Heute an unserem Abreisetag haben wir noch einen Blick in das unserem Gästehaus St. Vincent angeschlossenen Kinderheim „La Crèche“ (Kinderkrippe) nehmen dürfen. Ein mir gut bekannter Reiseleiter, Johannes Zang, der in diesen Tagen auch mit einer Gruppe hier zu Gast war, hatte mir (dringend)  vorgeschlagen diese Einrichtung anzusehen.

Das Heim wurde von den Vinzentinnerinnen Ende des 19. Jahrhundert gegründet. Es ist die einzige derartige Einrichtung im ganzen Westjordanland. Kinder werden dort abgeben weil sie unehelich geboren werden. Oft werden sie auch durch Kaiserschnitt früher zur Welt gebracht, damit man bei der Mutter den Bauch nicht sieht. Immer wieder kommt es aber auch vor das die Kinder irgendwo hingelegt werden. So fand man vor einigen Wochen einen gerade geborenen Säugling in einem Karton. Nicht immer werden die Kinder rechtzeitig gefunden….Hier ein interessanter Beitrag im Internet

Schlafsaal

Schlafsaal

Derzeit sind 32 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren hier untergebracht. Weitere Kinder aus besonders armen Familien werden tagsüber betreut. Neben spezialisierten Erzieherinnen arbeiten in der Einrichtung, Psychologen, Therapeuten und auch ein Kinderarzt. Ein Sozialarbeiter versucht zwischen dem Heim, den sozialen Einrichtungen und auch den Familien der Kinder eine Brücke zu schlagen

Die Kinder bleiben dort bis zum sechsten Lebensjahr und werden dann in eine Familiengruppe des SOS-Kinderdorfes vermittelt.

schwesterDie Kinder können nicht adoptiert werden da dies das islamische Recht nicht erlaubt. Lediglich wenn die Kinder eindeutig von einer christlichen Mutter stammen, kann eine Adoption an eine christliche Familie vermittelt werden.

Wir erfuhren auch, dass es im Zusammenhang mit Vergewaltigungen immer wieder zu „Ehrenmorden“ kommt. Die Vergewaltiger bleiben frei, nach den starren islamischen Regeln ist immer die Frau schuldig.

Nach dieser doch bedrückenden „Besichtigung“ haben wir uns dann auf dem Weg zum Flughafen gemacht. Hier erwartete uns eine der intensivsten Kontrollen die ich je erlebt habe. Wie bekannt wurde ich als Reiseleiter zu nächst befragt. Wahrheitsgemäß habe ich von unserer reise und den Orten berichtet die wir besucht haben. Dann wurde einer aus der Gruppe ausgesucht, dem der Koffer kontrolliert wurde und der ebenfalls zu unserer Reise gefragt wurde. Da es wohl, aus Sicht der Interviewerin, eine unterschiedliche Darstellung gab, wurde ich von ihrem Vorgesetzten erneut befragt. Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich wohl nicht alle Orte – so zum Beispiel Jenin- genannt hätte. Was wir dort gemacht hätten wollte er wissen. Ich erzählte vom Besuch der Friedenstheaters. Das ganze Procedere der „Vorbefragung“ dauerte sicherlich eine Stunden bevor die „normale“ Befragung aller Reiseteilnehmer durchführt wurde. Anschließend wurde die ganze Gruppe beim Handgepäckcheck intensiv untersucht. Mit einem speziellen „Fühler“ wurden unsere schuhe und sämtliche Gegenstände die wir mitführten abgetastet. Das Paket „Zatar“, welches mir die Familie von Fatima mitgegeben hatte, wurde besonders intensiv durchleuchtet.

Doch damit nicht genug, als wir in Düsseldorf unsere Koffer vom Band nahmen mussten wir feststellen das alle unsre Koffer in Tel Aviv geöffnet und untersucht wurden. In einem beigefügten Schreiben wurden wir darüber informiert, dass unser Gepäck aus Sicherheitsgründen geöffnet und untersucht wurde….

Es ist wirklich für mich schwer nachvollziehbar, das dieses ganze Procedere, welches ja unglaublichen Personalbedarf beansprucht, nur aus der Sorge heraus vollzogen wird, weil an einem dieser Orte in Palästina, Sprengstoff in unser Gepäck gesteckt worden sein könnte.

Aber die gute Botschaft zum Schluss: Wir sind gut wieder angekommen…

mit linsen, Reis, Nudeln gemacht

mit Linsen, Reis, Besam und Nudeln gemacht

Und morgen werde ich zum Abschluss dieser Blog Reihe ein Resümee unserer Begegnungsfahrt schreiben….