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	<title>Geburtskirche &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2019 21:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Al Haq]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm. Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/" title="Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm.</p>



<p>Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im April 2018 berichtet), Amjad Mitri getroffen. Amjad arbeitet seit 2011 für die älteste Menschenrechtsorganisation in Palästina (Amjad meint, vielleicht in der ganzen arabischen Welt), <a href="http://www.alhaq.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Al Haq (öffnet in neuem Tab)">Al Haq</a> das in diesem Jahr sein 40 jähriges Bestehen begeht. Amjad ist Palästinenser, in Deutschland geboren, lebt seit 2011 mit seiner Familie in Beit Sahur, der Heimatstadt seines Vaters. Er ist Jurist mit dem Schwerpunkt internationales recht.</p>



<p>Lange Jahre hat er in einem Büro in Ramallah gearbeitet. Die komplizierte tägliche Anfahrt, durch jeweils 2 Checkpoints auf der Hin- und Rückfahrt zum Büro, haben ihm zu „zermürbt“, dass er mittlerweile die Möglichkeit hat, in seinem Wohnort Beit Sahur in einem Büro zu arbeiten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4356" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Amjad Mitri mit einem Reiseteilnehmer</figcaption></figure>



<p>Insgesamt ist die Situation aus seinem Erleben beurteilt in den letzten 8 Jahren di er in Palästina ist immer schlimmer geworden. Große Ratlosigkeit, Perspektivlosigkeit und letztlich Hoffnungslosigkeit hat sich im großen Teilen der Bevölkerung breit gemacht. Das vorhanden sein der Familie macht die eigene Situation erträglich und schwierig zu gleich. Permanent stellt man sich die Frage der Zukunft: sollen wir bleiben oder wieder nach Deutschland oder den Niederlanden (die Heimat seiner Frau) gehen. Amjad weiß, das für die meisten Palästinenser eben nicht diese Möglichkeiten bestehen.</p>



<p>Im Zusammenhang mit den Kinderrechten, die weltweit gelten sollten, erklärte er uns die Situation der Minderjährigen, die vom israelischen Militär in den Nachtstunden aus den Familien geholt werden.&nbsp;</p>



<p>Oft werden in diesen Angelegenheiten Vergleiche vereinbart. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder möglichst schnell das Gefängnis verlassen, also stimmen sie dem Bergleich zu. Das hat aber zur Folge, dass mit dem Vergleich zugegeben wird, das Steine geschmissen worden sind (obwohl es oft gar nicht stimmt). Werden diese Kinder dann noch einmal festgenommen, gelten sie als „Wiederholungstäter.“</p>



<p>Amjad berichtete von Familien, wo immer die Koffer gepackt seien, ad eine Inhaftierung befürchtet wird. Kinder schlafen schlecht oder machen noch in älteren Jahrgängen „in die Hose“. Vor Gericht hat man oft den Eindruck aus einem „Viehmarkt“ zu sein, es geht da vieles durcheinander, es ist laut, Namen werden durch die Gänge geschrien&#8230;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4357" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Wüste hat ein grünes Frühlingskleid angelegt</figcaption></figure>



<p>Die israelische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.btselem.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="B`Tselem (öffnet in neuem Tab)">B`Tselem</a>, mit der Al Haq oft zusammenarbeitet, hat es seit einiger Zeit abgelehnt mit den Zivil und dem Militärgerichten zusammen zuarbeiten, da diese Gerichte „nicht fair und rechtstaatlich seien“. Ist in der Vergangenheit mal ein Fall im Sinne der Verteidigung entschieden worden, hat die Knesset (israel. Parlament) das bestehende Gesetz geändert und damit die „Gesetzeslücke“ geschlossen.</p>



