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	<title>Gruppenfahrt Herbst 2017 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Hier kommen die Teilnehmer zu Wort</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 06:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit diesem Blogeintrag möchte ich die aktuelle Berichterstattung beenden. In Ergänzung zu meinem Reisebericht der letzten 10 Tage, möchte ich im Folgenden Frauen und Männer aus meiner Reisegruppe zu Wort kommen lassen. Durch diese persönlichen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/hier-kommen-die-teilnehmer-zu-wort/" title="Hier kommen die Teilnehmer zu Wort">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Blogeintrag möchte ich die aktuelle Berichterstattung beenden. In Ergänzung zu meinem Reisebericht der letzten 10 Tage, möchte ich im Folgenden Frauen und Männer aus meiner Reisegruppe zu Wort kommen lassen. Durch diese persönlichen Anmerkungen wird &#8211; wie ich finde &#8211; mehr als deutlich wie vielschichtig unsere Reise war und welche unterschiedlichen Eindrücke sie hinterlassen hat. Für mich sind diese Äußerungen eine Bestätigung (und ein wenig auch &#8222;Lohn&#8220; für manche Anstrengungen) eine solche Reise mit diesem speziellen Programm anzubieten.</p>
<ul>
<li>Die Reise war sehr interessant. Wertvoll waren die Begegnungen mit den Frauen in Palästina, mutige Frauen! Aber auch die Reiseleiterin auf der israel. Seite zeigte in ihren Äußerungen, wie gespalten das Land ist.
<p><figure id="attachment_3672" aria-describedby="caption-attachment-3672" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3672" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3672" class="wp-caption-text">Siedlungsbau auf palästinensischem Grund und Boden</figcaption></figure></li>
<li>Die Reise hat uns neben vielfältigen Eindrücken zahlreiche neue Informationen und Einsichten geliefert. Wir haben die Illusion, dass wir dieses geschichtsträchtige Land und seine Bewohnern etwas besser verstehen und Nachrichten besser ein- und zuordnen können. Die Höhenunterschiede im Land &#8211; sozial wie geografisch- sind beträchtlich. Die häufige Kargheit der Natur, aufgelockert von Olivenbäumen, Dattelpalmen und den prächtig blühenden Begonvillas ist beeindruckend. Die Wasser- und Umweltsituation dagegen bedrückend und die Schutzmauer erschreckend. Der touristische Rummel um die biblischen Stätten ernüchternd, der Blick auf den See Genezareth bezaubernd. Die kleine Wüstenwanderung und das Kloster Mar Saba eindrucksvoll, die Souks voller lärmender Aktivität, das Essen köstlich. Die feudalistisch-patriarchalische-religiöse Gesellschaftsorganisation auf beiden Seiten in ihrer Rückschrittlichkeit gegenüber den Errungenschaften der Aufklärung ist beängstigend. Yad Vashem  war ein emotionaler Hammer, die tägliche Repression in den A-B-C-besetzten Gebieten der bleierne Nebel, der über dem palästinensischen Alltag liegt. Die Handvoll Gespräche mit palästinensischen Aktivisten informativ, mit den beiden Mönchen kontemplativ, mit unseren jüdischen Reiseführerinnen staatstreu. Das Programm der Reise war dicht, aber nicht anstrengend. Außer den Soldaten an Checkpoints haben wir Muslime, Juden und Christen in dem Land als sehr freundlich erlebt, wiewohl die ultrafrommen Juden und die Sameritaner auf uns irritierend wirkten. Dass die Bibel als &#8222;Grundbuch&#8220; verstanden wird, obwohl sie dazu nicht taugt, haben wir gelernt und auch dass die Mächtigen dieser Welt das Land Palästina im Stich gelassen haben und lassen. Wir hoffen auf den politischen Willen zu einer gerechten, menschenfreundlichen Lösung für alle Bewohner des Landes.
<p><figure id="attachment_3669" aria-describedby="caption-attachment-3669" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3669" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss5-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss5-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss5-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss5-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3669" class="wp-caption-text">Eingang in die Zone A<br />für jüdische israelische Staatsbürger ist das Betreten verboten</figcaption></figure></li>
<li>Ich habe vorher viel gelesen, war aber dann trotzdem schockiert über die Realität der Mauer, der Check-Points und die Anwesenheit der Soldaten an Stellen, wo sie eigentlich gar nicht sein dürften. Die Gespräche mit palästinensischen und israelischen Aktivisten haben mich sehr beeindruckt. Und dass sie bis auf Daoud Frauen waren, verwundert mich schon ein wenig in einem Land, in dem die Frauen oft eine untergeordnete Rolle spielen. Das die Israelis die Bibel als Katasteramt missbrauchen hat mich wütend gemacht. Die Mehrzahl der religiösen Stätten waren viel zu überfüllt, um irgendetwas innerlich mitzunehmen. Das Land ist wunderschön in all seinen Gegensätzen. Auch das Wetter hat gepasst.<br />
Rundum: Meine Erwartungen wurden übererfüllt!</li>
<li>Die Reise war perfekt. Mein Erschrecken über die Situation der Palästinenser und die archaischen Strukturen sowohl bei den Großfamilien und Clans herrschen noch vor. Die Dankbarkeit, an dieser Reise teilnehmen zu können, die Gruppendynamik, die vollkommen war, die vielen Hände, die immer da waren, wenn ich Hilfe brauchte helfen mir, die Tragik der Region zu ertragen.</li>
<li>Ich bin noch ganz überwältigt von den vielen so unterschiedlichen bewegenden und auch teilweise ärgerlichen Eindrücken während unseres Palästina-Israel-Aufenthaltes, dass ich erst einmal Zeit brauche, das Erlebte zu sortieren und zu verarbeiten. Ich kann nur sagen, dass mein Blick auf Israel-Palästina differenzierter geworden ist, sozusagen etliche Nuancen dazugewonnen hat.
<p><figure id="attachment_3670" aria-describedby="caption-attachment-3670" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3670" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss3-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss3-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss3-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss3-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3670" class="wp-caption-text">mitten in der Wüste:<br />Kloster Ma Saba</figcaption></figure></li>
<li>1977 und 1981 waren wir zum ersten mal in Israel/Palästina. Das so schöne Land ist nach vierzig Jahren kaum wiederzuerkennen: Zersiedelt, dicht bevölkert, von Grenzen und Checkpoints, von Mauern aus Beton und Mauern aus Vorurteilen, Hass und Ignoranz zerstückelt, von Blechlawinen gequält, von Strömen von Touristen und Pilgern heimgesucht, von ökologischen Katastrophen (u.a. Verdunstung des Toten Meeres!) gezeichnet. Unsere Gesprächspartnerinnen und &#8211; Partner wirkten da wie Lichter in der Dunkelheit: Wir denken dabei vor allem an Roni Hammermann, an Fatima, an Faten Mukarker, an die Ordensschwester im Kinderheim La Crèche, an Daoud Nasser und seinen Mitarbeiter auf dem Weinberg!</li>
<li>Die Kontakte mit den Menschen im besetzten Westjordanland hatten eines gemeinsam: Die Menschen, bei denen wir waren, resignieren angesichts der Realität der Besatzung  nicht, sondern versuchen, sich Handlungsmöglichkeiten zu schaffen und ihr Leben zu gestalten. Am deutlichsten wird das natürlich bei Daoud Nassar und seiner Familie, aber auch bei Faten Mukarka. Und wenn man dann noch berücksichtigt, welche traditionellen kulturellen Einschränkungen sie überwinden müssen, kann man ermessen, welche Kraft sie aufbringen müssen, um ihr tägliches Leben für sich und für diejenigen, um die sie sich kümmern, zu bewältigen &#8211; am deutlichsten wurde mir das bei &#8222;La Créche&#8220; und bei Nabila Espanioly und natürlich bei Fatima.
