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	<title>Herbst 2018 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Tent of Nations „Leuchtturm der Hoffnung“ für ganz Palästina</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Nov 2018 17:25:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[airport]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich wieder zurückgeflogen. Die Kontrolle/Befragung am Flughafen waren vor dem Hintergrund meiner vielfältigen „schlechten“ Erfahrungen in den letzten Jahren, heute eher „lasch“. Keine 30 Minuten dauerten die (heute eher einsilbige) Befragung und die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/tent-of-nations-leuchtturm-der-hoffnung-fuer-ganz-palaestina/" title="Tent of Nations „Leuchtturm der Hoffnung“ für ganz Palästina">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich wieder zurückgeflogen.</p>
<p>Die Kontrolle/Befragung am Flughafen waren vor dem Hintergrund meiner vielfältigen „schlechten“ Erfahrungen in den letzten Jahren, heute eher „lasch“. Keine 30 Minuten dauerten die (heute eher einsilbige) Befragung und die anschließende Durchsuchungen.Trotzdem  empfinden andere Reisende (ich sag mal die „typischen“ Israelbesucher) die Fragen nach dem Kofferinhalt oder auch wer den Koffer gepackt hat, schon als „unmöglich“. Naja wenn die wüssten, was alles hier passieren kann, wären sie sicherlich nicht so aufgebracht.</p>
<p>Mit (Rück-)Blick auf meine 10 Tage in Palästina denke ich an verschiedene Erlebnisse und Eindrücke:</p>
<figure id="attachment_4204" aria-describedby="caption-attachment-4204" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-4204" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-1-e1542993250995-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-1-e1542993250995-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-1-e1542993250995-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4204" class="wp-caption-text">Touristen in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>
<p>Touristenstrom</p>
<p>Da ist eine Mal die beeindruckende, aber irgendwie auch „erdrückende Masse“ an Touristen, die ja regelrecht über die Region Jerusalem und Bethlehem „einfällt“.<br />
Natürlich sind sie für die Menschen hier ein wichtiger Einnahmefaktor. Daoud hat aber recht, wenn er meint das von diesem „Kuchen“, die Palästinenser immer noch am Wenigsten abbekommen, obwohl mittlerweile (auch wegen der günstigeren Preise) mehr Touristen in Bethlehem übernachten als noch vor einigen Jahren. Trotzdem kommen die meisten Besucher/innen nur für eine Stippvisite nach Bethlehem (wobei bedingt durch die Wartezeit vor der Geburtsgrotte), die Zeit in Bethlehem zwangsweise verlängert wird. Aber diese Kurzzeit-Touristen lassen in der Regel nur wenig Geld in der Stadt. Hierzu, meint Daoud, müsse sich die Verantwortlichen der Stadt kreative Gedanken machen, wie zu mindestens  durch eine kleine (kostenpflichtige) Gabe der Stadt(beispielsweise Infos zur Stadt und Palästina , Stadtplan mit Fotokarte), an alle Besucher, ein wenig anteilmäßige Einnahmen erzielt werden können. Diese wiederum könnten dann für die Erhaltung, bzw. Verbesserungen der Infrastruktur (Strassen etc.) genutzt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Verkehr</p>
<p>Eine Erkenntnis, die ich aber auch bei früheren Aufenthalten als besonders schlimm und für alle Beteiligten (Autofahrer/innen, Fußgänger) in höchsten Maße belastend empfinde: der immer stärker werdende Individual-Verkehr mit PKW. Er kommt häufig im Zentrum von Jerusalem und Bethlehem in den Spitzenzeiten völlig zum erliegen. Natürlich hat es auch mit den vielen Touristen zu tun, aber die fahren ja meistens in Bussen, dass ist „platzsparend“</p>
<figure id="attachment_4205" aria-describedby="caption-attachment-4205" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4205" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000013-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000013-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000013-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000013-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4205" class="wp-caption-text">Verkehrschaos</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit allen Tricks werden Menschen vertrieben</p>
<p>Ich habe es ja an zwei aktuellen Beispielen geschildert: in Silwan mit dem neuen § 17 des Nationalparkgesetzes der nur den NP „David-Stadt“ betrifft oder eben die gerade verkündete Entscheidung des Obersten Gerichtes betreff Wohnungen im Viertel Sheikh Jarra. Diese Beispiele zeigen für mich als Außenstehender mehr als deutlich, dass den radikalen jüdischen Verbänden alle Mittel und Wege recht sind, die zum Ergebnis führen die arabischen Palästinenser aus den Vierteln in Ost-Jerusalem zu vertreiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Geschäfte, Geschäfte, Geschäfte</p>
<p>Es ist wirklich erstaunlich, auf welche Ideen die Menschen kommen, um sich ein wenig Einkommen zu verdienen. Sei es die fliegenden Händler, die den in den Autos an den Checkpoints wartenden Menschen alles mögliche zum verkauf anbieten. Aber es sind auch die vielen kleinen Stände in den Altstädten von Jerusalem und Bethlehem, die oftmals mit Gemüse aus dem eigenen garten, oder chinesischer Billigware versuchen soviel am Tag zu verdienen, dass sie sich eine Mahlzeit leisten können. Eine (meist sehr leckere) Falafel im Sandwich gibt es manchmal schon für 4 Schekel (1,-€)&#8230;.</p>
<figure id="attachment_4206" aria-describedby="caption-attachment-4206" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-4206" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000262-e1542993469188-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000262-e1542993469188-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000262-e1542993469188-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4206" class="wp-caption-text">Geschäfte, Geschäfte,<br />hier in Bethlehem</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tent of Nations: Leuchtturm für ganz Palästina</p>
<p>Wie man es sich vorstellen kann, bin ich mit doch mit einem schönen Gefühl nach Hause gefahren.. Dieses schöne Gefühl hat natürlich mit der wunderbaren Nachricht zu tun, die mir Daoud vorgestern verkündet hatte: Er und damit das ganze Projekt „Tent of Nations“ sind in diesem Jahr Preisträger des „Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit“. Man muss sich diese Bezeichnung mal vergegenwärtigen, ja „auf der Zunge zergehen lassen“ und dazu dann noch den Text der gestrigen Meldung des Auswärtigen Amtes vergegenwärtigen. Da heißt es zum Hintergrund der Preisverleihung:</p>
<p><em>„Im Jahr des 70-jährigen Bestehens der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ehren Deutschland und Frankreich 15 Preisträgerinnen und Preisträger, die mutig für die Wahrung der Menschenrechte eintreten.<br />
Sie stehen stellvertretend auch für die vielen anderen Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger, die bei ihrem Einsatz für die Menschenrechte unerkannt bleiben und beim Kampf für Gerechtigkeit oftmals großes Unrecht erleiden. Ihnen allen gilt unser Dank, unsere Anerkennung und Respekt dafür, dass aus den Worten der Erklärung Taten werden.</em></p>
<figure id="attachment_4207" aria-describedby="caption-attachment-4207" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4207" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000115-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000115-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000115-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000115-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4207" class="wp-caption-text">vorne der Roadblog<br />im Hintergrund der Weinberg</figcaption></figure>
<p>Zum Ziel dieses Preises heißt es in der Meldung weiter:</p>
<p><em>„&#8230;..</em><em>weltweit Persönlichkeiten zu würdigen und zu unterstützen, die sich in ihrem Heimatland, in anderen Ländern und auf internationaler Ebene um den Schutz und die Förderung der Menschenrechte verdient gemacht oder Initiativen zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit ins Leben gerufen haben“. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Ich kann nur noch einmal Daoud Nassar, seiner ganzen Familie, aber eben auch allen anderen Aktiven auf dem Weinberg, die vielen ehrenamtlich dort Tätigen, die vielen UnterstützerInnen weltweit von ganzem Herzen meine Glückwünsche aussprechen. War schon das unermüdliche, immer friedliche Engagement der Aktiven auf dem Weinberg für viele Palästinenser/innen Vorbild und Ansporn, so wird gerade auch diese Ehrung ein „Leuchtturm der Hoffnung“ für alle Menschen in der Region und darüber hinaus sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hiermit schließe ich die Blogberichte bis zu meiner nächsten Reise nach Palästina.</p>
<p>Wenn sich genügend Menschen anmelden werde ich ab dem 10. März 2019 in gewohnter Form aus einem so schönen, wie eben auch mit vielen Schwierigkeiten kämpfenden Land berichten. Wer Interesse hat an der Gruppenfahrt, <a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener">kann sich hier den Flyer dazu angucken.</a> Wer Interesse hat an einem Vortrag mit mir hat, <a href="http://marius-blog.de/mein-vortragsangebot/" target="_blank" rel="noopener">kann hier mehr dazu lesen</a> und sich gerne zwecks Terminabsprache mit mir in Verbindung setzen.</p>
<p>Salam und Shalom</p>
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		<title>&#8222;Im Lande der Verzweiflung&#8220;, heute aber nicht nur&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 19:37:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[2014 und 2015 ist der Schriftsteller Nir Baram in die besetzten Gebiete des Westjordanlands gereist, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er sprach mit Juden, Palästinensern, Siedlern, Politikern und Aktivisten. Ergebnis <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/im-lande-der-verzweiflung-heute-aber-nicht-nur/" title="&#8222;Im Lande der Verzweiflung&#8220;, heute aber nicht nur&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2014 und 2015 ist der Schriftsteller Nir Baram in die besetzten Gebiete des Westjordanlands gereist, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er sprach mit Juden, Palästinensern, Siedlern, Politikern und Aktivisten. Ergebnis ist ein Buch, dem er den Titel: „Im Lande der Verzweiflung – ein Israeli reist in die besetzten Gebiete“ gegeben hat. <a href="http://marius-blog.de/literatur-und-links/" target="_blank" rel="noopener">Hier näheres zum Buch</a></p>