<p>Wir sprachen auch über die Aktivitäten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Palästina ist seit 2016 dort vollwertiges Mitglied. Gründe um dort vorstellig zu werden und Anklage zu erheben sind Apartheid, Verstoß gegen die Menschenrechte und bei Kriegsverbrechen. Palästina hat u. a. den Siedlungsbau dort vorgetragen. Derzeit ist es in der „Klärungsphase“ ob das Gericht eine Anklage erhebt. Aus Sicht von Amjad ist die „ein klarer Fall“, ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Er sieht für Israel nur zwei Gründe die genannt werden könnten, aber eben nicht zu treffen:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Die Siedlungen sind auf unserem Gebiet gebaut und die Sicherheit unserer Bevölkerung ist gefährdet. </li><li>Die Menschen sind deshalb möglicherweise gefährdet weil sie in den Siedlungen leben, Israel schützt sie, in dem es noch mehr Land den Palästinensern weggenommen wird. Der Siedlungsbau führt auch dazu, dass es immer weniger Platz für die Palästinenser gibt. Die Städte können nur nach innen wachsen, da an den Rändern sich die Siedlungen befinden. Dies führt zu einer massiven Verdichtung des städtischen Wohnungsbaus mit allen negativen Konsequenzen für die allgemeine Infrastruktur </li></ol>



<p>Zum Schluss unseres 1 ½ stündigen Gespräches erklärte Amjad, dass In 50 Jahren Besatzung ein System aufgebaut worden ist dass sich in jeden einzelnen Lebensbereich der Menschen hier einmischt: kulturell, sozial, wirtschaftlich politisch.&nbsp;</p>



<p>Mehr als 100 Genehmigungen hat Israel für die Palästinenser entwickelt und so die vollständige Kontrolle über die Menschen erreicht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4355" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Kloster Ma Saba</figcaption></figure>



<p>Die Palästinenser haben in den letzten 50 Jahren alles probiert: Bewaffneter Wiederstand, Terrorakte, ziviler Ungehorsam, alles hat nichts gebracht.</p>



<p>Die Vereinbarung durch die „Oslo-Verträge“ sind in den Augen von Amjad so etwas wie ein Mietvertrag: Israel ist der Vermieter, Palästina der Mieter mit wenig Rechten und viel Pflichten. Die palästinensische Autonomiebehörde hat letztlich keine Autonomie. Amjad erzählte uns von der Bestimmung, dass, wenn ein Kind geboren wird, es bei den Israelis registriert werden muss und nur so seinen rechtlichen Status erhält.</p>



<p>Amjad möchte das Israel genauso behandelt werden soll, wie jeder andere Staat, nicht besser und nicht schlechter.&nbsp;&nbsp;Es müssen die internationalen Standards der Menschenrechte beachtet werden:</p>



<p>Es geht für Amjad nicht um pro Israel oder pro Palästina, ihm geht es immer um Pro Menschenrecht</p>



<p>Und trotzdem&#8230;so Amjad beim Verlassen des Cafes: wenn man hier mit den Menschen lebt erlebt man, es passiert viel trotz der großen Hoffnungslosigkeit.</p>



<p>Es wird viel gelacht, getanzt, gefeiert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4358" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das tiefe Kidrontal</figcaption></figure>



<p>Nachdem Gespräch haben wir uns in die judäische Wüste begeben und dort bei Beit Sahur das griechisch-orthodoxe Kloster Ma Saba angesehen. Anschließend hatte die Gruppe etwas Zeit einige Schritte alleine in die Wüste zu gehen und so die Wüste ein wenig sinnlich aufzunehmen und damit ein wenig „Wüstenerfahrung“ zu sammeln.</p>



<p>Zum Mittag haben wir Fatima in ihrem Haus in Zatara besucht, die uns ein schmackhaftes Mittagessen bereitet hatte. Es ist für mich immer wieder schön zu erleben, wie Fatima, in nur ganz kurzer Zeit, die Menschen die sie trifft, mit ihrer klaren und doch so einfachen Worten, beeindruckt.</p>



