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	<title>Roni Hammermann &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Sumaya Fahat Naser: &#8222;Nachgeben ist Stärke&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2023 21:26:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Grabeskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mea Shearim]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Sumaya Farhad Naser]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelplatz]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war der zweite Jerusalemtag der Gruppe. Wieder sind wir mit dem öffentlichen palästinensischen Bus von unserer Herberge nach Jerusalem gefahren. Dort haben wir Michal getroffen, die israelische Guide, die mich und meine Gruppen in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/sumaya-fahat-naser-nachgeben-ist-staerke/" title="Sumaya Fahat Naser: &#8222;Nachgeben ist Stärke&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Heute war der zweite Jerusalemtag der Gruppe. Wieder sind wir mit dem öffentlichen palästinensischen Bus von unserer Herberge nach Jerusalem gefahren. Dort haben wir Michal getroffen, die israelische Guide, die mich und meine Gruppen in den letzten Jahren begleitet hat. Michal kommt ursprünglich aus der Schweiz, lebt aber schon sehr lange in Israel.</p>



<p>Mit ihr und ihren geschichtlichen Kommentaren haben wir uns den auf den „Harem Al-Scharif“ der für Moslem „geheiligte Platz“ begeben, den die Juden auch Tempelberg nennen, da hier früher der jüdischen Tempel gestanden hat. Auf diesem großen Platz steht die (etwas unscheinbar ausschauende) Al Aqsa-Moschee und eben der wunderschöne, achteckige Felsendom mit der markanten goldenen Kuppel.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5259" width="572" height="763" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/0A8EF8CE-73AA-4BC2-B878-602428FD12F6-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 572px) 100vw, 572px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aufgang zum &#8222;geheiligten Platz&#8220;</figcaption></figure>



<p>Dieser weltbekannte Platz war in den letzten Jahren oft Ausgangspunkt für schwere Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen Bevölkerung und der israelischen Polizei. Für Juden ist es untersagt auf diesem Platz zu beten. Dieses Verbot, oft auch als Provokation gegenüber den Moslems, wird häufig überschritten wird. Dann kommt es immer zu diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen.<br>Auch heute konnten wir beobachten, wie eine Gruppe Juden von einer Polizeieskorte auf dem Platz begleitet wurde.&nbsp;</p>



<p>Anschließend sind wir durch die Altstadt zur Grabeskirche gegangen.&nbsp; Zur gesamten Situation im Zusammenhang mit den vielen christlichen Gemeinschaften, die sich diesen Kirchenraum teilen (müssen) möchte ich diesen Film empfehlen, der die oft skurrile Situation in diesem Gotteshaus wunderbar zeigt <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hZc0-ZMG_2A" data-type="URL" data-id="https://www.youtube.com/watch?v=hZc0-ZMG_2A" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Das Haus meines Vaters hat viele Wohnungen&#8220;</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-scaled.jpeg"><img decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5261" width="746" height="560" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3FFB0B03-40C8-4961-ABA7-72D6C0B9E3F2-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 746px) 100vw, 746px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">die grauen Kuppeln der Grabeskirche vom &#8222;geheiligten Platz&#8220; aus gesehen</figcaption></figure>



<p>Um die Mittagszeit haben wir im Paulus-Haus die bekannte <a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18479" data-type="URL" data-id="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18479" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buchautorin Sumaya Fahat Naser</a> getroffen. Ich hatte sie zuletzt <a href="https://marius-blog.de/blog/sumaya-farhad-naser-wir-muessen-lernen-einander-in-die-augen-zu-schauen/" data-type="post" data-id="5027">vor einem Jahr</a> an der gleichen Stelle getroffen. Sie wohnt in der Nähe von Ramallah etwa 28 Kilometer von Jerusalem entfernt. Normalerweise braucht sie etwa eine halbe Stunde, heute hat die Fahrt über 3 Stunden gedauert. Hintergrund dieser langen Anfahrt waren drei „fliegende“ Checkpoints, die wegen der angespannten Situation in der Westbank von den israelischen Besatzungssoldaten eingerichtet wird sind.</p>



<p>Ich hatte schon mal erwähnt, dass Sumaya und Fatima sich in der gemeinsamen Schulzeit in Talitha Kumi kennengelernt hat. Sie sind seit dem befreundet. Über diese muslimisch-christlich Frauenfreundschaft wurde ein Film gedreht. <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=WRzLTgPxKC4" data-type="URL" data-id="https://www.youtube.com/watch?v=WRzLTgPxKC4" target="_blank">Hier ist der Link dazu.</a> Sumaya erzählte uns, dass sie und ihr Mann, in vielen Gesprächen vor Jahren mit Fatimas Mann Hassan und der Familie, diese davon überzeugt haben, dass Fatima die Sozialarbeit für die Menschen mit Behinderung leisten konnte/durfte.</p>



<p>Sumaya wirkt in dem Gespräch, kämpferisch, ja fast leidenschaftlich beschreibt sie ihre Sicht der Zustände hier, die aktuelle Situation. Ich habe im Internet ein Interview mit ihr gefunden, vom Mai vergangenen Jahres , zu der ich <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.efo-magazin.de/magazin/politik-welt/farhat-naser/" data-type="URL" data-id="https://www.efo-magazin.de/magazin/politik-welt/farhat-naser/" target="_blank">diesen Link </a>lege. Sie ist immer noch in der Friedenserziehung tätig, geht regelmäßig in 9 Schulen um mit den Schüler:innen gewaltfrei Kommunikation einzuüben. </p>





<p>Sumaya erzählte davon wie sie in den Endachtziger Jahren mit 80 Frauen aus Israel und Palästina in einem Workshop trainiert hat, wie man miteinander und nicht übereinander spricht. Diese ersten Erfahrungen im Kontakt mit der &#8222;anderen Seite&#8220; führte zu verblüffenden Erkenntnissen: &#8222;Ihr seit ja ganz normal&#8220; war die enthüllende Feststellung.</p>



<p>Hier noch drei Zitate von Sumaya:</p>



<p>&#8222;Nachgeben ist Stärke&#8220;</p>



<p>&#8222;Religion ist wie ein Gemüsemarkt, man findet was man sucht&#8220;</p>



<p>„Irgendwann werden sie verhandeln müssen, warum dann nicht gleich, beide werden verlieren, die einen mehr die anderen weniger“</p>



<p>Zum späten Nachmittag sind wir noch durch das orthodoxe Viertel Mea Shearim gegangen, was einen , wie immer, in eine völlig andere Welt eintauchen lässt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-scaled.jpeg"><img decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5262" width="658" height="877" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/1052BC95-6C62-4BC3-AC63-A5D8C84C5EB9-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 658px) 100vw, 658px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mea Shearim</figcaption></figure>



<p><strong>Roni Hammermann,</strong> oft von mir in diesem Blog oft erwähnt, da ich sie häufig, auch mit meinen Gruppen in den letzten Jahren getroffen habe. Ich erlaube mir den Nachruf der jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden im Nahen Osten hier zu veröffentlichen<strong>:</strong></p>



