<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Tabgha &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
	<atom:link href="https://marius-blog.de/schlagwort/tabgha/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://marius-blog.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Mar 2023 20:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Vertreibung auf dem Golan 1967 gleicht der NAKBA</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/vertreibung-auf-dem-golan-1967-gleicht-der-nakba/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/vertreibung-auf-dem-golan-1967-gleicht-der-nakba/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 19:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://marius-blog.de/?p=5146</guid>

					<description><![CDATA[Für die neuen Leser:innen meines Blogs eine Vorab-Information:da sich die Gruppenreisen mit ihrem Programm ähneln, schreibe ich nicht immer die gleichen Erlebnisberichte sondern suche mit jeweils ein (neues, ggf. aktuelles) Schwerpunktthema aus, dass ich dann <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vertreibung-auf-dem-golan-1967-gleicht-der-nakba/" title="Vertreibung auf dem Golan 1967 gleicht der NAKBA">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Für die neuen Leser:innen meines Blogs eine Vorab-Information:<br>da sich die Gruppenreisen mit ihrem Programm ähneln, schreibe ich nicht immer die gleichen Erlebnisberichte sondern suche mit jeweils ein (neues, ggf. aktuelles) Schwerpunktthema aus, dass ich dann in dem Mittelpunkt meines Tagesberichtes stelle. Auf andere Themen/Schwerpukte, die ich bereits schon mal bei früheren reisen beschrieben habe, verweise ich mit einem Link oder mache Stichworte die dann zum Schluss des Tagesbeitrages genannt und dann auch jeweils angeklickt werden können</p>



<p>Heute hat die Gruppe an ihrem ersten Tag (wie bei meinen Begegnungsreisen üblich) zunächst, bei im Übrigen frühlingshaften Temperaturen, eine schöne ruhige Stunde in einem Holzboot (mit leisem Elektromotor) auf dem See verbracht. Es ist einfach ein wunderbares, ja alle Sinne berührendes Gefühl, in dieser herrlichen Landschaft auf diesem geschichtsträchtigen See still eine zeit zu verbringen. Es gibt für mich wenig Orte und eben auch Gelegenheiten, hier in dieser, oft durch Touristen überlaufenden Region, zur Ruhe und Besinnung zu kommen. Die Gruppe hat es genossen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5148" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Anschließend haben wir uns auf eine etwa zwei stündige Fahrt auf den Golan gemacht. Hier wollten wir an der syrischen Grenze Mitglieder der NGO <br>Al Marsad treffen  Es ist eine herrliche Landschaft, gerade jetzt im Frühling die uns auf dem Weg dorthin begleitete. Dieses Mal berichtete uns ein Mitglied der Gruppe <a href="http://www.golan-marsad.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Al Marsad</a>, Nazeh Brik, ausführlich über die Hintergründe die zur Gründung dieser Menschenrechtsorganisation geführt hat, die im Übrigen u.a. auch von Misereor finanziell unterstützt wird. Da Nazeh lange in Deutschland gearbeitet hat, konnte er uns die sehr differenzierten Infos gut in unserer Sprache erklären. Bekanntermaßen wurde im Juni 1967 im „sechs Tage-Krieg“ der Golan von den israelischen Truppen besetzt. Die in über 300 Dörfern lebende syrische Bevölkerung (etwa 140.000) wurde vertrieben (die meisten flüchteten nach Syrien). Die Dörfer wurden zerstört, so dass eine Rückkehr ausgeschlossen war. Die strategische Überlegung der israelischen Regierung hatte Ziel, möglichst nur noch die drusische Bevölkerung dort oben auf dem Golan anzusiedeln. Gleichzeitig wurden viele Anstrengungen unternommen dort oben israelische Siedlungen zu gründen. Heute im Jahr 2023 stellt sich die Situation wie folgt da: Der besetzte Golan wurde Anfang der achtziger Jahre durch annektiert. Es gibt nur noch 5 Dörfer in denen 28.000 Drusen leben und mittlerweile 35 Siedlungen mit etwa 29.000 jüdischen Bewohner:innen. 85 % der arabischen Bevölkerung hat es abgelehnt die israelische Staatsangehörigkeit anzunehmen: sie gelten als „staatenlos“. Es ist für diese Bevölkerungsgruppe schwierig, bis unmöglich eine Baugenehmigung zu erhalten. Zwischen 2012 und 2021 mussten 9 Mio Schekel wegen nicht Beachtung der Baugenehmigung an Strafe gezahlt werden. Anders als in den C-Gebieten im Westjordanland, die ja unter israelischer Militärverwaltung stehen, und wo häufig bei der meist fehlenden Baugenehmigung ein Abriss erfolgt, scheut sich die israelische Verwaltung, solche Maßnahmen auch auf dem Golan zu ergreifen. Ein Grund ist auch, dass sich die sonstigen in Israel lebenden Drusen, bei solchen Zwangsmaßnahmen, mit ihren Glaubensbrüdern solidarisieren würden. Im Übrigen glaubt Nazeh Brig, dass der wahre Grund der Besetzung und jetzt Annektierung dieser Region nicht die Sicherheit der israelischen Bevölkerung am See war, sondern die Möglichkeit dort am Goian den Zugriff zu vielen Wasserquellen zu bekommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5149" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Zum Abschluss des Tages waren wir noch in <a href="http://www.dormitio.net/orte/tabgha/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagba</a> wo uns Pater Jonas über das Leben in dem &#8222;Paradies&#8220; am See berichtete</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Der Ort an dem wir recht haben</em></p>



