<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Tradition &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
	<atom:link href="https://marius-blog.de/schlagwort/tradition/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://marius-blog.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Apr 2017 10:49:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2017 19:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=3328</guid>

					<description><![CDATA[Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich regelmäßig auch in meinem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" title="Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich <a href="http://marius-blog.de/blog/im-magdolin/" target="_blank">regelmäßig</a> auch in meinem Blog <a href="http://marius-blog.de/blog/backstuben-hoehlen-gespraech-bei-fatima/" target="_blank">geschrieben</a> habe. Unser heutiges Treffen schloss sich, was den besonderen Erlebniswert angeht „nahtlos“ an die bisherigen Zusammenkünfte an. Es ist wirklich unglaublich welch intensive, ganz in die Tiefe gehende Gespräche ich mit dieser für mich so großartigen Frau führen kann (darf). Genauso interessant fand ich aber auch, dass auf Grund der so privaten Gesprächsinhalte, die Politik, das Thema Besatzung, heute, wenn man einmal vom Übergang am Checkpoint absieht, überhaupt keine Rolle spielte.</p>
<figure id="attachment_3330" aria-describedby="caption-attachment-3330" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3330" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3330" class="wp-caption-text">Mauer zwischen Jerusalem und Bethlehem am Checkpoint 300</figcaption></figure>
<p>Um Fatima zu treffen musste ich heute also auch das erste Mal durch den Bethlehemer Checkpoint 300. Während ich ja, durch die zahlreichen <a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">„Übertritte“ </a>der letzten Jahre die Situation dort gut kenne, war es für Frank, den evangelische Pastor, der mich schon vor einigen Tagen begleitet hatte, ein erstes Erlebnis, zu Fuß durch die Grenzanlage zwischen Israel und Palästina zu gehen. Obwohl man ja beim Verlassen von israelischem Gebiet naturgemäß nicht kontrolliert wird, machen die gesamte Anlage, die vielen eisernen Drehkreuze, die zahlreichen Wachtürme, wo man nicht weiß ob dort jemand sitzt und einen beobachtet, die schmalen Gittergänge, wo sich morgens in Richtung Israel tausende Palästinenser durchzwängen müssen, nachdem sie eine Stunde und länger gewartet haben, schon einen gewissen Eindruck. Frank der wohl öfters die Grenze zur ehemaligen DDR passiert hatte kamen direkt Erinnerungen auf.<br />
Fatima holte uns mit ihrem alten Renault hinter dem Checkpoint ab und wir fuhren in ihr 10 km entferntes Heimatdorf Za`tara. Schon auf der Fahrt erzählte uns Fatima ihrer grundlegenden Lebensproblematik, dass sie einerseits in vielem was sie tut, die engen Grenzen die ihr von der Tradition und der Kultur gesetzt werden, überschreitet, sie damit aber auch von vielen offen oder eben auch nur gefühlt, kritisiert wird. Wenn ihr von meinen anderen Begegnungen mit Fatima in diesem Blog lest, werdet ihr immer wieder von diesem „Zwiespalt“ in dem sich Fatima „gefangen“ fühlt lesen. Für Fatima ist es auch deshalb besonders schwer, weil sie oft auch fühlt, dass sie es durch ihr „unangepasstes“ Verhalten vor allem auch ihren Kinder und ihrem Mann sehr schwer macht. Weil diese wiederum es auch in der Begegnung mit der großen Familie spüren.</p>
<p>Fatima erzählt auch von ihrem ausgesprochen gleichmütigen Ehemann, den nichts aus der Ruhe bringt. Wenn er einen Olivenbaum bei der Terasse gießt, übersieht er die Blumen daneben, „die zu nichts nützlich sind“. Fatima ist ganz anders, sie macht sich über alles Gedanken. Auch wegen der verstorbenen Mutter, &#8211; hat sie sich zu wenig um sie gekümmert? Die Mutter verlangte stets die volle Aufmerksamtkeit ihrer Töchter, es blieb wenig Raum für eigene Gedanken oder Aktivitäten. Fatima lehnte sich dagegen auf – und hat nun ein schlechtes Gewissen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-large wp-image-3332" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>von links: Vater Hassan, Sohn Abdullah und Mutter FatimaUnd man trifft sich oft in einer Familie die Hunderte von Personen umfasst zu Hochzeiten (und Verlobungen) Trauerfeiern etc. Fatima die im Oktober/November wegen einer OP in Neuss war, sagt das noch heute nicht alle aus ihrer großen Verwandtschaft sie nach ihrer Rückkehr (und erfolgreichen OP) besucht hätten&#8230;.</p>