<p>Nun bin ich kein Israeli aber eben heute musste ich beim Durchqueren des Checkpoint 300 um von Jerusalem kommend Bethlehem zu erreichen, an sein Buch denken. Er schreibt dort in einem Kapitel „Stadtviertel im Nirgendwo“ von palästinensischen (Ost-)Jerusalemer-Stadtteilen, die sich jenseits der Trennmauer befinden. Er beschreibt sein Gefühl, dass ihn beim Durchqueren der Sperranlage „beschleicht“, dass aber eben auch Tausende von Palästinensern, tagtäglich „zwangsweise“ erfahren müssen, wenn sie zur Arbeit/zur Schule/zum Arzt/zum Gebet an der Al Aqsa-Moschee/Verwandte besuchen oder eben nur zum Einkauf wollen. Jetzt ist die Situation für viele Ostjerusalemer Palästinenser noch einmal eine ganz besondere. Sie sind Jerusalemer Bürger, können sich normalerweise in der ganzen Stadt frei bewegen, wenn sie nicht das „Pech“ haben (wobei mir der Ausdruck Pech zu harmlos daher kommt), durch eine willkürliche Maßnahme der israelischen (Militär-) Verwaltung (sie nennen es dort eine Frage der „Sicherungsabwägung“) von der übrigen Stadt Jerusalem (West und Ost) durch eine Mauer abgetrennt worden zu sein. Die betroffenen Menschen bezeichnen es als „Willkür“</p>
<figure id="attachment_4200" aria-describedby="caption-attachment-4200" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4200" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4200" class="wp-caption-text">So sieht der Eingang/Ausgang aus<br />von Jerusalem nach Bethlehem</figcaption></figure>
<p>Es ist dieses Lebensgefühl der Israelis, das Nir Baram sehr exakt herausarbeitet. Viele Israelis seien in den 1980er Jahren und dann nach der ersten Intifada (1988-1992)  schockiert über die Besatzung und über die damit einhergehenden Maßnahmen gegen die Palästinenser gewesen. Mittlerweile habe sich, so Nir Baram, Resignation breit gemacht. Die meisten Israelis heute würden diese Realität kennen,  wären in sie hineingeboren und akzeptieren sie in der Überzeugung, dass es keinen Ausweg gibt. <em>„Heutzutage scheint es, als würde jeder verstehen, dass die Okkupation in das Nervensystem unseres Lebens eingesickert ist, und dass wir, ob wir wollen oder nicht, in einer Gesellschaft leben, die unter ihrem Einfluss entstanden ist.“</em></p>
<p>So bin ich heute noch einmal durch den Checkpoint. Dieses Mal habe ich den Durchgang für alle Palästinenser, die nach Jerusalem (oder umgekehrt) wollen genutzt. Ich habe schön öfters von diesem Checkpoint berichtet. Seit einiger Zeit ist der Weg von der „Jerusalemseite“ nach Bethlehem „verkürzt“ worden. Lediglich ein Drehkreuz (vorher waren es drei) ist zu durchqueren. Bekanntermaßen sieht es völlig anders aus, wenn man von Bethlehem nach Jerusalem will.</p>
<figure id="attachment_4199" aria-describedby="caption-attachment-4199" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4199" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4199" class="wp-caption-text">gesehen Visavis des Banksy-Hotels: der &#8222;Mauerspecht&#8220; auf palästinensisch</figcaption></figure>
<p>In Bethlehem habe ich Daoud Nassar getroffen. Er war erst gestern von einer Vortragsreise aus den USA zurück gekehrt. Schon heute morgen hat er auf dem Weinberg eine Gruppe aus England empfangen, um sich  nun &#8211; um die Mittagszeit &#8211; mit mir in einem Restaurant, in der Nähe der Katholischen Universität, zu treffen. Er berichtete, dass vor einigen Wochen das oberste israelische Gericht ihm mitgeteilt habe, dass sämtliche Abrissbescheide, die gegen „Strukturen“ des Weinberges erlassen wurden, ab sofort „eingefroren“ sind.<br />
Mit Strukturen meint das Gericht Einrichtungen auf dem großen Gelände des Weinberges wie Wasserzisternen, Solaranlagen, Zelte, etc. Insgesamt gibt es mittlerweile fast 20 solcher Bescheide. Eingefroren bedeutet, dass nun nicht kurzfristig gegen solche Strukturen durch die Militärverwaltung vorgegangen werden kann. In jedem Fall muss das Gericht angehört werden. Wenn man so will, ein gewisser, zu mindestens zeitlicher, Schutz der Einrichtungen.</p>
<figure id="attachment_4198" aria-describedby="caption-attachment-4198" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4198" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4198" class="wp-caption-text">Auch ihm gehört der Preis:<br />der Farmer Daher Nassar</figcaption></figure>
<p>Die zweite Neuigkeit, die mir Daoud, in gewohnt ruhiger und sachlicher Art mitteilte, war erst wenige Stunden alt: das deutsche Vertretungsbüro hat ihm heute Vormittag in einer Mail mitgeteilt, dass Deutschland und Frankreich ihm, und anderen Personen, den Preis für Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit 2018 verliehen habe. Hier die heutige <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/deutsch-franzoesischer-menschenrechtspreis/2162822?pk_campaign=newsletter_Pressemitteilung_2018_11_21&amp;pk_kwd=link_Außenminister+Maas+und+Außenminister+Le+Drian+anlässlich+der+Vergabe+des+Deutsch-Französischen+Preises+für+Menschenrechte+2018" target="_blank" rel="noopener">Pressemeldung des Auswärtigen Amtes</a> dazu. Welch eine tolle Auszeichnung für Daoud und die ganze Familie Nassar, aber eben auch für das gesamte Projekt Tent of Nations (Zelt der Völker), mit seinen UnterstützerInnen in der ganzen Welt. Dieser Preis ist aber, wie schon die beharrliche, erfolgreiche, aber eben immer friedliche Arbeit auf dem Weinberg, auch für die Menschen in der gesamten Region, Genugtuung und Ansporn zugleich.<br />
Da aller Guten Dinge drei sind, erfuhr ich auch, dass mit ziemlicher Sicherheit, Daoud bei einer „offiziellen“ Veranstaltung des evangelischen Kirchentages, im Juni 2019 in Dortmund, sein Projekt, das „Tent of Nations“ vorstellen kann.</p>
<figure id="attachment_4197" aria-describedby="caption-attachment-4197" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4197" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4197" class="wp-caption-text">Heute für mich ein historisches Treffen:<br />Daoud und Jihan Nassar mit Fatima (Im Magdolin)</figcaption></figure>
<p>Zu mindestens heute gab es für Daoud, seine Familie und den Freundinnen und Freunde des Weinberges, kein Grund zur Verzweiflung, es war ein wirklich schöner und besonderer Tag für alle.</p>
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		<title>Die Ruhe vor dem Sturm !?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2018 18:23:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Tagelöhner; Jahalin Beduinen; Sheikh Jarra]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Angela Godfrey-Goldstein verabredet. Sie ist Aktivistin in der Jahalin-Solidarität, der Gruppe, die sich für den Erhalt der Beduinen-Camps zwischen Jerusalem und Jericho engagiert. Ich hatte Sie im April durch Ekki <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-ruhe-vor-dem-sturm/" title="Die Ruhe vor dem Sturm !?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre>Heute hatte ich mich mit Angela Godfrey-Goldstein verabredet. Sie ist Aktivistin in der <a href="http://www.jahalin.org" target="_blank" rel="noopener">Jahalin-Solidarität</a>, der Gruppe, die sich für den Erhalt der Beduinen-Camps zwischen Jerusalem und Jericho engagiert. Ich hatte <a href="http://marius-blog.de/blog/besuch-in-der-reifenschule/" target="_blank" rel="noopener">Sie im April</a> durch Ekki Drost kennengelernt und war schon damals sehr beeindruckt über die Aktivitäten der Gruppe. Damals stand die Entscheidung des obersten israelischen Gerichts, wegen des von den israelischen „Nachbarn“ (Siedlern) geforderten Abriss der „Reifen“-Schule, kurz bevor. Das kleine Beduinendorf Khan al-Ahmar hat nun gerade in den letzten (Sommer-)Monaten international große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Gelegen in einem strategisch wichtigen Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und israelischen Siedlungen kämpft es gegen seine Zerstörung und Zwangsumsiedlung. Auch der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Israel Anfang Oktober blieb von der Situation in Khan al-Ahmar nicht unberührt. Die ganze Entwicklung in diesem Sommer ist gut in dem <a href="https://www.forumzfd.de/de/khan-al-ahmar-bleibt" target="_blank" rel="noopener">aktuellen Beitrag</a> des Forums Ziviler Friedensdienst (ZFD) zusammengefasst.</pre>
<figure id="attachment_4185" aria-describedby="caption-attachment-4185" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4185" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000205-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000205-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000205-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000205-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4185" class="wp-caption-text">Interview mit dem Bürgermeister</figcaption></figure>
<p>Der Besuch der Kanzlerin Merkel ist nun auch schon wieder 7 Wochen her, die Lage ist auch für die Aktivisten um Angela unklar. Sie glaubt keiner Information der Israelis mehr, hat sie doch immer das Gefühl das angelogen zu werden. So wurde in den letzen Wochen immer verkündet, dass die Beduinen einverstanden wären mit einem „Begrenzten“ Umzug, was aber eben nicht der Wahrheit entspricht.<br />
Heute waren wieder einige Kamerateams auf dem Gelände, der „Dorf-Bürgermeister“ gab zahlreiche Interviews. Es ist schon erstaunlich wie die Vorgänge rund um die geplante Zerstörung der Beduinendörfer die Medien in aller Welt „anzieht“. Angela erzählt von mehr als 130 Medienadressen, die alleine sie immer wieder mit Infos „bedient“. Ich hatte im Sommer Kontakt mit der Korrespondentin der SZ Alexandra Föderl-Schmid, die ebenfalls von den Vorgängen in Al Khan al Ahman <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/nahostkonflikt-ueberall-unerwuenscht-1.4023985" target="_blank" rel="noopener">berichtete.</a> Ich hatte sie damals auf meinen Blogbeitrag hingewiesen. Ihr Kommentar zu meinem Beitrag:<em>Den Gegensatz zwischen den Siedlungen inklusive Pool und den armseligen Hütten haben Sie gut beschrieben.</em></p>
