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	<title>Brot &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Backstuben-&#8222;Höhlen&#8220;-Gespräch bei Fatima</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2015 20:16:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hoffnungssuche Frühjahr 2015]]></category>
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		<category><![CDATA[Brot]]></category>
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					<description><![CDATA[An meinem letzten Tag in Palästina war ich zunächst zum sonntäglichen Gottesdienst in der Dormitio-Abtei in Jerusalem. Es war ein wirklich kalter (8 °C) und sehr regnerischer Sonntag, für mich eine ganz neue „Palästina-Erfahrung“, die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/backstuben-hoehlen-gespraech-bei-fatima/" title="Backstuben-&#8222;Höhlen&#8220;-Gespräch bei Fatima">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An meinem letzten Tag in Palästina war ich zunächst zum sonntäglichen Gottesdienst in der Dormitio-Abtei in Jerusalem. Es war ein wirklich kalter (8 °C) und sehr regnerischer Sonntag, für mich eine ganz neue „Palästina-Erfahrung“, die ich nicht wirklich gebraucht hätte. Der besondere Gottesdienst der Benediktiner Mönche und der sehr gute Milchkaffee in dem gemütlichen Cafe der Dormitio weckte aber wieder alle meine Lebensgeister.</p>
<figure id="attachment_2431" aria-describedby="caption-attachment-2431" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Höhle.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2431" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Höhle-300x225.jpg" alt="Fatima&#96;s &quot;Höhle" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Höhle-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Höhle-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Höhle.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2431" class="wp-caption-text">Fatima`s &#8222;Höhle</figcaption></figure>
<p>Für den Nachmittag habe ich mich zum Abschied mit Fatima verabredet. Ich traf sie in einem Schuppen, den sie, wie ich im Verlauf des Nachmittages erfuhr, zu ihrer „Höhle“ eingerichtet hat, unter anderem mit einem Ofen auf dessen heißem Backblech sie dünnes Fladenbrot backte. Im Ofen erhitzte sie frischen Pfefferminztee. Es war also gemütlich, da es gut roch und vor allem war es „lecker“ warm (das Wort „gemütlich“ Fatima zu erklären war schwer)</p>
<p>Im Verlauf der nächsten Stunde entwickelte sich ein intensives Gespräch mit ihr, wie so oft seit dem ich Fatima kenne, wenn ich mal mit ihr alleine sein kann. Sie „schüttet&#8220; dann mir, dem fremden aber doch mittlerweile durch die vielen Begegnungen zum Freund gewordenen Mann ihr „Herz aus“. Vieles in ihrem Leben beschäftigt, ja belastet sie sehr. Es tut ihr wohl einfach gut darüber zu reden, dabei „etwas Ballast“ abzuwerfen, auch wenn sich ihre Situation nicht wirklich ändern kann. Vieles, wo runter sie leidet, hängt mit der Kultur, den Traditionen zusammen mit denen sie einfach Leben muss. So kamen wir auf die Situation ihrerbehinderten Tochter Magdolin zu sprechen, die vor fast sieben Jahren ihre Ausbildung als</p>
<figure id="attachment_2435" aria-describedby="caption-attachment-2435" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Teig.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2435" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Teig-300x225.jpg" alt="Brotteig" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Teig-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Teig-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Teig.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2435" class="wp-caption-text">Brotteig</figcaption></figure>
<p>Übersetzerin (Arabisch-englisch) abgeschlossen hat und immer noch eine Arbeitsstelle sucht. Viele die sie kennt würden mit „Verbindungen“ es schaffen für ihre Kinder eine Arbeitsstelle zu finden. Überhaupt würden sich die Meisten nur um sich selbst kümmern. Selbst fehlende Abiturzeugnisse können bezahlt werden. &#8222;Hier bei uns werden die Reichen immer reicher, sie bekommen auch bei schlechteren Voraussetzungen die beste Arbeit&#8220;. Sie weigert sich das gleiche zu tun. „Ich will keinem/keiner Anderen den Platz weg nehmen“. Deshalb nutzt sie nicht die Verbindungen die sie hätte, um für sich bzw. ihrer Tochter Vorteile zu verschaffen. Aber es gibt nur wenige die sich auch so verhalten. Den meisten geht es ums Geld sagt Fatima. Ihre 2013 verstorbene Mutter habe im Zusammenhang mit Freundschaften den Satz geprägt:</p>
<figure id="attachment_2432" aria-describedby="caption-attachment-2432" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Backofen.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2432" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Backofen-300x225.jpg" alt="Backofen" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Backofen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Backofen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Backofen.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2432" class="wp-caption-text">Backofen</figcaption></figure>
<p><em>Hast Du bei ihm/ihr Erfahrungen mit Geld, wenn nicht dann kennst Du ihn nicht richtig.</em><br />
Wir kamen auch noch einmal auf die Rolle der Frau in der arabischen Familie zu sprechen. Die Männer lassen sich bedienen. So verhält sich auch ihr erstgeborener Sohn, der eine Kariere bei der Arab-Bank gemacht hat, der aber in jeder freien Zeit sich mit „Kind und Kegel“ bei ihr aufhält. Er sagt was er essen möchte und ist sauer wenn es das Gewünschte nicht gibt. Wenn sich Fatima beschweren würde, könne das weder der Sohn noch der eigene Ehemann Hassan verstehen. Ich habe in meinem eigenen Haus nur ganz selten Ruhe, eine eigene Privatsphäre. Immer besser verstehe ich das für sie die Zeit in Deutschland, im Herbst 2013, als sie dort wegen einer Operation, vier Wochen war, „zur schönsten Zeit in ihrem Leben“ zählte.</p>