<figure id="attachment_3671" aria-describedby="caption-attachment-3671" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3671" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss2-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/schluss2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3671" class="wp-caption-text">Aufnahmestelle für &#8222;nicht gewollte&#8220; und &#8222;nicht gedurfte&#8220; Säuglinge: Le Cre&#8217;che</figcaption></figure>
<p>Warum es sich ausnahmslos um Frauen handelt, kann ich nur vermuten: Die Männer sind unter großem Druck, sich „wohl zu verhalten“ und nicht aufzufallen, weil sie befürchten, z.B.  ihr Visum (für Israel) oder ihre Arbeitserlaubnis zu verlieren oder in Administrationshaft genommen zu werden und dann ihre Familie nicht mehr ernähren und beschützen zu können  &#8211; was in der arabischen Gesellschaft für einen Mann eine Katastrophe ist. Daher tun die meisten Männer alles, um nicht aufzufallen. Etwas anderes ist es allerdings bei den jungen Männern, die noch keine Familienväter sind.</li>
<li>So ein widersprüchliches Land voller Zerstörungs- und Hoffnungsgeschichte. Dass das Wohltuende und das Schreckliche so intelligent von Dir ineinander verwoben worden ist, zeigt Deine profunde Kenntnis der allgemeinen Lage und der Menschen in Israel/Palästina und ihrer kulturellen und natürlichen Schätze.<br />
Diese Reise war eine echte Herausforderung. Immer wieder haben wir bei allen Begegnungen intensiv nachgefragt, um das Leben und Engagement der Menschen besser zu verstehen. Und je mehr wir nachgefragt haben, desto schmerzhafter und entsetzlicher erschien mir das manchmal die Situation &#8211; der Palästinenser, wie z.T. auch der Israelis &#8211; und um so bewundernswert der leidenschaftliche Einsatz für Gerechtigkeit und Verbesserung der Lebensverhältnisse.<br />
Ich habe mich nicht überfordert gefühlt, weil es immer wieder etwas Schönes zu sehen gab: das quirlige Leben der Araber im Suk, antike Architektur, grüne Landschaften, die Kargheit der Wüste.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-3667" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Bernhard-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Bernhard-199x300.jpg 199w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Bernhard.jpg 424w" sizes="auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px" />Ich habe mich nie unsicher gefühlt, obwohl mir eine Eisenstange im Wartehäuschen der Busstation in Nablus eine weitere Falte in meine Stirn geprägt hat. Aber ohne Verletzung und Schaden kommt man vielleicht nur aus dem Land, wenn man sich einer traditionellen Pilgerfahrt anschließt. Hinsehen tut nun mal weh.<br />
Am Ende hatte auch das Mosaik eine Macke (rechts oben halten zwei Steine nun mit Tesafilm). Nun, die Sachen in meinem Koffer waren halt etwas durcheinander nach der gründlichen Inspektion.Soweit die Einschätzungen und Gefühle meiner Gruppenmitglieder.</li>
</ul>
<p>Wie schon angekündigt werde ich &#8211; Inch Allah &#8211; im Frühjahr (März/April) mich wieder auf machen frei nach dem Grundsatz:</p>
<p><strong> Komm und sieh und berichte darüber</strong></p>
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		<title>wieder zu Hause</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Nov 2017 18:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[airport]]></category>
		<category><![CDATA[Passkontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[Am letzten Abend haben wir nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch (an dem neben Faten auch Daoud mit seiner Frau Jihan teilnahmen) noch in unserem Gasthaus der &#8222;Abrahamsherberge&#8220; zusammengesetzt und dabei die gemeinsamen Tage in Israel&#38;Palästina Revue <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wieder-zu-hause/" title="wieder zu Hause">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am letzten Abend haben wir nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch (an dem neben Faten auch Daoud mit seiner Frau Jihan teilnahmen) noch in unserem Gasthaus der &#8222;Abrahamsherberge&#8220; zusammengesetzt und dabei die gemeinsamen Tage in Israel&amp;Palästina Revue passieren lassen.</p>
<p>Heute morgen ging es dann für den Teil der Gruppe die nach Düsseldorf flog um kurz vor acht los. Natürlich habe ich die Gruppe auf das eingestimmt was uns am Flughafen erwartet. Hatte ich doch noch meine letzte Ausreise im April in schlechter Erinnerung (<a href="http://marius-blog.de/blog/ich-bin-doch-kein-terrorist-aber-ich-habe-mich-heute-so-gefuehlt/" target="_blank" rel="noopener">ich bin doch kein Terrorist),</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3657" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Abrahamsherberge-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Abrahamsherberge-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Abrahamsherberge-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Abrahamsherberge-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>ein sehr schönes Gasthaus: &#8222;Die Abrahamsherberge&#8220; in Beit JalaAber es kam mal wieder alles ganz anders. Ich wurde nicht als Gruppenguide befragt, jeder/jede aus der Gruppe wurden einzeln befragt, aber eben nur ob man den Koffer selbst gepackt habe und ihn immer im Auge behalten habe. Das war es&#8230;.(fast) unglaublich aber war.</p>
<p>Ein kleines Nachspiel gab e allerdings. Einer aus der Gruppe wurde im Warteraum des Flughafens ausgerufen und zum Infoschalter gebeten. Dort erhielt er einen Anruf von der Kofferkontrolle, er möge die Kennnummer seines Zahlenschloss nennen. Kurze Zeit später wurde er noch einmal ausgerufen und gebeten sich für ein Gespräch zur Verfügung zu halten.</p>
<figure id="attachment_3182" aria-describedby="caption-attachment-3182" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3182" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3182" class="wp-caption-text">Hanzala, </figcaption></figure>
<p>Er hatte im Koffer neben einer Flasche Wein (vom Weinberg der Familie Nassar) auch ein &#8222;Palästinensertuch&#8220; und ein <a href="http://marius-blog.de/blog/wasser-ist-ein-zentrales-thema-fuer-den-frieden-aber-ein-loesbares-problem/">Mosaik mit Hanzala, </a>der Symbolfigur der palästinensischen Flüchtlinge. Ich hatte mir im letzten Jahr auch ein solches Mosaik gekauft. Genau darum ging das Gespräch, wo er das Mosaik gekauft habe, mit welcher Gruppe er gefahren sei, wo er von dieser reise erfahren habe. Ein insgesamt wohl sachliches Gespräch, auch Dank meinem Gruppenmitglied, der dieses Gespräch ziemlich gelassen &#8222;über sich ergehen ließ&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In den nächsten Tagen werde ich &#8211; auch nach erwünschten Rückmeldungen aus der Gruppe &#8211;  diese &#8222;Blog-Zeit&#8220; mit einem Fazit der Begegnungsreise (meiner vierten seit 2012) beenden . Eins ist aber schon jetzt klar: auch 2018 werde ich wieder alleine und im Herbst mit einer Gruppe ins Heilige Land reisen&#8230;..</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Tageszitat darf/soll auch heute nicht fehlen. Sicher ist, dass die Mitglieder meiner Gruppe nach dieser Reise zu den Deutschen gehören, von denen Rolf Verleger in seinem heutigen Zitat spricht &#8222;die (nun) mehr über diesen Konflikt wissen</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Etwa ein Viertel der Deutschen ist für „rechte“ Stimmungen gegen Moslems und Juden anfällig. Drei Viertel der Deutschen hegen solche Vorbehalte nicht. Diese drei Viertel teilen sich bezüglich des Nahostkonfliktes ein in ein rundes Viertel der Deutschen, die relativ wenig Kenntnis des Konflikts haben und daher aus allerlei Motiven Israel zu unterstützen scheinen und der knappen Hälfte der Deutschen, die mehr über diesen Konflikt wissen, sich aktiv informieren, für die Gerechtigkeit und daher für die Palästinenser Partei ergreifen.</em></p>
<p>Von Rolf Verleger (Psychologe, Hochschullehrer, Essayist)</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Fatima: „Ich würde in der Knesset die Geschichten erzählen die ich hier tagtäglich erlebe.“</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/fatima-ich-wuerde-in-der-knesset-die-geschichten-erzaehlen-die-ich-hier-tagtaeglich-erlebe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2017 21:52:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Mar Saba]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit gestern sind wir in der „Abrahams-Herberge“ untergebracht. Ein Gästehaus der evangelischen Kirche, dass ich mit meinen Reisegruppen bisher noch nicht besucht habe. Es liegt mitten in Beit Jala. Von hier sind wir heute Morgen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ich-wuerde-in-der-knesset-die-geschichten-erzaehlen-die-ich-hier-tagtaeglich-erlebe/" title="Fatima: „Ich würde in der Knesset die Geschichten erzählen die ich hier tagtäglich erlebe.“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit gestern sind wir in der <a href="http://www.abrahams-herberge.de" target="_blank" rel="noopener">„Abrahams-Herberge“</a> untergebracht. Ein Gästehaus der evangelischen Kirche, dass ich mit meinen Reisegruppen bisher noch nicht besucht habe. Es liegt mitten in Beit Jala.</p>
<p>Von hier sind wir heute Morgen aufgebrochen um zunächst dem Kinderheim Le Creche einen Besuch abzustatten. Diese Einrichtung habe ich im vergangenen Herbst kennen gelernt. Seit dem lässt mich diese Einrichtung, aber auch der Grund, weshalb sie existiert (existieren muss), nicht mehr los.</p>
<figure id="attachment_3651" aria-describedby="caption-attachment-3651" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3651" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/kinderheim-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3651" class="wp-caption-text">Spielecke in Le Creche</figcaption></figure>
