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	<title>ortodoxes Osterfest &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2018 19:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[heiliges Feuer US Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[ortodoxes Osterfest]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/jerusalem-wundervoll-aufregend-und-zerrissen/" title="Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen Siedler vor allem in der Altstadt und eben in Silwan. Ich habe aber auch über die so unterschiedliche Versorgung der Gebiete im Osten der Stadt berichtet, was Schulen, Kindergärten, die Müllentsorgung, die Straßenbeschaffenheit oder eben die Versorgung mit Wasser angeht.</p>
<figure id="attachment_3917" aria-describedby="caption-attachment-3917" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3917" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3917" class="wp-caption-text">in Silwan, am Fuße des Al Aqsa Moschee spürt man die schleichende Übernahme palästinensischer Stadtteile durch jüdische Siedler besonders stark</figcaption></figure>
<p>Emad mein palästinensischer Freund hat ja in diesem meinem Blog vor einige Tage in einem Kommentar gefordert, man solle doch den Israelis die gesamte Verantwortung für alle Palästinenser übertragen. Hier in Jerusalem haben sie sich ja nun schon seit 1967 die Verantwortung gewaltsam genommen. Das Ergebnis nach 50 Jahren Besatzung kann sich jeder Besucher selbst vor Augen führen.</p>
<figure id="attachment_3922" aria-describedby="caption-attachment-3922" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3922" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3922" class="wp-caption-text">unter diesen Kuppeln der Grabeskirche sollte auch heute das &#8222;Feuerwunder&#8220; geschehen</figcaption></figure>
<p>Heute war aber ein ganz anderes Thema in Jerusalem an erster Stelle: der Karsamstag der orthodoxen Christen. Rund 350 Mio Orthodoxen Christen in aller Welt schauten heute auf Jerusalem. Hier fand in der Grabeskirche in der Altstadt die über 1.600 Jahre alte Zeremonie der <a href="https://www.die-tagespost.de/aus-aller-welt/aus-aller-welt/Das-Heilige-Feuer-weitergeben;art309,187387" target="_blank" rel="noopener">„Liturgie des heiligen Feuers“</a> statt. Viele orthodoxe Christen wollen live      dabei sein. Die Altstadt glich einer festung, dieses Mal –Gott sei dank- nicht wegen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär. Aber mir wurde von Einheimischen gesagt, dass das Aufgebot an Polizei und Militär in den letzten Jahren immer aufwendiger, ja übertrieben wäre. Vielleicht wird damit ja auch ein politischer Zweck erfüllt.</p>
<figure id="attachment_3918" aria-describedby="caption-attachment-3918" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3918" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3918" class="wp-caption-text">die Altstadt glich heute einer Festung, vielleicht auh gewollt!?</figcaption></figure>
<p>Wie dem auch sei, man kam in die Altstadt nur über das Jaffa-Gate und dieser Eingang wurde dann auch gegen 12 Uhr geschlossen. Viele der orthodoxen Christen hatten Bündel von Kerzen oder auch keine Laternen dabei. Hiermit wollen sie das für sie heilige Feuer in Empfang nehmen. Ich habe mich vom Ort des Geschehens entfernt gehalten, hatte ich doch schon davon gehört , dass es des Öfteren auch zu Panik und Massenhysterie gekommen war, wenn denn das Feuer entzündet ist. Auch hörte ich davon das sich die armenische Kirche in letzter Zeit wohl kritisch zum „Feuerwunder“ geäußert hat, sehr zum Unwillen der anderen Orthodoxen, die sich „ihr Wunder“ nicht nehmen lassen wollen. Es ist warscheinlich so, wenn die Eltern bei uns dem Kind erklären das es das Christkind nicht gibt, Kinder wollen das nicht war haben.</p>
<figure id="attachment_3919" aria-describedby="caption-attachment-3919" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3919" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3919" class="wp-caption-text">die Flamme brennt, das &#8222;Wunder&#8220; ist wieder geschehen, die orthodoxen Christen sind glücklich<br />Happy Easter</figcaption></figure>
<p>Aber nun zu einem ernsteren Thema<br />
Sicherlich habt ihr alle die weltweite Aufregung mitbekommen, als der US Präsident Trump im Dezember des vergangenen Jahres verkündete, das er die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegen will und damit diese Stadt, die seit 1948 geteilt und seit 1967 durch die Besatzung des Ostteils durch Israel „zwangseingemeindet“ wurde als Hauptstadt von Israel anerkannt hat. Weltweit, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Honduras ist diese Aktion des Präsidenten der USA auf Ablegung gestoßen.</p>