<p>Am späten Nachmittag hat die Gruppe dann noch einen Blick in die Geburtskirche geworfen und auch das Kinderheim „Le Chreche“ besucht.</p>



<p>Den Leser, die Leserin darf ich bitten für mehr Informationen zu Fatima und „Le Chreche“ die Links am Anfang dieses Tagesberichtes zu klicken.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4359" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>bei Fatima</figcaption></figure>



<p>Den Tag haben wir mit einem leckeren arabischen Essen in einem Bethlehemer Restaurant beschlossen zu dem wir auch Faten Mukarker und Daoud und Jihan Nassar eingeladen hatten</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em></p>



<p><em>Es ist doch unser und euer Herr. Uns kommen unsere Werke zu und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)</p>
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		<title>Fatima: „Ich würde in der Knesset die Geschichten erzählen die ich hier tagtäglich erlebe.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2017 21:52:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Mar Saba]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit gestern sind wir in der „Abrahams-Herberge“ untergebracht. Ein Gästehaus der evangelischen Kirche, dass ich mit meinen Reisegruppen bisher noch nicht besucht habe. Es liegt mitten in Beit Jala. Von hier sind wir heute Morgen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ich-wuerde-in-der-knesset-die-geschichten-erzaehlen-die-ich-hier-tagtaeglich-erlebe/" title="Fatima: „Ich würde in der Knesset die Geschichten erzählen die ich hier tagtäglich erlebe.“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit gestern sind wir in der <a href="http://www.abrahams-herberge.de" target="_blank" rel="noopener">„Abrahams-Herberge“</a> untergebracht. Ein Gästehaus der evangelischen Kirche, dass ich mit meinen Reisegruppen bisher noch nicht besucht habe. Es liegt mitten in Beit Jala.</p>
<p>Von hier sind wir heute Morgen aufgebrochen um zunächst dem Kinderheim Le Creche einen Besuch abzustatten. Diese Einrichtung habe ich im vergangenen Herbst kennen gelernt. Seit dem lässt mich diese Einrichtung, aber auch der Grund, weshalb sie existiert (existieren muss), nicht mehr los.</p>
<p><figure id="attachment_3651" aria-describedby="caption-attachment-3651" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3651" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3651" class="wp-caption-text">Spielecke in Le Creche</figcaption></figure></p>
<p>Auch die Mitglieder meiner Gruppe waren sehr betroffen von den Schicksalen der jungen Mütter, aber eben auch von den Kinder zu erfahren, die für ihr ganzen Lben stigmatisiert sein werden. In dieser arabischen Gesellschaft, die sich vor allem über die Familie repräsentiert, eben eine solche nicht zu besitzen, ist ein schlimmes Schicksal. Wir spürten aber auch die schwere Not für die betreuende Schwester, das Kind, das sie bis zum 6. Lebensjahr groß gezogen, leib gewonnen hat, in eine Familiengruppe im SOS-Kinderdorf abzugeben. Wir erfuhren, dass In ganz seltenen Fällen Kinder zur Pflege in arabische Familien gegeben werden. Bevor 1995 durch die „Oslo-Verträge“ eine palästinensische Verwaltung eingeführt wurde, konnte das heim noch „freier“ agieren. Den Kindern wurde durch die Namensnennung in der Regel eine christliche Identität gegeben. Viele Kindern wurden zur Adoption an interessierte ausländische Ehepaare vermittelt. Da der Koran eine Adoption nicht erlaubt, fällt seit dem diese Möglichkeit weg</p>
<p><a href="http://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren-und-im-karton-abgelegt/" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos findet ihr hier.</a></p>
