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	<title>Fatima &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Daoud`s düstere Zukunftsvisionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2025 21:58:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für einen gerechten Frieden Frühjahr 2025]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Sumaya Farhad Naser]]></category>
		<category><![CDATA[Talitha Kumi]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern sind wir nach dem Besuch der „Reifenschule“ „umgezogen“. Mit einem Taxi sind wir die etwa 15 km von Jerusalem nach Beit Jala gefahren. Es war ein ziemlich problemloser Wechsel von israelischem Gebiet in die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daouds-duestere-zukunftsvisionen/" title="Daoud`s düstere Zukunftsvisionen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Gestern sind wir nach dem Besuch der „Reifenschule“ „umgezogen“. Mit einem Taxi sind wir die etwa 15 km von Jerusalem nach Beit Jala gefahren. Es war ein ziemlich problemloser Wechsel von israelischem Gebiet in die Westbank. Zwar haben wir nicht den „Tunnel-Checkpoint“ genommen, den ich früher (vor dem 7.10.23) gefahren bin, sondern einen kleinen Straßencheckpoint in der Nähe des Jerusalemer-Bibel-Zoo. Ohne, dass wir angehalten (gar kontrolliert) wurden konnten wir den Kontrollpunkt passieren. Unser (palästinensische) Fahrer machte uns allerdings darauf aufmerksam, dass der Kontrollpunkt in den letzten Monaten verlegt wurde: die jetzige Stelle ist etwa 1 km weiter ins Westjordanland hinein verlegt und somit, so der Fahrer, das Gebiet der Stadt Jerusalem entsprechend, ohne irgendeine Erlaubnis oder Abmachung, vergrößert worden. So etwas nennen die Palästinenser, ich meine zurecht, „Landraub“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5073" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/CE72267C-7C09-46B5-8B7B-4EF4C4CDC839-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Immer mehr dieser Tore sieht man an den Straßen in der Westbank. Sie werden kurzfristig geschlossen und damit ist der Verkehr gestoppt</p>



<p>Wir sind die nächsten vier Nächte im Gästehaus von <a href="https://www.talithakumi.org/de/evangelische-bildung-in-palaestina-perspektiven-in-zeiten-der-krise/">Talitha Kumi </a>untergebracht. Das Haus, in dem ich schon häufiger zu Gast war liegt mitten im Schulgelände der von deutschen Diakonissinnen aus Kaiserswerth gegründeten Schule.</p>



<p>Beim Abendesse trafen wir u.a. den neuen Schulleiter Birger Reese. Noch überraschender war für mich die Begegnung mit <a href="https://www.srf.ch/news/international/nahost/krieg-in-nahost-kritik-an-hamas-es-ist-gefaehrlich-aber-es-ist-meine-aufgabe">Sumaya Farhat Naser.</a>&nbsp;&nbsp;Sie, die an dieser Schule selbst Schülerin war, unterrichtet seit Jahren die Schüler:innen dieser schule, aber auch der Schmidt-Schulein Jerusalem (Träger dieser Schule ist der Deutsche Verein vom Hl. Land) in „gewaltfreier Kommunikation“. Da nun hier eine Lehrerin erkrankt ist, hat sie spontan den ganzen Unterricht für einige Tage unternommen.</p>



<p>Eine absolut interessante Frau, wie ich mal wieder beim einsamen Frühstücksgespräch feststellen durfte, die im Laufe der Jahre viele Bücher geschrieben hat. Das erste und mit erfolgreichstem Buch hatte den Titel „Thymian und Steine“. Ich fragte sie nach der Motivation für ihr erstes Buch: sie wollte den Menschen erklären was es heißt als Palästinenserin aufgewachsen und leben zu &#8222;müssen&#8220;. Mehr zu dieser großartigen und mutigen Frau findet ihr in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sumaya_Farhat-Naser">Wikipedia.</a> Zur aktuellen Situation hat sie im vergangenen Jahr ein Interview im Schweizer Radio gegeben. Dem regelmäßigen Leser:in meines Blogs ist auch bekannt, dass Sumaya mit Fatima seit der gemeinsamen Schulzeit, hier auf Talitha Kumi, befreundet ist. Hierüber berichtet ein<a href="https://www.youtube.com/watch?v=kdK6anem1tc"> toller Film</a></p>



<p>Leider hat sich das Wetter hier, im Gegensatz zu Deutschland, verschlechtert. Heute morgen ist es kalt, regnerisch mit einem böigen Wind.  Genau für heute hatten wir den Besuch auf dem Weinberg eingeplant.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5492" style="width:724px;height:auto" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/E0831E3F-ADEC-4F60-BC9A-5DFE1D05C906-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Am Eingang des Geländes des Weinberges wurde vom Militär ein Erdwall geschüttet, der dann von den palästinensischen Nachbarn mit Unrat &#8222;verziert wurde.</p>



<p>Daoud holte unsere kleine Gruppe an dem hinteren Eingang des Schulgeländes ab.&nbsp;&nbsp;Das Gelände der Schule hat die Besonderheit, dass der große Eingang vom C-Gebiet kommt, während der hintere (kleine) Eingang in die die A-Zone führt, zum der die israelischen Bürgere keinen Zutritt haben. So konnten in der Vergangenheit immer wieder mal Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern auf dem Gelände der Talitha-Kumi-Schule stattfinden</p>



<p>Zum Thema „Zonengebiete“ habe ich unter Geschichte &amp; Historie hier in meinem Blog weitere Erklärungen festgehalten.</p>



<p>Ich hatte natürlich durch meine regelmäßigen Kontakte zu Daoud, erfahren, dass der Zugang zum Gelände nur noch über die beiden in der Nachbarschaft liegenden palästinensischen Dörfer Hussain und Nahalin möglich ist. Der Zugang über die Straße 60 ist nicht möglich. Die israelische Militärverwaltung hat das Gebiet zum Sperrgebiet erklärt, eine übliche Methode. Der Weg über „die Dörfer“ ist sehr schwierig, die Straßen sind schlecht, es sind Steigungen zu nehmen, die ein normaler Reisebus nicht schafft. Da derzeit auss bekannten Gründen ja keine Gruppen unterwegs sind, ist es noch kein Problem. Die Frage ist aber für die „Zeit danach“ wann immer sie sein wird. Früher vor dem 7. Oktober 23, und auch vor Corona kamen im Jahr über 5000 Menschen auf den Weinberg. Hier bedarf es dringend auch von der deutschen Regierung unterstützende Maß0nahmenb, damit der Zugang von der Straße 60 wieder ermöglicht wird</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5493" style="width:607px;height:auto" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/2BA1F91F-17A6-45CF-9089-044C23C134FD-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a></figure>



<p>An einer Karte erklärte uns Daoud die vielen Änderungen in der Region des Weinberges: </p>



<p>Leider war hatte sich ja das heutige Wetter der allgemeinen Stimmungslage angepasst. Auf 900 m Höhe auf dem Gelände des Weinberges herrschte wirklich herbstliche Stimmung. In der Versammlungshöhle trafen wir auf eine kleine, sechsköpfige Senioren-Gruppe (Altersdurchschnitt 79 Jahre) aus den Niederlanden, die sich als Volontäre für einige Wochen auf dem Weinberg nützlich machen. Auch für sie war das heutige Wetter Anlass, einmal eine Pause zu machen. Noch gestern haben sie 200 Weinstöcke gepflanzt, nachdem im letzten Jahr hunderte Weinstöcke zerstört wurden, zerstört von Palästinensern, die so vermutet Daoud von Israelis mit Geld dazu animiert wurden. Dies ist natürlich im Empfinden für Daoud und seine ganze Familie besonders hart, wenn die eigenen „Landsleute“, für die er letztlich ja auch seinen Kampf um sein(palästinensisches) Land führt, mit solchen Attacken ihm in den Rücken fallen.</p>



<p>Seit einigen. Wochen haben sich direkt am Zaun palästinensische (!) Arbeiter begonnen die Infrastruktur für eine Siedlung aufzubauen. Vor einigen Monaten wurde bereits ein Fahrweg zu dieser Stelle planiert. Wenn es tatsächlich dazu kommt, dass in unmittelbarer Nähe des Geländes des Weinberges sich israelische Siedler niederlassen, muss befürchtet werden, das „zum Schutz des Siedler“ das angrenzende Grundstück der Familie Nassar nicht mehr betreten werden darf. Rechtliche Maßnahmen kann die Familie Nassar nicht unternehmen. Der palästinensische Besitzer dieses Nachbargrundstückes hat scheinbar nichts unternommen oder ggf. schon das Grundstück an die Israelis verkauft. Alles in allem der Druck auf die Familie Nassar wird immer größer.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5494" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2025/03/C6442FE3-5230-4906-A349-1F0F92A3D59F-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Direkt am Zaun die Bauhütten der pal. Arbeiter, im Hintergrund die immer wachsende Siedlung Neve Daniel </p>



<p>Da ist es nur eine Randnotiz, dass bisher noch Unbekannte vor einigen Monaten den Esel vom Grundstück „gestohlen“ haben.</p>



