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	<title>Jerusalem &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>So weit die Füße tragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 21:13:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun sind wir im Zentrum unserer Reise angekommen: die Region Jerusalem-Bethlehem. Von unserem Standort Beit Jala werden wir uns nun in den nächsten sieben Tagen in verschiedene Regionen bewegen: heute war ein erster Besuch in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/so-weit-die-fuesse-tragen/" title="So weit die Füße tragen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Nun sind wir im Zentrum unserer Reise angekommen: die Region Jerusalem-Bethlehem. Von unserem Standort Beit Jala werden wir uns nun in den nächsten sieben Tagen in verschiedene Regionen bewegen: heute war ein erster Besuch in Jerusalem auf dem Programm. Kenner:innen meines Reiseprogramms mit Gruppen wissen, dass (normalerweise) der erste „Jerusalemtag“ gerne an einem Freitag stattfindet, schon alleine wegen dem besonderen Erlebnis der betenden und feiernden Juden zum Beginn des Sabbats (Sonnenuntergang) an der Westmauer (Klagemauer). Da aber in diesem Jahr am morgigen Freitag der Jerusalemer-Marathon stattfinden, bei dem viele Straßen gesperrt sind, die eine An-und Abreise erschweren, bzw. unmöglich machen, habe ich das Freitagsprogramm auf den Donnerstag gelegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5177" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2CEE135E-BC33-4E65-9873-1249F3008BBD-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">ein schöner Morgen</figcaption></figure>



<p>Da wir eine so kleine Gruppe sind haben wir heute auch erstmalig auf die Anreise mit dem eigenen Bus verzichtet und sind mit dem öffentlichen Bus der Bethlehem/Beit Jala mit Jerusalem (Damaskus-Tor) verbindet, gefahren. Die Haltestelle in Beit Jala ist direkt vor unserer Unterkunft.</p>



<p>Wie es dann so ist, wenn man sich auf unbekannte Wege begibt, man erlebt Überraschungen und Unerwartetes:<br>der erste Bus fuhr an unserer Haltestelle einfach durch, der Zweite kam eine viertel Stunde später. Dann wurden wir am Auto-Checkpoint vom dortigen Wachdienst, ganz junge Personen, besonders „behandelt“. Erst ließ man den ganzen Bus warten, dann kommt eine junge Frau in den Bus und meint ganz lapidar, sie erwarte alle Fahrgäste zur Kontrolle außerhalb des Busses. Bisher hatte ich lediglich erlebt, dass die jungen palästinensischen Fahrgäste zur Kontrolle aussteigen mussten, nun also (sicherlich aus irgendeiner Laune heraus) mussten alle austeigen. Ich kann so eine Willkür ganz schlecht aushalten. Wir kamen erst nach mehr als einer Stunde an unserem Ziel, dem Damaskustor an. Auch auf der Rückfahrt gab es so einige Hindernisse. Nicht nur, dass der Bus sehr voll war, auch unsere Idee, wegen der zu erwartenden Staus, einen anderen Bus als am Morgen zu nehmen und zu Fuße durch den Checkpoint 300 in Bethlehem zu gehen, brachte uns unerwartete Schwierigkeiten. Dann auf der Bethlehemer Seite sich einfach ein bzw. mehrere Taxis für unsere Gruppe zu ordern zu stellte sich doch äußerst schwierig da. Natürlich stürzten sich die Fahrer auf uns, hatten aber preisliche Vorstellungen die wir nicht bereit waren zu erfüllen. Also geht man zu Fuß, aber schon bald merkte ich dass es für Mitglieder meiner Gruppe zu viel wurde.&nbsp;&nbsp;Also haben wir uns dann doch noch Taxis genommen, dessen Preise nicht viel weniger waren, als die am Checkpoint angebotenen und sind gegen 19 Uhr in unserer Herberge angekommen</p>