<p>Anschließend sind wir zum Kloster Mar Saba in die judäische Wüste gefahren. Hier konnten wir neben der wunderbaren Ansicht des Klosters auch ein wenig „Wüste schnuppern“. Ich bin ja im April hier eine Etappe des Abrahampfades gegangen und habe die Gruppe auf diesem Weg ein (kleines) Stück wandern lassen. Meine Empfehlung, schweigend zu gehen, die Wüste mit allen Sinnen aufzunehmen sind die meisten gefolgt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3652" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Zur Mittagszeit waren wir zu Gast bei Fatima. Was soll ich hier in meinem Blog noch zu Fatima schreiben&#8230;.Sie empfing uns mit all der Herzlichkeit zu der sie so unvergleichlich Fähig ist. Sie hat uns mit ihren Töchtern ein wunderbares arabisches Mahl bereitet. Ich habe der Gruppe ein wenig von der Geschichte erzählt, die mich seit 2013 mit Fatima oder eben Im Magdolin verbindet. Fatima hat uns von ihren beduinischen Wurzeln, von der Kultur, dem Familienleben, von ihrer Arbeit mit Familien in den behinderte Menschen Leben erzählt.</p>
<p>Als ich vor nunmehr 4 Jahren das erste Mal Fatima getroffen habe, sagte mit eine Frau, die Fatima schon kannte: Fatima müsste mal vor dem israelischen Parlament, der Knesset sprechen. Als ich dies heute erzählte, wollte eine Teilnehmerin wissen, was Fatima denn dort in der Knesset vortragen würde. „Ich würde die Geschichten erzählen, die ich hier jeden Tag erlebe. So zum Beispiel davon, dass ich mit meiner schwer behinderten Tochter unterwegs bin und ich an einem „fliegenden“ Checkpoint, trotz meines Hinweises, nur mit meiner Tochter nach Hause (5 Minuten entfernt) fahren zu wollen, nicht durch gelassen werde. Ohne Worte werde ich mit „kreisendem“ Finger angewiesen zu drehen. Ich werde, wenn ich aussteigen will, mit der Waffe bedroht, und gezwungen zu wenden um über Feldwege die eine Stunde Umweg bedeuten in mein Haus zu gelangen.</p>
<p><figure id="attachment_3653" aria-describedby="caption-attachment-3653" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3653" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3653" class="wp-caption-text">eine arabische Reispfanne</figcaption></figure></p>
<p>Zum Nachmittag sind wir dann noch zur Geburtskirche nach Bethlehem gefahren. Hier empfing uns der derzeitige touristische Wahnsinn mit „voller Kraft“, die Schlange vor der Geburtsgrotte war so lang, Tausende standen dort an. Wir haben angesichts dieser Massen auf einen Besuch verzichtet.</p>
<p>Zum Abend haben wir in einem Restaurant in Bethlehem unser &#8222;Abschluss-Essen&#8220; gemacht. Neben Faten war auch Daoud mit seiner Frau Jihan unser Gast.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>3000 Jahre Jerusalem sind für uns, jetzt und für immer, eine Botschaft der Toleranz zwischen den Religionen, der Liebe zwischen den Völkern, der Verständigung zwischen den Nationen</em></p>
<p>von Yizhak Rabin (der israelische Ministerpräsident Rabin wurde heute vor 22 Jahren durch einen jüdischen Extremisten ermordeten)</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>„Dazu Gehören oder etwas Besitzen sind zwei völlig verschiedene Eigenschaften“</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/dazu-gehoeren-oder-etwas-besitzen-sind-zwei-voellig-verschiedene-eigenschaften/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2016 02:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mar Saba]]></category>
		<category><![CDATA[Siedler]]></category>
