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	<title>Gefängnis &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Ein Ausflug nach Tel Aviv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 20:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gush Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[Uri Avnery]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-ausflug-nach-tel-aviv/" title="Ein Ausflug nach Tel Aviv">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach Jordanien gemacht hatten, waren wir für eine Nacht auch in Tel Aviv.</p>
<p>Heute nun bin ich auch mal wieder in die von Jerusalem 60 km entfernte Mittelmeermetropole Israels gefahren. Hintergrund dieses Ausflugs: Ellen Rohlfs, eine in der Israel&amp;Palästina-Solidarität sehr bekannte Persönlichkeit und Friedensaktivistin, Autorin einiger Bücher und Schriften und autorisierte Übersetzerin des jüngst verstorbenen israelischen Friedenskämpfer Uri Avnery, hatte mich gebeten Spendengelder für Gush Shalom abzugeben. <a href="http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/ellen_rohlfs.htm" target="_blank" rel="noopener">Mehr zu Ellen könnt ihr hier lesen.</a></p>
<figure id="attachment_4174" aria-describedby="caption-attachment-4174" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-4174" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4174" class="wp-caption-text">Abfahrt der Sherut-Busse ist ganz in der Nähe des Jerusalemer Polizeigefängnisses</figcaption></figure>
<p>So habe ich mich also heute morgen, nachdem ich mal wieder meine Schlafstelle gewechselt habe, dieses Mal war der Umzug („fußläufig“) innerhalb von Jerusalem, von der Dormitio am Zionstor zum Paulushaus am Damaskustor, mit dem Sherut-Kleinbus auf den Weg nach Tel Aviv gemacht. Das Prinzip dieser „Taxi-Busse“ ist ja bekannt und sehr einfach: man wartet bis die 10 Plätze belegt sind, dann geht es los. Für 24 Schekel (etwa 6,-€) ging auf die etwa 45 minütige Fahrt. Tel Aviv empfing mich am zentralen Busbahnhof mit einer doch schwülen Hitze von mehr als 25 Grad. Bemerkenswert und auf den ersten Blick zu sehen war, dass hier um den Busbahnhof wohl eine Wohngegend ist, in der hauptsächlich Schwarz-Afrikanern wohnen. Diesen begegnet man in Jerusalem doch höchst selten, sieht man einmal von den äthiopischen Christen ab. Ganz selten sah ich hier orthodoxe Juden. Dafür aber jede Menge elektro-Fahrräder. Wobei man hier die Ausführung liebt, Kleinfahrrad aber mit gehörigem Speed. Die meisten fahren mit einem helm, den wir bei uns von den Motorrädern her kennen.</p>
<figure id="attachment_4175" aria-describedby="caption-attachment-4175" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4175" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4175" class="wp-caption-text">Tel Aviv eine Fahrradstadt<br />Aber Fußgänger müssen vorsichtig sein..die kommen meist mit ganz schönem Speed daher</figcaption></figure>
<p>Um 15 Uhr traf ich Adam Keller. Er wurde mir von Ellen Rohlfs als Vertreter der Friedensorganisation Gush Shalom benannt. Ich hatte ja vor einigen Tagen schon einmal,  im Zusammenhang mit Demonstrationen hier in Israel gegen die aktuellen israelischen Angriffe im Gazastreifen, kurz etwas zu dieser Organisation geschrieben, die in deutsch mit „Friedensblock“ übersetzt werden kann.</p>
<p>Schaut man ins Internet so findet man u.a. einen Beitrag aus dem Jahre 2005:</p>
<p><strong><em>&#8222;Ich träume von dem Tag, an dem Palästinenser und Israelis von Unserem Jerusalem sprechen werden und dabei sowohl das der Israelis als auch das der Palästinenser meinen werden.&#8220;</em></strong><em><br />
</em>Mit diesen Worten unterstützte Faisal Husseini, der verstorbene Führer der Palästinenser in Jerusalem 1995 eine Aktion der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom. Mit zwei Straßenschildern, die jeweils auf West- bzw. Ostjerusalem zeigten und mit ihren Aufschriften &#8222;Westjerusalem &#8211; Hauptstadt Israels&#8220; und &#8222;Ostjerusalem &#8211; Hauptstadt Palästinas&#8220; die Hoffnungen auf zwei souveräne, friedliche Staaten mit geteiltem Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten ausdrückten, kämpfte die Friedensbewegung für gegenseitige Verständigung und Anerkennung. diesen Kampf führt sie noch heute.<br />
Gush Shalom steht seit ihrer Gründung 1992 für eine Annäherung beider Völker und einen dauerhaften Frieden zwischen zwei souveränen Staaten. Der innere Kreis von Gush Shalom umfasst an die 100 Aktive, die Zahl der Mitglieder liegt bei 1.500. Unterstützt werden sie sowohl aktiv als auch passiv von einigen Tausend Menschen weltweit.</p>