<p>Unser Tagesprogramm haben wir wegen der langen Busanreise etwas gekürzt, den geplanten Besuch auf dem Jerusalemer-Markt haben wir auf die nächste Woche verschoben. Wie immer haben wir den „Jerusalem-Tag“ mit dem wunderschönen Ausblick vom Turm der Himmelfahrtskirche auf dem Scopus-Berg begonnen. Anschließend sind wir über den Ölberg in die Altstadt gelaufen. Dort haben wir das orientalische Treiben in den Gassen der Altstadt genossen. Mittags haben wir das Falafel-Sandwich gegessen und anschließend noch einen wunderschönen arabischen Kaffee getrunken, der mit einem ganz besonderen Verfahren aufgebrüht wurde. Das Kaffee-Pulver wurde mit dem Wasser in heißem Sand zum Kochen gebracht. Das hatte ich noch nie vorher so gesehen. <a href="https://alles-rund-um-kaffee.de/kaffeetipps/kaffee-auf-dem-sand/" data-type="URL" data-id="https://alles-rund-um-kaffee.de/kaffeetipps/kaffee-auf-dem-sand/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://citymagazine.si/de/kochen-turkischer-kaffee-in-heisem-sand/</a> könnt ihr mehr zu diesem Verfahren lesen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5174" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D7D2F2AA-CBB9-455E-B751-D6EAE1786CD7-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kaffee in heißem Sand aufgebrüht</figcaption></figure>



<p>Zum Nachmittag hatten wir uns noch mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Er erzählte uns von den Schwierigkeiten bei der Renovierung, wollte von uns wissen, ob wir das kennen, dass Menschen, in dem fall die Bauarbeiter an der Dormitio immer genau das Gegenteil von dem Machen was man sich wünscht. Dies sei auf der Baustelle oft der Fall, deshalb verzögert sich die Fertigstellung auch enorm. Aber in der nächsten Woche, am Festtag des HL. Benedikt am 21. März wird der neue Altar eingeweiht. Zum späten Nachmittag haben wir noch einen Blick auf die West(Klage-)mauer geworfen.<strong><br></strong>Auch wenn die Politik heute eher im Hintergrund blieb war es heute ein langer, und oft auch anstrengender Tag. Wir sind sehr viel gegangen, für einen aus der Gruppe war es zu viel. Als ich heute Abend, als wir in schöner Runde bei einem Glas wein und leckerem Taybeh-Bier zusammensaßen und ich fragte, welche Überschrift ich für meinen heutigen Tagesbericht nehmen solle,&nbsp;meinte dieses Gruppenmitglied ganz spontan:&nbsp;<strong>So weit die Füße tragen</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5176" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E3BA4513-29E5-436E-869D-015AD0A7B31E-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gesprächsrunde bei Pater Elias</figcaption></figure>



<p>Natürlich war in den letzten Tagen in der Gruppe, aber auch mit unseren Gesprächspartner:innen der heute stattfindende Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Nethanjahu ein Thema. Tenor unserer Gespräche war auch auf Grund der bisherigen Erfahrungen bei solchen Gesprächen, meist, dass keine großen Erwartungen an diese Gespräche geknüpft werden. Die Bundesregierung hat sich ja auch bisher so gut wie gar nicht zur neuen Regierung und deren Pläne geäußert. Einigen aus der Leser:innenschaft meines Blogs ist es ja bekannt, dass ich für die Nahost-Kommission von pax christi, deren Mitglied ich seit Jahren bin, im Sprecherkreis des Koordinationskreises Palästina-Israel&nbsp;&nbsp;(KoPI)mitarbeite.&nbsp;<strong><br></strong>Wir haben nun ein an Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock anlässlich der zunehmenden Gewalt in Israel/besetzte Gebiete <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=5272" data-type="URL" data-id="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=5272" target="_blank">einen Brief </a>verfasst. Darin wird auf Deutschlands Verpflichtungen aufgrund internationaler Verträge hingewiesen und eine Abkehr vom bisherigen Stillschweigen gefordert. Außerdem soll sich die Bundesregierung für den Schutz der Palästinenser einsetzen.</p>



