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	<title>Breaking the Silence &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 18:37:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Leser:innenschaft Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vom-verlorenen-sohn-und-schleichender-besatzung-in-der-altstadt/" title="Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Liebe Leser:innenschaft </p>



<p>Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am tag passiert ist nieder zuschreiben. So ist es ganz &#8222;frisch&#8220; eben authentisch und macht den Kopf ein wenig frei für den schlaf und eben den neuen Erlebnissen am morgigen Tag.</p>



<p>Heute morgen hatte ich mich mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Leider besteht derzeit, wegen enormer Renovierungsarbeiten in der Kirche und im Kloster in der Woche keinerlei Möglichkeiten an den Gottesdiensten teilzunehmen. Lediglich am Sonntag wird eine kleine Ausnahme für die Touristen gemacht. <br>Wen es interessiert, was dort alles umgebaut und renoviert wird <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/nachrichten/aktuelles.news.171/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schaue bitte hier</a></p>



<p>So hatte ich also heute die Gelegenheit den Sonntagsgottesdienst in der Krypta zum besuchen. heute befasst sich das Evangelium mit dem &#8222;verlorenen Sohn&#8220;. Sicherlich werden viel meiner Leser:innen diese geschickte kennen. Der Vater hat 2 Söhne. Der eine lässt sich sein Erbe auszahlen rundgeht &#8222;in die Welt&#8220;. Dort verliert er sein ganzes Vermögen, wird ganz arm und fragt den Vater reumütig, ob er ihn wieder aufnimmt. Der Vater freut sich, macht ein großes Fest zur Begrüßung. Das wiederum kann der 2. Sohn nicht verstehen. Er beklagt sich deshalb bitterlich bei seinem Vater der ihm erwidert: &#8222;<em>„Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein.“</em> Wer die sehr Interessante heutige Predigt zu dieser Geschichte von Pater Basilius lesen will der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.dormitio.net/aktuelles/blog/blog.25/index.html" target="_blank">klicke hier</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5018" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>in der Krypta der Dormitio-Kirche</figcaption></figure>



<p>Vor dem Gottesdienst hatte ich die Möglichkeit mit Pater Elias ein wenig zu plaudern. Neben der aktuellen Info über den Stand der Umbauarbeiten (es gibt bei aller Unwägbarkeit, was eine solche Planung angeht, eine gewisse Hoffnung das Ostern 2023 es wieder Gottesdienste in der Kirche geben kann), sprachen wir auch über die Schwierigkeiten, hier in der Altstadt von Jerusalem, aber eben auch insgesamt in dieser Region. Wie mir schon vor Jahren gesagt wurde, gibt es immer wieder Attacken von meist jungen jüdischen Gruppen, gerne zum Ende des Schabbats in der Nacht zum Sonntag. Da ja in unmittelbarer Nähe des Klosters das Grab Davids vermutet wird, und in den letzten Stunden des Schabbats ihm, dem David von bestimmten jüdischen Gruppen ein besonderes Gedenken zu teil wird, versammeln sich dann eine Große Gruppe in der Nähe der Dormitio. Zum Ende dieser religiösen Versammlung kommen dann Jugendliche, angeführt allerdings von Erwachsenen und üben Zerstörungen aus, werfen Unrat in den Garten etc. Natürlich melden die Mönche sich bei der Polizei, aber es ändert sich nichts. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5020" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>im christlichen Viertel der Altstadt.</figcaption></figure>