<p><em>Wir trauern um&nbsp;<strong>Roni Hammermann</strong>, die am 3. September nach einer schweren Krankheit in Jerusalem gestorben ist. Roni gehörte zu den ersten Aktivistinnen der Frauen-Menschenrechtsorganisation Machsom Watch (Checkpoint Watch), die 2001 gegründet worden ist. Mit ihren Mitstreiterinnen stand sie an israelischen Checkpoints,&nbsp; beobachtete und dokumentierte wöchentlich die Menschenrechtsverletzungen, die von israelischen Soldaten gegenüber Palästinenserinnen und Palästinensern begangen wurden. Ihre Berichterstattung offenbarte der Welt die Umstände der Besatzung an den Checkpoints. Später beobachtete sie die Missstände in Militärgerichtsprozessen. Roni&nbsp; hat die Arbeit der Organisation und ihre Ziele bei Vortragsreisen in Europa&nbsp; vertreten, und so haben auch wir in Berlin durch ihre lebendige, kluge, sehr informative Erzählung und politische Einschätzung das unerschrockene&nbsp; Engagement der Frauen an den Checkpoints kennengelernt.&nbsp; Eine tiefgründige, humane Einstellung, Warmherzigkeit, Nachdenklichkeit, Klugheit und Bescheidenheit charakterisierten ihre integre Persönlichkeit.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" width="266" height="473" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Roni Hammermann 2018</figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Ehe noch die Welt erschaffen war, war der Herr allein mit seinem großen Namen. Da stieg ihm der Gedanke auf, eine Welt zu erschaffen. Und er ritzte vor sich eine Welt hin. Aber die Welt konnte nicht bestehen, bevor er die Umkehr erschuf….</em></p>



<p><em>Er sprach: baue ich die Welt allein auf Barmherzigkeit auf, die Sünde nimmt überhand; lasse ich aber die Härte des Gesetzes allein walten, wie wird da die Welt bestehen? Ich will sie nun auf Milde und Strenge zugleich begründen, und, ach, dass sie dann bestehe.</em>&nbsp;&nbsp;(Micha Josef bin Gorrio</p>
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		<title>Das Recht des Machthabers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2019 20:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Daoud und Jihan Nassar]]></category>
		<category><![CDATA[Machsom Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Bisher habe ich mich zum Wetter ja nicht geäußert. Es gab ja auch keinen Grund. Jeden Morgen ging gegen halb sieben die Sonne auf und am Abend gegen halb fünf wieder unter. Es war jeden <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/das-recht-des-machthabers/" title="Das Recht des Machthabers">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Bisher habe ich mich zum Wetter ja nicht geäußert. Es gab ja auch keinen Grund. Jeden Morgen ging gegen halb sieben die Sonne auf und am Abend gegen halb fünf wieder unter. Es war jeden Tag schön warm, an manchen Tagen sogar über 20°C. Was will man Ende November dazu sagen. Ich habe das Wetter sehr genossen.</p>



<p>Heute habe ich in Jerusalem auch nochmal Fatima getroffen. Mit ihr, der Einheimischen durch den Bazar der Altstadt zu laufen ist für mich ein besonderes Erlebnis. Sie kennt all die angebotenen Waren und kann sie mir erklären.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4647" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000811-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>mit Fatima im Basar in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>



<p>Es hat sich in diesen Tagen bei mir noch vieles „angesammelt“, was ich bisher nicht in meinen Blogbericht gebracht habe. Ich möchte dies nun in meinen Tagesberichten heute und morgen „nachholen“&nbsp;</p>



<p><strong>Treffen mit Roni Hammermann</strong></p>



<p>Auch Roni Hammermann ist den LeserInnen meines Blogs schon sehr bekannt, seit Jahren besuche ich sie immer wieder auch mit meinen Gruppen. Wenn es eben geht besuche ich sie auch wenn ich, wie auch dieses Mal, alleine hier in Jerusalem bin. So war ich auch am vergangenen Mittwoch (27. November) zu Gast bei ihr zu hause.</p>



<p>Natürlich ging es bei unserem Gespräch, neben den Erfahrungen mit ihrer Menschenrechts-Beobachtungsgruppe „Machsom Watch“, auch um die aktuelle politische Situation hier im Lande. Sie ist, wie viele in Ihrem Freundeskreis ziemlich desillusioniert&nbsp;&nbsp;und beobachtet mit Sorge, wie sich der Ministerpräsident Nethanjahu an seine Macht klammert. Der Ausgang ist auch für sie ungewiss.</p>



<p>Mit ihrer Gruppe haben sie ein neues Info-Büchlein herausgegeben:&nbsp;<strong><em>Die Militärgerichtshöfe – Das Recht des Machthabers&nbsp;</em></strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4640" width="432" height="768" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-768x1365.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-864x1536.jpg 864w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-1152x2048.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_085052-scaled.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px" /></figure>



<p>Seit 2006 macht die Gruppe <a href="https://machsomwatch.org/en/content/home-page" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="„Machsom Watch“  (öffnet in neuem Tab)">„Machsom Watch“ </a>Beobachtungen und schreiben Berichte über die Verhandlungen an den Militärgerichtshöfen.</p>



<p>Laut Covertext wollen sie mit diesem Büchlein zeigen wie die Sprache eine Weltanschauung prägt und reflektiert, in diesem Falle die Sprache der Militärgerichte, wenn sie palästinensische Angeklagte richtet, die unter Besatzung leben. Weiter heißt es da: Verschiedene Rechtssysteme für verschiedene Bevölkerungen sind für ein Apartheid System charakteristisch.</p>



<p><strong>Nochmaliges Treffen mit Daoud und seiner Frau Jihan</strong></p>



<p>Am Sonntag habe ich mich auch nochmal mit Daoud getroffen, dieses Mal begleitet von seiner Frau Jihan. Beide kamen von der Militärbehörde, es ging mal wieder (wen wundert es) um die Klärung der Landfrage. Fast nunmehr 30 Jahre dauert dieser Prozess um die Anerkennung des Landes nun schon an. Ein Termin in der letzten Woche, einen Tag vorher mit der Sachbearbeiterin vereinbart, musste ausfallen. Er war umsonst erschienen. Die „Dame“ hatte Urlaub und sie hatte es wohl am Tage zuvor nicht gewusst.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4641" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_153746-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Johann und Daoud mit einem Teil der Unterlagen</figcaption></figure>



<p>So also heute den Termin, an einem für Christen wie es die Nassers sind, freien Sonntag. Es gab Fragen zu den Zeichnungen des staatlich anerkannten Vermessers. Eine Kennzeichnung des Grundstücks enthielt eine falsche Zahl. Daoud wurde aufgefordert sich mit dem Vermesser diesbezüglich in Verbindung zu setzen. Auch soll er in der örtlichen Presse eine Anzeige aufgeben in dem er bekannt gibt, dass es beabsichtigt ist, das gekennzeichnete Land als besitz anerkennen zu lassen. 45 Tage besteht dann die Möglichkeit der palästinensischen Bevölkerung, gegen das Vorhaben Einspruch einzulegen. Das Gleiche Procedere soll dann auch der israelischen Bevölkerung (welcher und warum?) gewährt werden.</p>