<p><em>An dem Ort, an dem wir recht haben,&nbsp;</em></p>



<p><em>werden niemals Blumen wachsen</em></p>



<p><em>im Frühjahr.</em></p>



<p><em>Der Ort, an dem wir recht haben,</em></p>



<p><em>ist zertrampelt und hart</em></p>



<p><em>wie ein Hof.</em></p>



<p><em>Zweifel und Liebe aber</em></p>



<p><em>Lockern die Welt auf</em></p>



<p><em>Wie ein Maulwurf, wie ein Pflug.</em></p>



<p><em>Und ein Flüstern wird hörbar</em></p>



<p><em>An dem Ort, wo das Haus stand,</em></p>



<p><em>das zerstört wurde.</em>&nbsp;&nbsp;(Jehuda Amichai)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/vertreibung-auf-dem-golan-1967-gleicht-der-nakba/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>wer nicht mit dem Feinde spricht&#8230;..</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/wer-nicht-mit-dem-feinde-spricht/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/wer-nicht-mit-dem-feinde-spricht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 07:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://marius-blog.de/?p=4666</guid>

					<description><![CDATA[Das wichtigste (für mich) zuerst&#8230; Bin vorgestern am späten Abend gut in Düsseldorf gelandet. Da es derzeit keine Direktflüge von Düsseldorf nach Tel Aviv gibt musste ich mit der österreichischen Airline &#8222;Austrian&#8220;, mit Zwischenlandung in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wer-nicht-mit-dem-feinde-spricht/" title="wer nicht mit dem Feinde spricht&#8230;..">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das wichtigste (für mich) zuerst&#8230;</p>



<p>Bin vorgestern am späten Abend gut in Düsseldorf gelandet. Da es derzeit keine Direktflüge von Düsseldorf nach Tel Aviv gibt musste ich mit der österreichischen Airline &#8222;Austrian&#8220;, mit Zwischenlandung in Wien nach Düsseldorf fliegen. Hier war die Umsteigezeit (wie es wohl heute öfters vor kommt) so knapp kalkuliert, des es mein Koffer zunächst nicht geschafft hat den Flieger nach Düsseldorf zu erreichen. Habe aber soeben erfahren, dass der Koffer heute nachgeliefert wird, es kann also bald gewaschen werden&#8230;</p>



<p>Kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben&#8230;</p>



<p>Ich hatte ja versprochen in diesem letzten Beitrag in diesem Kapitel &#8222;Herbst 2019&#8220; für mich, und damit auch für die Leser/Leserinnen meines Blogs, ein kleines Resümee dieser Tage in Jerusalem zu ziehen-</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4673" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Sabbat in Mea Shearim</figcaption></figure>



<p>Ich weiß nicht ob ihr es bemerkt habt&#8230;..<br>für dieses neue Kapitel &#8222;Herbstreise 2019&#8220; hatte ich auf meiner Startseite dieses Blogs eine neue Losung eingestellt. Ich habe dieses Mal ein Zitat der bekannten Jüdin Hannah Ahrendt genommen: </p>



<p><strong><em>Gewalt beginnt, wo reden aufhört</em></strong>. </p>



<p>Natürlich habe ich diesen Ausspruch von Hannah Ahrendt bewusst mit Bezug zur Situation hier, im Konflikt zwischen den Palästinensern und Israelis, genommen.  Seit Jahren gibt es nur selten Gespräche zwischen den streitenden Parteien. Gar keine Gespräche werden mit Vertretern der Hamas geführt, die im Gazastreifen das Sagen haben. Als Grund wird genannt: mit terroristischen Organisationen führen wir keine Gespräche. Waffenstillstandvereinbarungen, wie jüngst nach den Raketenangriffen vor 2 Wochen, werden nur über „Dritte“ meist mit Ägyptern geführt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4676" width="432" height="768" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-768x1365.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-864x1536.jpg 864w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-1152x2048.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-scaled.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px" /><figcaption>auch das fördert Hass und Gewalt: jüdische Häuser, beflaggt mit der Israel-Fahne im palästinensischen Teil der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>



<p>Ich habe mich sehr gefreut, das die Auffassung, das Miteinander reden immer besser ist, gerade in diesen Tagen auch von einem prominenten Vertreter der israelischen Gesellschaft, zum Ausdruck gebracht wurde</p>