<p>In einem längeren Gespräch mit Daoud entwickelte er uns seine düstere Vision für die Zukunft. Er befürchtet, dass es nach dem Ramadan weiter schwieriger wird. Alles deutet für ihn darauf hin, dass der große Siedlungsblock Gush Etzion, zu dem auch die umliegenden Siedlungen gehören bald ganz annektiert wird. Die Bewohner:innen der in dieser Region sich befindlichen 5 palästinensische Dörfer, werden „freiwillig gezwungen“ nach Bethlehem umzuziehen. Druck wird damit gemacht, dass der Weg zur Arbeit in Bethlehem immer öfters durch geschlossen Checkpoints erschwert oder unmöglich gemacht wird. Dann haben wir in den größeren Städten des Westjordanlandes „Homelands“ die wie der Gazastreifen mit Checkpoints an allen Ausfahrtsstraßen abgesperrt werden können.</p>



<p>Für die Palästinenser:innen bleiben so Daoud 3 Optionen:</p>



<p>Gewalt; als Sklaven zu Arbeiten oder das Land zu verlassen. Seit dem 7. Oktober haben 147 Familien bereits die dritte Option gewählt. Von Seiten der aktuellen politischen Autorität (PA) erwartet er überhaupt nichts. Obwohl in den letzten Wochen mehr als 40 tausend Palästinenser:innen aus den Flüchtlingslagern im Norden der Westbank durch die Israelische Armee vertrieben wurden, hat es seitens der Palästinensischen Führung keinerlei Reaktion gegeben. Aber auch die übrige Welt schaut zu.</p>



<p>Zu diesen wirklich düsteren Aussichten passte auch das Wetter den ganzen Tag.&nbsp;</p>



<p>Es war richtig kalt und nass</p>



<p><strong>Tageszitat zum 20. März aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em><br><em>Es ist doch unser und euer Herr.&nbsp;<br>Uns kommen unsere Werke zu&nbsp;<br>und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)</p>
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		<title>Hoffnungszeichen erscheinen und verschwinden wie Regenbogen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 20:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Graffiti]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich (mal wieder) „auf die andere Seite“, von Bethlehem nach Jerusalem gewechselt. An der Mauer die Israel und die Westbank trennt, sieht man viele Graffitis. Seit der Errichtung der Mauer sind sie, wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/hoffnungszeichen-erscheinen-und-verschwinden-wie-regenbogen/" title="Hoffnungszeichen erscheinen und verschwinden wie Regenbogen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute bin ich (mal wieder) „auf die andere Seite“, von Bethlehem nach Jerusalem gewechselt. An der Mauer die Israel und die Westbank trennt, sieht man viele Graffitis. Seit der Errichtung der Mauer sind sie, wie vor allem hier in Bethlehem, künstlerischer Ausdruck des Widerstandes und der politischen Meinungsäußerung. Manche der Graffitis drücken Verzweiflung aus, andere Schmerz und wieder andere Hoffnung. Hoffnung spiegelt auch das Bildnis einer Ikone, auf die mich ein Bericht von Simon, eines der Freiwilligen&nbsp;am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) des Ökumenischen Rates der Kirchen aufmerksam gemacht hat. Etwas versteckt (rechts vom großen Tor für den Autotransfer am Checkpoint 300) findet man das Bildnis von Maria&nbsp;die sich mit der Hand an die Stirn fasst, als ob sie in großem Schmerz ist. Erstellt wurde das Bildnis 2010 vom Künstler Ian Knowles</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5344" width="560" height="420" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">die Mauer-Madonna</figcaption></figure>



<p>Simon schreibt in seinem Bericht:</p>



<p><em>Für den Künstler ist dieser Schmerz das Leiden der Christ:innen vor Ort unter der Besatzung….</em>&nbsp;<em>Das etwa 20-minütige Gebet am Freitagabend, an dem manchmal nur eine einstellige Anzahl von Personen, manchmal aber auch größere Gruppen teilnehmen, ist nicht spektakulär. Seine Intensität bekommt es viel mehr durch seine Beständigkeit und die Treue der Teilnehmenden seit vielen Jahren. Während des Rosenkranzgebets wird immer wieder Maria angerufen. Das Vaterunser wird gesprochen und zum Abschluss ein Lied gesungen.</em></p>



<p><em>Im Arabischen gibt es einen Begriff für diese Form der Standhaftigkeit: „sumud“.&nbsp;Sumud&nbsp;meint dabei keinen heroischen Akt der Befreiung durch Menschen, die unter Unterdrückung leben, sondern die entschiedene Resilienz, dass Aufgeben letztlich keine Option ist trotz täglich erlittenen Unrechts und zum Teil traumatischer Erfahrungen.</em></p>



<p>Den ganzen Beitrag könnt ihr <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/our-lady-who-brings-down-walls/#_ftn1" data-type="URL" data-id="http://www.eappi-netzwerk.de/our-lady-who-brings-down-walls/#_ftn1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier lesen</a></p>



<p>Bevor ich über den Checkpoint bin habe ich mich nochmal mit Fatima getroffen.</p>



<p>Sie hat sich heute um eine alte Frau gekümmert, der das Hörgerät von ihrem verstorbenen Mann angepasst werden sollte. Es stellte sich heraus, dass diese Frau eine mehr als interessanten Vergangenheit hier in Palästina hat. Seit 1967 (in den Wirren des 6-Tagekriges hat sie begonnen) hat sich die gebürtige Französin, sie heißt Marle‘ne Schultz, um Waisenkinder gekümmert, denen sie mit anderen in der Organisation Christlicher Friedensdienst (cfd) in El Azarie/Bethanien bei Jerusalem ein Heim und eine Familie bot. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch festgehalten, das 2003 im Lamuv-Verlag erschienen ist: „Die Waisenkinder von Bethanien“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5345" width="662" height="497" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">die 91 jährige Marle&#8217;ne mit Fatima</figcaption></figure>



<p>Sie hatte das Buch dabei. Während sie zur Anpassung des Hörgerätes war, hatte ich die Möglichkeit im Buch zu blättern. Eine interessante Geschichte.</p>



<p>Das Buch endete mit einem schönen Text:<br><em>Hoffnungszeihen erscheinen und verschwinden wie ein Regenbogen. Der Künstler Sliman Mansour (vom dem ja auch das Relief in Talitha Kuni stammt von dem ich vorgestern berichtete) hat einen Regenbogen festgehalten. Lebenskünstler sind wir, wenn wir es lernen, Hoffnungsschimmer festzuhalten. Herr, lass sie uns sehen, auch wenn Trauer unsere Blicke verschleiern. Lass uns Regentropfen sein dem Dein Licht sich spiegeln kann, damit für andere Zeichen der Hoffnung leuchten können</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="299" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg" alt="" class="wp-image-5346" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg 400w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-300x224.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">das Amal-Hoffnungs Bild von <a rel="noreferrer noopener" href="https://slimanmansour.com/about-the-artist-sliman-mansour/" data-type="URL" data-id="https://slimanmansour.com/about-the-artist-sliman-mansour/" target="_blank">Sliman Mansour</a></figcaption></figure>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Nach Frieden und Gerechtigkeit zu streben, ist heute die höchste Berufung der Kirche in Israel-Palästina und zugleich deren größte Herausforderung. (Marc Ellis)</em></p>
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		<title>Regen bringt Segen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 21:59:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Ma Saba]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute morgen hatte der Himmel, wie schon gestern, all seine Schleusen geöffnet. Das Regenwasser stürzt dann die Straßen und Gassen herab, denn Rinnsteine oder ganz zu schweigen von Kanälen, in denen das Wasser ablaufen kann, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/regen-bringt-segen/" title="Regen bringt Segen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute morgen hatte der Himmel, wie schon gestern, all seine Schleusen geöffnet. Das Regenwasser stürzt dann die Straßen und Gassen herab, denn Rinnsteine oder ganz zu schweigen von Kanälen, in denen das Wasser ablaufen kann, gibt es hier nicht.<br>Hier freut man sich, wenn es regnet, denn es kommt so selten vor. So hat es vom April letzten Jahres bis zum Januar diesen Jahres, also gut 9 Monate, nicht geregnet.</p>



<p>Schön für unsere Reisegruppe, dass der Regen rechtzeitig aufhörte, als wir unser erstes tagesziel, das wunderschön gelegene griechisch-orthodoxe <a href="https://www.land-der-bibel.de/bethlehem/kloster-mar-saba/kloster-mar-saba.htm" data-type="URL" data-id="https://www.land-der-bibel.de/bethlehem/kloster-mar-saba/kloster-mar-saba.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kloster Ma Saba </a>erreichten. Ihr findet einiges zum Kloster unter dem untenstehenden Stichwirt oder in diesem Link. Heute gingen einige Männer (nämlich nur die, dürfen hinein) in das Klostergelände. Die anderen sind ein wenig am Rande der tiefen Schlucht, die das Kidrontal hier bildet in die Wüste gewandert. Bedingt durch den starken Regen am Vormittag floss überall Wasserströme zu Tale.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5249" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-80x60.jpeg 80w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853.jpeg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kloster Ma Saba </figcaption></figure>



<p>Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Zatara gemacht wo uns Fatima schon erwartete. Was soll ich zu Fatima (oder Im Magdolin, wie sie hier nach dem Namen ihrer jüngsten, behinderten Tochter genannt wird) noch schreiben. Es ist (fast alles) von ihr (über sie) in diesem Blog festgehalten.</p>



