<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gruppenfahrt Frühjahr 2019 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
	<atom:link href="https://marius-blog.de/kategorie/gruppenfahrt-fruehjahr-2019/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://marius-blog.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 03 Apr 2019 07:52:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Wenn man eine Reise tut, da kann man viel erzählen&#8230;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/wenn-man-eine-reise-tut-da-kann-man-viel-erzaehlen/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/wenn-man-eine-reise-tut-da-kann-man-viel-erzaehlen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2019 12:26:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Resümee]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4369</guid>

					<description><![CDATA[Sicherlich kennt jeder diese Redensart und sie stimmt auch immer. Mal ist es viel, mal weniger, über was es über die Reise zu berichten gibt. Vieles Berichtenswerte habe ich in den letzten 11 Tagen aufgeschrieben, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wenn-man-eine-reise-tut-da-kann-man-viel-erzaehlen/" title="Wenn man eine Reise tut, da kann man viel erzählen&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sicherlich kennt jeder diese Redensart und sie stimmt auch immer. Mal ist es viel, mal weniger, über was es über die Reise zu berichten gibt. Vieles Berichtenswerte habe ich in den letzten 11 Tagen aufgeschrieben, habe beschrieben, was wir gesehen und gehört haben.<br>Die regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges werden verstehen, das ich auf die Frage, die mir oft nach einem solchen Aufenthalt in Israel &amp; Palästina hier zu Hause&nbsp;&nbsp;gestellt wird „Na, war es schön“ nicht so recht weiß wie ich antworten soll.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000539-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4371" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000539-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000539-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000539-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Die judäische Wüste: Gewaltig</figcaption></figure>



<p>Weil es eben nicht eine normale Urlaubsreise ist, wo man das schöne Wetter, die Natur, das leckere Essen&nbsp;&nbsp;genießt.&nbsp;<br>Auch bei dieser Reise habe ich mit der Gruppe so vieles erlebt: Bewegendes, Interessantes, Schönes, Trauriges, Aufregendes, Bedrückendes, Unverständliches, Gewaltiges, Hoffnungsvolles. Durch die einzelnen Tagesberichte kann der Leser, die Leserin ein wenig besser verstehen wie es zu solchen vielfältigen Beschreibung der Reise kommt.&nbsp;</p>



<p>Was bleibt bei mir hängen, was war mir wichtig auf dieser Reise</p>



<p>Jedes Mal nach einer solchen Reise frage ich mich, was bringt es, warum tue ich mir diese Strapazen an, warum fahre ich nicht einfach in ein schönes Land, mache wie oben beschrieben eine ganz normale Urlaubsreise. Immer wieder komme ich aber zu der selben Antwort, ich möchte die Menschen, Gruppen und Organisationen, die ich im Laufe der letzten sieben Jahre dort kennen und schätzen gelernt habe, nicht „ihrem Schicksal“ alleine überlassen. Dadurch, dass ich durch meine Gruppenreisen es auch andere Menschen ermögliche, diese Kontakte herzustellen, erweitert sich diese Unterstützung. Darüber hinaus begreife ich bei jeder Reise ein wenig mehr, wie die Menschen hier denken und fühlen und begreife immer mehr auf was es hier wirklich ankommt .</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000562-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4372" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000562-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000562-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000562-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Natur: Wundervoll</figcaption></figure>



<p>So ist die besondere Erkenntnis dieser Reise und somit Motivation meines zukünftigen Engagement für mich:</p>



<p><strong>Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina</strong></p>



<p><strong>Es geht für die Menschen hier und somit auch für mich um</strong></p>



<p><strong>Pro Menschenrecht</strong></p>



<p>Es ist mir also noch nie so klar geworden, wie auf dieser Reise, auf was es hier &#8211; und damit auch für mich &#8211; wirklich ankommt.</p>



<p>Vielleicht war es Schwester Rosa ,die uns so dringend ans Herz gelegt hat:</p>



<p><strong><em>„Es ist immer wichtig an den Kern zu kommen“</em></strong></p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000469-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4373" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000469-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000469-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000469-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Nachfolgend nun einige Einschätzungen der Reiseteilnehmer/innen.<br>Ich hatte darum gebeten, ach dem ich vor der Reise die Motivation abgefragt hatte, nun rückblickend ein persönliches Resümee zu ziehen.<br><br><br>Noch liegen mir nicht alle Einschätzungen aus der Gruppe vor, ich werde sie dann, nach Erhalt, nach und nach in diesen abschließenden Blog Text zur Frühlingsreise 2019 einfügen</p>



<p>Mit Blick in die Zukunft, sei hier schon angekündigt,&nbsp;&nbsp;dass es auch im kommenden Frühjahr 2020 „Inch Allah“ ein solches Angebot einer Begegnungsreise geben wird.&nbsp;</p>



<p><strong>Hier kommen nun die Teilnehmer/innen der Reise zu Wort</strong><br><br><strong></strong></p>



<p>Die Gräber Gräber sein lassen. (Andrea) Provokateuren keinen Platz im eigenen Kopf einräumen und sich nicht vereinnahmen lassen, sich vom Schwarz-Weiß-Denken verabschieden. (Daoud) Den Zweig des Ölbaums als Zeichen des Friedens bei sich tragen. (Michal) Mauern und Barrieren des Denkens durchlässig machen. Die Perspektiven wechseln und die Ängste und Sehnsüchte des Anderen ernst nehmen, auch wenn sie nicht mit meinen übereinstimmen.<br>Den Stern von Bethlehem in das Herz hinein nehmen. (Sr. Rosa) Denn im Herzen findet sich der Ausgangspunkt für wahre Begegnung und die Geste der offenen Hand, die Menschen entgegengestreckt wird.&nbsp;<br>Aus dem Labyrinth der Unmenschlichkeit heraustreten, wie es die Architektur in Yad Vashem erlebbar macht und sich vom freien Blick der Hoffnung leiten lassen, begleitet von den Seelchen der ermordeten Kinder, denen wir im Mahnmal begegnet sind.&nbsp;<br>Sich nicht durch Provokationen, Abgrenzungen, Grenzüberschreitungen, negativen Erfahrungen entmutigen lassen. Konsequent weiter machen, orientiert am Maßstab der Mitmenschlichkeit und der allgemeinen Menschenrechte.&nbsp;<br>So entwickeln sich im Miteinander Wege der Begegnung und der gegenseitigen Sorge füreinander, von denen wir viele bewundernswerte Beispiele erleben durften.<br>Georg</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000518-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4374" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000518-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000518-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000518-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Alltag am Damaskus-Tor</p>



<p>Das gewaltige Ausmaß der israelischen Besetzung und die Unterdrückung in allen Lebensbereichen war mir vor Reiseantritt nicht so klar. Ich wollte ja ursprünglich erfahren, wie Israelis und Palästinenser es schaffen, nebeneinander zu leben und mit gegenseitigen Bedrohungen zurecht zu kommen- und bin wirklich schockiert und entsetzt, gesehen zu haben, wie die Menschenrechte der Palästinenser mit Füßen getreten werden. Die Welt guckt tatenlos zu, oder es wird noch durch Trump Öl ins Feuer gegossen. Nach dem Besuch von Yad Vashem ( mit sehr beeindruckender Architektur und grandios aufbereiteter Ausstellung )reifte in mir der Verdacht, dass die Juden den Palästinensern das antun, was ihnen selbst widerfahren ist. Um nie mehr hilf-und machtlos zu sein und sich nicht &nbsp;&#8222;wie ein Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen&#8220;, reagieren die Israelis extrem aggressiv und völlig überzogen brutal und begründen ihr Verhalten stets mit dem Deckmantel der Sicherheit.</p>



<p>Das sehr interessante Gespräch mit dem&nbsp; Vertreter von Al Haq hat die Situation für mich noch einmal auf eine &#8222;höhere und objektivierbare&#8220; Ebene gehoben, und in Erinnerung ist mir geblieben, dass es nicht um &#8222;pro Israelis&#8220; oder &#8222;pro Palästinenser&#8220; gehen kann, sondern um &#8222;pro Menschenrechte&#8220;. Über 50 Jahre Besatzung führen ja auch dazu, dass sich eine Gesellschaft nicht entwickeln kann. Mit dem Matschotum der patriarchalischen Gesellschaft und der Wertigkeit der Frau in der arabischen Welt tue ich mich allerdings auch sehr schwer. Landschaftlich hat mir das Land sehr gut gefallen; so abwechslungsreich hätte ich es mir nicht vorgestellt, und es war sehr schön, dass Vieles blühte und grünte.</p>



<p>Alle Menschen, die wir trafen, sind großartig, aber am meisten haben mich die Begegnungen und die Arbeit von Ronny Hammermann, Ursula und Faten berührt und persönlich beeindruckt. Es braucht mehr solcher Menschen, um diese Situation möglicherweise doch noch verändern zu können. Auch wenn das Friedensdorf, das wir noch am letzten Tag besuchten,&nbsp;Hoffnung macht, ist meine Stimmung nach dieser Reise doch recht resignativ. Noch nie war ich so erleichtert, wieder in mein auch nicht optimales, aber relativ sicheres Deutschland zurück kehren zu können.&nbsp;</p>



<p>Martina.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000402-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4381" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000402-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000402-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000402-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>im Garten Gethsemaneh<br></figcaption></figure>



<p>Wunderschön ist Palästina: bergisch, blühend und nach diesem regenreichen Winter sogar grün. Sehr engagierte und liebe Menschen haben wir kennengelernt. Sie setzen ihre ganze Kraft dafür ein, der drusischen und der palästinensischen Bevölkerung beizustehen, Hoffnung auf Veränderung wachzuhalten und ausländischen Gästen Einblick in die Verhältnisse zu geben. Alle Mitreisenden erlebten die Spannung, in der die Palästinenser leben, fast physisch.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Diskutiert wurde immer, auch mit unserer jüdisch-israelischen Reiseführerin auf israelischem Gebiet.&nbsp; Täglich hatten wir beim Passieren der&nbsp; Checkpoints, der Mauer, Kontrollen&nbsp; etc. die&nbsp; Apartheit vor Augen.&nbsp;</p>



<p>Und dann kam aus Deutschland die Nachricht, dass die FDP einen Antrag in den Bundestag eingebracht hat: Unterstützung Israels bei Abstimmungen im Rahmen der Vereinten Nationen. Zum Glück wurde der Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt.&nbsp;</p>



<p>Während unserer Reise hörten wir täglich von Menschenrechtsverletzungen Israels: Menschen &#8211; auch Kinder und Jugendliche &#8211;&nbsp; werden zu Unrecht und unwürdig gefangengenommen,&nbsp; sie dürfen ihr Land gar nicht oder unter komplizierten Bedingungen verlassen, ihr Land wird von den Israelis rechtlos in Besitz genommen.&nbsp;</p>



<p>Fazit für uns:&nbsp;</p>



<p>1. Menschenrecht für alle, Palästinenser und Israelis.<br>2. Das Recht die jeweils eigene Religion in einem säkularen Staat&nbsp; ausüben zu dürfen.<br>Friedhelm und Gisela</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000299-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4385" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000299-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000299-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000299-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>auf dem See Genezareth</figcaption></figure>



<p>Was mir bleibt von der Reise sind vor allem die Begegnungen mit wunderbaren und sehr authentischen Menschen, insbesondere Frauen,&nbsp;die sich trotz der schwierigen und angespannten politischen Lage sehr für Menschen- und Frauenrechte und die Linderung der Not ihrer Mitmenschen einsetzen. Das gibt diesen Menschen Stärke und&nbsp;auch Kraft weiter zu machen und nicht aufzugeben. Für mich war das manchmal kaum vorstellbar, dass sie nicht resignieren, wenn fast&nbsp;jeden Tag dort auf Menschen geschossen wird, Menschen eingesperrt werden, Frauenrechte kaum&nbsp;existieren.</p>



<p>Eine besonders schlimme Situation war der Besuch des Kinderheimes in Bethlehem. Hier müssen Frauen ihre Babys im 6. Monat gebären und zurück lassen, damit die Gesellschaft nicht mitbekommt, dass sie unehelich schwanger geworden sind und ihre &#8222;Ehre&#8220; und die ihrer Familie erhalten bleibt. Das habe ich als sehr unmenschlich erlebt.</p>