<p>Auch die Mitglieder meiner Gruppe waren sehr betroffen von den Schicksalen der jungen Mütter, aber eben auch von den Kinder zu erfahren, die für ihr ganzen Lben stigmatisiert sein werden. In dieser arabischen Gesellschaft, die sich vor allem über die Familie repräsentiert, eben eine solche nicht zu besitzen, ist ein schlimmes Schicksal. Wir spürten aber auch die schwere Not für die betreuende Schwester, das Kind, das sie bis zum 6. Lebensjahr groß gezogen, leib gewonnen hat, in eine Familiengruppe im SOS-Kinderdorf abzugeben. Wir erfuhren, dass In ganz seltenen Fällen Kinder zur Pflege in arabische Familien gegeben werden. Bevor 1995 durch die „Oslo-Verträge“ eine palästinensische Verwaltung eingeführt wurde, konnte das heim noch „freier“ agieren. Den Kindern wurde durch die Namensnennung in der Regel eine christliche Identität gegeben. Viele Kindern wurden zur Adoption an interessierte ausländische Ehepaare vermittelt. Da der Koran eine Adoption nicht erlaubt, fällt seit dem diese Möglichkeit weg</p>
<p><a href="http://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren-und-im-karton-abgelegt/" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos findet ihr hier.</a></p>
<p>Anschließend sind wir zum Kloster Mar Saba in die judäische Wüste gefahren. Hier konnten wir neben der wunderbaren Ansicht des Klosters auch ein wenig „Wüste schnuppern“. Ich bin ja im April hier eine Etappe des Abrahampfades gegangen und habe die Gruppe auf diesem Weg ein (kleines) Stück wandern lassen. Meine Empfehlung, schweigend zu gehen, die Wüste mit allen Sinnen aufzunehmen sind die meisten gefolgt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3652" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Wüste-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Zur Mittagszeit waren wir zu Gast bei Fatima. Was soll ich hier in meinem Blog noch zu Fatima schreiben&#8230;.Sie empfing uns mit all der Herzlichkeit zu der sie so unvergleichlich Fähig ist. Sie hat uns mit ihren Töchtern ein wunderbares arabisches Mahl bereitet. Ich habe der Gruppe ein wenig von der Geschichte erzählt, die mich seit 2013 mit Fatima oder eben Im Magdolin verbindet. Fatima hat uns von ihren beduinischen Wurzeln, von der Kultur, dem Familienleben, von ihrer Arbeit mit Familien in den behinderte Menschen Leben erzählt.</p>
<p>Als ich vor nunmehr 4 Jahren das erste Mal Fatima getroffen habe, sagte mit eine Frau, die Fatima schon kannte: Fatima müsste mal vor dem israelischen Parlament, der Knesset sprechen. Als ich dies heute erzählte, wollte eine Teilnehmerin wissen, was Fatima denn dort in der Knesset vortragen würde. „Ich würde die Geschichten erzählen, die ich hier jeden Tag erlebe. So zum Beispiel davon, dass ich mit meiner schwer behinderten Tochter unterwegs bin und ich an einem „fliegenden“ Checkpoint, trotz meines Hinweises, nur mit meiner Tochter nach Hause (5 Minuten entfernt) fahren zu wollen, nicht durch gelassen werde. Ohne Worte werde ich mit „kreisendem“ Finger angewiesen zu drehen. Ich werde, wenn ich aussteigen will, mit der Waffe bedroht, und gezwungen zu wenden um über Feldwege die eine Stunde Umweg bedeuten in mein Haus zu gelangen.</p>
<figure id="attachment_3653" aria-describedby="caption-attachment-3653" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3653" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reispfanne-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3653" class="wp-caption-text">eine arabische Reispfanne</figcaption></figure>
<p>Zum Nachmittag sind wir dann noch zur Geburtskirche nach Bethlehem gefahren. Hier empfing uns der derzeitige touristische Wahnsinn mit „voller Kraft“, die Schlange vor der Geburtsgrotte war so lang, Tausende standen dort an. Wir haben angesichts dieser Massen auf einen Besuch verzichtet.</p>
<p>Zum Abend haben wir in einem Restaurant in Bethlehem unser &#8222;Abschluss-Essen&#8220; gemacht. Neben Faten war auch Daoud mit seiner Frau Jihan unser Gast.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>3000 Jahre Jerusalem sind für uns, jetzt und für immer, eine Botschaft der Toleranz zwischen den Religionen, der Liebe zwischen den Völkern, der Verständigung zwischen den Nationen</em></p>
<p>von Yizhak Rabin (der israelische Ministerpräsident Rabin wurde heute vor 22 Jahren durch einen jüdischen Extremisten ermordeten)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Pater Elias: &#8222;Wenn der Konflikt einfach zu lösen wäre, dann wäre er gelöst&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2017 21:01:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Neve Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ursprünglich wollten wir heute Reuven Moskovitz treffen. Wie ich in meinem ersten Blog dieser Herbstfahrt geschrieben habe ist er Anfang August verstorben. In seinem Buch „Der lange Weg zum Frieden“ schreibt Reuven über die Vision <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-wenn-der-konflikt-einfach-zu-loesen-waere-dann-waere-er-geloest/" title="Pater Elias: &#8222;Wenn der Konflikt einfach zu lösen wäre, dann wäre er gelöst&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich wollten wir heute Reuven Moskovitz treffen. Wie ich in <a href="http://marius-blog.de/gedenkfeier-fuer-reuven-moskovitz/" target="_blank" rel="noopener">meinem ersten Blog </a>dieser Herbstfahrt geschrieben habe ist er Anfang August verstorben.</p>
<p>In seinem Buch „Der lange Weg zum Frieden“ schreibt Reuven über die Vision eines Friedens-Pilgerweges von Städten des Krieges zu Städten der Versöhnung in Israel.</p>
<figure id="attachment_3639" aria-describedby="caption-attachment-3639" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3639" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3639" class="wp-caption-text">die letzte Ruhestätte von Reuven auf dem kleinen Friedhof des Friedensdorfes</figcaption></figure>
<p>Oftmals ist er mit Gruppen vom Kriegsmuseum bei Kloster Latrun zum Friedensdorf <a href="http://wasns.org/-oase-des-friedens-" target="_blank" rel="noopener">Neve Schalom-Wahat al Salam</a> gegangen. Das haben wir heute auch gemacht. Kurz vor dem Dorfeingang kamen wir an den Friedhof. Hier ist er auf eigenen Wunsch, zu letzten Ruhe gebettet. Ein wunderbarer Platz, mit Blick auf die Ebene bis zum Mittelmeer. Für viele seiner Freunde habe ich – nach jüdischer Tradition &#8211; Steine auf sein Grab gelegt. Möge ihm damit ein Denkmal entstehen.</p>
<figure id="attachment_3640" aria-describedby="caption-attachment-3640" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3640" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3640" class="wp-caption-text">vom Friedhof ein wundervoller Blick in die Ebene</figcaption></figure>
<p>Anschließend sind wir in den Raum der Stille gegangen. Hier hat Reuven meiner Gruppe 2012 mit seiner Mundharmonika die wunderbaren Weisen des Psalm 81 intoniert. Ich hatte diese Aufnahme mitgebracht und habe sie dort abgespielt</p>
<p>Psalm 82</p>
<p><em>Wie lange wollt Ihr noch das Recht verdrehen und für die Schuldigen Partei ergreifen?</em></p>
<p><em>„Verteidigt die Armen und die Waisenkinder, sorgt für das Recht der Wehrlosen und Unterdrückten, Befreit die Entrechteten und Schwachen, reißt sie aus den Klauen der Unterdrücker, aber Ihr seht nichts, und Ihr versteht nichts! Hilflos tappt Ihr in der Dunkelheit umher, und die Fundamente der Erde geraten ins Wanken. Ich hatte zwar gesagt: Meine Söhne, Kinder der Götter seid Ihr, Söhne des Höchsten! Doch ihr werdet wie die Menschen sterben, wie unfähige Minister aus dem Amt gejagt. Greif ein, Gott, regiere die Welt.“</em></p>
<p>In einem Rundbrief aus dem Jahre 2011 hat Reuven Moskovitz zu diesem Psalm ergänzt,</p>
<p><em>Dieser Psalm ist sehr zutreffend für die gegenwärtige Situation in der Welt und in Israel. Leider sind die Machthaber unfähig einzusehen, dass sie nicht nur leichtfertig Millionen Menschen zum Sterben verurteilen, sondern dass sie selbst auch aus dem Amt gejagt werden können. Der einzige Satz dieses Psalms, der meiner Meinung nach nicht zutreffend ist, ist der Schluss. Gott greift nicht ein und versucht nicht, die Welt zu regieren. In meinem Buch schreibe ich: „Wenn es Gott gibt, ist er nicht der Gott der jüdischen, christlichen oder moslemischen Fundamentalisten, sondern der Gott, der im Psalm 115, 15-16, beschrieben wird: „Ihr seid die Gesegneten des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Himmel ist der Himmel des Herrn, aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben“. Abgesehen von Naturkatastrophen, entscheiden wir Menschen oder diejenigen, die sich anmaßen, die Menschen zu führen, was auf dieser Erde geschieht. In meiner Vorstellung zeigt sich die Größe Gottes in seiner Bescheidenheit und Verborgenheit.</em></p>
<figure id="attachment_3641" aria-describedby="caption-attachment-3641" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3641" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3641" class="wp-caption-text">der Raum der Stille im Friedensdorf</figcaption></figure>
<p>Viele in der Gruppe hat die Gedenkstunde an Reuven bewegt, einige aus der Gruppe sind ihm schon begegnet.</p>
<p>Zur Mittagszeit hat die Gruppe den &#8211; bei meinen Fahrten &#8211; schon traditionellen Gang über den jüdischen Markt in Jerusalem gemacht. Es zeigte mit die anschließende Reaktion der Gruppe, es war auch für sie ein einmaligen Erlebnis.</p>
<p>Am späten Nachmittag haben wir den Mönchen der Benediktiner <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Abtei Dormitio</a> auf dem Zionsberg einen Besuch abgestattet. Ich hatte mit Pater Elias ein Gespräch vereinbart.</p>
<p>Elias erzählte das am vergangenen Sonntag der <a href="http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Amos-Oz-mit-Mount-Zion-Award-ausgezeichnet;art310,182849" target="_blank" rel="noopener">diesjährigen Zions-Award</a> verliehen wurde. Preisträger in diesem Jahr ist Amos Oz. Das Engagement für den Frieden, zu dem auch die Verleihung dieses Preises gehört, ist eine der Aufgaben der derzeit 10 Mönche des Klosters. Elias, selbst schon 18 Jahre hier im Land, sieht keine einfachen Lösungen in diesem Konflikt: &#8222;Sonst wäre er schon gelöst&#8220;. Die Aufgabe der Mönche sieht er vor allem darin die Einseitigkeit der Menschen hier aufzubrechen. &#8222;Jeder lebt hier auf seiner Insel&#8220;</p>