<figure id="attachment_4186" aria-describedby="caption-attachment-4186" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4186" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000217-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000217-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000217-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000217-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4186" class="wp-caption-text">Leben in Zelten</figcaption></figure>
<p><em><br />
</em>Sicherlich ist es die Nähe zu Jerusalem (etwa 20 km), aber auch die besonderen Bilder in der Wüste, die für die Medien interessant sind. Menschen die (scheinbar) noch so Leben, wie vor Hunderten von Jahren (sieht man einmal vom Solarstrom, Handy und Satelliten TV ab), kommen wohl bei den Adressaten der Medien besser an, als die Bilder zum Beispiel bei den geplanten Häuserabrissen in dem Jerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah, auf den ich gleich noch zu sprechen komme.<br />
Schule war im Übrigen heute keine, mal wieder gab es einen palästinensischen Feiertag: der Geburtstag des Propheten &#8211; Eid-Milad Nnabi. Man wird also abwarten müssen wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt. Es ist aber zu befürchten, dass die (rechte) Regierung um Netanjahu den Abriss der Dörfer durchsetzen wird. An der angrenzenden Autobahn sind bereits Vorkehrungen getroffen, die es dem Militär ermöglichen, kurzfristig das ganze Gelände abzusperren. Ob das allerdings ausreicht zu verhindern, das „die Welt“ beim Abriss zu sieht, kann bezweifelt werden.</p>
<figure id="attachment_4187" aria-describedby="caption-attachment-4187" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4187" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000209-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000209-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000209-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000209-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4187" class="wp-caption-text">ein junger Esel gehört auch zum Camp</figcaption></figure>
<p>Gerne würde ich noch auf zwei weitere Ereignisse eingehen, die mich heute beschäftigt/berührt haben. Da ist zum einen das Erlebnis heute Vormittag in der Zeit als ich auf Angela wartete. Ich sah etwa 15 Palästinenser an meinem Wartepunkt, die Augenscheinlich warteten für eine Tagesbeschäftung abgeholt zu werden: „Tagelöhner“. Ich habe ja schon öfters von dem Umstand berichtet, das jeden tag Zehntausende Palästinenser sich auf dem israelischen Arbeitsmarkt verdingen. Immer wenn heute Morgen ein Auto anhielt (und sooft war das in der halben stunde wo ich es beobachten konnte, auch nicht) stürzten sich alle auf das Fahrzeug um dem Fahrer „ihre Dienste“ anzubieten. Jeder versuchte sich ins „beste Licht“ zu setzen, da wurde auch schon mal einer weggeschoben. Die ganze Situation machte auch mich einen bedrückenden, ja deprimierenden, Eindruck. War dann einer oder zwei „verpflichtet“ zogen die anderen betrübt von dannen. Wenn man sich das vorstellt, keine sichere Arbeit, keine sicheren Einkünfte und doch jeden Tag mit der neuen Hoffnung aufstehen, „heute klappt es“.</p>
<figure id="attachment_4188" aria-describedby="caption-attachment-4188" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4188" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000186-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000186-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000186-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000186-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4188" class="wp-caption-text">wer wird zur Arbeit mitgenommen?</figcaption></figure>
<pre>Auf dem Weg in mein Gästehaus kam ich auch durch den Stadtteil Sheikh Jarrar der seit Jahren im Fokus der jüdischen Stadtplaner ist. Günstig gelegen, zwar in Ost-Jerusalem, aber eben am Rande der Altstadt, bot und bietet sich hier für Investoren gute Gelegenheiten große Gewinne zu machen. Ich habe schon mehrfach von hier berichtet. Seit Jahren gibt es am jedem Freitag eine Demonstration gegen den schon weit fortgeschrittenen Abriss der palästinensischen Häuser zu Gunsten großer Hotelblocks und Verwaltungsgebäude. Immer wieder gelingt es mit strategischem Geschick und besonderer rechtlicher „Winkelzüge“, den Bewohnern ihr Häuser weg zu nehmen. Ganz aktuell hat die Zeitung Haaretz berichtet dass das oberste israelische Gericht die (letzten) Rechtsmittel einer arabischen Familie gegen die Vertreibung aus ihrem Haus, in dem sie seit 1955 leben, abgelehnt hat.</pre>
<figure id="attachment_4189" aria-describedby="caption-attachment-4189" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4189" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000224-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000224-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000224-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000224-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4189" class="wp-caption-text">im Hintergrund sieht man warum das haus im Vordergrund weg muss</figcaption></figure>
<pre>Die Familie war damals aus Jaffa geflohen, ihre beiden Häuser dort stehen noch, werden seit dem von jüdischen Israelis bewohnt. Doch in diese Häuser dürfen sie nicht mehr zurück: da steht eine rechtliche Bestimmung aus dem Jahr 1950 entgegen. Danach wird ein Gebäude, das den aus Israel geflüchteten Personen gehörte, als aufgegebenes und damit staatliches Eigentum betrachtet. Interessantereise gilt diese Bestimmung nicht für das Eigentum von Juden. Im konkreten Fall geht es um ein Haus, das auf einem Land gebaut wurde, das sich vor dem Unabhängigkeitskrieg 1947-49 im Besitz von Juden befand, wobei die Kaufunterlagen aus dem 19. Jahrhundert laut der Anwälte der palästinensischen Familien, mehr als zweifelhaft seien. Damals baute Jordanien auf diesem Gelände Häuser für die geflüchteten Palästinenser. Die heutigen Eigentümer (eine amerikanische Firma) fordert seit Jahren ihre Räumung.
Durch dieses aktuelle Urteil befürchten nun auch weitere Familien in diesem Viertel, dass sie in Kürze ihre Häuser verlassen müssen. Bald stehen in dem ursprünglich palästinensischen Stadtteil von Ostjerusalem, der seit 1967 von Israel besetzt ist, keine palästinensischen Häuser mehr.</pre>
<figure id="attachment_4190" aria-describedby="caption-attachment-4190" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4190" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000237-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000237-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000237-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000237-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4190" class="wp-caption-text">zum Feiertag war die Altstadt, hier am Eingang zum Damaskustor, mit Tausenden Palästinensern bevölkert</figcaption></figure>
<pre></pre>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein Ausflug nach Tel Aviv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 20:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gush Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[Uri Avnery]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-ausflug-nach-tel-aviv/" title="Ein Ausflug nach Tel Aviv">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2012 schreibe ich in diesem Blog. Bisher habe ich in dieser zeit erst einmal einen besuch in Tel Aviv gemacht. 2015, als wir mit der Gruppefahrt, neben Israel und Palästina auch einen Abstecher nach Jordanien gemacht hatten, waren wir für eine Nacht auch in Tel Aviv.</p>
<p>Heute nun bin ich auch mal wieder in die von Jerusalem 60 km entfernte Mittelmeermetropole Israels gefahren. Hintergrund dieses Ausflugs: Ellen Rohlfs, eine in der Israel&amp;Palästina-Solidarität sehr bekannte Persönlichkeit und Friedensaktivistin, Autorin einiger Bücher und Schriften und autorisierte Übersetzerin des jüngst verstorbenen israelischen Friedenskämpfer Uri Avnery, hatte mich gebeten Spendengelder für Gush Shalom abzugeben. <a href="http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/ellen_rohlfs.htm" target="_blank" rel="noopener">Mehr zu Ellen könnt ihr hier lesen.</a></p>
<figure id="attachment_4174" aria-describedby="caption-attachment-4174" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4174" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000173-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4174" class="wp-caption-text">Abfahrt der Sherut-Busse ist ganz in der Nähe des Jerusalemer Polizeigefängnisses</figcaption></figure>
<p>So habe ich mich also heute morgen, nachdem ich mal wieder meine Schlafstelle gewechselt habe, dieses Mal war der Umzug („fußläufig“) innerhalb von Jerusalem, von der Dormitio am Zionstor zum Paulushaus am Damaskustor, mit dem Sherut-Kleinbus auf den Weg nach Tel Aviv gemacht. Das Prinzip dieser „Taxi-Busse“ ist ja bekannt und sehr einfach: man wartet bis die 10 Plätze belegt sind, dann geht es los. Für 24 Schekel (etwa 6,-€) ging auf die etwa 45 minütige Fahrt. Tel Aviv empfing mich am zentralen Busbahnhof mit einer doch schwülen Hitze von mehr als 25 Grad. Bemerkenswert und auf den ersten Blick zu sehen war, dass hier um den Busbahnhof wohl eine Wohngegend ist, in der hauptsächlich Schwarz-Afrikanern wohnen. Diesen begegnet man in Jerusalem doch höchst selten, sieht man einmal von den äthiopischen Christen ab. Ganz selten sah ich hier orthodoxe Juden. Dafür aber jede Menge elektro-Fahrräder. Wobei man hier die Ausführung liebt, Kleinfahrrad aber mit gehörigem Speed. Die meisten fahren mit einem helm, den wir bei uns von den Motorrädern her kennen.</p>