<p>Es gibt viele Widersprüche in diesem Land, sowohl auf israelischem als auch auf palästinensichem Gebiet. Ich habe diese Widersprüche als Zerreißprobe erlebt und empfand die Reise sowohl physisch als auch psychisch sehr anstrengend. Es wirkt auch noch vieles nach! Trotz allem bin ich froh, dass ich mir mit Hilfe einer&nbsp;guten Reiseleitung selbst ein Bild vor Ort machen konnte.&nbsp;</p>



<p>Die biblischen Orte, die wir besuchten, waren für mich nicht so spannend. Es war eher abstoßend, wie diese Orte überrannt werden und wie kitschig sie zum Teil herausgeputzt sind. Was mir dazu bleibt, ist eher ein Gesamteindruck vom Land und wie es zu der Zeit von Jesus gewesen sein könnte.<br>Brunhilde</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000535-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4397" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000535-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000535-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000535-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Wüste blüht</figcaption></figure>



<p style="text-align:left">Eine dichte und bewegende Reise hat mir ungewohnte Perspektiven eröffnet. Insbesondere die Begegnung mit aktiven Frauen, die neben ihrer persönlichen Lebensführung Zeit und Energie für das Gemeinwesen, für benachteiligte Personen oder Gruppen aufbringen, nötigt mir höchsten Respekt ab. <br>Ich wünsche den Frauen und Männern einen nicht nachlassenden Mut, das Licht auf ansonsten ungesehenes Unrecht zu lenken und durch ihr Verhalten für die Einhaltung internationalen Rechts zu kämpfen. Unser letzter Programmpunkt vor der Rückreise brachte das große Dilemma und die Hoffnung im Kleinen auf einen Nenner. Jenes einzige Dorf im Kernstaat Israel, wo Juden und Araber zusammen leben, zeigt, worauf es ankäme. Im Sprechen über das Geschehene, im Erleben und Fühlen des Gegenübers kann ein heilsamer Prozess angestoßen werden, der hoffentlich Nachahmung findet! <br>Paul<br></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000020-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4399" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000020-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000020-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/04/P1000020-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf den (Ost-) Jerusalemer Stadtteil Silwan</figcaption></figure>



<p>Ich bin mit der Motivation auf diese Reise gegangen mein Schulbuchwissen mit Begegnungen und verschiedenen Sichtweisen anzureichern und wurde nicht enttäuscht. Es hat mich sehr gefreut, Daoud Nassar auf dem Weinberg statt im Klassenzimmer wiederzutreffen und auch über die wertvolle Arbeit seiner Frau Jihan zu erfahren. Sie führt im Dorf Nahalin ein Women Center wo sie u.a. Englisch- und Erste Hilfe-Kurse für palästinensische Frauen anbietet. Die starken Frauen, welche sich auf beiden Seiten für den Frieden einsetzen, haben mich sehr beeindruckt. Im scheinbar Kleinen Grosses zu bewirken oder anders: Die Gräber Gräber sein lassen und sich um die Lebenden kümmern – das birgt für mich den Kern, der Schwester Rosa angesprochen hat. Kamal Mukarkers Aussage: „Eine Lösung des Konflikts kann es nur mit einem säkularen Staat Israel neben einem säkularen Staat Palästina geben“ hat mir eingeleuchtet zusammen mit Amjad Mitris Aussage, dass es nicht darum gehe pro-Israel oder pro-Palästina zu sein, sondern pro-Menschenrechte. Wer mit offenen Augen durch Israel reist, sieht, dass da etwas falsch läuft: Trotz buntem Treiben in der Altstadt in Jerusalem, dem Vogelgesang im Kibbuz, der Ferienstimmung am Toten Meer, der Stille in der Wüste – immer wieder ist da das Militär, die Waffen, verminte Gebiete, die Checkpoints, die Mauern, der Stacheldraht, die mobilen Straßensperren.</p>



<p>Ich hoffe, die Israelis lassen sich am 9. April nicht durch das ewig gleiche Argument der Sicherheitspolitik beeinflussen und wählen keine Hardliner.</p>



<p>Ich hoffe auch auf politische Veränderungen in den palästinensischen Gebieten. Ich hoffe, die Menschen lassen sich nicht radikalisieren und zur Gewalt verleiten und wehren sich gegen die zunehmenden Entwicklungen in Richtung Polizeistaat.&nbsp;</p>



<p>Ich hoffe, es werden auf beiden Seiten konsensfähige PolitikerInnen gewählt, die sich für einen dauerhaften Frieden mit ihren Nachbarn einsetzen.&nbsp;</p>



<p>Von den Eindrücken dieser Reise werde ich noch lange zehren und denke, dass die nette Dame am Empfang der Abraham Herberge recht hatte, als sie mir beim Abschied sagte: „I think you will come back!“<br>Andrea</p>



<p style="text-align:center">******</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/wenn-man-eine-reise-tut-da-kann-man-viel-erzaehlen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Abschied: Tote, Streik und Karneval</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/zum-abschied-tote-streik-und-karneval/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/zum-abschied-tote-streik-und-karneval/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 00:23:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[airport]]></category>
		<category><![CDATA[Neve Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4361</guid>

					<description><![CDATA[Sicherlich wird dem Leser, der Leserin die Überschrift meines heutigen Tagesbericht erschrecken, aber genau in dieser in der Überschrift beschriebenen Spanne haben wir heute an unserem Abreisetag gesteckt. Heute morgen wollte ich noch einige Datteln <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zum-abschied-tote-streik-und-karneval/" title="Zum Abschied: Tote, Streik und Karneval">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sicherlich wird dem Leser, der Leserin die Überschrift meines heutigen Tagesbericht erschrecken, aber genau in dieser in der Überschrift beschriebenen Spanne haben wir heute an unserem Abreisetag gesteckt. Heute morgen wollte ich noch einige Datteln kaufen um sie mit nach Deutschland zu nehmen. Ich bin deshalb zu dem Obst- und Gemüseladen in der Nähe des Gasthauses gegangen. Schon auf dem Weg dahin habe ich mich gewundert, wieso kein Laden geöffnet war. Alle hatten die eisernen Türen geschlossen. Auch der Obst- und Gemüseladen war zu.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_083737-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4367" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_083737-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_083737-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_083737-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Streik: geschlossene Läden</figcaption></figure>



<p>Im unserem Gasthaus erfuhr ich das heute in der ganzen Region gestreikt wird. Hintergrund des Streikes ist ein schlimmer Vorfall gestern Abend auf der Straße, die aus Bethlehem Richtung Norden aus der Stadt führt. Wie mir ein Mitarbeiter der Abrahams-Herberge erzählte, hat es gestern in der Nähe eines Wachturms an der Ausfahrtstrasse von Bethlehem Richtung Hebron einen Auffahrunfall zwischen 2 palästinensischen Fahrzeugen gegeben. Der Fahrer aus dem erste Fahrzeug dann ausgestiegen und wurde dann unvermittelt aus dem Wachturm angeschossen. Aus einem der Fahrzeuge dahinter, sei ein Mann ihm zu Hilfe gekommen und habe ihm angeboten ihn in ein Bethlehemer Krankenhaus zu fahren. Anschließend wollte er zurückkommen um der Frau und den 3 Kindern des Verletzten, die noch im Auto saßen, zu helfen. Nachdem er den Mann ins Krankenhaus gebracht hatte kehrte er an den Ort zurück. Als es sich dem Auto der Frau und der Kinder näherte  ist er ebenfalls angeschossen worden und kurzer Zeit später seinen Schussverletzungen erlegen. Der erschossene Mann war der Cousin der Frau des Mitarbeiters, der mit von diesem schrecklichen Vorfall erzählte..</p>



<p>Natürlich war die ganze Gruppe, die mit gepackten Koffern im Foyer des Gasthauses stand total geschockt von dieser Nachricht. Es bewahrheitete sich in schlimmer Realität, was uns gestern Amjad schon angedeutet hatte. Jedes Mal wenn man in eine (fliegende) Kontrolle gerät, muss man&nbsp;&nbsp;super vorsichtig sein welche Bewegung man macht. Die oft überängstlichen und nervösen Soldaten haben ihren Finger schnell am Abzug des Gewehres.</p>



<p>Ich weiß nicht ob sich dieser Vorfall aufklären lässt, ob bei den Israelischen Militärbehörde überhaupt ein Interesse besteht an einer vollständigen Aufklärung. Aus vielen Fällen in der Vergangenheit habe ich gehört, dass die Nachforschungen „im Sande verlaufen sind“&nbsp;</p>



<p><strong>Nachträglich habe ich hier unter meiner Rubrik <a href="http://marius-blog.de/eine-schockierende-geschichte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)">&#8222;Gastkommentare&#8220;</a>, den Beitrag von Gideon Levy in der Zeitung Haaretz am 28. März zu diesem schrecklichen Vorfall eingefügt: eine schockierende Geschichte&#8220;</strong></p>



<p>Auf&nbsp;&nbsp;der Fahrt zum Flughafen haben wir in Jerusalem ,Michal unsere Guide, aufgenommen. Sie hatte von einem Vorfall in den israelischen Nachrichten gehört: „Männer hätten Steine geschmissen und das Militär habe mit Schüssen reagiert&#8230;..“</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000555-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4362" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000555-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000555-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000555-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Haus im Friedensdorf Neve Shalom-Wahat al-Salam</figcaption></figure>



<p>Auf dem Weg zum Flughafen haben wir noch einen kleinen Abstecher zum Friedensdorf <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Neve Shalom - Wahrt al-Salam (öffnet in neuem Tab)" href="http://wasns.org/-oase-des-friedens-" target="_blank">Neve Shalom &#8211; Wahat al-Salam</a>&nbsp;gemacht. Hier bin ich in den Jahren 2012 und 2014 jeweils mit meinen Gruppen und Reuven Moskovitz gewesen, dem großartigen Friedenskämpfer, der 2017 verstorben ist und hier am Rande des Dorfes begraben wurde. Auch heute zum Abschluss unserer Fahrt hat es mich wieder mit der Gruppe hier her gezogen.</p>



<p>Heute war bei wunderschönem Wetter, das prima zum Frühlingsanfang passte, eine wunderbare friedliche Stimmung im Dorf. Die Juden feiern heute <a href="https://www.domradio.de/themen/judentum/2019-03-21/kostueme-alkohol-und-das-buch-esther-juden-feiern-das-purim-fest" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Purim (öffnet in neuem Tab)">Purim</a>, eine Art Karneval und deshalb haben die Kinder auch eine kurze Ferienzeit. Wir sind durch das schöne, paradiesisch anmutende Dorf geschlendert, haben die Blumenpracht bewundert und den Gesang der Vögel gelauscht, wahrlich heute ist Frühlingsanfang.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000507-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4364" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000507-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000507-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000507-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Zum Purimfest wird sich verkleidet</figcaption></figure>



<p>Auf dem wunderschön gelegenen Friedhof haben wir das Grab von Reuven besucht um anschließend im „Raum der Stille“ die von Reuven 2014 im gleichen Raum mit seiner Mundharmonika vorgetragenen Psalmmusik zu lauschen. Es ging uns wieder, wie damals „unter die Haut“</p>



<p>Kurz haben wir uns danach zusammengesetzt und jeder hat sein Resümee zur Reise vorgetragen. <strong>Ich werde es in den nächsten Tagen an dieser Stelle in meinem Blog veröffentlichen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_105737_001-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4365" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_105737_001-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_105737_001-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190321_105737_001-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das Grab von Reuven</figcaption></figure>