<p>Aber auch die große Umweltverschmutzung im Lande &#8222;ist eine Zeitbombe&#8220;, dessen Auswirkungen für die Menschen hier einmal schlimmer sein kann als der Konflikt zwischen Israel und Palästina.</p>
<p>Nicht angesprochen haben über die schwierige Situation der Christen im Heiligen Land. Hierzu hatte ich vor einigen Wochen einen Aufruf  verschiedener Jerusalemer Patriarchen und Kirchenleitungen gelesen. In diesem Pier wird die israelische Regierung angeklagt durch verschiedene Maßnahmen das Leben der Christen hier zu &#8222;unterhöhlen&#8220;.Ichhabe den Beitrag in meinen Blog in der <a href="http://marius-blog.de/kirchenleitung-klagt-israel-an/" target="_blank" rel="noopener">Sparte Christen </a>übernommen.</p>
<p>Gerne mache ich die Leser/innen meines Blogs auf ein in diesem Jahr im Echter-Verlag erschienenes Buch, eines mir gut Bekannten deutschen Reiseleiters, Johannes Zang, aufmerksam: &#8222;Begegnungen mit Christen im Heiligen Land&#8220; Johannes Zang informiert in diesem Buch über die Vielfalt und den Reichtum der Kirchen im Heiligen Land sowie über die Faten Lage der Christen vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Er stell zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten mit ihnen vor.</p>
<figure id="attachment_2956" aria-describedby="caption-attachment-2956" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg" alt="" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">von allen Seiten ein toller Anblick: die dormitioabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Zum Schluss des Tages sind wir dann zum  Beginn des Schabbats zur Westmauer gegangen. Auch dieser Besuch ist schon Tradition bei meinen Reisen. Freitagabend bei Sonnenuntergang entfaltet diese besonders heilige Stätte für die Juden eine unglaubliche Stimmung.</p>
<p>Das Abendessen haben wir bei Faten Mukarker eingenommen. Bei leckerem palästinensischen KusKus mit Fleischsoße und Salat erzählte taten uns in bekannten orientalischer Gesprächsweise ihre Lebensgeschichte</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Ich bin mit Salua etwas einkaufen gegangen, und plötzlich sieht sie einen israelischen Soldaten, kein so junger mehr, der in einem Geschäft ein Schaukelpferd kauft. Sie ist stehen geblieben und hat mich ganz aufgeregt gefragt: „Papa, was tut er da?“ Ich habe ihr gesagt, dass er ein Schaukelpferd für seine Kinder kauft. Sie war einen Moment lang stumm, dann hat sie gefragt: „Haben israelische Soldaten Kinder?“. Ich habe ihr erklärt, dass viele von ihnen Kinder haben und dass sie ihnen Spielzeug kaufen und mit ihnen spazieren gehen und sie ins Bett legen und genauso liebhaben wie ich sie. Ich habe sie auf den Arm genommen und bin näher an den Soldaten herangegangen, und sie hat ihn angestarrt, dass es mir schon etwas ungemütlich wurde. Aber es hat sich rentiert. Als er das Schaukelpferd unter den Arm genommen hat, hat er sie angesehen und gelächelt und gesagt: „Hallo Kleines.“</em></p>
<p>Bericht eines palästinensischen Vaters, dessen kleine Tochter Salua eine große Angst vor israelischen Soldaten entwickelt hat. Geschildert von Angelika Schrobsdorf</p>
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		<title>Thomas König: &#8222;Je länger ich hier bin, um so komplizierter empfinde ich die Situation&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/thomas-koenig-je-laenger-ich-hier-bin-um-so-komplizierter-empfinde-ich-die-situation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2017 19:09:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Auja Eco-Center]]></category>
		<category><![CDATA[Jordantal]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaik]]></category>
		<category><![CDATA[Totes Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir uns ins Jordantal begeben. Von Jerusalem etwa 20 km entfernt, von 800 Höhenmeter auf 400 m unter dem Meeresspiegel. Zunächst haben wir einen kleinen Abstecher in ein Mosaik-Center in Jericho gemacht. Dort <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/thomas-koenig-je-laenger-ich-hier-bin-um-so-komplizierter-empfinde-ich-die-situation/" title="Thomas König: &#8222;Je länger ich hier bin, um so komplizierter empfinde ich die Situation&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute haben wir uns ins Jordantal begeben. Von Jerusalem etwa 20 km entfernt, von 800 Höhenmeter auf 400 m unter dem Meeresspiegel.</p>
<p>Zunächst haben wir einen kleinen Abstecher in ein Mosaik-Center in Jericho gemacht. Dort kann man das wunderschöne Handwerk des Mosaiksteinlegen`s bewundern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3623" aria-describedby="caption-attachment-3623" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3623" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/mosaik-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/mosaik-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/mosaik-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/mosaik-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3623" class="wp-caption-text">ein tolles Handwerk</figcaption></figure>
<p>Anschließend sind wir an den Jordan gefahren wo die Taufstelle vermutet wird an der Johannes Jesus getauft hat.</p>
<p>Hier haben wir Thomas König getroffen, den ich seit 2014 kenne. Thomas arbeitet bei der GIZ und war bis zum Frühjahr im Auja-Eccio-Center als Berater tätig. Hier habe ich ihn schön häufiger mit Gruppen besucht, zuletzt 2016. Thomas informierte uns, angesichts des vor uns, träge dahinfließenden „Rinnsales“ Jordan über die schwierige Wassersituation des Jordans der einer der Ursachen des ständig sinkenden Wasserstandes (1,2 m pro Jahr) ist. Hauptgrund des schlechten Wassersituation ist, dass im Jordantal (vom See Genezareth bis zum Toten Meer (150 km) mittlerweile fast 0,5 Mio Menschen leben (davon alleine 400.000 in Jordanien). Dies macht es notwendig, dass immer mehr Wasser dem Flüsschen entnommen werden müssen, vor allem auch für die intensive Landwirtschaft die her betrieben wird. Zu Wassersituation insgesamt meinte Thomas das es anfürsich genug Wasser gibt (es regnet hier in den jüdischen Bergen genauso viel wie in Paris), die Verteilung zwischen den Siedlern und den Palästinensern ist jedoch meist nicht gerecht. Anderseits lehnen die Palästinenser aus kulturellen (religiösen) Gründen es häufig ab, Schmutzwasser zur Bewässerung zu nutzen, so wie es die Siedler intensiv machen.</p>
<figure id="attachment_3625" aria-describedby="caption-attachment-3625" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3625" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/totes-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/totes-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/totes-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/totes-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3625" class="wp-caption-text">das tote Meer zieht sich immer weiter zurück</figcaption></figure>
<p>Zum Thema Siedler machte uns Thomas darauf aufmerksam, dass es hier im Jordantal auch jüdische Siedlungen gebe, die bereit seit Anfang schon vor dem 2. Weltkrieg existierten. Überhaupt empfinde er die Gesamtsituation hier, je länger er im Land ist, desto komplizierter stellt sie sich mir da. Vieles hat zwei Seiten, immer wieder wird die Situation, je nachdem mit wem man spricht so oder anders dargestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So auch in unserem Gespräch am Nachmittag, nachdem einige, das nicht so erfrischende Bad im Toten Meer genommen haben, was wir mit einem Siedler führten, der mit seiner Famiie seit 30 Jahren hier am Jordan lebt Kräuter anpflanzt. Für ihn verläuft hier die israelische Grenze, er stellt hier Waren her die in Europa als israelische Waren verkauft werde. Zu seinen 30 Mitarbeiter/innen gehören 1/3 Palästinenser und 2/3 Thailänderinnen . Irgendwie hatte die Gruppe, ohne das wir uns abgesprochen hätten, das Gefühl, ihn nicht zur besonderen Situation der Siedlung in besetztem Gebiet zu fragen.</p>
<figure id="attachment_3626" aria-describedby="caption-attachment-3626" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3626" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Kräuter-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Kräuter-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Kräuter-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Kräuter-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3626" class="wp-caption-text">Dieses Basilikum ist in 48-72 Stunden im deutschen Supermarkt</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Heute war ein historischer Tag. einige sagen, heute vor 100 Jahren begann der Nahost-Konflikt, den am 2.11. 1917, mitten im 1. Weltkrieg versprachen die Engländer den Juden, dass sie in Palästina Land für einen jüdischen Staat bekommen würden. Land das sich die Engländer gerade erst selbst angeeignet hatten. Das heutige Tageszitat geht auf diesen historischen Briefwechsel ein.</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>In der „Balfour-Deklaration“ vom 2. November 1917</em> <em>erklärt sich das Vereinigte Königreich einverstanden mit den Bestrebungen, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten und ist bereit, ein noch nicht einmal erobertes Gebiet an das „jüdische Volk“ abzutreten.</em></p>
<p><em>Verehrter Lord Rothschild,</em></p>
<p><em>ich bin sehr erfreut, ihnen im Namen der Regierung seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:</em></p>
<p><em>Die Regierung seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischenGemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte. Ich wäre ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.</em></p>
<p><em>Ihr ergebener Arthur Balfour</em></p>
<p>Von Lord Arthur James Balfour</p>
<div class="mceTemp">
