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	<title>Olivenernte 2014 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Ich werde wieder kommen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2014 10:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
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					<description><![CDATA[Wieder ist meine Zeit hier in Palästina „abgelaufen“. Vorgestern bin ich nach 4 1/2 stündigem Flug wohlbehalten in Düsseldorf gelandet. Noch am Flughafen in Tel Aviv wurde mir bei einer kleinen Begebenheit deutlich, dass die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ich-werde-wieder-kommen/" title="Ich werde wieder kommen.">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder ist meine Zeit hier in Palästina „abgelaufen“. Vorgestern bin ich nach 4 1/2 stündigem Flug wohlbehalten in Düsseldorf gelandet. Noch am Flughafen in Tel Aviv wurde mir bei einer kleinen Begebenheit deutlich, dass die mehr als 20 % große Gruppe der israelischen Staatsbürger mit palästinensischen Wurzel, anders behandelt werden als ihre &#8222;Landsleute&#8220; mit jüdischem Hintergrund. Am Eingang des Flughafengeländes wird jedes hineinkommende Fahrzeug kontrolliert, als o auch die Taxis. Mit einem solchen bin ich von Beit Jala gekommen, mit einem Fahrer der Palästinenser, wohnhaft im Osten von Jerusalem. Ist es Zufall das gerade unser Fahrzeug besonders kontrolliert wurde, wir beide unseren Ausweis zeigen mussten, mein Gepäck kontrolliert wurde?</p>
<figure id="attachment_2226" aria-describedby="caption-attachment-2226" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/10629741_750091488397874_3644194465061250023_n.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2226" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/10629741_750091488397874_3644194465061250023_n-200x300.jpg" alt="Abendstimmung in Bethlehem" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/10629741_750091488397874_3644194465061250023_n-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/10629741_750091488397874_3644194465061250023_n.jpg 480w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2226" class="wp-caption-text">Abendstimmung in Bethlehem</figcaption></figure>
<p>Wie immer ist es für mich schwierig all das Erlebte, Gesehene, Gehörte der letzten 40 Tage in einem Resümee zusammen zu fassen. Es ist ja eigentlich auch nicht nötig, denn wer meine Blog-Berichte aufmerksam gelesen hat, wird meine Einschätzung kennen, wird sich aber auch über das von mir Geschriebene vielleicht eine eigene Meinung bilden können. Für mich wäre damit ein Zweck dieser Blog-Berichte schon erfüllt. Ein weiterer wichtiger Grund, weshalb ich mich dieser Mühe &#8211; möglichst jeden Tag zu berichten- unterziehe, ist ganz einfach: Ich würde vieles einfach vergessen was mir hier tagtäglich begegnet. Wenn man also will , meine Blogberichte sind für mich ein wichtiger Merkposten, ein Tagebuch das auch andere lesen dürfen.</p>
<p>Wieder gab es in den letzten Tagen Tote &#8211; <span style="text-decoration: underline;"><strong>auf beiden Seiten</strong></span>&#8211; die Spirale der Gewalt scheint sich wieder &#8222;schneller zu drehen&#8220;. Clemens Ronnefeld, Friedensreferent (ja so etwas gibt es&#8230;) beim Internationalen Versöhnungsbund und ein langjähriger Beobachter der Entwicklung nicht nur im &#8222;Heiligen Land&#8220; überschreibt  seinen gestern veröffentlichten Bericht über die Vorgänge in den letzten Wochen mit der Frage <em>&#8222;Nach Kerry-Initiative und Gaza-Krieg: Eskalation oder Deeskalation im Nahen Osten?&#8220;</em> Da sein Beitrag der interessierten Leserin einen guten Überblick über die gesamte Entwicklung der letzten Monate gibt, erlaube ich mir diesen Beitrag unter <a title="Nach Kerry-Initiative und Gaza-Krieg:  Eskalation oder Deeskalation im Nahen Osten?" href="http://marius-blog.de/nach-kerry-initiative-und-gaza-krieg-eskalation-oder-deeskalation-im-nahen-osten-von-clemens-ronnefeldt/">Gastbeitrag in meinem Blog zu veröffentlichen.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beenden möchte ich aber diesen Blogbericht mit dem kurzen Ausschnitt aus einer Rede, die unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel am 9. November 2014 zum Jahrestag des Mauerfalls in Berlin vor 200.000 jubelten Menschen gehalten hat:</p>
<p><em><strong>„Wir können die Dinge zum Guten wenden. Das ist die Botschaft des Mauerfalls. Sie richtet sich besonders an alle Menschen in Krisengebieten. Es ist eine Botschaft der Zuversicht, heute und künftig, weitere Mauern einreißen zu können. Mauern der Diktatur, der Gewalt, der Ideologien, der Feindschaft.“ </strong>O-Ton </em></p>
<figure id="attachment_2224" aria-describedby="caption-attachment-2224" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Mail-Anhang1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-2224" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Mail-Anhang1.jpg" alt="wenn e doch so einfach wäre... das Bild wurde gestern im Internet veröffentlicht, wo es gemacht wurde und wer der Fotograf war ist mir nicht bekannt." width="780" height="498" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Mail-Anhang1.jpg 780w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Mail-Anhang1-300x191.jpg 300w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2224" class="wp-caption-text">wenn es doch so einfach wäre&#8230;<br />friedliche Protestaktion am 14.11. 2014nahe dem Checkpoint Qualandia</figcaption></figure>
<p><a href="http:/english.al-akhbar.com/content/palestinian-activists-cross-israels-apartheid-wall-protest" target="_blank">english.al-akhbar.com/content/palestinian-activists-cross-israels-apartheid-wall-protest</a></p>
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		<title>Tiere in Beit Jala und Umgebung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2014 10:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Hunde]]></category>
		<category><![CDATA[Katzen]]></category>
		<category><![CDATA[Tierschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Während meines Aufenthaltes im Gästehaus von Talitha Kumi habe ich Elli kennen gelernt. Sie arbeitet als Lehrerin an der Schule und&#8230;kümmert sich um wild lebenden &#8222;Haustiere&#8220; in Beit Jala und Umgebung. Ich habe sie  gebeten in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/tiere-in-beit-jala-und-umgebung/" title="Tiere in Beit Jala und Umgebung">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während meines Aufenthaltes im Gästehaus von Talitha Kumi habe ich Elli kennen gelernt. Sie arbeitet als Lehrerin an der Schule und&#8230;kümmert sich um wild lebenden &#8222;Haustiere&#8220; in Beit Jala und Umgebung. Ich habe sie  gebeten in einem &#8222;Gastbeitrag&#8220; in meinem Blog über ihr Engagement zu berichten</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Seit sechs Jahren lebe ich in Beit Jala bei Bethlehem und unterrichte in der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Schule Talitha Kumi Englisch und Sport.</p>
<figure id="attachment_2234" aria-describedby="caption-attachment-2234" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt.png"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2234" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt-225x300.png" alt="„Du wirst sehr, sehr krank, wenn du Katzen anfasst!“ (eine „meiner“ 16 gesunden, kastrierten Talithakatzen)" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt-225x300.png 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt.png 348w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2234" class="wp-caption-text">„Du wirst sehr, sehr krank, wenn du Katzen anfasst!“<br />(eine „meiner“ 16 gesunden, kastrierten Talithakatzen)</figcaption></figure>
<p>In meiner Wohnung leben meine 8 Katzen und ich, im Stockwerk darüber meine arabischen Vermieter.</p>
<p>Meine Westbank-Tiergeschichte begann mit „Mama Mieze“, die es sich kurz vor der Geburt ihrer vier Kleinen in den Kopf setzte, bei mir Unterschlupf zu finden. Ich liebe Katzen &#8211; eigentlich mag ich alle Tiere &#8211; und so dachte ich: „Wie Maria in Bethlehem, die Katze braucht „einen Stall“. Ein paar Tage später hatte ich 5 Katzen.</p>
<p>Meine Vermieter betrachteten diese Entwicklung sehr skeptisch – Katzen in einer Wohnung, das geht gar nicht! Inzwischen sind es 8, manchmal auch mehr, manche sterben, andere kommen dazu. Meine Vermieter tragen das alles mit Fassung, wofür ich ihnen sehr dankbar bin, denn das ist alles andere als „normal“ in der hiesigen Gesellschaft.</p>
<p>Tiere werden allgemein als unhygienische Krankheitsüberträger gesehen, die aus Häusern fernzuhalten und bei zu großer Population zu töten sind. Das betrifft vor allem die streunenden Hunde.</p>
<p>Unter dem Druck der Bevölkerung lässt sie der Bürgermeister von Beit Jala nachts, meist zwischen 1 und 3 Uhr, von Polizisten erschießen, bzw anschießen. Wie oft höre ich die Schüsse und das Heulen des getroffenen Hundes. Gespräche mit den Polizisten und dem Bürgermeister blieben ohne Erfolg. Unsere Angebote bei der Durchführung von Kastrations- und Impfaktionen für Hunde zu helfen, Sponsoren zu suchen, Tierärzte aus Deutschland einzuladen, stießen auf taube Ohren.</p>