<figure id="attachment_4176" aria-describedby="caption-attachment-4176" style="width: 248px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-4176" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg" alt="" width="248" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg 248w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery.jpg 458w" sizes="(max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption id="caption-attachment-4176" class="wp-caption-text">Uri Avnery, gestorben im August 2018</figcaption></figure>
<p>Das wohl bekannteste Gründungsmitglied, <a href="http://www.uri-avnery.de" target="_blank" rel="noopener">Uri Avnery</a>, jahrelanges Mitglied der Knesset, israelischer Publizist und Friedenskämpfer, ist in Deutschland durch seine Auszeichnung mit dem Aachener Friedenspreis 1997 und zahlreichen Publikationen und Interviews bekannt. In Israel gehörte er zu den ersten Israelis, die den Kontakt mit Palästinensern und ihrer Vertretung, der PLO, suchten. Unabhängig von politischen Parteien und anderen politischen Gruppierungen steht Gush Shalom für gegenseitige Anerkennung der beiden Völker, ein Ende der israelischen Besatzungspolitik und einen unabhängigen souveränen Staat Palästina, mit der Anerkennung der PLO als Vertretung des palästinensischen Volkes und innerhalb der Grenzen von vor 1967.</p>
<figure id="attachment_4177" aria-describedby="caption-attachment-4177" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4177" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4177" class="wp-caption-text">Adam Keller, heute in Tel Aviv</figcaption></figure>
<p>Nun traf ich in der Nähe des Busbahnhofs Adam Keller, von dem ich erst jetzt, zurückgekehrt ins Paulushaus durch eine Mail meines Berliner Freundes Christian erfuhr, das Adam der Sprecher von Gush Shalom ist (oder zu mindestens einmal war). Christian hatte mit Anderen im Jahre 2011 die Palästina-Israel-Zeitung herausgebracht. In der ersten Ausgabe stand ein Interview (auf Seite 2), das Johannes Zang mit Adam Keller geführt hat. <a href="http://www.palaestina-israel-zeitung.de/downloads/2011-Palaestina-Israel-Zeitung-00.pdf" target="_blank" rel="noopener">Hier ist der Link zu dieser ersten Ausgabe.</a> Auch wenn die Zeitung nun schon vor 7 Jahren erschienen ist, haben dass Interview mit Adam Keller, aber auch die anderen Beiträge, nichts von Ihrer Bedeutsamkeit eingebüßt</p>
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		<title>Muttertag in der arabischen Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2018 19:24:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Orthodoxe Juden]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Michal verabredet. Michal, eine Schweizerin, lebt seit 30 Jahren in Israel. Sie hat einige meiner Begegnungsreisen als Guide begleitet. Derzeit plane ich im Oktober 2018 eine Reise nach Israel, Palästina <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/muttertag-in-der-arabischen-welt/" title="Muttertag in der arabischen Welt">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich mich mit Michal verabredet. Michal, eine Schweizerin, lebt seit 30 Jahren in Israel. Sie hat einige meiner Begegnungsreisen als Guide begleitet.<br />
Derzeit plane ich im Oktober 2018 eine Reise nach Israel, Palästina und Jordanien. „Diesseits und Jenseits des Jordans“ heißt die Fahrt.<br />
<a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener">Näheres hierzu findet Ihr hier.</a><br />
In einem gemütlichen Cafe am alten Bahnhof haben wir über das Programm gesprochen.<br />
Michal, eine gläubige Jüdin, hatte meine Gruppe 2016 einmal zu einem Shabbat-Essen in ihre Wohnung geladen. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis. Ihr könnt es gerne noch einmal hier lesen.</p>
<figure id="attachment_3720" aria-describedby="caption-attachment-3720" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3720" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/bahnhof-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/bahnhof-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/bahnhof-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/bahnhof-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3720" class="wp-caption-text">der &#8222;alte&#8220; Bahnhof von Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Heute sprachen wir über die Rente hier und kamen dabei auf die ultra-orthodoxen Juden zu sprechen, von denen viele nicht arbeiten, aber eben vom Staat auch als Rentner Unterstützung erhalten. Das wird&#8217;s natürlich von der arbeitenden Bevölkerung, und auch von Michal sehr