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3621" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Balfor-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Balfor-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Balfor-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Balfor-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<ol id="attachment_3621" class="wp-caption aligncenter" style="width: 820px;">aus dem kleinen Museum in Banksy`s &#8222;Walled off Hotel&#8220;</ol>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/morgenstund-hat-gold-im-mund/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 18:46:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[shu`fat]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/morgenstund-hat-gold-im-mund/" title="&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ging es früh aus dem Haus, 6.15 war Abfahrt. Michal, die uns seit gestern durch Jerusalem führt, war der Meinung, dass ein früher Start verhindert, in eine Menschenschlange am Aufgang zum Tempelberg (so wie die Juden ihn nennen) oder eben „Al Haram al Scharif“ – zu Deutsch „das edle Heiligtum“, wie ihn die Muslime nennen, zu geraten. Schon durch diese verschiedene Namensbezeichnung kann der Leser/die Leserin schon erahnen, das auch der wunderschöne Platz mit dem Tempeldom und der al Aksa-Moschee, zu einem besonderem Streitpunkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gehört. Auch über diesen Konflikt habe ich schön mehrmals geschrieben, wie gewohnt kann der Leser/die Leserin sich mit dem Link am Anfang des Blogberichtes diese Beiträge lesen.</p>
<figure id="attachment_3612" aria-describedby="caption-attachment-3612" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3612" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Heiligtum-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3612" class="wp-caption-text">Beterin am Tempeldom</figcaption></figure>
<p>Die frühe Anreise hat sich gelohnt, schon zum Start der Öffnungszeit für Nicht-Muslime um 7 Uhr konnten wir die schmale Holzbrücke die vom Platz der Westmauer zum Tempelplatz begehen. Heute morgen war es sehr friedlich, die Morgensonne lies die goldene Kuppel des Tempeldomes matt golden glänzen, womit sich das Sprichwort heute bewahrheitet hat: &#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220;. Nicht immer ist es so ruhig auf dem Platz, wo mit der Al Aksa Moschee das dritt höchste Heiligtum der muslimischen Welt steht. Zuletzt Mitte Juli erschoss eine Gruppe arabischer Israelis vor einem Zugang zum Tempelberg zwei israelische Polizisten. Videoaufnahmen zeigen, was danach geschah: Die Angreifer flüchteten auf den Tempelberg und lieferten sich eine Schießerei mit israelischen Polizisten. Die Angreifer wurden erschossen. Anschließend wurde der Zugang von den Israelis geschlossen, Metalldedektoren wurden zur Personenkontrolle angebracht. Daraufhin boykottierten die Muslime den Platz, beteten zu Tausenden vor der Altstadtmauer, bis ihrer Forderung nach freiem und unkontrollierten Zugang zu ihrem Heiligtum statt gegeben wurde.</p>
<figure id="attachment_3613" aria-describedby="caption-attachment-3613" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3613" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Siedlungen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3613" class="wp-caption-text">Ostjerusalem: große Siedlungen auf besetztem fremden Grund und Boden</figcaption></figure>
<p>Anschließend haben wir uns an mehreren Stellen in Ostjerusalem die “schleichende“ Übernahme des durch Israel seit dem 6. Tageskrieg vor genau 50 Jahren besetzten Ostteil´s der Stadt angesehen. Auch einer der hervorragenden Streitpunkte im israelisch-Palästinensischen Konflikt. Über diese Entwicklung habe ich schon mehrmals geschrieben, bitte den Link am Beginn beachten. Heute entspann sich bei der Ansicht der vielen und großen jüdischen Siedlungen im Jerusalemer Osten eine interessante Diskussion mit Michal, der jüdisch israelischen Reiseführerin. Schon gestern bei den unmissverständlichen kritischen Aussagen von Roni Hammermann zur Situation an den Checkpoint`s hätten wir gerne Micha`s Meinung gehört. Genauso eben auch zur Situation im Osten der Stadt, wo Israel auf besetztem Gebiet zahlreiche große Siedlungen gebaut hat, und außerdem die palästinensischen Stadtteilen teilweise sich selbst überlässt. „Es gibt nicht Schwarz oder weiß“ war ihre Grundhaltung, das Siedlungen auf Grund und Boden der Palästinenser gebaut wurde ließ sie nicht gelten.</p>
<figure id="attachment_3614" aria-describedby="caption-attachment-3614" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3614" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Shuafat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3614" class="wp-caption-text">das Flüchtlingslager Shua`fat, wurde hinter die Mauer &#8222;gelegt&#8220;</figcaption></figure>
<p>Das Land gehörte keinem und ist deshalb zu Staatsland erklärt worden. Sie räumte ein, dass die Behandlung der Palästinenser durch die Stadtverwaltung (so gut wie keine Müllabfuhr zum Beispiel) in vielen Dingen unzureichend ist, glaubt aber, dass die Situation in vergleichbaren arabischen Städten in Syrien und dem Irak ähnlich sind. Es wurde in der Diskussion schnell deutlich, dass den jüdischen Bewohnern dieser Stadt, die Situation der Palästinenser mehr oder wenigen egal ist. Manchmal klang bei Michal auch ein bisschen durch wie „die sind auch mit Schuld an ihrer Situation“, denn würden sie sich bei Wahlen zum Stadtparlament beteiligen, könnten sie mehr mitbestimmen, denn fast 45% der Bewohner von Jerusalem sind Palästinenser. Im Gegensatz zu Roni Hammermann, fiel es Michal ziemlich schwer klare Positionen zu beziehen. Reagierte dann, wenn sie sich in eine Ecke getrieben fühlte &#8211; auch ein wenig verständlich &#8211; mit &#8222;Ausflüchten&#8220;: &#8222;kümmert ihr euch denn genauso intensiv auch um den Konflikt in Somalia?&#8220;<br />
Wir kamen dann auf die Straßenbahn zu sprechen, auch ein Politikum, wie ich es in früheren Blogberichten bereits beschrieben habe. Nach Auffassung von Michal fördert dieses Verkehrsmittel die Gemeinsamkeit zwischen den beiden Gruppen.</p>
<figure id="attachment_3615" aria-describedby="caption-attachment-3615" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3615" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Straßenbahn-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3615" class="wp-caption-text">Endhaltestelle im Osten der Stadt</figcaption></figure>
<p>Wir sind am Nachmittag mit einer kleinen Gruppe, nachdem wir die berühmten <a href="http://www.israelmagazin.de/israel-orte/jerusalem/chagall-fenster-hadassah" target="_blank" rel="noopener">Chagall-Fenster</a> besichtigt hatten, mit der Straßenbahn von der einen Endhaltestelle im Westen der Stadt, zur Endhaltestelle im Osten gefahren. Insgesamt haben 4-5 Palästinenser/innen gesehen, die sich dazu augenscheinlich nicht besonders wohl fühlten.</p>
<p>Der größte Teil der Gruppe hat am heutigen Nachmittag die zentrale Holocaust-Gedenkstätte der Israelis<a href="http://www.yadvashem.org/de/node/53076" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Yad Vashem&#8220;</a> besucht. Yad Vashem (hebräisch יד ושם für „Ort/Denkmal und Name“) erhielt seinen Namen nach Jes 56,5 EU: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“<br />
An Yad Vashemvielen Orten auf einem großen Gelände wird das Unmögliche versucht: an ein unfassbares Verbrechen zu erinnern, etwas zu sagen ohne alles zu zeigen. Auf meine Frage am Abend, an ein Gruppenmitglied, was er spürt, wenn an den Besuch der Gedenkstätte denkt: &#8222;eine große Traurigkeit&#8220;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>O Gott das Herz ist voller Bitterkeit, lass es nicht zu Hass werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, das Herz ist voller Leid, lasse es nicht zu Rache werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, die Seele ist voller Ängste, lasse es nicht Wut werden.</em></p>
<p><em>Oh Gott, der Körper ist müde, lasse es nicht zu, dass die Müdigkeit sich in Verzweiflung umwandelt.</em></p>
<p><em>Oh Gott, Glaube ist Liebe, Glaube ist Verzeihung, Glaube ist Einsicht.</em></p>
<p><em>Oh Gott, lasse nicht zu, das mein Glaube stirbt.</em></p>
<p>Von Feisal al Husseini (1940-2001:Er war der höchste Vertreter der PLO in Jerusalem und galt als heimlicher Bürgermeister Ostjerusalems)</p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 18:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[alter Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-sind-nicht-stark-genug-die-aengste-wegzunehmen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde schon in den letzten Tagen von verschiedener Seite angekündigt, dass Massen von Touristen in der Stadt seien. Diese Ankündigungen wurden voll bestätigt. Schon auf dem Ölberg drängten sich Menschen &#8222;aus aller Herren Länder) an den Ausguckpunkten, von denen man einen wunderschönen Blick auf die &#8222;Heilige Stadt&#8220; hat.</p>
<figure id="attachment_3606" aria-describedby="caption-attachment-3606" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3606" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3606" class="wp-caption-text">ein &#8222;berauschender&#8220; Blick auf Jerusalem vom Ölberg</figcaption></figure>
<p>Am Nachmittag haben wir uns mit Roni Hammermann getroffen. Ich habe in meinem Blog schon des öfteren über sie geschrieben.(siehe hierzu den Link am Beginn des Tagesblogs) Bisher habe ich sie immer alleine besucht, nun hatte (zum ersten Mal) meine Gruppe die Gelegenheit, diese mutige und starke Frau kennen zu lernen. Wir haben uns in einem Café am alten Jerusalemer Bahnhof getroffen. Roni berichtete von der Gründung der Gruppe <a href="https://machsomwatch.org/en/about" target="_blank" rel="noopener">Machsom Watch</a> und ihren ihren Erfahrungen bei den Beobachtungen an den Checkpoints. Grundsätzlich hat sich nach ihrer Einschätzung in den 15 Jahren der aktiven Beobachtung nichts zum positiven verändert, eher das Gegenteil ist der Fall. Hatte man früher noch konkrete Interventionsmöglichkeiten (&#8222;wir haben uns zwischen den Soldaten und den Palästinenser gestellt&#8220;) ist heute alles soweit &#8222;technisiert&#8220;, es gibt gar nicht mehr einen persönlichen, direkten Kontakt zwischen dem &#8222;Grenzgänger&#8220; und dem Soldaten. Man geht durch käfigartige Gänge, durch eiserne Drehkreuze, durch die nur eine Person passt, wird über Lautsprecher von Soldaten angewiesen, die hinter dicken Panzerglasscheiben sitzen.</p>