<p><strong>„Wer nicht mit dem Feind spricht, zahlt einen hohen Preis“</strong>&nbsp;sagte Efraim Halevy in einem <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/efraim-halevy-ehemaliger-chef-des-israelischen-geheimdienstes-mossad-wer-nicht-mit-dem-feind-spricht-zahlt-einen-hohen-preis-li.1773" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Interview mit der Berliner Zeitung (öffnet in neuem Tab)">Interview mit der Berliner Zeitung</a>, das am vorvergangenen Donnerstag (21.11.2019) veröffentlicht&nbsp;&nbsp;wurde. Halevy war viele Jahre Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad.</p>



<p>Der Aufstieg der Hamas (arabisch für Begeisterung, Eifer und Kampfgeist), soll im Übrigen in den&nbsp;1980er Jahren von israelischen Behörden als Gegengewicht zur&nbsp;palästinensischen Befreiungsorganisation&nbsp;Fatah (arabisch Eroberung, Sieg)&nbsp;aktiv gefördert worden sein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4674" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure>



<p>Mittwochs ohne</p>



<p>Bisher war es für mich unvorstellbar: ein Klosterleben ohne Gottesdienst.</p>



<p>Seit 1990 besuche ich meist einmal im Jahr für einige Tage ein Kloster um zur Ruhe zu kommen, oder wie man so „Neu-Deutsch“ zu sagen pflegt „Herunter zu fahren“. Es waren immer Klöster der Benediktiner (Münsterschwarzach im Frankenland und Meschede im Sauerland).&nbsp;</p>



<p>Und eben hier bei den Benediktinern auf dem Zionsberg. Sehr geholfen haben mir beim Ruhe finden immer die gemeinsamen Gebetsstunden, die am Tage verteilt, einem auch helfen, einen gewissen Tagesrhythmus einzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4675" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Dormitioabtei (rechts) in der Abendsonne</figcaption></figure>



<p>Ich hatte davon gehört, dass es Pläne gibt, hier in der Dormitio,&nbsp;&nbsp;große dringend notwendige Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen. Diese stehen nun unmittelbar bevor und werden wohl Monate, wenn nicht Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Vor diesem Hintergrund sind am Montag in der vergangenen Woche einige der Mönche zur „Außenstelle“ in Tabgha am See Genezareth umgezogen. Hier auf dem Zion bleiben nun für die zeit der Renovierung, ständig nur 4-5 Mönche. Deshalb hat der Abt verfügt, dass es bezüglich der Gottesdienste Einschränkungen geben soll. Neben der morgendlichen Eucharistiefeier, die in Verbindung mit dem Morgengebet der Mönche, der Laudes gehalten wird, gibt es &#8222;nur&#8220; noch die Vesper am frühen Abend. Das Mittags- und das Nachtgebet entfallen bis auf Weiteres. Am Mittwoch ist ein gänzlich Gottesdienst freier Tag vorgesehen. Ich bin natürlich ein wenig enttäuscht, weil ich eben, wenn ich im Kloster bin, diese Gottesdienste gerne besuche. Aber ich kann es auch nachvollziehen, dass eine solch kleine Mönchsgemeinschaft, in der Woche auch Zeiten braucht um andere (auch) wichtige Dinge zu tun. Denn wenn einer oder mehrere von der (jetzt) kleinen Gemeinschaft, wegen einer unaufschiebbaren Verpflichtungen, nicht an der Gebetsstunde teilnehmen kann, wird es vielleicht schwierig, den Gottesdienst durchzuführen. So ist nun also der Mittwoch, an dem diese Verpflichtungen war genommen werden können, für das Klosterleben ein Sabbat Tag.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4671" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>Minarett im Flüchtlingslager Anza in Bethlehem</figcaption></figure>



<p>Chor der Muezzime</p>



<p>Wenn man der Bibel glaubt, würde man in dieser Region eher einen „Chor der Engel“ erwarten&#8230;gerade jetzt um die Weihnachtszeit</p>



<p>Aber, scheinbar haben sich die Zeiten geändert:</p>



<p>Heute singen in dieser Region fünf Mal am Tag die „Chöre der Muezzins“. Wenn so zwischen 4 und 5 Uhr, am frühen Morgen, die Stille der Nacht ein jähes Ende nimmt, dann beginnen die muslimischen Sänger (ja es sind nur Männerstimmen zu hören) ihr „Tagewerk“. Hier auf dem Zionsberg schallt es aus allen Richtungen „Gott ist groß“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4677" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Spaziergang am Sabbat </figcaption></figure>



<p>Mit Gedanken an meine Gefühle gerade am diesem Morgen des Sabbats, wo ich diese entspannte Leben in einem jüdischen Viertel in Jerusalem, mit all meinen Sinnen in mich aufgenommen habe, so entgegengesetzt waren beispielsweise meine Gefühle in den palästinensischen Viertel in (Ost-) Jerusalem, angesichts der oft &#8222;verwahrlos&#8220; wirkenden Strassen und Plätze in den sich der Müll &#8222;türmt&#8220;. Hier erscheinen die Gegensätze, wie die Menschen in einer Stadt leben (müssen), für den Besucher, wie mich, doch fast schon brutal. Schlimm ist aber für mich auch die Erkenntnis das es den Bewohnern (scheinbar) auch gleichgültig ist, in welchen Verhältnissen sie Leben. Das aber auch die politisch Verantwortlichen in Jerusalem, aber eben auch in der Westbank, an dieser Situation, das der Müll überall, im wahrsten Sinne, zu &#8222;Himmel stinkt&#8220;. nicht wirklich Maßnahmen ergreifen,  ist für mich ebenso unbegreiflich. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4680" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>Isawiya: hier sieht es doch ganz moderat aus</figcaption></figure>



