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	<title>Gaza &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Stell dir vor, es ist Krieg in deinem Land und du bekommst es nicht mit&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2018 19:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun bin ich erst gestern angekommen und schon kommen aus der Heimat Nachfragen ob hier (bei mir ) alles ok sei. Ich soll bloß vorsichtig sein&#8230;. Erst bei Durchsicht der Nachrichten (online) wird mir deutlich <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/stell-dir-vor-es-ist-krieg-in-deinem-land-und-du-bekommst-es-nicht-mit/" title="Stell dir vor, es ist Krieg in deinem Land und du bekommst es nicht mit&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich erst gestern angekommen und schon kommen aus der Heimat Nachfragen ob hier (bei mir ) alles ok sei. Ich soll bloß vorsichtig sein&#8230;.</p>
<p>Erst bei Durchsicht der Nachrichten (online) wird mir deutlich was sich, etwa 60 km von Jerusalem entfernt, im Gazastreifen in den vergangenen 24 Stunden ereignet hat und wohl die Nachrichten bei uns beherrscht.</p>
<p>Als ich in der letzten Woche davon las, das es in den letzten Wochen „Geheimverhandlungen“ zwischen Israel und Hamas mit dem Ziel gab, die seit März dauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gazastreifen zu beenden, hatte ich mal wieder (!) Hoffnung für die so sehr leidenden Menschen in dieser Region. Das soll nun einer verstehen, dass in dieser Situation der Verhandlungen über Entspannung, die israelische Armee in einem Geheimkommando in den Gazastreifen eindringt, es dort zu einem Schusswechsel kommt, bei dem einige Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet wird. Die Folge ist: Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in die benachbarten israelische Siedlungen. Dort werden Israelis getötet und verletzt.  Bomben und Raketenangriffe der israelischen Armee auf Ziele im Gazastreifen. Dort erden Palästinenser getötet und verletzt. So ist das mit den Kriegen: einer (ein Land) fängt immer an: Gewalt erzeugt Gegengewalt und Leidtragenden sind immer die (einfachen) Menschen die letztlich nur in Frieden leben wollen.</p>
<figure id="attachment_4120" aria-describedby="caption-attachment-4120" style="width: 860px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-4120" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1.jpeg" alt="" width="860" height="570" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1.jpeg 860w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1-300x199.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1-768x509.jpeg 768w" sizes="(max-width: 860px) 100vw, 860px" /><figcaption id="caption-attachment-4120" class="wp-caption-text">ein Bild aus der SZ zeigt die Zerstörungen im Gazastreifen</figcaption></figure>
<p>Ich meine es hilft nicht weiter, wenn diese Eskalation  von unseren Diplomaten im Auswärtigen Amt sehr einseitig dargestellt wird. Das AA schreibt in einer Pressemeldung heute:<br />
<em>„Die Lage im Gaza-Streifen und im Süden Israels ist höchst alarmierend. In den vergangenen Stunden sind hunderte Raketen und Mörser auf Israel abgefeuert worden. Dabei kam mindestens ein Mann ums Leben, viele Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.</em></p>
<p>Wir verurteilen diesen Raketenbeschuss auf das Schärfste. Es kann für diese Gewalt gegen unschuldige Zivilisten keine Rechtfertigung geben. Wir haben immer deutlich gemacht, dass Israel das Recht hat, seine Sicherheit zu verteidigen und auf Angriffe angemessen zu reagieren.“ <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/lage-in-gaza/2160348" target="_blank" rel="noopener">Hier kann man den ganzen Text lesen.</a></p>
<p>Und wie ist es hier in Jerusalem, 60 km entfernt (also die Strecke von Neuss, meinem Heimatort, nach Bonn). Was soll ich schreiben: hier herrscht das ganz normale Leben. Die Mönche halten ihre Gebetsstunden, die Touristen „haken“ die nächsten Sehenswürdigkeiten ab, die Händler in der Altstadt gehen ihren Geschäften nach&#8230;</p>
<figure id="attachment_4121" aria-describedby="caption-attachment-4121" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4121" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4121" class="wp-caption-text">geschäftiges Treiben heute auch in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>
