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	<title>Pater Elias &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>So weit die Füße tragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 21:13:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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<p>Nun sind wir im Zentrum unserer Reise angekommen: die Region Jerusalem-Bethlehem. Von unserem Standort Beit Jala werden wir uns nun in den nächsten sieben Tagen in verschiedene Regionen bewegen: heute war ein erster Besuch in Jerusalem auf dem Programm. Kenner:innen meines Reiseprogramms mit Gruppen wissen, dass (normalerweise) der erste „Jerusalemtag“ gerne an einem Freitag stattfindet, schon alleine wegen dem besonderen Erlebnis der betenden und feiernden Juden zum Beginn des Sabbats (Sonnenuntergang) an der Westmauer (Klagemauer). Da aber in diesem Jahr am morgigen Freitag der Jerusalemer-Marathon stattfinden, bei dem viele Straßen gesperrt sind, die eine An-und Abreise erschweren, bzw. unmöglich machen, habe ich das Freitagsprogramm auf den Donnerstag gelegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5177" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">ein schöner Morgen</figcaption></figure>



<p>Da wir eine so kleine Gruppe sind haben wir heute auch erstmalig auf die Anreise mit dem eigenen Bus verzichtet und sind mit dem öffentlichen Bus der Bethlehem/Beit Jala mit Jerusalem (Damaskus-Tor) verbindet, gefahren. Die Haltestelle in Beit Jala ist direkt vor unserer Unterkunft.</p>



<p>Wie es dann so ist, wenn man sich auf unbekannte Wege begibt, man erlebt Überraschungen und Unerwartetes:<br>der erste Bus fuhr an unserer Haltestelle einfach durch, der Zweite kam eine viertel Stunde später. Dann wurden wir am Auto-Checkpoint vom dortigen Wachdienst, ganz junge Personen, besonders „behandelt“. Erst ließ man den ganzen Bus warten, dann kommt eine junge Frau in den Bus und meint ganz lapidar, sie erwarte alle Fahrgäste zur Kontrolle außerhalb des Busses. Bisher hatte ich lediglich erlebt, dass die jungen palästinensischen Fahrgäste zur Kontrolle aussteigen mussten, nun also (sicherlich aus irgendeiner Laune heraus) mussten alle austeigen. Ich kann so eine Willkür ganz schlecht aushalten. Wir kamen erst nach mehr als einer Stunde an unserem Ziel, dem Damaskustor an. Auch auf der Rückfahrt gab es so einige Hindernisse. Nicht nur, dass der Bus sehr voll war, auch unsere Idee, wegen der zu erwartenden Staus, einen anderen Bus als am Morgen zu nehmen und zu Fuße durch den Checkpoint 300 in Bethlehem zu gehen, brachte uns unerwartete Schwierigkeiten. Dann auf der Bethlehemer Seite sich einfach ein bzw. mehrere Taxis für unsere Gruppe zu ordern zu stellte sich doch äußerst schwierig da. Natürlich stürzten sich die Fahrer auf uns, hatten aber preisliche Vorstellungen die wir nicht bereit waren zu erfüllen. Also geht man zu Fuß, aber schon bald merkte ich dass es für Mitglieder meiner Gruppe zu viel wurde.&nbsp;&nbsp;Also haben wir uns dann doch noch Taxis genommen, dessen Preise nicht viel weniger waren, als die am Checkpoint angebotenen und sind gegen 19 Uhr in unserer Herberge angekommen</p>