<p>Auch diese Gruppe spürte gleich, welch besondere Frau Fatima ist. Natürlich hat sie uns leckere arabische Speisen zubereitet. Als „Vorgeschmack gab es wunderbar schmeckendes, frisch gebackenes daher noch warmes Brot, mit dem Hinweis nur ganz wenig davon zu essen, denn es sollte noch eine große Platte mit köstlichen Speisen geleert werden. Natürlich hat Fatima von ihrer Familie erzählt aber auch von den aktuellen Sorgen die sie derzeit bewegen. So hat sie Ihr Engagement mit der deutschen Behindertenhilfe zwar offiziell beendet, aber nachwievor wird sie von den Familien um Hilfe gebeten, jetzt aber ohne die finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisation. Irgendwie war auch das Thema Abfallentsorgung ein Thema. Wie erfuhren, dass hier der Müll, der nicht in Mülltonnen gesammelt wird ,sondern in Containern, die verteilt an der Straße stehen, einmal monatlich (es kann aber auch schon mal 6 Wochen dauern) abgefahren wird. Man kann sich gut vorstellen, was mit diesem Müll geschieht, wenn er solange in der sommerlichen Hitze liegen bleibt. Es stinkt, Tiere reisen die Müllsäcke auf und der Inhalt verteilt sich auf dem ganzen Gelände. Die Menschen hier sind bereit 10.000 € und mehr für eine Hochzeit zu zahlen, aber nicht mal 10 Schekel für die Müllentsorgung, klagt Fatima. Es sei der Charakter diese Gesellschaft hier (vor dem Hintergrund einer fehlende Erziehung), die nichts dabei findet, den Müll einfach irgendwo zu entsorgen oder auch einfach in Brand zu setzen. Von Seiten des Staates/der Kommunen wird ebenfalls zur Behebung dieses Zustandes nichts unternommen. So musste ich auch in dem „Welterbeort“ Battir ebenfalls feststellen, dass das ganze Ortsbild, für mich, einen ziemlich vermüllten Eindruck hinterließ. Da werden schöne Flyer erstellt, das sicherlich auch, um Touristen anzulocken, aber keiner sorgt sich um das Bild was der Ort abgibt. Für mich nicht nachvollziehbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5250" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fatima mit Tochter Magdolin</figcaption></figure>



<p>Unsere dritte Tagesstation war die Geburtskirche in Bethlehem. Hier empfing unsere Gruppe Faten Mukarker, die der Gruppe, in ihrer unnachahmlichen arabischen Erzählkunst, uns Infos und Geschichten zu dieser besonderen Kirche, aber eben auch zu vielen anderen (oftmals auch politischen) Dingen des palästinensischen Alltages gab.</p>



<p>Anschließend besuchten wir das <a rel="noreferrer noopener" href="https://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren-und-im-karton-abgelegt/" data-type="post" data-id="3206" target="_blank">Kinderheim La Chreche</a>, von dem ich auch schon des häufigeren geschrieben habe. In ihm wachsen zum einen solche Kinder auf, die in der muslimischen Welt nicht erwünscht sind, weil sie die „Ehre“  einer Familie beschädigt haben. Es sind Kinder, die aus nicht erlaubten Beziehungen stammen, vielfach innerhalb der Familie oder in einer außerehelichen Beziehung gezeugt wurden. Dazu kommen Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen. Derzeit leben 50 Kinder in der Einrichtung die von französischen Schwestern geleitet wird. Diese so wichtige und in Palästina einzigartige Einrichtung wird ausschließlich über Spenden finanziert. <a href="https://www.christen-helfen-christen.de/index.php/projekte/laenderprojekte-im-hl-land/palaestinaensische-autonomie/unterstuetzung-der-findelkinder-in-der-creche" data-type="URL" data-id="https://www.christen-helfen-christen.de/index.php/projekte/laenderprojekte-im-hl-land/palaestinaensische-autonomie/unterstuetzung-der-findelkinder-in-der-creche" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier gibt es eine Spendenmöglichkeit in Deutschland </a></p>



<p>Zum Abend waren wir bei Faten Mukarker zu Hause. Bei einem leckeren arabischen Essen hat sie uns ihre Familiengeschichte erzählt.</p>



<p>Bedingt durch einen für mich anstrengenden Tag, der eben jetzt erst kurz vor Mitternacht endet, verweise ich heute auf meine zahlreichen Links zu den verschiedenen Tageszielen und eben auch auf die Stichworte zum Ende des Berichtes, der euch zu meinen zahlreichen Berichten von Fatima, Faten und Le Creche führt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5251" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">arabischer Kaffee to Go</figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em><br><em>Es ist doch unser und euer Herr.&nbsp;<br>Uns kommen unsere Werke zu&nbsp;<br>und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)<em></em></p>



<p></p>
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		<title>￼Mafiöse Zustände und Blutrache in Fatimas Dorf</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/%ef%bf%bcmafioese-zustaende-und-blutrache-in-fatimas-dorf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 18:37:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich wieder im Fatima verabredet. Wie üblich bin ich mit dem Bus 231 der pal. Busgesellschaft vom Damaskus-Tor auf die etwa 15 km lange Strecke über Beit Jala nach Bethlehem gefahren. Bedingt <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/%ef%bf%bcmafioese-zustaende-und-blutrache-in-fatimas-dorf/" title="￼Mafiöse Zustände und Blutrache in Fatimas Dorf">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute hatte ich mich wieder im Fatima verabredet. Wie üblich bin ich mit dem Bus 231 der pal. Busgesellschaft vom Damaskus-Tor auf die etwa 15 km lange Strecke über Beit Jala nach Bethlehem gefahren. Bedingt durch den jüdischen Schabbat, war das Verkehrsaufkommen in Jerusalem sehr gering, so dass ich nach etwa 45 Minuten die Bus-Station auf der Hebron-Straße zwischen Bethlehem und Beit Jala erreicht habe.&nbsp;</p>



<p>Hier hat mich Fatima abgeholt und wir sind nach Za`tara gefahren. Unterwegs haben wir noch eine alte Frau aus ihrem Dorf mitgenommen. Die Frau sei so arm, so Fatima, dass sie immer hofft, dass jemand aus dem Dorf sie mit dem Auto mitnimmt. Sie sei als 3. Frau verheiratet gewesen, habe eine Tochter bekommen, aber ihr Mann hat sich von ihr wieder scheiden lassen und, wie es hier so üblich ist, die gemeinsame Tochter nach der Scheidung behalten. Diese Tochter wiederum ist mit einem Mann verheiratet, dessen Bruder (Mitte 30) vor etwa 8 Wochen in einer nächtlichen Schießerei umgekommen ist.   </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5010" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/04B08E99-8397-44CA-AB2C-0968A6CA1DA1-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>Das Bild des ermordeten Mannes ist an der Moschee angebracht </figcaption></figure>



<p>Hintergrund der Schießerei sei gewesen, dass von diesem ermordeten Mann Geldzahlungen gefordert wurden, die dieser nicht bereit war zu zahlen. Wie viele Männer in ihrer Gegend, so Fatima, hatte der Ermordete eine Waffe, die oftmals von jüdischen Siedlern verkauft werden. Allerdings hatte er diese Waffe gerade versteckt, da man ihn informiert hatte, dass die israelische Polizei wüsste das er eine Waffe habe und sie eine Durchsuchung planten. Offiziell dürfen Palästinenser keine Waffe besitzen</p>



<p>Es kann gemutmaßt werden, dass diese Durchsuchungsankündigung fingiert war, denn in der besagten Nacht im Januar 2020, als die tödlichen Schüsse fielen, kamen die Männer, die von ihm Geld gefordert hatten (ebenfalls) mit Waffen. Der junge Mann lehnte weiterhin ab Geld zu zahlen und hat wohl Steine auf die Angreifer geworfen. Diese haben ihn dann erschossen. Mittlerweile sind diese Männer inhaftiert aber damit kehrt keine Ruhe ein. Die Familie des Getöteten wollen nun Rache nehmen und sind schon öfters in der Nacht in das in der Nähe liegende Dorf gefahren und haben sich Schießereien mit den Familien der Täter geliefert. Nach Meinung von Fatima werden sie erst Ruhe geben, wenn sie den „Besten“ dieser Familien getötet haben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5011" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7C6593F0-FC43-40A9-9507-1EC484951F84-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>Hier fand die nächtliche Schießerei im Januar 2020 statt</figcaption></figure>



<p>Natürlich musste ich gleich an die Vorgänge rund um den Weinberg der Familie Nassar denken, wobei in diesem Fall es eben keine Beteiligung der Israelis gibt, sieht man einmal von dem lukrativen Waffenhandel ab, den israelische Siedler wohl in großem Stil betreiben.</p>



<p>Ich kann gut verstehen, wenn Fatima schon oft über die gesetzlosen Zustände in ihrem Dorf klagt.</p>



<p>Fatima hatte wie immer an Freitagen und Samstagen, Besuch ihrer Kinder und einer Vielzahl Ihrer mittlerweile 20 Enkelkindern. Es gab wieder ein leckeres Frühstück, mit frischgebackenem (leckeren) Brot. Fatima hatte mir vor Jahren schon einmal eine „Einweisung“ gegeben, wie man richtig mit den Händen isst. Heute erzählte sie mir, dass es schon etwas anderes sei, ob man dem Magen das Essen mit der Gabel oder eben mit der (rechten) Hand zuführt. Wenn die Speise mit der Hand gegriffen wird, bekommt der Körper schon die ersten Signale, der Magen bereitet sich auf die zu erwartende Zufuhr vor. Wenn man die speise mit der Gabel nimmt, ist der Magen überrascht, im Schlimmsten Fall erschreckt, wenn die Speise kommt. Da kann etwas dran sein dachte ich mir oder?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5012" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/C3599D2B-ACB3-453D-B1E6-A854A2DFE84C-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>immer wieder faszinierend und beruhigend zu gleich: der Blick in die judäischen Wüste, nahe am Haus von Fatima</figcaption></figure>