<p>Aber auch aus einem solchen Vorgang kann Daoud positives gewinnen: Wieder ein kleiner schritt in Richtung unserem großen Ziel der Anerkennung unseres Landes</p>



<p><strong>Wenn man mit dem Taxi fährt&#8230;</strong></p>



<p>&#8230;.da kann man hier immer etwas erzählen.&nbsp;</p>



<p>Wenn ich nicht unbedingt ein Taxi brauche, versuche ich, wenn es irgend wie möglich ist, einen Bus zu nehmen oder zu Fuß zu gehen.   Aus gutem Grund, wie es sich bei meinem Besuch am vergangenen Freitag zur &#8222;Kairos-Konferenz&#8220; in Bethlehem, mal wieder gezeigt hat.</p>



<p>Denn wie an dem Tag, als ich nach Bethlehem zur Konferenz zum Kairos-Palestine-Papier wollte, und ich nicht genau wusste, wo der mir genannte Konferenzort ist, habe ich mal wieder ein Taxi genommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4645" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000637-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>am Checkpoint in Bethlehem: jeder will das ich mit ihm fahre</figcaption></figure>



<p>Um mich nicht gleich nach Gang durch den Checkpoint, wenn Dutzende „Fahrwillige“ auf einen stürzen und sich anbieten, den ersten Besten zu nehmen (und die traurigen Gesichter der anderen hinter mir zu spüren) bin ich erst mal weiter gegangen. Irgendwann hielt ein Taxi an, wie ich es erwartet hatte, und fragte ob ich Selbiges brauche, da bin ich dann eingestiegen. Ich zeigte ihm auf einem Papier den Namen des Veranstalters, leider ohne genaue Anschrift. Da er auch nicht wusste wi diese Einrichtung ihren Sitz hat und auch der englischen Sprache nicht mächtig war, hielten wir bei einer jungen Frau, die er augenscheinlich kannte und die Englisch konnte. Mit ihrer Hilfe konnten wir das Fahrziel genauer lokalisieren. Soweit so gut sollte man meinen, eben bis zu dem Augenblick wo die Frage aller Fragen kommt/kommen muss, wenn man nicht, was man immer tun sollte (ich aber wieder mal versäumt hatte) vorher der Fahrpreis vereinbart hat: Was kostet es? Die Antwort ist immer die gleiche: Was Du meinst&#8230;.Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen, was die Koste für bestimmte Distanzen angeht, gb ich ihm 20,- Schekel. Ich hätte ein Foto machen mögen von seinem (beleidigten) Blick. Er schüttelte heftig mit dem Kopf, murmelte etwas von zu wenig und das seine Familie unterstützt werden müsse. Ich gab ihm 10 Schekel mehr, verabschiedete mich mit vielen Grüßen auch an die Familie und eilte zur Konferenz&#8230;.. <br></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4649" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000805-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Jerusalemer Taxis am Damaskustor</figcaption></figure>



<p>Noch ein Nachtrag: <br>Heute habe ich am Jaffa-Gate, also in Jerusalem, wegen eines Taxis zum Zentralen Busbahnhof gefragt. Er sagte mir nicht den Preis sondern wollte wissen wo ich anschließend hinfahren wollte. Als ich sagte zum Flughafen, meinte er, dass würde bei ihm 100,-Schekel kosten. Den Preis zum nahen Busbahnhof hat er mir nicht genannt&#8230;..</p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Hadassah-Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Machsom Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Qalandia]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&#160;&#160;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&nbsp;&nbsp;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil von Jerusalem total gewandelt. Nicht nur das die Stadtfläche nach Osten, aber auch im Süden und Norden durch die Errichtung neuer jüdischer Stadtteile (Siedlungen) ausgeweitet wurde, auch in den Grenzen des bisherigen Ost-Jerusalem wurde durch neue jüdische Siedlungen ein gleicher „Flickenteppich“ geschaffen, wie wir ihn in der Westbank vorfinden. Ich verweise hier, wie schön des Öfteren, auf meine bisherigen Berichte zu dieser Thematik, zu finden unter den Links zu Beginn des Berichtes.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4328" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf Ostjerusalem</figcaption></figure>



<p>Am späten Vormittag haben wir&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/node/50323">Roni Hammermann</a>getroffen. Sie ist Mitbegründerin der jüdischen Menschenrechtsgruppe&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/about">„Machsom Watch“</a>. „Machsom“ heißt übersetzt Checkpoint. Auch sie habe ich schon öfters mit meinen Gruppen getroffen und entsprechend über die Arbeit dieser Frauengruppe berichtet. Auch hier verweise ich auf die genannten Link.</p>



<p>Wenn ich aber dennoch an dieser Stelle, von ihren Erzählungen berichte, hat das vor allem auch damit zu tun, dass mich, aber auch die ganze Gruppe, die heute von ihr berichteten Beispiele dermaßen bewegt, ja geradezu erschüttert haben, dass ich sie hier in meinem Tagesbericht aufschreiben „muss“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>Roni Hammermann</figcaption></figure>



<p>Grundsätzlich hat Roni betont, dass sie glaubt das dieses ganze Bewilligungssystem um ein Visum zu bekommen, dass es den Palästinensern ermöglicht, den Checkpoint zu passieren, lediglich dazu dient, die Palästinenser zu kontrollieren. Ihre Gruppe hat sich den ganzen Vorgang von Antragstellung (bei stundenlangem Anstehen), der Bewilligung und dann das Durchlaufen der Checkpoints angeschaut und ist durch das eigene Erleben zu dem Schluss gekommen, das hier nur um Schikane geht. Die Benennung das es mit Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu tun habe, kann Roni nicht verstehen. Es gäbe soviel Möglichkeiten, illegal über die Grenzen zu kommen, und davon wissen die israelischen Verantwortlichen, das der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden kann.</p>



<p>Sie berichtete von Vorfällen am Checkpoint Qalandia, dem größten Checkpoint der fast 50 Checkpoints an der Grenze zwischen Israel und Palästina. Er befindet sich auf dem Weg von Ramallah nach Jerusalem und wird täglich von bis zu 10.000 Palästinenser/innen passiert. Hier kommen oft Menschen zum Checkpoint, die aus Gaza kommend in der Westbank im Krankenhaus behandelt werden. Wenn siue dort entlassen werden brauchen sie für den Transfer durch Israel (etwa 70-80 km) ein Visum. Dieses können sie erst am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle am Checkpoint beantragen. Gleichzeitig muss von dieser Behörde ein Taxi organisiert werden, dass diesen Transfer durch Israel sicherstellt. Roni hat es oft erlebt, dass wegen der schwerfälligen Bearbeitung dieser einzelnen Vorgänge, die Verwaltung schließt und diese oft noch schwachen, gerade aus dem Krankenhaus entlassene Menschen zurück geschickt werden mit den Worten: „Ihr müsst morgen wieder kommen“. Diese Menschen sind dort meist ohne Verwandte, zu denen sie gehen könnten, haben oft aber gar kein Geld, können sich keinen Hotelaufenthalt leisten. Das wissen die Verantwortlichen am Checkpoint ganz genau, sagt Roni, aber es beeinflusst ihre Entscheidung nie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-4330" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-768x511.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Qalandia-Checkpoint</figcaption></figure>