<p>Die USA wollen nun, wie man hört, ihre Botschaft nun doch viel früher eröffnen als bislang erwartet. Bereits im Mai würden der Botschafter und ein kleines Team in das bisherige Konsulat in Jerusalem umziehen, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde ein Schild angebracht, dass das Gebäude als Botschaft ausweise.</p>
<figure id="attachment_3920" aria-describedby="caption-attachment-3920" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3920" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3920" class="wp-caption-text">das &#8222;alte&#8220; US-Kosulat in Ostjerusalem wurde vor Jahren in den Westteil von Jerusalem verlegt</figcaption></figure>
<p>Eher zufällig bin ich in diesen Tagen an dem amerikanischen Konsulat vorbeigekommen. Ein eher kleines unscheinbares Gebäude relativ zentral in Jerusalem gelegen, vielleicht 1 km von der Altstadt entfernt. In den letzten Wochen gab es Anzeichen dafür, dass der „offizielle“ „Umzug“ der Botschaft am 15. Mai stattfinden soll. Konkret heißt es wahrscheinlich: einige wenige Büros werden wechseln und wie gemeldet das Türschild wird geändert. Das dieser geschichtsträchtige Tag &#8211; an dem 1948 Israel seine Unabhängigkeit erklärt hatte, aber eben auch der Tag an dem die Palästinenser seit eben nunmehr 70 Jahre ihren nationalen Gedenktag die NAKBA begehen – für diesen symbolischen Akt vorgesehen ist, zeigt mir einmal mehr, wie rücksichtslos mit den Empfindungen von Milionen Palästinensern umgegangen wird.</p>
<figure id="attachment_3921" aria-describedby="caption-attachment-3921" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3921" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3921" class="wp-caption-text">das derzeitige US-Konsulat kommt eher &#8222;unscheinbar&#8220; daher</figcaption></figure>
<p>Das „Oslo-Abkommen“, dass viele „Politikexperten ja als gescheitert ansehen, hat sich im Übrigen zur „Jerusalemfrage“ wie eben auch zu vielen anderen, für die Palästinenser so wichtigen Fragen nicht geäußert.</p>
<p>Sehr detailliert hat mir Amjad (vor nun schon 2 Wochen in Beit Sahur) bei in unserem Gespräch seine Meinung zu den <a href="http://marius-blog.de/das-oslo-abkommen/" target="_blank" rel="noopener">Oslo-Verträgen</a> erläutert.</p>
<p>Er sieht das ganze Procedere der beiden Oslo-Vereinbarungen wie einen Mietvertrag. Israel ist der Vermieter, die Palästinenser die Mieter. Israel hat alle seine Forderungen durchgesetzt: zum Beispiel Anerkennung durch die PLO oder das Recht der Absicherung der Grenze nach Jordanien. Die Palästinenser haben keine ihrer Forderungen erreicht, wie die Wasserfrage, Rückkehr der Flüchtlinge oder auch Klärung der „Jerusalem-Frage“. Für Amjad gibt es an der derzeitigen Situation zwei Gewinner: der Staat Israel verdient Milliarden an der Besatzung, die „Familienklicke“ um Präsident Abbas die in Palästina das Sagen hat verdient Millionen. Es fehlt also bei beiden Verantwortlichen ein wirkliches Interesse etwas an der derzeitigen Situation zu verändern. Wirklich eine ernüchternde Ansicht.</p>
<p>Es hat in den vergangenen Wochen viele ablehnende und verständnislose Stimmen aus Gesellschaft und Politik zu diesem (einseitigem)Vorgehen der USA bezüglich Jerusalem gegeben. Ich möchte den Leser/innen meines Blogs hierzu einen <a href="https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/trumps-erklaerung-die-kirchenfuehrer-und-das-verschwinden-der-christen-aus-bethlehem/" target="_blank" rel="noopener">Auszug einer Erklärung der christlichen Kirchenoberhäupter</a> bekannt geben, die sehr deutlich ist, aber eben auch keinen Einfluss nehmen wird</p>
<p><em>„Die internationale Gemeinschaft muss eine Lösung finden, um Jerusalem zu einer internationalen und für alle offene Stadt zu machen. Es kann nicht eine Seite sein, die erklärt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels oder Palästinas oder anderer Länder sein soll. Jerusalem muss eine für alle offene Stadt sein! Papst Johannes Paul II. mahnte schon vor Jahren: Wenn es keinen Frieden in Jerusalem gibt, wird der Frieden in der ganzen Welt unmöglich.“</em></p>
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		<title>„Ausnahmezustand“ am Ostersamstag (nicht nur) in Beit Jala</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Apr 2017 19:07:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Jala]]></category>
