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	<title>Yad Vashem &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Mit dem öffentlichen Personennahverkehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2023 21:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[American Colony Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
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		<category><![CDATA[Öffentlicher Nahverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatten wir kein festes Programm geplant, jeder/jede konnte selbst entscheiden, was gemacht wird. Die meisten der Gruppe entschieden sich für einen Besuch in der Gedächtnisstätte Yed Vashem. Johannes ist mit mir zu den Chagall-Fenstern <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/mit-dem-oeffentlichen-personennahverkehr/" title="Mit dem öffentlichen Personennahverkehr">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Heute hatten wir kein festes Programm geplant, jeder/jede konnte selbst entscheiden, was gemacht wird. Die meisten der Gruppe entschieden sich für einen Besuch in der Gedächtnisstätte Yed Vashem. Johannes ist mit mir zu den Chagall-Fenstern im Hadassa-Krankenhau gefahren über die ich schon mehrfach berichtet habe. Zum Mittag haben wir uns am Jerusalemer Markt getroffen gegen 17 Uhr sind wir gemeinsam bis zum Checkpoint 300 gefahren. Heute am Vorabend des Beginns des Ramadans war die Spannung und Vorfreude der muslimischen Bevölkerung gleichzeitig zu spüren. Der Andrang auf den 234 Bus der uns bis zum Checkpoint bringen sollte war wirklich enorm. Mit Mühe kamen wir in den Bus.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5272" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0F94F031-7456-4765-8C92-A2EEDAD28CBC-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Abfahrt man Morgen</figcaption></figure>



<p>Zum Abend haben wir uns dann zum Abschiedsessen in dem Restaurant Bon Jour unterhalb der Bethlehemer Universität getroffen. Teilgenommen haben auch Daoud Nasser mit seine Frau Jihan.</p>



<p>Wie gestern haben wir auch heute keinen Bus zur Verfügung und haben uns mit dem ausschließlich im ÖPNV bewegt, Wenn man sich hier auf den öffentlichen Personennahverkehr verlassen muss, sind eben auch alle möglichen Hindernisse einzuplanen. Das fängt damit an, wann kommt der Bus. Heute kam er ziemlich genau 15 Minuten später an unsere Haltestelle. Dann mussten wir am Checkpoint lange warten, zum einen, weil such die Kontrolleure der Soldaten und privater Sicherheitsdienste, einfach viel Zeit lassen. Dann wurden die Papiere eines Palästinensers&nbsp;&nbsp;&nbsp;och langwierig untersucht. Für die gleiche fahrt wie gestern zum Damaskus Gate brauchen wir heute eine halbe Stunde länger.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5273" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0E26C3E8-E842-451D-91EC-26023AB826BE-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Nicht so einfach eine Fahrkarte zu ziehen</figcaption></figure>



<p>Dann brauchten wir sehr lange, bis wir das System der J<a href="https://www.itraveljerusalem.com/de/ent/jerusalem-light-rail/" data-type="URL" data-id="https://www.itraveljerusalem.com/de/ent/jerusalem-light-rail/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erusalemer Verkehrsbetriebe </a>bezüglich der Fahrkarten verstanden haben. Man kann die Fahrkarte nur am Automat ziehen, es ist kein Barkauf einer Fahrkarte möglich, wobei es notwendig ist, erst eine (Basis-) Karte für 5 Schekel zu ziehen, auf die man dann weitere Schekel lädt, mit denen man sich dann auf die Fahrt begeben kann. Leider hat das aufladen bei einem aus unserer Gruppe nicht geklappt, er ist also „schwarz“ prompt wurde er kontrolliert, musste etwa 180 Schekel (etwas mehr als 40,-€) Strafe zahlen. Überhaupt wird hier ständig kontrolliert, es vergeht keine Fahrt ohne Kontrolle. Bei der Rückfahrt im Bus vom Hadassah-Krankenhaus, hatte ich auf meiner Karte einen Schekel zu wenig, was beim Elektronischen checken im Bus ein rotes Signal auslöste. Nervös wegen der Befürchtung durch einen Kontrolleur bestraft zu werden, habe ich mich im Bus an einen jungen Medizinstudenten gewandt. Er konnte über eine App meine Karte aufladen, so dass ich damit eine gültige Fahrkarte besaß.</p>