<figure id="attachment_3333" aria-describedby="caption-attachment-3333" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3333" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-768x1024.jpg 768w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3333" class="wp-caption-text">unser 2. Frühstück</figcaption></figure>
<p>Am Beispiel ihres jüngsten Sohnes Abdullah, der seit 8 Jahren in Dubai arbeitet und für den Fatima mit der Unterstützung ihrer Töchter seit Jahren versucht eine geeignete Frau zu finden, möchte ich im Folgenden versuchen deutlich zu machen, das es stimmt wenn Fatima sagt: „Kultur (ich würde sagen auch Tradition) macht in unsrem Leben vieles komplizierter.“ Abdullah, ein 33 jähriger junger Mann lebt in dubai alleine in einer Wohnung. Schon das ist hier ungewähnlich, weil die jungen Mnner so lange zu hause wohnen bis sie geheiratet haben. Er also wohnt, da er im Ausland arbeitet nicht mehr zu Hause. Er fühlt sich dort wohl. Wenn es nach ihm ginge, würde er jetzt gar nicht heiraten wollen. Hier aber kommt die Kultur(Tradition) zum Zuge. Es gibt keinen Grund für einen jungen Mann, das gesund ist, Arbeit hat nicht zu heiraten. Keiner aus der Familie würde das verstehen. Noch viel weniger würde man es verstehen (akzeptieren) wenn er sich zum Beispiel in eine schöne Frau in Dubai verlieben würde und mit ihr nach Palästina käme und sie seinen Eltern und seiner Familie als zukünftige Frau vorstellen würde. Es ist unvollstellbar, das würde hier keiner verstehen. Das spürt Abdullah, er akzeptiert deshalb dass es so sein muss. Er „ergibt“ sich also diesen kulturellen Zwängen. Gut, er könnte sich auch aktiver hier selbst eine Frau suchen, aber da er im Ausland arbeitet hat er die Mutter gebeten schon einmal „zu sondieren“. Erschwerend für die Suche kommt hinzu, dass die Braut außerhalb des eigenen Familien-Clans gesucht werden soll. Fatima hat auf Grund eigener schlechter Erfahrungen (ihr Mann ist ihr Cousin), ihr 5. Kind, Magdolin ist schwer behindert, ihren Kindern aufgetragen ihren Ehepartner außerhalb der Familie zu suchen.</p>
<figure id="attachment_3348" aria-describedby="caption-attachment-3348" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3348" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3348" class="wp-caption-text">vier von 17 Enkelkindern</figcaption></figure>
<p>Nun war Abdullah für zwei Wochen zum Urlaub im Lande und die Mutter hatte drei mögliche (Ehe-) Frauen für ihn gesucht. Da er sich, nach ersten Kontakten mit den vorgeschlagenen Frauen noch nicht entscheiden konnte, hat er den Urlaub um eine Woche verlängert. Nun endlich ist eine Frau in die engere Wahl gekommen. Heute nun soll ein abschließendes Gespräch zwischen den beiden Familien stattfinden. Jede Familie stellt eine gleich große Delegation. Fatima (die sicherlich wortgewaltigste in ihrer Familie), ist Teil der Delegation, darf sich aber nicht äußern. Das  Gespräch führen ausschließlich die Männer. So will es die Tradition:<br />
Sollte es, wie erhofft zu keinen weiteren Schwierigkeiten kommen, wird bei diesem Treffen auch der „Goldpreis“ für die Frau vereinbart. Dann könnte, so Abdullah, &#8222;Inch Allah&#8220; in einigen Monaten Hochzeit gefeiert werden. Ich werde berichten&#8230;..</p>
<figure id="attachment_3334" aria-describedby="caption-attachment-3334" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3334" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3334" class="wp-caption-text">viele Kinder bedeutet große Wäsche oder umgekehrt&#8230;</figcaption></figure>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Die Menschen in Nazareth mochten den Prediger Jesus nicht.</em><br />
<em> Sie wollten Worte hören, die ihren Fanatismus gegenüber Fremden befriedigten. Jesus war nicht willens, dieses Spiel mitzuspielen und ihnen dieses Vergnügen zu machen. Der Gott, über den Jesus sprach, war ein Befreier-Gott. Wenn Gott parteiisch jst, so zeigt er diese Einseitigkeit gegenüber den Armen und Unterdrückten. Jesus zerschmetterte ihr ausschließendes Gottesbild und kritisierte ihr Bibelverständnis.</em></p>