<p>Insgesamt habe ich, gerade in den vielen Gesprächen mit daoud und Fatima, die ihre eigene Situation eben sehr kritisch sehen können, verstanden, dass es neben den (großen)  Problemen, die die Besatzung mit sich bringen, eben auch viele Probleme git, für die Palästinenser die eigene Verantwortung tragen.</p>



<p>Noch etwas hat mich in diesen Tagen beschäftigt: <br>in der letzten Woche wurden alle Schulen im Westjordanland, aus Protest gegen die Schließung der Ost-Jerusalemer- Schulbehörde (durch die Israelis), bereits am Vormittag geschlossen. Keiner der Schüler wurde aber darüber informiert, was der Grund war. Für die Schüler war halt schulfrei, darüber wurde sich gefreut. Hätte nicht da eine Info-Veranstaltung zu diesem &#8222;Solidaritätsstreik&#8220; in der Schule, besonders den älteren Schüler/innen die Möglichkeit gegeben, etwas zu der Besatzungssituation zu erfahren. Viele der jungen Menschen, leben seit ihrer Geburt in den Verhältnissen, sie kennen nichts anderes, sie müssen das als &#8222;normal&#8220; empfinden. Vielleicht ein wenig vergleichbar mit der Situation der jungen Menschen, hier im Lande. Alle bis zum Alter von 30 jähren sind in einem (vereinten) Deutschland groß geworden. Hier gibt es zu mindestens ((auch in der Schule), entsprechende Informationsmöglichkeiten. Wie ich aus Gesprächen in Palästina weiß, sind solche Infos, über die Geschichte Palästinas im Lehrplan nicht vorgesehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4684" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>und nun kommt auch noch der Nikolaus</figcaption></figure>



<p>wie bereits geschrieben endet nun meine aktive &#8222;Blogzeit&#8220;. Ich werde zur nächsten Gruppenfahrt vom 8. März 2020 an wieder die Bericht aus der Region Israel&amp;Palästina aufnehmen</p>



<p>Abschließend möchte ich sehr gerne uf die Weihnachtsaktion der Dormitio-Abtei hinweisen: <strong><em>Ich trage deinen Namen in der heiligen Nacht nach Bethlehem</em></strong>. </p>



<p>Mehr dazu findet ihr <a rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.dormitio.net/abtei/weihnachtsaktion/index.html" target="_blank">hier</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/wer-nicht-mit-dem-feinde-spricht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der See ist im Winter um 2 Meter gestiegen</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/der-see-ist-im-winter-um-2-meter-gestiegen/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/der-see-ist-im-winter-um-2-meter-gestiegen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2019 04:56:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=4246</guid>

					<description><![CDATA[Seit gestern also sind wir wieder am See Genezareth, diesem, für mich als Christ durch viele Bibelstellen, so bekannten Gewässer im Norden von Israel. Ich habe ja an verschiedenen Stellen in meinem Blog auch schon <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/der-see-ist-im-winter-um-2-meter-gestiegen/" title="Der See ist im Winter um 2 Meter gestiegen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Seit gestern also sind wir wieder am See Genezareth, diesem, für mich als Christ durch viele Bibelstellen, so bekannten Gewässer im Norden von Israel. Ich habe ja an verschiedenen Stellen in meinem Blog auch schon über den See und insbesondere über die Situation des Wasserstandes berichtet. Heute nun erfuhren wir von unserem Reiseguide Michal ,dass dank der vielen Regenfälle in den vergangenen Wintermonaten, der Wasserspiegel um fast 2 m gestiegen ist. Für das fast 21 km langen und an der breitesten Stelle fast 11 Km breite Gewässer also ein enormer Zuwachs in relativ kurzer Zeit. Die schon oft beschriebene Gefahr, dass der See wegen Unterschreiten der „roten Linie“ „umschlägt“ und&nbsp;&nbsp;aus dem großen Süßwasserreservat ein riesiger Salzsee wird, konnte erst einmal abgewendet werden.</p>



<p>Um so „andächtiger“ hat die Gruppe den Ausflug mit dem kleinen Holzboot auf dem See, am frühen Morgen genossen. Wenn der Schiffer dann noch seinen Motor ausstellt konnte Jeder und Jede seinen Gedanken nachsinnen und, was hier in diesem Lande so selten ist zur Ruhe kommen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4258" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">die Nachfolger der Apostel?</figcaption></figure>



<p>Wie üblich sind wir nach dieser besinnlichen Stunde auf den Golan gefahren um dort im „Drei-Ländereck“ zu den Drusen, ganz nahe an die syrische Grenze zu fahren.</p>



