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	<title>Battir &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Daoud Nassar: „Mit Hass zerstört man sich nur selbst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Mar 2023 18:22:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Artas]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Talitha Kumi]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Am heutigen Tag haben wir, bei weiter doch recht schönem Wetter, am Vormittag einen Besuch in dem am Rande der Westbank so schön gelegenen Dorf Battir gemacht. Anschließend sind wir zu meinem „Geburtsort“ hier in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-mit-hass-zerstoert-man-sich-nur-selbst/" title="Daoud Nassar: „Mit Hass zerstört man sich nur selbst“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am heutigen Tag haben wir, bei weiter doch recht schönem Wetter, am Vormittag einen Besuch in dem am Rande der Westbank so schön gelegenen Dorf Battir gemacht. Anschließend sind wir zu meinem „Geburtsort“ hier in Palästina gefahren, da wo alles anfing: dem „Friedensort Tent of Nations“.&nbsp;</p>



<p>Unsere Gruppe hat heute einen kleinen „Zuwachs“ bekommen: meine ehemalige Kollegin Andrea, und ihre Tochter Anna, werden für einige Tage an unserem Programm teilnehmen. Durch Andrea habe ich im Übrigen Fatima (Im Magdolin) kennengelernt. 2013 hat mir Andrea diesen, für meine dann zukünftigen Aufenthalte in Palästina, so wichtigen Tipp gegeben.&nbsp;</p>



<p>Kurzfristig haben wir am Morgen entschieden auch der deutschen Privatschule hier in Beit Jala, „Talitha Kumi“, einen kurzen Besuch abzustatten. Ich hatte im letzten Jahr den derzeitigen Schulleiter, Matthias Wolff, kenngelernt, der sich spontan bereitfand unserer Gruppe für ein kurzes Gespräch zu empfangen, um der Gruppe ein wenig zu dieser Schule zu erzählen. Das ich schon häufiger die Schule besucht habe, verweise ich, wie bekannt, auf das Stichwort Talitha Kumi am Schluss des Beitrages. Hier könnt ihr alle meinen bisherigen Beiträgen zu dieser Schule lesen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5210" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0531E94F-E07E-459B-A95A-08BB8ECC0FD4-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">mit dem Schulleiter Matthias Wolff auf dem Kirchendach von Talitha Kumi</figcaption></figure>



<p>Matthias Wolf hob noch einmal die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.talithakumi.org/de/startseite/" data-type="URL" data-id="https://www.talithakumi.org/de/startseite/" target="_blank">verschiedenen Aufgaben der Schule</a> hervor: Kindergarten, Schule, Berufsschule, Ökologisches Projekt und ein Gästehaus. Insgesamt gesehen haben die derzeitig, in vielen Regionen der Westbank aufbrechenden, gewalttätigen Zusammenstöße mit Siedlern oder dem Militär, die Region in der die Schule liegt noch nicht erreicht. Dennoch ist eine gewisse Anspannung bei der hiesigen Bevölkerung schon zu spüren: wie geht es weiter mit den Auswirkungen die vielfach der neuen israelischen Regierung geschuldet ist? </p>



<p>Im Anschluss an unseren kurzen Schulbesuch ging es ins nahe gelegenen wunderschöne Battir. Auch zu diesem Ort, den ich ebenfalls schon des Öfteren besucht habe, könnt ihr meine Beiträge mit dem Stichwort Battir abrufen. Heute hatten wir spontan einen örtlichen Guide engagieren können: Mariam, die uns auch schon mal in ihrer impulsiven Art etwas vorsang. Sie erzählte uns etwas zur Geschichte des Ortes, der ja im Jahre 2014 durch die UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Unseren Aufenthalt beschlossen wir mit einem Besuch im örtlichen Cafe, wo uns, bei herrlicher Aussicht auf das wunderschöne Tal mit der Eisenbahnstrecke Tel Aviv-Jerusalem, gute arabischen Speisen zu äußerst kostengünstigen Bedingungen, serviert wurden. Beim Koordinationskreis Palästina Israel, ist eine Mitgliedsgruppe der Arbeitskreis Battir-Brühl. <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ak-palaestina-bruehl.de" data-type="URL" data-id="https://www.ak-palaestina-bruehl.de" target="_blank">Auf dessen Homepage</a> findet ihr weitere wichtigen und interessanten Infos zu Battir</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5211" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/CCE229EE-C6B9-4ACB-ABB9-EC2075AC2716-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">toller Blick: Tal mit Bahnstrecke Tel Aviv-Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Dann ging es zu dem aus meiner Sicht „Höhepunkt des Tages“: dem Weinberg der Familie Nassar, dem Tent of Nations, welcher nicht sehr weit (10 km) von Battir entfernt liegt. Auch hier weise ich schon zu Beginn auf die Stichworte „Tent of Nations“ und „Weinberg“ hin, wo ihr meine vielen bisherigen Beiträge einsehen könnt. Auch auf der erneuerten <a href="https://tentofnations.com/de/" data-type="URL" data-id="https://tentofnations.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage</a> findet Ihr weitere Infos zum Tent of Nations.</p>



<p>Ich kenne den Weinberg nunmehr seit 11 Jahren und trotzdem ist es für mich immer wieder ein besonderer Augenblick, wenn ich über die Kuppe komme und den Weinberg in all seiner Pracht in dieser schönen Landschaft vor mir sehe. Erst der zweite und genauere Blick lässt mich dann die bekannten „Wermutstropfen“ wahrnehmen: den Roadblock der seit 2003 die Zufahrt versperrt, die immer größer werdenden Siedlungen die den Weinberg scheinbar „erdrücken“ und eben die Thora-Schule am Roadblock, wo mittlerweile der 2. Bauabschnitt weit fortgeschritten ist.</p>



<p>Wie Daoud im Gespräch betonte, wisse man derzeit nicht, ob nicht auch in Zukunft diesen jüdischen Schülern irgendwann einmal sich einen „Spaß“ daraus machen, auf dem Gelände des Weinberges Zerstörungen vorzunehmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5216" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FC3ED013-359B-44F9-A5F8-37CDCE6E276C-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gespräch in einer der neun Höhlen auf dem Weinberggelände</figcaption></figure>