<p>Harter Schnitt dann das Erlebnis am Flughafen. Einer der Teilnehmerinnen hatte&nbsp;&nbsp;berichtet, dass sie von zu Hause eine SMS bekommen habe mit dem Wunsch, dass sie am Flughafen „starke Nerven“ haben möge&#8230;und die braucht man (heute mal wieder) wirklich. Zunächst war insgesamt ein riesen Andrang im Abflug-Terminal. Es dauerte fast eine Stunde, bis wir in dem Bereich&nbsp;angekommen waren wo die Befragung der Fluggäste stattfindet. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre weiß ich das zunähst ich, als Gruppenleiter befragt werde. Das geschah auch so. Eine couragierte junge Frau bat mich mitzukommen. Dann wollte sie von mir u.a. wissen wo wir waren, wie die Gruppe zusammen kam, ob ich für meine Leitung Geld bekommen habe, ob die Gruppe immer zusammen gewesen sei, ob es Freizeit gegeben habe, was wir in Nazareth gemacht haben&#8230;..Ich kann es gar nicht sagen, aber die Art und Weise wie gefragt wird erzeugt bei mir einen ungeheuren Druck, man hat das Gefühl man sei angeklagt. Anschließend wurde ein Mitglied der Gruppe befragt. Auch sie bestätigte mein Gefühl „mein Herz hat ganz heftig geschlagen“, und „ich kann ein wenig nachfühlen, wie sich die Palästinenser am Checkpoint, oder bei anderen Kontrollen fühlen. Den Israelis geht es wie immer um die „Sicherheit“.&nbsp;&nbsp;Es besteht die Sorge das Sprengstoffe an Bord der Flugzeuge&nbsp;&nbsp;„geschmuggelt“ wird.  <br>Aber ehrlich, der der einen Anschlag plant, kommt der mit einer kleinen deutschen Gruppe zum Flughafen&#8230;..</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000565-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4366" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000565-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000565-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000565-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>ein Hoffnungszeichen</figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Ehe noch die Welt erschaffen war, war der Herr allein mit seinem großen Namen. Da stieg ihm der Gedanke auf, eine Welt zu erschaffen. Und er ritzte vor sich eine Welt hin. Aber die Welt konnte nicht bestehen, bevor er die Umkehr erschuf&#8230;..</em></p>



<p><em>Er sprach: baue ich die Welt allein auf Barmherzigkeit auf, die Sünde nimmt überhand; lasse ich aber die Härte des Gesetzes allein walten, wie wird da die Welt bestehen? Ich will sie nun auf Milde und Strenge zugleich begründen, und, ach, dass sie dann bestehe.</em>&nbsp;&nbsp;(Micha Josef bin Gorrion)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/zum-abschied-tote-streik-und-karneval/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2019 21:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Al Haq]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4353</guid>

					<description><![CDATA[Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm. Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/" title="Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm.</p>



<p>Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im April 2018 berichtet), Amjad Mitri getroffen. Amjad arbeitet seit 2011 für die älteste Menschenrechtsorganisation in Palästina (Amjad meint, vielleicht in der ganzen arabischen Welt), <a href="http://www.alhaq.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Al Haq (öffnet in neuem Tab)">Al Haq</a> das in diesem Jahr sein 40 jähriges Bestehen begeht. Amjad ist Palästinenser, in Deutschland geboren, lebt seit 2011 mit seiner Familie in Beit Sahur, der Heimatstadt seines Vaters. Er ist Jurist mit dem Schwerpunkt internationales recht.</p>



<p>Lange Jahre hat er in einem Büro in Ramallah gearbeitet. Die komplizierte tägliche Anfahrt, durch jeweils 2 Checkpoints auf der Hin- und Rückfahrt zum Büro, haben ihm zu „zermürbt“, dass er mittlerweile die Möglichkeit hat, in seinem Wohnort Beit Sahur in einem Büro zu arbeiten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4356" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Amjad Mitri mit einem Reiseteilnehmer</figcaption></figure>



<p>Insgesamt ist die Situation aus seinem Erleben beurteilt in den letzten 8 Jahren di er in Palästina ist immer schlimmer geworden. Große Ratlosigkeit, Perspektivlosigkeit und letztlich Hoffnungslosigkeit hat sich im großen Teilen der Bevölkerung breit gemacht. Das vorhanden sein der Familie macht die eigene Situation erträglich und schwierig zu gleich. Permanent stellt man sich die Frage der Zukunft: sollen wir bleiben oder wieder nach Deutschland oder den Niederlanden (die Heimat seiner Frau) gehen. Amjad weiß, das für die meisten Palästinenser eben nicht diese Möglichkeiten bestehen.</p>



<p>Im Zusammenhang mit den Kinderrechten, die weltweit gelten sollten, erklärte er uns die Situation der Minderjährigen, die vom israelischen Militär in den Nachtstunden aus den Familien geholt werden.&nbsp;</p>



<p>Oft werden in diesen Angelegenheiten Vergleiche vereinbart. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder möglichst schnell das Gefängnis verlassen, also stimmen sie dem Bergleich zu. Das hat aber zur Folge, dass mit dem Vergleich zugegeben wird, das Steine geschmissen worden sind (obwohl es oft gar nicht stimmt). Werden diese Kinder dann noch einmal festgenommen, gelten sie als „Wiederholungstäter.“</p>



<p>Amjad berichtete von Familien, wo immer die Koffer gepackt seien, ad eine Inhaftierung befürchtet wird. Kinder schlafen schlecht oder machen noch in älteren Jahrgängen „in die Hose“. Vor Gericht hat man oft den Eindruck aus einem „Viehmarkt“ zu sein, es geht da vieles durcheinander, es ist laut, Namen werden durch die Gänge geschrien&#8230;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4357" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Wüste hat ein grünes Frühlingskleid angelegt</figcaption></figure>



<p>Die israelische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.btselem.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="B`Tselem (öffnet in neuem Tab)">B`Tselem</a>, mit der Al Haq oft zusammenarbeitet, hat es seit einiger Zeit abgelehnt mit den Zivil und dem Militärgerichten zusammen zuarbeiten, da diese Gerichte „nicht fair und rechtstaatlich seien“. Ist in der Vergangenheit mal ein Fall im Sinne der Verteidigung entschieden worden, hat die Knesset (israel. Parlament) das bestehende Gesetz geändert und damit die „Gesetzeslücke“ geschlossen.</p>



<p>Wir sprachen auch über die Aktivitäten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Palästina ist seit 2016 dort vollwertiges Mitglied. Gründe um dort vorstellig zu werden und Anklage zu erheben sind Apartheid, Verstoß gegen die Menschenrechte und bei Kriegsverbrechen. Palästina hat u. a. den Siedlungsbau dort vorgetragen. Derzeit ist es in der „Klärungsphase“ ob das Gericht eine Anklage erhebt. Aus Sicht von Amjad ist die „ein klarer Fall“, ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Er sieht für Israel nur zwei Gründe die genannt werden könnten, aber eben nicht zu treffen:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Die Siedlungen sind auf unserem Gebiet gebaut und die Sicherheit unserer Bevölkerung ist gefährdet. </li><li>Die Menschen sind deshalb möglicherweise gefährdet weil sie in den Siedlungen leben, Israel schützt sie, in dem es noch mehr Land den Palästinensern weggenommen wird. Der Siedlungsbau führt auch dazu, dass es immer weniger Platz für die Palästinenser gibt. Die Städte können nur nach innen wachsen, da an den Rändern sich die Siedlungen befinden. Dies führt zu einer massiven Verdichtung des städtischen Wohnungsbaus mit allen negativen Konsequenzen für die allgemeine Infrastruktur </li></ol>



<p>Zum Schluss unseres 1 ½ stündigen Gespräches erklärte Amjad, dass In 50 Jahren Besatzung ein System aufgebaut worden ist dass sich in jeden einzelnen Lebensbereich der Menschen hier einmischt: kulturell, sozial, wirtschaftlich politisch.&nbsp;</p>



<p>Mehr als 100 Genehmigungen hat Israel für die Palästinenser entwickelt und so die vollständige Kontrolle über die Menschen erreicht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4355" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Kloster Ma Saba</figcaption></figure>



<p>Die Palästinenser haben in den letzten 50 Jahren alles probiert: Bewaffneter Wiederstand, Terrorakte, ziviler Ungehorsam, alles hat nichts gebracht.</p>



<p>Die Vereinbarung durch die „Oslo-Verträge“ sind in den Augen von Amjad so etwas wie ein Mietvertrag: Israel ist der Vermieter, Palästina der Mieter mit wenig Rechten und viel Pflichten. Die palästinensische Autonomiebehörde hat letztlich keine Autonomie. Amjad erzählte uns von der Bestimmung, dass, wenn ein Kind geboren wird, es bei den Israelis registriert werden muss und nur so seinen rechtlichen Status erhält.</p>



<p>Amjad möchte das Israel genauso behandelt werden soll, wie jeder andere Staat, nicht besser und nicht schlechter.&nbsp;&nbsp;Es müssen die internationalen Standards der Menschenrechte beachtet werden:</p>



<p>Es geht für Amjad nicht um pro Israel oder pro Palästina, ihm geht es immer um Pro Menschenrecht</p>



<p>Und trotzdem&#8230;so Amjad beim Verlassen des Cafes: wenn man hier mit den Menschen lebt erlebt man, es passiert viel trotz der großen Hoffnungslosigkeit.</p>



<p>Es wird viel gelacht, getanzt, gefeiert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4358" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das tiefe Kidrontal</figcaption></figure>



<p>Nachdem Gespräch haben wir uns in die judäische Wüste begeben und dort bei Beit Sahur das griechisch-orthodoxe Kloster Ma Saba angesehen. Anschließend hatte die Gruppe etwas Zeit einige Schritte alleine in die Wüste zu gehen und so die Wüste ein wenig sinnlich aufzunehmen und damit ein wenig „Wüstenerfahrung“ zu sammeln.</p>



<p>Zum Mittag haben wir Fatima in ihrem Haus in Zatara besucht, die uns ein schmackhaftes Mittagessen bereitet hatte. Es ist für mich immer wieder schön zu erleben, wie Fatima, in nur ganz kurzer Zeit, die Menschen die sie trifft, mit ihrer klaren und doch so einfachen Worten, beeindruckt.</p>



<p>Am späten Nachmittag hat die Gruppe dann noch einen Blick in die Geburtskirche geworfen und auch das Kinderheim „Le Chreche“ besucht.</p>



<p>Den Leser, die Leserin darf ich bitten für mehr Informationen zu Fatima und „Le Chreche“ die Links am Anfang dieses Tagesberichtes zu klicken.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4359" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>bei Fatima</figcaption></figure>



<p>Den Tag haben wir mit einem leckeren arabischen Essen in einem Bethlehemer Restaurant beschlossen zu dem wir auch Faten Mukarker und Daoud und Jihan Nassar eingeladen hatten</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em></p>



<p><em>Es ist doch unser und euer Herr. Uns kommen unsere Werke zu und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heute ein friedlicher Ort</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/heute-ein-friedlicher-ort/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/heute-ein-friedlicher-ort/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2019 21:18:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Daoud und Jihan Nassar]]></category>
		<category><![CDATA[Grabeskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Synagoge]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelplatz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4343</guid>

					<description><![CDATA[Auch heute haben wir wieder (zum 3. Mal auf dieser Reise) Jerusalem besucht. Auf dem Programm stand der Besuch verschiedener religiöser Stätten in der Altstadt:&#160; zum einen den Tempelberg, den die Muslime&#160;&#160;al-ḥaram aš-šarīf&#160;‚das edle Heiligtum&#160;nennen, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/heute-ein-friedlicher-ort/" title="Heute ein friedlicher Ort">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auch heute haben wir wieder (zum 3. Mal auf dieser Reise) Jerusalem besucht. Auf dem Programm stand der Besuch verschiedener religiöser Stätten in der Altstadt:&nbsp;</p>



<p>zum einen den Tempelberg, den die Muslime&nbsp;&nbsp;<em>al-ḥaram aš-šarīf</em><em>&nbsp;‚das edle Heiligtum&nbsp;</em>nennen, dann eine Synagoge und zum Schluss die Grabeskirche.<em></em></p>



<p>Erstaunlicherweise kamen wir ohne Wartezeit auf den Tempelberg.</p>



<p>Es empfing uns dort eine wirklich entspannte und friedliche Atmosphäre. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000485-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4345" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000485-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000485-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000485-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>ein bauliches Wunderwerk welches wir heute in friedlicher Atmosphäre genießen konnten </figcaption></figure>