<p>Im Verlauf des Tages sprachen wir auch über den Wunsch von Fatima, sich aus ihrer sozialen Arbeit zurückzuziehen. Fatima ist nun 71 Jahre alt und ist seit Jahrzehnten für die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.behinderten-nothilfe.org" target="_blank">Deutsche-Behinderten-Nothilfe</a> im gesamten Norden von Palästina tätig. Ich habe sie bei ihrer sozialarbeiterischen Tätigkeit, gerade in den ersten Jahren unseres Kennenlernens <a rel="noreferrer noopener" href="https://marius-blog.de/blog/zu-besuch-bei-hiam-und-nura/" data-type="post" data-id="1039" target="_blank">(2014-2016)</a> oft begleitet. Da sie aber weiß, das es so schnell keine Nachfolge für sie gibt, scheut sie, verständlicherweise, diesen Rückzug, weil letztlich die Menschen mit Behinderung, aber auch ihre Familien die Leitragenden wären.</p>



<p>Das  für mich und die menschen erfreulichste zum Schluss meines Tagesberichtes:</p>



<p>Die wärmende Sonne schien den ganzen Tag die kalte und nasse zeit scheint nun auch in dieser Region endlich vorbei zu sein: wie schön!!</p>
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		<title>Wiedersehen mit Fatima</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 19:28:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe Fatima 2014 kennen gelernt und bin ihr danach bei jedem meiner Besuche begegnet, oft auch mehrmals. Neue Besucher: innen meines Blog´s können mit dem Stichwort Fatima oder auch „Im.Magdolin“ alle Beiträge finden, in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wiedersehen-mit-fatima-2/" title="Wiedersehen mit Fatima">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Ich habe Fatima 2014 kennen gelernt und bin ihr danach bei jedem meiner Besuche begegnet, oft auch mehrmals. Neue Besucher: innen meines Blog´s können mit dem Stichwort Fatima oder auch „Im.Magdolin“ alle Beiträge finden, in denen ich von den Begegnungen mit Fatima berichte. Ich kann nur sagen, es „lohnt“ sich diese Berichte zu lesen: warum? Weil diese Frau eine ganz „Große“ ist, und das nicht nur für ihre Familie.</p>



<p>Ich habe durch sie soviel an Sitten und Gebräuche, aber auch über die palästinensische Kultur erfahren.</p>



<p>Als ich vor jetzt 8 Jahren, Fatima zum ersten Mal besucht habe und einer Bekannten, die sich hier sehr gut auskennt, davon berichtete, sagte sie mir spontan und sicherlich voller Hochachtung: Diese Frau müsste mal im israelischen Parlament, der Knesset sprechen.</p>



<p>Ganz interessant ist auch ein Film über sie und ihre Schulfreundin Sumaya:</p>



<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kdK6anem1tc&amp;t=531s" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier der Link zu YouTube</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4981" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>Fatima liebt es Brot zu backen, am besten &#8222;Outdoor&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nun habe ich Fatima (dank Corona) auch 27 Monate nicht gesehen. (<a href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ein-land-ohne-kontrollen/" data-type="post" data-id="4550" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zuletzt im November 2019</a>) Auch wenn wir uns in der Zwischenzeit, immer mal wieder digital ausgetauscht haben, war es doch für uns beide sehr schön uns heute wieder persönlich in die Augen schauen und&nbsp;&nbsp;zu vielen Themen austauschen zu können. Fatima hat mich am Checkpoint 300, über den ich in diesem Blog auch schon häufiger berichtet habe, abgeholt.</p>



<p>Wir sind die etwa 15 km zu ihrem Haus in Ihren Heimatort Za`tara gefahren. Auf dem Weg dorthin war es wie immer in Palästina und gerade in der Region Bethlehem-Beit Sahur-Beit Jala. Viel Verkehr, viel Lärm und leider auch viel Schmutz.</p>



<p>Als wir auf durch Za`tara fuhren, erzählte Fatima mir, das hier jede Familie in den letzten 2 Jahren, durch eine Corona-Erkrankung, ein Familienmitglied verloren hat, manche auch mehrere. Vor allem die ganz alten Menschen sind gestorben.</p>



<p>Als wir auf ihr Haus zufuhren, bemerkte ich das sie an der Zufahrt ein Tor angebracht hat.</p>



<p>Sie erklärte mir dies mit der Begründung, dass es hier soviel freilaufende Hunde gäbe, die häufig ihre „Hinterlassenschaften“ im Gemüsegarten „ablegen“. Um das zu verhindern hat sie ihr ganzes, großes Grundstück einzäunen lassen und deshalb auch die Einfahrt mit einem Tor geschlossen.</p>



<p>Zunächst erzählte sie mir das sie von Ende des Jahres bis Anfang März bei ihrem Sohn in Dubai war. Er lebt dort sein vielen Jahren, ist mittlerweile verheiratet und seine Frau (wie er, bzw. seine Mutter sie „gefunden“ hat habe ich auch in einem <a href="https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" data-type="post" data-id="3328" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blogbeitrag berichtet</a>) hat ihm gerade den 2. Sohn geboren. Für Fatima war es der erste Besuch in diesem Golfstaat, es hat ihr außerordentlich gut gefallen. Erst dort hat sie gespürt, was es heißt in einem Land frei zu leben, wo es Gesetze gibt die beachtet werden müssen, wo alles sauber ist, wo das Leben gerade für Menschen mit Behinderung durch viele staatlichen Maßnahmen eine gro0e Erleichterung erfährt. Obwohl sie ihre Heimat, Palästina, liebt leider sie hier sehr unter der Unfreiheit durch die israelische Besatzung aber auch durch die korrupte palästinensische Verwaltung. Viele ihrer Mitmenschen kümmern sich nicht um die geltenden Bestimmungen. So werden Autos nicht angemeldet, der Führerschein nicht gemacht, der Abfall einfach in der Landschaft entsorgt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-4982" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>Hervorragendes Lunchmenü mit anschließenden arabische Kaffee mit Kardamon</figcaption></figure>



<p>Vor 1 ½ Jahren ist ihr Mann Hassan gestorben. In der Nachbarschaft lebt eine ihrer 8 Schwestern, die sehr religiös ist. Sie würde sicherlich mit „Argusaugen“ registrieren, dass Fatima Männerbesuch hat, dann auch noch aus dem Ausland. Wenn es nach Ihrer Schwester ginge, wäre es das beste sie lebe auf dem Friedhof. Selbstverständlich könne der Mann, kurz nach dem Tod seiner Frau, wieder eine neue Heirat eingehen.</p>



<p>Mit Blick auf die wunderschöne Landschaft zeigte mir Fatima auch auf allen Hügeln in der Umgebung, große, oft „protzig“ wirkende Neubauten. Hier würden die Reichen Palästinenser aus Jerusalem Häuser zur Geldanlage bauen, was ihnen ja in Jerusalem verwehrt ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-4983" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>gigantischer Blick, gigantische Landschaft, im Wüsten-Tal bauen die Reichen aus Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Am Abend verabschiedeten wir uns mit der Zusage, dass wir uns in der Zeit meines Aufenthaltes hier sicherlich noch einmal treffen werden.</p>
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		<title>Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 19:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Wallad off Hotel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ein-land-ohne-kontrollen/" title="Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in diesem Blog.&nbsp;</p>



<p>Kaum hatte ich das Klostergelände verlassen, sprach mich ein Mann an und wollte wissen, wie spät es sei. Ich wies auf die gut sichtbare Turmuhr der Dormitio-Abtei. Er ließ mich verstehen, dass er auf diese Uhr nicht schauen möge. Er hat das nicht begründet, ich habe aber auch nicht nachgefragt, vermutete aber aus religiösen Gründen. Er fragte mich dann wo ich herkäme und als er hörte aus Germany berichtete er das seine Großeltern und Eltern in Bochum gelebt haben. Sie sind dann nach Polen „gegangen“ (ich vermute im Rahmen der Judenverfolgung dorthin verbracht worden. Seine Eltern seien später nach Israel ausgewandert, er ist hier in Jerusalem geboren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4552" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Turmuhr </figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich mit Fatima an der Geburtskirche in Bethlehem verabredet.</p>