<p>Seit 1990 versucht die Familie Nassar zu erreichen, dass der Besitz des 44 ha großen Geländes, welches die Familie 1916 mit Papieren käuflich erworben hat, gerichtlich anerkannt wird. Ein Neujahrsbrief von Daoud, den er am 23. Januar 2023 geschrieben hat, beschreibt gut die derzeitige Situation. Ihr findet diesen Brief <a rel="noreferrer noopener" href="https://marius-blog.de/brief-von-daoud-nassar-vom-23-januar-2023/" data-type="page" data-id="5213" target="_blank">hier</a></p>



<p>Zum in seinem Brief genannten nächsten Gerichtstermin am 12 Februar ist der staatliche Abwesenheitsverwalter (Staatsanwalt) zu der Sitzung nicht erschienen. Der Anwalt der palästinensischen Familie aus Nahalin, des einzigen verbliebenen Einspruchsführers, war anwesend. Sie müssen dem Ausschuss und unserem Anwalt in den nächsten Tagen Unterlagen zur Untermauerung ihrer Ansprüche vorlegen, um die hoffentlich endgültige Anhörung am 2. März vorzubereiten.</p>



<p>Aber auch dieser Termin ist ohne Ergebnis verlaufen, ein nächster Termin ist am 15. Mai angesetzt</p>



<p>Auf eine Frage aus unserer Gruppe, wie Daoud, diese schwierige Situation scheinbar gelassen aushalte, meinte er: <strong><em>„Mit Hass zerstört man sich nur selbst“</em></strong></p>



<p>Daoud ist dankbar, dass ihn und seine Familie so viele Menschen, in so vielen Ländern, unterstützen und so seine Familie auf dem Weg der Gerechtigkeit begleiten. Heute war eine Gruppe mit 25 internationalen Studenten, die derzeit in Jerusalem studieren auf dem Weinberg. Sie haben 150 Olivenbäume gepflanzt.&nbsp;</p>



<p>Welch ein starkes Signal der Solidarität</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5217" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A04A7788-205D-4DE2-BB4A-0FB16B03CF01-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">zum Abend ein kurzer Besuch beim Kloster &#8222;im geschlossenen Garten&#8220;im Artas-Tal gelegen</figcaption></figure>
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		<title>Wanderung durch das Al-Makhrour-Tal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 18:05:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Häuserabriss]]></category>
		<category><![CDATA[Weltkulturerbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Weltkulturerbe mit einem kleinen und einem großen Problem Heute an einem wieder Mal schönen sonnigen tag bin ich durch das wunderschöne Al-Makhrour-Tal gewandert. Alle die schon einmal in der Region waren und durch den Tunnel, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wanderung-durch-das-al-makhrour-tal/" title="Wanderung durch das Al-Makhrour-Tal">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p></p>



<p><strong>Weltkulturerbe mit einem kleinen und einem großen Problem</strong></p>



<p>Heute an einem wieder Mal schönen sonnigen tag bin ich durch das wunderschöne Al-Makhrour-Tal gewandert. Alle die schon einmal in der Region waren und durch den Tunnel, von Jerusalem kommend in Richtung Beit Jala gefahren sind kennen den wunderschönen Anblick aus dem Bus. Gleich hinter dem zweiten Tunnel (nach dem ersten kommt das ebenso schöne Cremisantal), sieht man es auf der rechten Seite. Ich habe wieder den 231 Bus genommen und bin wie gestern gleich nach dem Straßencheckpoint ausgestiegen. Vor Jahren bin ich den Weg durch das Tal schon einmal, allerding von Battir nach Beit Jala. Nun also in die umgekehrte Richtung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4583" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000721-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>traumhafte Landschaft</figcaption></figure>



<p>Es gab, neben der Erwartung, an ein wunderschönes Naturerlebnis und der wieder mal „himmlischen“ Ruhe die mich dort erwartete einen weiteren Grund, dass ich hier hin wollte.</p>



<p>Im September hatte mich jemand auf einen langen Beitrag (wieder mal) in der Haaretz, und wieder Mal von der israelischen Redakteurin Amira Hass, die in Ramallah lebt und schon oft bemerkenswerte Beiträge geschrieben hat. Da die Zeitung in englischer Sprach erscheint, habe ich mit erlaubt eine Übersetzungshilfe in Anspruch zu nehmen. Der Beitrag, den ich in der Spalte <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Gastbeiträge in meinen Blog (öffnet in neuem Tab)" href="http://marius-blog.de/die-geschichte-des-restaurants-der-familie-qassiyeh-im-al-makhrour-tal/" target="_blank">Gastbeiträge in meinen Blog</a> übernommen habe, war übertitelt mit:&nbsp;<em>Israels Zermürbungskrieg an einer christlich-palästinensischen Stadt<br></em>In dem Beitrag geht es um den (dritten!) Abriss eines Restaurants in eben diesem Tal. Sehr schnell merkte ich, das es sich um das gleiche Restaurant handeln musste, von dessen (ersten) Abriss ich bei meinem ersten Aufenthalt <a href="http://marius-blog.de/blog/aktuell-zerstoerung-eines-restaurants-bei-beit-jala-durch-israelische-streitkraefte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="im Mai 2012 (öffnet in neuem Tab)">im Mai 2012</a> von Faten Mukarker aufmerksam gemacht wurde. Damals bin ich mit Faten einige Tage nach dem der Abriss vollzogen war, dort vor Ort gewesen, habe mit den noch nach konzernierten Menschen gesprochen. Ich habe bei meinen Vorträgen immer dieses Restaurant als ein Beispiel dafür genommen, dass in den C-Gebieten, selbst auf eigenem Grund und Boden Bauanträge in der Regel abgelehnt werden. Wenn dann gebaut wird droht der Abrissbefehl und irgendwann der Abriss. Die Kosten dafür muss der betroffene im Übrigen selbst zahlen. Nun ist dieses Restaurant zum 3. Mal abgerissen worden. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4584" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000717-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>in Sichtweite: die Siedlung Har Gilo</figcaption></figure>