<p>Wenn man überlegt, welche Auseinandersetzungen es gerade erst in der letzten Woche dort gegeben hatte, wie dem nachfolgenden Beitrag zu entnehmen ist,&nbsp;erscheint es wie ein Wunder oder es ist eben auch ein wenig „Jerusalemer-Alltag“, wo es neben totaler Anspannung schnell auch wieder Entspannung gibt&#8230;bis es wieder eine Anspannung gibt. Nicht umsonst gilt&nbsp;der Tempelberg als einer der umstrittensten&nbsp;heiligen Orte&nbsp;der Welt.</p>



<p>13.03.2019</p>



<p><strong>Wegen Molotowcocktail: Israel schließt vorübergehend Zugang zum Tempelberg</strong></p>



<p>JERUSALEM, 13.03.19 (FJ) – Die israelische Polizei sperrte am Dienstag den Zugang zum Tempelberg vorübergehend, nachdem auf dem Gelände ein Molotowcocktail auf israelische Polizisten geworfen wurde. Ein Beamter wurde aufgrund einer Rauchvergiftung umgehend ins Krankenhaus gebracht, es gab jedoch keine weiteren Verletzten. Zehn Verdächtige wurden festgenommen und nach Angaben der Polizei dauert die Untersuchung des Vorfalls weiter an. Nach dem Angriff wurden die Eingänge gesperrt und die Al-Aksa Moschee geräumt. In den letzten Wochen kam es zu mehreren Konfrontationen auf dem Tempelberg zwischen israelischen Sicherheitskräften und muslimischen Gläubigen.</p>



<p><strong>Spannungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde</strong></p>



<p>Diese Ereignisse begaben sich vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen, welche aufgrund von Israels Verweigerung, Steuergelder an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zu zahlen, entstanden. Der Schritt wurde damit begründet, dass die Gelder für die Bezahlung von Familien inhaftierter Terroristen verwendet werden. Der Präsident der PA, Mahmoud Abbas, sagte, dass dies “ernste Folgen” nach sich ziehen würde. Die israelische Regierung dagegen beschuldigte die Behörde, einen religiösen Krieg zu propagieren. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="530" height="353" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/Webp.net-resizeimage-42.jpg" alt="" class="wp-image-4346" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/Webp.net-resizeimage-42.jpg 530w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/Webp.net-resizeimage-42-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px" /><figcaption>Der Tempelberg war in der letzten Woche abgeriegelt</figcaption></figure>



<p>Unter der palästinensischen Bevölkerung kursierten in den letzten Monaten Gerüchte, Israel wolle einen Teil des Tempelberges beschlagnahmen, &nbsp;um dort jüdische Gebete abzuhalten. Nachdem verschiedene Gruppen und Organisationen die Menschen dazu anhielten, den Tempelberg zu stürmen, schloss die Polizei zusätzlich das Damaskustor und das Löwentor der Altstadt Jerusalems. Auch die Hamas forderte die Palästinenser auf, zum Tempelberg zu gehen, um „die Barrikade zu durchbrechen“.</p>



<p><strong>Israel und Jordanien versuchen die Situation zu entschärfen</strong></p>



<p>Der Tempelberg ist das drittwichtigste Heiligtum der Muslime, jedoch auch die wichtigste religiöse Stätte des Judentums. In den letzten Wochen kam es vermehrt zu Konfrontationen auf dem Tempelberg zwischen israelischen Sicherheitskräften und muslimischen Gläubigen. Aktuell ist es nur Muslimen erlaubt auf dem Tempelberg zu beten. Juden dürfen den Ort zwar besuchen, gehen zum Gebet allerdings an die Klagemauer. Israelische und jordanische Beamte führten Gespräche, um die Situation zu entschärfen. Letzte Woche reisten israelische Beamte zu einem Treffen nach Jordanien und jordanische Beamte haben, nach israelischen Berichten, Jerusalem besucht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000500-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4348" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000500-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000500-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000500-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Wie beschrieben heute war es sehr sehr friedlich. Wir konnten die besondere Schönheit des Tempeldomes, die wunderbare Platzanlage, die vielen kleinen Kostbarkeiten die über dem Platz verteilt sind, wirklich genießen.</p>



<p>Anschließend haben wir eine Synagoge besucht, wo uns unsere jüdische Guide Michal perfekt über das jüdische Leben mit über 600 Ge- und Verboten informierte.</p>



<p>In einem Nebenraum saß ein junger Mann, der an einer Thora-Rolle schrieb, mit gestochen scharfen Buchstaben die er mit schwarzer Tusche auf das Pergamentpapier zeichnete. Beeindruckend mit welcher Ruhe und Sorgfalt er arbeitete.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000512-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4349" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000512-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000512-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000512-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>bewundernswerte Arbeit</figcaption></figure>



<p>Über den Besuch der Grabeskirche will ich nicht viel erzählen. Wie immer herrschte großer Andrang, die Massen schoben sich durch das verwinkelte riesige Gebäude.</p>



<p>Zum Abend waren wir bei Daoud Nassar zu Hause eingeladen. Er wohnt mit seiner Familie unterhalb der Geburtskirche in Bethlehem mit seiner Frau und insgesamt drei Kindern. Wir wurden auch von seiner Frau Jihan empfangen, die uns im Laufe des Abends nicht nur mit kleinen Köstlichkeiten versorgte sondern auch über ihr Frauenprojekt in Nahalin berichtete. Dort im Dorf, etwa 1,5 km vom Weinberg entfernt, hat sie vor einigen Jahren ein Center errichtet in dem die muslimischen Frauen des Ortes verschiedenen Aktivitäten nachgehen können. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190319_203304-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4351" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190319_203304-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190319_203304-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190319_203304-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Bei Daoud Nassar zu Hause mit Bruder George und Tochter</figcaption></figure>



<p>Neben Computerkursen wird auch Englisch gelernt, es wird aus Plastikabfällen, Gebrauchsgegenstände (wie zum Beispiel Taschen) erstellt. Mit diesen sehr vielfältigen Angeboten haben die Frauen die Möglichkeit, außerhalb ihres Hauses sich mit anderen Frauen zu treffen, zu reden und eben auch neue Dinge kennen zu lernen. Anfangs war es sehr schwer, erzählte Jihan, da die Männer in dem sehr konservativen Dorf, es nicht gerne sahen wenn sich die Frauen außerhalb ihres Haushaltes aufhielten. Aber im Laufe der Jahre ist sie dort mit ihren Angeboten akzeptiert.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Rechtsstaatlichkeit in einem substantiellen Sinn ist für einen demokratischen Staat eine wesentliche Voraussetzung. In zunehmendem Maße höhlte das Siedlungsprojekt den Rechtsstaat aus.</em>&nbsp;&nbsp;(Gershom Gorenberg)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/heute-ein-friedlicher-ort/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Hadassah-Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Machsom Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Qalandia]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4339</guid>

					<description><![CDATA[Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&#160;&#160;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&nbsp;&nbsp;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil von Jerusalem total gewandelt. Nicht nur das die Stadtfläche nach Osten, aber auch im Süden und Norden durch die Errichtung neuer jüdischer Stadtteile (Siedlungen) ausgeweitet wurde, auch in den Grenzen des bisherigen Ost-Jerusalem wurde durch neue jüdische Siedlungen ein gleicher „Flickenteppich“ geschaffen, wie wir ihn in der Westbank vorfinden. Ich verweise hier, wie schön des Öfteren, auf meine bisherigen Berichte zu dieser Thematik, zu finden unter den Links zu Beginn des Berichtes.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4328" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf Ostjerusalem</figcaption></figure>



<p>Am späten Vormittag haben wir&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/node/50323">Roni Hammermann</a>getroffen. Sie ist Mitbegründerin der jüdischen Menschenrechtsgruppe&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/about">„Machsom Watch“</a>. „Machsom“ heißt übersetzt Checkpoint. Auch sie habe ich schon öfters mit meinen Gruppen getroffen und entsprechend über die Arbeit dieser Frauengruppe berichtet. Auch hier verweise ich auf die genannten Link.</p>



<p>Wenn ich aber dennoch an dieser Stelle, von ihren Erzählungen berichte, hat das vor allem auch damit zu tun, dass mich, aber auch die ganze Gruppe, die heute von ihr berichteten Beispiele dermaßen bewegt, ja geradezu erschüttert haben, dass ich sie hier in meinem Tagesbericht aufschreiben „muss“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>Roni Hammermann</figcaption></figure>



<p>Grundsätzlich hat Roni betont, dass sie glaubt das dieses ganze Bewilligungssystem um ein Visum zu bekommen, dass es den Palästinensern ermöglicht, den Checkpoint zu passieren, lediglich dazu dient, die Palästinenser zu kontrollieren. Ihre Gruppe hat sich den ganzen Vorgang von Antragstellung (bei stundenlangem Anstehen), der Bewilligung und dann das Durchlaufen der Checkpoints angeschaut und ist durch das eigene Erleben zu dem Schluss gekommen, das hier nur um Schikane geht. Die Benennung das es mit Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu tun habe, kann Roni nicht verstehen. Es gäbe soviel Möglichkeiten, illegal über die Grenzen zu kommen, und davon wissen die israelischen Verantwortlichen, das der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden kann.</p>



<p>Sie berichtete von Vorfällen am Checkpoint Qalandia, dem größten Checkpoint der fast 50 Checkpoints an der Grenze zwischen Israel und Palästina. Er befindet sich auf dem Weg von Ramallah nach Jerusalem und wird täglich von bis zu 10.000 Palästinenser/innen passiert. Hier kommen oft Menschen zum Checkpoint, die aus Gaza kommend in der Westbank im Krankenhaus behandelt werden. Wenn siue dort entlassen werden brauchen sie für den Transfer durch Israel (etwa 70-80 km) ein Visum. Dieses können sie erst am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle am Checkpoint beantragen. Gleichzeitig muss von dieser Behörde ein Taxi organisiert werden, dass diesen Transfer durch Israel sicherstellt. Roni hat es oft erlebt, dass wegen der schwerfälligen Bearbeitung dieser einzelnen Vorgänge, die Verwaltung schließt und diese oft noch schwachen, gerade aus dem Krankenhaus entlassene Menschen zurück geschickt werden mit den Worten: „Ihr müsst morgen wieder kommen“. Diese Menschen sind dort meist ohne Verwandte, zu denen sie gehen könnten, haben oft aber gar kein Geld, können sich keinen Hotelaufenthalt leisten. Das wissen die Verantwortlichen am Checkpoint ganz genau, sagt Roni, aber es beeinflusst ihre Entscheidung nie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-4330" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-768x511.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Qalandia-Checkpoint</figcaption></figure>



<p>Ein anders Beispiel: Ein Vater kommt mit seinem 5jährigen Sohn, der drei Mal in der Woche, zur Nierendialyse von Nablus über den Checkpoint Qalandia, durch Jerusalem nach Hebron im Süden der West fahren muss. Insgesamt mehr als vier Stunden Fahrzeit für eine Strecke. Nun wurde dem Vater vermittelt, dass sein Visum abgelaufen sei, er nicht durch die Kontrolle könne. Roni: „vor drei Tagen war er noch sicher, jetzt ist er es nicht mehr“. Er müsste mit seinem arg geschwächten Kind mehr als 3 Stunden warten, bis einer aus der Familie kam, der ein gültiges Visum hatte und den Jungen begleiten konnte. „Es gibt Situationen, da könnte man nur noch weinen“, sagt Roni. Es ist das System,&nbsp;&nbsp;dass die Menschen in Palästina zermürben soll.&nbsp;</p>