<p>Es gibt zwei Möglichkeiten dorthin zu gelangen. Mit dem palästinensischen Bus über den Straßencheckpoint, durch Beit Jala nach Bethlehem oder (diese Variante habe ich heute gewählt) mit dem palästinensischen Bus 2344 bis zum Checkpoint 2000. Im verlauf der letzten jahre sind die Busse immer moderner geworden, auch gibt es zahlreiche Haltestellen wo sich die Busse der palästinensischen und&nbsp;&nbsp;der Jerusalemer Verkehrsbetriebe treffen. Israelischen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4554" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>vor der Mauer</figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich für diesen Weg vor allem deshalb entschieden, weil ich mal wieder die „sinnliche“ Erfahrung machen wollte, zu Fuß durch den Checkpoint zu gehen. Man muss allerdings sagen, dass der Weg von (West-) Jerusalem ins Westjordanland normalerweise relativ einfach ist. Man wird nicht kontrolliert, geht durch 3-4 Drehkreuze und schon ist man auf „der anderen Seite“. Will man aber nach Israel (Jerusalem) hinein, gerade beim großen Andrang der palästinensischen Arbeitskräfte am frühen Morgen, kann es schon mal eine Stunde und mehr dauern, Interessant fand ich, dass an der Stelle wo man in das Gebäude der Grenzanlage geht, um nach Bethlehem zu kommen, ein Schild mit der Aufschrift „Exit“ steht, Ausgang aus Israel also.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4553" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>auf der anderen Seite</figcaption></figure>



<p>„Draußen“ wird man dann von zahlreichen geschäftstüchtigen Taxifahrern „überfallen“ die gerade bei einer einzelnen Person ihr Geschäft wittern. Nicht nur die Orte in Bethlehem, wohin der Tourist so hinzugehen hat werden angepriesen, auch ein Trip nach Hebron oder auch zum Toten Meer ist im „Programm“. Auch wenn ich abwehre, weil ich zu Fuß gehen möchte und kein Interesse an einer Besichtigung habe geben sie keine Ruhe.</p>



<p>Ich denke dass sie alle dringend eine Fahrt brauchen um „über die Runde“ zu kommen.&nbsp;&nbsp;An der Mauer rund um das <a href="http://walledoffhotel.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Wallad off Hotel&quot; (öffnet in neuem Tab)">&#8222;Wallad off Hotel&#8220;</a>, von dem ich schon häufiger berichtet habe, sind wieder viele neue, oft sehr witzige Graffiti angebracht. Mir gefiel das besonders gut, welches Bezug nimmt zu den Plänen des US-Präsidenten, an der Grenze zu Mexiko auch eine Mauer bauen zu lassen.</p>



<p>Ich habe mich der Geburtskirche durch den schönen Bazar genähert, in dem sich im Übrigen wenig Touristen „verirren“. Es ist schon interessant auf die vielen Kartons mit Waren zu schauen, die vo den Geschäften gestapelt sind. Viele kommen aus China, aber ich sah auch solche mit Reis aus Indonesien, Nüsse aus Kalifornien, aber auch Hähnchen aus dem heimischen Ramallah.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4555" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>großer Weihnachtsbaum vor der Geburtskirche</figcaption></figure>



<p>Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche sind die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest in vollem Gange. Der große Weihnachtsbaum steht schon, zahlreiche Lichterketten wurden gerade angebracht.</p>



<p>Auf der Fahrt mit Fatima zu ihrem Haus nahm ich wieder schmerzlich die unglaubliche Verschmutzung war ,mit der man überall in Palästina konfrontiert wird. Überall liegt Plastik und sonstigem Abfall am Straßenrand und keinen scheint es zu kümmern. Das habe ich bei meiner reise durch den Iran gänzlich anders erlebt. Dort herrschte Sauberkeit im ganzen Land. Ich sprach darüber mit Fatima. Sie meinte spontan: Wir leben in einem Land ohne Kontrolle. Nicht alles ist Israel schuld. Unsere Regierung kann wegen der Besatzung nicht viel machen, was sie aber machen könnte, tut sie nicht. Bespiel: für Sauberkeit im Land zu sorgen. Sie nannte noch ein anderes Beispiel das zeigt, was gerade in den C-gebieten, wo es keine Polizei gibt (weder israelische noch palästinensische) so alles passiert. Da fahren Vielen, oft auch Minderjährige ohne Führerschein, mit Autos, die für billiges Geld in Israel gekauft werden. Diese (illegalen) Fahrzeuge haben weder Versicherung noch sind sie technisch zugelassen. Häufig komme es zu Unfällen oft mit Verletzten und auch Toten. Und es kümmert scheinbar keinen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="4000" height="3000" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000671.jpg" alt="" class="wp-image-4556"/><figcaption>immer wieder berauschend anzuschauen:<br> die judäische Wüste direkt hinter dem Haus von Fatima</figcaption></figure>



<p>Als mich Fatima zurück nach Bethlehem zum Bus bringen wollte, hielten wir noch in Zaatara bei einer jungen Frau mit einem Kind an. Die Frau war mit einer kleinen Schafsherde unterwegs. Fatima ist ausgestiegen und hat mit der Frau gesprochen. Sie bat mich von der Frau und dem Kind ein Foto zu machen. Auf der fahrt nach Bethlehem erzählte sie mir die Geschichte der Frau. Sie ist die (Zweit-) Frau des Sohnes ihrer Schwester, also die Frau ihres Neffen. Dieser hat bereit mit seiner ersten Frau 3 Kinder und nun mit dieser Frau ein Kind, mit dem 2. ist sie (sichtbar) schwanger. So weit aber eben nicht so gut. Ich hatte ja schon häufiger von Ehen mit einer zweiten oder sogar dritten Frau gehört. In diesem Fall aber aber gibt es eine (für mich) unglaubliche Geschichte. Die erste Frau lehnt diese (2.) Frau ab, droht dem Mann ihn zu verlassen. Das hat zur Folge, dass diese (zweite) Frau, aber wohl auch ihr das Kind, vom Neffen von Fatima oft misshandelt wird. </p>



<p>Sie ist sich selbst überlassen, nur ganz selten kommt der Mann zu ihr. Er zwingt sie jeden Tag mit den Schafen zu gehen, das Kind muss auch dabei sein. Wenn Fatima ihre Schwester anspricht, die im Übrigen dieses Enkelkind noch kein Mal gesehen hat, ist dies &#8222;nur beleidigt&#8220;. Fatima und ihre anderen Geschwister, versuchen dieser Frau zu helfen, haben auch schon Geld gesammelt, müssen es ihr, wie auch Verpflegung, immer heimlich zustecken, da sonst gewalttätige Reaktionen des Vaters gegenüber Frau und Kind befürchtet werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4561" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>hilflose Fatima<br>bedauernswertes Schicksal von Mutter und Kind</figcaption></figure>



<p> Meine erste Reaktion, sie soll sich von diesem Mann trennen, greift wohl aber aber nicht. Die Frau stammt aus einer ganz armen Familie, zu der kann sie nicht zurück. Alleine leben geht hier nicht. Jetzt hofft sie das 2. Kind ein Junge wird, der für ihre Zukunft bessere Aussichten verspricht, so Fatima. Ich hatte ich mal davon gehört, dass es in dieser Region so etwas wie ein Frauenhaus gäbe. Ich werde mich erkundigen und ggf. Fatima diesen Tipp noch übermittel.</p>



<p>Ich schreibe ja oft von den schwierigen Verhältnissen, die durch die israelische Besatzung für die palästinensische Bevölkerung hervorgerufen wird. Dabei wird leicht vergessen, dass es hier, wie in vielen anderen arabischen Staaten auch, gerade für die Frauen oft ganz andere, wie ich finde, schlimme und erniedrigende Probleme gibt.</p>
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		<title>Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2019 21:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Al Haq]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm. Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/amjad-mitri-es-geht-nicht-um-pro-israel-oder-pro-palaestina-es-geht-mir-immer-um-pro-menschenrechte/" title="Amjad Mitri: &#8222;Es geht nicht um pro Israel oder pro Palästina, es geht mir immer um pro Menschenrechte&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute an unserem Letzten Tag hatten wir noch einmal ein randvolles Programm.</p>



<p>Zunächst haben wir früh am Morgen um 9:00 Uhr in Beit Sahur, im dortigen „Singer Cafe“ (ich habe über das Cafe schon im April 2018 berichtet), Amjad Mitri getroffen. Amjad arbeitet seit 2011 für die älteste Menschenrechtsorganisation in Palästina (Amjad meint, vielleicht in der ganzen arabischen Welt), <a href="http://www.alhaq.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Al Haq (öffnet in neuem Tab)">Al Haq</a> das in diesem Jahr sein 40 jähriges Bestehen begeht. Amjad ist Palästinenser, in Deutschland geboren, lebt seit 2011 mit seiner Familie in Beit Sahur, der Heimatstadt seines Vaters. Er ist Jurist mit dem Schwerpunkt internationales recht.</p>



<p>Lange Jahre hat er in einem Büro in Ramallah gearbeitet. Die komplizierte tägliche Anfahrt, durch jeweils 2 Checkpoints auf der Hin- und Rückfahrt zum Büro, haben ihm zu „zermürbt“, dass er mittlerweile die Möglichkeit hat, in seinem Wohnort Beit Sahur in einem Büro zu arbeiten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4356" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000522-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Amjad Mitri mit einem Reiseteilnehmer</figcaption></figure>



<p>Insgesamt ist die Situation aus seinem Erleben beurteilt in den letzten 8 Jahren di er in Palästina ist immer schlimmer geworden. Große Ratlosigkeit, Perspektivlosigkeit und letztlich Hoffnungslosigkeit hat sich im großen Teilen der Bevölkerung breit gemacht. Das vorhanden sein der Familie macht die eigene Situation erträglich und schwierig zu gleich. Permanent stellt man sich die Frage der Zukunft: sollen wir bleiben oder wieder nach Deutschland oder den Niederlanden (die Heimat seiner Frau) gehen. Amjad weiß, das für die meisten Palästinenser eben nicht diese Möglichkeiten bestehen.</p>