		<category><![CDATA[Zatara]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, am Sonntag, sind wir zunächst zu Fuß von unserem Quartier durch die Bethlehemer Altstadt zu der in einem Kilometer entfernten Geburtskirche gegangen. Nach der Besichtigung dieser, von der UNESCO 2012 gegen den Widerstand von <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/dazu-gehoeren-oder-etwas-besitzen-sind-zwei-voellig-verschiedene-eigenschaften/" title="„Dazu Gehören oder etwas Besitzen sind zwei völlig verschiedene Eigenschaften“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am Sonntag, sind wir zunächst zu Fuß von unserem Quartier durch die Bethlehemer Altstadt zu der in einem Kilometer entfernten Geburtskirche gegangen. Nach der Besichtigung dieser, von der UNESCO 2012 gegen den Widerstand von Israel (und bei Enthaltung Deutschlands) zum Weltkultur ernannte haben wir uns auf den Weg zum Kloster Mar Saba gemacht. Es liegt etwa 15 km von Bethlehem entfernt in der Kidronschlucht mitten in der judäischen Wüste. Es ist eines der ältesten Klöster der Orthodoxen Kirche und vielleicht auch eines der bedeutsamsten. Bereits im Jahre 478 kam der Mönch Savas aus seiner Heimat Kappadokien hierher und bildete seine eigene Mönchsbruderschaft. In der Folge spielte das Kloster eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Mönchtums und der orthodoxen Theologie.</p>
<p><figure id="attachment_3173" aria-describedby="caption-attachment-3173" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3173" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-1024x768.jpg" alt="Kloster Mar Saba" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3173" class="wp-caption-text">Kloster Mar Saba</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anschließend haben wir einen Besuch bei Familie Twaib in Zatara gemacht. Fatima (Im Magdolin), ist all meinen Leser/innen durch diesen Blog bestens bekannt. Leider konnte sie meine Gruppe nicht persönlich empfangen, da sie zur Behandlung verschiedener Beschwerden, auf meine Vermittlung hin, in meiner Heimat weilt. Wir wurden aber von Ihrem Mann Saaed, ihren Töchtern Rada und Magdolin herzlich willkommen geheißen. Es wurde uns ein leckeres arabisches Mahl bereitet. Bedient wurden wir auch von vielen ihrer 17 Enkelkinder. Bevor wir zu unserer letzten Station aufbrachen haben wir noch den wundervollen Blick in die nahe am Haus von Fatima beginnende Wüste „genossen“.</p>
<p><figure id="attachment_3177" aria-describedby="caption-attachment-3177" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3177" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-1024x768.jpg" alt="wundervolle Aussichten in die judäische Wüste " width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3177" class="wp-caption-text">wundervolle Aussichten in die judäische Wüste</figcaption></figure></p>
<p>Zum Schluss des Tages hatten wir uns noch mit Vertretern der palästinensisch-israelischen Friedensinitiative &#8222;Roots&#8220; getroffen.</p>
<p>Roots ist laut eigener Beschreibung auf ihrer Internetplatform <a href="http://www.friendsofroots.net" target="_blank">www.friendsofroots.net</a></p>
<p><em>„eine Initiative, die von einem gemeinsamen palästinensischen und israelischen Komitee mit Sitz im Westjordanland geleitet wird. Wir arbeiten in unseren eigenen Gemeinschaften im Herzen des Konflikts; Wir wollen durch unser Engagement die Verlagerung von Hass und Verdächtigung auf Vertrauen, Empathie und gegenseitige Unterstützung. Durch unsere Projekte und Workshops sind wir bestrebt, den Grundstein für eine Realität zu legen, in der künftige Abkommen zwischen unseren Regierungen aufgebaut werden können. In nur zwei Jahren des schnellen Wachstums hat unsere Arbeit fast 13.000 Menschen erreicht.“</em></p>
<p>Mit uns sprachen Shaul ein jüdischer Israeli, von Beruf Lehrer, der mit seiner Familie ganz in der Nähe unseres Treffpunktes, in der jüdischen Siedlung Gush Etzion lebt und Noor, ein Palästinenser, von Beruf Reiseguide, der in Bethlehem lebt. Beide erzählten uns zunächst ihre Lebensgeschichte. Shaul, der an die vielen Kriege erinnerte, an die Freiheitskämpfe auf beiden Seiten. Er äußerte auch Verständnis für den Widerstand der Palästinenser. Erst als ihm nahestehende Personen ermordet wurde, sei ihm klar geworden, dass diese Entwicklung nur zum Untergang beider Seiten führen würde. Da sei er dem <a href="http://www.alsharq.de/2013/mashreq/israel/der-friedliebende-siedler-ein-personlicher-nachruf-auf-rabbi-menachem-froman/" target="_blank">Rabbi Fromann</a> begegnet. Von ihm habe er gelernt das es etwas ganz anderes ist wenn man davon spricht dazu zu gehören oder wenn mann davon spricht etwas zu besitzen. Bezogen auf die jüdischen Gebiete Samaria und Judäa heißt es für Shaul auch das leben von Palästinensern hier zuzulassen, aber eben nicht dieses Land in Besitz zu nehmen.</p>