<p>Wegen dieser Willkür an den Checkpoints (auch die „fliegenden“ gehören dazu) , kommen sie alle zu spät: Lehrer, Ärzte, Schuler, Arbeiter, und verlieren nicht selten ihre Arbeit. „Man kann nur sagen wann man abfährt, wann man ankommt, entscheidet die Besatzungsmacht“, so Roni.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/images.jpg" alt="" class="wp-image-4331" width="593" height="332"/><figcaption>&#8222;alles unter Kontrolle&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nachdem die Gruppe „Machsom Watch“ zunächst nur an den Checkpoint beobachtet hatte, alles was beobachtet wird, wird auch in Berichten festgehalten, hat man sich recht schnell auch um die Palästinenser „gekümmert“, die vor ihren Augen am Checkpoint festgenommen und inhaftiert wurden. Es wurde die Beobachtung der Gruppe auf die Anhörungen an den Militärgerichten ausgeweitet. Sie erzählte von einem normalen Fall wo ein 14 jähriger Junge (meist mitten in der Nacht)&nbsp;&nbsp;aus seiner Familie geholt wird. Er wird in der Regel in eine Polizeistation nach Israel gebracht. Dort wird er (ohne das seine Eltern oder zum Beispiel eine Sozialarbeiterin dabei ist vernommen, dabei auch nach seinen besten Freunden gefragt. Wenn er sie nennt, sind es meist die Nächsten die zu Nachtzeiten abgeholt werden. In der gerichtlichen Anhörung später sind dann Richter, Staatsanwalt, Anwalt und Schreibkraft anwesend. Es wird ihm dann der Vorwurf unterbreitet, dass&nbsp;&nbsp;er in einem Zeitraum (zum Beispiel) vom 1. bis 24. Dezember Steine geworfen haben soll. Solche „Zeitvorwürfe“ würden regelmäßig gemacht. Wie soll man auf solch pauschalen Vorwürfen als Verteidiger reagieren, fragte uns Roni? Wie kann dann konkret ein Alibi benannt werden? Weitere solch pauschaler Vorwürfe sind „Mitglied einer verbotener Gesellschaft“, was macht man sich zu schulden, wenn man in einer „Koran-Lesegruppe“ ist oder in einer Studentenverbindung?</p>



<p>Auf unsere Frage wie denn ihre Mitmenschen in Israel auf ihr Engagement und vor allem auf ihre Berichte reagieren würden sagte sie uns, die Meistens wollen es gar nicht hören, einige sagen mir du lügst, einige Andere beschimpfen sie oder es kommt auch vor das sie (auch von „Freunden“) gemieden wird.</p>



<p>Die Art und Weise, wie uns Roni ihre Erlebnisse und Meinung „ungeschminkt&#8220; und mit einer Klarheit und Vehemenz vortrug, hat alle die zugehört haben, sehr beeindruckt.</p>



<p>Roni Hammermann, die für Ihr Engagement 2008 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen hat, begründet ihr unermüdliches Engagement für die Menschenrechte mit den Erlebnissen ihrer eigenen Familie, die zum Teil in Auschwitz ermordet wurden. &#8222;Ich kann nicht mehr schweigen!&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4332" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drei der 12 Chagall-Bilder in der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses
von links nach rechts: Naphtali, Josef und Benjamin</figcaption></figure>



<p>Geprägt von diesem Gespräch hat ein Teil der Gruppe den nicht leichten Gang zum Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gemacht. Ein kleiner Teil der Gruppe, die&nbsp;Gedenkstätte schon früher besucht hatte, ist mit mir ins nahegelegene Hadassah-Krankenhaus gefahren wo in einer dem Krankenhaus angeschlossenen Synagoge, zwölf Fenster von Chagall mit Motiven der 12 Stämme Israels bemalt wurden.&nbsp;<em>„Dies ist mein bescheidenes Geschenk an das jüdische Volk, das immer von biblischer Liebe, Freundschaft und Frieden unter den Völkern geträumt hat. Dies ist mein Geschenk an dieses Volk, das hier vor tausend Jahren in mitten anderer semitischer Völker gelebt hat.“ (</em>Marc Chagall 1962 zur Fertigstellung der Fenster)</p>



<p>Anschließend bin ich mit der kleinen Gruppe mit der Straßenbahn die ganze Strecke von der Endhaltestelle Herzlberg im Süden zur anderen Endhaltestelle Norden, Heil Ha-Avir. Ich hatte schon mehrmals von der besonderen „politischen“ Rolle der Straßenbahn geschrieben. Mit dem palästinensischen Bus 231 haben wir uns dann vom Damaskus Tor bis nach Beit Jala fahren lassen.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong>﻿</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Wir sind gute Nachbarn&#8220; man kann es so und auch anders sehen&#8230;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/wir-sind-gute-nachbarn-man-kann-es-so-und-auch-anders-sehen/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/wir-sind-gute-nachbarn-man-kann-es-so-und-auch-anders-sehen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Mar 2019 20:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Beduinen]]></category>
		<category><![CDATA[Jahalin-Beduinen]]></category>
		<category><![CDATA[Jericho]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaik]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Totes Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4314</guid>

					<description><![CDATA[Bei eindeutig besserem Wetter, am Nachmittag war es am toten Meer schon wieder&#160;25 °C , haben wir heute uns heute ins Jordantal begeben. Vor Jahren hatte ich in Jericho ein Mosaikcenter kennen gelernt, welches wir <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wir-sind-gute-nachbarn-man-kann-es-so-und-auch-anders-sehen/" title="&#8222;Wir sind gute Nachbarn&#8220; man kann es so und auch anders sehen&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Bei eindeutig besserem Wetter, am Nachmittag war es am toten Meer schon wieder&nbsp;25 °C , haben wir heute uns heute ins Jordantal begeben.</p>



<p>Vor Jahren hatte ich in Jericho ein Mosaikcenter kennen gelernt, welches wir auch heute zunächst einen kurzen besuch abgestattet haben. Dort wird das alte Handwerk des Mosaikstein legen ausgeübt. Viele junge Menschen nutzen dort auch die Möglichkeit in einem Workshop die Grundfertigkeiten zu erlernen.&nbsp;<a href="http://www.mosaiccentre-jericho.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Weitere Infos zum Center (öffnet in neuem Tab)">Weitere Infos zum Center</a></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000448-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4316" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000448-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000448-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000448-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Zum Mosaik-Centern Jericho<br> im Hintergrund sieht man den stark angeschwollene Fluss aus dem Wadi Kelt</figcaption></figure>



<p>Anschließend sind wir in die israelische Siedlung Náama gefahren die zwischen Jericho und dem Jordan liegt. Dort haben wir einen Farmer getroffen, der seit 1982 hier begonnen hat „die Erde urbar“ zu machen. „Das Land haben wir vom Staat bekommen“ erklärte der Farmer Der vorhandene Boden war lehmig und sehr salzhaltig. Er wurde ausgewaschen und jahrelang mit Humus bearbeitet, so das aus dem grauen Boden fruchtbarer brauner Boden geworden ist. Zunächst wurden hier Dattelpalmen angepflanzt, die vor allem mit gebrauchtem Wasser aus Jerusalem, welches nur leicht gereinigt wurde, getränkt werden. Später wurde in starkem Maße auch Kräuter wie Basilikum und Estragon angebaut. Mit den Palästinensern „gibt es hier keine Probleme“, viele arbeiten bei uns. Sie bekommen für einen 8 Stunden Tag (mit zwei Pausen) 40,- Dollar. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000457-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4319" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000457-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000457-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000457-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Datteln und Kräuteranbau am Jordan</figcaption></figure>



<p>Die erstellte Ware wird über einen Großhändler nach Europa (auch nach Deutschland) verschickt, oft „über Nacht“ mit dem Flieger. Mit der Kennzeichnung würde es so gemacht „wie es gefordert würde“. Mir war es nicht ganz klar was damit gemeint ist. Überhaupt schien es aus Sicht des Farmers alles „easy“. Wir verstehen uns mit den Palästinensern im benachbarten Dorf, wo auch Datteln und Kräuter angebaut werden, gut: „wir sind Nachbarn“. Für mich und noch mehr für die Gruppe war es/ist es, wie so immer, schwierig, wenn man auf „überzeugte“ Israelis trifft, die scheinbar kein „Unrechtsbewusstsein“ haben, die glauben alles sei so richtig. Dabei es sind und bleiben es Produkte aus nach Völkerrecht illegalen Siedlungen aus besetzten Gebieten. Bereits 2010 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass alle Produkte aus den israelischen Siedlungen nicht unter das EU-Zollpräferenz-Abkommen fallen. Deshalb sollen alle Produkte aus den besetzten Gebieten entsprechend gekennzeichnet sein. Israel lehnt dies bis heute ab.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000461-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4318" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000461-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000461-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000461-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Basilikum am Jordan geerntet als israelisches Produkt im deutschen Supermarkt!?</figcaption></figure>



<p>Im Zusammenhang mit der Produktion von Datteln und anderen Pflanzen hier im Jordantal, die alle viel Wasser brauchen, haben wir in unserer Reisegruppe über die Wassersituation hier in der Region, aber eben auch im ganzen Land (Israel &amp; Palästina) diskutiert. Leider hatten wir nicht , wie in den vergangenen Jahren Thomas König, einen Experten zu diesem Thema, den wir befragen hätten können. Ich verweise deshalb einmal mehr auf die Links zum Thema Wasser am Beginn des heutigen Beitrages.</p>



<p>Nachdem wir uns am toten Meer ein wenig entspannt haben (nach dem es gestern soo kalt war, erschien uns der heutige sonnige und warme Tag wie ein Wunder), sind wir noch ins Wadi Kelt gefahren und haben die wunderschöne Schlucht und das griechisch-orthodoxe Georg-Kloster bei wunderschönem nachmittäglichem Sonnenlicht angeschaut.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000470-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4320" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000470-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000470-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000470-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Wadi Kelt mit Blick auf Jericho</figcaption></figure>



<p>Auf dem Weg zurück nach Jerusalem haben wir dann noch einen kurzen Stopp bei den Jahalin-Beduinen gemacht. Ich habe über ihre Situation bereits bei meinen Aufenthalten im letzten April und auch im November 2018 informiert. Vielleicht das Wichtigste zuerst: weder Schule noch die Wohngebäude sind bisher abgerissen, obwohl es im Oktober 2018 ein endgültiges Urteil zum Abriss dieses Beduinen-Camps gegeben hatte ..</p>



<p><a href="https://www.dvhl.de/single-post/2018/05/02/Israelische-Siedler-gegen-Vertreibung-von-Beduinen" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Erfreulicherweise haben sich auch Siedler gegen die Vertreibung der Beduinen ausgesprochen. (öffnet in neuem Tab)">Erfreulicherweise haben sich auch Siedler gegen die Vertreibung der Beduinen ausgesprochen.</a></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190317_172131-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4321" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190317_172131-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190317_172131-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190317_172131-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Ich empfehle dringend diesen Link zur Internet-Seite der Jahalin Solidarität zu nutzen. Dort ist ein so beeindruckender Film „High Hope“ mit der Musik von Pink Floyd die ausdrücklich ihre Erlaubnis gegeben haben, über den Kampf der Beduinen in den 90ziger Jahren zu sehen, mir sind die Tränen kommen oder die Wut. Ich hoffe sie werden gewinnen:&nbsp;</strong><br><a rel="noreferrer noopener" aria-label="Link (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.jahalin.org" target="_blank">Link</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/wir-sind-gute-nachbarn-man-kann-es-so-und-auch-anders-sehen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwester Rosa: Es kommt auf den &#8222;Kern&#8220; an!</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/schwester-rosa-es-kommt-auf-den-kern-an/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/schwester-rosa-es-kommt-auf-den-kern-an/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Mar 2019 21:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester Rosa]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4304</guid>

					<description><![CDATA[Nun sitze ich mal wieder nach einem langen Tag an meinem PC und denke wie schwer ist es auch heute wieder, dass&#160;&#160;Gesehene und Erlebte in (möglichst „überschaubare“) Worte zu fassen. Ich will es versuchen. Am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/schwester-rosa-es-kommt-auf-den-kern-an/" title="Schwester Rosa: Es kommt auf den &#8222;Kern&#8220; an!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nun sitze ich mal wieder nach einem langen Tag an meinem PC und denke wie schwer ist es auch heute wieder, dass&nbsp;&nbsp;Gesehene und Erlebte in (möglichst „überschaubare“) Worte zu fassen. Ich will es versuchen.</p>



<p>Am Morgen haben wir dem allseits bekannten Weinberg der Familie Nassar einen Besuch abgestattet. Nachdem ja gestern das Wetter ganz „leidlich“ war, hatte es sich heute im Laufe des Vormittags wieder zugezogen. Auf dem Weinberg ging ein mächtiger unangenehmer kalter Wind, Gott sei dank war es (zunächst) trocken.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4307" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>trotz derzeit schlechtem Wetter, der Frühling kommt auch auf dem Weinberg</figcaption></figure>