<p>Elias erzählte mir auch von einem Vorgang in Beit Jala, von vor einigen Wochen, der so unglaublich klingt, aber eben doch auch war ist. Dort war eine Reisegruppe zu Gast in der Abrahams-Herberge, wo auch ich schon öfters mit Gruppen übernachtet habe. Die Gruppe wollte mit dem ortsansäßigen evangelischen Pfarrer ein Gruppenfoto machen. Auf dieses Foto hat sich, wie auch immer das passiert ist wusste Elias nicht, der bekannte rechtsextreme Jude Jehuda Glick neben den Pfarrer postiert. Mehr zum diesem Mann könnt ihr in <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_Glick" target="_blank">hier Wikipedia nachlesen</a>. Für die Muslime in Israel und Palästina ist herr Glick ein &#8222;rotes Tuch&#8220; Um so schlimmer, dass sich der evangelische (palästinensische) Pfarrer aus Beit Jala mit diesem Mann gemeinsam auf einem  Foto befand, was von Herrn Glick selbstverständlich über diadigitalen Medien massenhaft geteilt wurde. Noch am selben Baden haben sich Hunderte von aufgebrachten Muslims vor dem Haus des Pfarrers versammelt. Elias meinte, der Pfarrer müsste nun mit seiner Familie das Land verlassen, da es große Sorgen gibt das ihm fanatische Muslime nach dem Leben trachten.</p>



<p>Gestern die schlimme Geschichte mit Erpressung, Waffenhandel, Schießerei und Blutrache, heute nun die bewusste Irreführung eines radikalen Juden und der Fanatismus einer fehlgeleiteten und zu allem bereiten Muslimischen Bevölkerung. Das ganze hat, zumindestens auf den ersten Blick nun gar nichts mit dem Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern zu tun, oder eben vielleicht doch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5019" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>dieser Anblick ruft bei mir immer wieder, aber gerade jetzt, &#8222;Beklemmungen&#8220;hervor</figcaption></figure>



<p>Nach dem Gottesdienst habe ich mich zunächst im jüdischen Viertel der Altstadt &#8222;umgesehen. gefühlt tausende Soldaten der israelischen Armee &#8222;füllten&#8220; das Viertel. Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine ist ein solcher Anblick (vor meist &#8222;blutjungen&#8220; Menschen, die Waffen die töten können bei sich führen, für mich fast unerträglich. </p>



<p>Es sei mir gestatten an dieser Stelle auch auf einen Film <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/silence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318?sc_src=email_2977993&amp;sc_lid=266573564&amp;sc_uid=Xv8ogINSpZ&amp;sc_llid=1727&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.sueddeutsche.de%2Fkultur%2Fsilence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318&amp;utm_campaign=SZ_Film_240322&amp;sc_eh=3ee1f1f68e3883851" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Silence Breakers</a> hinzuweisen, in dem die Gruppe Breaking the Sielende vorgestellt wird, der gerade in diesen Tagen in Deutschland angelaufen ist. Die SZ schreibt dazu: Der Film der israelischen Regisseurin Silvina Landsmann schildert die Arbeit der NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220;, die die Aussagen von ehemaligen reumütigen Soldaten der israelischen Armee über ihre Zeit als oft rabiate Besatzer in den palästinensischen Gebieten sammelt: &#8222;Man sieht in ‚Silence Breakers‘ nicht nur die Arbeit der Aktivisten, man sieht auch, wie die Gesellschaft auf diese Arbeit reagiert&#8220;, schreibt unser Israel-Korrespondent Peter Münch. &#8222;Kurzum: Man sieht ein zerrissenes Land.&#8220; Silvana Landsmann will diese gesellschaftliche Spaltung durch ihren Film ein Stück weit aufbrechen. Sie hofft, die Menschen trotz aller gegensätzlichen Auffassungen miteinander ins Gespräch bringen zu können, wenn ihre Doku Anfang April im israelischen Fernsehen gezeigt werden wird.</p>



<p></p>
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		<title>Nächtliche Kontrollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 08:28:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Corona-Zeiten: Frühjahr 2020 bis ?]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
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					<description><![CDATA[Bericht von Breaking the Silence im Dezember 2020 Ich habe in diesem Blog schon einige Male über die israelische NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220; geschrieben. Im Juni 2013 hatte ich die Möglichkeit an einer Informationstour in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/naechtliche-kontrollen/" title="Nächtliche Kontrollen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bericht von Breaking the Silence im Dezember 2020</p>



<p>Ich habe in diesem Blog schon einige Male über die israelische NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220; geschrieben. Im Juni 2013 hatte ich die Möglichkeit an einer Informationstour in die Hügel südlich von Hebron teilzunehmen.</p>