<p>Ich könnte viele schlimme, sehr traurige Geschichten über falsche Haltung, Misshandlung und Tötung von Tieren erzählen und zu manchen dieser Geschichten Bilder zeigen. Das will ich hier aber nicht tun.</p>
<p>Um nicht zu mutlos zu werden angesichts der Vielzahl der leidenden Tiere, versuche ich zu helfen, so weit meine Zeit und auch meine finanziellen Mittel reichen.</p>
<p>In der Schule füttere ich täglich bis zu 16 Katzen, die zum großen Teil kastriert sind – auch ein Konzept, das hier von</p>
<figure id="attachment_2236" aria-describedby="caption-attachment-2236" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010014.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2236" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010014-300x225.jpg" alt="Elli bei der morgendliche Fütterung" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010014-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010014-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010014.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2236" class="wp-caption-text">Elli bei der morgendliche Fütterung</figcaption></figure>
<p>99% der Bevölkerung mit verständnislosem Kopfschütteln quittiert wird. Im November 2013 fand sich ein befreundeter deutscher Tierarzt bereit, alle &#8222;Talithakatzen&#8220;, die wir fangen konnten, zu kastrieren. Wir luden zu dieser Aktion palästinensische Tierärzte ein, die in ihrer Ausbildung nicht lernen, Katzen oder Hunde zu kastrieren. Diesem Ruf folgten drei Tierärzte aus der näheren Umgebung. Einer, Dr. Yussuf Musallam, erklärte sich im Oktober 2014 zu einer weiteren Kastrationsaktion bereit.</p>
<p>Ich wünsche und hoffe, dass sich nach meinem Weggang Nachfolger finden, die die Katzen weiter versorgen und mit Hilfe Dr. Musallams regelmäßig kastrieren lassen. Unversorgte, streunende Katzen haben eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich fände es schön, wenn „meine“ Schule Pionierarbeit in Sachen Tierschutz leisten würde, als Beispiel für andere Institutionen, für die Familien unserer Schüler, für die Bewohner Beit Jalas.</p>
<p>Im Unterricht thematisiere ich immer wieder den Umgang mit Tieren. Inzwischen wenden sich die Schüler mit Tierfragen an mich, was mich sehr freut, manchmal aber auch überfordert. Ein sterbender Vogel, eine kranke Katze, eine gefährliche Wespe, ein Hund mit einem Abszess – ich lerne selbst sehr viel dazu.</p>
<p>Ein paar meiner Schüler haben Katzen oder einen (Rasse-)Hund bei sich zu Hause. Wird eines der Tiere krank, wendet man sich landläufig nicht an den Tierarzt, sondern lässt der Natur ihren Lauf. Wenn dennoch Tierfragen auftauchen, wende ich mich an meine israelische Tierärztin, die mir gerne mit Rat und Tat zur Seite steht und Medikamente oft auch zum Selbstkostenpreis überlässt. Es ist schön zu sehen, wie meine (arabischen) Schüler ihre Tiere gesund pflegen und ich freue mich auch über die „heimliche“ Zusammenarbeit von Israelis und Arabern, wenn es um das Wohl dieser Tiere geht. Wie schön wäre es auch, wenn sich eine weitergehende Kooperation ergeben würde – dazu stehen aber leider die politischen Zeichen zurzeit zu schlecht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Neben der Katzengesellschaft, derer ich mich annehme, gibt es auch ein paar Hunde…</p>
<figure id="attachment_2235" aria-describedby="caption-attachment-2235" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2235" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt1-300x225.png" alt="„Hunde sind gefährlich – sie beißen dich tot! Wirf schnell                  Steine auf sie, sonst greifen sie dich an!“ (Tönne, ein          sehr typischer Vertreter der „Baladi“ Hunde, der          Westbankstreuner)" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt1-300x225.png 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/Unbenannt1.png 432w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2235" class="wp-caption-text">„Hunde sind gefährlich – sie beißen dich tot! Wirf schnell        <br />         Steine auf sie, sonst greifen sie dich an!“ (Tönne, ein<br />         sehr typischer Vertreter der „Baladi“ Hunde, der<br />         Westbankstreuner)</figcaption></figure>
<p>Bis vor zwei Jahren kannte ich mich mit Hunden so gut wie gar nicht aus, obwohl ich sie sehr mag. Das hat sich sehr geändert – ich bin auch „auf den Hund gekommen“ und frage mich, wie ich je ohne einen Hund sein konnte. Allerdings geht die Toleranz meiner Vermieter nicht so weit, dass ich einen Hund halten dürfte, und so bin ich „Mitbesitzerin“ zweier geretteter Ex-Streuner. Was mich zum nächsten Thema bringt: Die Suche nach neuen Familien für die Hunde oder die Unterbringung von Notfällen. Rassehunde zu halten, vom Pinscher bis zum Dobermann, kommt in Beit Jala seit einiger Zeit in Mode – von ihren „Baladi“-Streunern, die von ihrer Veranlagung her scheu, aber sehr freundlich und friedfertig – und meiner Erfahrung nach kinderlieb – sind, wollen sie jedoch nichts wissen. Sie sind schließlich „gefährlich und unhygienisch“.</p>
<p>Vielleicht helfen meine Bemühungen ein bisschen, den Menschen in meinem Umfeld zu vermitteln, dass Tiere mehr sind als überflüssige Kreaturen oder Arbeitssklaven.</p>
<p><em>„Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote.“ </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wenn Sie ein bisschen mehr über meine „Tier“arbeit hier lesen und auch Bilder sehen wollen, dann schauen Sie bei Google unter „Animal Awareness Palestine“. Dort finden Sie meine Facebookseite.</p>
<p>Ich würde mich sehr über Ihre „gefällt mir“ Unterstützung freuen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aktuell in Ost-Jerusalem: Kampf um Silwan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 06:35:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Silwan]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute werde ich mich nach 40 Tagen Aufenthalt in Palästina wieder auf den Heimweg machen. In den nächsten Tagen werde ich versuchen noch ein abschließendes Resümee dieses Aufenthaltes zu schreiben. Der aktuelle Aufruf von Reuven <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/aktuell-in-ost-jerusalem-kampf-um-silwan/" title="Aktuell in Ost-Jerusalem: Kampf um Silwan">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: underline;">Heute werde ich mich nach 40 Tagen Aufenthalt in Palästina wieder auf den Heimweg machen.<br />
</span>In den nächsten Tagen werde ich versuchen noch ein abschließendes Resümee dieses Aufenthaltes zu schreiben.</p>
<p><a title="Aufruf zum 29. November 2014" href="http://marius-blog.de/aufruf-zum-29-november-2014/">Der aktuelle Aufruf von Reuven Moskovitz</a> und anderen, zu einer Mahnwachen am 29. November 2014 ( dem Tag der Entscheidung der Vereinten Nationen vor 67 Jahren, in Palästina zwei Staaten zu gründen). wird unter anderem mit den aktuellen Geschehnissen in Silwan, einem Stadtteil in Ostjerusalem begründet. Ich habe in den letzten Wochen mich mehrfach in Silwan umgesehen.</p>
<figure id="attachment_2217" aria-describedby="caption-attachment-2217" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010029.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2217" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010029-300x225.jpg" alt="Silwan in Ost-Jerusalem" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010029-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010029-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2217" class="wp-caption-text">Silwan in Ost-Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Am Fuß des Tempelbergs, gleich hinter den Mauern der Altstadt, beginnt Silwan, das mit rund 50.000 Palästinensern eng bewohnte palästinensische Stadtviertel, in dem einst der jüdische König David gelebt haben soll. Silwan, das biblische Siloah, war ein arabisches Dorf, das an Jerusalem angeschlossen wurde, als Ost-Jerusalem nach dem Sechs-Tage-Krieg von Israel annektiert wurde. Seit Jahren versucht eine Siedlervereinigung mit Namen „Elad“ diesen Stadtteil mit einer jüdischen Bevölkerung zu &#8222;unterwandern.&#8220;</p>
<p>Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, dass häufig die Gebäude von ihren palästinensischen Besitzern an einen anderen Palästinenser verkauft wurden, der sie dann an die jüdische Gruppe verkauft habe.  Ende letzten Monats zogen mehrere jüdische Familien in die Gebäude in Silwan.</p>
<p>Was der israelische Präsident euphemistisch &#8222;Umzüge&#8220; nennt, beschrieb die Israel-Korrespondentin der Frankfurter Rundschau, Inge Günther, folgendermaßen:</p>
<figure id="attachment_2218" aria-describedby="caption-attachment-2218" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010022.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2218" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010022-300x225.jpg" alt="und mitten drin jüdische Siedler" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010022-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010022-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010022.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2218" class="wp-caption-text">und mitten drin<br />jüdische Siedler</figcaption></figure>