kritisch gesehen. Unvermittelt sprachen wir so auch über die unterschiedlichen jüdischen Gruppen in der israelischen Gesellschaft. Michal selbst bezeichnet sich als orthodoxe Jüdin, die versucht alle <a href="http://www.inforel.ch/i20e10.html" target="_blank" rel="noopener">613 Gebote und Verbote</a> zu beachten. Ansonsten lebt sie aber ganz normal &#8222;in Mitten der israelischen Gesellschaft&#8220; wie sie sagt. Im Gegensatz dazu die <a href="http://www.dw.com/de/die-welt-der-ultra-orthodoxie/a-16647855" target="_blank" rel="noopener">„Ultra“-Orthodoxen Juden</a>. Sie leben in eigenen Stadt-Vierteln, ganz unter sich. Wie schon geschrieben gehen sie in der Regel auch keiner Arbeit nach, sondern studieren den Talmud (die Männer) und bekommen viele Kinder (die Frauen). Sie weigern sich auch zum Militärdienst zu gehen, dass wiederum wird derzeit von der israelischen Regierung &#8222;überprüft&#8220;, es gibt die Absicht den Militärdienst auch für diese Gruppe &#8222;zu erzwingen&#8220;.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3721" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/jude-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/jude-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/jude-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/jude-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Michal hat sich jetzt einer Gruppe angeschlossen die sich um solche Menschen kümmert, die versuchen sich aus der „Umklammerung“ der Familie zu lösen. Das ist für die betreffenden Menschen wohl mit großen Schwierigkeiten verbunden. In Deutschland ist ja vor einigen Jahren das Buch einer (ehemals) Ultra-orthodoxen Jüdin aus Amerika erschienen: <a href="https://www.welt.de/vermischtes/article153837696/Mehr-Froemmigkeit-sollte-neues-Unheil-verhindern.html" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Unorthodox&#8220;</a>. Diese Lebensgeschichte mach sehr deutlich was es für die betreffenden Menschen bedeutet sich &#8222;loszusagen&#8220;.</p>
<p><strong>70 Jahre Nakba</strong><br />
Ich habe mir vorgenommen, bei meinen unterschiedlichen Kontakten in den nächsten Wochen auch immer das Thema Flüchtlinge anzusprechen. Also habe ich auch Michal dazu befragt. Auf der einen Seite sagt sie, &#8222;es ist eine offene Wunde&#8220;, für die Israel noch zu wenig getan hat, das sie &#8222;verheilen&#8220; kann. Kritisch sieht es aber, dass die Flüchtlinge jetzt schon in der dritten oder vierten Generation immer noch als Flüchtlinge gelten. &#8222;Das gibt es sonst nirgendwo  auf der Welt&#8220;. Auch sieht sie die Unterstützung durch die UNWRA nicht förderlich für eine Entwicklung zum selbständigen Leben. &#8222;Das ist keine Hilfe zur Selbsthilfe, die Menschen werden so unterstützt, dass sie wenig Interesse zur Eigenständigkeit haben.&#8220; Auch kritisiert sie die arabischen Staaten (Libanon und Syrien), die den Geflüchteten keine rechte zuerkannt haben. damit hatten sie dort in diesen Ländern keine Entwicklungsmöglichkeiten. Eine Rückkehr nach Israel, wie es eine <a href="https://palaestina.org/fileadmin/Daten/Dokumente/Abkommen/UN-Resolutionen/resolution_194__11.12.1948.pdf" target="_blank" rel="noopener">UN-Resolution schon 1948</a> gefordert hat, sieht Michal als völlig unrealistisch an.</p>
<figure id="attachment_3722" aria-describedby="caption-attachment-3722" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3722" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/symbole-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/symbole.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/symbole-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/symbole-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3722" class="wp-caption-text">Symbole für den Rückkehr- Willen:<br />Die Hausschlüssel</figcaption></figure>
<p>Auf dem Weg zum Treffen mit Michal bin ich auch am Jerusalemer Polizeigefängnis vorbeigekommen. <a href="http://marius-blog.de/blog/besatzung-bedeutet-auch-militaergerichtsbarkeit/">Bereits im April 2017 war ich dort</a>. Damals hatte mir Roni Hammermann von diesem Gebäude mitten in der Stadt (hinter dem Rathaus) erzählt. Als ich dort vorbei kam und die Gefangenentransporter vor dem Tor stehen sah fiel mir ein was ich gerade in diesen Tagen in einer Mail gelesen hatte: eine Info der palästinensischen Menschenrechtsorganisation <a href="http://www.addameer.org/news/israeli-occupation-forces-detain-1319-palestinians-during-months-january-and-february" target="_blank" rel="noopener">„Addameer“</a>  berichtete, dass in den ersten Monaten 2018 in den Palästinenser Gebieten 1319 Menschen verhaftet wurden, darunter 274 Kinder. Derzeit sind 6.500 Palästinenser in israelischen Gefängnissen. 63 davon waren weiblich, davon sechs Mädchen. Insgesamt befanden sich 350 palästinensische Kinder in israelischen Gefängnissen.</p>