<p>Eine kleine, aber wichtige Erkenntnis: die Fahrkarte gilt sowohl für die (West-) als auch für die Ost-Jerusalemer Verkehrsbetriebe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5281" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DD6113A7-4C8D-40ED-B977-3FB7B62CCC60-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">letztes Abendessen mit Daoud und Jihan</figcaption></figure>



<p>Heute ging durch die Medien die Nachricht die rechtsreligiöse Regierung von Ministerpräsident&nbsp;<a class="" rel="noreferrer noopener" href="https://www.zeit.de/thema/benjamin-netanjahu" target="_blank">Benjamin Netanjahu</a>&nbsp;in Israel hatte angekündigt, neun Siedlungen im besetzten&nbsp;<a class="" rel="noreferrer noopener" href="https://www.zeit.de/thema/westjordanland" target="_blank">Westjordanland</a>&nbsp;nachträglich zu legalisieren. Hierzu hat die Bundesregierung heute eine Erklärung abgegeben, die ich hier veröffentliche </p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><br><strong>Anlässlich der Änderungen im sogenannten israelischen Rückzugsgesetz&nbsp;erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts heute (22.03.):</strong><br><img decoding="async" src="https://www.auswaertiges-amt.de/static/appdata/includes/newsletter/quote-marks.png" alt="logo">Israel hat entschieden, den 2005 beschlossenen Rückzug aus vier Siedlungen im nördlichen Westjordanland teilweise aufzuheben. Die Bundesregierung ist hierüber sehr besorgt.&nbsp;Das sogenannte&nbsp;Disengagement Law&nbsp;wurde 2005 verabschiedet, um den Rückzug aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes festzuschreiben. Mit der nun beschlossenen Änderung werden diejenigen Artikel gestrichen, die israelischen Siedlerinnen und Siedlern den Zugang zu vier geräumten Siedlungen (Ganim, Kadim, Sa-Nur und Homesh) untersagt hatten.<br><br>Die nun erfolgte Anpassung stellt einen gefährlichen Schritt hin zu möglichen erneuten Siedlungsaktivitäten dar. Dies droht die ohnehin angespannte Sicherheitslage im Westjordanland weiter zu verschärfen. Die Entscheidung steht im Widerspruch zu der Absicht der erst am vergangenen Sonntag erfolgten Einigung zwischen Israel und den Palästinensern, für einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten auf unilaterale Schritte zu verzichten. Das&nbsp;Disengagement Law&nbsp;war zudem Teil eines größeren, international verhandelten und garantierten Rückzugs aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes. Die Einhaltung einmal gemachter Zusagen ist auch eine Frage vertraglicher Verlässlichkeit.<br><br>Die Haltung der Bundesregierung zum israelischen Siedlungsbau bleibt unverändert. Diese sind völkerrechtlich illegal und gefährden zukünftige einvernehmliche Verhandlungen für einen Frieden und ein Leben in Sicherheit und Würde sowohl von Israelis wie Palästinensern in der Region.</td></tr></tbody></table></figure>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5277" width="566" height="755" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/56838CDF-327E-4891-9164-DA3CED00FC6C-2-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vorfreude auf die morgen beginnende Fastenzeit der Muslime: dem Ramadan  </figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Bestimmte Dinge kann ich nicht tun,&nbsp;<br>weil ich danach nicht mehr in der Lage sein würde,&nbsp;<br>mit mir zusamm</em>enzuleben (Martin Buber)</p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&#160;&#160;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&nbsp;&nbsp;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil von Jerusalem total gewandelt. Nicht nur das die Stadtfläche nach Osten, aber auch im Süden und Norden durch die Errichtung neuer jüdischer Stadtteile (Siedlungen) ausgeweitet wurde, auch in den Grenzen des bisherigen Ost-Jerusalem wurde durch neue jüdische Siedlungen ein gleicher „Flickenteppich“ geschaffen, wie wir ihn in der Westbank vorfinden. Ich verweise hier, wie schön des Öfteren, auf meine bisherigen Berichte zu dieser Thematik, zu finden unter den Links zu Beginn des Berichtes.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4328" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf Ostjerusalem</figcaption></figure>



