meist mit ganz schönem Speed daher</figcaption></figure>
<p>Um 15 Uhr traf ich Adam Keller. Er wurde mir von Ellen Rohlfs als Vertreter der Friedensorganisation Gush Shalom benannt. Ich hatte ja vor einigen Tagen schon einmal,  im Zusammenhang mit Demonstrationen hier in Israel gegen die aktuellen israelischen Angriffe im Gazastreifen, kurz etwas zu dieser Organisation geschrieben, die in deutsch mit „Friedensblock“ übersetzt werden kann.</p>
<p>Schaut man ins Internet so findet man u.a. einen Beitrag aus dem Jahre 2005:</p>
<p><strong><em>&#8222;Ich träume von dem Tag, an dem Palästinenser und Israelis von Unserem Jerusalem sprechen werden und dabei sowohl das der Israelis als auch das der Palästinenser meinen werden.&#8220;</em></strong><em><br />
</em>Mit diesen Worten unterstützte Faisal Husseini, der verstorbene Führer der Palästinenser in Jerusalem 1995 eine Aktion der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom. Mit zwei Straßenschildern, die jeweils auf West- bzw. Ostjerusalem zeigten und mit ihren Aufschriften &#8222;Westjerusalem &#8211; Hauptstadt Israels&#8220; und &#8222;Ostjerusalem &#8211; Hauptstadt Palästinas&#8220; die Hoffnungen auf zwei souveräne, friedliche Staaten mit geteiltem Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten ausdrückten, kämpfte die Friedensbewegung für gegenseitige Verständigung und Anerkennung. diesen Kampf führt sie noch heute.<br />
Gush Shalom steht seit ihrer Gründung 1992 für eine Annäherung beider Völker und einen dauerhaften Frieden zwischen zwei souveränen Staaten. Der innere Kreis von Gush Shalom umfasst an die 100 Aktive, die Zahl der Mitglieder liegt bei 1.500. Unterstützt werden sie sowohl aktiv als auch passiv von einigen Tausend Menschen weltweit.</p>
<figure id="attachment_4176" aria-describedby="caption-attachment-4176" style="width: 248px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-4176" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg" alt="" width="248" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg 248w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery.jpg 458w" sizes="(max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption id="caption-attachment-4176" class="wp-caption-text">Uri Avnery, gestorben im August 2018</figcaption></figure>
<p>Das wohl bekannteste Gründungsmitglied, <a href="http://www.uri-avnery.de" target="_blank" rel="noopener">Uri Avnery</a>, jahrelanges Mitglied der Knesset, israelischer Publizist und Friedenskämpfer, ist in Deutschland durch seine Auszeichnung mit dem Aachener Friedenspreis 1997 und zahlreichen Publikationen und Interviews bekannt. In Israel gehörte er zu den ersten Israelis, die den Kontakt mit Palästinensern und ihrer Vertretung, der PLO, suchten. Unabhängig von politischen Parteien und anderen politischen Gruppierungen steht Gush Shalom für gegenseitige Anerkennung der beiden Völker, ein Ende der israelischen Besatzungspolitik und einen unabhängigen souveränen Staat Palästina, mit der Anerkennung der PLO als Vertretung des palästinensischen Volkes und innerhalb der Grenzen von vor 1967.</p>
<figure id="attachment_4177" aria-describedby="caption-attachment-4177" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4177" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4177" class="wp-caption-text">Adam Keller, heute in Tel Aviv</figcaption></figure>
<p>Nun traf ich in der Nähe des Busbahnhofs Adam Keller, von dem ich erst jetzt, zurückgekehrt ins Paulushaus durch eine Mail meines Berliner Freundes Christian erfuhr, das Adam der Sprecher von Gush Shalom ist (oder zu mindestens einmal war). Christian hatte mit Anderen im Jahre 2011 die Palästina-Israel-Zeitung herausgebracht. In der ersten Ausgabe stand ein Interview (auf Seite 2), das Johannes Zang mit Adam Keller geführt hat. <a href="http://www.palaestina-israel-zeitung.de/downloads/2011-Palaestina-Israel-Zeitung-00.pdf" target="_blank" rel="noopener">Hier ist der Link zu dieser ersten Ausgabe.</a> Auch wenn die Zeitung nun schon vor 7 Jahren erschienen ist, haben dass Interview mit Adam Keller, aber auch die anderen Beiträge, nichts von Ihrer Bedeutsamkeit eingebüßt</p>