<p>In diesem Zusammenhang möchte ich ebenfalls auf den <a href="https://www.jpost.com/israel-news/article-734287" data-type="URL" data-id="https://www.jpost.com/israel-news/article-734287" target="_blank" rel="noreferrer noopener">offenen Brief</a> von über 1.000 israelischen Kulturschaffenden an die Botschaften Deutschlands und Großbritanniens in Israel hin, in dem sie die beiden Regierungen auffordern, den Besuch Netanyahus sogar gänzlich abzusagen. Die Unterzeichner*innen warnen darin eindringlich vor den Folgen der umfangreichen Gesetzesvorhaben, die Israel unweigerlich in eine &#8222;theokratische Diktatur&#8220; verwandeln würden.</p>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wer seinen Freund zu Unrecht verdächtigte, soll ihn gleich um Verzeihung bitten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em>(Talmud – Bavli Berachot 31)</p>
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		<title>Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 18:37:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Leser:innenschaft Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vom-verlorenen-sohn-und-schleichender-besatzung-in-der-altstadt/" title="Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Liebe Leser:innenschaft </p>



<p>Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am tag passiert ist nieder zuschreiben. So ist es ganz &#8222;frisch&#8220; eben authentisch und macht den Kopf ein wenig frei für den schlaf und eben den neuen Erlebnissen am morgigen Tag.</p>



<p>Heute morgen hatte ich mich mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Leider besteht derzeit, wegen enormer Renovierungsarbeiten in der Kirche und im Kloster in der Woche keinerlei Möglichkeiten an den Gottesdiensten teilzunehmen. Lediglich am Sonntag wird eine kleine Ausnahme für die Touristen gemacht. <br>Wen es interessiert, was dort alles umgebaut und renoviert wird <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/nachrichten/aktuelles.news.171/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schaue bitte hier</a></p>



<p>So hatte ich also heute die Gelegenheit den Sonntagsgottesdienst in der Krypta zum besuchen. heute befasst sich das Evangelium mit dem &#8222;verlorenen Sohn&#8220;. Sicherlich werden viel meiner Leser:innen diese geschickte kennen. Der Vater hat 2 Söhne. Der eine lässt sich sein Erbe auszahlen rundgeht &#8222;in die Welt&#8220;. Dort verliert er sein ganzes Vermögen, wird ganz arm und fragt den Vater reumütig, ob er ihn wieder aufnimmt. Der Vater freut sich, macht ein großes Fest zur Begrüßung. Das wiederum kann der 2. Sohn nicht verstehen. Er beklagt sich deshalb bitterlich bei seinem Vater der ihm erwidert: &#8222;<em>„Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein.“</em> Wer die sehr Interessante heutige Predigt zu dieser Geschichte von Pater Basilius lesen will der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.dormitio.net/aktuelles/blog/blog.25/index.html" target="_blank">klicke hier</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5018" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>in der Krypta der Dormitio-Kirche</figcaption></figure>



<p>Vor dem Gottesdienst hatte ich die Möglichkeit mit Pater Elias ein wenig zu plaudern. Neben der aktuellen Info über den Stand der Umbauarbeiten (es gibt bei aller Unwägbarkeit, was eine solche Planung angeht, eine gewisse Hoffnung das Ostern 2023 es wieder Gottesdienste in der Kirche geben kann), sprachen wir auch über die Schwierigkeiten, hier in der Altstadt von Jerusalem, aber eben auch insgesamt in dieser Region. Wie mir schon vor Jahren gesagt wurde, gibt es immer wieder Attacken von meist jungen jüdischen Gruppen, gerne zum Ende des Schabbats in der Nacht zum Sonntag. Da ja in unmittelbarer Nähe des Klosters das Grab Davids vermutet wird, und in den letzten Stunden des Schabbats ihm, dem David von bestimmten jüdischen Gruppen ein besonderes Gedenken zu teil wird, versammeln sich dann eine Große Gruppe in der Nähe der Dormitio. Zum Ende dieser religiösen Versammlung kommen dann Jugendliche, angeführt allerdings von Erwachsenen und üben Zerstörungen aus, werfen Unrat in den Garten etc. Natürlich melden die Mönche sich bei der Polizei, aber es ändert sich nichts. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5020" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>im christlichen Viertel der Altstadt.</figcaption></figure>