<p>Unser Tagesprogramm haben wir wegen der langen Busanreise etwas gekürzt, den geplanten Besuch auf dem Jerusalemer-Markt haben wir auf die nächste Woche verschoben. Wie immer haben wir den „Jerusalem-Tag“ mit dem wunderschönen Ausblick vom Turm der Himmelfahrtskirche auf dem Scopus-Berg begonnen. Anschließend sind wir über den Ölberg in die Altstadt gelaufen. Dort haben wir das orientalische Treiben in den Gassen der Altstadt genossen. Mittags haben wir das Falafel-Sandwich gegessen und anschließend noch einen wunderschönen arabischen Kaffee getrunken, der mit einem ganz besonderen Verfahren aufgebrüht wurde. Das Kaffee-Pulver wurde mit dem Wasser in heißem Sand zum Kochen gebracht. Das hatte ich noch nie vorher so gesehen. <a href="https://alles-rund-um-kaffee.de/kaffeetipps/kaffee-auf-dem-sand/" data-type="URL" data-id="https://alles-rund-um-kaffee.de/kaffeetipps/kaffee-auf-dem-sand/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://citymagazine.si/de/kochen-turkischer-kaffee-in-heisem-sand/</a> könnt ihr mehr zu diesem Verfahren lesen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5174" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kaffee in heißem Sand aufgebrüht</figcaption></figure>



<p>Zum Nachmittag hatten wir uns noch mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Er erzählte uns von den Schwierigkeiten bei der Renovierung, wollte von uns wissen, ob wir das kennen, dass Menschen, in dem fall die Bauarbeiter an der Dormitio immer genau das Gegenteil von dem Machen was man sich wünscht. Dies sei auf der Baustelle oft der Fall, deshalb verzögert sich die Fertigstellung auch enorm. Aber in der nächsten Woche, am Festtag des HL. Benedikt am 21. März wird der neue Altar eingeweiht. Zum späten Nachmittag haben wir noch einen Blick auf die West(Klage-)mauer geworfen.<strong><br></strong>Auch wenn die Politik heute eher im Hintergrund blieb war es heute ein langer, und oft auch anstrengender Tag. Wir sind sehr viel gegangen, für einen aus der Gruppe war es zu viel. Als ich heute Abend, als wir in schöner Runde bei einem Glas wein und leckerem Taybeh-Bier zusammensaßen und ich fragte, welche Überschrift ich für meinen heutigen Tagesbericht nehmen solle,&nbsp;meinte dieses Gruppenmitglied ganz spontan:&nbsp;<strong>So weit die Füße tragen</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5176" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gesprächsrunde bei Pater Elias</figcaption></figure>



<p>Natürlich war in den letzten Tagen in der Gruppe, aber auch mit unseren Gesprächspartner:innen der heute stattfindende Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Nethanjahu ein Thema. Tenor unserer Gespräche war auch auf Grund der bisherigen Erfahrungen bei solchen Gesprächen, meist, dass keine großen Erwartungen an diese Gespräche geknüpft werden. Die Bundesregierung hat sich ja auch bisher so gut wie gar nicht zur neuen Regierung und deren Pläne geäußert. Einigen aus der Leser:innenschaft meines Blogs ist es ja bekannt, dass ich für die Nahost-Kommission von pax christi, deren Mitglied ich seit Jahren bin, im Sprecherkreis des Koordinationskreises Palästina-Israel&nbsp;&nbsp;(KoPI)mitarbeite.&nbsp;<strong><br></strong>Wir haben nun ein an Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock anlässlich der zunehmenden Gewalt in Israel/besetzte Gebiete <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=5272" data-type="URL" data-id="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=5272" target="_blank">einen Brief </a>verfasst. Darin wird auf Deutschlands Verpflichtungen aufgrund internationaler Verträge hingewiesen und eine Abkehr vom bisherigen Stillschweigen gefordert. Außerdem soll sich die Bundesregierung für den Schutz der Palästinenser einsetzen.</p>



<p>In diesem Zusammenhang möchte ich ebenfalls auf den <a href="https://www.jpost.com/israel-news/article-734287" data-type="URL" data-id="https://www.jpost.com/israel-news/article-734287" target="_blank" rel="noreferrer noopener">offenen Brief</a> von über 1.000 israelischen Kulturschaffenden an die Botschaften Deutschlands und Großbritanniens in Israel hin, in dem sie die beiden Regierungen auffordern, den Besuch Netanyahus sogar gänzlich abzusagen. Die Unterzeichner*innen warnen darin eindringlich vor den Folgen der umfangreichen Gesetzesvorhaben, die Israel unweigerlich in eine &#8222;theokratische Diktatur&#8220; verwandeln würden.</p>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wer seinen Freund zu Unrecht verdächtigte, soll ihn gleich um Verzeihung bitten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em>(Talmud – Bavli Berachot 31)</p>
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		<title>Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 18:37:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Leser:innenschaft Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vom-verlorenen-sohn-und-schleichender-besatzung-in-der-altstadt/" title="Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Liebe Leser:innenschaft </p>