<p>Von <strong>Naim Stifan Ateek</strong> (Der Autor ist palästinensischer Pfarrer und Mitbegründer von Sabeel, dem Ökumenischen Zentrum für Palästinensische Befeiungstheologie. Er schreibt u.a., dass zwei Argumente benutzt werden, um die Gründung des israelischen Staates zu rechtfertigen: die Shoa und seit dem Krieg von 1967 die Bibel. Bestimmte Textstellen werden zur Rechtfertigung der Vertreibung des palästinensischen Volkes missbraucht, so dass die Bibel zu einem politischen Instrument geworden ist.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verlobung auf Arabisch</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/verlobung-auf-arabisch/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/verlobung-auf-arabisch/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 06:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://marius-blog.de/?p=2129</guid>

					<description><![CDATA[Nach nun vier mehr oder weniger arbeitsintensiven Tagen war heute wieder ein weiterer Einblick in die arabische Kultur angesagt. Fatima hatte mich eingeladen mit ihr zu Hiam zu fahren. Dort war ich bereits vor einem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/verlobung-auf-arabisch/" title="Verlobung auf Arabisch">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach nun vier mehr oder weniger arbeitsintensiven Tagen war heute wieder ein weiterer Einblick in die arabische Kultur angesagt. Fatima hatte mich eingeladen mit ihr zu Hiam zu fahren. Dort war ich bereits <a title="Zu Besuch bei Hiam und Nura" href="http://marius-blog.de/blog/zu-besuch-bei-hiam-und-nura/">vor einem Jahr </a>zu Besuch. Damals war gerade ein spezielles Badezimmer für Hiam eingerichtet worden. Jetzt ist mit Hilfe des Vereins die Deutsche Behinderten Nothilfe, eine Solaranlage auf das Dach angebracht worden, so das Hiam jetzt auch warm Duschen und Baden kann.</p>
<figure id="attachment_2131" aria-describedby="caption-attachment-2131" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010084.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2131" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010084-300x225.jpg" alt="eine neue Solaranlage dank der Deutschen Behinderten Nothilfe" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010084-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010084-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010084.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2131" class="wp-caption-text">eine neue Solaranlage dank dem Verein der &#8222;Deutschen Behinderten Nothilfe&#8220;</figcaption></figure>
<p>Als Fatima den Termin mit Hiam vereinbart hatte wurde sie gleich zur Verlobung ihrer jüngsten Schwester eingeladen. Auch ich sei als Gast herzlich willkommen.</p>
<p>Ich hatte überhaupt keine Vorstellung was mich erwartete. Als wir ankamen wurden wir von Hiam und einer großen Schar Kinder begrüßt und in einen großen raum gebeten wo viele Plastikstühle im Kreis standen. Hier wurden augenscheinlich noch mehr Gäste erwartet. Wir bekamen recht schnell einen Teller mit Reis und Hühnchen und den obligatorischen arabischen Kaffee. Anschließend deutete mir Fatima an das ich nun diesen raum verlassen müsse, weil sich hier alle Frauen mit der Verlobten treffen wurde. Ich solle mit Nasim, der ein wenig Englisch kann in ein Nachbarhaus gehen, wo sich die Männer zur Verlobungsfeier treffen würden. Da ich schon öfters davon gehört hatte das Feste wie auch die Hochzeit „getrennt“ gefeiert werden wunderte ich mich nicht sehr.</p>
<p>Mit Nasim bin ich dann &#8222;zwei Häuser weiter“ in einen Raum gegangen, der eher einer großen Garage als einem Wohnraum glich. Auch hier waren Plastikstuhle in einem großen Kreis gestellt, noch wesentlich mehr als „bei den Frauen“. Hier saßen nur wenig Männer und ein paar Jungs und schienen zu warten. Mein Erscheinen sorgte eher für Verlegenheit, als Gesprächigkeit. Ich stellte mich vor und erfuhr auch die Namen der Anwesenden. Auch hier gab es dann einen Kaffee und dann viel&#8230;.Schweigen.</p>