<p><a href="https://marius-blog.de/blog/kafka-im-westjordanland-2/" data-type="post" data-id="4806" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Kafka im Westjordanland&#8220;</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-1999" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-1024x682.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Yehuda Shaul (re)</figcaption></figure>



<p>Im November 2014  hatte ich die Möglichkeit an einem Gesprächsabend mit Yehuda Shaul dem Gründer der Gruppe ehemaliger israelischer Soldaten „Breaking the Silence“ teil zu nehmen. </p>



<p><a href="https://marius-blog.de/blog/das-schweigen-brechen/" data-type="post" data-id="1997" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Das Schweigen brechen&#8220;</a></p>



<p>in diesen Dezember-Tagen 2020 hat die Gruppe &#8222;Breaking the Sielende&#8220; nun einen Report veröffentlicht der sich mit den regelmäßigen &#8222;Besuchen&#8220; des isrtaelischen Millitärs im besetzten Westjordanland beschäftigt.<br>Da heisst es u.A: 2017-18 drangen IDF-Truppen nicht weniger als 6.402 Mal in palästinensische Familienhäuser in den besetzten Gebieten ein, ohne Durchsuchungsbefehl, ohne Gerichtsbeschluss oder auch nur einen vernünftigen Grund für einen Verdacht. Sie taten das, um den Palästinensern „das Gefühl zu geben, verfolgt zu werden“, um „ihre Anwesenheit zu demonstrieren“, um die Häuser und ihre Bewohner zu „kartografieren“. Die Implikationen sind schrecklich: Eltern, die für den Bericht befragt wurden, sprachen davon, dass ihre Kinder Langzeitsymptome von Angst, Überempfindlichkeit und Schlafentzug sowie aggressives Verhalten entwickeln. Die Eltern selbst entwickelten ähnliche Symptome.&nbsp;<br><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.derstandard.at/story/2000122084749/ngos-kritisieren-naechtliche-razzien-der-israelischen-armee" data-type="URL" data-id="https://www.derstandard.at/story/2000122084749/ngos-kritisieren-naechtliche-razzien-der-israelischen-armee" target="_blank">Ein Artikel des (Österreichischen) &#8222;Standard&#8220; greift diesen Bericht der ehemaligen Soldaten auf.</a></p>



<p>Hier heißt es:<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.derstandard.at/story/2000122084749/ngos-kritisieren-naechtliche-razzien-der-israelischen-armee" data-type="URL" data-id="https://www.derstandard.at/story/2000122084749/ngos-kritisieren-naechtliche-razzien-der-israelischen-armee" target="_blank"><br></a>&#8222;Mehrmals pro Woche dringen israelische Soldaten in Wohnhäuser von Palästinensern ein, durchsuchen alle Zimmer, machen Fotos von Räumen und Menschen, ziehen wieder ab. Die Einsätze finden meist nachts statt. Für die Armeeführung sind das Routineeinsätze, um die stetige Terrorgefahr Israels unter Kontrolle zu halten. Aus Sicht der Palästinenser sind es traumatische Erlebnisse: Schwer bewaffnete Soldaten im Wohnzimmer, die im Intimsten herumwühlen, Kindern Angst machen.Führt die israelische Polizei in Israel Razzien durch, gelten dafür ähnliche Auflagen wie in anderen Demokratien: ein Richter muss den Durchsuchungsbefehl absegnen, es muss ein begründeter Verdacht vorliegen. Ist das israelische Militär jedoch im palästinensisch bewohnten, von Israel besetzten Westjordanland unterwegs, gilt das nicht. Soldaten brauchen keinen richterlichen Sanktus und müssen keinen konkreten Verdacht vorweisen, um nachts in Häuser einzudringen&#8230;&#8230;&#8220;<br>weiter heißt es in dem Beitrag im Standard:<br>&#8222;&#8230;&#8230;.Einige der im Bericht zitierten Soldaten erzählten, dass sie auf ihren Einsätzen zu Willkür gezwungen worden seien. &#8222;Ich war im Gazakrieg und habe dort viel gesehen, aber nichts hat mich so erschüttert wie diese Razzien&#8220;, sagt Ariel Bernstein, Ex-Kommandant einer Spezialeinheit dem STANDARD. Seine Ausbildungszeit habe ihn auf Kriegssituationen vorbereitet, aber nicht auf das Eindringen in Wohnzimmer und das Aufscheuchen von Kindern aus ihren Betten, ohne zu wissen, welchen Zweck man damit verfolge. Bernstein erzählt von der großangelegten Militäraktion im Westjordanland im Juni 2014, die der Suche dreier gekidnappter israelischer Teenager nahe Ramallah diente. Als Kommandant hatte er den Auftrag erhalten, mit seiner Truppe mehrere blind ausgewählte Wohnhäuser &#8222;auf den Kopf zu stellen&#8220;. Auf Basis welcher Kriterien er die Häuser durchsuchen sollte, habe man ihm nicht mitgeteilt. Als dann ein älterer Bewohner während einer Razzia einen epileptischen Anfall bekam, der offenbar durch den Stress ausgelöst war, stellte ihn das vor massive Gewissensprobleme, die ihn bis heute belasten, erzählt Bernstein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-4838" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD-1024x684.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD-300x200.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD-768x513.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD-1536x1025.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2020/12/D8D6917A-7C93-4F70-AFE9-AD1C0C148DBD.jpeg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Reuters/Mussa Qawasma</figcaption></figure>