<figure id="attachment_4175" aria-describedby="caption-attachment-4175" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4175" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000174-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4175" class="wp-caption-text">Tel Aviv eine Fahrradstadt<br />Aber Fußgänger müssen vorsichtig sein..die kommen meist mit ganz schönem Speed daher</figcaption></figure>
<p>Um 15 Uhr traf ich Adam Keller. Er wurde mir von Ellen Rohlfs als Vertreter der Friedensorganisation Gush Shalom benannt. Ich hatte ja vor einigen Tagen schon einmal,  im Zusammenhang mit Demonstrationen hier in Israel gegen die aktuellen israelischen Angriffe im Gazastreifen, kurz etwas zu dieser Organisation geschrieben, die in deutsch mit „Friedensblock“ übersetzt werden kann.</p>
<p>Schaut man ins Internet so findet man u.a. einen Beitrag aus dem Jahre 2005:</p>
<p><strong><em>&#8222;Ich träume von dem Tag, an dem Palästinenser und Israelis von Unserem Jerusalem sprechen werden und dabei sowohl das der Israelis als auch das der Palästinenser meinen werden.&#8220;</em></strong><em><br />
</em>Mit diesen Worten unterstützte Faisal Husseini, der verstorbene Führer der Palästinenser in Jerusalem 1995 eine Aktion der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom. Mit zwei Straßenschildern, die jeweils auf West- bzw. Ostjerusalem zeigten und mit ihren Aufschriften &#8222;Westjerusalem &#8211; Hauptstadt Israels&#8220; und &#8222;Ostjerusalem &#8211; Hauptstadt Palästinas&#8220; die Hoffnungen auf zwei souveräne, friedliche Staaten mit geteiltem Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten ausdrückten, kämpfte die Friedensbewegung für gegenseitige Verständigung und Anerkennung. diesen Kampf führt sie noch heute.<br />
Gush Shalom steht seit ihrer Gründung 1992 für eine Annäherung beider Völker und einen dauerhaften Frieden zwischen zwei souveränen Staaten. Der innere Kreis von Gush Shalom umfasst an die 100 Aktive, die Zahl der Mitglieder liegt bei 1.500. Unterstützt werden sie sowohl aktiv als auch passiv von einigen Tausend Menschen weltweit.</p>
<figure id="attachment_4176" aria-describedby="caption-attachment-4176" style="width: 248px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4176" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg" alt="" width="248" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery-248x300.jpg 248w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/ISRAELE_-_0116_-_Uri_Avnery.jpg 458w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption id="caption-attachment-4176" class="wp-caption-text">Uri Avnery, gestorben im August 2018</figcaption></figure>
<p>Das wohl bekannteste Gründungsmitglied, <a href="http://www.uri-avnery.de" target="_blank" rel="noopener">Uri Avnery</a>, jahrelanges Mitglied der Knesset, israelischer Publizist und Friedenskämpfer, ist in Deutschland durch seine Auszeichnung mit dem Aachener Friedenspreis 1997 und zahlreichen Publikationen und Interviews bekannt. In Israel gehörte er zu den ersten Israelis, die den Kontakt mit Palästinensern und ihrer Vertretung, der PLO, suchten. Unabhängig von politischen Parteien und anderen politischen Gruppierungen steht Gush Shalom für gegenseitige Anerkennung der beiden Völker, ein Ende der israelischen Besatzungspolitik und einen unabhängigen souveränen Staat Palästina, mit der Anerkennung der PLO als Vertretung des palästinensischen Volkes und innerhalb der Grenzen von vor 1967.</p>
<figure id="attachment_4177" aria-describedby="caption-attachment-4177" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4177" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000180-e1542657572106-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4177" class="wp-caption-text">Adam Keller, heute in Tel Aviv</figcaption></figure>
<p>Nun traf ich in der Nähe des Busbahnhofs Adam Keller, von dem ich erst jetzt, zurückgekehrt ins Paulushaus durch eine Mail meines Berliner Freundes Christian erfuhr, das Adam der Sprecher von Gush Shalom ist (oder zu mindestens einmal war). Christian hatte mit Anderen im Jahre 2011 die Palästina-Israel-Zeitung herausgebracht. In der ersten Ausgabe stand ein Interview (auf Seite 2), das Johannes Zang mit Adam Keller geführt hat. <a href="http://www.palaestina-israel-zeitung.de/downloads/2011-Palaestina-Israel-Zeitung-00.pdf" target="_blank" rel="noopener">Hier ist der Link zu dieser ersten Ausgabe.</a> Auch wenn die Zeitung nun schon vor 7 Jahren erschienen ist, haben dass Interview mit Adam Keller, aber auch die anderen Beiträge, nichts von Ihrer Bedeutsamkeit eingebüßt</p>
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		<title>die (neue) Botschaft in Jerusalem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2018 20:30:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[US Botschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Sonntag in Jerusalem. Wie immer feiern die Benediktiner eine festliche Messe. Es ist auch immer wieder schön die wunderbar abgestimmten Glocken der Dormitio Kirche zu hören, eine willkommene „Abwechslung“ zu den doch vorherrschenden <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-neue-botschaft-in-jerusalem/" title="die (neue) Botschaft in Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Sonntag in Jerusalem. Wie immer feiern die Benediktiner eine festliche Messe.</p>
<p>Es ist auch immer wieder schön die wunderbar abgestimmten Glocken der Dormitio Kirche zu hören, eine willkommene „Abwechslung“ zu den doch vorherrschenden Rufen der Muezzin in den vielen Moschen.</p>
<figure id="attachment_4160" aria-describedby="caption-attachment-4160" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4160" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000155-e1542571509210-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000155-e1542571509210-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000155-e1542571509210-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-4160" class="wp-caption-text">der Glockenturm der Dormitio-Abtei</figcaption></figure>
<p>Heute hatte ich mich mit Michal verabredet, eine Jüdin, geboren in der Schweiz, seit vielen Jahren in Israel zu Hause. Seit Jahren begleitet sie als kundige Reiseleiterin meine Begegnungsreisen in der Israel-Region. Bekanntermaßen dürfen die Reiseleiter immer nur in Israel bzw. in Palästina führen. Sie bestätigte mir im Gespräch, dass was ich ja schon selbst wahrgenommen habe: Die Massen von Touristen, selbst jetzt in der 2. Hälfte vom November. Noch nie waren im Oktober so viel Touristen in Jerusalem, wie 2018. Michal meint dazu, man müsse sich von Seiten der Verantwortlichen Gedanken machen wie mit solchen Touristenströmen“ umgegangen werden muss. Es steht die Frage im Raum, ob nicht auch in kirchlichen Gebäuden ein Besuch nur nach Anmeldung möglich ist. Derzeit sind die Wartezeiten in der Geburtskirche in Bethlehem,  bis man die Geburtsgrotte erreicht hat, mehr als 2 Stunden.</p>
<figure id="attachment_4164" aria-describedby="caption-attachment-4164" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4164" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000083-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000083-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000083-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000083-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4164" class="wp-caption-text">die frisch renovierte &#8222;Außenhaut&#8220; der Geburtskirche</figcaption></figure>
<p>Schon vor einigen Tagen habe ich mich in Jerusalem umgeschaut wo sich denn die seit Mai installierte US-Botschaft befindet. Die Leserschaft wird sich erinnern, welche große Aufregung (und das ist noch milde ausgedrückt) die Ankündigung vor fast genau einem Jahr bei den Palästinensern ausgelöst hatte, das die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden soll.</p>
<p>Zu Eröffnung der Botschaft am 15. Mai 2018 berichtete die „Zeit“ u.a.<br />
<em>„Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahostkonflikt. Israel hatte den Ostteil samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die Vereinten Nationen erkennen die Annexion aber nicht an. Israel betrachtet ganz Jerusalem als seine &#8222;unteilbare&#8220; Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates. Internationaler Konsens war bisher, dass der Status von Jerusalem in einem Friedensabkommen mit den Palästinensern festgelegt werden soll.</em></p>
<p><em>Die Eröffnung der Botschaft findet am gleichen Tag statt, an dem Israel sein 70-jähriges Bestehen feiert. Am Dienstag jährt sich zudem zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern Palästinenserinnen und Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Menschen, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.“ Der ganze Beitrag der Zeit <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-05/jerusalem-israel-usa-botschaft-eroeffnung" target="_blank" rel="noopener">ist hier zu lesen.</a><br />
</em>Im April,<a href="http://marius-blog.de/blog/jerusalem-wundervoll-aufregend-und-zerrissen/" target="_blank" rel="noopener"> bei meinem letzten Besuch</a> in der Region, dachte ich noch, die Botschaft würde in dem Gebäude des Generalkonsulat „untergebracht“ werden. Aber ich hatte mich getäuscht. Das Konsulat liegt in West-Jerusalem. Die neueingerichtete Botschaft aber liegt auf der sogenannten grünen Linie und im Niemandsland. Die grüne Linie war bis zum Sechstagekrieg 1967 ein Teil der Außengrenzen Israels. Das Niemandsland erstreckte sich zwischen West- und Ostjerusalem: vom Scopusberg (nahe dem Ölberg) über einen schmalen Streifen im Norden und einen etwas breiteren im Süden der Altstadt, es wurde von Jordanien und Israel gleichermaßen beansprucht. Damit liegt zumindest ein Teil der neuen US-Botschaft auf einem Gelände, das von den UN und den meisten Staaten der Welt als von Israel besetztes Gebiet betrachtet wird.</p>
<figure id="attachment_4162" aria-describedby="caption-attachment-4162" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4162" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000055-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000055-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000055-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000055-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4162" class="wp-caption-text">gediegene Wohngegend</figcaption></figure>