<p>Ein anders Beispiel: Ein Vater kommt mit seinem 5jährigen Sohn, der drei Mal in der Woche, zur Nierendialyse von Nablus über den Checkpoint Qalandia, durch Jerusalem nach Hebron im Süden der West fahren muss. Insgesamt mehr als vier Stunden Fahrzeit für eine Strecke. Nun wurde dem Vater vermittelt, dass sein Visum abgelaufen sei, er nicht durch die Kontrolle könne. Roni: „vor drei Tagen war er noch sicher, jetzt ist er es nicht mehr“. Er müsste mit seinem arg geschwächten Kind mehr als 3 Stunden warten, bis einer aus der Familie kam, der ein gültiges Visum hatte und den Jungen begleiten konnte. „Es gibt Situationen, da könnte man nur noch weinen“, sagt Roni. Es ist das System,&nbsp;&nbsp;dass die Menschen in Palästina zermürben soll.&nbsp;</p>



<p>Wegen dieser Willkür an den Checkpoints (auch die „fliegenden“ gehören dazu) , kommen sie alle zu spät: Lehrer, Ärzte, Schuler, Arbeiter, und verlieren nicht selten ihre Arbeit. „Man kann nur sagen wann man abfährt, wann man ankommt, entscheidet die Besatzungsmacht“, so Roni.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/images.jpg" alt="" class="wp-image-4331" width="593" height="332"/><figcaption>&#8222;alles unter Kontrolle&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nachdem die Gruppe „Machsom Watch“ zunächst nur an den Checkpoint beobachtet hatte, alles was beobachtet wird, wird auch in Berichten festgehalten, hat man sich recht schnell auch um die Palästinenser „gekümmert“, die vor ihren Augen am Checkpoint festgenommen und inhaftiert wurden. Es wurde die Beobachtung der Gruppe auf die Anhörungen an den Militärgerichten ausgeweitet. Sie erzählte von einem normalen Fall wo ein 14 jähriger Junge (meist mitten in der Nacht)&nbsp;&nbsp;aus seiner Familie geholt wird. Er wird in der Regel in eine Polizeistation nach Israel gebracht. Dort wird er (ohne das seine Eltern oder zum Beispiel eine Sozialarbeiterin dabei ist vernommen, dabei auch nach seinen besten Freunden gefragt. Wenn er sie nennt, sind es meist die Nächsten die zu Nachtzeiten abgeholt werden. In der gerichtlichen Anhörung später sind dann Richter, Staatsanwalt, Anwalt und Schreibkraft anwesend. Es wird ihm dann der Vorwurf unterbreitet, dass&nbsp;&nbsp;er in einem Zeitraum (zum Beispiel) vom 1. bis 24. Dezember Steine geworfen haben soll. Solche „Zeitvorwürfe“ würden regelmäßig gemacht. Wie soll man auf solch pauschalen Vorwürfen als Verteidiger reagieren, fragte uns Roni? Wie kann dann konkret ein Alibi benannt werden? Weitere solch pauschaler Vorwürfe sind „Mitglied einer verbotener Gesellschaft“, was macht man sich zu schulden, wenn man in einer „Koran-Lesegruppe“ ist oder in einer Studentenverbindung?</p>



<p>Auf unsere Frage wie denn ihre Mitmenschen in Israel auf ihr Engagement und vor allem auf ihre Berichte reagieren würden sagte sie uns, die Meistens wollen es gar nicht hören, einige sagen mir du lügst, einige Andere beschimpfen sie oder es kommt auch vor das sie (auch von „Freunden“) gemieden wird.</p>



<p>Die Art und Weise, wie uns Roni ihre Erlebnisse und Meinung „ungeschminkt&#8220; und mit einer Klarheit und Vehemenz vortrug, hat alle die zugehört haben, sehr beeindruckt.</p>



<p>Roni Hammermann, die für Ihr Engagement 2008 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen hat, begründet ihr unermüdliches Engagement für die Menschenrechte mit den Erlebnissen ihrer eigenen Familie, die zum Teil in Auschwitz ermordet wurden. &#8222;Ich kann nicht mehr schweigen!&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4332" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drei der 12 Chagall-Bilder in der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses
von links nach rechts: Naphtali, Josef und Benjamin</figcaption></figure>



<p>Geprägt von diesem Gespräch hat ein Teil der Gruppe den nicht leichten Gang zum Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gemacht. Ein kleiner Teil der Gruppe, die&nbsp;Gedenkstätte schon früher besucht hatte, ist mit mir ins nahegelegene Hadassah-Krankenhaus gefahren wo in einer dem Krankenhaus angeschlossenen Synagoge, zwölf Fenster von Chagall mit Motiven der 12 Stämme Israels bemalt wurden.&nbsp;<em>„Dies ist mein bescheidenes Geschenk an das jüdische Volk, das immer von biblischer Liebe, Freundschaft und Frieden unter den Völkern geträumt hat. Dies ist mein Geschenk an dieses Volk, das hier vor tausend Jahren in mitten anderer semitischer Völker gelebt hat.“ (</em>Marc Chagall 1962 zur Fertigstellung der Fenster)</p>