<p>Elias erzählte mir auch von einem Vorgang in Beit Jala, von vor einigen Wochen, der so unglaublich klingt, aber eben doch auch war ist. Dort war eine Reisegruppe zu Gast in der Abrahams-Herberge, wo auch ich schon öfters mit Gruppen übernachtet habe. Die Gruppe wollte mit dem ortsansäßigen evangelischen Pfarrer ein Gruppenfoto machen. Auf dieses Foto hat sich, wie auch immer das passiert ist wusste Elias nicht, der bekannte rechtsextreme Jude Jehuda Glick neben den Pfarrer postiert. Mehr zum diesem Mann könnt ihr in <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_Glick" target="_blank">hier Wikipedia nachlesen</a>. Für die Muslime in Israel und Palästina ist herr Glick ein &#8222;rotes Tuch&#8220; Um so schlimmer, dass sich der evangelische (palästinensische) Pfarrer aus Beit Jala mit diesem Mann gemeinsam auf einem  Foto befand, was von Herrn Glick selbstverständlich über diadigitalen Medien massenhaft geteilt wurde. Noch am selben Baden haben sich Hunderte von aufgebrachten Muslims vor dem Haus des Pfarrers versammelt. Elias meinte, der Pfarrer müsste nun mit seiner Familie das Land verlassen, da es große Sorgen gibt das ihm fanatische Muslime nach dem Leben trachten.</p>



<p>Gestern die schlimme Geschichte mit Erpressung, Waffenhandel, Schießerei und Blutrache, heute nun die bewusste Irreführung eines radikalen Juden und der Fanatismus einer fehlgeleiteten und zu allem bereiten Muslimischen Bevölkerung. Das ganze hat, zumindestens auf den ersten Blick nun gar nichts mit dem Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern zu tun, oder eben vielleicht doch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5019" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>dieser Anblick ruft bei mir immer wieder, aber gerade jetzt, &#8222;Beklemmungen&#8220;hervor</figcaption></figure>



<p>Nach dem Gottesdienst habe ich mich zunächst im jüdischen Viertel der Altstadt &#8222;umgesehen. gefühlt tausende Soldaten der israelischen Armee &#8222;füllten&#8220; das Viertel. Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine ist ein solcher Anblick (vor meist &#8222;blutjungen&#8220; Menschen, die Waffen die töten können bei sich führen, für mich fast unerträglich. </p>



<p>Es sei mir gestatten an dieser Stelle auch auf einen Film <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/silence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318?sc_src=email_2977993&amp;sc_lid=266573564&amp;sc_uid=Xv8ogINSpZ&amp;sc_llid=1727&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.sueddeutsche.de%2Fkultur%2Fsilence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318&amp;utm_campaign=SZ_Film_240322&amp;sc_eh=3ee1f1f68e3883851" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Silence Breakers</a> hinzuweisen, in dem die Gruppe Breaking the Sielende vorgestellt wird, der gerade in diesen Tagen in Deutschland angelaufen ist. Die SZ schreibt dazu: Der Film der israelischen Regisseurin Silvina Landsmann schildert die Arbeit der NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220;, die die Aussagen von ehemaligen reumütigen Soldaten der israelischen Armee über ihre Zeit als oft rabiate Besatzer in den palästinensischen Gebieten sammelt: &#8222;Man sieht in ‚Silence Breakers‘ nicht nur die Arbeit der Aktivisten, man sieht auch, wie die Gesellschaft auf diese Arbeit reagiert&#8220;, schreibt unser Israel-Korrespondent Peter Münch. &#8222;Kurzum: Man sieht ein zerrissenes Land.&#8220; Silvana Landsmann will diese gesellschaftliche Spaltung durch ihren Film ein Stück weit aufbrechen. Sie hofft, die Menschen trotz aller gegensätzlichen Auffassungen miteinander ins Gespräch bringen zu können, wenn ihre Doku Anfang April im israelischen Fernsehen gezeigt werden wird.</p>