<p>&#8222;Es war stockfinstere Nacht, als eine Gruppe männlicher Siedler, bepackt mit Kisten und flankiert von israelischen Grenzpolizisten und vermummten Spezialeinheiten die beiden Wohnungen im ersten Stock in Beschlag nahmen. &#8218;Wir wachten auf, völlig schockiert&#8216;, berichtet die vierzigjährige Um Mohammed Hayat, die mit ihrem Mann und zwei Kindern in Parterre, lebt. &#8218;Ich glaube an Frieden. Aber das ist ein Familienhaus.</p>
<p>Da können doch Fremde nicht einfach erzwingen, hier einzuziehen.&#8216; Bei ihrer nächtlichen Aktion reklamierten die Siedler diese Woche auf einen Schlag gleich 23 Wohnungen in Silwan. Brecheisen brauchten sie nicht. Sie hatten passende Schlüssel dabei, nur in einem Fall brachen sie die Tür auf und warfen die Bewohner auf die Straße. (&#8230;) Die Gebäude, haben in den letzten vier Monaten leergestanden.Der Einzug, erhöht die Zahl der in Silwan lebenden jüdischen Familien auf 17.<br />
&#8222;Durch schleichende Übernahme haben sich über die Jahre hinweg bereits rund 400 israelische Siedler in ihrer Mitte niedergelassen, um sich herum Hochsicherheitszäune gezogen sowie  Kameras und Wachposten auf den Dächern postiert&#8220; (FR, 4.10.2014).</p>
<figure id="attachment_2221" aria-describedby="caption-attachment-2221" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010034.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2221" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010034-300x225.jpg" alt="Bewachung mitten im Wohngebiet" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010034-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010034-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2221" class="wp-caption-text">Bewachung mitten im Wohngebiet</figcaption></figure>
<p>Neben dieser geplanten „Besiedlung“ stehen 88 Häuser, die rund 1.500 Palästinenser beherbergen, unter sofortigem Abrissbefehl. Sie sollen Platz machen für einen archäologischen Park. Damit bestätigt sich auch hier in Silwan die Methoden,wie sie bei der Ostjerusalemer Führung durch die Gruppe &#8222;Ir Amin&#8220; beschrieben wurden (Bericht vom 28. Oktober): entweder werden die Häuser &#8222;legal&#8220; verkauft, oder durch Abrissbefehl zerstört, der eben die Notlage der Besitzer führt zum Verkauf.</p>
<p>„Statt unseren Müll wegzuräumen, kaufen sie Bulldozer&#8220;</p>
<p>Die Straßen von Silwan sind schmutzig, in manchen Ecken riecht es scharf nach Abwasser. Leere Plastiktüten und Konservendosen liegen auf dem Bürgersteig. „Wir zahlen städtische Abgaben“, schimpft Fakhri Abu Diab, ein Aktivist des palästinensischen Komitees (<a href="http://silwanic.net">http://silwanic.net</a>) zum Schutz der Häuser von Silwan, „aber anstatt unseren Müll wegzuräumen, kaufen sie Bulldozer, um unsere Häuser abzureißen.“ Das Büro des Komitee`s bietet dem Besucher unter anderem Informationen zur Geschichte des Dorfes. Damit soll verhindert werden das Andere (zum Beispiel die Siedlerverbände) die Geschichte des Dorfes verfälschen.</p>
<p>Dass der Unmut vor allem sehr junger Palästinenser nun fast täglich in Straßenkämpfe mündet, schiebt der 52-jährige Aktivist auch dem jüngsten Zuzug national-religiöser Israelis in das Viertel zu. „Es ist eine Entwicklung, die uns jeden politischen Horizont raubt“, sagt der Palästinenser. An den drei umstrittenen Häusern wehen provozierend blau-weiße Nationalflaggen mit dem Davidstern.</p>
<figure id="attachment_2216" aria-describedby="caption-attachment-2216" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010130.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2216" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010130-300x225.jpg" alt="&quot;Alles im Blick&quot; Beobachtungsballon über Silwan" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010130-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010130-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010130.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2216" class="wp-caption-text">seit Wochen: &#8222;Alles im Blick&#8220;<br />Beobachtungsballon über Silwan</figcaption></figure>
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<p>Über allem schwebt seit Wochen ein Ballon mit einer Kamera, mit der alles, was in Silwan passiert, beobachtet und festgehalten werden kann.</p>
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		<title>Olivenernte &#8211; Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2014 06:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Olivenernte]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpresse]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Tagen habe ich über mein erstes Erlebnis einer Olivenernte berichtet. Ich hatte in den letzten Tagen Gelegenheit weitere Erfahrungen mit der Ernte, aber auch mit der gesamten Pflege des Baumes und des Bodens, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/olivenernte-teil-2/" title="Olivenernte &#8211; Teil 2">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen habe ich über mein erstes Erlebnis einer Olivenernte berichtet. Ich hatte in den letzten Tagen Gelegenheit weitere Erfahrungen mit der Ernte, aber auch mit der gesamten Pflege des Baumes und des Bodens, auf dem die Bäume stehen, zu machen.</p>
<figure id="attachment_2201" aria-describedby="caption-attachment-2201" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010217.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2201" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010217-300x225.jpg" alt="ziemlich &quot;wild&quot; gewachsen" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010217-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010217-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2201" class="wp-caption-text">ziemlich &#8222;wild&#8220; gewachsen</figcaption></figure>
<p>An mehreren Nachmittagen bin ich wieder auf dem kleinen Grundstück von Fatima gewesen, dass sie vor einigen Jahren &#8222;großzügiger Weise&#8220; als einziges Erbe ihres Vaters von ihren Brüdern &#8222;überlassen&#8220; wurde. Ansonsten haben die Brüder das gesamte ( wohl recht große) Erbe des Vaters, wie es in der arabischen Welt noch immer Sitte ist, unter sich aufgeteilt. Die acht Töchter gingen leer aus, bis eben vor einigen Jahren dieses Grundstück an die Schwestern abgegeben wurde.</p>
<p>Ich hatte schon bei meinem ersten Ernteeinsatz den Eindruck das die Bäume ziemlich wild gewachsen waren, sich wohl seit Jahren selbst überlassen geblieben sind. Das machte das Ernten um so schwieriger. Fatima hatte sich nun in diesem Jahr vorgenommen, die Bäume &#8222;in Form&#8220; zu bringen. Hierzu hatte sie  ihr bekannte &#8222;Fachleute&#8220; angefragt. Man muss sich das wohl so vorstellen wie das Beschneiden unserer Obstbäume, da gehört auch  einiges an Erfahrung dazu um zu wissen welche Äste abgeschnitten werden können. In den letzten Tagen wurde diese Arbeit mit, wie hier leider oft üblich, ziemlich miesem Handwerkszeug, wie stumpfe Säge, ausgeführt.</p>
<figure id="attachment_2202" aria-describedby="caption-attachment-2202" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010213.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2202" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010213-300x225.jpg" alt="Mit der Motorsäge wird &quot;gelichtet&quot;" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010213-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010213-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2202" class="wp-caption-text">Mit der Motorsäge wird &#8222;gelichtet&#8220;</figcaption></figure>
<p>Erst heute kam die ja auch bei uns (Männern) so beliebte Motorsäge  zum  Einsatz. Da blieb dann in wenigen Minuten nicht mehr viel Grün am Baum. Aber so muss es wohl sein, damit der baum wieder &#8222;Kraft&#8220; tanken kann.</p>
<p>Gleichzeitig wurde unter dem Baum die Erde aufgehackt, ein runder Wall angelegt, in dem das erhoffte Regenwasser sich dann sammeln  kann. Fatima und ich haben uns um die unglaublich vielen und arg pickenden Disteln gekümmert. Sie wurden ausgemacht und dann gleich verbrannt.</p>
<p>Nach einer Woche Arbeit auf dem Stückchen Land, gab es einen Ernteertrag von 99 kg und jede Menge Olivenholz welches in den nun folgenden, für hiesige Verhältnisse doch kalten &#8222;Winternächten&#8220; für etwas Ofenwärme sorgen wird.</p>