<p>Anschließend bin ich mit der kleinen Gruppe mit der Straßenbahn die ganze Strecke von der Endhaltestelle Herzlberg im Süden zur anderen Endhaltestelle Norden, Heil Ha-Avir. Ich hatte schon mehrmals von der besonderen „politischen“ Rolle der Straßenbahn geschrieben. Mit dem palästinensischen Bus 231 haben wir uns dann vom Damaskus Tor bis nach Beit Jala fahren lassen.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong>﻿</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>
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		<title>Roni Hammermann: „Wir waren auch mal Flüchtlinge“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2018 20:25:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Silwan]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute führte mit mein Weg am Morgen zunächst in den Ost-Jerusalemer-Stadtteil Silwan. Ich wollte dort Jawad Siyam treffen, der dort im Silwan-Informations-Center arbeitet. Von meinem Ausgangsort „Paulus-Haus“ führte mich der Weg um die (östlich) Altstadtmauer <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-waren-auch-mal-fluechtlinge/" title="Roni Hammermann: „Wir waren auch mal Flüchtlinge“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute führte mit mein Weg am Morgen zunächst in den Ost-Jerusalemer-Stadtteil Silwan. Ich wollte dort Jawad Siyam treffen, der dort im Silwan-Informations-Center arbeitet.</p>
<p>Von meinem Ausgangsort „Paulus-Haus“ führte mich der Weg um die (östlich) Altstadtmauer mit Blick auf den Ölberg. Vom Löwentor aus geht man durch einen muslimischen Friedhof, der schon sehr karg wirkt, aber jetzt im Frühling durch den blühenden Klatschmohn, schöne rote Farbtupfer hat. Dieser Friedhof liegt unterhalb des großen Plateau, auf dem sich der Tempeldom und die Al Aqsa-Moschee befindet. Ich kam auch an dem „Goldenen“ Tor vorbei. Es ist das achte Tor der Altstadtmauer, dass einzige was verschlossen ist. Es wurde im 16. Jahrhundert zugemauert. Warum es zugemauert wurde, da gibt es verschiedene Geschichte zu&#8230;<a href="http://www.israelmagazin.de/israel-orte/jerusalem/die-8-altstadt-tore-2/goldenes-tor" target="_blank" rel="noopener">Doch lest bitte selbst</a>.</p>
<p><figure id="attachment_3737" aria-describedby="caption-attachment-3737" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3737" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/goldene-Tor-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/goldene-Tor-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/goldene-Tor-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3737" class="wp-caption-text">das &#8222;goldene&#8220; Tor</figcaption></figure></p>
<p>Leider habe ich Jawad nicht selbst im <a href="http://www.silwanic.net" target="_blank" rel="noopener">Silwan-Center</a> angetroffen, hoffe aber das ich ihn noch in der Zeit meines Aufenthaltes treffen kann. Es wäre für mich schon interessant, aus erster Quelle etwas zur besonders schwierigen Situation in Silwan zu erfahren. Ich hatte ja schon mehrfach in meinem Blog über Silwan berichtet.</p>
<p><figure id="attachment_3739" aria-describedby="caption-attachment-3739" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3739" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Silwancenter-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Silwancenter-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Silwancenter-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Silwancenter-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3739" class="wp-caption-text">das Silwan Info-Center</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Nachmittag habe ich, wie schon so oft, Roni Hammermann besucht. Natürlich habe ich über sie und ihre besonderen Aktivitäten schon oft berichtet, zuletzt bei meiner <a href="http://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-sind-nicht-stark-genug-die-aengste-wegzunehmen/" target="_blank" rel="noopener">Gruppenfahrt in Herbst 2017.</a></p>
<p>In den 90 Minuten meines Besuches haben wir viele Themen angeschnitten, so die Aktivitäten der Machsom Watch-Gruppe, aber auch das aktuelle Vorhaben der israelischen Regierung mehr als 40.000 afrikanischen Flüchtlinge aus dem Land zu weisen. Da sie das Verhalten der Verantwortlichen sehr bekümmert: „wir waren doch auch einmal Flüchtlinge“ hat sich Roni in letzter Zeit zu diesem Thema sehr eng. Sie wünschte sich auch zu diesem Thema eine größere Beteiligung der israelischen Gesellschaft. Es ist doch die Umkehrung unserer eigenen Situation, aber nur wenige kümmert es. Die Menschen, leben oft schon viele Jahre (bis zu zehn) in unserem Land. Jetzt werden sie mit „Lügen“ und Geld (3.500,-Dollar) gelockt, dass Land zu verlassen. Angeblich soll es ihnen in ihren Heimatländern gut gehen, dort bekäme sie arbeit. Wie man aber weiß ist dem nicht so, oft bekommen sie dort ihre Papiere abgenommen, leben also wieder illegal, dieses mal in ihrem Heimatland. Derzeit ist die Abschiebung wohl ausgesetzt, aber es werden schon Maßnahmen ergriffen die menschen unter druck zu setzen. So ist für bestimmte Städte/Regionen ein Arbeitsverbot erlassen worden.<br />
<a href="http://www.deutschlandfunk.de/afrikanische-fluechtlinge-in-israel-hungern-gegen-die.1773.de.html?dram:article_id=411468" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos dazu hier</a></p>
<p><figure id="attachment_3741" aria-describedby="caption-attachment-3741" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3741" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Gewehr-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Gewehr-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Gewehr-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Gewehr-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3741" class="wp-caption-text">mit Gewehr mitten in Jerusalem:<br />an diesen Anblick kann ich mich nicht gewöhnen</figcaption></figure></p>
<p><strong>70 Jahre Nakba</strong></p>
<p>Natürlich habe ich Roni auch zum Thema der palästinensischen Flüchtlinge befragt. Interessant wie sich ihre Äußerung von der von Michal gestern unterschieden, beide im Übrigen jüdische Israelis. Für Roni ist eine erste Voraussetzung, dass die Flucht der Palästinenser von der israelischen Gesellschaft akzeptiert wird. Derzeit bekommen beispielsweise Schulen, die auch an die Nakba erinnern, Gelder gestrichen. Überhaupt ist ein Erinnern nicht erwünscht. Sie findet die Haltung vieler (jüdischen)Israelis: das ist nicht mein Problem&#8220; nicht akzeptabel. Es müsste sich gemeinsam Gedanken gemacht werden wie diese &#8222;Wunde&#8220; versorgt und dann geheilt werden kann. Auch sie hält eine Rückkehr aller Palästinenser für unrealistisch, schon deshalb, weil die Dörfer nicht mehr bestehen, oder dort wo es noch Häuser gibt ganz andere Menschen leben mit einer anderen Religion. &#8222;Es ist eben nicht mehr so wie vor 70 Jahren&#8220;. Aber es muss eben über eine Form der Entschädigung nachgedacht werden. Roni sieht, wenn auch im Kleinen, positive Ansätze. Es gibt Veranstaltungen wo sich israelische Juden und Palästinenser treffen um sich gemeinsam an die Zeiten von 1948 zu erinnern, jeder/jede kann dort seine Geschichte erzählen und dem anderen zuhören.</p>
<p><figure id="attachment_3742" aria-describedby="caption-attachment-3742" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3742" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/roni-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/roni-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/roni-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3742" class="wp-caption-text">ein Lächeln von Roni zum Abschied</figcaption></figure></p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 18:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[alter Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-sind-nicht-stark-genug-die-aengste-wegzunehmen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde schon in den letzten Tagen von verschiedener Seite angekündigt, dass Massen von Touristen in der Stadt seien. Diese Ankündigungen wurden voll bestätigt. Schon auf dem Ölberg drängten sich Menschen &#8222;aus aller Herren Länder) an den Ausguckpunkten, von denen man einen wunderschönen Blick auf die &#8222;Heilige Stadt&#8220; hat.</p>