<p>Zum Weinberg habe ich schon sooo viel geschrieben, (siehe auch die Links am Anfang des Textes, deshalb will ich von dem berichten, was mir am Vortrag von Daoud, der unsere Gruppe in Empfang genommen hatte, neu und besonders war.</p>



<p>Schon zu Hause hatte ich davon gehört das in der letzten Woche mal wieder ein „Abrissbefehl“ auf dem Gelände gefunden worden war. Es war das 31. Mal, dass auf diese unglaubliche Art und Weise ein gerichtliches Dokument einfach irgendwo hinterlegt wurde. Nun ist aber zum ersten Mal genau das passiert, was der Absender mit dieser Art der „Hinterlegung“ beabsichtigt&#8230;eben das der Adressat das Dokument nicht so rechtzeitig findet um&nbsp;&nbsp;gegen den Bescheid innerhalb von 45 Tagen Widerspruch einlegen zu können. Der aktuelle Abrissbefehl stammt vom 16. Dezember 2018, die Einspruchsfrist war Anfang Februar abgelaufen. Theoretisch könnte also jetzt an jedem Tag die mehr als 2.000 Weinstöcke (und denen galt der Abrissbefehl!!), die vor 2 1/2 Jahren gepflanzt wurden, zerstört werden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-3596" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Daoud Nassar</figcaption></figure>



<p>Daoud ging auch noch einmal auf die letzte große Baumzerstörung im Mai 2014 ein. Damals wurden im Tal durch das Militär Hunderte von Obstbäumen zerstört, darunter zahlreiche Aprikosenbäume deren Früchte kurz vor der Ernte standen. Dmals hatte die Familie Nassar gegen diesen willkürlichen Akt vor Gericht auf Widergutmachung und Schadensersatz geklagt, der Schaden wurde damals auf mehr als 100.000 Dollar geschätzt. Damit ihre Klage bei Gericht angenommen werden konnte, mussten sie dort 7% des Streitwertes (also 7.000,- Dollar) bezahlen. Außerdem kamen Gutachter- und Anwaltskosten von 15.000,- Dollar hinzu. Sie haben also neben dem materiellen und körperlichen Schaden Geld zahlen müssen. Bis heute, fast 5 Jahre nach diesem Vorfall haben sie nichts mehr vom Gericht gehört.</p>



<p>Ganz allgemein zur Situation der Palästinenser meinte Daoud, dass oft die täglichen Provokationen in Form von Erniedrigung und Schikanen eine ganz bewusst gestellte „Falle“ seien, damit wir entweder gewalttätig reagieren oder eben so mürbe gemacht werden das wir unser Land verlassen. Das es den jüdischen Israelis verboten sei, die Städte der Zonen A zu betreten (auf den roten Schildern am Eingang der Zonen steht als Grund etwas von Lebensgefahr!) betrachtet Daoud als Maßnahme damit das „Feindbild“ aufrecht erhalten bleibt.</p>



<p>Meinen letzten Blogbericht bei meiner Reise im Herbst 2018 habe ich überschrieben mit &#8222;Ein Leuchtturm&#8220; für ganz Palästina. Gemeint war damit das Friedensprojekt &#8222;Tent of Nations&#8220;, für dessen beispielhaftes gewaltfreies Engagement Daoud Nassar, neben 14 anderen herausragenden Persönlichkeiten weltweit, der deutsche und der französische Staat den Menschenrechtspreis 2018 verliehen hat. Hier der Text der Laudatio:</p>



<p><em>Der 1970 geborene Aktivist Daoud Nassar setzt sich seit fast<br>20 Jahren mit seiner Nichtregierungsorganisation „Tent of Nations“ für die Verständigung zwischen Israelis und Pa- lästinensern ein. Auf dem Weinberg seiner Familie nahe Bethlehem betreibt er eine Fort- und Weiterbildungsstätte. Dort sensibilisiert er Besucher und Gäste für Fragen der Landenteignung und für die Auswirkungen des israelischen Siedlungsbaus auf Palästinenser, die im sogenannten „C- Gebiet“ des Westjordanlandes leben. Der Dialog mit Israelis und Palästinensern hilft dabei, mehr über die Situation der „anderen Seite“ zu erfahren. Das Leitmotiv seines Projektes mit dem Namen „Wir weigern uns Feinde zu sein“ hat dabei eine wichtige Signalwirkung. Viele israelische und internationale Freiwillige arbeiten in den Erntemonaten auf dem Weinberg seiner Familie. Durch seinen jahrzehntelangen Einsatz lebt Daoud Nassar vor, wie selbst unter widrigen Bedingungen eine Bleibeperspektive in diesen Gebieten erhalten werden kann.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4312" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Preisverleihung im Dezember 2018 mit Vertretern des deutschen Büros in Ramallah und der Familie Nassar</figcaption></figure>



<p>Im Anschluss an unseren Besuch auf dem Weinberg haben wir uns in das nahegelegene <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Dorf Battir (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.deutschlandfunk.de/unesco-welterbe-battir-kulturlandschaft-auf-umkaempftem.691.de.html?dram:article_id=290037" target="_blank">Dorf Battir</a> gemacht. Auch von diesem Dorf habe ich schon im letzten Jahr berichtet. Es ist ein landschaftlich wunderschön gelegener Ort, der auch deshalb bekannt geworden ist, weil israelisch und palästinensische Umweltschützer erreicht haben, dass ein lange gehegter Plan der Militärverwaltung, quer durch die weltbekannten Wasserterrassen (seit 2014 auch UNESCO-Weltkulturerbe) die Mauer zu bauen, auf ihre Initiative hin durch das obersten israelischen Gericht untersagt wurde. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz berichten, über die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Israel (USA) und der UNESCO. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4308" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Wasserterrassen von Battir: UNESCO Weltkulturerbe</figcaption></figure>



<p><br> Seit 2014 ist Palästina Mitglied in der UN (Kultur-)Organisation UNESCO. <br>Die ist die Organisation der Vereinten Nationen die für Bildung, Wissenschaft und Kultur zuständig ist und auch besondere Orte in aller Welt zu &#8222;Weltkulturerbe&#8220; erklärt. Nachdem bereits 2014, kurz nachdem Palästina als Mitglied aufgenommen wurde, die Geburtskirche in Bethlehem diese besondere Auszeichnung bekam und im folgenden Jahr auch die Wasserterrassen von Battir mit dieser Auszeichnung geehrt (aber auch geschützt ) wurden, hat die im Jahr 2017 erfolgte Ehrung der Altstadt von Hebron (einschließlich der Abrahams-Moschee) vor allem bei der Regierung in Israel (aber auch in den USA) für große Aufregung und letztlich zum gemeinsamen Austritt aus diese UN-Kommission geführt, der zu Beginn dieses Jahres nun vollzogen wurde. In einem <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beitrag von DLF-Kultur  (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/geschichtskampf-um-hebron-ein-welterbe-nur-der.979.de.html?dram:article_id=423667" target="_blank">Beitrag von DLF-Kultur </a>werden die Hintergründe dieser Auseinandersetzung genauer &#8222;beleuchtet&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4309" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>dieser  große Wasserspeicher speist das Bewässerungssystem der Terrassen</figcaption></figure>



<p>Leider hat es in Battir ganz fürchterlich angefangen zu regnen, so dass wir mehr als drei Stunden im einzigen örtlichen Restaurant „festsaßen“. Als wir endlich diesen Ort verlassen konnten, kamen uns Sturzbäche und Schlammfluten auf der Straße entgegen, wirkliche Naturgewalten die wir hier und heute erlebten.</p>



<p>Zum späten Nachmittag haben wir noch Schwester Rosa in ihrem Kloster im schönen Artas-Tal besucht. Nachdem sie uns die Kirche gezeigt und von ihren Aktivitäten hier vor Ort erzählt hatte, u.a. bieten sie einen Kindergarten für die vielen muslimischen Kinder des benachbarten Dorfes Artas an, gab sie uns noch etwas grundsätzliches mit auf den weiteren Weg hier in Palästina aber auch für den weiteren Lebensweg ganz allgemein. Wir sollten möglichst immer zum &#8222;Kern&#8220; vorstoßen. Nicht die Gebäude, oder die vielen Details, die wir auf so einer Reise sehen und wahrnehmen sind ausschlaggebend, es komme immer auf den Kern an. Den sollten wir immer suchen, auf den sollten wir uns immer konzentrieren. Für sie als religiöse Frau ist es alles was mit Gott zu tun hat. In dem sie gegenüber ihren Mitmenschen, egal welchen Glaubens, immer versucht als menschliche Christin eine gute Botschafterin des christlichen Glaubens wahrgenommen zu werden, hofft sie auch ihren Mitmenschen Gottes Güte und Liebe zu vermitteln. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-3869" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das wunderschöne Kloster &#8222;zum verschlossenen Garten&#8220; (Hortus Conclusus)</figcaption></figure>



<p>Ich hatte es glaube ich schon einmal beschrieben, über welch tolle Stimme Rosa verfügt. In der Kirche hat sie uns mit glockenreiner Stimme das weihnachtliche Lied &#8222;Stille Nacht, heilige Nacht&#8220; vorgesungen, es war wunderbar. Schwester Rosa ist aber nicht nur eine tolle Sängerin, eine gläubige Frau, ein quicklebendige Argentinierin sie hat auch erzieherische Kompetenzen. Sie erzählte uns, dass einige Bewohner von Artas, an der Krankenstation, die nahe am Kloster gelegen, zur medizinischen Erstversorgung der Dorfbewohner, genutzt wird, Müll abgeladen haben. Als Konsequenz hat sie die Krankenstation geschlossen, bis die Bewohner den Müll beseitigt haben.</p>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wer seinen Freund zu Unrecht verdächtigte, soll ihn gleich um Verzeihung bitten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em>(Talmud – Bavli Berachot 31)<br></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/schwester-rosa-es-kommt-auf-den-kern-an/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2019 22:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Mont Zions Award]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
		<category><![CDATA[Westmauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4295</guid>

					<description><![CDATA[Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“. Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/" title="Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“.</p>



<p>Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des Auguste-Viktoria-Hospitales auf dem Ölberg steht.</p>



<p>Gott sei Dank war das Wetter etwas schöner als gestern, so das die Gruppe den weiten Blick in alle vier Himmelsrichtungen genießen konnte.  Gleichzeitig war es der Gruppe möglich sich so einen guten Überblick über die Stadt Jerusalem, die judäische Wüste bis zum Jordangraben, den Verlauf der Mauer durch Ostjerusalem, ja gar die  genaue Lage von Bethlehem konnten wir feststellen. Beeindruckend der „grüne Flaum“ der sich zum beginnenden Frühjahr über weite teile der Wüste gelegt hat.</p>



<p>Nach diesem kolossalen Überblick haben wir uns auf den Weg gemacht, den Ölberg hinabzusteigen und in die Jerusalemer Altstadt einzutauchen. Mit uns gingen Tausende Muslime in die Altstadt um dort auf dem Platz „Haram AshSharif“, den die Juden „Tempelplatz“ nennen, am Wahrzeichen von Jerusalem, dem Felsendom und der Al Aqsa Moschee, das traditionelle Freitagsgebet abzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4301" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick vom Ölberg gen Osten auf die judäische Wüste</figcaption></figure>



<p>Wir sind durch die Altstadt, entlang der Via Dolorosa gegangen und haben die Altstadt am „Neuen Tor“ wieder verlassen. Anschließend haben wir die Straßenbahn genommen, sind drei Haltestellen gefahren um dann in das jüdische Marktleben einige Stunden vor dem Beginn des Schabbats einzutauchen.</p>



<p>Ich habe in diesem Blog natürlich schon über die Besonderheiten der Altstadt, dem tollen Marktleben aber eben auch von der Straßenbahn geschrieben. Wie gewohnt kann der Leser, die Leserin, mit dem entsprechenden Link am Beginn des heutigen Berichtes, weitere Infos zu den entsprechenden Zielen lesen.</p>