<figure id="attachment_3723" aria-describedby="caption-attachment-3723" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3723" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Knast-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Knast-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Knast-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Knast-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3723" class="wp-caption-text">Gefangenen-Transporter vor dem städtischen Polizei-Gefängnis Mitten in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Addameer betont in der Stellungnahme, dass Israel als Besatzungsmacht schwere und systematische Verstöße gegen internationales Recht und internationales humanitäres Völkerrecht begeht. Die Organisation fordert den UN-Menschenrechtsrat auf, eine Untersuchungskommission zu Israels Misshandlungen von Gefangenen einzurichten, und appelliert an die Unterzeichnerstaaten der Genfer Konvention, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und &#8222;auf die Besatzungsmacht Druck auszuüben, damit sie die Regeln internationalen Rechts und die Rechte von Gefangenen respektiert&#8220;.</p>
<p>Wer mag wohl heute Nacht hier nach Jerusalem gebracht worden sein&#8230;.?</p>
<p>Nun zum Schluss meines Tagesberichtes zu etwas Schönerem:<br />
Bei meinem Spaziergang durch die Straßen in Ost-Jerusalem habe ich mich heute schon gewundert, dass viele Frauen Blumen dabei hatten. Das sieht man hier nicht so oft. Ein Blick in das Internet brachte die Lösung ganz einfach Lösung&#8230;<br />
Die arabische Welt &#8211; so auch hier in Palästina &#8211;  feiert heute den Muttertag. Da schenken die arabischen Männer eben ganz so wie die Deutschen; Blumen.</p>
<figure id="attachment_3724" aria-describedby="caption-attachment-3724" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3724" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Muttertag-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Muttertag-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Muttertag-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Muttertag-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3724" class="wp-caption-text">Blumen zum Muttertag</figcaption></figure>
<p>Übrigens fällt der Muttertag mit dem offiziellen Frühlingsanfang zusammen&#8230;und ein Wetter wie man sich es für den Frühling wünscht war heute hier in Jerusalem.</p>
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		<title>Besatzung bedeutet auch Militärgerichtsbarkeit</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/besatzung-bedeutet-auch-militaergerichtsbarkeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2017 05:32:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaftung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte sie schon öfters gesehen, die goldenen Türme der russischen Kirche, ganz zentral in Jerusalem, nahe dem Rathaus und der Hauptgeschäftsstraße Yaffo. Erst gestern, durch den einen Hinweis von Roni Hammermann, wurde mir bekannt, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/besatzung-bedeutet-auch-militaergerichtsbarkeit/" title="Besatzung bedeutet auch Militärgerichtsbarkeit">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte sie schon öfters gesehen, die goldenen Türme der russischen Kirche, ganz zentral in Jerusalem, nahe dem Rathaus und der Hauptgeschäftsstraße Yaffo.</p>
<p>Erst gestern, durch den einen Hinweis von Roni Hammermann, wurde mir bekannt, was sich sonst noch in unmittelbarer Nähe dieser schmucken russischen Kirche (Roni sagt am „Russenplatz“) befindet:</p>
<p>das Polizeigefängnis von Jerusalem.</p>
<figure id="attachment_3315" aria-describedby="caption-attachment-3315" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3315" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gitter-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gitter-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gitter-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gitter-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3315" class="wp-caption-text">mitten in Jerusalem: das Polizeigefängnis</figcaption></figure>