<p><figure id="attachment_3606" aria-describedby="caption-attachment-3606" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3606" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3606" class="wp-caption-text">ein &#8222;berauschender&#8220; Blick auf Jerusalem vom Ölberg</figcaption></figure></p>
<p>Am Nachmittag haben wir uns mit Roni Hammermann getroffen. Ich habe in meinem Blog schon des öfteren über sie geschrieben.(siehe hierzu den Link am Beginn des Tagesblogs) Bisher habe ich sie immer alleine besucht, nun hatte (zum ersten Mal) meine Gruppe die Gelegenheit, diese mutige und starke Frau kennen zu lernen. Wir haben uns in einem Café am alten Jerusalemer Bahnhof getroffen. Roni berichtete von der Gründung der Gruppe <a href="https://machsomwatch.org/en/about" target="_blank" rel="noopener">Machsom Watch</a> und ihren ihren Erfahrungen bei den Beobachtungen an den Checkpoints. Grundsätzlich hat sich nach ihrer Einschätzung in den 15 Jahren der aktiven Beobachtung nichts zum positiven verändert, eher das Gegenteil ist der Fall. Hatte man früher noch konkrete Interventionsmöglichkeiten (&#8222;wir haben uns zwischen den Soldaten und den Palästinenser gestellt&#8220;) ist heute alles soweit &#8222;technisiert&#8220;, es gibt gar nicht mehr einen persönlichen, direkten Kontakt zwischen dem &#8222;Grenzgänger&#8220; und dem Soldaten. Man geht durch käfigartige Gänge, durch eiserne Drehkreuze, durch die nur eine Person passt, wird über Lautsprecher von Soldaten angewiesen, die hinter dicken Panzerglasscheiben sitzen.</p>
<p><figure id="attachment_3608" aria-describedby="caption-attachment-3608" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3608" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-300x225.png 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-768x576.png 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3608" class="wp-caption-text">Drehkreuz</figcaption></figure></p>
<p>&#8222;Dann wenn wir &#8211; Dienst &#8211; machen, läuft die Behandlung der Palästinenser schon anders&#8220; Die derzeit 250, meist ältere jüdische Frauen können allerdings nicht während der ganzen Öffnungszeit ihren Beobachtungsdienst warnehmen.<br />
Zu Beginn ihrer Aktivität an den Checkpoints haben die Medien über sie berichtet. Das Interesse hat mittlerweile doch sehr nachgelassen. Es ist für Roni erschreckend zu erleben wie gleichgültig ihre Landsleute mit den Vorkommnissen an den Checkpoints umgehen.</p>
<p>&#8222;Wir leben in einer Politik der Angst, wir sind nicht stark genug, die Ängste den Menschen wegzunehmen.&#8220;</p>
<p><figure id="attachment_3607" aria-describedby="caption-attachment-3607" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3607" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3607" class="wp-caption-text">Roni Hammermann im Kreise unserer Gruppe</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte schon am Morgen nach dem Tageszitat (siehe unten) die Gruppe kurz über Roni Hammermann und ihre Aktivitäten für die Menschenrechtsgruppe &#8222;Machsom Watch&#8220; in formiert. Ich habe dabei aus ihrer Dankesrede die sie bei der <a href="http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/archiv/jahr-2008.html" target="_blank" rel="noopener">Verleihung des Aachener Friedenspreises</a> (2009) gehalten hat, vorgelesen.<br />
<em>&#8222;Der Zeitraub an den Checkpoints und in den Büros der Zivilbehörde, die Unmöglichkeit sich für alle Lebensbereiche nötigen Genehmigungen zu verschaffen, die tagtägliche Entwürdigungen an den Straßenkontrollen, all das erzeugt Verzweiflung und Hass, führt zu einer Radikalisierung der Bevölkerung und ist letzten Endes kontraproduktiv für die genannte &#8222;Sicherheit&#8220;, die ja all diese Maßnahmen rechtfertigen soll</em><br />
<em>(&#8230;) Die Botschaft, die wir unseren Landsleuten aus unseren Erfahrungen an den Straßensperren vermitteln möchten ist die, dass die Angst uns nur lähmt und unseren Blick trübt und das jenseits der Mauer Menschen leben, die nachts anderes wollenals ein freies menschenwürdiges Leben zu führen, ohne Unterdrückung, ohne Landraub und ohne Erniedrigung. Nicht nur die Betonmauern müssen wir abbauen, sondern auch die Mauern der Feindbilder, die den &#8222;Anderen&#8220; dehumanisieren&#8220;</em></p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Ich setzte mich auf die niedrige Mauer, die meine Terrasse umschloss, und schaute auf die Straße hinweg auf die Berge Moabs, von deren Höhen Moses und seine schwer erziehbaren Kinder Israels nach vierzig Jahren Marsch durch die Wüste das gelobte Land entdeckt hatten.</em></p>
<p><em>„Der Herr euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dieses Land gegeben&#8230;.“ heißt es in der Bibel. Ein schwerer Irrtum – damals und heute.</em></p>
<p><em>Auf der Straße war es auf einmal ruhig geworden. Sie war bis auf ein paar qualmende Häuflein leer. Ich roch Tränengas&#8230;..</em></p>
<p>Von <a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-08/schriftstellerin-angelika-schrobsdorff-gestorben" target="_blank" rel="noopener">Angelika Schrobsdorff</a> (Deutsche Schriftstellerin)</p>
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		<title>Roni Hammermann: „Wir zerstören uns selbst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2017 19:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzung]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Machsom Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
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					<description><![CDATA[Während ich gestern schrieb, dass ich im Verlauf des Tages nicht viel von der Besatzung gespürt/gesehen und gehört habe war es heute gänzlich anders. Am Vormittag bin ich mit Frank, einem evangelischen Pastor, den ich <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-zerstoeren-uns-selbst/" title="Roni Hammermann: „Wir zerstören uns selbst“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während ich gestern schrieb, dass ich im Verlauf des Tages nicht viel von der Besatzung gespürt/gesehen und gehört habe war es heute gänzlich anders.</p>
<p>Am Vormittag bin ich mit Frank, einem evangelischen Pastor, den ich am Montag beim Hinflug kennen gelernt habe, zum palästinensischen <a href="http://marius-blog.de/blog/am-nakba-tag-2016-im-jerusalemer-fluechtlingscamp-shufat/" target="_blank">Flüchtlings-Camp Shu`fat</a> gefahren.<br />
Das palästinensische Flüchtlingslager Shu’fat liegt im Stadtgebiet von Jerusalem. Und doch ausserhalb. Das Lager ist von der israelischen Trennmauer umgeben und dadurch von Jerusalem abgeschnitten. Obwohl die Menschen im Lager von Shu’fat als Bewohner und Bewohnerinnen Jerusalems gelten und eine entsprechende Identitätskarte besitzen, müssen sie sich, wenn sie aus dem Lager Richtung Ost-Jerusalem gehen, am Checkpoint an der Mauer ausweisen.Ich habe das Camp schon mehrfach besucht und trotzdem ist es für mich immer wieder ein besonders bedrückendes Erlebnis hier zu sein. Während mir ja sonst in Dörfern und Städten in der Westbank ein „Welcome to Palestine“ entgegenschallt ist es hier anders. Die Kinder zeigen schnell das bekannte „Peace-Zeichen“ mit den ausgestreckten zwei Fingern. Die Erwachsenen gucken einen eher betrübt an, sind sich scheinbar ihrer mehr als misslichen Situation voll bewusst.</p>