<p><figure id="attachment_3176" aria-describedby="caption-attachment-3176" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3176" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-1024x768.jpg" alt="mit Saul und Noor (li) von Roots im Gespräch" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3176" class="wp-caption-text">mit Saul und Noor (li) von Roots im Gespräch</figcaption></figure></p>
<p>Noor ist 1991 in Jordanien geboren und Mitte der 90iger Jahre nach Bethlehem gekommen. Die Zeit bis zum Beginn der 2. Intifada hat er als seine bisher schönste Lebenszeit empfunden. Mit Beginn des 2. Aufstandes der Palästinenser war sein Alltag geprägt von Ausgangssperre, Beschuss und getöteten Nachbarn. Er selbst hat sich aktiv am Volksaufstand beteiligt, am Rachels Grab in Bethlehem Steine auf die Israelischen Soldaten geworfen. Auch bei ihm war der Tod eines engen Freundes ein einschneidendes Erlebnis. Er wollte diesen Tod rächen und plante mit Freunden einen israelischen Checkpoint anzugreifen. Mit gestohlenen Waffen wurden sie von palästinensischen (!) Polizisten kontrolliert und festgenommen. Mit Glück konnten sie der Überstellung an Israel entgehen. Nach Schule und Studium wurde er Reiseführer und hatte 2015 die Möglichkeit eine Gruppe nach Hebron und anschließend zu einem Gespräch mit der Gruppe Roots zu führen.</p>
<p>Dort traf er einen Rabbi. Zum erste Mal in seinem Leben hörte er dort (von einem Rabbi!!) dass auch die Palästinenser Rechte haben. Er war beeindruckt von seinen Visionen wie der so schmerzlichen Konflikt zu lösen sei. Er ist dann mehrfach zu Treffen der Gruppe gegangen und hat sich dann dieser Bewegung angeschlossen. Jetzt trifft man sich regelmäßig, tauscht sich aus, hört die Probleme der anderen Seite, versucht sich in deren Probleme hinein zu versetzen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Darüber hinaus geht man auf Schulen, Soldaten und andere Gruppierungen zu und versucht dort für die aussöhnenden Gedanken der Gruppe zu werben.</p>
<p>Natürlich wird diese Bewegung von beiden Seiten argwöhnisch beobachtet, von vielen abgelehnt, weil mit den Anderen spricht man nicht&#8230;.</p>
<p>Wir konnten durch das Nachempfinden beider Lebensgeschichten gut verstehen, dass es für beide ein logischer „Ausweg“ aus einer schier hoffnungslosen Situation war sich der Bewegung „Roots“ anzuschließen</p>
<p>Dennoch wir hatten bei dem zweistündigen Gespräch ein gutes Gefühl und meinen, dass diese Bewegung, die sich aus der Mitte der beiden oft hasserfüllten Gruppenentwickelt hat, eine echte Chance verdient. Ich werde die Entwicklung von Roots sicherlich weiter verfolgen.</p>
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		<title>Zu Bethlehem geboren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 21:27:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Über 50 % der mehr als 4 Mio Menschen in Palästina sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. Überall auf Straßen und Plätzen sieht man junge Gesichter, sieht sie lachen, seltener spielen. Überhaupt es gibt <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren/" title="Zu Bethlehem geboren">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über 50 % der mehr als 4 Mio Menschen in Palästina sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. Überall auf Straßen und Plätzen sieht man junge Gesichter, sieht sie lachen, seltener spielen. Überhaupt es gibt nur wenige Spielplätze und die Straßen mit dem oft heftigen Verkehr, den schmalen oder oft gar nicht vorhandenen Spielplätzen, sie laden nicht wirklich ein zum spielen und toben.</p>