<p>Ich muss denken: Stell dir vor es ist Krieg bei dir im Land und du bekommst es nicht mit.</p>
<p>Aber so ist das hier eben, es wird Vieles nicht mehr so richtig wahrgenommen.<br />
Da gibt es seit fast 20 Jahren eine Mauer (ein Zaun) der Israel von Palästina trennt und viele Menschen in Israel (aber auch die Besucher/innen) nehmen sie gar nicht war. Da herrscht seit mehr als 50 Jahren eine Besatzungsmacht über ein anderes Volk, mit oft menschenverachtendem Verhalten der Militärs, und es kümmert (scheinbar) hier noch anderswo auf der Welt jemand. Da wohnen mehr als eine halbe Millionen jüdische Israelis in völkerrechtswidrig geschaffenen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet und es wird hier, wie anderswo auf der Welt als selbstverständlich angesehen. Es ist wirklich verrückt was sich hier in dem kleinen Kosmos genannt Palästina ja schon seit Hundert und mehr Jahren ereignet. Die Menschen scheinen abgestumpft, gefühllos. Seit Jahrzehnten kriegerischen Auseinandersetzungen, fast täglichen Gewalttaten, wen wundert diese Lethargie der Menschen.</p>
<figure id="attachment_4122" aria-describedby="caption-attachment-4122" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4122" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-1024x683.jpg" alt="" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838.jpg 1280w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4122" class="wp-caption-text">Ruth Hiller von &#8222;New Profile&#8220;<br />Foto by AlbinHillert</figcaption></figure>
<p>Aber es gibt sie eben doch, die Menschen auf beiden Seiten der Mauer und es Zaunes, die sich nicht beirren lassen, sich und ihr Land nicht aufgeben. Von solch einer Friedensgruppe berichtet Mirjam, eine Freiwillige von EAPPI, in ihrem aktuellen Beitrag im Internet. Sie schreibt: &#8222;<em>Besonders in Erinnerung ist mir der Vortrag von Ruth Hiller geblieben. Ruth hat die feministische Organisation New Profile mit gegründet, die sich für eine Entmilitarisierung der israelischen Gesellschaft sowie für das Recht auf Verweigerung des Militärdiensts einsetzt</em>. <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/new-profile/" target="_blank" rel="noopener">Hier kommt ihr zum ganzen Beitrag  </a><br />
Mir macht es Mut und eben auch Hoffnung, dass es hier so viele Gruppen gibt die ein Ziel eint: Es möge Frieden werden, es soll zur Aussöhnung und zur Gerechtigkeit kommen.</p>
<p>Deshalb fahre ich hier hin, um diese Menschen kennen zulernen und sie bei ihrem Tun hier und vor allem von Deutschland aus zu unterstützen.</p>
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		<title>„I Have a Dream“ &#8211; Ich habe einen Traum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2018 16:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich werde öfters Mal gefragt, warum ich mich seit Jahren (unbeirrt) immer wieder auf den Weg machen, die Menschen in Palästina (aber auch in Israel) zu besuchen. Die meine Blogberichte regelmäßig verfolgen, können (hoffentlich) schon <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/i-have-a-dream-ich-habe-einen-traum/" title="„I Have a Dream“ &#8211; Ich habe einen Traum">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde öfters Mal gefragt, warum ich mich seit Jahren (unbeirrt) immer wieder auf den Weg machen, die Menschen in Palästina (aber auch in Israel) zu besuchen. Die meine Blogberichte regelmäßig verfolgen, können (hoffentlich) schon selbst eine Antwort auf diese Frage geben. Es ist für die Menschen die ich dort treffe eben so wichtig, mit uns/mir in Kontakt zu sein und zu bleiben. Sicherlich, wirklich etwas ändern kann ich durch meine Besuche nicht, aber eben doch zum Ausdruck bringen: ich vergesse euch nicht, Euer Leben ist mir wichtig, ich gebe Euch nicht auf, ich werde weiterhin in Deutschland von eurem Schicksal berichten, werde mich politisch für eine Verbesserung Eurer Situation einsetzen.</p>
<figure id="attachment_3972" aria-describedby="caption-attachment-3972" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3972" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3972" class="wp-caption-text">zufällige Begegnung am neuen &#8222;Wachturm&#8220; am Damaskustor</figcaption></figure>