<p>Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am tag passiert ist nieder zuschreiben. So ist es ganz &#8222;frisch&#8220; eben authentisch und macht den Kopf ein wenig frei für den schlaf und eben den neuen Erlebnissen am morgigen Tag.</p>



<p>Heute morgen hatte ich mich mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Leider besteht derzeit, wegen enormer Renovierungsarbeiten in der Kirche und im Kloster in der Woche keinerlei Möglichkeiten an den Gottesdiensten teilzunehmen. Lediglich am Sonntag wird eine kleine Ausnahme für die Touristen gemacht. <br>Wen es interessiert, was dort alles umgebaut und renoviert wird <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/nachrichten/aktuelles.news.171/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schaue bitte hier</a></p>



<p>So hatte ich also heute die Gelegenheit den Sonntagsgottesdienst in der Krypta zum besuchen. heute befasst sich das Evangelium mit dem &#8222;verlorenen Sohn&#8220;. Sicherlich werden viel meiner Leser:innen diese geschickte kennen. Der Vater hat 2 Söhne. Der eine lässt sich sein Erbe auszahlen rundgeht &#8222;in die Welt&#8220;. Dort verliert er sein ganzes Vermögen, wird ganz arm und fragt den Vater reumütig, ob er ihn wieder aufnimmt. Der Vater freut sich, macht ein großes Fest zur Begrüßung. Das wiederum kann der 2. Sohn nicht verstehen. Er beklagt sich deshalb bitterlich bei seinem Vater der ihm erwidert: &#8222;<em>„Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein.“</em> Wer die sehr Interessante heutige Predigt zu dieser Geschichte von Pater Basilius lesen will der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.dormitio.net/aktuelles/blog/blog.25/index.html" target="_blank">klicke hier</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5018" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>in der Krypta der Dormitio-Kirche</figcaption></figure>



<p>Vor dem Gottesdienst hatte ich die Möglichkeit mit Pater Elias ein wenig zu plaudern. Neben der aktuellen Info über den Stand der Umbauarbeiten (es gibt bei aller Unwägbarkeit, was eine solche Planung angeht, eine gewisse Hoffnung das Ostern 2023 es wieder Gottesdienste in der Kirche geben kann), sprachen wir auch über die Schwierigkeiten, hier in der Altstadt von Jerusalem, aber eben auch insgesamt in dieser Region. Wie mir schon vor Jahren gesagt wurde, gibt es immer wieder Attacken von meist jungen jüdischen Gruppen, gerne zum Ende des Schabbats in der Nacht zum Sonntag. Da ja in unmittelbarer Nähe des Klosters das Grab Davids vermutet wird, und in den letzten Stunden des Schabbats ihm, dem David von bestimmten jüdischen Gruppen ein besonderes Gedenken zu teil wird, versammeln sich dann eine Große Gruppe in der Nähe der Dormitio. Zum Ende dieser religiösen Versammlung kommen dann Jugendliche, angeführt allerdings von Erwachsenen und üben Zerstörungen aus, werfen Unrat in den Garten etc. Natürlich melden die Mönche sich bei der Polizei, aber es ändert sich nichts. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5020" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>im christlichen Viertel der Altstadt.</figcaption></figure>