<p>Mit den syrischen Golanhöhen eroberte Israel 1967 auch fünf drusische Dörfer. Insgesamt leben hier etwa 20.000 Menschen, genau soviel jüdische Israelis haben sich seit der Besetzung angesiedelt. Seit 2003 hat sich in Majdal Shams, in einem der Dörfer eine Menschenrechtsgruppe <a href="http://Golan-marsad.org/eng/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)">Al Marsad</a> gegründet. Wir sprachen heute mit einem der Vertreter dieser Gruppe, die u.a. auch vom deutschen kirchlichen Hilfswerk Misereor unterstützt wird.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4255" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Majdal Shams</figcaption></figure>



<p>Wir erfuhren, dass die meisten der Golan-Drusen die israelische Staatsbürgerschaft trotz erheblichem Druck nicht angenommen haben. Hier in Maidal Shams haben von den mehr als 5.000 Einwohnern nur 12 Personen die israelische Staatsbürgerschaft. Die Menschen hier fühlen sich als Syrer, leben seit 50 Jahren in einem Provisorium, halten Kontakt nach Syrien und protestieren gegen die Besatzung. Der Bürgerkrieg im Nachbarland hat aber ihr Grundgefühl Syrer zu sein nicht verändert. Natürlich sind sie derzeit froh&nbsp;&nbsp;in einem friedlichen Land zu leben, hier gut versorgt zu sein. Wenn aber in Syrien es wieder Frieden gibt wollen sie wieder mit ihren Landsleuten (darunter sehr viele Drusen) verbunden sein.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4257" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">der schneebedeckte Hermon des höchster Gipfel (2224m) in Syrien liegt</figcaption></figure>



<p>Am Nachmittag haben wir, wie schon sooft den Benediktinern in Tabga am See einen Besuch abgestattet. Pater Jonas erzählte die Geschichte der Kirche und des Klosters, erzählte aber auch seine persönliche Geschichte, wie es kam, dass er als „Weltpriester“ der lange Jahre in einer Gemeinde in Deutschland gewirkt hatte, vor 19 Jahren zu den Benediktinern und hier ins „Heilige Land“ gekommen ist.</p>



<p>Er zitierte als ausschlaggebenden Grund den bekannten Spruch von Nelly Sachs:</p>



<p><strong><em>„Alles beginnt mit der Sehnsucht“</em></strong></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>1948: Damals dachten wir nicht, dass so etwas wie ein palästinensisches Volk existiert. Für uns gab es nur Araber, und diese Araber verfügten über ein riesiges Gebiet, und die Briten, dachten wir, würden niemand unrecht tun, wenn sie bei den Verhandlungen über das Ende des Mandats über Palästina und Transjordanien einen Teil des ihrer Vormundschaft anvertrauten Landes diesen unglücklichen Juden überließen.</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.welt.de/kultur/article12370205/Streitschrift-eines-93-Jaehrigen-bewegt-Frankreich.html">(Stèphane Hessel)</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/der-see-ist-im-winter-um-2-meter-gestiegen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was hat verbindet die Krim mit den Golanhöhen?</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/was-hat-verbindet-die-krim-mit-den-golanhoehen/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/was-hat-verbindet-die-krim-mit-den-golanhoehen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2017 18:15:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=3565</guid>