		<category><![CDATA[heiliges Feuer]]></category>
		<category><![CDATA[ortodoxes Osterfest]]></category>
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					<description><![CDATA[Ostersamstag im christlichen Deutschland, der Tag zwischen dem Karfreitag, an dem für die Christen Jesus am Kreuz gestorben und ins Grab gelegt wurde und dem Ostersonntag, an dem Jeus von den Toten auferstanden ist. Für <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ausnahmezustand-am-ostersamstag-nicht-nur-in-beit-jala/" title="„Ausnahmezustand“ am Ostersamstag (nicht nur) in Beit Jala">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ostersamstag im christlichen Deutschland, der Tag zwischen dem Karfreitag, an dem für die Christen Jesus am Kreuz gestorben und ins Grab gelegt wurde und dem Ostersonntag, an dem Jeus von den Toten auferstanden ist. Für mich als gläubiger Christ, war/ist dieser Tag „dazwischen“ immer eher ein ruhiger Tag an dem man sich auf das Osterfest „vorbereitete“, also einkaufen geht, die Wohnung putz alles eben schön macht.<br />
Ganz anders ist dieser Ostersamstag für die orthodoxen Christen, die in diesem Jahr zeitgleich, was eher die Ausnahme ist, mit uns Katholiken und Protestanten das Osterfest feiern. Der Tag vor dem Ostersonntag ist für die orthodoxen Christen der Tag, an dem in der Grabeskirche (für die Orthodoxen die „Auferstehungskirche“) in Jerusalem das Wunder des „Heiligen Feuers“ geschieht. Es ist für sie das größte „aller christlichen Wunder“. Um 14 Uhr entfacht sich das heilige Feuer und wird anschließend nicht nur zu den Christen in Israel und dem Westjordanland gebracht wird.  Es gibt Sonder-Flüge mit dem heiligen Licht nach Russland, Griechenland, Rumänien, Armenien…<br />
<a href="http://orthpedia.de/index.php/Heiliges_Feuer" target="_blank">Weitere Infos zum &#8222;Heiligen Feuer&#8220;</a></p>
<figure id="attachment_3404" aria-describedby="caption-attachment-3404" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3404" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erwartung-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erwartung-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erwartung-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3404" class="wp-caption-text">in gespannter Erwartung</figcaption></figure>
<p>Wie in allen christlich-orthodoxen Gemeinden erwartet man auch in <a href="https://www.bergischgladbach.de/beit-jala.aspx" target="_blank">Beit Jala,</a> dessen Einwohner (etwa 15.000) mehrheitlich Christen sind, am heutigen Ostersamstag das <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3402" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/extase-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/extase-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/extase-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/extase-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />heilige Feuer. Ich hatte schon viel von dem großen Fest hier in Beit Jala gehört und war froh es heute bei leichtem Sonnenschein, einmal selbst erleben zu dürfen. Rechtzeitig, so gegen 12 Uhr, war an der orthodoxen St. Georgs-Kirche, mitten in Beit Jala. Auf dem Weg dort hin sah ich schon junge Männer, die große Autos mit Blumen schmückten und in einheitlichen weißen T-Shirts mit rhythmischen Rufen „in Stimmung&#8220; brachten. An der Kirche war eine gro0e Video-Wand aufgebaut. Auf ihr konnte man die Zeremonie in der Grabes(Auferstehungs-)Kirche in Jerusalem sehen.</p>
<figure id="attachment_3398" aria-describedby="caption-attachment-3398" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3398" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/frauen-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/frauen-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/frauen-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3398" class="wp-caption-text">sehen und gesehen werden</figcaption></figure>
<p>Ich postierte mich oberhalb der Straße, durch die sonst der meiste Verkehr geht, heute war sie ab 13 Uhr gesperrt. Immer mehr Menschen kamen, viele brachten Kerzen mit. Alle waren schön angezogen, in etwa so wie es bei uns zu Weihnachten Brauch ist, wenn man (viele ja nur einmal im Jahr) den Gottesdienst besucht. Nur hier ist es eben schon wärmer es ist ja auch erst früher Nachmittag. Entsprechend „luftig“ waren vor allem die jungen „Damen“ angezogen. Viele Menschen hatten sich ein Kreuz um gehangen, die Frauen als Schmuck eher kleiner, die Männer oft aus Holz, größer.<br />