<figure id="attachment_3608" aria-describedby="caption-attachment-3608" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3608" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-300x225.png 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-768x576.png 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3608" class="wp-caption-text">Drehkreuz</figcaption></figure>
<p>&#8222;Dann wenn wir &#8211; Dienst &#8211; machen, läuft die Behandlung der Palästinenser schon anders&#8220; Die derzeit 250, meist ältere jüdische Frauen können allerdings nicht während der ganzen Öffnungszeit ihren Beobachtungsdienst warnehmen.<br />
Zu Beginn ihrer Aktivität an den Checkpoints haben die Medien über sie berichtet. Das Interesse hat mittlerweile doch sehr nachgelassen. Es ist für Roni erschreckend zu erleben wie gleichgültig ihre Landsleute mit den Vorkommnissen an den Checkpoints umgehen.</p>
<p>&#8222;Wir leben in einer Politik der Angst, wir sind nicht stark genug, die Ängste den Menschen wegzunehmen.&#8220;</p>
<figure id="attachment_3607" aria-describedby="caption-attachment-3607" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3607" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3607" class="wp-caption-text">Roni Hammermann im Kreise unserer Gruppe</figcaption></figure>
<p>Ich hatte schon am Morgen nach dem Tageszitat (siehe unten) die Gruppe kurz über Roni Hammermann und ihre Aktivitäten für die Menschenrechtsgruppe &#8222;Machsom Watch&#8220; in formiert. Ich habe dabei aus ihrer Dankesrede die sie bei der <a href="http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/archiv/jahr-2008.html" target="_blank" rel="noopener">Verleihung des Aachener Friedenspreises</a> (2009) gehalten hat, vorgelesen.<br />
<em>&#8222;Der Zeitraub an den Checkpoints und in den Büros der Zivilbehörde, die Unmöglichkeit sich für alle Lebensbereiche nötigen Genehmigungen zu verschaffen, die tagtägliche Entwürdigungen an den Straßenkontrollen, all das erzeugt Verzweiflung und Hass, führt zu einer Radikalisierung der Bevölkerung und ist letzten Endes kontraproduktiv für die genannte &#8222;Sicherheit&#8220;, die ja all diese Maßnahmen rechtfertigen soll</em><br />
<em>(&#8230;) Die Botschaft, die wir unseren Landsleuten aus unseren Erfahrungen an den Straßensperren vermitteln möchten ist die, dass die Angst uns nur lähmt und unseren Blick trübt und das jenseits der Mauer Menschen leben, die nachts anderes wollenals ein freies menschenwürdiges Leben zu führen, ohne Unterdrückung, ohne Landraub und ohne Erniedrigung. Nicht nur die Betonmauern müssen wir abbauen, sondern auch die Mauern der Feindbilder, die den &#8222;Anderen&#8220; dehumanisieren&#8220;</em></p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Ich setzte mich auf die niedrige Mauer, die meine Terrasse umschloss, und schaute auf die Straße hinweg auf die Berge Moabs, von deren Höhen Moses und seine schwer erziehbaren Kinder Israels nach vierzig Jahren Marsch durch die Wüste das gelobte Land entdeckt hatten.</em></p>
<p><em>„Der Herr euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dieses Land gegeben&#8230;.“ heißt es in der Bibel. Ein schwerer Irrtum – damals und heute.</em></p>
<p><em>Auf der Straße war es auf einmal ruhig geworden. Sie war bis auf ein paar qualmende Häuflein leer. Ich roch Tränengas&#8230;..</em></p>
<p>Von <a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-08/schriftstellerin-angelika-schrobsdorff-gestorben" target="_blank" rel="noopener">Angelika Schrobsdorff</a> (Deutsche Schriftstellerin)</p>
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		<title>Daoud Nassar: „Die Gerechtigkeit wird siegen“</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-die-gerechtigkeit-wird-siegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 19:32:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Banksy]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingslager]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute an unserem ersten Tag in Palästina hatten wir gemäß unserem Programm folgenden Plan: Gang zur Schutzmauer in Bethlehem. Besuch des Lajee-Centers im Aida-Flüchtlingscamp in Bethlehem. Besuch des „Banksy Walled-off-Hotel“. Fahrt nach Hebron und Besuch <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-die-gerechtigkeit-wird-siegen/" title="Daoud Nassar: „Die Gerechtigkeit wird siegen“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute an unserem ersten Tag in Palästina hatten wir gemäß unserem Programm folgenden Plan:</p>
<p><em>Gang zur Schutzmauer in Bethlehem. Besuch des Lajee-Centers im Aida-Flüchtlingscamp in Bethlehem. Besuch des „Banksy Walled-off-Hotel“.<br />
Fahrt nach Hebron und Besuch der Patriarchen Gräber. Gang durch die Altstadt, wenn möglich Gespräche mit Freiwilligen von EAPPI, eine Menschenrechts-Beobachtungs-Organisation des Weltkirchenrates. Anschließend werfen wir einen Blick in eine Glasbläser- und Keramikwerkstatt. Auf der Rückfahrt besuchen wir auf dem Weinberg der Familie Nassar das Friedensprojekt Tent of Nations.</em></p>
<figure id="attachment_3595" aria-describedby="caption-attachment-3595" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3595" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/hotel-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/hotel-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/hotel-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3595" class="wp-caption-text">Das &#8222;Wallet Off Hotel&#8220; mit der &#8222;besonderen&#8220; Aussicht</figcaption></figure>
<p>Ich möchte dem interessierten Leser/Leserin auch mal kurz Anteil nehmen lassen, wie sich ein solch umfangreiches Tagesprogrammes für den verantwortlichen Leiter denn auch tatsächlich realisieren lässt.</p>
<p>Ich erfuhr gestern Abend, das wir erst gegen 10 das kleine Museum im “<a href="http://walledoffhotel.com" target="_blank" rel="noopener">Banksy-Walled-Hotel</a>“ besichtigen können. Das bedeutet, wir können später nach Hebron fahren. Ebenfalls erfuhr ich durch unsere Guide Faten Mukarker, das das Gespräch mit Mitarbeitern des Lajee-Centers im Flpchtlings-Camp Aida, nicht stattfinden kann. Bedingt durch den Wechsel auf die Winterzeit (auch hier in Israel&amp;Palästina) geht gegen 17 Uhr die Sonne unter,, was bedeutet, das wir auch nicht zu spät auf den Weinberg kommen dürfen, weil wir sonst nichts mehr sehen. Da wir bedingt durch das riesige Verkehrschaos in Hebron was hohen Verkehrsaufkommen, viel Zeit bei der An- und Abreise brauchten, haben wir kurzer Hand auf den Besuch der Glasbläser- und Keramikwerkstatt verzichtet. Kurz gesagt, für mich als verantwortlicher Begleiter, bedeutet so ein tag auch einen immensen (zeitlichen) Druck. Aber wie es auch sei, diese Anspannung muss ich aushalten.</p>
<figure id="attachment_3598" aria-describedby="caption-attachment-3598" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3598" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Geisterstadt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Geisterstadt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Geisterstadt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Geisterstadt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3598" class="wp-caption-text">Im Herzen von Hebron:<br />eine Geisterstadt</figcaption></figure>
<p>Für die meisten in meiner Gruppe, haben die Erlebnisse heute, an der Mauer in Bethlehem und in Hebron besondere Wirkung entfaltet. Für Jedem der die Dimensionen der Mauer zum Ersten mal sah, konnte man die Überraschung und das Erschrecken förmlich ansehen. Noch stärker war die Reaktion in Hebron zu spüren. Dort, wo im Herzen der größten Stadt Palästina, bedingt durch 700 jüdische Siedler, eine Geisterstadt entstanden ist, wo schwerbewaffnete Soldaten durch die schmalen Gassen der Altstadt patrouillieren, war eine große Betroffenheit bei allen Gruppenmitgliedern zu spüren.</p>
<p>Früh am Morgen haben wir nach dem Gang an die Mauer, in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingslagers Aida, das im März im Hotel des großen, weltbekannten aber nach wie vor unbekannten britischen Street-Art-Künstler Banksy eröffnete Museum besichtigt. I<a href="http://marius-blog.de/blog/treffen-im-neuen-banksy-walled-off-hotel-in-bethlehem/" target="_blank" rel="noopener">ch habe über das neue Hotel schon im April berichtet.</a> Für die Realität bietet das Hotel ein eigenes Museum. Die Ausstellung informiert unter anderem mit einer Projektion auf einer Reliefkarte über die Rolle der Briten als Mandatsmacht in der Region, die Gründung des Staates Israel und die Geschichte des Sperrwalls, der Palästinenser heute hindert nach Jerusalem zu kommen.</p>
<p>Von der Stadt Hebron habe ich hier im Block schon oft berichtet, verweise da gerne auf mein Archiv. (siehe auch Link zum Beginn meines heutigen Blog-Beitrages)</p>
<p>Hier noch einige Zeit-Fakten zu Hebron:</p>
<p><strong>1968</strong> mieten sich eine Gruppe israelischer Juden in einem Hotelzimmer ein, angeblich um dort am Grab Abrahams das Pascha-Fest zu feiern. Vor Ort erklären sie das Hotel nicht mehr verlassen zu wollen.<br />
<strong>1978</strong> bewilligt die Knesset den Bau der in der Nähe von Hebron gelegenen Siedlung Kyryat Arba.<br />
<strong>1980</strong> übernehmen Bürger dieser Siedlung Häuser in der Altstadt  von Hebron die bis 1930 jüdischen Bewohnern von Hebron gehört hatten<br />
<strong>1984</strong> wird in der Altstadt die erste Siedlung gebaut.<br />
<strong>1994</strong> erschießt der jüdische Siedler Baruch Goldstein muslimische 29 Gottesdienstbesucher.Über 100 werden verletzt. Die  israelische Armee schließt daraufhin mit der Shuhada Straße die wichtigste Marktstraße Herbons. Den Palästinensern wird verboten ihre Läden zu öffnen</p>