					<description><![CDATA[Der Morgen empfing uns wie man es hier gewohnt ist, mit Sonnenschein, Wärme, einer Blütenpracht, Duft, Grillenzirpen, ja es ist paradiesisch hier am See. Das Gefühl hielt auch an bei der kurzen Bootsfahrt auf dem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/was-hat-verbindet-die-krim-mit-den-golanhoehen/" title="Was hat verbindet die Krim mit den Golanhöhen?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Morgen empfing uns wie man es hier gewohnt ist, mit Sonnenschein, Wärme, einer Blütenpracht, Duft, Grillenzirpen, ja es ist paradiesisch hier am See.</p>
<p>Das Gefühl hielt auch an bei der kurzen Bootsfahrt auf dem See. Hier kann man den touristischen Massen, die sich in diesem Jahr, zu diesen Zeiten im Heiligen Land tummeln, ein wenig entgehen. In einer Vereinbarung mit China hat Israel alleine mehr als 100.000 Chinesen nach hier geladen.</p>
<p>Es ist gut das unser Programm ein wenig „anders“ ist als die üblichen Pilgerreisen.</p>
<p>So sind wir nach der Bootsfahrt auf den Golan. Wenn ihr unsere Erlebnisse dort vom letzten Jahr lesen wollt, <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-wollen-in-frieden-leben/" target="_blank" rel="noopener">dann hier.</a></p>
<p><figure id="attachment_3566" aria-describedby="caption-attachment-3566" style="width: 555px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3566" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen.jpg" alt="" width="555" height="312" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen.jpg 555w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px" /><figcaption id="caption-attachment-3566" class="wp-caption-text">Bis zum 21 Lebensjahr müssen sich die jungen Drüsen entscheiden:<br />sind sie die &#8222;Eingeweihten&#8220; oder &#8222;Uggal&#8220; dann ziehen sie besondere Kleidung an.</figcaption></figure></p>
<p>Ähnliches, zur Situation der Drusen, hier auf dem annektierten Golan, haben wir auch heute erfahren. Wir waren wieder zu Besuch bei der drusischen Menschenrechtsorganisation Al MARSAD <a href="http://www.golan-marsad.org" target="_blank" rel="noopener">www.golan-marsad.org</a></p>
<p>Weiters zur Gemeinschaft der Drusen ist <a href="http://www.eslam.de/begriffe/d/drusen.htm" target="_blank" rel="noopener">hier zu lesen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir stellen in der Diskussion mit einem Vertreter von AL Marsad die Frage: Was unterscheidet, die Anektion der Russen mit der Krim, mit der &#8222;Aneignung&#8220; der Israelis mit diesem teil des syrischen Staatsgebietes. Vielleicht hat ja der geneigte Leser/die Leserin eine Meinung dazu. Es darf kommentiert werden</p>
<p>In einem Beitrag im DLF vor einigen Wochen wurde über die Situation der jungen Drusen berichtet. Hier wurde ein Junger Druse zitiert:</p>
<p><em>&#8222;So wie mein Vater, er und seine ganze Generation glaubten daran, dass es irgendwann ein Zurück nach Syrien geben wird. Und wenn irgendwas passiert in Syrien, wie jetzt der Krieg zum Beispiel, dann verzögert das die Rückkehr nur. Und deshalb haben sie Assad unterstützt! Sie dachten, dann ist die Sache nach fünf, sechs Monaten vorbei! Aber wohin will man zurück, wenn es kein Syrien mehr gibt. Wir können nicht zurück, da sind nur noch Ruinen. Es ist ein Desaster, es ist vorbei &#8211; von Syrien ist nichts mehr übrig.&#8220;</em></p>
<p>Ich denke es ist wirklich ein Dilemma, gerade für die Jungen. Sie fühlen sich unter israelischer Besatzung, wissen aber auch ,dass es keine Alternativen gibt als es „auszuhalten“. Früher wurde kostenlos im 60 km entfernten Damaskus studiert, heute geht das nicht mehr, also studiert man in Israel oder in anderen Ländern.</p>
<p><figure id="attachment_3590" aria-describedby="caption-attachment-3590" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3590" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3590" class="wp-caption-text">Als Symbol der Drusen gilt ein fünfzackiger fünffarbiger Stern. Jede Farbe symbolisiert ein Prinzip des Glaubens: Grün für Verstand [aql] als den universellen Verstand, rot für Seele [nafs] der universellen Seele, gelb für das wahrhaftige Wort [kalima], blau für die Ursache eines Wirkungsprinzips [sabq] und weiß für die Wirkung</figcaption></figure>&nbsp;</p>
<p>Zum Nachmittag sind wir wieder an den See, haben uns noch im durch die Bibel bekannten Kafanerum umgesehen. Aber ich brauche schon große Disziplin, mich in die Massen der üblichen Touristen einzureihen, Mindestens 15 große Busse hatten hier ihre „Ladung ausgespuckt“.</p>
<p>Zur Ruhe kamen wir dann im Kloster Tagbha. Hier hatte ich wie schon in den letzten Jahren mit den Mönchen einen „Sondertermin“ vereinbart. Um 17 Uhr, wenn die bis zu 2.000 Besucher, die derzeit die Kirche bevölkern, das schöne Gelände verlassen haben, haben wir eine „private“ Führung vereinbart. Pater Jonas, hat sich die Zeit genommen um uns die „Schätze der Kirche, vor allem wundervolle Mosaikböden zu zeigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei unserem Besuch in Tabgha konnten wir auch das mittlerweile fertiggestellte Atrium besichtigen. Ich hatte 2015 davon berichtet, dass es bei einem Brandanschlag zerstört wurde.</p>
<p>Auf ihrer <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Homepage</a><a href="http://www.dormitio.net">   </a>haben die Mönche hierzu geschrieben:</p>
<p><strong>Weil die Hoffnung stärker und heller ist</strong></p>
<p><em>Das Atrium in Tabgha ist fast wieder fertig. Es füllt sich langsam wieder mit Leben. Der Klosterladen ist schon seit ein paar Tagen wieder aktiv. Nach der Einweihung (Sonntag, 12. Februar 2017) werden auch Klosterpforte/Pilgerbüro und Diwan wieder ihre Arbeit aufnehmen.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Es waren keine einfachen 20 Monate für uns Mönche und die Schwestern, für unsere Volontäre und Mitarbeiter. Aber auch diese Strecke eines manchmal beschwerlichen Weges haben wir geschafft. Mit der Hilfe und Freundschaft Vieler von außen, durch gegenseitiges Stützen und Tragen, nicht zuletzt durch eine Hoffnung von Innen.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Denn dieser besondere Ort ist uns anvertraut, damit wir eine Botschaft verkünden. Durch unser Beten und Arbeiten. Durch unser Hiersein. Tabgha ist nicht die berühmte Stadt auf dem Berg. Aber es kann doch leuchten. So wie das erneuerte Atrium. So wie jeder von uns, der Christus, dem Licht der Welt, erlaubt, dass Er in ihr/in ihm ein Licht anzündet.</em></p>
<p><em>Die Welt und die Menschen brauchen diese Hoffnung, die aus diesem Licht kommt&#8230;</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“:</p>
<p><em>Israel hat, selbstverständlich, vielerlei Gründe zu Angst und Sorge. Der Nahe Osten ist in Aufruhr, wird von fanatischen Strömungen in Mitleidenschaft gezogen, seine Mehrheit ist Israel gegenüber äußerst feindselig eingestellt und strebt offenkundig nach seiner Vernichtung. Aber gerade aufgrund dieser Gefahren und Bedrohungen können Verzweiflung und Nichthandeln als effiziente politische Strategie nicht taugen.</em>         <em>Von </em>Alfred Grossmann</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/was-hat-verbindet-die-krim-mit-den-golanhoehen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Woche im Kloster</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 04:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=2954</guid>