<p>Amira Hass hat gut recherchiert und ist einer ziemlich unglaublichen Geschichte auf die Spur gekommen. Es geht in diesem Konflikt eben nicht nur um Palästinenser und israelische Siedler, hier spielt auch das Problem zwischen Christen und Moslems hinein, die in diesem Fall auch noch Flüchtlinge waren. Da es eine lange Geschichte ist, möchte ich in diesem meinem Tagesblog nicht auf die Einzelheiten eingehen. Der Beitrag kann, wie geschrieben, unter der Spalte Gastbeiträge gelesen werden. Es bleibt aber festzuhalten, Auslöser war das Vorgehen der Siedler, die in Sichtweite der Siedlung Har Gilo auf der anderen Talseite, einen weiteren Hügel, der bisher ausschließlich von Palästinensern genutzt wurde, scheinbar legt erworben haben und nun mit einer einfachen Bebauung mitten in die palästinensischen Grundstücke &#8222;gezwängt&#8220; haben. Da das Restaurant in unmittelbarer Nähe dieses „Außenpostens&#8220; liegt, und scheinbar sehr gut durch die Bevölkerung frequentiert wurde, liegt es Nahe, dass sich die Siedler durch den Besucherverkehr gestört fühlten. Ein kleiner Hinweis an die Militärbehörde hat dann sicherlich schon gereicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4585" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000715-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>hier begann meine Wanderung</figcaption></figure>



<p>Nun will ich mich mal meiner Wanderung zuwenden. Nachdem es wegen der sehr verkehrsreihen Straße 6ß noch recht laut war, wurde es, je mehr ich mich in das tal bewegte ruhiger. Hier und da sah ich einige Palästinenser die in ihren meist kleinen Garten-Grundstücken Gartenarbeit errichteten. Der weg, wo ich das nun abgerissene Restaurant vermutete, war abgesperrt und mit einem Schild versehen, dass hier der Durchgang verboten sei. Etwa 100 m von dieser (gesperrten) Einfahrt entfernt sah ich ein großes schwarzes Zelt, davor mächtige Strohballen. Ohne das es dort angeschrieben stand, war ich mit ziemlich sicher, dass es sich her um das neu-erworbene Areal der jüdischen Siedler handeln musste. Leider sah ich keinen Menschen dort, aber wie auf Bestellung kam plötzlich ein Militärfahrzeug um die Ecke.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4586" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000716-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>hier passiert Größeres: der Beginn einer neuen Siedlung</figcaption></figure>



<p>Ich ging nun weiter ins Tal hinein, irgendwann endete der weg an einem Zaum, als „alter Pfadfinder habe ich mich dann querfeldein bewegt, bis ich auf einen neuen, gut gestalteten Weg traf den ich bis Battir (insgesamt bin ich knapp 2 Stunden gewandert) gehen konnte. Immer wieder folgte der Weg dem geschwungenen Tal, immer wieder erfreute ich mich an der klaren Luft, der Stille, wenn überhaupt unterbrochen durch den schönen Gesang der Vögel. Irgendwann begegnete ich auch einer Kleinen Ziegenherde, die mit Hirten und Esel den Genuss dieser Wanderung weiter steigerten. Wie beschreibt Amira Haas in ihrem Beitrag das Tal:<br><em>Al-Makhrour ist ein landwirtschaftliches Gebiet von etwa 3.000 Dünen (740 Hektar), das durch alte Terrassen, Olivenhaine, Weinberge, Obstbäume, archäologische Stätten und ein traditionelles Bewässerungssystem gekennzeichnet ist. Es verfügt über alte landwirtschaftliche Steinstrukturen, klare Luft und &#8222;das beste Olivenöl Palästinas&#8220;.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4587" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000724-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>kleine &#8222;Schandflecken&#8220; vor großer Kulisse</figcaption></figure>



<p>Ich kann das geschriebene nur unterstreichen. Wenn es nicht doch immer wieder diese „Schandflecken“ gegeben hätte die ich der Leserschaft in einem Bild zeigen werde, wäre es wirklich paradiesisch zu nennen. Obwohl es (scheinbar) eine Behörde gibt, die auch dafür sorgt das Infotafeln Erklärungen zur Natur und den Tieren geben, sorgen sie sich scheinbar nicht um den vielen Unrat. Schade&#8230;.!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4588" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000732-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf die Bahnstrecke Tel Aviv &#8211; Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Battir hatte ich auch schon öfters besucht und beschrieben, zuletzt war ich im März hier, damals allerdings bei wolkenbruchartigen Regenfällen.</p>



<p>Ein schöner Ort, geprägt durch die in Terrassen angelegten Gemüseflächen und im Tal zieht die Eisenbahn von Jerusalem kommen ihre Spur durch eine wunderbare Bergwelt. In einem schönen Kaffee, mit direktem Blick auf die schöne Terassenwelt und einem leckeren palästinensischen Nationalgericht: <a rel="noreferrer noopener" aria-label="„Shakshuka“ (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.essen-und-trinken.de/rezepte/59533-rzpt-shakshuka-pochierte-eier-tomatensauce" target="_blank">„Shakshuka“</a> lies ich es mir bei einem frischen Saft aus Orangen und Granatapfel gut gehen. Es kann einem wahrlich schlechter gehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4589" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000736-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Shakshuka &amp; mehr</figcaption></figure>



<p>Zurück ging es mit einem der orangenen Taxi-Busse über Bethlehem, das etwa 12 km von Battir entfernt ist<br><br></p>
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		<title>Schwester Rosa: Es kommt auf den &#8222;Kern&#8220; an!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Mar 2019 21:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester Rosa]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun sitze ich mal wieder nach einem langen Tag an meinem PC und denke wie schwer ist es auch heute wieder, dass&#160;&#160;Gesehene und Erlebte in (möglichst „überschaubare“) Worte zu fassen. Ich will es versuchen. Am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/schwester-rosa-es-kommt-auf-den-kern-an/" title="Schwester Rosa: Es kommt auf den &#8222;Kern&#8220; an!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nun sitze ich mal wieder nach einem langen Tag an meinem PC und denke wie schwer ist es auch heute wieder, dass&nbsp;&nbsp;Gesehene und Erlebte in (möglichst „überschaubare“) Worte zu fassen. Ich will es versuchen.</p>



<p>Am Morgen haben wir dem allseits bekannten Weinberg der Familie Nassar einen Besuch abgestattet. Nachdem ja gestern das Wetter ganz „leidlich“ war, hatte es sich heute im Laufe des Vormittags wieder zugezogen. Auf dem Weinberg ging ein mächtiger unangenehmer kalter Wind, Gott sei dank war es (zunächst) trocken.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4307" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000436-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>trotz derzeit schlechtem Wetter, der Frühling kommt auch auf dem Weinberg</figcaption></figure>



<p>Zum Weinberg habe ich schon sooo viel geschrieben, (siehe auch die Links am Anfang des Textes, deshalb will ich von dem berichten, was mir am Vortrag von Daoud, der unsere Gruppe in Empfang genommen hatte, neu und besonders war.</p>