<p>Am späten Vormittag haben wir&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/node/50323">Roni Hammermann</a>getroffen. Sie ist Mitbegründerin der jüdischen Menschenrechtsgruppe&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/about">„Machsom Watch“</a>. „Machsom“ heißt übersetzt Checkpoint. Auch sie habe ich schon öfters mit meinen Gruppen getroffen und entsprechend über die Arbeit dieser Frauengruppe berichtet. Auch hier verweise ich auf die genannten Link.</p>



<p>Wenn ich aber dennoch an dieser Stelle, von ihren Erzählungen berichte, hat das vor allem auch damit zu tun, dass mich, aber auch die ganze Gruppe, die heute von ihr berichteten Beispiele dermaßen bewegt, ja geradezu erschüttert haben, dass ich sie hier in meinem Tagesbericht aufschreiben „muss“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>Roni Hammermann</figcaption></figure>



<p>Grundsätzlich hat Roni betont, dass sie glaubt das dieses ganze Bewilligungssystem um ein Visum zu bekommen, dass es den Palästinensern ermöglicht, den Checkpoint zu passieren, lediglich dazu dient, die Palästinenser zu kontrollieren. Ihre Gruppe hat sich den ganzen Vorgang von Antragstellung (bei stundenlangem Anstehen), der Bewilligung und dann das Durchlaufen der Checkpoints angeschaut und ist durch das eigene Erleben zu dem Schluss gekommen, das hier nur um Schikane geht. Die Benennung das es mit Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu tun habe, kann Roni nicht verstehen. Es gäbe soviel Möglichkeiten, illegal über die Grenzen zu kommen, und davon wissen die israelischen Verantwortlichen, das der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden kann.</p>



<p>Sie berichtete von Vorfällen am Checkpoint Qalandia, dem größten Checkpoint der fast 50 Checkpoints an der Grenze zwischen Israel und Palästina. Er befindet sich auf dem Weg von Ramallah nach Jerusalem und wird täglich von bis zu 10.000 Palästinenser/innen passiert. Hier kommen oft Menschen zum Checkpoint, die aus Gaza kommend in der Westbank im Krankenhaus behandelt werden. Wenn siue dort entlassen werden brauchen sie für den Transfer durch Israel (etwa 70-80 km) ein Visum. Dieses können sie erst am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle am Checkpoint beantragen. Gleichzeitig muss von dieser Behörde ein Taxi organisiert werden, dass diesen Transfer durch Israel sicherstellt. Roni hat es oft erlebt, dass wegen der schwerfälligen Bearbeitung dieser einzelnen Vorgänge, die Verwaltung schließt und diese oft noch schwachen, gerade aus dem Krankenhaus entlassene Menschen zurück geschickt werden mit den Worten: „Ihr müsst morgen wieder kommen“. Diese Menschen sind dort meist ohne Verwandte, zu denen sie gehen könnten, haben oft aber gar kein Geld, können sich keinen Hotelaufenthalt leisten. Das wissen die Verantwortlichen am Checkpoint ganz genau, sagt Roni, aber es beeinflusst ihre Entscheidung nie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-4330" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-768x511.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Qalandia-Checkpoint</figcaption></figure>



<p>Ein anders Beispiel: Ein Vater kommt mit seinem 5jährigen Sohn, der drei Mal in der Woche, zur Nierendialyse von Nablus über den Checkpoint Qalandia, durch Jerusalem nach Hebron im Süden der West fahren muss. Insgesamt mehr als vier Stunden Fahrzeit für eine Strecke. Nun wurde dem Vater vermittelt, dass sein Visum abgelaufen sei, er nicht durch die Kontrolle könne. Roni: „vor drei Tagen war er noch sicher, jetzt ist er es nicht mehr“. Er müsste mit seinem arg geschwächten Kind mehr als 3 Stunden warten, bis einer aus der Familie kam, der ein gültiges Visum hatte und den Jungen begleiten konnte. „Es gibt Situationen, da könnte man nur noch weinen“, sagt Roni. Es ist das System,&nbsp;&nbsp;dass die Menschen in Palästina zermürben soll.&nbsp;</p>