					<description><![CDATA[Heute nun „habe ich die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Dormitio-Abtei am Rande der Jerusalemer Altstadt in das etwa 10 km entferne Gästehaus von Taltha Kumi bei Beit Jala gewechselt. Von Israel durch die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/" title="Eine Woche im Kloster">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun „habe ich die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Dormitio-Abtei am Rande der Jerusalemer Altstadt in das etwa 10 km entferne Gästehaus von Taltha Kumi bei Beit Jala gewechselt. Von Israel durch die Mauer nach Palästina.</p>
<p>Ich möchte aber in meinem heutigen Bericht etwas Rückschau halten zu meinem Aufenthalt in den letzten sechs Tagen bei den Benediktinern in der Dormitio, bevor ich ab morgen beginne den Weinberg der Familie Nassar in den Blick zu nehmen.</p>
<p><figure id="attachment_2956" aria-describedby="caption-attachment-2956" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/gassedormitio/" rel="attachment wp-att-2956"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg" alt="von allen Seiten ein toller Anblick: die dormitioabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">von allen Seiten ein toller Anblick: die Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>Die mich ein wenig persönlich kennen, wissen, dass ich einen besonderen Bezug zum Klosterleben habe. Seit 1990 habe ich mich einmal im Jahr, für mindestens eine Woche ,ins Kloster „zurück gezogen“. In den ersten Jahren zu den Benediktinern nach Münsterschwarzach (bei Würzburg) und seit nun mehr als 10 Jahren, ebenfalls bei den Benediktinern, in der Abtei Königsmünster in Meschede im Sauerland. Wie schon in meinem Blog am Himmelfahrtstag erwähnt, liebe ich das klösterliche Leben, mit den zeitlich festgelegten Gebetstunden die den Tagesablauf „ordnen“. Die Psalm Gesänge in den Gebetszeiten haben für mich immer auch etwas sehr Meditatives. Alles was ich im Kloster tue ist freiwillig Hier wird nichts erzwungen. Hier kann Ich zur Ruhe kommen, entspannen und wieder auftanken. Für mich sind es ein wenig „paradiesische“ Zustände.</p>
<p>Und dennoch, der Aufenthalt in diesem Kloster am Rande</p>
<p><figure id="attachment_2957" aria-describedby="caption-attachment-2957" style="width: 200px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/dormitio1/" rel="attachment wp-att-2957"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2957" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-200x300.jpg" alt="der Blick aus dem Westen" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2957" class="wp-caption-text">der Blick aus dem Westen</figcaption></figure></p>
<p>der Jerusalemer Altstadt ist für mich doch etwas anderes, hat eine besondere Qualität, als meine sonstigen Aufenthalte in den deutschen Klöstern. Allein schon der Umstand, das noch keinen Kilometer vom Kloster entfernt hier die beiden großen Weltreligionen mit der Westmauer und dem Tempeldom herausragende Gebetsstätten haben, macht das Besondere hier deutlich. Aber auch das der Geschichte nach, das Kloster dort steht, wo Jesus gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren sein soll, und eben in vielen Gebeten diese Orte konkret erwähnt werden, gibt für mich dem Hiersein etwas Außergewöhnliches dem ich mich auch nicht entziehen möchte.</p>
<p>Wie vorgestern im Blog vom Freitag kurz angedeutet hatte ich am Freitag das große Vergnügen mit einem der Mönche, Elias, im schöne Klosterhof eine Stunde zu plaudern. Gerne berichte ich hier von dem was mir aus dem Gespräch hängen geblieben ist und damit wohl auch wichtig war.</p>
<p><figure id="attachment_2958" aria-describedby="caption-attachment-2958" style="width: 135px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/basilius/" rel="attachment wp-att-2958"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2958" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Basilius.jpg" alt="Pater Elias" width="135" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-2958" class="wp-caption-text">Pater Elias</figcaption></figure></p>
<p>Pater Elias wurde 1962 in der Nähe von Kaiserslautern geboren. Nach seinem Theologiestudium wurde er 1989 in Speyer zum Priester geweiht und war danach zehn Jahre als Kaplan und Pfarrer in seiner Heimatdiözese eingesetzt.</p>
<p>In die Dormitio trat er 1999 ein und legte im Jahr 2001 seine Profess ab.</p>