<p>Sowohl in Bethlehem, als auch in Hebron war heute eine gewisse Anspannung zu verspüren. Größere Trupps von Soldaten, schwerbewaffnet zogen durch die Straßen. Den genauen Grund konnten wir nicht erkennen, aber vielleicht gab es ja auch gar keinen.</p>
<figure id="attachment_3597" aria-describedby="caption-attachment-3597" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3597" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Zufahrt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Zufahrt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Zufahrt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Zufahrt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3597" class="wp-caption-text">von den Israelis gebaut:eine breite Zufahrtsstraße zum Weinberg? Nein sie führt zur neuen Thora-Schule</figcaption></figure>
<p>Zum späten Nachmittag waren wir dann noch auf dem Weinberg. Auch hier verweise ich auf mein umfangreiches Archiv, welche mit dem Stichwort Weinberg leicht in meinem Blog gefunden werden kann. Heute konnte man den fortschritt am Bau der Thora-Schule „bewundern“. Es gibt nun eine breite Zufahrtstrasse die auch der Besucher zum Weinberg nutzen kann. Nach Aussagen von Daoud Nassar hat der Unterricht begonnen. Bleibt nun abzuwarten, ob und wenn ja welche Auswirkungen dieser Schulbetrieb auf den Weinberg haben wird.</p>
<figure id="attachment_3596" aria-describedby="caption-attachment-3596" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3596" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Daoud-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3596" class="wp-caption-text">Daoud Nassar</figcaption></figure>
<p>In gewohnter Weise hat uns Daoud die Mut machende Strategie für die Arbeit hier auf dem Weinberg vermittelt:</p>
<p>Wie er die negative Frustration in positive Energie umwandelt. Er ist sich sicher: „Die Gerechtigkeit wird siegen“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Wir Juden sahen uns als einmalig in der Geschichte an, da wir unsere Existenz im Exil über 2000 Jahre aufrecht erhalten hatten, bevor die Rückkehr in die Heimat unserer Ahnen durch die Umstände, internationaler Übereinkommen und Schuldgefühle möglich wurde. Aber das ändert nichts daran, dass wir dennoch Kolonialisten wurden. Ideologische Vorstellungenund Verbindungen mit imperialistischen Staaten führten dazu, dass die Juden begierig waren, sich selbst als die Bastion der westlichen Zivilisation im „primitiven Nahen Osten“ zu sehen.</em></p>
<p>Von Rabbiner Jeremy Milgrom (Mitbegründer der <a href="http://www.stiftungbegegnung.de/home/veranstaltungen/vortraege-lesungen/vortrag-von-jeremy-milgrom-rabbis-for-human-rights/" target="_blank" rel="noopener">„Rabbis for Human-Rights“</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bedingungsloses Grundeinkommen im Kibbuz realisiert!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2017 19:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Fairer Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kibbuz]]></category>
		<category><![CDATA[Knafeh]]></category>
		<category><![CDATA[Nablus]]></category>
		<category><![CDATA[Samariter]]></category>
		<category><![CDATA[Talitha Kumi]]></category>
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					<description><![CDATA[Bevor wir uns heute auf die längere Fahrt (ca. 150 km) &#8211; vom See Genezareth in Galiläa im Norden von Israel ins „Herz“ des „Heiligen Landes“ in die Region rund um Jerusalem aufmachten, hatten wir <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/bedingungsloses-grundeinkommen-im-kibbuz-realisiert/" title="Bedingungsloses Grundeinkommen im Kibbuz realisiert!?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor wir uns heute auf die längere Fahrt (ca. 150 km) &#8211; vom See Genezareth in Galiläa im Norden von Israel ins „Herz“ des „Heiligen Landes“ in die Region rund um Jerusalem aufmachten, hatten wir noch ein Gespräch mit einem Mitglied unseres gastgebenden Kibbuzim. Wir erfuhren das dieser Kibbuz zu den 10 % gehört, die wirklich noch – wie ursprünglich alle Kibbuze in Israel- „sozialistisch“ geprägt ist. Hier arbeiten alle – ob im Kibbuz oder außerhalb &#8211; und geben ihren Verdienst (egal was sie tun und verdienen) an den Kibbuz. Jeder bekommt im Monat 4000 Schekel (etwa 1000 €) als „Taschengeld“, wenn man alleine lebt 6.000 Schekel. Jeder bekommt ein kostenlos Haus gestellt, Kinderbetreuung, Schule, die Wäsche alles kostenlos.</p>
<figure id="attachment_3579" aria-describedby="caption-attachment-3579" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3579" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Speisesaal-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Speisesaal-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Speisesaal-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Speisesaal-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3579" class="wp-caption-text">Hier essen die Gäste und die Bewohner des Kibuzz</figcaption></figure>
<p>Frühstück und Mittagessen können die Bewohner (derzeit leben hier 300 Kibbuz-Mitglieder und weitere 400 Familienangehörige) zu sehr günstigen Preisen in der Kibbuz-Kantine erwerben. Wenn jemand „Faul“ ist, und damit auf „Kosten“ der Gemeinschaft lebt, versucht man ihm mit Gesprächen zu motivieren. Ausgeschlossen wird man aber nur (Nach Beschluss des Mitgliederplenums) bei besonderem kriminellen Vergehen.</p>
<p>Ein Mitglied unserer Gruppe verglich das das hier praktizierte Finanzierungs-Modell mit dem bei uns seit Jahren viel diskutierten &#8222;Bedingungslosen Grundeinkommen&#8220;. Hier seine Anmerkungen dazu:</p>
<p><em>Heute wurden wir zum Abschluss unseres Aufenthalts in SharHagolaan von einer 73-jährigen Kibbuzim über das Leben im Kibbuz informiert. Dieser Kibbuz ist ein positives Beispiel eines erfolgreich realisierten Sozialismus. Alle Mitglieder des Kibbuz arbeiten nach ihrer Leistungsfähigkeit sieben Stunden am Tag . Der Urlaubsanspruch beträgt 10 Tage im Jahr. Die Kibbuzim brauchen weder für das Essen noch die Wohnung oder Die Gesundheitsversorgung etwas bezahlen. Auch die Wäsche wird kostenlos in einer Gemeinschaftswäscherei gereinigt. Als sogenanntes „Taschengeld“ zur freien Verwendung erhalten Alleinlebende 6.000 Schekel (ca. 1.500 Euro), Familien für jedes Mitglied 4.000 Schekel. Der Kibbuz SharHagolaan ist ökonomisch sehr erfolgreich, er betreibt neben der landwirtschaftlichen Produktion auch eine kleine Börsen notierte Plastikröhren-Fabrik. Diese Produktion ist so erfolgreich, dass in diesem Jahr jedem Mitglied ein Bonus von 30.000 Schekel gezahlt wurden.</em><br />
<em>Das Kibbuz-System sorgt dafür, dass alle Kibbuzim ruhig schlafen können und sich über Krankenversicherungsbeiträge, Arbeitslosigkeit, Mieten, die Höhe der Rente (Altersarmut) etc. keine Sorgen machen müssen und deshalb sehr alt werden. Das älteste Mitglied in SharHagolaan ist zur Zeit 108 Jahre alt.</em></p>
<p>In dem Kibbuz ist eine Firma die Kunststoffrohre für Fußbodenheizungen erstellt. Das Geschäft läuft so toll, dass sich die Mitglieder des Kibbuzim vor Jahren entschlossen haben mit der Firma an die Börse zu gehen. Alle Mitglieder sind an den Aktien beteiligt und bekommen jährlich eine Dividende von bis zu 30.000 Schekel. (Für Ehepaare) Nurit, unsere Gesprächspartnerin, ist sehr glücklich mit der Situation, glaubt aber nicht, dass sich dieses sozialistische System (alles gehört allen) noch lange halten wird. „Es fehlt uns an Nachwuchs“, ihre vier Kinder leben alle außerhalb des Kibbuz.</p>
<figure id="attachment_3580" aria-describedby="caption-attachment-3580" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3580" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Bäume-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Bäume-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Bäume-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Bäume-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3580" class="wp-caption-text">Hier &#8222;muss&#8220; man/Frau sich wohlfühlen:<br />Im Garten unseres Kibuzz</figcaption></figure>
<p>Nach dem Gespräch machten wir uns auf den Weg um vom See im Norden Israels in das Zentrum von Israel/Palästina zu fahren: nach Jerusalem. In Beit Jala/bei Bethlehem werden wir bis Freitag im <a href="http://www.talithakumi.org/de/gaestehaus/" target="_blank" rel="noopener">Gästehaus Talitha Kumi</a> übernachten, dass der geneigte Leser/Leserin schon von mehreren Aufenthalten von mir kennt.</p>
<p>Auf dem Weg in den Süden durch die von Israel besetzte Westbank, machten wir , wie schon im letzten Jahr Stopp beim Freedomtheater in Jenin (<a href="http://www.thefreedomtheatre.org" target="_blank" rel="noopener">http://www.thefreedomtheatre.org</a>) , bei der Canaan Fairtrade Companie (<a href="http://www.canaanfairtrade.com" target="_blank" rel="noopener">www.canaanfairtrade.com</a>) und bei den Samaritern auf dem Berg Garizim. In Nablus haben wir auch die wundervolle Knafeh gegessen.</p>
<figure id="attachment_3581" aria-describedby="caption-attachment-3581" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3581" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Priester-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Priester-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Priester-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3581" class="wp-caption-text">der Priester der Samariter mit den &#8222;heiligen&#8220; Thora-Rollen</figcaption></figure>
<p>Ich verweise gerne auf meine Berichte in meinem Blog. <a href="http://marius-blog.de/blog/freedomtheater-jenin-theater-des-widerstandes/" target="_blank" rel="noopener">Hier der Bericht vom letzten Jahr,</a></p>
<p>Gegen 19 Uhr kamen wir in unserer Unterkunft für die nächsten 5 Nächte an, gespannt was uns die nächsten Tage bringen wird.</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Zu sagen: Die Schrift ist erfüllt, bedeutet einen Anspruch für uns. Unsere enge und ausgrenzende Glaubenslehre wird in Frage gestellt. Wir sind herausgefordert, mehr mit-leidende und Christus-ebenbildliche Menschen zu werden.</em><br />