<figure id="attachment_2203" aria-describedby="caption-attachment-2203" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010225.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2203" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010225-300x225.jpg" alt="als erstes kommt der &quot;Waschgang&quot;" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010225-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010225-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010225.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2203" class="wp-caption-text">als erstes kommt der &#8222;Waschgang&#8220;</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Abend sind wir dann nicht zur Ölpresse nach Beit Jala gefahren, Dort ist jetzt natürlich Hochsaison. Vor uns standen einige PKW`s die im Kofferraum ihre geernteten Oliven in Säcken mitgebracht hatten. Zunächst geht es auf die Wage, hier bekommt man dann einen Zettel auf dem das Gewicht der mitgebrachten Oliven steht. Fatima rechnet, dass sie für ihre 99 kg zwischen 20-30 l Olivenöl bekommt. Für ein kg muss man zwischen einem halben und einem Schekel für die Presse zahlen. Fatima hatte gleich zwei 20 l Kanister mitgebracht in das &#8222;ihr&#8220; Öl gefüllt werden soll. Nicht mehr klären konnte ich wann denn nun das Öl abgeholt werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Achtung: Nachtrag zum Beitrag vom 10. November 2014</strong></span></p>
<p>Gabi Bieberstein vom Internationalen Versöhnungsbund hat in einem Kommentar zu meinem Beitrag über Saeed Amireh und sein Dorf Ni`lin auch einen Link zu einem Interview mit Saeed (mit deutscher Übersetzung) benannt. Durch Gabi habe ich überhaupt erst von Saeed und seinem Dorf Ni`lin erfahren.<br />
<a title="Ni&#96;lin ein mutiges Dorf" href="http://marius-blog.de/blog/nilin-ein-mutiges-dorf/">Beitrag und Kommentar findet man hier</a></p>
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		<title>„Kultivierungsstop“ auf dem Weinberg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2014 08:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Kultivierungsorder]]></category>
		<category><![CDATA[Strassensperre]]></category>
		<category><![CDATA[Winberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Als ich Anfang der Woche bei meiner Planung überlegt hatte, den gestrigen Freitag für meinen „Abschiedsbesuch“ auf dem Weinberg zu nutzen, ahnte ich nicht, dass dieser Besuch wieder mal einige Brisanz enthalten würde. Am späten <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/kultivierungsstop-auf-dem-weinberg/" title="„Kultivierungsstop“ auf dem Weinberg">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich Anfang der Woche bei meiner Planung überlegt hatte, den gestrigen Freitag für meinen „Abschiedsbesuch“ auf dem Weinberg zu nutzen, ahnte ich nicht, dass dieser Besuch wieder mal einige Brisanz enthalten würde.</p>
<p>Am späten Donnerstagabend erfuhr ich in einer Mail aus Deutschland (!) das (wiedermal) ein offizieller Bescheid auf dem Weinberg aufgetaucht sei. Relativ schnell bestätigte mir Daoud Nassar, der zur Zeit auf einer Vortragsreise in den USA ist, mit folgender Nachricht den Vorgang: <em>„</em><em>Ich habe auch Gestern das neue Kultivierung Stop Befehl bekommen und ich habe den an unser Rechtsanwalt geschickt damit er einen Einspruch erheben kann. </em><em>Ich will im Moment nichts anderes unternehmen bis der Einspruch zuerst angenommen wird.“</em></p>
<figure id="attachment_2192" aria-describedby="caption-attachment-2192" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010170.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2192" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010170-300x225.jpg" alt="nicht alles wird heute mit dem Auto transportiert" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010170-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010170-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010170.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2192" class="wp-caption-text">nicht alles wird heute mit dem Auto transportiert</figcaption></figure>
<p>Natürlich machte ich mich etwas angespannter am gestrigen Morgen auf den Weg zum Weinberg. Ich wollte die Route benutzen, die ich in der letzten Woche auch immer mit Daher am Morgen gefahren war, also nicht über die Straße 60 bis zum Abzweig zur Siedlung Neve Daniel, sondern über die palästinensischen Dörfer Husan und Nahalin Ich bin dann zu Fuß von Talitha Kuma kommend, den Berg hinunter, ganz nahe an dem großen Autocheckpoint „Beit Jala“ vorbei, durch das kleine palästinensiche Dorf Al-Khader. Ich habe dann die große Straße 60, die von Jerusalem nach Hebron führt, unterquert, um an einen zentralen Haltepunkt zu gelangen, wo der Bus 21 von Jerusalem nach Bethlehem hält. Hier steigen die Menschen aus, um mit kleinen Taxibussen weiter nach Hebron oder auch in die Dörfer Husan oder Nahalin zu fahren. Hier wurde ich von einem Mann mit zivilem Fahrzeug gefragt ob ich ein Taxi bräuchte. Ich habe gesagt ich wolle nach Nahalim und was es denn kosten würde. Er meinte 40 Schekel (etwa 8 €). Mir war klar, dass es auch günstiger gehen könnte (mit dem Taxibus vielleicht 6 Schekel), aber ich willgte ein. Auf der Fahrt erfuhr ich, das der Fahrer in seinem Hauptberuf Krankenpfleger sei, er aber, um seine große Familie (vier Kinder unter 10 Jahre) ernähren zu können, diesen Zusatzverdienst dringend benötigen würde. Das zivile Taxi, das auch nur außerhalb der größeren Städte (wie Bethlehem) eingesetzt werden kann, bekommt er von einem Mann gestellt, der neben Bussen eben auch einige solcher „Taxis“ besitzt.</p>
<figure id="attachment_2193" aria-describedby="caption-attachment-2193" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010072.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2193" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010072-300x225.jpg" alt="&quot;Hauptstrasse&quot; in Husan" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010072-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010072-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010072.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2193" class="wp-caption-text">&#8222;Hauptstrasse&#8220; in Husan</figcaption></figure>
<p>Nach etwa 1 km, kurz vor der Ortschaft Husan, stand ein Soldat auf der Straße der uns aufforderte anzuhalten und umzukehren. Man muss das mal gesehen haben: da steht da ein junger Mann in grüner Uniform mitten auf der Straße, ein großes MG baumelt an seiner Seite, er hält die rechte Hand hoch und macht solch kreisende Bewegung die unmissverständlich zum Umkehren auffordern. Da fragt sich unsereiner &#8222;ja warum das denn&#8220; und steigt aus um zu klären ob es nicht doch eine Möglichkeit der Weiterfahrt gibt. Ich habe ihm auf englisch erklärt (zu erklären versucht) das ich einen Termin habe und nach Nahalin (dem Ort der etwa 3 km vom Weinberg entfernt liegt) fahren müsse. Ob er mich verstanden hat, ich weiß es nicht genau,, er sprach etwas in sein Telefon, schüttelte den Kopf und machte wieder die bekannte Handbewegung. Da ich ja wusste dass wir auch den „normalen“ Weg nehmen konnten habe ich nicht weiter nachgefragt, was zum Beispiel der Grund dieser, scheinbar spontanen, Straßensperre ist. Mir war nur klar, dass es den fast 10.000 Menschen die in den beiden Orten Husan und Nahalin wohnen, zu mindestens im Augenblick verwehrt ist, über die mir bekannte einzige Zufahrtstrasse in ihre Orte zu fahren.</p>
<p>Wir sind dann über die (für mich schnellere) Straße 60 gefahren. Ich habe dem Fahrer dann doch 50 Schekel gegeben weil ich dachte, davon kann er etwas mehr für seine Familie abzweigen.</p>
<figure id="attachment_2194" aria-describedby="caption-attachment-2194" style="width: 225px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010183.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2194" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010183-225x300.jpg" alt="Lageskizze des &quot;Kultivierungs-Stop&#96;s&quot;" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010183-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010183-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010183.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2194" class="wp-caption-text">Lageskizze des &#8222;Kultivierungs-Stop`s&#8220;</figcaption></figure>
<p>Auf dem Weinberg angekommen herrschte wie gewohnt eine wunderbare Ruhe. Ich habe mich in der Nähe der Gebäude gesetzt wo, gegen 11 Uhr in der Regel die Frühstückspause gemacht wird. Es dauerte nicht lange dann kam auch schon Daher, mit seinem Traktor. Zur Zeit pflügt zur er das Gelände um,  damit es bei dem erhofften Regen in den nächsten Wochen das kostbare Nass besser aufnehmen kann.</p>
<p>Von Daher erfuhr ich nun aus „erster“ Hand was passiert war. Vorgestern, am 12. November, hat ihm der Besitzer eines Nachbargrundstückes zwei Schreiben gegeben, die er auf seinem Grundstück gefunden hat. Das erste Schreiben ist ein Lageplan, in dem ein Teil des Weinberges dick umrandet ist. Auf dem zweiten Zettel, welcher mit Datum vom 29. Oktober datiert war, wird angeordnet, dass das Gebiet welches konkret bezeichnet ist, nicht mehr „kultiviert“ werden darf. Jetzt habe ich mich ja schon daran „gewöhnt“ das es für die israelische Militärbehörde scheinbar „normal“ ist solche offiziellen Bescheide, irgendwo „zu hinterlegen“. Mir kann aber keiner erzählen, das dies nicht mit der voller Absicht geschieht, dass diese Bescheide vielleicht nicht gefunden werden und somit die 45 tägige Einspruchsfrist verstreichen ungenutzt verstreichen kann.</p>