<p>So kommt auch die Info bei Google-Map verständlich, wenn man die Adresse der Botschaft eingibt: David FlusserStraße eingibt. Das Navigationssystem informiert, dass der Weg „möglicherweise über die Landesgrenze führt“ Schon interessant, dass bei Google scheinbar das Völkerrecht noch gilt. Ich habe mich von der Dormitio (die übrigens auch in dem besagten „Niemandsland“ liegt) zu Fuß auf den Weg gemacht. Google-Maps hatte etwas mehr als 3 km Wegstrecke angegeben. Schon bald sah ich das erste Hinweisschild zur US-Embassy. Das Botschaftsgebäude befindet sich in einem (bisher ruhigen), abseits gelegenen Wohnviertel, mit schönen, sandfarbenen Bungalows und Reihenhäusern. Eine Petition einiger Anwohner gegen die Verlegung der Botschaft in ihr Wohnviertel, weil man Verkehr und auch Sperrungen (bei Staatsbesuchen) befürchtete, wurde aber vom höchsten israelischen Gericht abgelehnt.</p>
<p>Als ich dort war kamen auch schon einige Touristenbusse vorgefahren. Sicherlich für manche Jerusalembesucher ein weiteres Highlight (zum abhaken&#8230;)</p>
<figure id="attachment_4163" aria-describedby="caption-attachment-4163" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4163" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000063-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000063-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000063-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000063-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4163" class="wp-caption-text">die Touristen kommen auch schon</figcaption></figure>
<p>Dort wo sich das gebäude der Botschaft steht, befindet sich auch das nach 1967 eröffnete Hotel &#8222;Diplomat&#8220;. Es ist seit Jahren eine Seniorenresidenz, 450 vor allem aus Russland stammende ältere Menschen leben hier. Sie werden innerhalb der nächsten zwei Jahre ihr Heim verlieren. Denn das israelische Einwanderungsministerium, das die Wohnstätte betreibt, musste sich zur Räumung verpflichten, um Platz zu schaffen für das Botschaftspersonal&#8230;&#8230;</p>
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		<title>Ist heute eigentlich frei?&#8230;.und kommt der Bus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Nov 2018 19:56:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Silwan]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich wieder „umgezogen“, von Beit Jala nach Jerusalem. Dort wohne ich wieder für zwei Tage bei den Benediktinern auf dem Zion. An der Bushaltestelle in Beit Jala entdeckte ich ein Schild der Welt <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ist-heute-eigentlich-frei-und-kommt-der-bus/" title="Ist heute eigentlich frei?&#8230;.und kommt der Bus?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich wieder „umgezogen“, von Beit Jala nach Jerusalem. Dort wohne ich wieder für zwei Tage bei den Benediktinern auf dem Zion.</p>
<p>An der Bushaltestelle in Beit Jala entdeckte ich ein Schild der Welt weiten Bewegung der Clown-Doctors <a href="https://rednose.com.au/section/about-us" target="_blank" rel="noopener">„Red Noses&#8220;,</a> die auch hier in Palästina ihr Freude den Kranken (nicht nur Kindern) vermitteln.</p>
<p>Heute ist Samstag, was hier in der Region bezüglich der Frage, fährt der Bus eigentlich heute, so einige Fragen aufwirft. Freitag, das weiß ich, ist der freie Tag (Sonntag) der Muslime, Samstag der Sabbat (Sonntag) der freie Tag der Juden. Haben aber die Muslime heute am Samstag auch noch frei? Und was ist mit den Christen, die haben heute Samstag also keine Schule, gehen die noch arbeiten? Fragen über Fragen, aber der 231 Bus kam recht zügig, also keinen „Sonntagfahrplan..</p>
<figure id="attachment_4150" aria-describedby="caption-attachment-4150" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4150" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000135-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000135-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000135-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000135-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4150" class="wp-caption-text">heute ist Samstag, ad wird gekehrt&#8230;</figcaption></figure>
<p>Ein nette Begebenheit ereignete sich just an der Stelle, wo bei den Businsassen in der Regel große Anspannung herrscht am Checkpoint. Es ist üblich, dass alle jungen Palästinenser aussteigen, dann zwei Soldaten (mit umhängendem Maschinengewehr!!) die im Busverbliebenen kontrollieren. Dann werden die kontrolliert, die ausgestiegen sind, und nachdem sie eingestiegen sind kann der Bus seine Fahrt nach Jerusalem fortsetzen. Da diese ganzen Kontrollen, je nach Anzahl der Mitreisenden (heute waren es viele), eine Zeit dauert, hat sich der Busfahrer gedacht, diese Zeit kann ich sinnvoll nutzen. Er nahm sich seinen (wohl immer griffbereiten) Gebetsteppich mit nach draußen und erfüllte eine der 5 täglichen Gebetspflichten der Muslime. Ich muss sagen, es hat mich schon etwas besonders berührt, dass hier, an diesem wirklich nicht besinnlich oder religiös stimmendem Ort, eine solche „Aktion“ stattfand. Aber, mit dem Gebetsort nehmen es die Muslime nicht so genau. Gestern erlebte ich es bei Fatima, in einem Handygeschäft, das wir wegen Probleme an meinem Handy aufsuchen mussten. Sie ging hinter die Ladentheke und kniete sich in Richtung Mekka&#8230;.</p>
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<figure id="attachment_4152" aria-describedby="caption-attachment-4152" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4152" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000143-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000143-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000143-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000143-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4152" class="wp-caption-text">&#8222;Sabbat-Ruhe&#8220; in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Als wir dann heute nach kurzer Fahrt Jerusalem erreichten, verspürte ich wieder sogleich die so unglaublich friedvolle Stimmung, die die Sabbatruhe in dieser sonst so quirligen Stadt erzeugt. Nur wenig Autoverkehr (meist die Jerusalemer Palästinenser), man sitz in Parks, genießt die heute wieder warm scheinende Sonne. Alles sieht so gemächlich und erholsam aus. Ich werde immer ein wenig neidig auf die jüdische Religion (was diese Bestimmung angeht), wenn ich das hier sehe, wie die Menschen (jeden Samstag) zur Ruhe kommen.</p>
<p>Ich habe schon des Öfteren über den Ost-Jerusalemer Stadtteil Silwan berichtet in dem seit Jahren jüdische Gruppen vor allem auch deshalb versuchen „Fuß“ zu fassen, weil am Rande des Stadtteiles (unterhalb des „Tempelberges“) Juden die Lage der „Stadt Davids“ vermuten. Die Methoden sind hier, wie in anderen bereichen Ost-Jerusalems, sehr unterschiedlich. <a href="http://marius-blog.de/blog/zwei-welten-ostjerusalem/" target="_blank" rel="noopener">Ich berichtete darüber</a>. Hier wird der finanzielle Engpass eines Hausbewohners „ausgenutzt“ da wird&#8230;.da wird wegen des drohenden Abrisses Druck gemacht.</p>
<figure id="attachment_4153" aria-describedby="caption-attachment-4153" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4153" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000151-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000151-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000151-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000151-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4153" class="wp-caption-text">Blick auf Silwan</figcaption></figure>
<p>Nun habe ich davon gelesen, dass auch mit einer Abänderung des Gesetzes zu Nationalparks versucht wird, Einfluss auf die „Judaisierung“ des Stadtteiles Silwan zu nehmen. Die vorgeschlagene Abänderung 17 ist nicht für alle Nationalparks in Israel bestimmt. Sie soll nur für einen gelten: Der „David-Stadt-Nationalpark“ in Silwan. Warum also, wenn es nicht beabsichtigt ist, universell angewandt zu werden, und wenn alle anerkannten Verteidiger von Nationalparks allgemein dagegen sind, würde es dann nächste Woche zu einer ersten Lesung in der Knesset, dem israelischen Parlament, kommen?</p>
<p>Die Antwort auf diese Frage liegt in den ersten Wächtern der Stadt Davids &#8211; nicht in der israelischen Natur- und Parkbehörde, die die ultimative Autorität für den Park hat, sondern in der Gruppe, an die sie den täglichen Betrieb in den 1990er Jahren privatisiert hat, eine Organisation namens Elad.</p>
<p>Elad ist keine Umweltgruppe oder archäologische Autorität. Es hat keine beruflichen Fähigkeiten, um überhaupt um ein Angebot für die Verwaltung eines Nationalparks zu konkurrieren (wenn es ein transparentes Ausschreibungsverfahren gegeben hätte, was es nicht gab). Es ist jedoch eine rechte Siedlergruppe.</p>
<p>Elad ist das einzige Unternehmen, das diese Rechnung befürwortet. Angesichts der Einwände aus einer Reihe grüner Gruppen setzte sich die Gruppe für eine maßgeschneiderte Ausnahmeregelung ein, um die Stadt Davids allein dazu zu bringen, Palästinenser zu verdrängen und in einem Nationalpark Häuser für Siedler zu bauen. Das allein sollte Elads Unfähigkeit beweisen, einen solchen Raum zu betreiben.</p>
<figure id="attachment_3516" aria-describedby="caption-attachment-3516" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3516" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3516" class="wp-caption-text">Silwan: unerwünschte &#8222;Nachbarn&#8220; sind ständige &#8222;Reizauslöser&#8220;</figcaption></figure>
<p>Abänderung 17 soll Elad in die Lage versetzen, in Silwan Fuß zu fassen, wo er, unterstützt vom Staat, in den letzten Jahrzehnten rund 75 palästinensische Häuser beschlagnahmt hat. Die letzte Vertreibung fand letzte Woche statt&#8230;&#8230;</p>