<p>Am vergangenen Samstag, hatte ich Gelegenheit mit Pater Elias von der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem zu sprechen. Ich hatte mit ihm in den letzten Jahren schon mehrfach Kontakt, zuletzt mit meiner <a href="http://marius-blog.de/blog/pater-elias-wenn-der-konflikt-einfach-zu-loesen-waere-dann-waere-er-geloest/" target="_blank" rel="noopener">Gruppe im November 2017.</a><br />
Es ist immer wieder interessant mit solchen Menschen zu sprechen, die schon lange hier sind (Elias ist seit mehr als 17 Jahren in der Mönchsgemeinschaft in Jerusalem).</p>
<p>Mit Blick auf die aktuellen (schlimmen) Ereignisse an der Grenze zum Gazastreifen meinte Pater Elias: Der Israel&amp;Palästina Konflikt kommt in eine neue Phase. Er wird sich in Gaza weiter entwickeln und (möglichweise) dort entscheiden. Die Menschen dort stehen mit dem Rücken an der Wand (am Wasser). In der Westbank sieht es ein wenig anders aus: dort geht es vielen Menschen wesentlich besser. Deshalb waren und sind die Reaktionen zum Beispiel auf die Trump Entscheidung zu Jerusalem, oder auch jetzt zu den Vorfällen in Gaza, (eher) moderat. Man protestiert, aber eben nur ein wenig. Viele haben es sich doch schon ganz gut eingerichtet in der Westbank, haben also auch etwas zu verlieren. Im Gazastreifen wo sich die Zahl der Einwohner, in der Zeit in der ich hier im Kloster in Jerusalem lebe, mehr als verdoppelt, auf jetzt fast 2 Mio Menschen. Der UN-Bericht hat angezeigt, dass in ein paar Jahren dort kein Leben mehr möglich ist. Was haben also diese Menschen zu verlieren.</p>
<figure id="attachment_3973" aria-describedby="caption-attachment-3973" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3973" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3973" class="wp-caption-text">Was braucht man mehr&#8230;?</figcaption></figure>
<p>Ministerpräsident Netanjahu gelingt es, nach Meinung von Pater Elias, immer sehr geschickt, von sich und seinen persönlichen Problemen (Korruptionsaffäre), abzulenken. Auch er Netanjahu weiß, dass auf Israel schwere Zeiten zu kommen werden, aber jetzt wird erst einmal der 70. Jahrestag der Gründung Israel gefeiert. Aber es geht auch vielen Menschen hier in Israel wirtschaftlich sehr schlecht. Leider suchen diese Menschen, wie auch in Deutschland, „ihre Rettung“ bei den rechten Parteien. Auch hier in Israel traut man es den Sozialdemokraten nicht zu, das Problem der Armut in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Überhaupt wird der Staat Israel bald Bankrott sein, wenn die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen weiter steigen (und sie werden steigen). Soweit zu den, wie ich finde, interessanten Einschätzungen des Pater Elias.</p>
<figure id="attachment_3974" aria-describedby="caption-attachment-3974" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3974" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3974" class="wp-caption-text">jeder Olivenbaum (hier an der Altstadtmauer), zeugt von Widerstandskraft und Genügsamkeit</figcaption></figure>
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<p>Da Pater Elias in unserem Gespräch noch einmal auf die schlimmen Vorfälle an der Grenze zum Gazastreifen aufgegriffen hat, über die ich ja in den vergangenen Tagen schon mehrfach mich geschrieben habe, möchte auch ich noch etwas zu diesem Thema hinzufügen.</p>
<p>Ich bin als Vertreter für die Nahost-Kommission von pax christi im Sprecherkreis des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel (KoPI)<br />
Zu der aus unserer Sicht absolut schwachen „Stellungnahme“ der deutschen Bundesregierung haben wir Ende letzter Woche eine Stellungnahme verfasst. <a href="https://www.kopi-online.de/wordpress/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es zur Homepage und zur Presseerklärung von KoPI.</a></p>
<p>Außerdem habe ich mich entschlossen <a href="http://marius-blog.de/dr-schokry-ich-bin-verzweifelt-und-ich-bin-auch-wuetend/" target="_blank" rel="noopener">einen weiteren Gastbeitrag</a> zu Gazakonflikt in meinen Blog aufzunehmen. Der gebürtige Palästinenser Dr. Abed Schokry lebte 17 Jahre in Deutschland und promovierte an der TU Berlin. 2007 erhielt er einen Ruf an die Universität Gaza/Palästina und kehrte mit seiner Familie in seine Heimat zurück. Seitdem lebt er dort und lehrt als Dozent Wirtschaftsingenieurwesen. Seit dieser zeit kommt er hier und da zu Vorträgen nach Deutschland oder er schreibt zu aktuellen Ereignissen „unter die Haut gehende“ Briefe. So sein Brief vom 8. April aus der letzten Woche der sich mit an den beiden letzten Freitagen beschäftig. Er beginnt mit den Worten: „Ich bin verzweifelt und auch wütend&#8220;<br />
