Wie schon angekündigt habe ich mich nochmal mit Fatima getroffen (siehe auch Blogbericht vom 25. Mai) um sie an einem Tag bei ihrer Betreuungsfahrt zu begleiten.  Bevor ich aber morgen über diese Fahrt berichte, möchte ich heute noch etwas zu Fatima und dem Leben mit ihrer behinderten Tochter Magdolin schreiben.
Vielleicht zunächst noch etwas zum Namen, ihr Vater hat Sie Fatima genannt, seit der Geburt ihrer jüngsten Tochter Magdolin nennt sie sich Im-Magdolin (Mutter von Magdolin). Bei den arabischen Familien ist es üblich, dass mit der Geburt des ersten Sohnes sich der Vater Abu (Vater von….) und die Mutter eben Im (Mutter von…) nennt. Warum das bei Fatima anders geregelt wurde weiß ich nicht werde ich aber noch in Erfahrung bringen.

Aus dem Garten Beit Emmaus, die erste Sonnenblume

Möglicherweise hat die Namenswahl  etwas damit zu tun, das Magdolin mit einer schweren Behinderung 1981 geboren wurde. Sie kam mit einem „offenen Rücken“ zur Welt:
aus  Wikipedia: Bei der Spina bifida – von lat. spina (Stachel, Dorn: bezieht sich auf den Processus spinosus – den Dornfortsatz des Wirbelkörpers) und bifidus (in zwei Teile gespalten), somit auf Deutsch ,Wirbelspalt‘ oder ,Spaltwirbel‘, auch ,offener Rücken‘ – handelt es sich um eine Neuralrohrfehlbildung, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann und sich entsprechend unterschiedlich schwer auswirkt.

Fatima am Obststand

Die Ärzte gaben der Neugeborenen nur wenig Überlebenschancen („2 Monate“). Vor allem befürchtete man bei der offenen Wunde Infektionen. Viele aus der Familie rieten ihr dazu das Kind sterben zu lassen. Fatima sagte dass es früher oft vorkam, dass bei ersichtlichen größeren Behinderungen des Neugeborenen die Nabelschnur nicht verknotet wurde und so es zu einem schnellen Tod kam. Aber es kam anders. Nach einigen Operationen sowohl in Israel wie auch in  Jordanien konnte ein verkrüppeltes Beinchen soweit gestreckt werden das Magdolin sitzen konnte, auch konnte das Gefühl für die Entleerung des Darmes herbeigeführt werden.. Eine wirklich große Hilfe war dann in den Folgejahren der Kontakt zu einer neuen Betreuungseinrichtung in Bethlehem für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen „ Life Gate“ www.lifegate-reha.de  Magdolin hat die Regelschule besucht und eine Ausbildung als Übersetzerin (Arabisch/Englisch) absolviert. Eine geregelte Arbeit hat sie nicht, auch wenn es in Palästina (ähnlich wie bei uns) eine Bestimmung gibt die den Firmen und Behörden vorschreibt das 5 % der Beschäftigten Menschen  mit Behinderung vorgehalten werden muss. „Das steht auf dem Papier“ sagt Fatima, hier ist es wie fast überall auf der Welt, hat man Arbeit sorgt man dafür dass Familienangehörige/Freunde ebenfalls dort unterkommen.
Hier hätten meines Erachtens die vielen sozialen/caritativen Organisationen, die kirchlichen Verbände und Organisationen die in Palästina und Ostjerusalem aktiv sind, eine Vorbildfunktion, sie könnten Menschen mit Behinderung beschäftigen. Dies geschieht aber, wie ich in Erfahrung gebracht habe, noch zu selten.