<p>Im Zusammenhang mit den Kinderrechten, die weltweit gelten sollten, erklärte er uns die Situation der Minderjährigen, die vom israelischen Militär in den Nachtstunden aus den Familien geholt werden.&nbsp;</p>



<p>Oft werden in diesen Angelegenheiten Vergleiche vereinbart. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder möglichst schnell das Gefängnis verlassen, also stimmen sie dem Bergleich zu. Das hat aber zur Folge, dass mit dem Vergleich zugegeben wird, das Steine geschmissen worden sind (obwohl es oft gar nicht stimmt). Werden diese Kinder dann noch einmal festgenommen, gelten sie als „Wiederholungstäter.“</p>



<p>Amjad berichtete von Familien, wo immer die Koffer gepackt seien, ad eine Inhaftierung befürchtet wird. Kinder schlafen schlecht oder machen noch in älteren Jahrgängen „in die Hose“. Vor Gericht hat man oft den Eindruck aus einem „Viehmarkt“ zu sein, es geht da vieles durcheinander, es ist laut, Namen werden durch die Gänge geschrien&#8230;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4357" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000528-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Wüste hat ein grünes Frühlingskleid angelegt</figcaption></figure>



<p>Die israelische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.btselem.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="B`Tselem (öffnet in neuem Tab)">B`Tselem</a>, mit der Al Haq oft zusammenarbeitet, hat es seit einiger Zeit abgelehnt mit den Zivil und dem Militärgerichten zusammen zuarbeiten, da diese Gerichte „nicht fair und rechtstaatlich seien“. Ist in der Vergangenheit mal ein Fall im Sinne der Verteidigung entschieden worden, hat die Knesset (israel. Parlament) das bestehende Gesetz geändert und damit die „Gesetzeslücke“ geschlossen.</p>



<p>Wir sprachen auch über die Aktivitäten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Palästina ist seit 2016 dort vollwertiges Mitglied. Gründe um dort vorstellig zu werden und Anklage zu erheben sind Apartheid, Verstoß gegen die Menschenrechte und bei Kriegsverbrechen. Palästina hat u. a. den Siedlungsbau dort vorgetragen. Derzeit ist es in der „Klärungsphase“ ob das Gericht eine Anklage erhebt. Aus Sicht von Amjad ist die „ein klarer Fall“, ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Er sieht für Israel nur zwei Gründe die genannt werden könnten, aber eben nicht zu treffen:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Die Siedlungen sind auf unserem Gebiet gebaut und die Sicherheit unserer Bevölkerung ist gefährdet. </li><li>Die Menschen sind deshalb möglicherweise gefährdet weil sie in den Siedlungen leben, Israel schützt sie, in dem es noch mehr Land den Palästinensern weggenommen wird. Der Siedlungsbau führt auch dazu, dass es immer weniger Platz für die Palästinenser gibt. Die Städte können nur nach innen wachsen, da an den Rändern sich die Siedlungen befinden. Dies führt zu einer massiven Verdichtung des städtischen Wohnungsbaus mit allen negativen Konsequenzen für die allgemeine Infrastruktur </li></ol>



<p>Zum Schluss unseres 1 ½ stündigen Gespräches erklärte Amjad, dass In 50 Jahren Besatzung ein System aufgebaut worden ist dass sich in jeden einzelnen Lebensbereich der Menschen hier einmischt: kulturell, sozial, wirtschaftlich politisch.&nbsp;</p>



<p>Mehr als 100 Genehmigungen hat Israel für die Palästinenser entwickelt und so die vollständige Kontrolle über die Menschen erreicht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4355" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190320_112237-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Kloster Ma Saba</figcaption></figure>



<p>Die Palästinenser haben in den letzten 50 Jahren alles probiert: Bewaffneter Wiederstand, Terrorakte, ziviler Ungehorsam, alles hat nichts gebracht.</p>



<p>Die Vereinbarung durch die „Oslo-Verträge“ sind in den Augen von Amjad so etwas wie ein Mietvertrag: Israel ist der Vermieter, Palästina der Mieter mit wenig Rechten und viel Pflichten. Die palästinensische Autonomiebehörde hat letztlich keine Autonomie. Amjad erzählte uns von der Bestimmung, dass, wenn ein Kind geboren wird, es bei den Israelis registriert werden muss und nur so seinen rechtlichen Status erhält.</p>



<p>Amjad möchte das Israel genauso behandelt werden soll, wie jeder andere Staat, nicht besser und nicht schlechter.&nbsp;&nbsp;Es müssen die internationalen Standards der Menschenrechte beachtet werden:</p>



<p>Es geht für Amjad nicht um pro Israel oder pro Palästina, ihm geht es immer um Pro Menschenrecht</p>



<p>Und trotzdem&#8230;so Amjad beim Verlassen des Cafes: wenn man hier mit den Menschen lebt erlebt man, es passiert viel trotz der großen Hoffnungslosigkeit.</p>



<p>Es wird viel gelacht, getanzt, gefeiert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4358" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000537-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>das tiefe Kidrontal</figcaption></figure>



<p>Nachdem Gespräch haben wir uns in die judäische Wüste begeben und dort bei Beit Sahur das griechisch-orthodoxe Kloster Ma Saba angesehen. Anschließend hatte die Gruppe etwas Zeit einige Schritte alleine in die Wüste zu gehen und so die Wüste ein wenig sinnlich aufzunehmen und damit ein wenig „Wüstenerfahrung“ zu sammeln.</p>



<p>Zum Mittag haben wir Fatima in ihrem Haus in Zatara besucht, die uns ein schmackhaftes Mittagessen bereitet hatte. Es ist für mich immer wieder schön zu erleben, wie Fatima, in nur ganz kurzer Zeit, die Menschen die sie trifft, mit ihrer klaren und doch so einfachen Worten, beeindruckt.</p>



<p>Am späten Nachmittag hat die Gruppe dann noch einen Blick in die Geburtskirche geworfen und auch das Kinderheim „Le Chreche“ besucht.</p>



<p>Den Leser, die Leserin darf ich bitten für mehr Informationen zu Fatima und „Le Chreche“ die Links am Anfang dieses Tagesberichtes zu klicken.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4359" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000544-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>bei Fatima</figcaption></figure>



<p>Den Tag haben wir mit einem leckeren arabischen Essen in einem Bethlehemer Restaurant beschlossen zu dem wir auch Faten Mukarker und Daoud und Jihan Nassar eingeladen hatten</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em></p>