<figure id="attachment_2195" aria-describedby="caption-attachment-2195" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010197.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2195" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010197-1024x768.jpg" alt="Hier soll nichts mehr gepflanzt werden im Hintergrund links im Tal das Gebiet, wo im Mai die Obstbäume zerstört wurden" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010197-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010197-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2195" class="wp-caption-text">Hier soll nichts mehr gepflanzt werden<br />in der Bildmitte oben im Tal, das Gebiet, wo im Mai die Obstbäume zerstört wurden</figcaption></figure>
<p>Wie schon von Daoud angekündigt, wird die Familie Nasser nun gegen diesen Bescheid Einspruch einlegen, wie sie es bisher immer gemacht hat (wenn sie denn den Bescheid gefunden hat) &#8230;und dann wird es auch wie immer sein, von dem Bescheid, bzw. dem Einspruch wird die Familie Nassar nicht mehr hören. (<a title="Der lange Kampf um den Weinberg, ein Ende nicht in Sicht" href="http://marius-blog.de/blog/der-lange-kampf-um-den-weinberg-ein-ende-nicht-in-sicht/">siehe hierzu meinen Blog vom</a> 5. November ) Der Kampf um den Weinberg geht weiter!!!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nun aber zu etwas Erfreulichem:</strong></p>
<figure id="attachment_2196" aria-describedby="caption-attachment-2196" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010209.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2196" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010209-300x225.jpg" alt="Trotz alledem: es schmeckt gut" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010209-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010209-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010209.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2196" class="wp-caption-text">Trotz alledem:<br />es schmeckt gut</figcaption></figure>
<p>Ich hatte schon geschrieben, dass wieder zwei „Langzeit-Volontäre“ auf dem Weinberg arbeiten. Es ist schon gute Tradition in meinen Blog-Berichten, dass ich diese jungen Menschen, die sich hier in Palästina eine „Lebensauszeit“ nehmen, nach ihren Motiven, ihren Eindrücken zum arabischen Leben und ihrer Einschätzung zum Konflikt Israel&amp;Palästina befrage.</p>
<p><a title="Volontäre im Tent of Nations und in Beit Emmaus" href="http://marius-blog.de/volontaer-im-tent-of-nations/">Hier steht was Simon und Johannes zu erzählen haben&#8230;.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bilder können Geschichten erzählen</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/bilder-koennen-geschichten-erzaehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 06:26:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man wie ich schon häufig nach Palästina gereist ist, konzentriert man sich beim fotografieren mehr auf scheinbar nebensächliche Dinge. Die bekannten Fotomotive, bei denen hier wohl millionenfach Fotos mit Handy`s, Tabletts und den verschiedensten <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/bilder-koennen-geschichten-erzaehlen/" title="Bilder können Geschichten erzählen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man wie ich schon häufig nach Palästina gereist ist, konzentriert man sich beim fotografieren mehr auf scheinbar nebensächliche Dinge. Die bekannten Fotomotive, bei denen hier wohl millionenfach Fotos mit Handy`s, Tabletts und den verschiedensten Fotoapparaten/Kameras gemacht werden sind für mich nicht mehr so interessant. Interessanter sind für mich die Motive die ein wenig von der Lebensart der Menschen hier erzählen.</p>
<p>Deshalb will heute mal die Geschichten zu drei Fotos erzählen:</p>
<p>Verkehr</p>
<figure id="attachment_2180" aria-describedby="caption-attachment-2180" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000970.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2180" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000970-300x225.jpg" alt="vollbepackt!" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000970-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000970-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000970.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2180" class="wp-caption-text">vollbepackt!</figcaption></figure>
<p>Da ist dieses mehr als vollgepackte Auto, welches ich in der Altstadt von Bethlehem gesehen habe. Augenscheinlich bringt es den Nachschub für einen Laden. Es zeigt aber auch das der Fahrer es mit den Bestimmungen, was das transportieren der Ware angeht (die es sicherlich hier auch gibt ) nicht so genau nimmt. Dieses Verhalten, es nicht so genau zu nehmen, prägt hier den gesamten Straßenverkehr. Es wird nicht nur (zu) schnell gefahren (bis zu nächsten Bodenwelle), der Sicherheitsgurt wird nur im Bereich der C-Zone angelegt („denn sonst müssen wir an die israelische Polizei 1.000 Schekel zahlen“). Kleinstkinder stehen vorne im Fahrzeug den Kopf am Liebsten aus dem Fenster gelehnt. Bürgersteige, aber auch sonst jede nur erdenklich freie Stelle wird als Parkplatz genutzt. Wenn es einen Stau gibt, dann fährt man halt auf der Gegenfahrbahn, der &#8222;Gegenverkehr&#8220; wird schon (aus)weichen. Ach ja und es wird gehupt, nicht um die die anderen zu verscheuchen, nein&#8230;. es ist das Signal: Achtung ich komme, pass auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Balance</p>
<figure id="attachment_2181" aria-describedby="caption-attachment-2181" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000250.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2181" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000250-300x225.jpg" alt="alles in der Balance" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000250-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000250-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2181" class="wp-caption-text">alles in der Balance</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Immer wieder sieht man Menschen, wie diese Frau, die ihre Last(en) auf dem Kopf tragen. Ich finde es mehr als bewundernswert mit welchem Balancegefühl diese Menschen ausgestattet sind. Ihr Gang wirkt stolz und sehr beherrscht. Oftmals tragen sie auch noch was in den Händen. Ich habe noch nie etwas auf dem Kopf getragen ohne das ich es mit einer oder beiden Händen abgestützt hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beton und Müll</p>
<figure id="attachment_2182" aria-describedby="caption-attachment-2182" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010158.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2182" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010158-300x225.jpg" alt="Beton&amp;Müll" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010158-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010158-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010158.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2182" class="wp-caption-text">Beton&amp;Müll</figcaption></figure>
<p>Das eine hat nicht direkt etwas mit dem anderen zu tun. Hier auf dem Bild sind allerdings beide „vereinigt“</p>
<p>Hier in Palästina herrscht ein absoluter Bauboom. Gebaut wird hier vornehmlich mit Beton. Oft sieht man dann „Skelette“ von Häusern, wo nur die Betondecken und die Betonpfeiler nebst Betontreppe zur nächsten Betondecke zu sehen ist. Aber man sieht auch schon Mal so etwas wie „unvollendete“ Bauwerke wie auf denm Foto zu sehen. Oft ist, wie auch hier, nicht ganz klar was die „Betonskulptur“ letztlich werden sollte.</p>
<p>Sie sollte aber sicherlich nicht den Hintergrund bilden für eine Müll- und Plastikhalde mitten in Bethlehem. Aber leider haben die Menschen hier wirklich wenig Empfinden für Sauberkeit. Alles wird einfach weggeworfen, sei es die Plastikflasche, das alte Sofa oder eben auch das Auto. Es tut mir oft wirklich weh das zu sehen. Ich habe nur ganz wenig Menschen getroffen die auch ihr Unbehagen, ihren Missmut äußern, Fatima ist so jemand, die auch versucht im Kleinen ihrer Familie Enkelkinder) ein wenig Bewusstsein zu schaffen. Aber wenn es doch alle anderen machen&#8230;..</p>
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		<title>die mit den Fingern essen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2014 07:34:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[arabische Sitten und Gebräuche]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute widme ich mich einem Thema, dass mich beschäftigt, seit dem ich im Jahre 2012 das erste Mal die Gelegenheit hatte Palästina zu besuchen. Zu allen Mahlzeiten (auch zum Frühstück) werden verschiedene Tellerchen/Schlüsselchen gefüllt mit <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-mit-den-fingern-essen/" title="die mit den Fingern essen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute widme ich mich einem Thema, dass mich beschäftigt, seit dem ich im Jahre 2012 das erste Mal die Gelegenheit hatte Palästina zu besuchen.</p>