<p>Wegen dieser Willkür an den Checkpoints (auch die „fliegenden“ gehören dazu) , kommen sie alle zu spät: Lehrer, Ärzte, Schuler, Arbeiter, und verlieren nicht selten ihre Arbeit. „Man kann nur sagen wann man abfährt, wann man ankommt, entscheidet die Besatzungsmacht“, so Roni.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/images.jpg" alt="" class="wp-image-4331" width="593" height="332"/><figcaption>&#8222;alles unter Kontrolle&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nachdem die Gruppe „Machsom Watch“ zunächst nur an den Checkpoint beobachtet hatte, alles was beobachtet wird, wird auch in Berichten festgehalten, hat man sich recht schnell auch um die Palästinenser „gekümmert“, die vor ihren Augen am Checkpoint festgenommen und inhaftiert wurden. Es wurde die Beobachtung der Gruppe auf die Anhörungen an den Militärgerichten ausgeweitet. Sie erzählte von einem normalen Fall wo ein 14 jähriger Junge (meist mitten in der Nacht)&nbsp;&nbsp;aus seiner Familie geholt wird. Er wird in der Regel in eine Polizeistation nach Israel gebracht. Dort wird er (ohne das seine Eltern oder zum Beispiel eine Sozialarbeiterin dabei ist vernommen, dabei auch nach seinen besten Freunden gefragt. Wenn er sie nennt, sind es meist die Nächsten die zu Nachtzeiten abgeholt werden. In der gerichtlichen Anhörung später sind dann Richter, Staatsanwalt, Anwalt und Schreibkraft anwesend. Es wird ihm dann der Vorwurf unterbreitet, dass&nbsp;&nbsp;er in einem Zeitraum (zum Beispiel) vom 1. bis 24. Dezember Steine geworfen haben soll. Solche „Zeitvorwürfe“ würden regelmäßig gemacht. Wie soll man auf solch pauschalen Vorwürfen als Verteidiger reagieren, fragte uns Roni? Wie kann dann konkret ein Alibi benannt werden? Weitere solch pauschaler Vorwürfe sind „Mitglied einer verbotener Gesellschaft“, was macht man sich zu schulden, wenn man in einer „Koran-Lesegruppe“ ist oder in einer Studentenverbindung?</p>



<p>Auf unsere Frage wie denn ihre Mitmenschen in Israel auf ihr Engagement und vor allem auf ihre Berichte reagieren würden sagte sie uns, die Meistens wollen es gar nicht hören, einige sagen mir du lügst, einige Andere beschimpfen sie oder es kommt auch vor das sie (auch von „Freunden“) gemieden wird.</p>



<p>Die Art und Weise, wie uns Roni ihre Erlebnisse und Meinung „ungeschminkt&#8220; und mit einer Klarheit und Vehemenz vortrug, hat alle die zugehört haben, sehr beeindruckt.</p>



<p>Roni Hammermann, die für Ihr Engagement 2008 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen hat, begründet ihr unermüdliches Engagement für die Menschenrechte mit den Erlebnissen ihrer eigenen Familie, die zum Teil in Auschwitz ermordet wurden. &#8222;Ich kann nicht mehr schweigen!&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4332" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drei der 12 Chagall-Bilder in der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses
von links nach rechts: Naphtali, Josef und Benjamin</figcaption></figure>



<p>Geprägt von diesem Gespräch hat ein Teil der Gruppe den nicht leichten Gang zum Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gemacht. Ein kleiner Teil der Gruppe, die&nbsp;Gedenkstätte schon früher besucht hatte, ist mit mir ins nahegelegene Hadassah-Krankenhaus gefahren wo in einer dem Krankenhaus angeschlossenen Synagoge, zwölf Fenster von Chagall mit Motiven der 12 Stämme Israels bemalt wurden.&nbsp;<em>„Dies ist mein bescheidenes Geschenk an das jüdische Volk, das immer von biblischer Liebe, Freundschaft und Frieden unter den Völkern geträumt hat. Dies ist mein Geschenk an dieses Volk, das hier vor tausend Jahren in mitten anderer semitischer Völker gelebt hat.“ (</em>Marc Chagall 1962 zur Fertigstellung der Fenster)</p>