<p>Schon zu Hause hatte ich davon gehört das in der letzten Woche mal wieder ein „Abrissbefehl“ auf dem Gelände gefunden worden war. Es war das 31. Mal, dass auf diese unglaubliche Art und Weise ein gerichtliches Dokument einfach irgendwo hinterlegt wurde. Nun ist aber zum ersten Mal genau das passiert, was der Absender mit dieser Art der „Hinterlegung“ beabsichtigt&#8230;eben das der Adressat das Dokument nicht so rechtzeitig findet um&nbsp;&nbsp;gegen den Bescheid innerhalb von 45 Tagen Widerspruch einlegen zu können. Der aktuelle Abrissbefehl stammt vom 16. Dezember 2018, die Einspruchsfrist war Anfang Februar abgelaufen. Theoretisch könnte also jetzt an jedem Tag die mehr als 2.000 Weinstöcke (und denen galt der Abrissbefehl!!), die vor 2 1/2 Jahren gepflanzt wurden, zerstört werden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-3596" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Daoud Nassar</figcaption></figure>



<p>Daoud ging auch noch einmal auf die letzte große Baumzerstörung im Mai 2014 ein. Damals wurden im Tal durch das Militär Hunderte von Obstbäumen zerstört, darunter zahlreiche Aprikosenbäume deren Früchte kurz vor der Ernte standen. Dmals hatte die Familie Nassar gegen diesen willkürlichen Akt vor Gericht auf Widergutmachung und Schadensersatz geklagt, der Schaden wurde damals auf mehr als 100.000 Dollar geschätzt. Damit ihre Klage bei Gericht angenommen werden konnte, mussten sie dort 7% des Streitwertes (also 7.000,- Dollar) bezahlen. Außerdem kamen Gutachter- und Anwaltskosten von 15.000,- Dollar hinzu. Sie haben also neben dem materiellen und körperlichen Schaden Geld zahlen müssen. Bis heute, fast 5 Jahre nach diesem Vorfall haben sie nichts mehr vom Gericht gehört.</p>



<p>Ganz allgemein zur Situation der Palästinenser meinte Daoud, dass oft die täglichen Provokationen in Form von Erniedrigung und Schikanen eine ganz bewusst gestellte „Falle“ seien, damit wir entweder gewalttätig reagieren oder eben so mürbe gemacht werden das wir unser Land verlassen. Das es den jüdischen Israelis verboten sei, die Städte der Zonen A zu betreten (auf den roten Schildern am Eingang der Zonen steht als Grund etwas von Lebensgefahr!) betrachtet Daoud als Maßnahme damit das „Feindbild“ aufrecht erhalten bleibt.</p>



<p>Meinen letzten Blogbericht bei meiner Reise im Herbst 2018 habe ich überschrieben mit &#8222;Ein Leuchtturm&#8220; für ganz Palästina. Gemeint war damit das Friedensprojekt &#8222;Tent of Nations&#8220;, für dessen beispielhaftes gewaltfreies Engagement Daoud Nassar, neben 14 anderen herausragenden Persönlichkeiten weltweit, der deutsche und der französische Staat den Menschenrechtspreis 2018 verliehen hat. Hier der Text der Laudatio:</p>



<p><em>Der 1970 geborene Aktivist Daoud Nassar setzt sich seit fast<br>20 Jahren mit seiner Nichtregierungsorganisation „Tent of Nations“ für die Verständigung zwischen Israelis und Pa- lästinensern ein. Auf dem Weinberg seiner Familie nahe Bethlehem betreibt er eine Fort- und Weiterbildungsstätte. Dort sensibilisiert er Besucher und Gäste für Fragen der Landenteignung und für die Auswirkungen des israelischen Siedlungsbaus auf Palästinenser, die im sogenannten „C- Gebiet“ des Westjordanlandes leben. Der Dialog mit Israelis und Palästinensern hilft dabei, mehr über die Situation der „anderen Seite“ zu erfahren. Das Leitmotiv seines Projektes mit dem Namen „Wir weigern uns Feinde zu sein“ hat dabei eine wichtige Signalwirkung. Viele israelische und internationale Freiwillige arbeiten in den Erntemonaten auf dem Weinberg seiner Familie. Durch seinen jahrzehntelangen Einsatz lebt Daoud Nassar vor, wie selbst unter widrigen Bedingungen eine Bleibeperspektive in diesen Gebieten erhalten werden kann.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4312" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/PHOTO-2018-12-13-12-28-15.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Preisverleihung im Dezember 2018 mit Vertretern des deutschen Büros in Ramallah und der Familie Nassar</figcaption></figure>



<p>Im Anschluss an unseren Besuch auf dem Weinberg haben wir uns in das nahegelegene <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Dorf Battir (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.deutschlandfunk.de/unesco-welterbe-battir-kulturlandschaft-auf-umkaempftem.691.de.html?dram:article_id=290037" target="_blank">Dorf Battir</a> gemacht. Auch von diesem Dorf habe ich schon im letzten Jahr berichtet. Es ist ein landschaftlich wunderschön gelegener Ort, der auch deshalb bekannt geworden ist, weil israelisch und palästinensische Umweltschützer erreicht haben, dass ein lange gehegter Plan der Militärverwaltung, quer durch die weltbekannten Wasserterrassen (seit 2014 auch UNESCO-Weltkulturerbe) die Mauer zu bauen, auf ihre Initiative hin durch das obersten israelischen Gericht untersagt wurde. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz berichten, über die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Israel (USA) und der UNESCO. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4308" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000440-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Wasserterrassen von Battir: UNESCO Weltkulturerbe</figcaption></figure>