<p>Eine Petition von Menschenrechtsorganisationen, die derzeit am israelischen Höchstgericht verhandelt wird, verlangt die Bindung der Durchsuchungen an richterliche Kontrolle und konkrete Verdachtsmomente. Die Razzien dienten teilweise lediglich Trainingszwecken, wobei massive Eingriffe in die Privatsphäre der Bewohner in Kauf genommen würden, so die Kritik. Ein Sprecher von Breaking the Silence äußert im STANDARD-Gespräch den Vorwurf, dass es der Armee bei den systematischen Razzien primär darum gehe, in den besetzten Gebieten Macht zu demonstrieren. Ein Sprecher der Armee bestreitet das. Im israelischen Militär begründet man die systematischen Razzien mit der Abwehr von Sicherheitsbedrohungen. Um Willkür vorzubeugen, gebe es eine strenge Befehlskette, heißt es. Der Armeesprecher dementiert, dass Razzien ohne Verdacht stattfinden&#8230;&#8230;.&#8220;</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
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		<title>Die deutsche Diplomatie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2018 18:38:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute sind die drei schönen Tage mit dem Töchterchen Mirka zu Ende gegangen. Auch der Aufenthalt in dem American Colony-Hotel werde ich sicherlich nicht vergessen. Aber es ist schon so, liegt man dort am Pool <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-deutsche-diplomatie/" title="Die deutsche Diplomatie">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute sind die drei schönen Tage mit dem Töchterchen Mirka zu Ende gegangen. Auch der Aufenthalt in dem American Colony-Hotel werde ich sicherlich nicht vergessen.</p>
<p>Aber es ist schon so, liegt man dort am Pool und genießt die schon warme Frühlingssonne, geht ab und an ins gar nicht so kalte Wasser, man kann es vergessen wo man sich gerade befindet. Ich hatte für heute Fatima nach Ostjerusalem eingeladen, sie hat Mirka vor Jahren kennen gelernt und kommt schon mal gerne &#8222;hinüber&#8220;. Als sie dann ankam und von den großen Schwierigkeiten am Checkpoint erzählte (insgesamt hat es dort heute für sie  mehr als zwei Stunden gedauert), war sie schon etwas genervt. Früher (sie meint bis das Anfang dieses Jahrhunderts von den Israelis Grenzzaun/Mauer errichtet wurde) habe sie für die knapp 6 km von ihrem Dorf Zatara bis zum Ölberg 20 Minuten gebraucht, heute waren es insgesamt mehr als 3 (!) Stunden.</p>
<p><figure id="attachment_3808" aria-describedby="caption-attachment-3808" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3808" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/altstadt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/altstadt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/altstadt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/altstadt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3808" class="wp-caption-text">Heute in der Altstadt mitten im muslimischen Viertel gesehen: Siedler haben einen (ersten) Verkaufsstand eröffnet, ich meine der Ärger mit den muslimischen Ladenbesitzern ist vorprogrammiert </figcaption></figure></p>
<p>Sicherlich hat der eine oder andere mitbekommen, dass (zeitgleich mit mir J) auch unser neuer Außenminister Heiko Maas zu seinem „Antrittsbesuch“ in Israel und (ganz kurz auch) Palästina gemacht hat. Es gab bei uns in Deutschland ziemlich zwiespältige Reaktionen auf seinen Besuch. Gerade im Vergleich zu seinem Vorgänger Gabriel, wurde der Besuch von vielen aus den palästinensischen Unterstützungsgruppen, als Israel „anbiedernd“ empfunden. Während sich Gabriel genau vor einem Jahr (ebenfalls bei seinem Antrittsbesuch als Außenminister) &#8211; sehr zum Unwillen des israelischen Regierungschefs Netanyahu &#8211; auch mit israelischen NGO wie „Breaking the Silence“ getroffen hatte, habe Maas das Wort „Siedlungsbau“ noch nicht einmal in den Mund genommen. Ich verweise in diesem Zusammenhang gerne auf den heute erschienen Kommentar der oft „scharfzüngigen“ Tochter des ersten Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, <a href="http://sicht-vom-hochblauen.de/53345-2/" target="_blank" rel="noopener">Evelyn Hecht-Galinski</a>. Außerdem habe ich in meinem Blog &#8211; unter Gastkommentare -den etwas diplomatischer daher kommenden Kommentar des Journalisten Arn Strohmeyer eingestellt: <a href="http://marius-blog.de/im-buessergewand/" target="_blank" rel="noopener">„Im Büßergewand“</a></p>