Wer sich Zeit nimmt diesen Brief zu lesen, wird auch wütend darüber sein, dass sich scheinbar keiner (auch hier in Deutschland) wirklich mit diesen unglaublichen Vorfällen auseinander setzt.</p>
<figure id="attachment_3971" aria-describedby="caption-attachment-3971" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3971" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3971" class="wp-caption-text">eine andere &#8222;Grenze&#8220;:<br />zwischen Jerusalem und Ramallah</figcaption></figure>
<p>In diesen Tagen erschien auch der Bericht der jungen Redakteurin Elisa-Reinheimer-Chabbi in <a href="https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/gaza-und-die-grosse-gleichgueltigkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>Publik Forum. </strong></a>Dieser Beitrag  ragt einsam aus  der Masse der deutschen  Medien heraus, weil er  nicht nur &#8222;Hamas! Hamas! Hamas!&#8220; ruft, sondern  die  verzweifelte Situation der Palästinenser in Gaza und die menschenverachtende Reaktion der israelischen Armee thematisiert.</p>
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<figure id="attachment_3977" aria-describedby="caption-attachment-3977" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3977" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption id="caption-attachment-3977" class="wp-caption-text">der Schlüssel erinnert überall in Palästina an die Nakba &#8211; die Katastrophe</figcaption></figure>
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<p>Ich hatte meine diesjährige Frühjahrsreise, vor dem Hintergrund der in einigen Wochen (15. Mai) stattfindenden 70. Wiederkehr des Tages, an dem die palästinensische Bevölkerung sich der Flucht und Vertreibung aus ihren Heimatorten im jetzigen Israel erinnert, vor allem dem Thema der Folgen und der aktuellen Situation der damals geflohenen Menschen gewidmet. Ich habe für interessierte Leser/innen meines Blog unter der <a href="http://marius-blog.de/die-nakba-historische-fakten-die-demographische-realitaet/">Sparte Historie und Besatzung</a> die historischen Fakten und die demographische Realität eingestellt.</p>
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<p>Ich möchte meine Blogberichte nicht mit diesen eher düsteren und hoffnungslosen Meldungen schließen.</p>
<p>Vor einigen Tagen jährte sich der Tag zum 50. Mal, an dem der große Amerikaner Dr. Martin Luther-King ermordet wurde. In diesen Tagen des Gedenkens wurde natürlich oft auf seine berühmte Rede vom 28. August 1963 erinnert, deren inhaltliche Zusammenfassung mit diesen vier Worten gelingt: „<strong>I Have a Dream“</strong></p>
<p>Es wundert sicherlich nicht, dass ich in den letzten Tagen, mit Blick auf die Situation der Menschen hier in Palästina, oft an diese Rede denken musste. Gerade diese Passagen, in denen Martin Luther-King von seinem Traum spricht:</p>
<p><em>&#8230;&#8230;..Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt werden. Die unebenen Plätze werden flach und die gewundenen Plätze gerade, und die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Dies ist unsere Hoffnung. Dies ist der Glaube, mit dem ich in den Süden zurückgehen werde. Mit diesem Glauben werden wir den Berg der Verzweiflung behauen, einen Stein der Hoffnung. Mit diesem Glauben werden wir gemeinsam arbeiten können, gemeinsam beten können, gemeinsam kämpfen können, gemeinsam in das Gefängnis gehen können, um gemeinsam einen Stand für Freiheit mit dem Wissen zu machen, dass wir eines Tages frei sein werden.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Seine Rede, seine als Traum bezeichneten Hoffnungen für die Zukunft der farbigen Bevölkerung in den USA, waren damals für Viele ein Mut machendes Signal, nicht aufzugeben, unbeirrt sich weiter mit friedlichen Mitteln für gleiche Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.</p>
<p>Wer die ganze Rede (noch einmal) lesen möchte, <a href="http://www.ewigkite.de/glaubenssachen/38-angedacht/740-i-have-a-dream-text-in-deutscher-uebersetzung" target="_blank" rel="noopener">hier ist der Link</a></p>