<p><br> Seit 2014 ist Palästina Mitglied in der UN (Kultur-)Organisation UNESCO. <br>Die ist die Organisation der Vereinten Nationen die für Bildung, Wissenschaft und Kultur zuständig ist und auch besondere Orte in aller Welt zu &#8222;Weltkulturerbe&#8220; erklärt. Nachdem bereits 2014, kurz nachdem Palästina als Mitglied aufgenommen wurde, die Geburtskirche in Bethlehem diese besondere Auszeichnung bekam und im folgenden Jahr auch die Wasserterrassen von Battir mit dieser Auszeichnung geehrt (aber auch geschützt ) wurden, hat die im Jahr 2017 erfolgte Ehrung der Altstadt von Hebron (einschließlich der Abrahams-Moschee) vor allem bei der Regierung in Israel (aber auch in den USA) für große Aufregung und letztlich zum gemeinsamen Austritt aus diese UN-Kommission geführt, der zu Beginn dieses Jahres nun vollzogen wurde. In einem <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beitrag von DLF-Kultur  (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/geschichtskampf-um-hebron-ein-welterbe-nur-der.979.de.html?dram:article_id=423667" target="_blank">Beitrag von DLF-Kultur </a>werden die Hintergründe dieser Auseinandersetzung genauer &#8222;beleuchtet&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4309" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000439-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>dieser  große Wasserspeicher speist das Bewässerungssystem der Terrassen</figcaption></figure>



<p>Leider hat es in Battir ganz fürchterlich angefangen zu regnen, so dass wir mehr als drei Stunden im einzigen örtlichen Restaurant „festsaßen“. Als wir endlich diesen Ort verlassen konnten, kamen uns Sturzbäche und Schlammfluten auf der Straße entgegen, wirkliche Naturgewalten die wir hier und heute erlebten.</p>



<p>Zum späten Nachmittag haben wir noch Schwester Rosa in ihrem Kloster im schönen Artas-Tal besucht. Nachdem sie uns die Kirche gezeigt und von ihren Aktivitäten hier vor Ort erzählt hatte, u.a. bieten sie einen Kindergarten für die vielen muslimischen Kinder des benachbarten Dorfes Artas an, gab sie uns noch etwas grundsätzliches mit auf den weiteren Weg hier in Palästina aber auch für den weiteren Lebensweg ganz allgemein. Wir sollten möglichst immer zum &#8222;Kern&#8220; vorstoßen. Nicht die Gebäude, oder die vielen Details, die wir auf so einer Reise sehen und wahrnehmen sind ausschlaggebend, es komme immer auf den Kern an. Den sollten wir immer suchen, auf den sollten wir uns immer konzentrieren. Für sie als religiöse Frau ist es alles was mit Gott zu tun hat. In dem sie gegenüber ihren Mitmenschen, egal welchen Glaubens, immer versucht als menschliche Christin eine gute Botschafterin des christlichen Glaubens wahrgenommen zu werden, hofft sie auch ihren Mitmenschen Gottes Güte und Liebe zu vermitteln. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-3869" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das wunderschöne Kloster &#8222;zum verschlossenen Garten&#8220; (Hortus Conclusus)</figcaption></figure>