<p>Irgendwie schien &#8222;Mann&#8220; zu warten auf, ja was, das wusste ich nicht. Auch meine Fragen diesbezüglich an meinen „Dolmetscher“ konnten keine Klärung bringen, sie schienen ihm nicht verständlich. Immer wieder stand &#8222;Mann&#8220; auf, guckte durch das Tor nach draußen, augenscheinlich wurden weitere Gäste erwartet. Dann nach einer gefühlten halben Stunde sah ich eine ganze &#8222;Kolonne&#8220; PKW`s auf das Grundstück fahren. Innerhalb weniger Minuten füllte sich der Raum mit geschätzt 40 Personen überwiegen Männer (einige sehr alte darunter) aber auch einige Kids. Viele der Neuankommenden drückten mir, dem Fremden aus Alemania die Hand und stellten sich mit Namen vor. Der Senior in der Runde, mit weißem Turban und Bart, meinte mit Blick auf mich, dass er wohl eher ein Fan von Barca sei, und lachte dabei ganz herzlich. Nasim gab zu verstehen, dass ich eher auf Bayern Munich setze, wie ich ihm schon vorab erklärt habe.(Nebenbei: alle die wissen das ich eher kein Bayern Fan bin sonder auf Fortuna Düsseldorf halte sollen sich beruhigen, hier kennt man wenn überhaupt nur die Bayern als deutsche Fußballmannschaft oder eben unsere Nationalelf als World-Champion).<br />
Nachdem das geklärt war erhob sich der besagte Senior und wohl auch &#8222;Sprecher&#8220; der Gruppe und hielt eine Ansprache an die versammelten Männer (und einige Kinder). Wie ich nachher von Fatima erfuhr war dieses ein offizieller Akt. Er, als Vertreter der Männer die den zukünftigen Bräutigam zur Verlobung begleiteten, erklärte den hier anwesenden Männern, die eine Frau ihrer Familie „abgeben“, das seine Familie mit der geplanten Heirat „einverstanden“sei. Zum Schluss der kurzen Ansprache beteten alle Männer eine Sure des Korans, womit der offizielle teil der Verlobungsformalitäten abgeschlossen war. Anschließend &#8222;zum gemütlichen Teil&#8220;, kamen einige junge Männer, verteilten Kaffee, Softgetränke und Knefah, alles wurde recht schnell vertilgt. Ja und dann standen die Gäste die vor etwa 15 Minuten gekommen waren wieder auf, und waren genau so schnell verschwunden&#8230;.</p>
<figure id="attachment_2132" aria-describedby="caption-attachment-2132" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010086.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2132" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010086-300x225.jpg" alt="(jung)-Männer-Runde" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010086-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010086-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2132" class="wp-caption-text">(jung)-Männer-Runde, der mit der blauen Jacke ist mein &#8222;Dolmetscher&#8220; Nasim</figcaption></figure>
<p>Eine viertel Stunde später meldete sich Fatima per Handy „von nebenan“ und bat mich zu kommen, da sie fahren wolle um vor der Dunkelheit zu Hause zu sein. Auf der Rückfahrt hatte ich die Gelegenheit mir von Fatima noch einiges zu den &#8222;Sitten und Gebräuchen&#8220; der arabischen  Verlobungsfeiern erklären zu lassen. Mit dieser Zeremonie ist ein Vorvertrag für die Hochzeit geschlossen. Die beiden Heiratswilligen dürfen sich nun sehen, zwar nicht alleine und die Frau auch nicht ohne Schleier. Dieser Verlobungzeremonie ist mehr eine Begegnung der Männer des Bräutigams (hierzu zählen nicht nur die aus der Familie, sondern auch gute Freunde, Arbeitskollegen etc.) mit den Männern der Familie der Frau. Bei den Frauen trafen sich eher nur die Frauen der engeren Familie des Bräutigams mit den Frauen der Brautfamilie. Bei der Hochzeit ist das dann anders. Am Abend vor der Hoheit treffen sich viele Frauen zum &#8222;Henna malen&#8220;<br />
Fatima erzählte, dass bei den Frauen auch getanzt wurde und die Feier in dem Augenblick zu Ende war, als der Bräutigam seiner zukünftigen Frau nach einem kurzen Tanz das Goldgeschenk übergeben hatte (Kette, Armreif und Ring die wohl vorher gemeinsam ausgesucht wurden).</p>
<p>Ein kleiner aber für mich sehr wichtiger Nachtrag:</p>
<p>Ich habe dann Fatima noch gefragt wie alt die beiden denn seien die da heiraten wollten: die Frau ist wohl 32 Jahre, der Mann schon über 40&#8230;und dies sei nun seine zweite Frau. Mit der Ersten habe er bereits zehn (!) Kinder.</p>
<p>Ich enthalte mich hier jeden Kommentares und schreibe auch nicht wie ich im Auto von Fatima spontan reagiert habe&#8230;..</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://marius-blog.de/blog/verlobung-auf-arabisch/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