<p><figure id="attachment_1912" aria-describedby="caption-attachment-1912" style="width: 225px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000314.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1912" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000314-225x300.jpg" alt="Aida Flüchtlingscamp in Bethlehem" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000314-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000314.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1912" class="wp-caption-text">Aida Flüchtlingscamp in Bethlehem</figcaption></figure></p>
<p>Erst recht ist die Situation für die Kindern bedrückend und eng in den Flüchtlingscamp, die es auch im Westjordanland so zahlreich gibt. Was heißt hier in Palästina „Flüchtlingscamp?“ <em>Die im Palästinakrieg 1948 geflohenen und vertriebenen Palästinenser (mehr als 750.000) wurden in 58 Flüchtlingslagern im Westjordanland und Gazastreifen, in Jordanien, Syrien und dem Libanon aufgenommen, wo sie und ihre Nachkommen teilweise bis heute leben und vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten versorgt werden. Die Integration der Flüchtlinge in die Bevölkerung wurde auch in den arabischen Staaten teilweise behördlich unterbunden. Die Zelte sind zwischenzeitlich durch feste Bebauung ersetzt worden, der Begriff „Lager“ (als kurzzeitiges Provisorium) ist damit sachlich nicht mehr korrekt. Der Gebrauch dieses Begriffs ist hier mehr politischer Natur, um den ungeklärten Status der Bewohner zu verdeutlichen. Fast jede größere palästinensische Stadt hat ein Lager als Vorort.</em> (aus Wikipädia)</p>
<p>Hier in Bethlehem gibt es drei, wir haben heute dem Aida-Camp einen Besuch abgestattet. Näheres zum Thema Flüchtlinge könnt ihr <a title="AnNakba – die Katastrophe" href="http://marius-blog.de/annakba-die-katastrophe/">hier lesen</a>. Im Aida-Camp leben mehr als 5000 Menschen es gibt zwei Kindergärten und zwei Schulen. Wir haben in einem Begegnungszentrum „Lajee Center“ mit einem Mitarbeiter gesprochen der uns die Arbeit des Centers erläuterte. <a href="http://www.lajee.org" target="_blank">www.lajee.org</a> Hier finden Kinder und Jugendliche verschiedene Angebote, aber auch für Erwachsene ist es ein zentraler Treffpunkt. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit dem israel. Militär, häufig mitten in der Nacht. So wurde erst gestern ein 16 jähriger Junge bei einem solchen Zwischenfall schwer verletzt.</p>
<p><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000334.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-1913" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000334-300x225.jpg" alt="P1000334" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000334-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000334.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Von meinen früheren Besuchen weiß ich, dass die Situation gerade für behinderte Menschen in Palästina sehr schwierig ist. Durch meine Kontakte mit Fatima -weiteres ist hier zu lesen- hatte ich von der Einrichtung „Life Gate“ (Tor zum Leben ) gehört. <a href="http://www.lifegate-reha.de" target="_blank">www.lifegate-reha.de</a></p>