<p></p>
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		<title>Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 18:43:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlungen]]></category>
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					<description><![CDATA[In den letzten Wochen war das Thema israelische Siedlungen für alle Medien, weltweit, der „Aufmacher“ . Leider ging es bei den Schlagzeilen jedoch nicht darum, eine für die betroffenen Palästinenser gefundene Lösung mitzuteilen. Das Gegenteil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/siedlungen-im-westjordanland-und-ost-jerusalem/" title="Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In den letzten Wochen war das Thema israelische Siedlungen für alle Medien, weltweit, der „Aufmacher“ . Leider ging es bei den Schlagzeilen jedoch nicht darum, eine für die betroffenen Palästinenser gefundene Lösung mitzuteilen. Das Gegenteil war der Fall: der US-Amerikanische Außenminister teilte der Weltöffentlichkeit einen grundsätzlichen Wandel&nbsp;&nbsp;der Einstellung der amerikanischen Politik, bezogen auf die, bisher als völkerrechtswidrig und damit illegal bezeichneten, bis zu 200 israelischen Siedlungen:&nbsp;<br><em>&#8230;.die Siedlungen im Westjordanland seien nicht unbedingt &#8222;völkerrechtswidrig&#8220;, wie die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und der Internationale Gerichtshof festgestellt haben</em></p>



<p>Die Trump-Regierung hatte bereits mit ihrer Entscheidung von vor zwei Jahren, Jerusalem als Hauptstadt von Israel anzuerkennen, die gemeinsame Haltung der westlichen Staaten zu dieser Frage verlassen. Es folgte die ebenfalls alleinige Entscheidung, die israelische Annexion der Golanhöhen anzuerkennen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4543" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000621-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Gilo</figcaption></figure>



<p>Ich habe in diesem Blog schon des Öfteren über die Siedlungen berichtet, darüber das viele auf Grund und Boden der Palästinenser erbaut sind, darüber, dass es häufig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und den in der oft engen Nachbarschaft wohnenden Palästinensern kommt. Oft „angezettelt&#8220; durch Siedlergruppen, die in der Regel, wenn es dann zu gewalttätigen Auseinandersetzung kommt, vom israelischen Militär „beschützt“ werden. Da diese Siedlungen ausschließlich im C-Gebiet (siehe hierzu auch unter der Spalte &#8222;Geschichte&amp;Historie&#8220; das Kapitel &#8222;Zonengebiet-Westjordanland&#8220;)) errichtet sind, führt dies in der Konsequenz auch dazu, dass Bauanträge der palästinensischen Bewohner, für den Neubau von Gebäuden auf eigenem Grund und Boden in aller Regel durch die israelische Militärverwaltung abgelehnt werden. Wenn dann illegal gebaut wird, erfolgt mit ziemlicher Sicherheit ein Abrissbefehl.&nbsp;</p>



<p>Mit dieser neuen „Haltung“, bekommt Israel bezüglich der Siedlungen auf palästinensischen Grund einen gewichtigen Fürsprecher. Diese amerikanische Fürsprache betrifft im Übrigen auch die in Ostjerusalem errichteten Stadtteile. Hier leben mittlerweile über 200.000 jüdische Bürger gegenüber 340.000 Bewohner mit palästinensischen Wurzeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4544" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000623-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick von Gilo auf das palästinensische Beit Jala</figcaption></figure>



