Frühstück bei Fatima

Die regelmäßigen Leser/innen kennen Fatima (Im Magdolin) nun schon gut. Ich habe sie im Juni 2013 kennen gelernt und seit dem sie bei meinen Reisen nach Palästina immer wieder getroffen Ostern 2014 und auch im Herbst 2014.

Heute bin ich wieder in ihr kleines Dorf Za`tara am Rande der judäischen Wüste und am Fuße des Herodion gelegen, ca. 12 km von Beit Jala (Talitha Kumi) entfernt. Wie meist –so auch heute- trifft man Fatima bei der häuslichen Arbeit. Als wir ankamen war sie gerade dabei das leckere Tabun-Brot zu backen, ein dickeres Fladenbrot welches für das bereits für uns vorbereitete (2.) Frühstück gedacht war. Mir schmeckt dieses etwas herzhaftere Brot viel besser als das meist gereichte dünne (Pita) Fladenbrot welches hier auch Hubs genannt wird.

arabisches Frühstück
arabisches Frühstück

Interessant was wir heute auf dem Tisch hatten, neben dem „klassischen“ Humus (hinten), Zatar und Olivenöl (vorne), Jogurth, Tomaten/Gurkensalat und Oliven gab es auch in Rote Beete eingelegte und daher eher rötlichen Kohlrabi (bei den Oliven) und Advocadostücke.

Es gab auch etwas aus der beduinischen Küche.

Jogurt zum trocknen ausgelegt)
Jogurt zum trocknen ausgelegt)

Hier wurde früher der Jogurth getrocknet, so das er monatelang haltbar war. Dieser haltbare Jogurth wird dann mit Wasser verrührt mit Gewürzen und Zitrone angerichtet, heute u.a. auch mit Zucchinistücken ergänzt (in der Mitte über dem Zatar), sehr lecker. Auch gab es Honig und eine leckere Aprikosenmarmelade (vorne links mit Butter), die ich hier in Palästina lieben gelernt habe. Dazu gab es leckeren Tee (Schwarzer Tee mit Salbei verfeinert).

Wir haben den ganzen Tag bei Fatima verbracht, sind auch etwas in die mit einem hauch grün leuchtende Wüste gewandert. Ein schöner, fast besinnlicher Tag, nach dem so quirligen Tag gestern, mit Marathonlauf in Bethlehem und dem Schabatbeginn an der West(klage-)mauer in Jerusalem

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

1 Kommentar

  1. Lieber Marius, bei mir kommen alte Erinnerungen hoch wenn ich das traditionelle Brot sehe. Aber so lebten wir, in Einklang mit der Umwelt und der Natur. Alles wurde verwendet um das harte Leben der Bauern leichter zu machen. Ich erinnere mich als Kind, wie meine Grossmutter den Tabun (Tannur) Ofen aus kalkhaltige Erde aus dem Jordantal gebaut hatte. Gibt es diese Tradition noch.? Eine wunderbare Zeit wünsche ich dir.

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