Von Naim Stifan Ateek</p>
<p><em> </em></p>
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		<title>Nabila Espanioly:„Gewalt ist nicht normal“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 17:45:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Beduinen]]></category>
		<category><![CDATA[Nabila Espanioly]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern habe ich geschrieben, dass uns am Morgen wie gewohnt Sonne empfing. Heute morgen empfing uns – welch Seltenheit ein bewölkter Hommel, aber eine erfrischende klare Luft. Es hatte in der Nacht (das zweite Mal <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/nabila-espaniolygewalt-ist-nicht-normal/" title="Nabila Espanioly:„Gewalt ist nicht normal“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern habe ich geschrieben, dass uns am Morgen wie gewohnt Sonne empfing. Heute morgen empfing uns – welch Seltenheit ein bewölkter Hommel, aber eine erfrischende klare Luft. Es hatte in der Nacht (das zweite Mal nach der langen trockenen Sommerzeit – geregnet. Hier empfindet man den Regen als „Labsal“, &#8222;Regen bringt Segen&#8220; wie wir es früher auch bei uns gehört haben. Im Laufe des Tages gab es immer mal einen Schauer, das Regenwasser lief durch die Strassen von Nazareth.</p>
<p>Ja, heute war unser Ziel Nazareth. Sozusagen auf dem Weg haben wir einen kurzen Stopp in Kanaa gemacht, das Kanaa das keine &#8222;Weinprobleme&#8220; hat, denn hier hat Jesus (nach der biblischen Geschichte) bei einer Hochzeit, Wasser zu Wein verwandelt, sein erstes Wunder. Natürlich, auch wenn es erst früh am Morgen war, so gegen 9 Uhr, wir waren nicht die ersten&#8230;.</p>
<figure id="attachment_3571" aria-describedby="caption-attachment-3571" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3571" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Nabila-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Nabila-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Nabila-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3571" class="wp-caption-text">eine starke Frau: Nabila Espaniola</figcaption></figure>
<p>Anschließend sind wir die kurze Strecke (10 km) weiter nach Nazareth gefahren. Hier hatten wir um 10 Uhr ein Gespräch mit Nabila Espanioly verabredet. Sie leitet in Nazareth das <a href="http://www.altufula.org/en" target="_blank" rel="noopener">AL TUFULA Center</a>. Dies ist eine Nonprofit Frauen-Organisation. Das Center widmet sich der der konkreten Unterstützung der palästinensischen Frau auch der frühkindlichen Erziehung. Nabila: „Es geht bei der Frauenarbeit auch um das Thema häusliche Gewalt. Wir versuchen durch unsere Beratung die Frauen, die sich als (ohnmächtiges) Opfer fühlen, zur Verantwortung für sich selbst zu ermutigen. Die Erkenntnis, das Gewalt nicht normal ist, ist ein Schritt zu dieser Einstellung. Dann versuchen diese „umgekehrten“ Frauen als Multiplikatoren und für Aktivitäten in der Gesellschaft zu gewinnen“. Die Gruppe um Nabila ist vielfältig politisch aktiv. Derzeit arbeitet sie unter anderem in einer jüdisch-palästinensischen Frauengruppe mit, die sich mit dem Militarismus in der Erziehung auseinandersetzt. Sie berichtete auch von Aktivitäten im Zusammenhang mit der Polizei. Die oft jüdischen Polizisten werden von der palästinensisch israelische Bevölkerung (immerhin 20 % Anteil an den 8,5 Mio Einwohnern) selten als Schutz sondern oft diskriminierend erlebt Vor allem die weiblichen Opfer von (sexuellen) Gewalttaten erleben, so Nabila bei der Polizei noch einmal eine Vergewaltigung. Es fehlen weibliche und schon gar weiblich arabische Polizeibeamtinnen. Hier schlägt Nabile vor, entsprechend ausgebildete arabische Sozialarbeiterinnen zu beschäftigen.</p>
<figure id="attachment_3574" aria-describedby="caption-attachment-3574" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3574" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Gasse-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Gasse-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Gasse-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3574" class="wp-caption-text">Altstadt-Gasse in Nazareth</figcaption></figure>
<p>Nabila bringt ihre Forderungen nicht nur in Israel vor. Morgen fährt sie nach Genf, wo sie in einer UN-Gruppe mitarbeitet.</p>
<p>Natürlich berichtete sie auch von den aktuellen Gesetzgebungen in Israel, die vor allem die NGO´s im Blick haben die sich kritisch mit der aktuellen israelischen Politik auseinander setzen. Hier gibt es eine „schwarze Liste“. Diese Gruppen müssen sich öffentlich „outen“, das heißt als solche zu erkennen geben, die ihre finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten. So wird versucht diese Gruppen „einzuschüchtern“. Gelichzeitig versuch die israelische Regierung, bei den Geldgebenden Staaten zu intervenieren, das die finanzielle Unterstützung eingestellt wird.</p>
<p>Die 90 Minuten mit Nabila, bedeuteten 90 Minuten einen überzeugenden Redefluss auf all unsere Fragen, der uns alle tief beeindruckt und überzeugt hat Man/Frau versteht, wieso Nabila schon zahlreiche Ehrenpreise bekommen hat (so 2003 den Aachener Friedenspreis. Sie wurde mit <a href="http://www.1000peacewomen.org/de/netzwerk/1000-friedensfrauen-23.html" target="_blank" rel="noopener">1000 Frauen für den Friedensnobelpreis </a>vorgeschlagen.Es waren Frauen, die sich auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene für den Frieden einsetzen. Ein Blick in die verschiedenen Porträts zeigt, dass die 1000 Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen tätig sind: sie engagieren sich für politische Rechte, Friedensförderung, Gesundheit, Bildung, Umwelt, Kinderrechte und Gewaltlosigkeit, sie setzen sich ein für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens und des Menschenhandels.</p>
<p>Wie der „erfahrene“ Leser weiß, war ich schon öfters mit meinen Gruppen zu Gast im AL TUFULA Center. Interessierte können hier von meinem <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-fragen-nicht-was-braucht-ihr-sondern-was-koennt-ihr/" target="_blank" rel="noopener">Besuch in 2016 lesen</a>.</p>
<p>Zum Schluss habe ich Nabila noch zu Reuven Moskovitz befragt. Er hatte 2013 gemeinsam mit Nabila den Aachener Friedenspreis bekommen. „Da ist ein großer, mutiger und starker Mann von uns gegangen, dessen Herz allerdings in den letzten Jahren immer mehrgelitten hat, ob der Erkenntnis, dass sich trotz vielerlei Anstrengungen, in Wirklichkeit so wenig an dem großen Konflikt zwischen den jüdischen und palästinensischen Volk verändert hat“</p>
<p>Nach diesem für die Gruppe so erfüllenden Gespräch mit Nabila hat ein teil der Gruppe sich noch die Haupt-Touristen-Attraktion von Nazareth angeschaut: die Verkündigungskirche.</p>
<figure id="attachment_3573" aria-describedby="caption-attachment-3573" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3573" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Kaffee-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Kaffee-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Kaffee-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Kaffee-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3573" class="wp-caption-text">Ali in Beduinentracht zeigt uns wie Kaffeebohnen &#8222;rhythmisch&#8220;zerstoßen werden.</figcaption></figure>
<p>Anschließend waren wir bei Ali unserem Busfahrer zum Mittagessen eingeladen. Al lebt in einem Dorf wo ein Beduinenstamm wohnt der in den 50 ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sesshaft geworden ist. Im Gegensatz zu den Beduinen im Negev und auch in der Jerusalemer wüste (hierüber habe ich schon des Öfteren berichtet), haben sich der Stamm von Ali mit dem Leben unter israelischer Verwaltung/Gesetzgebung arrangiert. Er scheint damit ein zufriedenes Leben zu führen. Ein Vorbild für andere palästinensischen Israelis?</p>
<figure id="attachment_3572" aria-describedby="caption-attachment-3572" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3572" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Tiberias-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Tiberias-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Tiberias-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Tiberias-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3572" class="wp-caption-text">vom &#8222;Jesus-Trail&#8220;:<br />ein schöner Blick auf den See Genezareth und Tiberias</figcaption></figure>
<p>Zum Schluss des Tages sind wir noch ein kleines Stück auf dem vor einigen Jahren „eröffneten „Jeus-Trail“ gegangen, der von Nazareth die 60 km lange Weg-Strecke „nachbildet, die Jesus bis an den See Genezareth nach Kafanerum gegangen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Die Forderung nach Gerechtigkeit darf in unserer Welt niemals untergehen. Weil die Unterdrückenden geneigt sind, ihr Tun solange fortzusetzen, bis die Menschen die Ungerechtigkeit öffentlich nicht mehr wahrnehmen, darf der prophetische Schrei niemals verstummen. Ja, mehr noch, die Unterdrücker spekulieren darauf, dass sich die Unterdrückten schon an die Situation gewöhnen werden oder wenigstens ihre Forderungen abschwächen, sich mit falschen Kompromissen zufrieden geben werden. Eintreten für Gerechtigkeit bedeutet, die Mächtigen zu belästigen, sie bloßzustellen, sie iher Respektabilität zu berauben, indem ihre Legitimität öffentlich in Frage gestellt wird.</em> <em>Von </em>Naim Stefan Ateek (Der Autor ist palästinensischer Pfarrer und Mitbegründer von Sabeel, dem Ökumenischen Zentrum für Palästinensische Befeiungstheologie. Er schreibt u.a., dass zwei Argumente benutzt werden, um die Gründung des israelischen Staates zu rechtfertigen: die Shoa und seit dem Krieg von 1967 die Bibel. Bestimmte Textstellen werden zur Rechtfertigung der Vertreibung des palästinensischen Volkes missbraucht, so dass die Bibel zu einem politischen Instrument geworden ist)</p>
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