<p>Elias erzählte mir auch von einem Vorgang in Beit Jala, von vor einigen Wochen, der so unglaublich klingt, aber eben doch auch war ist. Dort war eine Reisegruppe zu Gast in der Abrahams-Herberge, wo auch ich schon öfters mit Gruppen übernachtet habe. Die Gruppe wollte mit dem ortsansäßigen evangelischen Pfarrer ein Gruppenfoto machen. Auf dieses Foto hat sich, wie auch immer das passiert ist wusste Elias nicht, der bekannte rechtsextreme Jude Jehuda Glick neben den Pfarrer postiert. Mehr zum diesem Mann könnt ihr in <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_Glick" target="_blank">hier Wikipedia nachlesen</a>. Für die Muslime in Israel und Palästina ist herr Glick ein &#8222;rotes Tuch&#8220; Um so schlimmer, dass sich der evangelische (palästinensische) Pfarrer aus Beit Jala mit diesem Mann gemeinsam auf einem  Foto befand, was von Herrn Glick selbstverständlich über diadigitalen Medien massenhaft geteilt wurde. Noch am selben Baden haben sich Hunderte von aufgebrachten Muslims vor dem Haus des Pfarrers versammelt. Elias meinte, der Pfarrer müsste nun mit seiner Familie das Land verlassen, da es große Sorgen gibt das ihm fanatische Muslime nach dem Leben trachten.</p>



<p>Gestern die schlimme Geschichte mit Erpressung, Waffenhandel, Schießerei und Blutrache, heute nun die bewusste Irreführung eines radikalen Juden und der Fanatismus einer fehlgeleiteten und zu allem bereiten Muslimischen Bevölkerung. Das ganze hat, zumindestens auf den ersten Blick nun gar nichts mit dem Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern zu tun, oder eben vielleicht doch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5019" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>dieser Anblick ruft bei mir immer wieder, aber gerade jetzt, &#8222;Beklemmungen&#8220;hervor</figcaption></figure>



<p>Nach dem Gottesdienst habe ich mich zunächst im jüdischen Viertel der Altstadt &#8222;umgesehen. gefühlt tausende Soldaten der israelischen Armee &#8222;füllten&#8220; das Viertel. Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine ist ein solcher Anblick (vor meist &#8222;blutjungen&#8220; Menschen, die Waffen die töten können bei sich führen, für mich fast unerträglich. </p>



<p>Es sei mir gestatten an dieser Stelle auch auf einen Film <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/silence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318?sc_src=email_2977993&amp;sc_lid=266573564&amp;sc_uid=Xv8ogINSpZ&amp;sc_llid=1727&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.sueddeutsche.de%2Fkultur%2Fsilence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318&amp;utm_campaign=SZ_Film_240322&amp;sc_eh=3ee1f1f68e3883851" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Silence Breakers</a> hinzuweisen, in dem die Gruppe Breaking the Sielende vorgestellt wird, der gerade in diesen Tagen in Deutschland angelaufen ist. Die SZ schreibt dazu: Der Film der israelischen Regisseurin Silvina Landsmann schildert die Arbeit der NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220;, die die Aussagen von ehemaligen reumütigen Soldaten der israelischen Armee über ihre Zeit als oft rabiate Besatzer in den palästinensischen Gebieten sammelt: &#8222;Man sieht in ‚Silence Breakers‘ nicht nur die Arbeit der Aktivisten, man sieht auch, wie die Gesellschaft auf diese Arbeit reagiert&#8220;, schreibt unser Israel-Korrespondent Peter Münch. &#8222;Kurzum: Man sieht ein zerrissenes Land.&#8220; Silvana Landsmann will diese gesellschaftliche Spaltung durch ihren Film ein Stück weit aufbrechen. Sie hofft, die Menschen trotz aller gegensätzlichen Auffassungen miteinander ins Gespräch bringen zu können, wenn ihre Doku Anfang April im israelischen Fernsehen gezeigt werden wird.</p>



<p></p>
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		<title>Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2019 22:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Mont Zions Award]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
		<category><![CDATA[Westmauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“. Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/" title="Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“.</p>



<p>Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des Auguste-Viktoria-Hospitales auf dem Ölberg steht.</p>



<p>Gott sei Dank war das Wetter etwas schöner als gestern, so das die Gruppe den weiten Blick in alle vier Himmelsrichtungen genießen konnte.  Gleichzeitig war es der Gruppe möglich sich so einen guten Überblick über die Stadt Jerusalem, die judäische Wüste bis zum Jordangraben, den Verlauf der Mauer durch Ostjerusalem, ja gar die  genaue Lage von Bethlehem konnten wir feststellen. Beeindruckend der „grüne Flaum“ der sich zum beginnenden Frühjahr über weite teile der Wüste gelegt hat.</p>