<p><figure id="attachment_3809" aria-describedby="caption-attachment-3809" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3809" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Markt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Markt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Markt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Markt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3809" class="wp-caption-text">mit Fatima auf dem Jerusalemer Markt</figcaption></figure></p>
<p>Ich möchte gerne im Zusammenhang mit der deutschen Außenpolitik auf die Aussagen zum Konflikt Israel&amp;Palästina in der Koalitionsvereinbarung hinweisen. Hierzu hat die Nahost-Kommission von pax christi (deren Mitglied ich seit 2012 bin) in den letzten Wochen einen Kommentar abgegeben. <a href="https://www.paxchristi.de/meldungen/view/5812430965833728/Deutsche%20Nahostpolitik%20auf%20dem%20Prüfstand" target="_blank" rel="noopener">Hier ist der Link</a></p>
<p>Es wird sicherlich interessant zu beobachten sein, wie sich in Zukunft die neue Bundesregierung, vor dem Hintergrund ihrer eigenen (Koalitions-) Ziele in Wort und Tat verhalten wird.</p>
<p><figure id="attachment_3810" aria-describedby="caption-attachment-3810" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3810" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schafe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schafe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schafe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schafe-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3810" class="wp-caption-text">auch heute noch ziehen die Schafe durch Bethlehem</figcaption></figure></p>
<p>So bin ich dann zum Abend hin wieder &#8222;auf die andere Seite&#8220; gewechselt und werde jetzt bis nächste Woche Samstag wieder in der &#8222;Abrahams-Herberge&#8220; zum Abend mein müdes Haupt betten.<br />
Heute ist Ekki Drost in Bethlehem angekommen. Ich kenne ihn aus meiner Unterstützungsarbeit in Deutschland. Ekki war schon einige Male hier in der Region. Im Herbst 2011 und im Frühjahr 2013 war er jeweils für drei Monate als Menschenrechtsbeobachter des Weltkirchenrates bei <a href="http://www.eappi-netzwerk.de" target="_blank" rel="noopener">EAPPI</a> engagiert. In Deutschland ist es u.a. Mitglied im Verein „<a href="https://www.bib-jetzt.de" target="_blank" rel="noopener">Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung</a>“ (BIB). Er hat über seine Erlebnisse hier in der region drei Bücher geschrieben. Er war auch Mitherausgeber des 2015 erschienen (zweiten) Buches über das Engagement von Reuven Moskovitz.</p>
<p><figure id="attachment_3811" aria-describedby="caption-attachment-3811" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3811" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Mandeln-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Mandeln-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Mandeln-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Mandeln-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3811" class="wp-caption-text">aktuell sehr beliebt:<br />Mandeln die man so grün ist (mit Schale) und Bohnen</figcaption></figure></p>