<figure id="attachment_3970" aria-describedby="caption-attachment-3970" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3970" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3970" class="wp-caption-text">Ich habe einen Traum:<br />aus dem Damaskustor kommt man in das Regierungsviertel des Staates Palästina</figcaption></figure>
<p style="text-align: center;">Ich werde nun diese Blog-Kapitel schließen. Anfang November 2018 werde ich, vor Beginn meiner nächsten Gruppenreise, das nächste Kapitel dieses Blogs aufschlagen. Ich würde mich freuen wenn sie dann wieder dabei sind.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Shalom&amp;Salam</strong></p>
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		<title>Ostersonntag – Sonntag – erster Arbeitstag = heute in Jerusalem</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/ostersonntag-sonntag-erster-arbeitstag-heute-in-jerusalem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Apr 2018 18:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie ich schon gestern schrieb, Jerusalem ist eine besondere Stadt. Gerade auch an so einem Tag wie heute. Natürlich ist heute (hier auch) Sonntag, überall in der christlichen Welt, so auch hier in Jerusalem. Dann <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ostersonntag-sonntag-erster-arbeitstag-heute-in-jerusalem/" title="Ostersonntag – Sonntag – erster Arbeitstag = heute in Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ich schon gestern schrieb, Jerusalem ist eine besondere Stadt. Gerade auch an so einem Tag wie heute. Natürlich ist heute (hier auch) Sonntag, überall in der christlichen Welt, so auch hier in Jerusalem. Dann ist aber hier heute auch noch (das orthodoxe) Ostern.<br />
Für alle jüdischen Israelis heißt es heute nach einer Woche Pessach (an der viele eben auch frei hatten) und dem Schabbat gestern, heute ist der erste Arbeitstag. So erlebt man heute hier in Jerusalem, wieder eine wundersam verschiedene Welt, aber eben auch nur wenn man sich, wie ich, eben „zwischen den Welten“ bewegt.</p>
<figure id="attachment_3927" aria-describedby="caption-attachment-3927" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3927" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3927" class="wp-caption-text">der Sonntag, der im israelischen teil von Jerusalem ein Werktag ist</figcaption></figure>
<p>So war ich heute Morgen bei <a href="http://keshetjourneys.com/de/" target="_blank" rel="noopener">Keshet</a>, der israelischen Reiseagentur, die für uns die Organisation die Begegnungsreisen organisiert. Dort kenne ich vor allem Moshe, ein Schweizer Jude. Er hat 2010 meine erste Reise nach Israel (ja ohne Palästina) begleitet, die ich, (damals noch völlig ohne Hintergrundwissen) in diese Region gemacht habe. Mit ihm und seinem Team haben wir natürlich auch über die aktuelle politische Situation gesprochen, aber eben auch über die beiden Reisen die ich im November 2018 und März 2019 plane. Die <a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener">Reise in diesem Herbst</a> wird einen ähnlichen Verlauf nehmen wie die von 2015, die ihr in meinem Archiv verfolgen könnt. Die Reise im Frühjahr 2019 wird im Ablauf den Reisen 2012/2014/2016 und 2017 ähneln.</p>
<figure id="attachment_3928" aria-describedby="caption-attachment-3928" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3928" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3928" class="wp-caption-text">ein Minarett gegenüber dem österreichischen Hospiz in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>
<p>Zum frühen Nachmittag habe ich dann doch noch einmal Fatima getroffen Wir haben im schönen garten des österreichischen Hospiz in der Altstadt einen Cafe getrunken und Apfelstrudel gegessen. Von Fatima erfuhr dabei, dass ihre ersten beiden Kinder hier im Haus geboren wurden. Das Haus war von 1967 bis Anfang der achtziger Jahre von der jordanischen Regierung angemietet und als Krankenhaus genutzt worden. Fatimas Mann Hassan war hier als Röntgenfachmann beschäftigt.</p>
<p>Laut Fatima war das hier ein sehr renommiertes, und im Grunde genommen das einzige Krankenhaus für die ganze Region.</p>
<p>Zum Abend bin ich dann noch zum Abendgebet der Mönche, der Vesper in die schöne Abteikirche auf dem Zionsberg, der Dormitio gegangen. Für mich ein schöner Abschluss dieses ja so besonderen Sonntages hier in Jerusalem.</p>