<p>Nach diesem kolossalen Überblick haben wir uns auf den Weg gemacht, den Ölberg hinabzusteigen und in die Jerusalemer Altstadt einzutauchen. Mit uns gingen Tausende Muslime in die Altstadt um dort auf dem Platz „Haram AshSharif“, den die Juden „Tempelplatz“ nennen, am Wahrzeichen von Jerusalem, dem Felsendom und der Al Aqsa Moschee, das traditionelle Freitagsgebet abzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4301" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick vom Ölberg gen Osten auf die judäische Wüste</figcaption></figure>



<p>Wir sind durch die Altstadt, entlang der Via Dolorosa gegangen und haben die Altstadt am „Neuen Tor“ wieder verlassen. Anschließend haben wir die Straßenbahn genommen, sind drei Haltestellen gefahren um dann in das jüdische Marktleben einige Stunden vor dem Beginn des Schabbats einzutauchen.</p>



<p>Ich habe in diesem Blog natürlich schon über die Besonderheiten der Altstadt, dem tollen Marktleben aber eben auch von der Straßenbahn geschrieben. Wie gewohnt kann der Leser, die Leserin, mit dem entsprechenden Link am Beginn des heutigen Berichtes, weitere Infos zu den entsprechenden Zielen lesen.</p>



<p>Nach dem Marktbesuch der, wie immer sehr beeindruckend lebendig war und wunderbar anzuschauende Produkte (Gemüse, Obst, Brot, Käse, Fisch, Nüsse, Gewürze,) präsentiert, haben wir uns wieder in die Altstadt begeben. Hier waren wir am Nachmittag mit dem Benediktiner Pater Elias von&nbsp;&nbsp;der Dormitio-Abtei verabredet.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4297" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>auch ein farbenfrohes Angebot</figcaption></figure>



<p>Auch über ihn und das Kloster kann man sich über die entsprechenden Links weiter informieren. Pater Elias erzählte uns etwas zur Entwicklung des Klosters, aber eben auch etwas zu den heutigen Aufgaben. Hier stellte er vor allem den Mount-Zions-Award der seit 1987 alle zwei Jahr verliehen wird. In der Begründung, weshalb dieser Preis verliehen wird heißt es:</p>



<p><em>Gerade in der Perspektive des betenden Menschen beginnt der Friede nicht erst auf der Bühne der Politiker und Militärs. Vielmehr wächst der Frieden aus dem Alltag der Menschen. Er kann sich dort langsam, aber nachhaltig ausbreiten, wo Menschen, die vorher zerstritten und verfeindet waren, umkehren, sich einander zuwenden und aufeinander zugehen.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4298" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>für mich immer wieder ein &#8222;betörender&#8220; Blick auf die Altstadt von Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Pater Elias erinnerte uns an die beeindruckende Rede des letzten Preisträgers Amos Oz der den Preis 2017 verliehen bekam. Der hatte Zusammenhang mit dem scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Israel &amp; Palästina von der unabdingbaren Notwendigkeit des Kompromisses gesprochen. Ich erlaube mir im Folgenden Auszüge der Rede von Amos Oz hier zu veröffentlichen. Die ganze Rede ist <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/rundbriefe/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="im Rundbrief 45/2018  (öffnet in neuem Tab)">im Rundbrief 45/2018 </a>abgedruckt</p>