<p><em>Es ist doch unser und euer Herr. Uns kommen unsere Werke zu und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)</p>
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		<title>Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2018 19:25:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Sabeel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vier-hochzeiten-und-eine-verlobung-das-leben-geht-weiter-trotz-alle-dem/" title="Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf dieser Seite entsprechende Links zu meinen früheren Begegnungen mit ihr.</p>
<p>Auch heute habe ich am Abend, rückblickend zu unserem wieder sehr vielschichtigen Gesprächen, den Eindruck, den ich immer habe wenn ich Fatima treffe: sie ist so froh mal gedanklich aus ihrem Alltag ausbrechen zu können, sich mit jemandem wie mir, der so vielseitig an den gesellschaftlichen und kulturellen Themen/Problem hier in Palästina interessiert ist, austauschen zu können.</p>
<p><figure id="attachment_4134" aria-describedby="caption-attachment-4134" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4134" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4134" class="wp-caption-text">Blick auf Fatimas Elternhaus in Za`atara</figcaption></figure></p>
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<p>So haben wir heute auch über so unterschiedliche Themen gesprochen wie:<br />
„Ärzte sind hier nur auf Profit aus“, diese Aussage fußt auf aktuelle Erfahrungen mit einer schweren Erkrankung ihres Mannes, wo sie bei der Behandlung in Palästina oft viel Geld gezahlt hat ohne das ihm wirklich geholfen wurde. Erst die Behandlung in der bekannten (israelischen) Universitätsklinik Hadassah in Jerusalem war (bis jetzt) erfolgreich. Ein Thema war auch, dass die vielen Reichen hier, sich (in der regel) nicht sozial engagieren. „Lieber nehmen sie sich noch eine weitere Frau oder bauen ein weiteres Haus“ Nur bei den durch den Koran verpflichtenden Spenden zum Ramadan würde man etwas tun, wobei auch da oft nicht klar sei wohin das Geld geht. Selbst innerhalb der Familien komme es oft vor (Fatima erlebt es bei ihren Brüdern), das vom vielen Geld (was man vom Vater als Sohn geerbt hat), nichts an die Familien der Schwestern ausgezahlt wird. Dieses Thema hatte sich entwickelt, als ich sagte, dass ich dank spendenfreudige Teilnehmer/innen an meiner Geburtstagsfeier im Oktober u.a. dem Kinderheim La Creche 1000,-€ überwiesen konnte.</p>
<p><figure id="attachment_4135" aria-describedby="caption-attachment-4135" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4135" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4135" class="wp-caption-text">leckere &#8222;Reispfanne&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Natürlich wurde ich bei Fatima wieder mit leckeren palästinensischen Spesien verwöhnt. Schon bald nach meiner Ankunft roch ist den Duft von frisch gebackenem Brot. Ich konnte wieder die wunderbaren Kräuter in ihrem Garten riechen und schmecken. Auch lernet ich eine Frucht kennen, von der ich bisher noch nichts gehört habe: <a href="https://www.gutekueche.at/wie-isst-man-eine-pomelo-artikel-1115" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pomelo</strong></a> eine Mischung aus Grapefruit und Pampelmuse. Fatima hat ein Bäumchen im Garten stehen.<br />
Fatima ist, wie sooft auch als bekannte Vertreterin ihrer Familie, in den nächsten Tagen zu insgesamt 4 Hochzeiten und eine Verlobung eingeladen. Cousins und Cousinen aus ihrer großen Familie heiraten&#8230;denn das Leben geht auch hier weiter.</p>
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<p>Als heute morgen Fatima mich abholen kam, war ihr ältester Enkel mit im Auto. Er hatte <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-2081" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/image-451236-hpcpleftcolumn-agcf.jpg" alt="" width="120" height="90" />heute schulfrei denn: Heute war in Palästina ein staatlicher Feiertag (was Fatima bis gestern nicht wusste!!). Erinnert wird an diesem Tag an die durch die PLO am 15. November 1988 verkündete Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel. <em>„Der Staat Palästina ist mittlerweile von fast 140 Staaten „offiziell“ anerkannt</em><em>. Gegen den  Widerstand der USA und Israels hat die UN-Vollversammlung am 29.11.2012 einen Palästinenser-Staat faktisch anerkannt. Sie stimmte in New York für eine Aufwertung der Palästinenser zum Beobachterstaat (&#8222;Non-member-state&#8220;). Den Antrag unterstützten 138 der 193 UN-Mitglieder, neun votierten dagegen, 41, darunter Deutschland, enthielten sich der Stimme. Die Palästinenser können nun UN-Organisationen und internationalen Verträgen beitreten und so z.B. den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anrufen. Der Beobachterstatus war in der Vergangenheit für Länder ein Sprungbrett zur Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen.“ </em><a href="https://www.lpb-bw.de/geschichte-palaestinas.html" target="_blank" rel="noopener">aus  „die Geschichte Palästinas“</a> von der Landeszentrale für polit. Bildung (lpb) in Baden Württemberg</p>
<p><figure id="attachment_4136" aria-describedby="caption-attachment-4136" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4136" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4136" class="wp-caption-text">Abendstimmung über dem Herodion</figcaption></figure></p>
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<p>Zum Schluss meines heutigen Tagesberichtes möchte ich den geneigten Lesern/innen von einer „Gebetswelle“ erzählen die ich seit einigen Monaten bekomme. Sie wird von Sabeel, eine von palästinensischen Christen im „Heiligen Land“ gegründete ökumenische Bewegung wöchentlich an „Beter in aller Welt verschickt“</p>
<p>Ich möchte einige der Fürbitten dieser Woche hier nun vorstellen:</p>
<p><a href="http://www.fvsabeel-germany.de" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos findet ihr hier</a></p>
<p><strong><em>15.November 2018</em></strong></p>
<p>Ein Geheimkommando Israels tötete einen Führer der Hamas und sechs andere Palästinenser nahe Khan Younis im Gazastreifen. Zum Schutz des Rückzugs dieses Kommandos flog Israel Luftangriffe. Ein israelischer Offizier wurde getötet, ein anderer verwundet. Der israelische Überfall und die Luftangriffe zogen Raketenabschüsse aus der von der Hamas kontrollierten Zone nach sich; dadurch droht eine Eskalation der Gewalt in dieser Region.</p>
<p><strong>O Herr, unser Hirte und Fels, Dich rufen wir an in dieser Zeit der Gewalt in und um Gaza. Stärke doch alle in Gaza, die sich der Gewaltfreiheit und Befreiung aller, die ohne Ende leiden, verschrieben haben.</strong></p>
<p><strong>                                 Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Am Donnerstag, 8.November überfielen israelische Streitkräfte eine Grundschule in Khirbit Ibziq im Jordantal, störten den Unterricht und zerstörten ein Zelt, das von Schülern und Lehrern benützt wird.</p>
<p><strong>Großer Lehrer, Kinder brauchen Bildung, um das ganze und volle Leben zu haben, das zu geben, Du gekommen bist. Segne alle, die sich bemühen, dieser und kommenden Generationen unter diesen extremen Umständen eine Bildung zu vermitteln.</strong></p>
<p><strong>                                Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Israelische Streitkräfte verhafteten im Oktober 511 Palästinenser, unter ihnen 74 Minderjährige und 15 Frauen. Das wurde letzte Woche in einer gemeinsamen Erklärung von drei palästinensischen Anwaltsgruppen für Gefangene bestätigt.</p>
<p><strong>Herr, wir beten immer wieder für gefangene Palästinenser, besonders Kinder. Dein Geist möge ihnen Mut geben, standhaft zu bleiben und auf Deine Gerechtigkeit zu hoffen.</strong></p>
<p><strong>                               Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
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		<title>„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 20:45:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dheisheh Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Handala]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/beste-lehrerin-der-welt-im-fluechtlingscamp-geboren/" title="„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 für etwa 3.000 Menschen eingerichtet – heute liegt die Einwohnerzahl bei etwa 16.000. Das Lager ist damit das viertgrößte Camp in der Westbank. Es ist eines von drei Camps die in der Region von Bethlehem errichtet wurden. Die beiden anderen („Aida“ und AL Azzeh) sind wesentlich kleiner, aber durch ihre Lage unmittelbar an der Mauer und am Checkpoint 300, wesentlich häufiger in (oft nächtliche) Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär verwickelt.</p>
<p><figure id="attachment_3889" aria-describedby="caption-attachment-3889" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3889" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3889" class="wp-caption-text">Einer der Eingänge zum Dheisheh-Camp</figcaption></figure></p>
<p>Immer wieder kommt es aber auch im Dheisheh Camp zu nächtlichen gewaltsamen Razzien der israelischen Armee, obwohl das Lager in der A-Zone liegt und damit nach den Oslo-Vereinbarungen der vollen Kontrolle der palästinensischen Sicherheitskräfte untersteht. Der letzte größere Zwischenfall datiert von Anfang 2018, wo es 10 Verletzte Palästinenser gab.</p>
<p><figure id="attachment_3890" aria-describedby="caption-attachment-3890" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3890" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3890" class="wp-caption-text">Als schlimme Erinnerung:<br />oft der einziger Eingang während der ersten Intifada (1987-1993)</figcaption></figure></p>
<p>Eine positive Nachricht aus dem Dheisheh Camp macht im März 2016 weltweite Schlagzeilen: Hanan al-Hroub, geboren im Dheisheh Camp, 43-jährige Mutter von fünf Kindern und Lehrerin an einer Grundschule in Ramallah, wurde von der <a href="https://www.varkeyfoundation.org" target="_blank" rel="noopener">Londoner Varkey-Stiftung</a> als die <a href="http://www.dw.com/de/palästinenserin-erhält-weltlehrerpreis/a-19116361" target="_blank" rel="noopener">„beste Lehrerin der ´Welt“</a> ausgezeichnet. Die Ehrung war mit einem Preisgeld von einer Millionen Dollar verbunden. Ausschlaggebend, so die Jury war ihr Motto „Nein zur Gewalt“, dass sie ihren Schülern nahebringt. „Unsere Waffe ist das Wissen“ lautet ihr Motto.</p>
<p><figure id="attachment_3891" aria-describedby="caption-attachment-3891" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3891" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3891" class="wp-caption-text">Kunst im Camp:<br />Ikonen des Widerstandes:<br /><a href="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=1421" target="_blank" rel="noopener">Handala</a> und der Schlüssel</figcaption></figure></p>
<p>Heute wollte ich mich eigentlich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Baumgarten" target="_blank" rel="noopener">Helga Baumgarten</a>. Sie ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit 1993 an der palästinensischen Universität in Bir Zait bei Ramallah. Leider hat das Treffen aus privaten Gründen nicht geklappt.</p>