<figure id="attachment_3929" aria-describedby="caption-attachment-3929" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3929" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3929" class="wp-caption-text">gestern Abend hatte ich die Möglichkeit aus der Rondunte der Dormitio-Kuppel einen Blick ins Land (hier Richtung Bethlehem) zu werfen</figcaption></figure>
<p>So ganz möchte und kann ich dann aber doch nicht enden. Ich muss das Thema aktuell Gazakrise ansprechen. Auch gestern ist es zu massiven Auseinandersetzungen an der Grenze zu Israel gekommen. Wieder gab es Tote und Verletzte. Vielleicht hat es bei Euch die eine oder andere Meldung in den Medien gegeben.</p>
<p>Aber genau um diese Meldungen geht es mir. Sie sind meist in einer Sprache verfasst, die nicht deutlich herausstellt, was dort wirklich passiert. Nitrit Sommerfeld, eine Jüdin die in München lebt, und Mitglied in der Gruppe Bündnis für die Beendigung der israelischen Besatzung (BIB) ist, hat sich sich so Ihre eigenen Gedanken zu der Sprache und der Wortwahl gemacht, die unsere Medien zu den schlimmen Vorfällen im Grenzgebiet Gaza/Israel benutzen. Ihr Beitrag vom 4. April 2918 mit dem Titel &#8222;Kolonialismus 2.0&#8220; habe ich als <a href="http://marius-blog.de/kolonialismus-2-0/" target="_blank" rel="noopener">Gastbeitrag in meinen Blog genommen</a></p>
<p>Heute erschien auf der <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/heute/nahost-experte-marc-frings-erklaert-warum-die-proteste-im-gazastreifen-wieder-in-gewalt-ausarten-100.html" target="_blank" rel="noopener">Internetseite des ZDF</a> ein ebenfalls lesenswertes Interview mit Marc Frings, dem Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauerstiftung für die palästinensischen Gebiete.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3930" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza.jpg" alt="" width="690" height="900" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza.jpg 690w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza-230x300.jpg 230w" sizes="auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px" /></p>
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		<title>„Für den Frieden braucht es mutige Männer“ (Jassir Arafat)</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/fuer-den-frieden-braucht-es-starke-maenner-jassir-arafat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 20:28:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diesseits und Jenseits des Jordans - Gruppenfahrt Herbst 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Beduinen]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun machten wir uns auf den Weg zur letzten Station unserer Reise: Jaffa und Tel Aviv. Auf dem Weg dort hin machten wir zunächst Halt in Rahat, einer der insgesamt sieben „Beduinen-Städte“ im Negev. <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fuer-den-frieden-braucht-es-starke-maenner-jassir-arafat/" title="„Für den Frieden braucht es mutige Männer“ (Jassir Arafat)">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun machten wir uns auf den Weg zur letzten Station unserer Reise: Jaffa und Tel Aviv. Auf dem Weg dort hin machten wir zunächst Halt in Rahat, einer der insgesamt sieben „Beduinen-Städte“ im Negev. Schon auf dem Weg dort hin haben wir zahlreiche kleine Dörfer/Camps gesehen wo Beduinen unter einfachsten Bedingungen leben. Um ein wenig die Situation zu begreifen, in der sich heute die in Israel verbliebenen Beduinen befinden, erlaube ich mir aus einem Hintergrundbericht zu zitieren, den ich 2013 für die Nahost-Kommission von Pax Christi erstellt habe:</p>
<figure id="attachment_2584" aria-describedby="caption-attachment-2584" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rahat.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2584" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rahat-300x225.jpg" alt="Rahat: die Schafe haben in der Stadt keinen Platz" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rahat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rahat-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2584" class="wp-caption-text">Rahat: die Schafe haben in der Stadt keinen Platz</figcaption></figure>