<p><figure id="attachment_3295" aria-describedby="caption-attachment-3295" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3295" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/camp-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/camp-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/camp-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/camp-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3295" class="wp-caption-text">bedrückende Enge im Flüchtlingscamp</figcaption></figure></p>
<p>Am Nachmittag habe ich Roni Hammermann in ihrer Wohnung in der Nähe des bekannten Jerusalem-Museums getroffen. Bereits <a href="http://marius-blog.de/blog/man-kann-nicht-gegen-antisemitismus-kaempfen-und-gleichzeitig-ein-anderes-volk-unterdruecken/" target="_blank">2013 </a>und <a href="http://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-machen-einfach-weiter/" target="_blank">2015</a> habe ich sie zu Hause besucht. Natürlich wollte ich von ihr wissen was sie zu dem 50. Jahrestag der Besatzung denkt. Roni ist 1969 nach Israel gekommen, hat also den „6-Tage-Krieg“ 1967 nicht hier direkt erlebt. Damals sei sie schon auch stolz gewesen, dass die israelische Armee in diesem „Blitz-Krieg“ die Ägypter, Jordanier und Syrer „überrannt“ hatte, die ja angekündigt hatten „die Juden ins Meer zu schicken“. Als sie aber hier vor Ort in Israel war hat sie gleich erkannt, dass die Israelis in den besetzen Gebieten schnell „Fakten“ schufen. Wie ich schon gestern geschrieben habe wurde beispielsweise alle Häuser an der Westernmauer abgerissen um den Platz vor der Mauer zu vergrößern. Schnell konnte man sehen, wenn man denn wollte, was es heißt eine Besatzungsmacht zu sein. Für Roni ist israelische Besatzung heute die systematische Behinderung und oft auch Unterdrückung des palästinensischen Lebens in vielen Bereichen mit dramatischen Konsequenzen zum Beispiel für Wirtschaft, Gesundheit, Erziehung und und und. Sie nannte beim Thema Wirtschaft das Beispiel der Behinderung des LKW- Verkehres. Während die israelischen Fahrzeuge ungehindert ihre Waren in die Westbank bringen können werden die palästinensischen Fahrzeuge oft aus reiner Schikane angehalten, die Waren werden oft langwierig kontrolliert, ein totaler Wettbewerbsnachteil entsteht. Eine weitere Auswirkung der Besatzung mit Mauer, Checkpoints und Straßenkontrollen ist die damit einhergehende völlige Missachtung der Bewegungsfreiheit der Palästinenser.</p>
<p>In diesen Zusammenhängen erzählte mir Roni den Auslöser, der damals 2001 sie und andere Frauen dazu gebracht hatte <a href="https://machsomwatch.org/en/content/home-page" target="_blank">Machsom Watch </a>zu gründen. Sie hatten davon erfahren, dass an einem Checkpoint eine Palästinenserin ihr Kind gebären musste, welches dann später gestorben ist. Seit 2001 habe es insgesamt 36 solcher, wirklich unglaublichen, Vorfälle an den Checkpoints gegeben.</p>
<p><figure id="attachment_3302" aria-describedby="caption-attachment-3302" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3302" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/grüne-linie-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/grüne-linie-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/grüne-linie-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/grüne-linie-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3302" class="wp-caption-text">in Jerusalem ist die &#8222;grüne Linie&#8220; noch grün, aber viele wissen es nicht das hier die Grenze zwischen Ost- und Westjerusalem verläuft</figcaption></figure></p>
<p>Aus Anlass des 50. Jahrestages der Besetzung Palästina plant ihre Gruppe an zwei Tagen im Juni (8. und 10. ) an zwei Stellen in Israel, einen Marsch auf der „grünen Linie“. Sie wollen damit in der israelischen Bevölkerung wieder ein Bewusstsein für diese ,nach dem Waffenstillstand in 1949 festgelegte, Grenze schaffen. Für die Palästinenser ist diese Grenze Grundlage für eine mögliche Grenzziehung zwischen den Staaten Israel und Palästina.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3297" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/roni-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/roni-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/roni-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/roni-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Gerne würde die Gruppe um Roni Hammermann auch mit der im letzten Herbst sehr erfolgreichen Frauengruppe zusammenarbeiten die den <a href="http://marius-blog.de/marsch-der-hoffnung/" target="_blank">Friedensmarsch der Frauen </a>organisiert hatten. Leider haben diese Organisatoren es abgelehnt, das Machsom Watch ihre Forderung nach dem Ende der Besatzung vortragen können. Der Friedensmarschgruppe geht es ausschließlich um Frieden. Wie sie ihn allerdings erreichen wollen bleibt unklar&#8230;und trotzdem, so Roni „etwas muss die vielen, auch muslimischen Frauen angesprochen haben, denn es waren unglaublich viele Teilnehmerinnen dabei“</p>
<p>Zur Zukunft Israels meinte Roni zum Schluss unseres zwei-stündigen Gespräches: „Wir zerstören uns selbst“</p>
<p>Vor einigen Monaten hatte eine mir gut bekannte Journalistin Liva Hänsel Roni Hammermann interviewt. Das Gespräch habe ich unter <a href="http://marius-blog.de/dreiecksbeziehung-nov-2016/" target="_blank">Gastbeiträge </a>eingestellt</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Man kann nicht gegen Antisemitismus kämpfen und gleichzeitig ein anderes Volk unterdrücken“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2013 07:48:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beit Emmaus Frühjahr 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Die Frauenorganisation Machsom Watch, auf Deutsch «Kontrollposten-Wache», gehört zum harten Kern der israelischen Menschenrechtsbewegungen, die sich dem breiten Konsens widersetzt und für Frieden und Aussöhnung einsteht. Seit Beginn der 2. Intifada Ende 2001 beobachten <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/man-kann-nicht-gegen-antisemitismus-kaempfen-und-gleichzeitig-ein-anderes-volk-unterdruecken/" title="„Man kann nicht gegen Antisemitismus kämpfen und gleichzeitig ein anderes Volk unterdrücken“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_1237" aria-describedby="caption-attachment-1237" style="width: 1632px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1237" title="20130701_174041_resized" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized.jpg" alt="" width="1632" height="1224" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized.jpg 1632w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/20130701_174041_resized-400x300.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 1632px) 100vw, 1632px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1237" class="wp-caption-text">Gespräch mit Roni Hammermann von der israelischen Menschenrechtsgruppe &#8222;Machsom Watch&#8220; in ihrer Wohnung in Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Die Frauenorganisation Machsom Watch, auf Deutsch «Kontrollposten-Wache», gehört zum harten Kern der israelischen Menschenrechtsbewegungen, die sich dem breiten Konsens widersetzt und für Frieden und Aussöhnung einsteht.</span></p>
<p><figure id="attachment_1238" aria-describedby="caption-attachment-1238" style="width: 225px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020645.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1238" title="P1020645" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020645-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020645-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020645.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1238" class="wp-caption-text">&#8222;Humanitär Line&#8220; ein gesonderter Durchlass</figcaption></figure></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Seit Beginn der 2. Intifada Ende 2001 beobachten Frauen das Verhalten israelischer Soldaten gegenüber den passierenden Palästinensern. Ihre These: Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die Israel den Palästinensern mit den Checkpoints auferlegt, dienen nicht der Sicherheit. Sie sind ein elementares Instrument der Besatzung, deren Ende nicht in Sicht ist. Zu groß seien Israels politische, wirtschaftliche und strategische Interessen am Westjordanland. Am 1. September 2008 wurde Machsom Watch der Aachener Friedenspreis verliehen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><!-- [if gte mso 9]><xml>