<p>Anschließend bin ich mit der kleinen Gruppe mit der Straßenbahn die ganze Strecke von der Endhaltestelle Herzlberg im Süden zur anderen Endhaltestelle Norden, Heil Ha-Avir. Ich hatte schon mehrmals von der besonderen „politischen“ Rolle der Straßenbahn geschrieben. Mit dem palästinensischen Bus 231 haben wir uns dann vom Damaskus Tor bis nach Beit Jala fahren lassen.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong>﻿</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>
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		<title>&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 18:46:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/morgenstund-hat-gold-im-mund/" title="&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie die Juden ihn nennen) oder eben „Al Haram al Scharif“ – zu Deutsch „das edle Heiligtum“, wie ihn die Muslime nennen, zu geraten. Schon durch diese verschiedene Namensbezeichnung kann der Leser/die Leserin schon erahnen, das auch der wunderschöne Platz mit dem Tempeldom und der al Aksa-Moschee, zu einem besonderem Streitpunkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gehört. Auch über diesen Konflikt habe ich schön mehrmals geschrieben, wie gewohnt kann der Leser/die Leserin sich mit dem Link am Anfang des Blogberichtes diese Beiträge lesen.</p>
<p><figure id="attachment_3612" aria-describedby="caption-attachment-3612" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3612" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3612" class="wp-caption-text">Beterin am Tempeldom</figcaption></figure></p>
<p>Die frühe Anreise hat sich gelohnt, schon zum Start der Öffnungszeit für Nicht-Muslime um 7 Uhr konnten wir die schmale Holzbrücke die vom Platz der Westmauer zum Tempelplatz begehen. Heute morgen war es sehr friedlich, die Morgensonne lies die goldene Kuppel des Tempeldomes matt golden glänzen, womit sich das Sprichwort heute bewahrheitet hat: &#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;. Nicht immer ist es so ruhig auf dem Platz, wo mit der Al Aksa Moschee das dritt höchste Heiligtum der muslimischen Welt steht. Zuletzt Mitte Juli erschoss eine Gruppe arabischer Israelis vor einem Zugang zum Tempelberg zwei israelische Polizisten. Videoaufnahmen zeigen, was danach geschah: Die Angreifer flüchteten auf den Tempelberg und lieferten sich eine Schießerei mit israelischen Polizisten. Die Angreifer wurden erschossen. Anschließend wurde der Zugang von den Israelis geschlossen, Metalldedektoren wurden zur Personenkontrolle angebracht. Daraufhin boykottierten die Muslime den Platz, beteten zu Tausenden vor der Altstadtmauer, bis ihrer Forderung nach freiem und unkontrollierten Zugang zu ihrem Heiligtum statt gegeben wurde.</p>
<p><figure id="attachment_3613" aria-describedby="caption-attachment-3613" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3613" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3613" class="wp-caption-text">Ostjerusalem: große Siedlungen auf besetztem fremden Grund und Boden</figcaption></figure></p>
<p>Anschließend haben wir uns an mehreren Stellen in Ostjerusalem die “schleichende“ Übernahme des durch Israel seit dem 6. Tageskrieg vor genau 50 Jahren besetzten Ostteil´s der Stadt angesehen. Auch einer der hervorragenden Streitpunkte im israelisch-Palästinensischen Konflikt. Über diese Entwicklung habe ich schon mehrmals geschrieben, bitte den Link am Beginn beachten. Heute entspann sich bei der Ansicht der vielen und großen jüdischen Siedlungen im Jerusalemer Osten eine interessante Diskussion mit Michal, der jüdisch israelischen Reiseführerin. Schon gestern bei den unmissverständlichen kritischen Aussagen von Roni Hammermann zur Situation an den Checkpoint`s hätten wir gerne Micha`s Meinung gehört. Genauso eben auch zur Situation im Osten der Stadt, wo Israel auf besetztem Gebiet zahlreiche große Siedlungen gebaut hat, und außerdem die palästinensischen Stadtteilen teilweise sich selbst überlässt. „Es gibt nicht Schwarz oder weiß“ war ihre Grundhaltung, das Siedlungen auf Grund und Boden der Palästinenser gebaut wurde ließ sie nicht gelten.</p>