<p><em>&#8230;&#8230;.„Ich glaube auch fest an Kompromisse. Das habe ich bereits mehrmals im Leben gesagt, aber wo sonst, wenn nicht auf dem Zionsberg, sollte ich wiederholen, wie sehr ich mich der Idee des Kompromisses verpflichtet fühle. Kompromisse sind niemals glorreich, Kompromisse sind niemals heldenhaft, Kompromisse sind nicht sehr inspirierend für die Kunst, für die Musik, für die Malerei, nein, eigentlich nicht. Kompromisse sind prosaisch. Zudem gibt es keine glücklichen Kompromisse. Zumindest kaum. Per Definitionem enthalten Kompromisse weder immer währende Ekstase noch Euphorie noch Glückseligkeit. Für viele, viele Menschen, besonders junge Idealisten, ist „Kompromiss“ fast ein Schimpfwort. Sie glauben eher, dass ein Kompromiss etwas Hinterhältiges, Unehrliches, Opportunistisches ist. Sie halten einen Kompromiss für das Gegenteil von Hingabe und Idealismus. Nicht so in meinem Wörterbuch, meine Damen und Herren. In meinem Wörterbuch steht „Kompromiss“ für „Leben“. Und das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Idealismus“, das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Hingabe“. Das Gegenteil von „Kompromiss“ ist „Fanatismus“ und „Tod“. Das ist eine harte Botschaft für die Führer Jerusalems, auf dem Zionsberg. Aber es ist meine Botschaft. Ich glaube an Kompromisse. Nicht an Kompromisse im Sinne von: ‚Lösche dich selbst aus, um den anderen glücklich zu machen‘. Auch nicht an Kompromisse im Sinne von ‚Halte deinem Feind oder deinem Gegner auch die andere Wange hin‘. An Kompromisse als eine Weise, dem anderen irgendwo in der Mitte zu begegnen. Der Kompromiss ist das Geheimnis von Ehe, das Geheimnis von Partnerschaft. Er ist das Geheimnis guter Nachbarschaft, das Geheimnis von Elternschaft, er ist das Geheimnis jeder ge- meinsamen Unternehmung unterschiedlicher Menschen. Und bitte glauben Sie mir, ich weiß das eine oder andere über Kompromisse, ich, der ich mit der selben wunderbaren Frau seit 57 Jahren verheiratet bin. Ich weiß also das eine oder andere über Kompromisse. Und ich glaube an Kompromisse.&nbsp;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="300" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/3626_oz_amos.jpg" alt="" class="wp-image-4300"/><figcaption>4. Mai 1939 in Jerusalem geboren<br>am 28.12. 2018 in Tel Aviv gestorben</figcaption></figure>



<p><em>Und ich glaube, dass das, was wir hier in Jerusalem, wir Jerusalemer aller Glau- bensrichtungen, Herkunft und Vorstellungen brauchen, keine Rettung ist, keine wundersame Rettung. Was wir jetzt brauchen, ist keine magische Formel. Was wir jetzt brauchen, ist nicht einmal irgendeine Art göttlicher Inspiration, keine Erlösung, sondern eine Lösung! Und eine Lösung bedeutet „Kompromiss“. Und Kompromisse sind schmerzhaft. Aber sie sind die einzige, einzige Alternative“&#8230;&#8230;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4299" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>gläubige Juden in tiefen Gebeten an der Westmauer &#8222;versunken&#8220;</figcaption></figure>



<p>Von der Dormitio-Basilika sind wir dann noch bei Sonnenuntergang, an die etwa 15 Gehminuten entfernte Westmauer gegangen. Dort&nbsp;&nbsp;begrüßen die Juden mit innigen Gebeten, aber auch enthusiastischen Gesängen und Tänzen, den beginnenden Schabbat. Ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis, dass für mich die Vielfalt des jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringt.</p>



<p>Der Tag war aber auch dann für die Gruppe noch nicht zu Ende. Wie bei jeder der Gruppenfahrten haben wir am Abend noch Faten Mukarker in ihrem Haus besucht. Bei einem leckeren Gericht mit palästinensischem Cuoscous haben wir Ausschnitte aus der Lebensgeschichte dieser tollen Frau gehört.</p>



<p><em>&nbsp;</em><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Die falsch verstandene Religiosität weist den Menschen “in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt“. Der rechte Glaube weist ihn jedoch „an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Eine kontextuelle Theologie kann deshalb nur „theologia crucis“ sein.</em>&nbsp;&nbsp;(Mitri Raheb, Dietrich Bonhoeffer zitierend)</p>
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