Ein wenig hatte es mittlerweile „Volksfest-Charakter“: der Geruch von Pop-Corn durchzog die Straße, es wurde Zuckerwatte und Luftballons verkauft.</p>
<p>Um 14 Uhr gab es einen Aufschrei bei den Menschen die auf der Videowand das Geschehen in Jerusalem beobachteten: das Wunder ist auch im Jahre 2017 wieder geschehen: der griechisch-orthodoxe Patriarch aus Jerusalem ist mit dem Heiligen Feuer aus der Grabeskammer gekommen. Nun wuchs auch die Spannung<br />
hier in Beit Jala von Minute zu Minute spürbar. Die Straße vor der Kirche war nun eng gefüllt mit erwartungsvollen Menschen. Jeder suchte sich einen Platz von dem er gute Sicht und (ganz wichtig) gute Filmmöglichkeit hat. Ich denke Tausende Videofilme wurden heute mit dem Handy gemacht und wahrscheinlich direkt auf You-Tube eingestellt. Irgendwann rief auch noch der Muezzim, ich hatte das Gefühl heute besonders laut.</p>
<p>Im Übrigen gab es hier auch einige professionelle Kameras, die das Geschehen, auch für die vielen Beit Jalis in aller Welt (in Chile leben allein mehr als jetzt in Beit Jala) aufnahmen. Irgendwann startete auch eine Drohne für die Luftaufnahmen. Ja wir sind auch hier in Palästina im Jahre 2017, es geht auch hier technisch alles&#8230;.</p>
<figure id="attachment_3399" aria-describedby="caption-attachment-3399" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3399" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/musik-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/musik-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/musik-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3399" class="wp-caption-text">mit viel Rhythmus die zahlreichen Trommel und Dudelsack-Gruppen</figcaption></figure>
<p>Dann so gegen 15.30 setzte sich ein langer Zug in Bewegung mit vielen Trommel und Dudelsackgruppen, Fahnen, Abordnungen der Pfadfinder kamen und endlich kam sie die „heilige Flamme“, getragen vom örtlichen Oberhaupt der orthodoxen Kirchen, flankiert mit den weltlichen „Würdenträgern“ (ich vermute den Bürgermeister), im Gefolge die, die etwas auf sich halten, fast wie bei uns zu änlichen Anlässen dachte ich mir.</p>
<figure id="attachment_3400" aria-describedby="caption-attachment-3400" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3400" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3400" class="wp-caption-text">das &#8222;heilige Feuer&#8220;</figcaption></figure>
<p>Das Licht wurde dann unter feierlichen Gesängen in die Kirche gebracht, dann auch hier der „Aufschrei“ und in Windeseile verteilte sich das Licht an die Menschen. Alle schauten wirklich beglückt aus, wünschten sich frohe Ostern und gingen, das Licht oft in kleinen Laternen, wohl nach Hause. Dort gibt es dort wohl ein schönes Essen, eben ganz wie bei uns zu Weihnachten oder –wie ich es auch gesehen habe- man geht in ein Restaurant.</p>
<figure id="attachment_3403" aria-describedby="caption-attachment-3403" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3403" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/feuer1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3403" class="wp-caption-text">mit dem &#8222;Heiligen Feuer&#8220; nach Hause</figcaption></figure>
<p>Einen wirklich größeren Kontrast zum Ostersamstag bei uns kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Mein Erleben heute hier hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Ich habe immer zwischendurch daran gedacht, die leben doch seit 50 Jahre unter Besatzung, die Mauer im Cremisan-Tal ist nur 800 Meter entfernt, wie können die so ausgelassen feiern, sich so freuen? Und das nicht nur hier in Beit Jala, an allen Orten in Israel und dem Westjordanland, wo sich noch christliche (orthodoxe) Gemeinden befinden, wurde heute sicherlich ähnlich enthusiastisch gefeiert. Vielleicht gibt der Volksglaube eine Auskunft:<br />
Der sagt nämlich <strong>Solange sich das (Heilige) Feuer entfacht geht die Welt nicht unter.<br />
</strong></p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Wenn Juden im Westen fünfzig Jahre nach der Shoa mit denen zusammenleben können, die sie vernichten wollten, könnte es doch auch möglich sein, dass nach weiteren fünfzig Jahren Juden und Palästinenser harmonisch zusammenleben?</strong></em></p>
<p>Von Marc Ellis (US-amerikanischer jüdischer Befreiungstheologe und Friedensaktivist.)</p>
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