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		<title>Herbst auf dem Weinberg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2018 20:57:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Natürlich musste ich bei meinem doch recht kurzen Trip (10 Tage) nach Palästina, dem Weinberg und seinen Bewohnern einen Besuch abstatten. Hat hier doch alles im April 2012 für mich angefangen. Damals habe ich hier <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/herbst-auf-dem-weinberg/" title="Herbst auf dem Weinberg">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich musste ich bei meinem doch recht kurzen Trip (10 Tage) nach Palästina, dem Weinberg und seinen Bewohnern einen Besuch abstatten. Hat hier doch alles im April 2012 für mich angefangen. Damals habe ich hier 5 Wochen gearbeitet und anschließend war für mich und mein zukünftige Leben alles anders. Ich konnte das hier erlebte nicht mehr vergessen, war derart angerührt, vom Schicksal der Menschen hier, dass ich mich seit dem für eine Aussöhnung, Frieden und Gerechtigkeit zwischen den Menschen die hier leben einsetze.</p>
<p>Betroffen war ich damals auch von dem Erlebnis eines Taxifahrers, Adib, der mich mit seinem Taxi zum Weinberg gebracht hatte, und im Anschluss von einer zivilen israelischen Kontrolle angehalten und dann mit einem (unbegründeten) Strafbefehl zur Zahlung von1.000 Schekel „verurteilt“ wurde. <a href="http://marius-blog.de/blog/rueckkehr-zum-tent-of-nations/" target="_blank" rel="noopener">Hier könnt ihr die Geschichte nachlesen.</a></p>
<figure id="attachment_4143" aria-describedby="caption-attachment-4143" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4143" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000113-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000113-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000113-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000113-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4143" class="wp-caption-text">Adib der Taxifahrer</figcaption></figure>
<p>Wie es der Zufall wollte (gibt es Zufälle im Leben?), traf ich heute Adib auf der Straße mit seinem Taxi. Er fragte wohin ich denn wolle und ob er mich fahren könne. Ich sagte ihm, dass ich zum Weinberg wolle und ob er sich erinnere, was vor 6 ½ Jahren passiert war. Natürlich konnte er sich erinnern, aber es war ihm augenscheinlich kein Problem, mich heute erneut dorthin zu bringen.</p>
<p>Ich habe es ja in den letzten Jahren, bei meinen regelmäßigen Besuchen auf dem Weinberg geschildert, wie sich die Zufahrt zum Gelände des Weinberges, bedingt durch den Bau der jüdischen Schule, total verändert hat. Wo früher ein holpriger kleiner Pfad war, ist jetzt eine breite Straße die aber eben nicht zum Weinberg sondern zur Schule führt. Das letzte Stück ist dann wieder die kleine Fahrspur, die vor dem Steinhaufen endet (wird der eigentlich immer höher), der schon mehr als 10 Jahren die direkte Zufahrt der vielen Besuchergruppen zum Weinberg hindert.</p>
<p>Mit großem Staunen stand ich dann 500 m weiter vor dem(neuen)  Tor. Was bis zum April, ein sehr baufälliges Gebilde war, dass meiner Meinung nach in keinster Weise ein gewalttätiges Betreten des Geländes verhindert hätte, ist nun ein „stattliches“ stabiles Tor.</p>
<figure id="attachment_4139" aria-describedby="caption-attachment-4139" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4139" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000116-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000116-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000116-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000116-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4139" class="wp-caption-text">das neue Tor zum Weinberg</figcaption></figure>
<p>Als erstes begegnete mir ein Volontär aus den USA, der mit dem Bewässern kleiner Salatpflanzen in einem der Gewächshäuser beschäftigt war. Wie er mir erzählte, ist er derzeit der einzige Freiwillige auf dem Berg. Bis gestern waren zwei Volontäre aus Japan (!) hier. Nicht viel später lief mir Daher über den Weg, der- begründet in der Zeit als ich hier einige Wochen gearbeitet habe &#8211; zu einem wirklichen Freund von mir geworden ist. Daoud Nassar, sein Bruder, hatte mir schon vor einigen Wochen, bei einem Treffen am Rande eines Vortrages von ihm in Mönchengladbach erzählt, dass er in diesen Tagen in den USA zu Vorträgen weilt. Ich werde ihn aber, so ist es geplant, am kommenden Mittwoch noch treffen können. Daher musste sich dann auch gleich um zwei (!) Gruppen (aus den USA und Schweden) kümmern, die gerade angekommen waren. Im Verlauf der nächsten Stunden kam dann noch eine weitere Gruppe aus Frankreich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-4142" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000117-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000117-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000117-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000117-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Es ist wirklich immer erstaunlich wie viel Menschen den Weg zum Weinberg finden. Es ist auch immer wieder erstaunlich, dass es oft auch (wie heute) junge Menschen sind die sich für den Weinberg, seine Geschichte und en Menschen hier interessieren. Wenn man die Besucher/innen dann bei den Vorträgen, heute von Daher aber auch seiner Schwester Amal, beobachtet, wie beeindruckt, oft richtig berührt sie sind, kann man erahnen, welche Botschaft sie mit in ihre Heimat nehmen.</p>
<p>Ich hatte wegen der vielen Gruppen, mit denen Daher „beschäftigt“ war, dann genügend Zeit mir in einem Rundgang über den Weinberg, die Situation anzusehen. Beeindruckend der „Kräutergarten“ erstellt von der Gruppe um Dietrich Bodelschwing von der „Heimstätte Dünne“. Überall sah man (wie gewohnt) frisch gepflanzte Bäumchen. Auch neue (Kompost-)WC-Häuschen, aus denen man auf die neugebaute Schule und die Siedlung Neve Daniel schauen kann, sind erstellt worden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-4141" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000121-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000121-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000121-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000121-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Irgendwo sah ich eine Hündin mit ihren (6-7) jungen Welpen. Überhaupt, für Hunde ist das Gelände ein Paradies. Ich erinnere mich allerdings mit Schrecken an manche Störung in den Nächten, als ich hier in einem Zelt schlafen wollte.</p>
<p>Sicherlich, heute war das Wetter nicht unbedingt, dazu angetan, sich richtig wohlzufühlen, denn es war bewölkt, ein kalter Wind zog über den Berg, und zum frühen Nachmittag fing es heftig an zu regnen.</p>
<figure id="attachment_4145" aria-describedby="caption-attachment-4145" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4145" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000124-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000124-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000124-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000124-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4145" class="wp-caption-text">Blick in den &#8222;Kräutergarten&#8220;</figcaption></figure>
<p>Wenn man von Bethlehem mit dem Auto die Straße 60 fährt, kommt nach 5-6 km die Abzweigung die zum Weinberg führt. Fährt man die 60 weiter kommt man nach weiteren 20 km nah Hebron. An diese die Besucher (und eben auch mich) so bewegende Stadt, kam mir dieser tage wieder in den sinn als ich einen weiteren Beitrag einer EAPPI-Freiwilligen las. Sie berichtete von einem Besuch bei der Familie Hashem Al Azzeh. Ich habe die Familie bei einem Besuch mit einer <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-haben-keine-angst/" target="_blank" rel="noopener">Reisegruppe 2014</a> kennen gelernt. Sie lebt in unmittelbarer Nähe einer jüdischen Familie in dem abgegrenzten Bereich in der Hebronner Altstadt. Ich hatte dann ein Jahr später vom gewaltsamen Tod (er starb durch Tränengas an einem Herzinfarkt) Hashem erfahren und habe <a href="http://marius-blog.de/blog/trauerbesuch-bei-familie-azzeh-in-hebron/" target="_blank" rel="noopener">daraufhin in April 2016</a>, bei meinem nächsten Besuch in der Region, seiner Frau besucht. Nun hat Milena von EAPPI die Familie besucht und erzählt in Ihrem Bericht, noch einmal, wie es damals zum Tode von Hashem gekommen ist und wie es der Familie (aber besonders der Frau) heute 3 Jahre später geht. <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/eine-persoenliche-geschichte-von-sumud/" target="_blank" rel="noopener">Ein wirklich lesenswerter Beitrag den ich sehr empfehle</a></p>
<figure id="attachment_4146" aria-describedby="caption-attachment-4146" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4146" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000127-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000127-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000127-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000127-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4146" class="wp-caption-text">Herbst oder doch schon wieder Frühling?<br />verrückte Natur auf dem Weinberg</figcaption></figure>
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		<title>Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2018 19:25:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Sabeel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vier-hochzeiten-und-eine-verlobung-das-leben-geht-weiter-trotz-alle-dem/" title="Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf dieser Seite entsprechende Links zu meinen früheren Begegnungen mit ihr.</p>
<p>Auch heute habe ich am Abend, rückblickend zu unserem wieder sehr vielschichtigen Gesprächen, den Eindruck, den ich immer habe wenn ich Fatima treffe: sie ist so froh mal gedanklich aus ihrem Alltag ausbrechen zu können, sich mit jemandem wie mir, der so vielseitig an den gesellschaftlichen und kulturellen Themen/Problem hier in Palästina interessiert ist, austauschen zu können.</p>