<p>Ich hatte es glaube ich schon einmal beschrieben, über welch tolle Stimme Rosa verfügt. In der Kirche hat sie uns mit glockenreiner Stimme das weihnachtliche Lied &#8222;Stille Nacht, heilige Nacht&#8220; vorgesungen, es war wunderbar. Schwester Rosa ist aber nicht nur eine tolle Sängerin, eine gläubige Frau, ein quicklebendige Argentinierin sie hat auch erzieherische Kompetenzen. Sie erzählte uns, dass einige Bewohner von Artas, an der Krankenstation, die nahe am Kloster gelegen, zur medizinischen Erstversorgung der Dorfbewohner, genutzt wird, Müll abgeladen haben. Als Konsequenz hat sie die Krankenstation geschlossen, bis die Bewohner den Müll beseitigt haben.</p>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wer seinen Freund zu Unrecht verdächtigte, soll ihn gleich um Verzeihung bitten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em>(Talmud – Bavli Berachot 31)<br></p>
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		<title>Nur eine Dreiviertel Stunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 20:08:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Ein- und Ausreise]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensfachkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviler Friedensdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja es geschehen in diesem Land immer wieder Zeichen und Wunder. Von dem Wunder des Osterfeuers der orthodoxen Christen habe ich am Samstag berichtet. Von zwei (kleinen) Wundern will ich nun heute schreiben: Da ist <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/nur-eine-dreiviertel-stunde/" title="Nur eine Dreiviertel Stunde">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja es geschehen in diesem Land immer wieder Zeichen und Wunder.</p>
<p>Von dem Wunder des Osterfeuers der orthodoxen Christen habe ich am Samstag berichtet. Von zwei (kleinen) Wundern will ich nun heute schreiben:<br />
Da ist zunächst einmal der wirklich starke Regen der heute morgen pünktlich zu meiner Abreise, auf die Stadt Jerusalem und auch auf mich, nebst meinem Gepäck, nieder ging.</p>
<p>Ja und als ich mit dem Scherut gegen 11 Uhr (drei Stunden vor Abflug am Ben Gureon-Airport ankam, und mich auf eine zermürbende Befragung einstellte (ich erinnere an mengen Abflug genau vor einem Jahr), da geschah das zweite (kleine) Wunder. Ich glaube es waren insgesamt drei Fragen die ich beantworten musste (weshalb ich hier im Land war, ob ichPräsente bekommen habe und ob ich Messer oder Schusswaffen im Gepäck habe), ja wirklich, das war alles. In sage und schreibe einer Dreiviertel Stunde war ich durch alle Kontrollen und habe jetzt genügend Zeit an diesem meinem vorletzten Blogbeitrag in diesem Frühjahr zu schreiben.</p>
<p><figure id="attachment_3952" aria-describedby="caption-attachment-3952" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3952" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3952" class="wp-caption-text">gestern im Cafe in Ramallah</figcaption></figure></p>
<p>Aber wie das mit den Wundern im allgemeinen ist, man/Frau muss daran glauben und es wird alles ein wenig natürlicher (weniger wundersam) wenn man genauer hinschaut. Mit dem Regen in Jerusalem ist es nämlich so: Der Hydrologe Clemens Messerschmied, der seit 20 Jahren in Palästina lebt und arbeitet, hat sich nicht nur immer wieder zu der ungleichen Wasserverteilung zwischen den israelischen und den palästinensischen Bewohnern geäußert. In dem Interview mit der <a href="https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=34769" target="_blank" rel="noopener">kritischen Webseite &#8222;NachdenkSeiten&#8220;</a> wird aber auch deutlich, das es eigentlich genügend Wasser in dieser Region gibt (an anderer Stelle spricht Messerschmied davon das es in Jerusalem genau soviel regnet wie in Berlin), aber es eben Bestimmungen gibt das auch das Regenwasser nicht von den Palästinensern aufgefangen werden darf. Er spricht von Militäry Orders, den sogenannten MO`s, die in den besetzten Gebieten von den Israelis erlassen werden und dann für immer gültig sind. Die Palästinenser haben kein Mitspracherecht.</p>
<p><figure id="attachment_3953" aria-describedby="caption-attachment-3953" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3953" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3953" class="wp-caption-text">Wasser ist knapp auf dem Weinberg, Volontäre sollen sich nur zweimal in der Woche duschen</figcaption></figure></p>
<p>Ich weiß es vom Weinberg der Familie Nassar. Dort gibt es zahlreiche Zisternen, die in den letzten Jahren gebaut wurden. (Ich selbst habe bei meinem vierwöchigen Aufenthalt im April 2012 am &#8222;Bau&#8220; einer solchen &#8222;Wassersammelgrube&#8220; mitgeholfen. Aber alle diese Zisternen, die den Bewohnern des Weinberges oft helfen, ohne zusätzlichem Wasser, was sie teuer bei den Israelis kaufen müssen, &#8222;über den Sommer zu kommen&#8220;, sind aus israelischer Sicht &#8222;illegal&#8220;. Es gibt für  sie &#8222;Abrissbefehle.</p>
<p>Mit der Kontrollen hier am Flughafen ist es, wenn man genauer hinschaut eben viel von Zufälligkeiten abhängig. So wie es vor einem Jahr war, wo ich (unbedacht) erwähnte das ich auf dem Weinberg war. Bei einer meiner Gruppenreisen war es die Info eines Mitglieds der Gruppe, dass wir in Jenin das Friedenstheater besucht hatten. In beiden Fällen bedeutete diese Info, dass der verdächtigungsgrad (ich/wir hatten ja Kontakt mit Palästinensern) stieg, die Befragung intensiver wurde und auch die Kontrolle des Handgepäcks und des Körpers (extrem) intensiviert wurde.</p>
<p><figure id="attachment_3955" aria-describedby="caption-attachment-3955" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3955" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3955" class="wp-caption-text">Auch in Battir, mit seinen berühmten Terrassen, war es in diesem Wochen sehr grün</figcaption></figure></p>
<p>Ich möchte heute auch noch ein Thema anschneiden, welches ich (vor nunmehr 2 1/2 Wochen) in meinem Gespräch mit Amjad Mitra angesprochen. Es ging dabei um seine konkrete Tätigkeit für den „Weltfriedensdienst“ hier in Palästina.</p>
<p>Der „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD) entsendet Fachkräfte in Krisen- und Konfliktregionen. Sie arbeiten dort mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die in ihrer Gesellschaft und Kultur verwurzelt sind. Als Außenstehende sollen/können die ZFD-Fachkräfte einen anderen Blickwinkel und neue Sichtweisen einbringen, die helfen, Friedensprozesse wirksam anzustoßen und zu begleiten. Mit Beginn der staatlichen Förderung im Jahr 1999 in Deutschland, entwickelte sich dieser „Friedensdienst“ – und mit ihm die zivile Konfliktbearbeitung – von einem Modellversuch zu einem anerkannten Instrument der deutschen Friedens- und Entwicklungspolitik. Im Sinne eines Gemeinschaftswerks von Zivilgesellschaft und Staat arbeiten neun friedens- und entwicklungspolitische Organisationen gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) an der Gestaltung des Programms und seiner strategischen Ausrichtung.</p>
<p><figure id="attachment_3956" aria-describedby="caption-attachment-3956" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3956" class="wp-caption-text">bei den Jahalin-Beduinen</figcaption></figure></p>
<p>Einer der neun Gruppen ist der <a href="https://wfd.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Weltfriedensdienst</strong></a>, bei dem Amjad Mitri angestellt ist.<br />