<p>Zu allen Mahlzeiten (auch zum Frühstück) werden verschiedene Tellerchen/Schlüsselchen gefüllt mit leckeren Salaten, Sößchen (wie z.B. Humus), Oliven, Tomaten, Gurken, Eier, aber auch Marmelade oder wie heute bei Fatima Traubensaft gereicht. Zu all diesen (teilweise) herzhaften „Leckereien&#8220; gibt es meist das Fladenbrot Pieta oder, wie heute bei Fatima, das von ihr gebackene, etwas herzhafter schmeckende „Tabun-Brot“</p>
<figure id="attachment_2168" aria-describedby="caption-attachment-2168" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000857.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2168" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000857.jpg" alt="arabisches Frühstück" width="640" height="480" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000857.jpg 640w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000857-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2168" class="wp-caption-text">arabisches Frühstück</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn dann alles auf dem Tisch steht, und auch der Tee ausgeschenkt ist, kann es eigentlich losgehen. Ich weiß noch wie ich Anfangs immer nach einem Messer geguckt habe, oder auch nach einem Teller, auf den man sich dann die Leckereien draufladen konnte. Oftmals wurden diese fragenden Blicke erkannt und mir dem „Fremdling“ in der Runde der Tischgäste, den Teller, das ersehnte Besteck gereicht.</p>
<p>Aber immer klappte das mit dem Blick nicht so, dann habe ich mich, wie alle Araber am Tisch daran gegeben, das Brot in die Schüsselchen/Tellerchen zu tauchen und auf diese Art die vielen Köstlichkeiten in mich auf zu nehmen. Bis heute habe ich mir keine weiteren Gedanken gemacht, dass es auch beim mit den Fingern essen Regeln geben könnte.</p>
<figure id="attachment_2169" aria-describedby="caption-attachment-2169" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010136.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2169" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010136-300x225.jpg" alt="Picknick unter dem Olivenbaum" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010136-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010136-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010136.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2169" class="wp-caption-text">Picknick unter dem Olivenbaum</figcaption></figure>
<p>Heute war es wieder mal soweit, ich hatte wie schon gestern, Fatima nochmals bei der Olivenernte geholfen und um die Mittagszeit war Picknick unterm Olivenbaum angesagt. Fatima hatte alles schön arrangiert und ich begann wie gewohnt das Brot in die Schüsselchen zu tauchen und dann abzubeißen. Da bekam ich von Fatima den leisen Hinweis, das ich doch bitte schön nur soviel Brot in die Leckereien eintauchen soll, wie ich dann auch in den Mund stecke. Das Brot abbeißen, dann nochmal in die Schüssel stecken&#8230;das gehört sich nicht. Und wo schon mal eine Regel genannt wurde gab es weitere Ratschläge: das Brot nur mit drei Fingern (Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand) nehmen und möglichst nur an der Stelle der Schüssel das Brot eintauchen die meinem Sitzplatz zugewandt ist.</p>
<p>Was soll ich sagen, auch mit diesen drei Regeln hat es wie immer wunderbar geschmeckt und meine „suchenden“ Blicke nach Teller und Besteck sind im Laufe der letzten Wochen wieder etwas weniger geworden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Nachtrag zum Blogbericht vom 31. Oktober 2014</span></strong></p>
<p>Ich habe zu meinem Bericht über die Schule Talitha Kumi einen Gastbeitrag von Kaimir Sawalha eingefügt. Karim,  Sohn eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter, geht seit  August 2014 hier für ein halbes Jahr zur Schule. <a title="Talitha Kumi: „Mädchen, steh auf“ (Mk.5.41)" href="http://marius-blog.de/blog/talitha-kumi-maedchen-steh-auf-mk-5-41/">Er berichtet von seinen Erfahrungen an einem für ihn so ungewohnten Lernort.</a></p>
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		<title>Wassernot im Jordantal &#038; Palästina</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 07:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Jordantal]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Zonen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir waren vor einigen Wochen mit der Reisegruppe im Jordantal und haben im „Auja Eco Center“ den Vortrag von Thomas Koenig gehört, der sich unter anderem mit der sehr schwierigen Wassersituation im Jordantal und in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wassernot-im-jordantal-palaestina/" title="Wassernot im Jordantal &#038; Palästina">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren vor einigen Wochen mit der Reisegruppe im Jordantal und haben im „Auja Eco Center“ den Vortrag von Thomas Koenig gehört, der sich unter anderem mit der sehr schwierigen Wassersituation im Jordantal und in ganz Palästina beschäftigte. (s<a title="Am tiefsten Punkt der Erde" href="http://marius-blog.de/blog/am-tiefsten-punkt-der-erde/">iehe auch den Blog-Beitrag vom 16.10.</a>)  Das Jordantal ist eine der reichhaltigsten Kulturlandschaften der Welt mit herausragender religiöser und kulturhistorischer Bedeutung. Im europäischen Winter lagern hier bis zu 500 Mio Zugvögel.</p>
<figure id="attachment_2051" aria-describedby="caption-attachment-2051" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/IMG_0857.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2051" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/IMG_0857-300x200.jpg" alt="Das Jordantal" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/IMG_0857-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/IMG_0857-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2051" class="wp-caption-text">Das Jordantal</figcaption></figure>
<p>Hier ist eine der trockensten Regionen dieser Erde. Im Jahresdurchschnitt fällt nur 180 mm Niederschlag. (in Deutschland etwa 900 mm) Deshalb ist das Wasser in in dieser Region ein Konfliktherd: Es gilt das Gesetz des Stärkeren. Am schlimmsten trifft es derzeit die Palästinenser. Das prognostizierte Verschwinden des Toten Meeres ist von Menschen verursacht: Chemiefabriken mit Sitz in Jordanien und Israel gewinnen Mineralsalze aus dem Meer und beschleunigen damit die Verdunstung des Wassers. Sein Meeresspiegel sinkt jedes Jahr um einen Meter: Wenn nichts unternommen wird, ist das Tote Meer in 30 Jahren nur noch ein Teich.<br />
Der Jordan, der das Tote Meer jahrhundertelang mit Süßwasser speiste, kommt nur noch als stinkendes Rinnsal hier an. Abwässer werden ungeklärt hineingeleitet. Er wird in seinem Verlauf von allen Nachbarstaaten (Syrien, Israel und Jordanien entnehmen 95-98 % der Wassermenge) angezapft, um den Bedürfnissen einer nicht ans Klima angepassten Landwirtschaft gerecht zu werden.<br />
Dabei sind Lösungen möglich, insbesondere der Bau eines Kanals zwischen dem Roten und dem Toten Meer.</p>
<figure id="attachment_2052" aria-describedby="caption-attachment-2052" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/044893-000_totesmeer_03-1412053444068.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2052" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/044893-000_totesmeer_03-1412053444068-300x169.jpg" alt="Totes Meer: Jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel um 1 m" width="300" height="169" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/044893-000_totesmeer_03-1412053444068-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/044893-000_totesmeer_03-1412053444068.jpg 940w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2052" class="wp-caption-text">Totes Meer: Jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel um 1 m</figcaption></figure>
<p>Damit könnten starke Wasserkraftwerke betrieben werden, um das Meerwasser zu entsalzen, die gesamte Region mit Trink- und das Tote Meer mit Frischwasser zu versorgen. Aber es gibt eine Voraussetzung: Alle Anrainer des Toten Meeres &#8211; Jordanier, Israelis, Palästinenser &#8211; müssten sich einigen, um diese Lösungen mit Unterstützung der Weltbank umzusetzen. Dann würde das Tote Meer zur Lebensquelle.<br />
siehe auch <a href="http:/de.wikipedia.org/wiki/Totes-Meer-Kanal" target="_blank">de.wikipedia.org/wiki/Totes-Meer-Kanal</a></p>
<p>Der Wasserspiegel des Toten Meeres liegt 400 Meter unter dem anderer Meere, seine Landschaften sind von atemberaubender Schönheit, sein Wasser hat einzigartige heilende Eigenschaften. Die Katastrophe betrifft eine der „Wiegen unserer Zivilisation“</p>
<p>Herr Koenig ging zum Schluss seines Vortrages auch noch auf das Thema Wasserverbrauch in Palästina. Rund 87 % des Jordantals befinden sich unter israelischer Kontrolle. Das sind zum einen Siedlungen mit dazugehörigen Agrarflächen, zum anderen Naturschutzgebiete und Militäranlagen. War das Gebiet aufgrund seiner hohen</p>
<figure id="attachment_2053" aria-describedby="caption-attachment-2053" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1040839.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2053" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1040839-300x225.jpg" alt="Jüdischer Nationalfond (KKL) finanziert auch israelische Projekte im besetzten Jordantal" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1040839-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/P1040839.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2053" class="wp-caption-text">Jüdischer Nationalfond (KKL) finanziert auch israelische Projekte im besetzten Jordantal</figcaption></figure>