<p>Wir wurden von Maria empfangen die uns durch das gerade neu bezogene Zentrum führte. Der Name ist Programm: die lern, hör und körperbehinderten Kinder und Jugendliche sollen „ins Tor hinein – aber auch gestärkt wieder ins Leben hinaus treten“. Das Angebot beginnt für Kinder ab 3-6 Jahre mit speziellen Fördergruppen, danach bis 14 Jahre kommen die Kinder in die Förderschule und haben nachher die Möglichkeit in verschieden Bereichen eine Ausbildung zu erhalten. Viele Jugendliche arbeiten in verschiedenen Bereichen einer beschützenden Werkstatt: im Rollstuhl-Reparaturservice, beim Bau von orthopädischen Hilfsmitteln, der Herstellung von Geschenkartikeln aus Olivenholz, der Keramikabteilung und der Strickabteilung. Die Einrichtung versteht sich auch als Teil der Friedensarbeit, so gibt es regelmäßig Ferienfreizeiten mit israel. Gruppen. Die Mitarbeiter besuchen regelmäßig Dörfer und Städte und arbeiten mit den Familien zusammen. Bei ihren Besuchsfahrten werden die Mitarbeiter auch immer wieder auf andere Kinder und Jugendliche mit Behinderung aufmerksam. Ein mehr als beeindruckende Einrichtung die für die Menschen mit Behinderung und ihren Familien eine wichtige Unterstützung und Hilfe bietet.</p>
<p>Zum Nachmittag waren wir bei Dr. Mitri Raheb zu Gast. Dr. Raheb evang. Pastor In Bethlehem und einer der Autoren des 2009 von palästinensischen Christinnen und Christen formulierten Aufrufs an die Weltgemeinschaft „Die Stunde der Wahrheit“. Das mitunter in Deutschland kontrovers diskutierte Dokument versteht sich als ein „Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und</p>
<p><figure id="attachment_1914" aria-describedby="caption-attachment-1914" style="width: 225px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000347.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1914" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000347-225x300.jpg" alt="Dr. Mitri Raheb" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000347-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000347.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1914" class="wp-caption-text">Dr. Mitri Raheb</figcaption></figure></p>
<p>Palästinenserinnen“. Das Papier wird „Kairos-Palästina-Dokument“ genannt. Weiter Infos zum Papier sind <a title="Kairos Palästina" href="http://marius-blog.de/kairos-palastina/" target="_blank">hier</a> zu finden.</p>
<p>Damit das Leben der Einwohner von Hoffnung und Zuversicht erfüllt wird, ist 1995 ein Zentrum für Bildungsarbeit, internationale Begegnungen und Fürsorge für die älteren Menschen „Diyar“ gegründet worden. <a href="http://www.diyar.ps" target="_blank">www.diyar.ps</a></p>
<p>Anschließend haben wir auch die älteste Kirche des Westjordanlandes besucht: die Geburtskirche mit der Geburtsgrotte von Jesus, vor zwei Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, im Übrigen haben die Vertreter von Deutschland in diesem Gremium dagegen gestimmt…</p>
<p>Zum Abschluss des Tages haben noch einige der Gruppe das in unmittelbarer Nähe vom Hotel befindliche „Caritas-Baby-Hospital“ besucht. Das 1952 errichtete Krankenhaus hat sich zum Ziel gesetzt,den Kindern, die unter den Folgen des israelisch-palästinensischen Konflikt leiden eine medizinische Basisversorgung zu sichern. In dem modernen Krankenhaus werden pro Jahr mehr als 30.000 Kinder behandelt. <a href="http://www.kinderhilfe-bethlehem.de" target="_blank">www.kinderhilfe-bethlehem.de</a></p>
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<p><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000364.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-1915" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000364-300x225.jpg" alt="P1000364" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000364-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000364.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Zum Abend waren wir noch bei Faten Mukarker zum arabischen Abendessen eingeladen. Faten hatte uns in den letzten drei Tagen in Bethlehem und Hebron als Reiseleiterin begleitet und dabei mit großer Sachkenntnis und Empathie die schwierige politische Situation im Westjordanland erläutert. Sie hat dabei vor allem mit ihrer wunderschönen arabischen Erzählweise begeistert. So hatten wir neben dem leckeren Essen heute Abend auch das Vergnügen etwas aus ihrem Leben als arabisches Mädchen und Frau zu erfahren</p>
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