In dem Gespräch mit ihm lernte ich den Begriff „Postkonflikt“ kennen, der die Friedensarbeit meint, die erst dann einsetzt wenn der Konflikt beendet ist. Da man in dem Konflikt Israel&amp;Palästina selbstverständlich nicht von einem Ende sprechen kann, sind andere Maßnahmen erforderlich, so beispielsweise: den Ursachen des Konfliktes auf den Grund zu gehen und die Merkmale des Konfliktes aufzuzeigen. Hierzu dienen beispielweise auch Informationsveranstaltungen. In diesem Zusammenhang gibt Amjad u.a. Kurse für Mitarbeiter der hier tätigen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. In diesen Kursen werden &#8211; gemessen an internationalem Recht – die Menschenrechtsverletzungen in der Besatzung in Theorie und Praxis aufgezeigt werden. Durch diese Infoveranstaltungen will man die Teilnehmer/innen zum einen für diese Themen sensibel machen, es wird aber auch auf einen „Multiplikatoren-Effekt“ gehofft, in dem diese Mitarbeiter/innen ihre Erkenntnisse in ihre Heimatländer tragen. Die Gruppe Al Haq, die Amjad ebenfalls mit seiner Arbeit unterstützt, hat im September 2017 mit drei anderen palästinensischen Menschenrechtsgruppen, dem Staatsanwalt des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, bereits die vierte Mitteilung vorgelegt, in der nachgewiesen wird, dass hochrangige israelische Zivil- und Militärbeamte im besetzten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.</p>
<p><figure id="attachment_3957" aria-describedby="caption-attachment-3957" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3957" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3957" class="wp-caption-text">Soldaten in der Altstadt von Hebron</figcaption></figure></p>
<p>Seit Palästina in der UNO im November 2012 als „Beobachterstaat“ anerkannt wurde, kann es beim internationalen Gerichtshof als Kläger auftreten. Derzeit wird in Den Haag in den Themenbereichen Vertreibung durch Besiedlung, Wasser und Gaza-Blockade geprüft ob eine Anklage erhoben werden kann. Mehr dazu findet der Interessierte Leser/die interessierte Leser/in <a href="http://www.alhaq.org/advocacy/targets/international-criminal-court-icc/1142-2017-09-21-16-53-35" target="_blank" rel="noopener">hier</a></p>
<p>Mittlerweile bin ich wohlbehalten (bei ebenfalls Regenschauern) zu Hause angekommen.</p>
<p>Bitte schaut in den nächsten Tagen noch einmal in meinen Blog. Bevor ich wieder eine Schreibpause bis zur Begegnungsfahrt im November 2018 einlege, werde ich noch ein Fazit meines 12. Aufenthaltes in Palästina ziehen und einen Ausblick wagen.</p>
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		<title>Shuo Shla Village: von Siedlungen umgeben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Mar 2018 17:29:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute morgen bin ich zu Fuß die etwa 2 km von meiner (Abrahams-) Herberge zur Schlafstätte von Ekki und seinem Freund Rolf gegangen. Er ist zu Gast bei Claire einer guten Freundin von Ekki. Das <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/shuo-shla-village-von-siedlungen-umgeben/" title="Shuo Shla Village: von Siedlungen umgeben">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute morgen bin ich zu Fuß die etwa 2 km von meiner (Abrahams-) Herberge zur Schlafstätte von Ekki und seinem Freund Rolf gegangen. Er ist zu Gast bei Claire einer guten Freundin von Ekki.</p>
<p>Das Haus <a href="http://www.anastas-bethlehem.com" target="_blank" rel="noopener">Claire Anastas</a> liegt in der Nähe des Bethlehemer Checkpoints 300, den täglich zwischen 4000 und 6000 Palästinenser überqueren, um in Israel zu arbeiten. Sie und ihr Mann haben das Haus in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut, keine 5 Gehminuten entfernt vom Elternhaus des Vaters. Ende 2003 wurde hier die Mauer gebaut, die Bethlehem von Jerusalem trennt. Das Haus ist von drei Seiten von der 9 m hohen Mauer umgeben.</p>
<p><figure id="attachment_3817" aria-describedby="caption-attachment-3817" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3817" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/anastasia-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/anastasia-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/anastasia-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/anastasia-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3817" class="wp-caption-text">von drei Seiten eingemauert</figcaption></figure></p>
<p>Claire bietet Bed&amp;Breakfast an und hat auch einen Souvernirshop. Jeder der die Lage des Hauses sieht kann sich denken, dass ihr Gasthaus und auch der Shop nicht (mehr) so stark besucht werden. Mit ein Grund für Ekki hier unter zu kommen.</p>
<p>Da Ekkis Freund Rolf zum ersten Mal in Palästina zu Besuch ist war heute ein wenig Sightseeing angesagt. „Gleich um die Ecke“ des Wohnhauses von Claire ist das Aida-Flüchtlingscamp über das ich schon öfters berichtet habe. Wir haben uns auch die besonders umstrittene Mauer die das schöne Cremisantal von Beit Jala abtrennt unterhalb der großen Straßenbrücke angeschaut. Hier bin ich <a href="http://marius-blog.de/blog/hier-kann-man-oft-nicht-mal-einfach/" target="_blank" rel="noopener">noch 2015 mit Faten Mukarker</a> und ihrer Freundin durch ein Tor im (damaligen Zaun) gegangen. Das ist schon krass zu sehen wie hier durch die israelische Besatzungsmacht neue Fakten geschaffen wurden.</p>
<p><figure id="attachment_3818" aria-describedby="caption-attachment-3818" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3818" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3818" class="wp-caption-text">2018: eine Mauer zwischen Beit Jala und dem schönen Cremisan-Tal</figcaption></figure></p>
<p>Anschließend sind wir nach Battir gefahren, der Ort dessen so kunstvoll angelegten Terrassen von der UNESCO zum „Weltkulturerbe“ erklärt wurden. Auch hier bin ich schon im April 2015 gewesen und verweise daher auf meinen <a href="http://marius-blog.de/blog/battir-hoffnungszeichen-fuer-ganz-palaestina/" target="_blank" rel="noopener">Blogeintrag von damals</a></p>
<p>Heute habe ich auch einen ersten (Kurz-)Besuch auf dem Weinberg der Familie Nassar gemacht. Wie schon meinem letzten Besuch mit der Gruppe im Herbst 2017 beichtet ist es ganz ungewohnt, nach der Abzweigung von der Straße 60, auf einer großen neuen Straße (die aber dann zur Thora-Schule führt) den Weg zum Weinberg zu nehmen. Anschließend wollten wir dem in der Nähe liegenden „Dorf“ Shoshala einen Besuch abstatten. Daoud Nassar kennt die Bewohner. Er sagte uns das sie durch ihn und sein erfolgreichen gewaltlosen Widerstand ermutigt worden seien, das Dorf wieder (neu) aufzubauen.</p>
<p><figure id="attachment_3820" aria-describedby="caption-attachment-3820" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3820" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/sosha-haus-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/sosha-haus-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/sosha-haus-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/sosha-haus-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3820" class="wp-caption-text">Wohnhaus der Familie Salah in Shoshahla</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich hatte von diesem kleinen Weiler (würde man bei uns sagen) kürzlich in einem Bericht eines EAPPI-Beobachters gelesen. Es soll in unmittelbarer Nähe der mir gut bekannten Siedlung Neve Daniel liegen, die wiederum etwa in 500 m Entfernung oberhalb des Weinberges der Familie Nassar liegt. Es war etwas schwierig den Zugang von der großen Straße 60 zu finden. En kleines blaues Schild wies uns den Weg: Shua Shla Village stand dort zu lesen. Zunächst ein unbefestigter Weg, dann eine geteerte Straßen, ich vermutete die alte Straße 60. Leider haben wir keinen der Bewohner/innen angetroffen. Nachfolgend der Anfang des Berichtes:</p>
<p><em>Das Dorf Shoshahla liegt etwa fünf km südlich von Bethlehem. Es ist das erste Dorf, das ich hier als Ecumenical Accompanier (ökumenischer Begleiter) und Teil des EAPPI Bethlehem-Teams besuche. Ich bin kaum eine Woche hier und allein dieser einzelne Besuch lehrt mich mehr darüber was es heißt, von Siedlungen umgeben zu sein, als ich zuvor aus Büchern, Artikeln und Dokumentationen erfahren konnte.</em></p>
<p><a href="http://www.eappi-netzwerk.de/umgeben-von-siedlungen/#more-2572" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es zum ganzen Beitrag</a></p>
<p>Man kann übrigens diese Berichte der EAPPI-Beobachter auf der Homepage abonnieren, sie sind in der Regel sehr interessant.</p>