<p>Heute habe ich die Siedlung Gilo besucht, mit deren Bau&nbsp;&nbsp;auf dem Grund des palästinensischen Städtchen Beit Jala, gleich nach dem Ende des 6-Tagekrieges 1967 begonnen wurde. Dieser Stadtteil am südlichen Rand von Jerusalem hat mittlerweile fast 30.000 Einwohner. Immer wieder hat es in den verschiedenen Bauabschnitten heftigen Protest aus aller Welt, so auch aus Amerika gegeben (zuletzt&nbsp;&nbsp;2009), genützt hat es nichts.</p>



<p>Welche großen Unterschiede bemerkt der Besucher zwischen dem Zustand eines jüdisch israelischen Stadtteils und eben, wie von mir gestern besucht, ein palästinensischer Stadtteil in Ostjerusalem. Hier enge Bauweise dort großzügig angelegte Häuser. Hier viel Unrat auf den Straßen dort eine Sauberkeit die besticht. Das hat sicherlich&nbsp;<strong>nicht nur</strong>&nbsp;mit dem drastischen Unterschied der finanziellen Unterstützung durch die Stadtkasse zu tun. Aber es fehlen oft die regelmäßige Müllabfuhr, es wird für wenig Grün gesorgt und eben auch die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist mehr als mangelhaft.</p>



<p>Wie bekannt, hat Israel einseitig, die besetzten Gebiete im Osten der Stadt Jerusalem annektiert, das heißt seinem Staatsgebiet gleichwertig zugeordnet. Nicht nur bei der finanziellen Ausstattung hört die Gleichwertigkeit aber auf.</p>



<p>Heute habe ich auch Michal getroffen, die in den letzten Jahren meine Gruppen in Israel als sach- und fachkundiger Guide begleitet hat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4545" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000630-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>alte Bahnstrecke, neu gestaltet</figcaption></figure>



<p>Sie wird auch bei der nächsten geplanten Reise, <a rel="noreferrer noopener" aria-label="siehe unter Verschiedenes, (öffnet in neuem Tab)" href="http://marius-blog.de/blog/begegnungsfahrt-im-fruehling/" target="_blank">siehe unter Verschiedenes,</a> meine Gruppe begleiten. Wir haben uns, wie schon öfters am alten Bahnhof getroffen. Dieser liegt unterhalb der Altstadt. Bis hier hin fuhren die Züge von Jaffa. Die Bahn wurde auch mit deutscher Hilfe um 1920 errichtet. Seit einigen Jahren endet die Bahnstrecke etwa 5 km früher. Die Stadtverwaltung hat die nun stillgelegte Strecke als einen schönen Fuß- und Fahrradweg ausgebaut. Ich bin diesen wunderschönen Weg heute, bei wärmender Nachmittagssonne, nun schon zum zweiten Mal gegangen. Ein wirklich schönes Erlebnis, welches aber auch lehrreich ist, da auf der Strecke viele Erklärungen zum Bau, aber auch zu den angrenzenden Grundstücken gegeben werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4546" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000632-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>&#8222;Endstation&#8220;</figcaption></figure>
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		<title>Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2019 22:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Mont Zions Award]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
		<category><![CDATA[Westmauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“. Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/" title="Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“.</p>



<p>Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des Auguste-Viktoria-Hospitales auf dem Ölberg steht.</p>



<p>Gott sei Dank war das Wetter etwas schöner als gestern, so das die Gruppe den weiten Blick in alle vier Himmelsrichtungen genießen konnte.  Gleichzeitig war es der Gruppe möglich sich so einen guten Überblick über die Stadt Jerusalem, die judäische Wüste bis zum Jordangraben, den Verlauf der Mauer durch Ostjerusalem, ja gar die  genaue Lage von Bethlehem konnten wir feststellen. Beeindruckend der „grüne Flaum“ der sich zum beginnenden Frühjahr über weite teile der Wüste gelegt hat.</p>