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<![endif]--><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Ich habe mich vorgestern mit einer der in Deutschland bekanntesten Aktivistin dieser Gruppe – Roni Hammermann &#8211; in ihrer Wohnung in Jerusalem getroffen. Roni Hammermann, geb. 1940, Tochter europäischer Emigranten, die nach dem 2. Weltkrieg wieder nach Wien zurückkehrten, dort ging sie zur Schule, studierte und promovierte in russischer Literatur, 1969 Rückkehr nach Israel, hat sich seit dem <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt, von Anfang an auch bei bei Machsom Watch dabei. Das Schicksal ihres Großvaters und seine Erzählungen vom Holocaust hatten direkten Einfluss auf ihre Beziehung zu den Palästinensern. Hammermann: «Ich bin damit aufgewachsen, meine Stimme zu erheben, wenn irgendwo Unrecht geschieht. Man kann nicht gegen Antisemitismus kämpfen und gleichzeitig ein anderes Volk unterdrücken“ </span></p>
<p><figure id="attachment_1239" aria-describedby="caption-attachment-1239" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020985.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1239" title="P1020985" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020985-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020985-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020985-400x300.jpg 400w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1020985.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1239" class="wp-caption-text">Checkpoints: oft Orte der Erniedrigung und der Willkür</figcaption></figure></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Insgesamt gehören derzeit mehr als 200 Frauen zur Gruppe. Nachdem die Gruppe zunächst ausschließlich an den Checkpoints gestanden und beobachtet hat, haben sich wegen der Vielzahl der Menschenrechtsverletzungen durch die Besatzungsmacht Israel, in den letzten Jahren die Aufgabenbereiche der Gruppe erweitert. So gibt es Frauen (hier ist auch Roni Hammermann dabei) die die Arbeit der Militärgerichte beobachten, andere beschäftigen sich mit den oft willkürlich verhängten Polizeistrafen (so z. B. im Verkehrsbereich auf den Straßen im Westjordanland, aber auch in Israel), andere beobachten die Arbeit des Geheimdienstes (der u.a. immer wieder Palästinenser zur Bespitzelung der Landsleute rekrutiert), eine kleine Gruppe beobachtet das Verhalten in den öffentlichen Bussen. Hier kommt es häufig vor, so erzählte mir Roni, <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>das pal. Arbeiter mit Einreiseerlaubnis nach Israel, auf dem Weg zu Arbeit widerrechtlich aus den öffentlichen Bussen verwiesen werden. Alle Erkenntnisse der Gruppe werden dokumentiert und auf der Webseite </span><a href="http://www.machsomwatch.org"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">www.machsomwatch.org</span></a><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;"> veröffentlich.<br />
</span></p>
<p><figure id="attachment_951" aria-describedby="caption-attachment-951" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/05/P1020929.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-951" title="P1020929" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/05/P1020929-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/05/P1020929-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/05/P1020929-400x300.jpg 400w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/05/P1020929.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-951" class="wp-caption-text">Nidal seit Herbst 2012 ohne Anklage eingesperrt</figcaption></figure></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Roni hat mir von ihren Erlebnissen bei den Militärgerichten berichtet. <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Nach ihrer Auffassung haben die angeklagten Palästinenser „keine Chance“ auf eine faire Be- und Verurteilung. „Verhandelt“ wird manchmal nach altem britischen Mandatsrecht, vor allem nach den Verordnungen der Armee, die seien nirgends festgeschrieben, auf die kann sich also der Anwalt (auf den ein Anspruch besteht). Für Roni sind diese „Verhandlungen“ eine „Pharse“, alle Beteiligten (außer dem Anwalt) sind vom Militär, es gibt keine neutrale Instanz. Häufiger Anklagevorwurf „Angehörigkeit zu einer verbotenen Organisation“. Das die Verhandlungen häufig in Israel stattfinden (auch die Gefängnisse sind meist in Israel), ist gegen das Völkerrecht und verhindert zu dem das Angehörige teilnehmen können, bzw. Besuche machen können. Roni beklagt auch, das in den Palästinenser Gebieten „zweierlei Recht“ herrscht: alle jüdischen Siedler die dort wohnen werden nach israelischen Recht behandelt. So kann es sein, das für die gleiche Tat es vollkommen unterschiedliche Urteile geben kann. Hat ein jüdischer Siedler versucht eine Moschee anzuzünden, wird er nicht (wie ein Palästinenser der versucht eine Synagoge anzuzünden) als Terrorist vor Gericht gestellt, sondern als „Angehöriger einer nicht legalen Gruppe“). Entsprechen krass ist auch der Unterschied im Strafmaß.<span style="mso-spacerun: yes;">  </span><br />
Roni Hammermann hat einmal zufällig auf die Tafel in einem Schulungsraum des Militärs geschaut. Dort las sie was das grundsätzliche Motto des Einsatzes an den Checkpoints und in den besetzten Gebieten ist: <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>“ die Bevölkerung soll in einem ständigen Zustand der Ungewissheit gehalten werden“.<br />
</span></p>
<p><figure id="attachment_1240" aria-describedby="caption-attachment-1240" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1030016.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1240" title="P1030016" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1030016-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1030016-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1030016-400x300.jpg 400w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2013/07/P1030016.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1240" class="wp-caption-text">was wird die Zukunft ihnen bringen?</figcaption></figure></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE;">Wie sollen vor diesem Hintergrund die Palästinenser ihr Leben planen können, fragt Roni, wenn sie nicht einmal wissen was morgen sein: wird ob die Straße gesperrt ist, ob die Ausreiseerlaubnis zur Arbeit in Israel noch gilt…..<br />
Die Unterstützung in Ihre Familie für Ihr Engagement ist groß, allerdings haben sich auch Freunde von ihr abgewandt, sie auch schon als „Verräterin“ beschimpft. Insgesamt gibt es in Israel zahlreiche Gruppierungen, die sich in diesem Konflikt engagieren, aber es sei wie überall auf der Welt mit dem bürgerlichen Engagement: die große Masse schweigt, engagiert sich nicht, will in Ruhe gelassen werden. Auch deshalb hat die Gruppe hier begonnen Touren zu die Orten zu machen an denen sie beobachten und sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Hier machen sie die Erfahrung in letzter Zeit, dass zunehmend mehr Israelis teilnehmen und sich informieren wollen. Für Roni und ihre Gruppe ein kleiner Hoffnungsschimmer<br />
Zum Schluss unseres Gespräches bittet Roni Hammermann gerade uns Deutsche, sich besser über die Situation hier in Palästina zu informieren (wenn möglich sogar hier vor Ort), dann Druck auf die (politische) Öffentlichkeit auszuüben mit dem Ziel das es eine gerechtere Unterstützung beider Konfliktpartner gibt.</span></p>
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