<p>Ich habe ihn bei meiner ersten Gruppenfahrt 2012 in Tabgha kennen gelernt. Er war damals Prior der kleinen Gemeinschaft am See Genezareth</p>
<p>Als ich ihn nun hier wieder traf begrüßte er mich herzlich und erkundigte sich auch immer mal wieder, wenn wir uns bei den Gottesdiensten trafen, wie es mir so gehe hier bei ihnen im Kloster. Das hat mich sehr berührt, war ich es von meinen bisherigen Aufenthalten im Kloster nicht gewohnt, dass sich einer der Mönche nach meinem Wohlbefinden erkundigte. Gerne war er auch zu einem Gespräch. Als ich ihn zu Beginn des Gespräches fragte wie es denn komme, dass er sich so um mein Wohlempfinden „kümmert“, meinte Elias, dass er denke, Menschen die hier in der Dormitio zu Gast sind und am klösterlichen Leben teilnehmen, müssen mehr, als vielleicht in Deutschland, „auf sich nehmen“ um hier zu sein. Deshalb habe er vor diesen Menschen einen besonderen Respekt und Achtung und eben auch Interesse an ihrem Befinden. Für ihn, der 10 Jahre Gemeindepfarrer in Deutschland war, hat der Bezug zu Menschen darüber hinaus sicherlich auch noch mal einen anderen Stellenwert als vielleicht bei seinen Mitbrüdern, die direkt ins Kloster eingetreten sind.</p>
<p><figure id="attachment_2959" aria-describedby="caption-attachment-2959" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/dormitioostern/" rel="attachment wp-att-2959"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2959" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-768x1024.jpg" alt="Das Osterkreuz in der Abteikirche" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2959" class="wp-caption-text">Das Osterkreuz in der Abteikirche</figcaption></figure></p>
<p>Für ihn, der immer schon die Bibel und das Heilige Land geliebt hat, war neben diesem besonderen Gefühl vor allem die Menschen hier, denen er vor dem Hintergrund des stärkeren spirituellen Rahmen sich anders und intensiver nähern kann, wichtigste Motivation hier in ein Kloster einzutreten. Wobei er nach nunmehr 16 Jahren spürt dass sich die Hauptmotive des Wechsels &#8211; „Heiliges Land“ und „Naher Osten“- hin zu einem wirklichen Interesse an dem Leben der Menschen hier, verändert haben. So ist in seinem Alltag, neben den vielfältigen Aufgaben, die sich durch die Besuche vieler Pilger ergeben, vor allem die Kontakte zu den Mitbrüdern der anderen Konfessionen (syrischen, koptischen und armenischen Christen) einen besonderen Schwerpunkt. Wo bei ihm weniger der wissenschaftliche Austausch von Bedeutung ist sondern eher der Austausch zu deren monastischem Leben, deren Werte und Schwerpunkte.</p>
<p>Im so schwierigen Konflikt zwischen Israel und Palästina sehen sich die Mönche als</p>
<p><figure id="attachment_2960" aria-describedby="caption-attachment-2960" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/tor/" rel="attachment wp-att-2960"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2960" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-300x200.jpg" alt="Durch dieses Tor kann jeder eintreten" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2960" class="wp-caption-text">Durch dieses Tor kann jeder eintreten</figcaption></figure></p>
<p>Brücke oder Bindeglied zwischen den beiden Inseln auf denen sich die jeweilige Gruppe oftmals „abkapseln“ würden. Hier bei den Mönchen auf dem Zionsberg kann sich jeder treffen, egal welcher Religion oder Weltanschauung. In Tabgha werden schon seit Jahren Menschen mit Behinderung aus Israel und Palästina, Juden und Moslems zu einer Ferienfreizeit geladen. Für alle Beteiligten sind dies, so Elias, wundervolle Erfahrungen. Das ihr verbindendes Engagement bei ganz wenigen extremen Juden auch mit Argwohn bedacht wird, zeigen die Brandanschläge in Tabgha (Sommer 2015) und in der Dormitio (im Mai 2014, zur selben Zeit als der Papst Franziskus nur wenige 100 m entfernt einen Gottesdienst im Abendmahlsaal hielt). Trotzdem auch „sie wollen keine Feinde sein“ lassen sich nicht anstecken durch diese Aggression von Gewalt und Hass. Wir als Christen sind bereit zur Barmherzigkeit, zum Verzeihen und zum Neubeginn. Gerade diese Attacken haben eine riesige „Solidaritätswelle“ erzeugt, viele Menschen haben sich gemeldet. Es hat sich bei diesen Reaktionen gezeigt, dass es mehr Menschen mit freundlichen Absichten auf beiden Seiten, als man vielleicht glauben mag. Dies macht ihm Hoffnung und motiviert ihn als Brückenbauer weiter zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