<p>Mit Ekki werde ich in den nächsten Tagen einige Unternehmungen machen und dabei von den Kontakten profitieren, die er sich hier bei seinen zahlreichen Besuchen erworben hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Schweigen brechen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Oct 2014 06:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Tagen hatte ich die Möglichkeit an einem Gesprächsabend mit Yehuda Shaul dem Gründer der Gruppe ehemaliger israelischer Soldaten „Breaking the Silence“ teil zu nehmen. Yehuda, 31 Jahre alt, war von 2001 bis 2004 <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/das-schweigen-brechen/" title="Das Schweigen brechen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen hatte ich die Möglichkeit an einem Gesprächsabend mit Yehuda Shaul dem Gründer der Gruppe ehemaliger israelischer Soldaten „Breaking the Silence“ teil zu nehmen. Yehuda, 31 Jahre alt, war von 2001 bis 2004 -wie alle männlichen Israelis- für drei Jahre beim Militär. (Frauen müssen 2 Jahre) Zuletzt befehligte er 120 Soldaten.</p>
<p><figure id="attachment_1999" aria-describedby="caption-attachment-1999" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1999" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-300x200.jpg" alt="Yehuda Shaul (re)" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000667-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1999" class="wp-caption-text">Yehuda Shaul (re)</figcaption></figure></p>
<p>Er stammt aus einer eher konservativen („rechten“) Familie. So wohnt seine Schwester beispielsweise auch in einer Siedlung in Palästina. Während seiner Dienstzeit war er 2 Jahre in der Westbank stationiert, davon 14 Monate in Hebron. Sein Lebensplan vor der Militärzeit war: erst Kampfsoldat, anschließend ein längerer Besuch bei Verwandten in Kannada, dann „zum Abhängen“ nach Indien und schließlich an der hebräischen Universität jüdische Philosophie studieren. „Normale“ Pläne wir sie viele jungen Leute heute in Israel haben. Hebron habe im jedoch „die Augen geöffnet“ 4-5 Monate vor Ende seiner Dienstzeit begann er seine Militärzeit zu reflektieren „in den Schuhen eines Zivilisten“ Er kam zu dem Ergebnis das 90 % seiner Tätigkeit in der Westbank „keinen Sinn“ geben würde. Er hat dann mit Kammeraden gesprochen die ähnlich fühlten und dachten – das war der Start von „Breaking the Silence“</p>
<p>Die eigene Gesellschaft habe gar keine Ahnung was das Militär „auch in ihrem Namen“ macht. Wir wollten „Hebron nach Tel Aviv bringen“ , wir wollten der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. „Sie soll die moralische Verantwortung übernehmen, keiner soll sagen können er habe es nicht gewußt“</p>
<p><figure id="attachment_2000" aria-describedby="caption-attachment-2000" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000189.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2000" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000189-300x225.jpg" alt="Soldaten in Hebron" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000189-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1000189.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2000" class="wp-caption-text">Soldaten in Hebron</figcaption></figure></p>
<p>Es begann im März mit einer Ausstellung mit Reports von 64 Soldaten. Diese Ausstellung wurde von mehr als 7000 Menschen besucht. Sie war „das Thema der Woche“ in Israel. Selbst das Parlament die Knesset beschäftigte sich damit. Auch die Resonanz bei den Soldaten war groß, viele meldeten sich bei der neuen Gruppe um größtenteils anonym zu berichten. „Das hat uns bewegt weiter zu machen“</p>
<p>Die Gruppe hat zwei Schwerpunkte:</p>
<ol>
<li>Die Dokumentation von Interview mit den Berichten der Soldaten im Alter von 19-Mitte 30. Hier gibt es mittlerweile mehr als 1000 Reports aus dem Zeitraum von 2000-2014. Alle Angaben die anonym bleiben, werden vor der Veröffentlichung überprüft. Und mit den Fakten abgeglichen. Mittlerweile ist eine Sammlung dieser Reports auch in deutscher Sprache in Buchform erschienen.</li>