<p>Ich werde sie aber hoffentlich auf dem Katholikentag in Münster treffen. Dort plant die Nahost-Kommission von pax christi am 11. Mai 2018 eine <a href="https://www.paxchristi.de/kommissionen/view/5305177963757568/Kommission%20Nahost" target="_blank" rel="noopener">Plenums-Veranstaltung</a> zum Thema „Gaza – der bekannteste unter den vergessenen Konflikten“. Frau Baumgarten ist dort eine der Plenumsteilnehmer/innen.</p>
<p>Statt dessen habe ich mich gerne noch einmal auf dem Weg nach Zatara zu Fatima und ihrer Familie gemacht. Ich weiß es von vielen Begegnungen mit ihr, dass sie sehr froh ist, sich mit mir über die Situation in ihrer Familie, Ihrer Region, aber eben auch zu allen anderen Dingen die das (ihr) Leben betreffen, unterhalten zu können.</p>
<p><figure id="attachment_3892" aria-describedby="caption-attachment-3892" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3892" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3892" class="wp-caption-text">Stau in der Geburtsstadt Jesu</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte das Glück das mich heute Adib, der Taxifahrer, der mich vor Jahren zum Weinberg gebracht hatte und dann 1000,- Shekel zahlen musste nach dem etwa 10 Km entfernten Beduinendorf bringen konnte. leider gab es wegen eines Unfalls auf der Straße Beit Sahur ein solch großes Verkehrschaos, dass wir fast 2 Stunden für die doch relativ kurze Strecke brauchten. So hatten wir im Auto Zeit etwas zu plaudern. Auch Adib hat natürlich persönliche Probleme. Seine 31-jährige Tochter lebt mit den 2 Kindern bei ihm im Haushalt. der geschiedene Ehemann zahlt keinen Unterhalt&#8230;Ja und als Taxifahrer in dieser Region kann man auch keine Sprünge machen. Wenn das Schicksal es nicht gut meint&#8230;.</p>
<p>Bei Fatima war wie erwartet die Freude groß. Da noch Ferien ist waren wieder so ziemlich alle Enkelkinder bei Ihr. Heute habe ich ein wenig mit ihnen gesungen: Die Affen rasen durch den Wald&#8230;war mdi n einstieg. und was singen arabische Kinder in der Region von Bethlehem&#8230;. ja genau: &#8222;Jingle Bells&#8220;</p>
<p><figure id="attachment_3893" aria-describedby="caption-attachment-3893" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3893" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3893" class="wp-caption-text">ich soll alle, die Fatima kennengelernt, haben von ihr grüßen, was ich hiermit sehr gerne tue.</figcaption></figure></p>
<p>Von Fatima erfuhr ich heute, nicht nur einiges zur <a href="http://arabisch.com/733/arabische-hochzeitsbraeuche-zwischen-moderne-und-tradition/" target="_blank" rel="noopener">Tradition des Henna-Abends</a>, einer ganz alten Sitte kurz vor der Hochzeit zu dem sie auch heute geladen ist. sie hatte mir ja schon öfters erzählt das es so viele Termine in ihrer Großfamilie gibt. So ist dieser Henna-Abend ja nur der Abschiedsabend der Braut von ihrer Familie, Die eigentliche Hochzeit folgt dann in der Regel ein paar Tage später.<br />
Fatima erzählte aber auch von ihrer Tochter die in Amman in  Jordanien verheiratet ist. Sie und auch ihre Söhne unterstützen sie finanziell, da ihr Schwiegersohn dort (meist) keine Arbeit hat. „Sonst würde die Familie mit drei Kindern verhungern.“ , so Fatima. Eine solche familiäre Hilfe ist hier in der arabischen Welt, eine totale Selbstverständlichkeit. Es gibt wohl in Jordanien, neben vielen unglaublich reichen Menschen, eben auch viele Arme Menschen.</p>
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		<title>Der Tag danach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Mar 2018 16:54:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Cremisantal]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Ma Saba]]></category>
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					<description><![CDATA[ich hatte es ja gestern zum Schluss meines Tagesberichtes kurz erwähnt, der eine oder die andere hat es nun auch in Deutschland in den Nachrichten mitbekommen: bei den Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gazastreifen wurden <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/der-tag-danach/" title="Der Tag danach">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ich hatte es ja gestern zum Schluss meines Tagesberichtes kurz erwähnt, der eine oder die andere hat es nun auch in Deutschland in den Nachrichten mitbekommen: bei den Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gazastreifen wurden 17 junge Palästinensern durch israelisches Militär getötet über Tausend wurden verletzt.<br />
Die ARD meldete heute dazu:<br />
Nachdem im Gazastreifen die Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, zum sogenannten &#8222;Marsch der Rückkehr&#8220; aufgerufen hatte, waren über 20.000 Palästinenser zur Grenzmauer marschiert. Die Idee: Das Recht auf Rückkehr der Palästinenser in das heutige Staatsgebiet Israels zu untermauern. Es folgten Ausschreitungen, israelische Soldaten setzen Tränengas und Gummigeschosse ein. Außerdem, so sagte es der niederländische UN-Botschafter und Präsident des Sicherheitsrates, Karel van Oosterom, habe Israel schließlich scharfe Munition eingesetzt. &#8222;Der Einsatz scharfer Munition sollte stets die letzte aller Möglichkeiten sein. Wir rufen Israel auf, die Vorfälle gründlich zu untersuchen.&#8220; <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/israel-gaza-palaestinenser-107.html" target="_blank" rel="noopener">Mehr dazu hier</a></p>
<p><figure id="attachment_3835" aria-describedby="caption-attachment-3835" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3835" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Beit-Jala-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Beit-Jala-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Beit-Jala-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Beit-Jala-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3835" class="wp-caption-text">Haupt-Straßenzufahrt nach Beit Jala:<br />Es wirkt wie eine Festung, die jederzeit abgeschlossen werden kann</figcaption></figure></p>
<p>Auch hier in der Region spürte man die Auswirkungen dieser Vorfälle. Unser Plan, heute nach Hebron zu fahren um dort Issa Amor den bekanntesten Vertreter der Gruppe <a href="https://hyas.ps" target="_blank" rel="noopener">Youth Against Settlements</a> zu treffen, haben wir aufgegeben. Es müsste befürchtet werden das es auch dort in Hebron zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen würde. Issa Amor war vor Monaten inhaftiert, mittlerweile ist er wieder frei. <a href="https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/farid-al-atrash-und-issa-amro" target="_blank" rel="noopener">Amnesty International</a> hatte damals zu einer Briefaktion aufgerufen, die Erfolg gezeigt hatte.</p>
<p>Auch in Bethlehem im Umkreis des Aida-Camps, wo wir gestern noch gewesen waren, gab es Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär.</p>
<p><figure id="attachment_3828" aria-describedby="caption-attachment-3828" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3828" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/früstück-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/früstück-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/früstück-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/früstück-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3828" class="wp-caption-text">arabisches Frühstück</figcaption></figure></p>
<p>Also haben wir uns heute dafür entschieden „gefahrlose Unternehmungen“ zu machen. So haben wir zunächst Fatima einen Besuch abgestattet. Von Ihr wurden wir, wie ich es schon sooft erlebt habe, sehr gastfreundlich behandelt. Es gab ein leckeres (zweites) arabisches Frühstück mit, von Fatima, frisch gebackenem Brot. Für Ekki und Rolf war es natürlich, wie für alle die Fatima kenn- und erleben dürfen, eine große Freude. Aber auch Fatima selbst freut sich immer wenn sie neue Menschen aus Deutschland kennen lernen kann. Sie ist so sehr an neuem und ihr Unbekanntem interessiert. Es macht einfach Freude mit ihr zusammen zu sein.</p>
<p><figure id="attachment_3829" aria-describedby="caption-attachment-3829" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3829" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3829" class="wp-caption-text">unbeschreiblich schön:<br />die judäische Wüste</figcaption></figure></p>
<p>Natürlich haben wir auch einen Blick in die judäischen Wüste genommen. Fatima wohnt, wie ich es schon oft berichtet habe, am Rande der Wüste. Anschließend sind wir zum Kloster Ma Saba gefahren, dass sich ganz in der Nähe des Wohnortes von Fatima befindet. Auch von diesem wunderschönen Ort habe ich schon mehrfach berichtet. Heute war die Sicht großartig, ohne Probleme konnten wir in der ferne das Tote Meer sehen.</p>
<p>Am frühen Nachmittag haben wir einen Blick in die Geburtskirche gemacht, deren Renovierung sichtbare Fortschritte macht. Anschließend sind wir durch Bethlehemer Altstadt gebummelt. Es war dort heute eine merkwürdige Atmosphäre zu spüren. Vor dem Hintergrund der schlimmen Vorfälle an der Grenze zum Gazastreifen ist für ganz Palästina ein Generalstreik ausgerufen worden. Dem Aufruf wurde umfassend Folge geleistet. Alle Geschäfte waren geschlossen, kein Bus fährt heute, die Straßen waren sehr leer, was für diese Region absolut ungewöhnlich ist.</p>
<p><figure id="attachment_3830" aria-describedby="caption-attachment-3830" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3830" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/streik-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/streik-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/streik-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/streik-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3830" class="wp-caption-text">Streik in Palästina:<br />Bethlehem gleicht einer Geisterstadt</figcaption></figure></p>
<p>Zum späten Nachmittag bin ich dann alleine noch einmal ins Cremisan-Tal gegangen. Es ist von der Abrahams-Herberge in einer guten halben Stunde zu Fuss zu erreichen. Ich wollte mir doch einmal ansehen ob nun der Zaun geschlossen ist. <a href="http://marius-blog.de/blog/die-kompliziertheit-der-israelischen-siedlungspolitik-am-beispiel-des-cremisan-tales/" target="_blank" rel="noopener">Ich war vor einem Jahr</a> das letzte Mal dort, wo man das Kloster erreicht. Immer noch ist die Lücke zwischen dem Zaun der aus dem Tal kommt und dem Zaun der vom Berg herunter kommt etwa 250 m groß, rechts und links der Straße also noch etwa jeweils 100 m. Es scheint aber alles soweit vorbereitet, dass der endgültige Abschluss des Tales jederzeit passieren kann. Dann könnte keiner mehr von Beit Jala aus zum Salesianer-Kloster und dem Weingut fahren. Ich werde die Entwicklung weiter beobachten und hier im Blog berichten.</p>
<p><figure id="attachment_3831" aria-describedby="caption-attachment-3831" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3831" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/cremisan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3831" class="wp-caption-text">Zum Abschluss des Cremisan-Tales fehlen noch 250 m</figcaption></figure></p>
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