<p>Nach dem Marktbesuch der, wie immer sehr beeindruckend lebendig war und wunderbar anzuschauende Produkte (Gemüse, Obst, Brot, Käse, Fisch, Nüsse, Gewürze,) präsentiert, haben wir uns wieder in die Altstadt begeben. Hier waren wir am Nachmittag mit dem Benediktiner Pater Elias von&nbsp;&nbsp;der Dormitio-Abtei verabredet.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4297" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>auch ein farbenfrohes Angebot</figcaption></figure>



<p>Auch über ihn und das Kloster kann man sich über die entsprechenden Links weiter informieren. Pater Elias erzählte uns etwas zur Entwicklung des Klosters, aber eben auch etwas zu den heutigen Aufgaben. Hier stellte er vor allem den Mount-Zions-Award der seit 1987 alle zwei Jahr verliehen wird. In der Begründung, weshalb dieser Preis verliehen wird heißt es:</p>



<p><em>Gerade in der Perspektive des betenden Menschen beginnt der Friede nicht erst auf der Bühne der Politiker und Militärs. Vielmehr wächst der Frieden aus dem Alltag der Menschen. Er kann sich dort langsam, aber nachhaltig ausbreiten, wo Menschen, die vorher zerstritten und verfeindet waren, umkehren, sich einander zuwenden und aufeinander zugehen.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4298" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>für mich immer wieder ein &#8222;betörender&#8220; Blick auf die Altstadt von Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Pater Elias erinnerte uns an die beeindruckende Rede des letzten Preisträgers Amos Oz der den Preis 2017 verliehen bekam. Der hatte Zusammenhang mit dem scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Israel &amp; Palästina von der unabdingbaren Notwendigkeit des Kompromisses gesprochen. Ich erlaube mir im Folgenden Auszüge der Rede von Amos Oz hier zu veröffentlichen. Die ganze Rede ist <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/rundbriefe/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="im Rundbrief 45/2018  (öffnet in neuem Tab)">im Rundbrief 45/2018 </a>abgedruckt</p>



<p><em>&#8230;&#8230;.„Ich glaube auch fest an Kompromisse. Das habe ich bereits mehrmals im Leben gesagt, aber wo sonst, wenn nicht auf dem Zionsberg, sollte ich wiederholen, wie sehr ich mich der Idee des Kompromisses verpflichtet fühle. Kompromisse sind niemals glorreich, Kompromisse sind niemals heldenhaft, Kompromisse sind nicht sehr inspirierend für die Kunst, für die Musik, für die Malerei, nein, eigentlich nicht. Kompromisse sind prosaisch. Zudem gibt es keine glücklichen Kompromisse. Zumindest kaum. Per Definitionem enthalten Kompromisse weder immer währende Ekstase noch Euphorie noch Glückseligkeit. Für viele, viele Menschen, besonders junge Idealisten, ist „Kompromiss“ fast ein Schimpfwort. Sie glauben eher, dass ein Kompromiss etwas Hinterhältiges, Unehrliches, Opportunistisches ist. Sie halten einen Kompromiss für das Gegenteil von Hingabe und Idealismus. Nicht so in meinem Wörterbuch, meine Damen und Herren. In meinem Wörterbuch steht „Kompromiss“ für „Leben“. Und das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Idealismus“, das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Hingabe“. Das Gegenteil von „Kompromiss“ ist „Fanatismus“ und „Tod“. Das ist eine harte Botschaft für die Führer Jerusalems, auf dem Zionsberg. Aber es ist meine Botschaft. Ich glaube an Kompromisse. Nicht an Kompromisse im Sinne von: ‚Lösche dich selbst aus, um den anderen glücklich zu machen‘. Auch nicht an Kompromisse im Sinne von ‚Halte deinem Feind oder deinem Gegner auch die andere Wange hin‘. An Kompromisse als eine Weise, dem anderen irgendwo in der Mitte zu begegnen. Der Kompromiss ist das Geheimnis von Ehe, das Geheimnis von Partnerschaft. Er ist das Geheimnis guter Nachbarschaft, das Geheimnis von Elternschaft, er ist das Geheimnis jeder ge- meinsamen Unternehmung unterschiedlicher Menschen. Und bitte glauben Sie mir, ich weiß das eine oder andere über Kompromisse, ich, der ich mit der selben wunderbaren Frau seit 57 Jahren verheiratet bin. Ich weiß also das eine oder andere über Kompromisse. Und ich glaube an Kompromisse.&nbsp;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="300" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/3626_oz_amos.jpg" alt="" class="wp-image-4300"/><figcaption>4. Mai 1939 in Jerusalem geboren<br>am 28.12. 2018 in Tel Aviv gestorben</figcaption></figure>



<p><em>Und ich glaube, dass das, was wir hier in Jerusalem, wir Jerusalemer aller Glau- bensrichtungen, Herkunft und Vorstellungen brauchen, keine Rettung ist, keine wundersame Rettung. Was wir jetzt brauchen, ist keine magische Formel. Was wir jetzt brauchen, ist nicht einmal irgendeine Art göttlicher Inspiration, keine Erlösung, sondern eine Lösung! Und eine Lösung bedeutet „Kompromiss“. Und Kompromisse sind schmerzhaft. Aber sie sind die einzige, einzige Alternative“&#8230;&#8230;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4299" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>gläubige Juden in tiefen Gebeten an der Westmauer &#8222;versunken&#8220;</figcaption></figure>



<p>Von der Dormitio-Basilika sind wir dann noch bei Sonnenuntergang, an die etwa 15 Gehminuten entfernte Westmauer gegangen. Dort&nbsp;&nbsp;begrüßen die Juden mit innigen Gebeten, aber auch enthusiastischen Gesängen und Tänzen, den beginnenden Schabbat. Ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis, dass für mich die Vielfalt des jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringt.</p>



<p>Der Tag war aber auch dann für die Gruppe noch nicht zu Ende. Wie bei jeder der Gruppenfahrten haben wir am Abend noch Faten Mukarker in ihrem Haus besucht. Bei einem leckeren Gericht mit palästinensischem Cuoscous haben wir Ausschnitte aus der Lebensgeschichte dieser tollen Frau gehört.</p>



<p><em>&nbsp;</em><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Die falsch verstandene Religiosität weist den Menschen “in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt“. Der rechte Glaube weist ihn jedoch „an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Eine kontextuelle Theologie kann deshalb nur „theologia crucis“ sein.</em>&nbsp;&nbsp;(Mitri Raheb, Dietrich Bonhoeffer zitierend)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Segenreicher&#8220; palästinensischer Alltag</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/segenreicher-palaestinensischer-alltag/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/segenreicher-palaestinensischer-alltag/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2019 21:29:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Aida-Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Banksy]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Jala]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Wallad off Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Wings of Hope]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4283</guid>

					<description><![CDATA[Heute stand auf dem Programm die Besichtigung der Mauer in Bethlehem, ein Besuch im Flüchtlingscamp Aida, ein Besuch im Wallad-Off-Hotel von Banksy, ein Gespräch mit Ursula Mukarker in der Beratungsstelle für traumatisierte Kinder und Frauen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/segenreicher-palaestinensischer-alltag/" title="&#8222;Segenreicher&#8220; palästinensischer Alltag">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute stand auf dem Programm die Besichtigung der Mauer in Bethlehem, ein Besuch im Flüchtlingscamp Aida, ein Besuch im Wallad-Off-Hotel von Banksy, ein Gespräch mit Ursula Mukarker in der Beratungsstelle für traumatisierte Kinder und Frauen „Wings of Hope“, und zum Abschluss am Nachmittag ein Besuch in der der &#8222;Patriarchen-Stadt&#8220; Hebron, in der sich die Grabstätte Abrahams, des Stammvaters der Juden, Moslems und Christen befinden soll.</p>



<p>Ich habe in diesem Blog über&nbsp;&nbsp;alle Programmpunkte, teilweise sehr ausführlich und mehrmals, schon geschrieben. Ich darf also, vor allem die neuen Leser/innen, auf die entsprechenden Links zu Beginn meines heutigen Tagesberichtes verweisen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000365-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4285" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000365-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000365-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000365-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>&#8222;der größte Schlüssel der Welt&#8220; am Eingang zum Aida-Flüchtlings-Camp in Beit Jala</figcaption></figure>



<p>Ich will mich also in meinem heutigen Bericht auf das aktuelle, von heute (bzw. aus den letzten Wochen) beschränken.</p>



<p>Der Tag war im Übrigen auch geprägt von einem Wettereinbruch, der einherging mit starkem Regen und Wind, vor allem aber auch mit stark gesunkenen Temperaturen (von unter 10 °C). Wie Faten uns erklärte, würden die Leute bei so einem Wetter, der den immer ersehnten Regen bringt, von einem &#8222;gesegneten&#8220; Wetter sprechen.</p>



<p>Die Besuche im <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Aida-Camp (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.alsharq.de/blog/zurueck-wohin-zum-palaestinensischen-recht-auf-rueckkehr" target="_blank">Aida-Camp</a> und auch im <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Wald-Off-Hotel (öffnet in neuem Tab)" href="http://walledoffhotel.com" target="_blank">Wald-Off-Hotel</a>, beide Einrichtungen liegen direkt an der 12m hohen Mauer, die Jerusalem von Bethlehem trennt, waren für die Gruppe beeindruckend. Für mich wurde durch das Gespräch mit einer Vertreterin Alle haben die Meinung vertreten, dass das Wetter sich der Stimmung, die diese beiden Versuche bei der Gruppe erzeugten, &#8222;prima ergänzten&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000379-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4286" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000379-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000379-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000379-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>wenn man im Wald-Off-Hotel aus dem Fenster schaut: sieht man die Mauer</figcaption></figure>



<p>Der Besuch im Zentrum Wings of Hope for Trauma <a rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.wings-of-hope.de/international/palaestina-und-israel/traumaarbeit/" target="_blank">https://www.wings-of-hope.de/international/palaestina-und-israel/traumaarbeit/ </a>haben wir nicht nur etwas zur Arbeit mit und für traumatisierte Kinder und Frauen erfahren, wir haben auch durch einen Zwischenfall, am eigenen Leibe erfahren können was es heißt/heißen kann, hier in dieser so krisengeschüttelten Region im &#8222;normalen&#8220; Alltag zu leben. Gegen 13.30 hörten wir auf der Straße (das Büro liegt mitten in Bethlehem) Schüsse. Etwa 15 Minuten gingen Salven von Gewehrschüssen einher, mit Geschrei von aufgeregten Menschen, wilden Hupen der Autos und in Panik durcheinander laufende Menschen. Wir konnten das aus der 2. Etage unseres Meeting-Raumes gut beobachten. Dank der sozialen Medien, hatte Ursula Mukarker relativ schnell unsere spontane Befürchtung, das es hier wieder, wie sooft in Bethlehem, zu einer Eskalation zwischen israelischer Armee und Palästinensern, gekommen ist, zerstreut. Wie wir erfuhren, dass es eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen zwei Familien gegeben hatte. Hintergrund war wohl die Tötung einer 31 jährigen 5-fachen Mutter durch den Ehemann, den die Familie der Frau &#8222;rächen&#8220; wollte. Der große Schreck über diesen Zwischenfall, der sich in unserer unmittelbaren Nähe ereignete, war uns allen nachhaltig in &#8222;die Glieder&#8220; gefahren. Trotzdem haben wir uns mit einiger Verspätung, noch auf den weg ins 25 km entfernte Hebron gemacht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000363-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4289" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000363-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000363-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Plakat im Aida-Camp erinnert an den Tod eines 13jährigen -Jungen</figcaption></figure>



<p>Bedingt durch das wirklich schlechte, nasskalte Wetter, aber auch wegen der späten Anreise, haben wir das übliche Programm in Hebron stark gekürzt. Wir sind einen kurzen Weg durch die Altstadt zur Abrahams-Moschee gegangen. Die Gruppe hatte also nur ganz begrenzt die Möglichkeit, die Besonderheit und damit die Konfliktursache in dieser Stadt in &#8222;Augenschein&#8220; zu nehmen. </p>



<p>Ich will hier nicht verschweigen, dass wir auch in Hebron, als wir uns aus der Altstadt entfernten, Schüsse gehört haben. Welchen genauen Hintergrund sie hatten habe ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen können.</p>