<p><figure id="attachment_3614" aria-describedby="caption-attachment-3614" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3614" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3614" class="wp-caption-text">das Flüchtlingslager Shua`fat, wurde hinter die Mauer &#8222;gelegt&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Das Land gehörte keinem und ist deshalb zu Staatsland erklärt worden. Sie räumte ein, dass die Behandlung der Palästinenser durch die Stadtverwaltung (so gut wie keine Müllabfuhr zum Beispiel) in vielen Dingen unzureichend ist, glaubt aber, dass die Situation in vergleichbaren arabischen Städten in Syrien und dem Irak ähnlich sind. Es wurde in der Diskussion schnell deutlich, dass den jüdischen Bewohnern dieser Stadt, die Situation der Palästinenser mehr oder wenigen egal ist. Manchmal klang bei Michal auch ein bisschen durch wie „die sind auch mit Schuld an ihrer Situation“, denn würden sie sich bei Wahlen zum Stadtparlament beteiligen, könnten sie mehr mitbestimmen, denn fast 45% der Bewohner von Jerusalem sind Palästinenser. Im Gegensatz zu Roni Hammermann, fiel es Michal ziemlich schwer klare Positionen zu beziehen. Reagierte dann, wenn sie sich in eine Ecke getrieben fühlte &#8211; auch ein wenig verständlich &#8211; mit &#8222;Ausflüchten&#8220;: &#8222;kümmert ihr euch denn genauso intensiv auch um den Konflikt in Somalia?&#8220;<br />
Wir kamen dann auf die Straßenbahn zu sprechen, auch ein Politikum, wie ich es in früheren Blogberichten bereits beschrieben habe. Nach Auffassung von Michal fördert dieses Verkehrsmittel die Gemeinsamkeit zwischen den beiden Gruppen.</p>
<p><figure id="attachment_3615" aria-describedby="caption-attachment-3615" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3615" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3615" class="wp-caption-text">Endhaltestelle im Osten der Stadt</figcaption></figure></p>
<p>Wir sind am Nachmittag mit einer kleinen Gruppe, nachdem wir die berühmten <a href="http://www.israelmagazin.de/israel-orte/jerusalem/chagall-fenster-hadassah" target="_blank" rel="noopener">Chagall-Fenster</a> besichtigt hatten, mit der Straßenbahn von der einen Endhaltestelle im Westen der Stadt, zur Endhaltestelle im Osten gefahren. Insgesamt haben 4-5 Palästinenser/innen gesehen, die sich dazu augenscheinlich nicht besonders wohl fühlten.</p>
<p>Der größte Teil der Gruppe hat am heutigen Nachmittag die zentrale Holocaust-Gedenkstätte der Israelis<a href="http://www.yadvashem.org/de/node/53076" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Yad Vashem&#8220;</a> besucht. Yad Vashem (hebräisch יד ושם für „Ort/Denkmal und Name“) erhielt seinen Namen nach Jes 56,5 EU: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“<br />
An Yad Vashemvielen Orten auf einem großen Gelände wird das Unmögliche versucht: an ein unfassbares Verbrechen zu erinnern, etwas zu sagen ohne alles zu zeigen. Auf meine Frage am Abend, an ein Gruppenmitglied, was er spürt, wenn an den Besuch der Gedenkstätte denkt: &#8222;eine große Traurigkeit&#8220;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>O Gott das Herz ist voller Bitterkeit, lass es nicht zu Hass werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, das Herz ist voller Leid, lasse es nicht zu Rache werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, die Seele ist voller Ängste, lasse es nicht Wut werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, der Körper ist müde, lasse es nicht zu, dass die Müdigkeit sich in Verzweiflung umwandelt.</em></p>
<p><em>Oh Gott, Glaube ist Liebe, Glaube ist Verzeihung, Glaube ist Einsicht.</em></p>
<p><em>Oh Gott, lasse nicht zu, das mein Glaube stirbt.</em></p>
<p>Von Feisal al Husseini (1940-2001:Er war der höchste Vertreter der PLO in Jerusalem und galt als heimlicher Bürgermeister Ostjerusalems)</p>
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