<p>Wasservorkommen (Regenwasser aus den judäischen Bergen) ehemals wichtiges Anbaugebiet für palästinensische Farmer, haben sie heute kaum Zugang zu den dortigen Ressourcen und Flächen. Die Wasserversorgung ist besonders in den Sommermonaten besorgniserregend schlecht. Zeitweise stehen den Bewohnern pro Kopf nur 20 Liter am Tag zur Verfügung, der Weltgesundheitsorganisation zu folge braucht ein Mensch täglich jedoch mindestens 100 Liter. Konnten sich die Palästinenser früher durch die zahlreichen natürlichen Quellen in der Region selbst versorgen, sind sie heute gezwungen, Wasser des israelischen Wasserversorgungsbetriebes zu kaufen. Das liegt an den tiefen Wasserbohrungen israelischer Unternehmen und Siedlungen, die in der Folge die eigentlichen Quellen zum versiegen brachten. Lebten bis in die 1950er Jahre noch rund 320.000 Palästinenser im Jordantal, sind es heute nur noch knapp 60.000. Während die Bevölkerung im sog. „A“ und „B“ Gebiet wächst, (<a title="Zonengebiet – Westjordanland" href="http://marius-blog.de/zonengebiet-westjordanland/">siehe auch unter</a>) verlassen aufgrund der schwierigen Lebenssituation immer mehr Familien das Jordantal.<br />
Nach Auffassung des Hydrogeologen <span style="text-decoration: underline;">Christian Messerschmidt</span>, der selbst in Ramallah lebt, und lange Zeit unter anderem für die palästinensische Wasserbehörde gearbeitet hat bestreitet das es eine &#8222;Wasserknappheit&#8220; in Palästina gibt. In einem Zeitungsbeitrag anlässlich der Debatte in Deutschland im Frühjahr 2014 nach den Äußerungen des Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz in der Knesset zur Wasserverteilung in den besetzten Gebieten schreibt er:</p>
<figure id="attachment_2160" aria-describedby="caption-attachment-2160" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1040296.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2160" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1040296-300x225.jpg" alt="Zisterne auf Daher&#96;s Weinberg  auch mit &quot;Abrissbefehl&quot; belegt" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1040296-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1040296-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2160" class="wp-caption-text">Zisterne auf Daher`s Weinberg<br />auch mit &#8222;Abrissverfügung&#8220; belegt</figcaption></figure>
<p><em>&#8222;Debatten über den palästinensisch-israelischen Wasserkonflikt gehen meist von einer Wasserknappheit in der</em><em>Region aus. Das ist ein Mythos. In Wirklichkeit agieren die Berge der Westbank als Hauptregenfänger für die heftigen Winterregen vom Mittelmeer. So fällt in Jerusalem mehr Regen als in Berlin, in Ramallah mehr als in London-Heathrow. Die extreme Wasserkrise in Palästina ist keine üble Laune der Natur. Sie ist politisch erzeugt.  Jede Leitung und Pumpstation, jedes Wasserreservoir bedarf einer Erlaubnis der Militärverwaltung. Das gilt erst recht für Großprojekte wie Kläranlagen oder Brunnenbohrungen. Selbst der Regen, der in der Westbank fällt, wird enteignet: Zisternen, die ohne Permit den Regen auf dem eigenen Hausdach sammeln, gelten Israel als illegal. Sie werden mit Abrissverfügungen belegt und vom israelischen Militär zerstört&#8220;.</em></p>
<p>I<a title="Wasser" href="http://marius-blog.de/wasser/">ch habe den ganzen Beitrag in meinen Block gestellt</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>die Straßenbahn Linie 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 08:18:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
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					<description><![CDATA[Die derzeitige große Anspannung in Jerusalem ist auch in der „Linie 1“ zu spüren, der bislang einzigen Strecke der Stadtbahn. Alle paar Minuten fährt ein Zug vom Herzl-Berg durch Westjerusalem bis zur Altstadt und dann <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-strassenbahn-linie-1/" title="die Straßenbahn Linie 1">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die derzeitige große Anspannung in Jerusalem ist auch in der „Linie 1“ zu spüren, der bislang einzigen Strecke der Stadtbahn. Alle paar Minuten fährt ein Zug vom Herzl-Berg durch Westjerusalem bis zur Altstadt und dann entlang der Demarkationslinie zum eingemeindeten palästinensischen Stadtviertel Schuafat in Ostjerusalem. Von dort aus geht es weiter bis nach Pisgat Seew, einer israelischen Siedlung im Einzugsbereich vom Rathaus Großjerusalems.</p>
<figure id="attachment_2154" aria-describedby="caption-attachment-2154" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010115.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2154" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010115-1024x768.jpg" alt="die Linie 1" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010115-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010115-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010115.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2154" class="wp-caption-text">die Linie 1</figcaption></figure>
<p><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/israel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2151" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/israel-300x210.jpg" alt="die Strecke der Linie 1" width="300" height="210" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/israel-300x210.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/israel.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Seit drei Jahren gehört die hochmoderne, silberfarbene Bahn zum Stadtbild von Jerusalem. Ich als „alter“ Straßenbahn Liebhaber habe mich sehr gefreut, dass es diese Möglichkeit gibt Jerusalem auf Schienen zu durchqueren. Wusste allerdings auch, dass die Linienführung der Straßenbahn für die Palästinenser ein großes Problem darstellt, verfestigt sie doch Augenscheinlich damit die Ansprüche der israelischen Regierung nach einem einheitlichen (ganzen) Jerusalem. Deshalb sieht man auch nur wenige Palästinenser in der Bahn, obwohl es auf der Fahrt nach Pisgat Seew  einige (wenige) Haltestellen in palästinensischen Stadtteilen gibt.</p>
<p>Die Abteile sind klimatisiert und großzügig. Der Geräuschpegel der Motoren ist so niedrig, dass man ihn kaum wahrnimmt. Die Fenster haben kugelsichere Scheiben, und die Abteile sind übersichtlich für das Sicherheitspersonal, das regelmäßig vor allem die Fahrgäste kontrolliert, die arabisch aussehen.</p>
<p>Seit einigen Wochen ist alles nun noch etwas anders. An der Haltestelle Amon Hill (drei Haltestellen vom Damaskus Gate entfernt)kam es jüngst zu einem Unfall. Oder Anschlag. Je nachdem, welchem Narrativ man folgt. Ein</p>
<figure id="attachment_2157" aria-describedby="caption-attachment-2157" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010118.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2157" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010118-300x225.jpg" alt="Haltestelle Shuafat" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010118-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010118-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010118.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2157" class="wp-caption-text">Haltestelle Shuafat</figcaption></figure>
<p>Palästinenser raste mit seinem Pkw in eine wartende Menschenmenge, tötete zwei Menschen und wurde selbst erschossen.(ich habe berichtet). Vor einigen Tagen gab es ganz in der Nähe des ersten Vorfalles eine weiteren Anschlag. Auch hier gab es einen Toten, auch hier wurde der palästinensische Autofahrer getötet.</p>
<p>Gestern habe ich mich vor Ort umgeschaut. Überall sind nun an den besagten Haltestellen zwischen Damaskustor und Shuafat Sicherheitskräfte an den Haltestellen und auch in der Bahn. Die Haltestellen sind mit großen Betonklötzen gesichert. In der Bahn sieht man nun (fast) keinen Palästinenser mehr. Auch die jüdisch/israelischen Fahrgäste scheinen angespannt.</p>
<figure id="attachment_2155" aria-describedby="caption-attachment-2155" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010119.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2155" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010119-300x225.jpg" alt="Erinnerung an einen jungen Palästinenser" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010119-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010119-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010119.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2155" class="wp-caption-text">Erinnerung an einen jungen Palästinenser</figcaption></figure>