<p>Hier werden auch viele junge Palästinenser, die oft in nächtlichen Polizeiaktionen aus ihren Häusern geholt werden, hingebracht. Roni nennt es „Einkaufslisten“ nach denen in den nächtlichen Aktionen, jungen Menschen aus den palästinensischen Häusern geholt würden. Die Namen auf den Listen werden oft durch erzwungene Verhöre aufgefüllt. Junge Menschen, die verhaftet werden, nennen oft unter Zwang die Namen ihrer Freunde, um so den Druck der Verhöre, denen sie schutzlos ausgeliefert sind, zu beenden.</p>
<p>Gerhard Horton, Anwalt der Menschenrechtsgruppe Military Court Watch   sagt in einem Interview:</p>
<p><em>„Am stärksten traumatisierend sind meist die Festnahme, der Transport und das Verhör in den ersten 24 Stunden nach der Festnahme. Das Kind wird aggressiv festgenommen, oft in der Nacht; ihm werden schmerzhaft die Hände zusammengeschnürt und die Augen verbunden. Es ist ferner körperlichen und verbalen Angriffen ausgesetzt. Über seine legalen Rechte wird es nicht richtig informiert</em>.“ (<a href="http://marius-blog.de/nicht-nur-gefesselt-sondern-auch-geschlagen/" target="_blank">das ganze Interview ist unter dem Kapitel „Historie&amp;Besatzung&#8220; nachzulesen)</a></p>
<p>Viele sitzen dann monatelang ohne Anklage und Verhandlung in israelischen Gefängnissen. Ihre Eltern können Sie in dieser Zeit dort nicht besuchen weil sie kein Visum für Israel erhalten.</p>
<figure id="attachment_3316" aria-describedby="caption-attachment-3316" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3316" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gefängnis-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gefängnis-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gefängnis-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gefängnis-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3316" class="wp-caption-text">viele Gefangenentransporter stehen vor dem Eingangsbereich</figcaption></figure>
<p>Heute nun habe ich mit die Örtlichkeit &#8211; mitten in Jerusalem- ein wenig näher angeschaut. Es ist wirklich erstaunlich wie zentral sich diese Einrichtung befindet. Keine 100 Meter entfernt sitzen die Menschen und gebeten bei einem Kaffee die herrliche Frühlingssonne. Mehrere Gefangenentransporter stehen vor dem Eingang des Gefängnisses. Junge Palästinenser wurden mit Hand- und Fußfesseln hineingeführt. Das Gefängnis ist, wie viele Gebäude hier rund um den Platz, diente einst den russichen Jerusalem-Pilgern: Auf einem am Eingang des Gefängnisses angebrachten Schild steht, dass dieses „Elisabeth Hostel“ 300 männlichen Pilgern als Unterkunft diente. Wie viel Gefangene mögen jetzt dort untergebracht sein?</p>
<figure id="attachment_3317" aria-describedby="caption-attachment-3317" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3317" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hostel-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hostel-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hostel-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3317" class="wp-caption-text">das Gefängnis: ein ehemaliges russisches Hostel für männliche Pilger</figcaption></figure>
<p>Dem Gefängnis gegenüber, in einem, laut angebrachtem Schild, alten russischen Missionsgebäude, befindet sich das Gericht. Hier finden die Anhörungen statt, wonach entschieden wird, ob gegen die dort einsitzende Personen Anklage erhoben wird. Seit Jahren haben Mitglieder der Machsom Watch Gruppe sich die Erlaubnis „erkämpft“ als Beobachter an diesen Anhörungsterminen für junge Menschen. Sie sind dort, neben Richter, Staatsanwälten und Verteidiger die einzigen Vertreter einer Öffentlichkeit. Sie machen jeweils Protokolle von den Sitzungen die sie an Menschenrechtsorganisationen in Israel weiter leiten. Angehörige (wie zum Beispiel die Eltern) haben nicht die Möglichkeit an diesen Terminen teilzunehmen, da sich das Gebäude ja auf israelischem Grund befindet und sie das notwendige Visum nicht bekommen.</p>
<p>Roni sagte mir  in unserem gestrigen Gespräch, dass ihre Gruppe oft daran zweifelt, ob es was nutzt das sie dort bei den Anhörungen dabei sind. Aber vielleicht macht es eben doch ein wenig &#8222;Eindruck&#8220; auf den Richter. Aber wenn es so ist, das 97,5 % der eingesperrten Palästinenser, letztlich schuldig verurteilt werden, lässt den Beobachter an einem fairen, nach rechtsstaatlichen Grundsätzen arbeitendem Gericht zweifeln.</p>
<hr />
<p>Tageszitat zum 6. April aus „Recht ströme wie Wasser“:<br />
<strong><em>Die größten Übeltäter sind jene, die sich nicht erinnern,<br />
</em></strong><strong><em>weil sie auf das Getane niemals Gedanken verschwendet haben,<br />
</em></strong><strong><em>und ohne Erinnerung kann nichts sie zurückhalten.<br />
</em></strong>von Hannah Arendt</p>
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