<p><em>Der wasserarme Negev war die Heimstatt für palästinensische und beduinische Bürger schon lange,  bevor der Staat Israel gegründet wurde. Vor 1948 siedelten 65 000 bis 90 000 Beduinen in der Negev-Wüste. Fast 90 Prozent dieser Halbnomaden lebten traditionell vom Ackerbau, die restlichen 10 Prozent von der Viehzucht. Während des Kriegs von 1948/49 wurden etwa 85 Prozent der Beduinen des Negev von ihrem Land vertrieben und flüchteten ins Westjordanland, nach Gaza, Jordanien oder Ägypten. Anfang der 1950er Jahre waren von den ursprünglich 95 Beduinenstämmen im Negev nur noch 19 übrig. Nachdem über die palästinensische Bevölkerung auf der israelischen Seite der grünen Linie das Kriegsrecht verhängt worden war, durften die Beduinen nicht mehr mit ihren Herden umherziehen und auch ihr Land nicht mehr bestellen. Zwölf der verbliebenen 19 Stämme wurden gewaltsam von ihrem Land vertrieben und durften sich nur noch in einem eingegrenztes Gebiet im nordöstlichen Negev aufhalten, das sie nur mit einer Sondererlaubnis verlassen konnten. Dieses Siyag (deutsch: Zaun) genannte Gebiet umfasst etwa 10 Prozent des Landes, über das die Beduinen vor 1948 verfügten, und ist darüber hinaus für seine Unfruchtbarkeit bekannt. Die Beduinen des Negev, heute etwa 180 000 bis 190 000 Menschen, sind israelische Staatsbürger. Die eine Hälfte der Negev Beduinen lebt in</em></p>
<figure id="attachment_2585" aria-describedby="caption-attachment-2585" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/rahatstrasse.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2585" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/rahatstrasse-300x225.jpg" alt="Rahat: Straßenleben" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/rahatstrasse-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/rahatstrasse-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2585" class="wp-caption-text">Rahat: Straßenleben</figcaption></figure>
<p><em>von der Regierung gebauten Siedlungen und Städten. Die größte der sieben „anerkannten“ Beduinenstädte ist Rahat mit über 50.000 Einwohnern. Den Städten und Siedlungen fehlt es oft allerdings an elementarer Infrastruktur wie Gehwegen, asphaltierten Straßen, Banken, Bibliotheken und Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner. Es handelt sich überwiegend um Schlafstädte, die der Kultur der Beduinen in keiner Weise Rechnung tragen und die unumkehrbare Auswirkungen auf das Familienleben und die Sozialstrukturen haben. In den Planungen wurde nicht bedacht, dass Großfamilien beieinander leben wollen. Für die nächsten Generationen ist kein Platz vorgesehen. In den Beduinenstädten sind Drogenmissbrauch und Arbeitslosigkeit um ein Vielfaches höher als in den umliegenden jüdischen Städten. Und das für sie vorgesehene Land reicht gar nicht aus, um das natürliche Wachstum der Ansiedlungen zu absorbieren. Die Städte stehen wirtschaftlich auf tönernen Füßen, haben weder eine ausreichende Gesundheitsversorgung noch Ausbildungsmöglichkeiten und Freizeitangebote für die Jungen. In allen sozioökonomischen Vergleichsstudien erzielen die Beduinenstädte Jahr für Jahr die niedrigsten Werte. </em></p>
<figure id="attachment_2589" aria-describedby="caption-attachment-2589" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/illegaledörfer.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2589" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/illegaledörfer-300x225.jpg" alt="Karte mit den &quot;illegalen&quot; Dörfern" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/illegaledörfer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/illegaledörfer-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2589" class="wp-caption-text">Karte mit den &#8222;illegalen&#8220; Dörfern</figcaption></figure>
<p><em>Die andere Hälfte der Negev-Beduinen lebt in 40 nicht anerkannten Dörfern, deren Einwohnerzahlen ein paar hundert bis zu einigen tausend erreichen. Obwohl viele dieser Dörfer schon vor der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 existierten, gelten sie als illegal. Sie sind nicht auf den offiziellen Karten verzeichnet, und es gibt dort weder Strom, noch Wasser, keine Schulen, keine Kanalisation oder andere öffentliche Dienstleistungen.  Am 24. Juni 2013 hat das israelische Parlament, die Knesset, in erster Lesung das „Gesetz zur Regelung der Beduinen in der Negev-Settlement“ auch „Prawer-Begin-Plan“ genannt, mit 43 gegen 40 Stimmen verabschiedet.</em></p>