<p><figure id="attachment_3821" aria-describedby="caption-attachment-3821" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3821" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Efrat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Efrat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Efrat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Efrat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3821" class="wp-caption-text">Blick von Shoshahla auf einen kleinen teil der Siedlung Efrat</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vor diesem Hintergrund kann man sehr gut nachvollziehen, dass sich die palästinensischen Land-Eigentümer seit vielen Jahren gegen diesen „Landraub“ protestieren. Seit 1976 wird der heutige 30. März als der <a href="https://imemcdeutschland.wordpress.com/2015/03/31/tag-des-bodens-bilanz-der-annektionspolitik-israels/" target="_blank" rel="noopener">„Tag des Boden“</a> begangen.</p>
<p>Am 30. März 1976 demonstrierten Palästinenser gegen die Siedlungspolitik Israels. Die Polizei schlug den Protest gewaltsam nieder, wobei sechs Demonstranten ums Leben kamen, 100 weitere wurden teilweise schwer verletzt und Hunderte wurden verhaftet.<br />
Aktuelle Meldung von heute Nachmittag im DLF:<br />
<em>Im Gazastreifen ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten gekommen.</em><br />
<em>Dabei sind nach palästinensischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet und rund 600 verletzt worden. In den letzten Tagen wurde zu mehrwöchigen Protesten im Grenzgebiet zu Israel aufgerufen. Daran beteiligen sich seit dem Morgen nach Schätzungen etwa 20.000 Menschen. Es wird ein Rückkehrrecht für hunderttausende palästinensischer Flüchtlinge und ihre Nachkommen in Gebiete des heutigen Israels.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Battir: Hoffnungszeichen für ganz Palästina</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2015 19:05:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hoffnungssuche Frühjahr 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderwege]]></category>
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					<description><![CDATA[„Paradiese“ nennen die palästinensischen Bauern aus Battir, einem Dorf 10 km südlich von Jerusalem, ihre terrassierten Gemüsegärten. Bewässert werden sie noch heute wie schon zu uralter Zeit mittels eines römischen Aquädukts, das über weit verzweigte <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/battir-hoffnungszeichen-fuer-ganz-palaestina/" title="Battir: Hoffnungszeichen für ganz Palästina">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Paradiese“ nennen die palästinensischen Bauern aus Battir, einem Dorf 10 km südlich von Jerusalem, ihre terrassierten Gemüsegärten. Bewässert werden sie noch heute wie schon zu uralter Zeit mittels eines römischen Aquädukts, das über weit verzweigte Rinnen hangabwärts plätschert. Es handelt sich um eine Idylle in Betrieb, anerkannt von der Unesco seit Juni vergangenen Jahres als gefährdetes Weltkulturerbe. Seit Anfang diesen Jahres ist die Gefährdung praktisch vom Tisch.</p>
<p><figure id="attachment_2318" aria-describedby="caption-attachment-2318" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Terrassen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2318" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Terrassen-300x225.jpg" alt="die terrassierte Gemüsegärten in Battir" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Terrassen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Terrassen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Terrassen.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2318" class="wp-caption-text">die terrassierte Gemüsegärten in Battir</figcaption></figure></p>
<p>Der Plan der israelischen Militärverwaltung mitten durch die Terrassen die Sperrmauer zu ziehen ist durch einen Beschluss des Obersten Gerichtshof in Jerusalem verhindert worden. Der Erfolg ist auch einer ungewöhnlichen Koalition aus israelischen und palästinensischen Umweltschützern zu verdanken. Das dass nun juristisch gescheiterte Vorhaben – teils als mehrere Hundert Meter lange Mauer, teils als Hochsicherheitszaun geplant – eine einmalige Kulturlandschaft zerstört hätte, davon habe ich mich heute bei meinem Besuch in Battir selbst überzeugen können.</p>
<p><figure id="attachment_2317" aria-describedby="caption-attachment-2317" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Kran.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2317" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Kran-300x225.jpg" alt="An diesem Kran wird das Wasser für die Rinnen &quot;freigegeben&quot;" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Kran-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Kran-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Kran.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2317" class="wp-caption-text">An diesem Kran wird das Wasser für die Rinnen &#8222;freigegeben&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte die Möglichkeit mit einigen Bewohnern des Dorfes zu sprechen. Alle sind sehr stolz über das Erreichte. Der Erfolg sei ein „Sieg für ganz Palästina“ Vor allem sei es ein Beleg dafür das etwas erreicht werden kann wenn Israelis und Palästinenser an einem Strang ziehen. Zum Abschluss vielfältiger Aktivitäten habe man am 25. Gedenktag zum Mauerfall in Deutschland eine gleiche Aktion gestartet wie in Berlin. Entlang der geplanten Sperrmauer stiegen 100 weiße Ballons in den Himmel.</p>
<p><figure id="attachment_2316" aria-describedby="caption-attachment-2316" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Bahnhof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2316" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Bahnhof-300x225.jpg" alt="Battir liegt an der alten Bahnstrecke Tel Aviv-Jerusalem" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Bahnhof-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Bahnhof-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Bahnhof.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2316" class="wp-caption-text">Battir liegt an der alten Bahnstrecke Tel Aviv-Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>Die 5.000 Bewohner hoffen jetzt auf den Okotourismus als weitere Einnahmequelle.</p>
<p>Es wurde bereits ein Gästehaus bereit gestellt. Auch gibt es verschiedene Wanderwege in dieser herlichen Judäischen Berglandschaft. Ich bin heute von Battir einen wunderbaren Weg durch das Tal bis nach Beit Jala gegangen. Ein besonderes Erlebnis.<br />
Weitere Infos zu Battir unter <a href="http://www.battirecomuseum.org" target="_blank">www.battirecomuseum.org</a></p>
<p><figure id="attachment_2315" aria-describedby="caption-attachment-2315" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Weg.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2315" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Weg-1024x768.jpg" alt="Von Battir nach Beit Jala" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Weg-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Weg-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Weg.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2315" class="wp-caption-text">Von Battir nach Beit Jala</figcaption></figure></p>
<p>Ich möchte am heutigen 30. März aber auch an den palästinensischen Gedenktag: „Tag des Bodens“ erinnern. Am 30. März 1976 wurden bei Protestaktionen sechs junge Menschen getötet und viele Hundert verletzt. In Erinnerung an dieses Datum wird seither der Tag des Bodens in Palästina als Tag des Protests gegen die illegale israelische Besatzung, die fortlaufende Enteignung palästinensischen Landes und die zunehmende Judaisierung der palästinensischen Gebiete und v.a. Ost-Jerusalems begangen. Weitere Infos hierzu unter:<br />
<a href="http://www.kopi-online.de/wordpress/?cat=152">http://www.kopi-online.de/wordpress/?cat=152</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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