<figure id="attachment_4134" aria-describedby="caption-attachment-4134" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4134" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4134" class="wp-caption-text">Blick auf Fatimas Elternhaus in Za`atara</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>So haben wir heute auch über so unterschiedliche Themen gesprochen wie:<br />
„Ärzte sind hier nur auf Profit aus“, diese Aussage fußt auf aktuelle Erfahrungen mit einer schweren Erkrankung ihres Mannes, wo sie bei der Behandlung in Palästina oft viel Geld gezahlt hat ohne das ihm wirklich geholfen wurde. Erst die Behandlung in der bekannten (israelischen) Universitätsklinik Hadassah in Jerusalem war (bis jetzt) erfolgreich. Ein Thema war auch, dass die vielen Reichen hier, sich (in der regel) nicht sozial engagieren. „Lieber nehmen sie sich noch eine weitere Frau oder bauen ein weiteres Haus“ Nur bei den durch den Koran verpflichtenden Spenden zum Ramadan würde man etwas tun, wobei auch da oft nicht klar sei wohin das Geld geht. Selbst innerhalb der Familien komme es oft vor (Fatima erlebt es bei ihren Brüdern), das vom vielen Geld (was man vom Vater als Sohn geerbt hat), nichts an die Familien der Schwestern ausgezahlt wird. Dieses Thema hatte sich entwickelt, als ich sagte, dass ich dank spendenfreudige Teilnehmer/innen an meiner Geburtstagsfeier im Oktober u.a. dem Kinderheim La Creche 1000,-€ überwiesen konnte.</p>
<figure id="attachment_4135" aria-describedby="caption-attachment-4135" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4135" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4135" class="wp-caption-text">leckere &#8222;Reispfanne&#8220;</figcaption></figure>
<p>Natürlich wurde ich bei Fatima wieder mit leckeren palästinensischen Spesien verwöhnt. Schon bald nach meiner Ankunft roch ist den Duft von frisch gebackenem Brot. Ich konnte wieder die wunderbaren Kräuter in ihrem Garten riechen und schmecken. Auch lernet ich eine Frucht kennen, von der ich bisher noch nichts gehört habe: <a href="https://www.gutekueche.at/wie-isst-man-eine-pomelo-artikel-1115" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pomelo</strong></a> eine Mischung aus Grapefruit und Pampelmuse. Fatima hat ein Bäumchen im Garten stehen.<br />
Fatima ist, wie sooft auch als bekannte Vertreterin ihrer Familie, in den nächsten Tagen zu insgesamt 4 Hochzeiten und eine Verlobung eingeladen. Cousins und Cousinen aus ihrer großen Familie heiraten&#8230;denn das Leben geht auch hier weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als heute morgen Fatima mich abholen kam, war ihr ältester Enkel mit im Auto. Er hatte <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-2081" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/image-451236-hpcpleftcolumn-agcf.jpg" alt="" width="120" height="90" />heute schulfrei denn: Heute war in Palästina ein staatlicher Feiertag (was Fatima bis gestern nicht wusste!!). Erinnert wird an diesem Tag an die durch die PLO am 15. November 1988 verkündete Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel. <em>„Der Staat Palästina ist mittlerweile von fast 140 Staaten „offiziell“ anerkannt</em><em>. Gegen den  Widerstand der USA und Israels hat die UN-Vollversammlung am 29.11.2012 einen Palästinenser-Staat faktisch anerkannt. Sie stimmte in New York für eine Aufwertung der Palästinenser zum Beobachterstaat (&#8222;Non-member-state&#8220;). Den Antrag unterstützten 138 der 193 UN-Mitglieder, neun votierten dagegen, 41, darunter Deutschland, enthielten sich der Stimme. Die Palästinenser können nun UN-Organisationen und internationalen Verträgen beitreten und so z.B. den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anrufen. Der Beobachterstatus war in der Vergangenheit für Länder ein Sprungbrett zur Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen.“ </em><a href="https://www.lpb-bw.de/geschichte-palaestinas.html" target="_blank" rel="noopener">aus  „die Geschichte Palästinas“</a> von der Landeszentrale für polit. Bildung (lpb) in Baden Württemberg</p>
<figure id="attachment_4136" aria-describedby="caption-attachment-4136" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4136" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4136" class="wp-caption-text">Abendstimmung über dem Herodion</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Schluss meines heutigen Tagesberichtes möchte ich den geneigten Lesern/innen von einer „Gebetswelle“ erzählen die ich seit einigen Monaten bekomme. Sie wird von Sabeel, eine von palästinensischen Christen im „Heiligen Land“ gegründete ökumenische Bewegung wöchentlich an „Beter in aller Welt verschickt“</p>
<p>Ich möchte einige der Fürbitten dieser Woche hier nun vorstellen:</p>
<p><a href="http://www.fvsabeel-germany.de" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos findet ihr hier</a></p>
<p><strong><em>15.November 2018</em></strong></p>
<p>Ein Geheimkommando Israels tötete einen Führer der Hamas und sechs andere Palästinenser nahe Khan Younis im Gazastreifen. Zum Schutz des Rückzugs dieses Kommandos flog Israel Luftangriffe. Ein israelischer Offizier wurde getötet, ein anderer verwundet. Der israelische Überfall und die Luftangriffe zogen Raketenabschüsse aus der von der Hamas kontrollierten Zone nach sich; dadurch droht eine Eskalation der Gewalt in dieser Region.</p>
<p><strong>O Herr, unser Hirte und Fels, Dich rufen wir an in dieser Zeit der Gewalt in und um Gaza. Stärke doch alle in Gaza, die sich der Gewaltfreiheit und Befreiung aller, die ohne Ende leiden, verschrieben haben.</strong></p>
<p><strong>                                 Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Am Donnerstag, 8.November überfielen israelische Streitkräfte eine Grundschule in Khirbit Ibziq im Jordantal, störten den Unterricht und zerstörten ein Zelt, das von Schülern und Lehrern benützt wird.</p>
<p><strong>Großer Lehrer, Kinder brauchen Bildung, um das ganze und volle Leben zu haben, das zu geben, Du gekommen bist. Segne alle, die sich bemühen, dieser und kommenden Generationen unter diesen extremen Umständen eine Bildung zu vermitteln.</strong></p>
<p><strong>                                Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Israelische Streitkräfte verhafteten im Oktober 511 Palästinenser, unter ihnen 74 Minderjährige und 15 Frauen. Das wurde letzte Woche in einer gemeinsamen Erklärung von drei palästinensischen Anwaltsgruppen für Gefangene bestätigt.</p>
<p><strong>Herr, wir beten immer wieder für gefangene Palästinenser, besonders Kinder. Dein Geist möge ihnen Mut geben, standhaft zu bleiben und auf Deine Gerechtigkeit zu hoffen.</strong></p>
<p><strong>                               Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Beit Jala „mausert“ sich – trotz alledem&#8230;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/beit-jala-mausert-sich-trotz-alledem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2018 19:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Jala]]></category>
		<category><![CDATA[Gush Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Uri Avnery]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich umgezogen von Jerusalem nach Beit Jala. Es sind etwa 10 km (Luftlinie) zwischen den beiden Orten, aber wie schon oft beschrieben trennt die beiden Orte nicht nur eine 8-10 m hohe Mauer. <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/beit-jala-mausert-sich-trotz-alledem/" title="Beit Jala „mausert“ sich – trotz alledem&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich umgezogen von Jerusalem nach <a href="https://in-gl.de/2011/01/09/beit-jala/" target="_blank" rel="noopener">Beit Jala</a>. Es sind etwa 10 km (Luftlinie) zwischen den beiden Orten, aber wie schon oft beschrieben trennt die beiden Orte nicht nur eine 8-10 m hohe Mauer. Wie üblich habe ich den palästinensischen Bus 231 benutzt, der tagsüber alle 10 Minuten am Damaskustor in Ost-Jerusalem startet und &#8211; je nach Verkehrslage &#8211; nach etwa 45 Minuten seine Endhaltestelle auf der Grenze zwischen den beiden Städtchen Bethlehem und Beit Jala erreicht.<br />
Mal wieder bin ich in der Abrahamsherberge untergebracht, einem sehr schönen Gästehaus, mitten in der Altstadt von Beit Jala.</p>
<figure id="attachment_4127" aria-describedby="caption-attachment-4127" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4127" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000075-e1542217396677-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000075-e1542217396677-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000075-e1542217396677-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4127" class="wp-caption-text">alles ist schön restauriert</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn man wie ich seit 2012 immer wieder mal zu Besuch in diese Region kommt, stellt man immer wieder auch Veränderungen fest. Oft nicht auf den ersten Blick, es sei denn ein neuer Hotelbau ist so augenfällig in die Landschaft gebaut oder der immer chaotisch werdende Autoverkehr, der einem oft die Luft zum Atmen nimmt. Nein, es sind die oft unscheinbaren Dinge, die erst beim genauen Hinsehen auffallen. Gerade hier in Beit Jala, mit dem benachbarten Bethlehem und Beit Sahour, die christlichen „Hochburgen“ in Palästina, hat sich in den letzten Jahren vieles  verändert, und meistens zum Guten. Ich hatte schon im vorigen Jahr berichtet, dass es immer „schickere“ Läden gibt, die, auch was die Schaufensterauslagen angeht, mit westlichen Maßstäben konkurrieren können. Auch immer mehr feinere Restaurants, die eben nicht nur die so gute arabische Küche anbieten, werben um Kundschaft.</p>
<figure id="attachment_4126" aria-describedby="caption-attachment-4126" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4126" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000071-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000071-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000071-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000071-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4126" class="wp-caption-text">alles genau beschrieben<br />der &#8222;Old-City-Trail&#8220;</figcaption></figure>