<li>Es werden Vorträge gemacht, Ausstellungen (so 2012 im Willi-Brandt-Haus der SPD-Zentrale in Berlin). Auch werden Touren in Israel angeboten die an die Orte im Westjordanland führen wo die Soldaten eingesetzt waren. Siehe hierzu auch meinen Blogbericht vom Juni 2013</li>
</ol>
<p>Dann berichte Yhuda von seinem Einsatz im Westjordanland:</p>
<p><figure id="attachment_2001" aria-describedby="caption-attachment-2001" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P10002141.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2001" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P10002141-300x225.jpg" alt="Besatzungs&quot;Alltag&quot; in Hebron Konfrontation zwischen Jugendlichen und dem Militär " width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P10002141-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P10002141.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2001" class="wp-caption-text">Besatzungs&#8220;Alltag&#8220; in Hebron<br />Konfrontation zwischen Jugendlichen und dem Militär</figcaption></figure></p>
<p><em>„Unser Konzept ist die Palästinenser die Präsenz des Militärs spüren zu lassen (die Armee ist überall), unsere Macht fühlbar zu machen</em></p>
<p><em>der einzige Weg: den Menschen Angst machen, dann den Level erhöhen</em></p>
<p><em>tägliche Aufgaben sind Checkpoints und Siedlung bewachen</em></p>
<p><em>darüberhinaus am Tag bis zu fünf Hausdurchsuchungen durchführen: ob fünf in einer Stunde, ein Haus (oder fünf) in einem Dorf, fünf Häuser in fünf Dörfern, alles  was wir tun ist beliebig</em></p>
<p><em>bei Checkpoints: halten wir jeden fünften an, oder alle gelben oder weißen Autos</em></p>
<p><em>Hausdurchsuchungen sind meist Nachts: gehen wir in das haus oder das nächste, sind wir drin dann Frauen rechts Männer links, manchmal machen wir nur Krach oder kommen über die Balkone, oder vom Dach. </em></p>
<p><em>Das alles geschieht seit 2000 (Beginn der 2. Intifada): 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Das Konzept ist einfach: jeder Palästinenser soll wissen: hier ist immer Militär, sie sollen sich permanent verfolgt fühlen.</em></p>
<p><em>Der Staat will die absolute Kontrolle über die Palästinenser – warum sollte wir das ändern wollen, die Besatzung ist auf lange Zeit angelegt und funktioniert zur Zeit aus Sicht der israelischen Verantwortlichen gut.&#8220;</em></p>
<p>Und dennoch hat Yehuda Hoffnung das die Besatzung endet „das er das noch in seiner Lebenszeit erleben wird. Wer hat 1985 daran geglaubt dass Mandela sechs Jahre später Präsident von Südafrika wird? Oder die Berliner Mauer einstürzt?&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe zum Thema auch meine Blog-Berichte <a title="“Ich lernte Menschen nicht mehr als Menschen wahr zu nehmen”" href="http://marius-blog.de/blog/ich-lernte-menschen-nicht-mehr-als-menschen-wahr-zu-nehmen/" target="_blank">vom 30. Juni</a> und <a title="“Kafka” im Westjordanland" href="http://marius-blog.de/blog/kafka-im-westjordanland/" target="_blank">1. Juli 2013</a></p>
<p>Und die Internetseite von Medico International: <a href="http://www.medico.de/themen/menschenrechte/nahost/dokumente/breaking-the-silence/4283/" target="_blank">http://www.medico.de/themen/menschenrechte/nahost/dokumente/breaking-the-silence/4283/</a></p>
<p>Sowie ein Beitrag über Yehuda aus dem Jahre 2008 in „Chrismoon“:</p>
<p><a href="http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2008/das-zweite-leben-des-yehuda-shaul-725" target="_blank">http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2008/das-zweite-leben-des-yehuda-shaul-725</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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