<p>Wer an der Haltestelle von Schuafat einsteigt, hat keine andere Wahl, als schwarzzufahren. Es sei denn, er hat sich vorher schon einen Fahrschein besorgt. Der Ticketautomat ist komplett zerstört, und in der Bahn kann man nur abstempeln.Direkt neben der Station, an der auch israelische Sicherheitsleute Posten bezogen haben, ist die Moschee, in der Mohammed Abu Chdeir täglich betete. Das Elternhaus des 16-jährigen Palästinensers liegt keine zehn Meter entfernt. Nur ein paar Schritte musste der Junge laufen. Seinen Mördern reichte das kurze Stück, um ihn (im Juni 2014) einzufangen und zu töten. Dieser Vorfall war einer der Auslöser des jüngsten Gaza-Krieges.</p>
<p>Im Internet habe ich nachfolgende Beschreibung aus der &#8222;Welt&#8220; zur Fahrt mit der Linie 1 durch Jerusalem gefunden, deren Link ich bei aller Widersprüchlichkeit in der derzeitigen Situation diesem Tages-Blog anhänge</p>
<p>Mit der Straßenbahn durch die heilige Stadt</p>
<p><a href="http://www.welt.de/reise/article125006590/Mit-der-Strassenbahn-durch-die-heilige-Stadt.html" target="_blank">www.welt.de/reise/article125006590/Mit-der-Strassenbahn-durch-die-heilige-Stadt.html</a></p>
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		<title>Ni`lin ein mutiges Dorf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 08:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Olivenernte 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzung]]></category>
		<category><![CDATA[friedliche Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlung]]></category>
		<category><![CDATA[Tränengas]]></category>
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					<description><![CDATA[Dass es in der palästinensischen Gesellschaft, also in der Gesellschaft die seit 1948 an Vertreibung und Unterdrückung leidet, Menschen gibt, die mit zivilgesellschaftlichem gewaltlosem Engagement und nicht mit Gewalt reagieren, ist gerade in diesen Tagen, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/nilin-ein-mutiges-dorf/" title="Ni`lin ein mutiges Dorf">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es in der palästinensischen Gesellschaft, also in der Gesellschaft die seit 1948 an Vertreibung und Unterdrückung leidet, Menschen gibt, die mit zivilgesellschaftlichem gewaltlosem Engagement und nicht mit Gewalt reagieren, ist gerade in diesen Tagen, wo die Gewalt auf beiden Seiten wieder einmal eskaliert, einer besonderen Würdigung und Ermutigung wert. Im Juli habe ich mit anderen deutschen Unterstützer/innen die Gruppe des Volkskomitees Ni`lin (eines von über 30 in ganz Palästina) in der Saeed Amireh (23 Jahre), nach der Inhaftierung</p>
<figure id="attachment_2144" aria-describedby="caption-attachment-2144" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010094.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2144" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010094-300x225.jpg" alt="Saeed vor dem &quot;office&quot; " width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010094-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010094-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010094.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2144" class="wp-caption-text">Saeed vor dem &#8222;Office&#8220;des Volkskomitees</figcaption></figure>
<p>seines Vaters, trotz seines jugendlichen Alters, die organisatorische Leitung übernommen hat, für den „Bremer Solidaritätspreis 2015“ vorgeschlagen. Er ist mit 10.000 € dotiert und soll Personen und Initiativen ermutigen und würdigen, die sich für Menschenrechte und Demokratie sowie gegen die Folgen von Kolonialismus und Rassismus einsetzen. (<a href="http://www.lafez.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen60.c.1388.de" target="_blank">www.lafez.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen60.c.1388.de</a>) Seit 2004 demonstriert die Dorfgemeinschaft an jedem Freitag friedlich und gewaltfrei gegen die Besatzung, den Bau der Mauer und den damit einhergehenden Landraub.<br />
Gestern hatte ich die Möglichkeit (dank der Bereitschaft von Anja mich mit ihrem PKW zu fahren) Saeed in seinem Dorf in Ni`lin zu besuchen.</p>
<p>Ni`lin ist ein Ort nahe (25 km) von Ramallah mit ca. 5.000 Einwohnern. Im Jahre 1967 gab es mehr als 12.000 Einwohner. Grund für den Bevölkerungsrückgang ist die Unterdrückung durch die israelische Besatzung, der die Bevölkerung seit 1967 gegenübersteht. In Ni`lin gibt es keine Marktstraßen, keine Bushaltestelle, keine Kulturstätten und öffentlichen Parks. Dort gibt es Wohnhäuser, Schulen, wenige Läden für die Waren des täglichen Bedarfes – und die Mauer. Die israelische Mauer verläuft durch palästinensisches Gebiet. Israel hat sich große Teile palästinensischen des den Bewohnern von Ni`lin gehörenden Farmlands (mehr als 80 %) angeeignet. Es wurden auf diesem Gebiet mehrere Siedlungen gebaut, Siedlern landschaftliches Gelände zur Verfügung gestellt und eine Landstraße zur Verbindung der Siedlungen gebaut. Alles darf nur von Israelis und nicht von Palästinensern genutzt werden; nach internationalem Recht ist dies illegal.</p>
<p>Saeed Amireh wurde selbst während gewaltfreier Demonstrationen bereits mehrfach angeschossen, er wurde</p>
<figure id="attachment_2148" aria-describedby="caption-attachment-2148" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010098.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2148" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010098-300x225.jpg" alt="Gedenktafel an die Fünf Toten des friedlichen Protestes" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010098-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010098-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010098.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2148" class="wp-caption-text">Gedenktafel an die fünf Toten des friedlichen Protestes</figcaption></figure>
<p>verhaftet und mit 17 Jahren für vier Monate in ein Gefängnis in Israel gesperrt. Das traf ihn auch deswegen besonders hart, weil er dadurch nicht seine Schule (Abitur) abschließen konnte.</p>
<p>Aber nicht nur er, sondern seine ganze Familie ist am Widerstand beteiligt und von dem oft brutalen Vorgehen der israelischen Soldaten betroffen: seine kleinen Schwestern wurden angeschossen, und sein Vater, Ibrahim Amireh, war, als einer der drei Anführer des friedlichen Widerstandes in Ni’lin, für ein Jahr inhaftiert und wurde, wie viele andere, gefoltert. Insgesamt sind bei den Protesten 5 Bewohner von Ni`lin ums Leben gekommen</p>
<p><a href="http://www.nilin-village.org" target="_blank">www.nilin-village.org</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Saeed Amireh hat im Rahmen mehrerer mehrmonatiger Vortragsreisen in den Jahren 2011/12/13 durch viele Länder in Europa &#8211; auch in Deutschland &#8211; in vielen Veranstaltungen sehr bewegend und eindrucksvoll über die Situation in Palästina und in seinem Dorf informiert. Er hat in dieser Zeit auch im schwedischen Parlament gesprochen und hat damit wohl auch die aktuelle Entscheidung der schwedischen Regierung, Palästina anzuerkennen „mit vorbereitet“. Mit seinen Vortragsreisen hat er ein großes Risiko auf sich genommen. Sowohl der Staat Israel wie die Palästinensische Autonomiebehörde haben nämlich schon oft Kritiker inhaftiert.</p>
<figure id="attachment_2143" aria-describedby="caption-attachment-2143" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010107.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2143" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010107-300x225.jpg" alt="&quot;Wertstoffsammlung&quot; in Palästina" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010107-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/P1010107-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2143" class="wp-caption-text">&#8222;Wertstoffsammlung&#8220; in Palästina</figcaption></figure>
<p>Bei unserem Besuch gestern zeigte uns Saad die Orte an denen es jeden Freitag zu friedlichen Protest kommt. Er informierte uns aber auch darüber, das es seit Jahren wöchentlich mehrmals auch zu (meist nächtlichen) gewalttätigen Übergriffen des israelischen Militärs kommt. Immer wieder dringen sie dann in Häuser ein und nehmen dabei auch Menschen in Haft. Gerade in der letzten Woche gab es auch wieder Schüsse und Tränengasangriffe auf das Dorf. Beklemmend für mich die „Wertstoffsammlung“ an Alu-Hülsen der Tränengaspatronen die uns Saeed präsentierte.</p>
<p>Mit dem nachfolgenden Text habe ich die Bewerbung für den Bremer Solidaritätspreis abgeschlossen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Es geht uns nicht um eine Einstaaten- oder eine Zweistaatenlösung, es geht nicht um Namen, es geht um einen gerechten Frieden, um Freiheit und es geht um unsere Würde!” Saeed Amireh.</strong></p>
<p>Die Arbeit des Volkskomitees von Ni’lin (wie die der vielen anderen in Palästina) ist eine der sogenannten „Graswurzelbewegungen“, die von politischen Parteien unabhängig sind, und die den gewaltlosen Widerstand mit Demonstrationen und auf Webseiten, mit YouTube-Filmen und durch Informationen verbreiten. Es sind Menschen, deren Leben jeden Tag gefährdet ist, deren Land weggenommen wird und deren Menschenrechte zu Gunsten anderer nicht gewährleistet sind.</p>
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