<p>Heute entdeckte ich den neuangelegten „Old-City-Trail“, mit dem die Verantwortlichen in der Stadt, die Besucher auf einen (gut beschilderten) Weg durch die überwiegend schön restaurierte Altstadt von Beit Jala führen.<br />
Alle diese Neuheiten zeigen mir aber auch eines deutlich auf: die Menschen hier glauben, trotz aller Widrigkeiten der Besatzung, an eine Zukunft, wollen sich nicht aufgegeben.</p>
<figure id="attachment_4128" aria-describedby="caption-attachment-4128" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4128" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000073-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000073-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000073-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000073-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4128" class="wp-caption-text">Jenseits des Cremisan-Tals, scheinbar zum Greifen nah, die Sicht von Beit Jala auf die jüdische Siedlung Gilo in Ost-Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Ich möchte auch noch einmal kurz auf meinen Bericht von gestern zum aktuellen Gaza-Konflikt eingehen. Ich hatte meinen gestrigen Eintrag mit der Feststellung geendet: das man (ich) gar nicht spüre, das in Land Krieg ist.<br />
Erst heute habe ich erfahren, das <a href="http://zope.gush-shalom.org/index_en.html" target="_blank" rel="noopener">Gush Shalom</a>, zu Deutsch &#8222;Der Friedensblock&#8220;,<br />
eine 1991 (u.a. durch den jüngst verstorbenen <a href="http://www.uri-avnery.de" target="_blank" rel="noopener">Uri Avnery</a>) gegründete israelische Friedensorganisation gestern mit anderen Friedensgruppen in drei Städten (Haifa, Tel Aviv und Jerusalem) zu Demonstrationen aufgerufen hatte. Im Aufruf wird ein vollständiger politischer Kurswechsel gefordert. Hier heißt es u.a.: „<em>Wir müssen einen neuen Weg gehen. Bewohner Südisraels und Bewohner von Gaza, Israelis und Palästinensern &#8211; nur Frieden kann uns allen Sicherheit garantieren. Nur Ruhe sorgt für ruhige Nächte &#8211; nur so ist es möglich. Lasst uns aufhören, weil wir Hass verbreiten und Angst säen, lasst uns diesen Schmerz beenden. Heute, vor allem heute, sollten wir fordern, was längst hätte geschehen sollen, das Einzige, was das Leben sichern kann: die Aufhebung der Belagerung, die Beendigung der Besatzung und den Frieden zwischen Israel und Palästina. Wir verdienen ein glückliches Ende dieser traurigen und schwierigen Geschichte. &#8220;  </em></p>
<figure id="attachment_4129" aria-describedby="caption-attachment-4129" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4129" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000085-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000085-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000085-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000085-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4129" class="wp-caption-text">Novemberwetter auch in Palästina und einen Regenschirm für zwei</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stell dir vor, es ist Krieg in deinem Land und du bekommst es nicht mit&#8230;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/stell-dir-vor-es-ist-krieg-in-deinem-land-und-du-bekommst-es-nicht-mit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2018 19:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun bin ich erst gestern angekommen und schon kommen aus der Heimat Nachfragen ob hier (bei mir ) alles ok sei. Ich soll bloß vorsichtig sein&#8230;. Erst bei Durchsicht der Nachrichten (online) wird mir deutlich <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/stell-dir-vor-es-ist-krieg-in-deinem-land-und-du-bekommst-es-nicht-mit/" title="Stell dir vor, es ist Krieg in deinem Land und du bekommst es nicht mit&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich erst gestern angekommen und schon kommen aus der Heimat Nachfragen ob hier (bei mir ) alles ok sei. Ich soll bloß vorsichtig sein&#8230;.</p>
<p>Erst bei Durchsicht der Nachrichten (online) wird mir deutlich was sich, etwa 60 km von Jerusalem entfernt, im Gazastreifen in den vergangenen 24 Stunden ereignet hat und wohl die Nachrichten bei uns beherrscht.</p>
<p>Als ich in der letzten Woche davon las, das es in den letzten Wochen „Geheimverhandlungen“ zwischen Israel und Hamas mit dem Ziel gab, die seit März dauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gazastreifen zu beenden, hatte ich mal wieder (!) Hoffnung für die so sehr leidenden Menschen in dieser Region. Das soll nun einer verstehen, dass in dieser Situation der Verhandlungen über Entspannung, die israelische Armee in einem Geheimkommando in den Gazastreifen eindringt, es dort zu einem Schusswechsel kommt, bei dem einige Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet wird. Die Folge ist: Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in die benachbarten israelische Siedlungen. Dort werden Israelis getötet und verletzt.  Bomben und Raketenangriffe der israelischen Armee auf Ziele im Gazastreifen. Dort erden Palästinenser getötet und verletzt. So ist das mit den Kriegen: einer (ein Land) fängt immer an: Gewalt erzeugt Gegengewalt und Leidtragenden sind immer die (einfachen) Menschen die letztlich nur in Frieden leben wollen.</p>
<figure id="attachment_4120" aria-describedby="caption-attachment-4120" style="width: 860px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4120" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1.jpeg" alt="" width="860" height="570" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1.jpeg 860w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1-300x199.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/860x860-1-768x509.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 860px) 100vw, 860px" /><figcaption id="caption-attachment-4120" class="wp-caption-text">ein Bild aus der SZ zeigt die Zerstörungen im Gazastreifen</figcaption></figure>
<p>Ich meine es hilft nicht weiter, wenn diese Eskalation  von unseren Diplomaten im Auswärtigen Amt sehr einseitig dargestellt wird. Das AA schreibt in einer Pressemeldung heute:<br />
<em>„Die Lage im Gaza-Streifen und im Süden Israels ist höchst alarmierend. In den vergangenen Stunden sind hunderte Raketen und Mörser auf Israel abgefeuert worden. Dabei kam mindestens ein Mann ums Leben, viele Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.</em></p>
<p>Wir verurteilen diesen Raketenbeschuss auf das Schärfste. Es kann für diese Gewalt gegen unschuldige Zivilisten keine Rechtfertigung geben. Wir haben immer deutlich gemacht, dass Israel das Recht hat, seine Sicherheit zu verteidigen und auf Angriffe angemessen zu reagieren.“ <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/lage-in-gaza/2160348" target="_blank" rel="noopener">Hier kann man den ganzen Text lesen.</a></p>
<p>Und wie ist es hier in Jerusalem, 60 km entfernt (also die Strecke von Neuss, meinem Heimatort, nach Bonn). Was soll ich schreiben: hier herrscht das ganz normale Leben. Die Mönche halten ihre Gebetsstunden, die Touristen „haken“ die nächsten Sehenswürdigkeiten ab, die Händler in der Altstadt gehen ihren Geschäften nach&#8230;</p>
<figure id="attachment_4121" aria-describedby="caption-attachment-4121" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4121" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000068-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4121" class="wp-caption-text">geschäftiges Treiben heute auch in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>
<p>Ich muss denken: Stell dir vor es ist Krieg bei dir im Land und du bekommst es nicht mit.</p>
<p>Aber so ist das hier eben, es wird Vieles nicht mehr so richtig wahrgenommen.<br />
Da gibt es seit fast 20 Jahren eine Mauer (ein Zaun) der Israel von Palästina trennt und viele Menschen in Israel (aber auch die Besucher/innen) nehmen sie gar nicht war. Da herrscht seit mehr als 50 Jahren eine Besatzungsmacht über ein anderes Volk, mit oft menschenverachtendem Verhalten der Militärs, und es kümmert (scheinbar) hier noch anderswo auf der Welt jemand. Da wohnen mehr als eine halbe Millionen jüdische Israelis in völkerrechtswidrig geschaffenen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet und es wird hier, wie anderswo auf der Welt als selbstverständlich angesehen. Es ist wirklich verrückt was sich hier in dem kleinen Kosmos genannt Palästina ja schon seit Hundert und mehr Jahren ereignet. Die Menschen scheinen abgestumpft, gefühllos. Seit Jahrzehnten kriegerischen Auseinandersetzungen, fast täglichen Gewalttaten, wen wundert diese Lethargie der Menschen.</p>
<figure id="attachment_4122" aria-describedby="caption-attachment-4122" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4122" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-1024x683.jpg" alt="" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/PhotoByAlbinHillert_20181010_AH2_0838.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4122" class="wp-caption-text">Ruth Hiller von &#8222;New Profile&#8220;<br />Foto by AlbinHillert</figcaption></figure>
<p>Aber es gibt sie eben doch, die Menschen auf beiden Seiten der Mauer und es Zaunes, die sich nicht beirren lassen, sich und ihr Land nicht aufgeben. Von solch einer Friedensgruppe berichtet Mirjam, eine Freiwillige von EAPPI, in ihrem aktuellen Beitrag im Internet. Sie schreibt: &#8222;<em>Besonders in Erinnerung ist mir der Vortrag von Ruth Hiller geblieben. Ruth hat die feministische Organisation New Profile mit gegründet, die sich für eine Entmilitarisierung der israelischen Gesellschaft sowie für das Recht auf Verweigerung des Militärdiensts einsetzt</em>. <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/new-profile/" target="_blank" rel="noopener">Hier kommt ihr zum ganzen Beitrag  </a><br />
Mir macht es Mut und eben auch Hoffnung, dass es hier so viele Gruppen gibt die ein Ziel eint: Es möge Frieden werden, es soll zur Aussöhnung und zur Gerechtigkeit kommen.</p>
<p>Deshalb fahre ich hier hin, um diese Menschen kennen zulernen und sie bei ihrem Tun hier und vor allem von Deutschland aus zu unterstützen.</p>
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