<p>Fatima ließ mich wissen, dass sie sich lieber einfach kleidet, alles Technische nicht bräuchte, lieber im Ofen backt/kocht und eben gerne in einer Höhle leben würde. Das alte Beduinenleben steckt wohl tief in ihr&#8230;.</p>
<p>Wir sind dann noch zu einer Nachbarin gefahren, die, um für die Schulausbildung ihrer sieben</p>
<figure id="attachment_2433" aria-describedby="caption-attachment-2433" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Apfelsine.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2433" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Apfelsine-300x225.jpg" alt="Fatima &quot;schwört&quot; auf Apfelsinen mit &quot;gesundem&quot; Rand" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Apfelsine-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Apfelsine-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/04/Apfelsine.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2433" class="wp-caption-text">Fatima &#8222;schwört&#8220; auf Apfelsinen mit &#8222;gesundem&#8220; Rand</figcaption></figure>
<p>(!) Söhne auch etwas Geld beizutragen, Fladenbrot backt. Als ich der Frau meine Anerkennung zum Ausdruck bringen wollte, erfuhr ich eine weitere „Besonderheit“ im arabischen Leben. Man erzählt nicht gerne über etwas Positivem: z.B. viele Söhne, oder ein neues Auto, oder einem guten Beruf. Mann/Frau befürchtet, dass es ein Unglück gibt (etwas mit den Kindern, ein Autounfall etc.). Dagegen erzählt man schon wenn man viele Töchter hat (damit kann man wohl nicht angeben&#8230;)</p>
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		<title>Frühstück bei Fatima</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2015 19:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hoffnungssuche Frühjahr 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Brot]]></category>
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		<category><![CDATA[Humus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die regelmäßigen Leser/innen kennen Fatima (Im Magdolin) nun schon gut. Ich habe sie im Juni 2013 kennen gelernt und seit dem sie bei meinen Reisen nach Palästina immer wieder getroffen Ostern 2014 und auch im <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fruehstueck-bei-fatima/" title="Frühstück bei Fatima">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die regelmäßigen Leser/innen kennen Fatima (Im Magdolin) nun schon gut. Ich habe sie im <a title="Fatima: „Darf ich vorstellen, das ist meine Mutter und das ist die Frau meines Vaters“" href="http://marius-blog.de/blog/fatima-%e2%80%9edarf-ich-vorstellen-das-ist-meine-mutter-und-das-ist-die-frau-meines-vaters/">Juni 2013 kennen gelernt</a> und seit dem sie bei meinen Reisen nach Palästina immer wieder getroffen <a title="Wiedersehen mit Fatima" href="http://marius-blog.de/blog/wiedersehen-mit-fatima/">Ostern 2014 </a>und auch im <a title="Am Rande der Wüste" href="http://marius-blog.de/blog/am-rande-der-wueste/">Herbst 2014.</a></p>
<p>Heute bin ich wieder in ihr kleines Dorf Za`tara am Rande der judäischen Wüste und am Fuße des Herodion gelegen, ca. 12 km von Beit Jala (Talitha Kumi) entfernt. Wie meist –so auch heute- trifft man Fatima bei der häuslichen Arbeit. Als wir ankamen war sie gerade dabei das leckere Tabun-Brot zu backen, ein dickeres Fladenbrot welches für das bereits für uns vorbereitete (2.) Frühstück gedacht war. Mir schmeckt dieses etwas herzhaftere Brot viel besser als das meist gereichte dünne (Pita) Fladenbrot welches hier auch Hubs genannt wird.</p>
<figure id="attachment_2301" aria-describedby="caption-attachment-2301" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Frühstück.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2301" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Frühstück-1024x768.jpg" alt="arabisches Frühstück" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Frühstück-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Frühstück-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/Frühstück.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2301" class="wp-caption-text">arabisches Frühstück</figcaption></figure>
<p>Interessant was wir heute auf dem Tisch hatten, neben dem „klassischen“ Humus (hinten), Zatar und Olivenöl (vorne), Jogurth, Tomaten/Gurkensalat und Oliven gab es auch in Rote Beete eingelegte und daher eher rötlichen Kohlrabi (bei den Oliven) und Advocadostücke.</p>
<p>Es gab auch etwas aus der beduinischen Küche.</p>
<figure id="attachment_2302" aria-describedby="caption-attachment-2302" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/haltbarer-Jogurth.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2302" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/haltbarer-Jogurth-300x225.jpg" alt="Jogurt zum trocknen ausgelegt)" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/haltbarer-Jogurth-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/haltbarer-Jogurth-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/03/haltbarer-Jogurth.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2302" class="wp-caption-text">Jogurt zum trocknen ausgelegt)</figcaption></figure>
<p>Hier wurde früher der Jogurth getrocknet, so das er monatelang haltbar war. Dieser haltbare Jogurth wird dann mit Wasser verrührt mit Gewürzen und Zitrone angerichtet, heute u.a. auch mit Zucchinistücken ergänzt (in der Mitte über dem Zatar), sehr lecker. Auch gab es Honig und eine leckere Aprikosenmarmelade (vorne links mit Butter), die ich hier in Palästina lieben gelernt habe. Dazu gab es leckeren Tee (Schwarzer Tee mit Salbei verfeinert).</p>
<p>Wir haben den ganzen Tag bei Fatima verbracht, sind auch etwas in die mit einem hauch grün leuchtende Wüste gewandert. Ein schöner, fast besinnlicher Tag, nach dem so quirligen Tag gestern, mit Marathonlauf in Bethlehem und dem Schabatbeginn an der West(klage-)mauer in Jerusalem</p>
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