<p><em>Dieser Plan sieht nun die Umsiedlung dieser 30-40.000 Beduinen in die „anerkannten“ Beduinenstädte vor, was die Zerstörung ihrer gemeindlichen und sozialen Lebensart und ihre Verurteilung zu dauerhafter Armut und Arbeitslosigkeit zur Folge haben wird. Gegen dieses Vorhaben gab es weltweit, aber auch in Israel ernsthafte Widerstände. Derzeit wird noch beraten, das Ende ist offen.</em></p>
<p>Wir hatten heute die Gelegenheit in Rahat, der größten der anerkannten Beduinen-Städte mit dem Vertreter einer Organisation –Majed Abu Blai- zu sprechen die sich vor allem um die Gruppe der schwarzen Beduinen kümmert die vor langer Zeit aus Afrika (hier vor allem aus dem Sudan) in die Negev-Wüste gewandert sind. Ziel ist es durch Erziehung und Bildung eine Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen für die „Generation des Überganges“ zu erreichen. Vor allem die Frauen sind im Fokus der Bemühungen. 70 % der Frauen sind Analphabeten. Sie haben die Möglichkeit in zwei Zentren verschiedene Ausbildungen zu absolvieren. In den 10 Jahren des Bestehens der Gruppe konnte sich die Beschäftigung der Frauen von unter 10% auf 20 % steigern. Erste Frauen haben sich auch für das Studium qualifiziert. Ein mühsamer, aber doch der einzige Weg, um eine bessere gesellschaftliche Integrierung der Beduinen aus eigener Kraft zu erreichen.</p>
<p>Auf dem weiteren Weg nach Tel Aviv haben wir dann noch im</p>
<figure id="attachment_2586" aria-describedby="caption-attachment-2586" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/danny.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2586" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/danny-300x225.jpg" alt="Danny erklärt die Lage" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/danny-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/danny-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2586" class="wp-caption-text">Danny erklärt die Lage</figcaption></figure>
<p>äußersten Südwesten von Israel, in Sichtweite der Grenze (5 km) zum Gaza-Streifen angehalten. Dort hatten wir in einem Seniorenzentrum die Möglichkeit mit Danny Wieler, einem gebürtigen Schweizer zu sprechen. Hier erfuhren wir etwas über das konkrete Betreuungsangebot für die ältere Generation im Bezirk Eskol.</p>
<figure id="attachment_2587" aria-describedby="caption-attachment-2587" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/bunker.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2587" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/bunker-300x225.jpg" alt="Jedes Haus im Kibbuz hat einen Bunkeranbau" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/bunker-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/bunker-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2587" class="wp-caption-text">Jedes Haus im Kibbuz hat einen Bunkeranbau</figcaption></figure>
<p>Er berichtete aber auch über die besonderen Belastungen,  durch den seit 10 Jahren andauernden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Wenn auch Danny die tatsächliche Gefahr selbst als sehr gering einschätzt (&#8222;eine Autofahrt nach Tel Aviv ist gefährlicher&#8220;) so sind dennoch das Gefühl der ständigen Bedrohung – gerade für Kinder – teilweise traumatisierend. Für ihn ist die zerstrittene palästinensische Führungsriege das größte Hemmnis für mögliche Friedensbemühungen. Danny erinnerte zum Schluss an den Ausspruch von Jassir Arafat aus dem Jahre 2000, dass für einen wirklichen Frieden starke Männer (Frauen) nötig sind. Derzeit sieht er auf beiden Seiten keine Persönlichkeit, der er solches zutraut.</p>
<figure id="attachment_2588" aria-describedby="caption-attachment-2588" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/gaza.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2588" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/gaza-1024x768.jpg" alt="Blick auf Gaza" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/gaza-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/gaza-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2588" class="wp-caption-text">Blick auf Gaza</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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