<p>Ich möchte an dieser Stelle aber über ein Ereignis berichten, dass sich vor einigen Wochen, im Zusammenhang mit der Stadt Hebron ereignet hat, in meinem Blog berichten.  Ende Januar 2019&nbsp;&nbsp; hat Israel die Ausweisung der Temporären Internationalen Präsenz in Hebron <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/TIPH" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="(TIPH)  (öffnet in neuem Tab)">(TIPH) </a>aufgekündigt, und das Ökumenische Begleitprogramm Palästina Israel <a rel="noreferrer noopener" aria-label="(EAPPI) (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.eappi-netzwerk.de" target="_blank">(EAPPI)</a> hat daraufhin erklärt, dass es jetzt zu unsicher für sie sei, ihre Menschenrechtsbeobachter weiterhin in der Stadt zu stationieren.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000385-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4287" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000385-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000385-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000385-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Verkleidet in die Abraham-Moschee</figcaption></figure>



<p> Alle Apelle, auch der der Bundesregierung, die Entfernung der TIPH aus Hebron rückgängig zu machen um sicherzustellen, dass internationale Menschenrechtsbeobachter, Freiwillige und Aktivisten in der Lage sind, sicher in der Stadt zu arbeiten, haben bis heute nichts genutzt</p>



<p>TIPH &#8211; bestehend aus Norwegen, Dänemark, Schweden, der Schweiz, Italien und der Türkei &#8211; wurde 1994 als Ergebnis der Osloer Abkommen gegründet, die die Notwendigkeit einer internationalen Beobachtertruppe in der Krisenstadt anerkennen, in der sich Siedler &#8211; die zu den gewalttätigsten und fanatischsten der gesamten israelischen Siedlerbewegung gehören &#8211; in der palästinensischen Bevölkerung niedergelassen haben; 1994 war auch das Jahr des Moscheemassakers von Ibrahimi.</p>



<p>Ende 2018 veröffentlichte die TIPH einen öffentlichen Bericht (in der Regel bleiben ihre Beobachtungen vertraulich), in dem über 40.000 Menschenrechtsverletzungen aufgeführt sind. Es sagte, dass Israel regelmäßig internationale und sogar israelische Gesetze verletzt. Im folgenden Monat, Januar 2019, kündigte Netanyahu an: &#8222;Wir werden die Fortsetzung einer internationalen Truppe, die gegen uns handelt, nicht zulassen&#8220;.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190314_115828-1-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4288" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190314_115828-1-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190314_115828-1-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190314_115828-1-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>in der Galerie im Banksy-Hotel gesehen: das Wasser steht bis zum Hals</figcaption></figure>



<p>Die &#8222;<a rel="noreferrer noopener" aria-label="Freunde von Sabeel (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.fvsabeel-germany.de/index.htm" target="_blank">Freunde von Sabeel</a>&#8220; deren deutsche Gruppe auch das Büchlein &#8222;Recht ströme wie Wasser&#8220; aus dem ich jeden Tag ein Zitat in diesem Blog veröffentliche, schreibt jede Woche: Jeden Donnerstag versammelt sich die Gemeinde in Jerusalem zum Abendmahl und zum Gebet. Ein Gebet, das in diesem Gottesdienst gebetet wird, wird auch an die Beter in aller Welt gesendet, damit in jeder Region um 12 Uhr das Gebet gebetet wird, damit eine Welle des Gebets rund um die Erde entsteht. Die Gebete haben zum Inhalt aktuelle Ereignisse der letzten Woche.</p>



<p><strong>Hier ein Auszug vom heutigen Tag</strong></p>



<p>Am Mittwoch, 6.März, wurden durch ein Feuer in ihrem Haus in Al Salaymeh, das zur Altstadt von Hebron gehört zwei palästinensische Kinder getötet. Die Feuerwehr wurde an einer Straßenblockade von Soldaten Israels aufgehalten; so war sie nicht in der Lage, die Kinder beizeiten zu erreichen. Als Nachbarn das Haus betraten und die Kinder herausholten, wurden sie an einem Checkpoint festgehalten, da sie die Kinder doch nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus bringen könnten. Wael Al Rajabi und Malak, ein vier-jähriger Junge und Malak, seine achtzehn Monate alte Schwester starben bei dem Unfall; ein Bruder erlitt schwere Verwundungen.</p>



<p><strong>Herr, wir beten für die Familie von Wael und Malak, die ihren Verlust betrauert; und wir beten für die Genesung ihres Bruders. Wir bitten, dass diese Tragödie die israelische Besatzungsmacht dazu bringt, nachzudenken, ob sie auch in Zukunft Notdienste davon abhält auf kritische Unfälle zu reagieren.</strong></p>



<p><strong>Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unsere Gebete.</strong></p>



<p><strong>und zum Schluss des heutigen Tagesberichtes das Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Das regenerierte jüdische Volk in Palästina muss nicht bloß ein friedliches Zusammenleben mit dem arabischen anstreben, sondern auch eine umfassende Kooperation und Entfaltung des Landes.</em>&nbsp;&nbsp;(Martin Buber)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/segenreicher-palaestinensischer-alltag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freedom Theater Jenin: „Früher wollte ich Märtyrer werden, jetzt will ich einen normalen Tod sterben“</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/freedom-theater-jenin-frueher-wollte-ich-maertyrer-werden-jetzt-will-ich-einen-normalen-tod-sterben/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/freedom-theater-jenin-frueher-wollte-ich-maertyrer-werden-jetzt-will-ich-einen-normalen-tod-sterben/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Mar 2019 21:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[freedom Theatre]]></category>
		<category><![CDATA[Knafeh]]></category>
		<category><![CDATA[Nablus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4275</guid>

					<description><![CDATA[Wie bei meinen Gruppenfahrten üblich, haben wir heute „unsere Zelte“ im „Paradies“ am See Genezareth abgebrochen und sind den langen Weg (etwa 120 km), quer durch die Westbank, nach Beit Jala gefahren. Dort werden wir <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/freedom-theater-jenin-frueher-wollte-ich-maertyrer-werden-jetzt-will-ich-einen-normalen-tod-sterben/" title="Freedom Theater Jenin: „Früher wollte ich Märtyrer werden, jetzt will ich einen normalen Tod sterben“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie bei meinen Gruppenfahrten üblich, haben wir heute „unsere Zelte“ im „Paradies“ am See Genezareth abgebrochen und sind den langen Weg (etwa 120 km), quer durch die Westbank, nach Beit Jala gefahren. Dort werden wir die nächsten acht Nächte, bis zu unserer Rückreise am 21. März, in der (schönen) „Abrahamsherberge“ unser müdes Haupt betten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000355-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4280" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000355-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000355-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000355-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abschied aus dem Paradies</figcaption></figure>



<p>Wie üblich haben wir zunächst in Jenin das <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Freedom Theater (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.thefreedomtheatre.org" target="_blank">Freedom Theater</a> besucht. Ich verweise hier auf einige Beiträge zum Theater in diesem Blog. Heute sprach mit uns  Nabil, der von den verschiedenen Projekten, die im Rahmen, der Theaterarbeit durchgeführt werden, hier seien genannt die Theaterschule an der derzeit 12 Schüler/innen ausgebildet werden.  Er berichtete auch von dem Dialogtheater, bei dem palästinensische Dörfer besucht werden. Hier werden Geschichten die die Dorfbewohner erzählen in Theaterspiel umgewandelt. Zur Finanzierung gefragt, meinte Nabil, dass es oft schwierig sei öffentliche Gelder zu bekommen, da die Theaterleute die Erwartungen die an diese Finanzierung nicht erfüllen (wollen). So sind die Unterstützungsgelder aus aller welt von einem großen Freundeskreis der Theaterarbeit in Jenin, letztlich die wichtigste, das wertfreie finanzielle Unterstützung. Zu Beginn unseres Treffens wurde uns ein kleiner Film gezeigt in dem Jugendliche (Mädchen und Jungs) ihre Motivation zur Theaterarbeit, aber auch ihre Auswirkung darlegten. Ein junger Mann sagte: „Früher hatten wir oft den Wunsch als Märtyrer zu sterben, jetzt will ich eines normalen Todes sterben“. Das Theater ist in einem Flüchtlingslager etabliert, in dem derzeit 17.000 Menschen auf 1qmkm leben. Die UNO hatte 1948 in vielen Städten der Westbank solche Flächen für 99 Jahre gepachtet. Nabil stellte die Frage, was eigentlich in 28 Jahren passiert, wenn die Pachtzeit abgelaufen ist?</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000358-1-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4281" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000358-1-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000358-1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Turm in der Altstadt von Nablus</figcaption></figure>



<p>Ein weiterer Haltepunkt war Nablus, die 2. größte Stadt in Palästina mit etwa 180.000 Einwohnern. Der „erfahrene“ Leser meines Blogs weiß schon was es aus Nablus zu berichten gibt&#8230;:-), wir haben die köstliche Knafeh der Al Aqsa- Bäckerei in der Altstadt gegessen. Ein unvergleichlicher Geschmack, wenn auch ein Reiseteilnehmer aus dem Frankenland meinte: Irgendwie schmeckt es auch ein bisschen so wie der österreichische Topfenstrudel&#8230;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000357-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4277" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000357-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000357-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000357-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>ein unvergleichlicher Geschmack: Knafeh aus Nablus</figcaption></figure>



<p>Zum späten Nachmittag haben wir dann noch einen Besuch im Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Ramallah gemacht. Insgesamt 6 deutsche Stiftungen sind in der Westbank aktiv. Sie bekommen ihre Finanzierung ihrer Arbeit nach einem Schlüssel, der die Anzahl der Abgeordneten im Bundestag und den Länderparlamenten wiederspiegelt.</p>



<p>Die Arbeit der Stiftung ist unabhängig von der jeweiligen Partei mit der sie eine Verbindung eingegangen ist. Allerdings sind die Projekte, die von den Stiftungen ausgewählt und unterstützt werden, schon im „Mainstream“ der politischen Richtung der jeweiligen Partei. Deshalb unterstützt die RLS eher Sozial und ökonomische Inhalte, wie auch die Gewerkschaftsarbeit. Daneben sind Bildungsarbeit und Politikberatung besondere Schwerpunkte der RLS. Die RLS in Ramallah hat insgesamt sieben einheimische Mitarbeiter/innen, eine davon sitzt im Gazastreifen. Nach ihrer Vison für die Zukunft gefragt, meinte Frau Beuck, die Leiterin der Stelle, dass sie keine Vision habe. Derzeit, so ihre Einschätzung, sind Verhandlungen sinnlos. Auch sei zu befürchten, dass nach den Parlamentswahlen im April, sich der Rechtsruck in der politischen Arbeit in Israel weiter fortsetzten wird. Aber, so Frau Beuck, der über Jahrzehnte  unter dem Deckel gehaltene Konflikt, ist so nicht zu lösen, ja es ist zu befürchten, dass es zu einer „Explosion“ kommen wird. Keine guten Aussichten aus dem Mund einer profunden Kennerin der Situation.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000360-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4278" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000360-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000360-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000360-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>bei Palästinensern heiß geliebt: Mais mit Gewürzen und Margarita vermengt</figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Der Ort an dem wir recht haben</em></p>



<p><em>An dem Ort, an dem wir recht haben,&nbsp;</em></p>



<p><em>werden niemals Blumen wachsen</em></p>



<p><em>im Frühjahr.</em></p>



<p><em>Der Ort, an dem wir recht haben,</em></p>



<p><em>ist zertrampelt und hart</em></p>



<p><em>wie ein Hof.</em></p>



<p><em>Zweifel und Liebe aber</em></p>



<p><em>Lockern die Welt auf</em></p>



<p><em>Wie ein Maulwurf, wie ein Pflug.</em></p>



<p><em>Und ein Flüstern wird hörbar</em></p>



<p><em>An dem Ort, wo das Haus stand,</em></p>



<p><em>das zerstört wurde.</em>&nbsp;&nbsp;(Jehuda Amichai)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/freedom-theater-jenin-frueher-wollte-ich-maertyrer-werden-jetzt-will-ich-einen-normalen-tod-sterben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