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		<title>Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden (Rosa Luxemburg)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2015 20:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diesseits und Jenseits des Jordans - Gruppenfahrt Herbst 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute am Abreisetag der Gruppe sind wir in der Frühe noch über den Rothshild-Boulevard auf dem einige Häuser im berühmten &#160; „Bauhaus-Stil“ stehen in den 30 iger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Ruf Tel Avivs <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/freiheit-ist-immer-auch-die-freiheit-der-andersdenkenden-rosa-luxemburg/" title="Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden (Rosa Luxemburg)">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute am Abreisetag der Gruppe sind wir in der Frühe noch über den Rothshild-Boulevard auf dem einige Häuser im berühmten</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2603" aria-describedby="caption-attachment-2603" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/weiße-Häuser2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2603" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/weiße-Häuser2-300x200.jpg" alt="Rothshild-Boulevard" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/weiße-Häuser2-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/weiße-Häuser2-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2603" class="wp-caption-text">Rothshild-Boulevard</figcaption></figure>
<p>„Bauhaus-Stil“ stehen in den 30 iger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Ruf Tel Avivs als „Weiße Stadt“ begründeten.</p>
<p>Auf dem Boulevard hat auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ihr Büro, wir waren dort zu einem Gespräch mit Tsafrir Cohen, dem Büroleiter, verabredet.</p>
<p><em>Die Tätigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Israel ist vorrangig auf die Unterstützung demokratischer Komponenten der Zivilgesellschaft ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht alternative Bildungsarbeit, basierend auf demokratischen Werten, den Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, der Gewaltlosigkeit und der friedlichen regionalen wie internationalen Kooperation.</em> (der Webseite entnommen)</p>
<p>Die Stiftung arbeitet seit 2002 mit Projektpartnern im Land</p>
<figure id="attachment_2604" aria-describedby="caption-attachment-2604" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/safrir.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2604" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/safrir-300x225.jpg" alt="Safrir Cohen" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/safrir-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/safrir-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2604" class="wp-caption-text">Tsafrir Cohen</figcaption></figure>
<p>zusammen und eröffnete im März 2009 ein Büro in Tel Aviv. Unter anderen unterstützt die Stiftung auch die Arbeit des Museums der Getto-Kämpfer die wir am 2. Tag unserer Reise besucht hatten.<br />
Im Gespräch mit Tsafrir hatten wir, vor dem Hintergrund unserer vielfältigen Erlebnisse in den letzten 10 Tagen, die neben den schon bestehenden Fragen viele Neue hinzugefügt haben bot das Gespräch für uns die Möglichkeit der notwendigen „Verarbeitung“ und „Einordnung“</p>
<p>Von den vielen Aussagen Tsafrir`s habe ich für mich festgehalten:</p>
<p>Israel ist keine „europäische Insel“ sondern ein Teil des Nahen Ostens.</p>
<p>Israel muss mit der Hamas sprechen. Früher wurde nicht mit der PLO gesprochen das hat zur Bildung der Hamas geführt. Weigert sich Israel mit den Hamas zu sprechen kommen bald andere (möglicherweise noch radikalere) Gruppen.</p>
<p>Europäische Maßstäbe können nicht immer auf die arabischen Staaten übertragen werden.</p>
<p>Aus Sicht Tsafrir`s ist der Konflikt eher im Nationalismus begründet als in der Religion. Er sieht zum Beispiel in dem erbitterten Streit um den Tempelplatz (mit der Al Aqza Moschee und dem Tempel-Dom) eher das Ausnutzen von Symbolen.</p>
<p>Für ihn ist es im Zusammenhang mit der Verwirklichung der zwei Staatenlösung „fünf nach zwölf“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tsafrir selbst hatte vor einigen Tagen in einem Interview mit dem DLF zu den aktuellen Anschlägen in diesen Tagen von einer &#8222;Entrechtung der Palästinenser&#8220; und einer &#8222;fortwährende Besatzung der Palästinensergebiete&#8220; gesprochen. Das gesamte Interview habe ich unter <a href="http://marius-blog.de/ost-jerusalem-wird-immer-staerker-judaisiert/" target="_blank">Gastbeiträge</a> gespeichert. Dort findet man auch einen <a href="http://marius-blog.de/der-tempelberg-das-herzstueck-des-konflikts/" target="_blank">aktuellen Beitrag</a> – ebenfalls vor dem Hintergrund der massiven Ausschreitungen von Judith Bernstein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Morgen werde ich noch einen abschließenden Beitrag zur Gruppenfahrt schreiben.</p>
<p>Da ich selbst noch für etwas mehr als zwei Wochen im Lande bleibe, werde ich ab dem 17. Oktober unter der der Rubrik &#8222;auf den Spuren des Abrahams&#8220; weiter in diesem Blog berichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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