<p>Nach diesem kolossalen Überblick haben wir uns auf den Weg gemacht, den Ölberg hinabzusteigen und in die Jerusalemer Altstadt einzutauchen. Mit uns gingen Tausende Muslime in die Altstadt um dort auf dem Platz „Haram AshSharif“, den die Juden „Tempelplatz“ nennen, am Wahrzeichen von Jerusalem, dem Felsendom und der Al Aqsa Moschee, das traditionelle Freitagsgebet abzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4301" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick vom Ölberg gen Osten auf die judäische Wüste</figcaption></figure>



<p>Wir sind durch die Altstadt, entlang der Via Dolorosa gegangen und haben die Altstadt am „Neuen Tor“ wieder verlassen. Anschließend haben wir die Straßenbahn genommen, sind drei Haltestellen gefahren um dann in das jüdische Marktleben einige Stunden vor dem Beginn des Schabbats einzutauchen.</p>



<p>Ich habe in diesem Blog natürlich schon über die Besonderheiten der Altstadt, dem tollen Marktleben aber eben auch von der Straßenbahn geschrieben. Wie gewohnt kann der Leser, die Leserin, mit dem entsprechenden Link am Beginn des heutigen Berichtes, weitere Infos zu den entsprechenden Zielen lesen.</p>



<p>Nach dem Marktbesuch der, wie immer sehr beeindruckend lebendig war und wunderbar anzuschauende Produkte (Gemüse, Obst, Brot, Käse, Fisch, Nüsse, Gewürze,) präsentiert, haben wir uns wieder in die Altstadt begeben. Hier waren wir am Nachmittag mit dem Benediktiner Pater Elias von&nbsp;&nbsp;der Dormitio-Abtei verabredet.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4297" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>auch ein farbenfrohes Angebot</figcaption></figure>



<p>Auch über ihn und das Kloster kann man sich über die entsprechenden Links weiter informieren. Pater Elias erzählte uns etwas zur Entwicklung des Klosters, aber eben auch etwas zu den heutigen Aufgaben. Hier stellte er vor allem den Mount-Zions-Award der seit 1987 alle zwei Jahr verliehen wird. In der Begründung, weshalb dieser Preis verliehen wird heißt es:</p>



<p><em>Gerade in der Perspektive des betenden Menschen beginnt der Friede nicht erst auf der Bühne der Politiker und Militärs. Vielmehr wächst der Frieden aus dem Alltag der Menschen. Er kann sich dort langsam, aber nachhaltig ausbreiten, wo Menschen, die vorher zerstritten und verfeindet waren, umkehren, sich einander zuwenden und aufeinander zugehen.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4298" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>für mich immer wieder ein &#8222;betörender&#8220; Blick auf die Altstadt von Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Pater Elias erinnerte uns an die beeindruckende Rede des letzten Preisträgers Amos Oz der den Preis 2017 verliehen bekam. Der hatte Zusammenhang mit dem scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Israel &amp; Palästina von der unabdingbaren Notwendigkeit des Kompromisses gesprochen. Ich erlaube mir im Folgenden Auszüge der Rede von Amos Oz hier zu veröffentlichen. Die ganze Rede ist <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/rundbriefe/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="im Rundbrief 45/2018  (öffnet in neuem Tab)">im Rundbrief 45/2018 </a>abgedruckt</p>



<p><em>&#8230;&#8230;.„Ich glaube auch fest an Kompromisse. Das habe ich bereits mehrmals im Leben gesagt, aber wo sonst, wenn nicht auf dem Zionsberg, sollte ich wiederholen, wie sehr ich mich der Idee des Kompromisses verpflichtet fühle. Kompromisse sind niemals glorreich, Kompromisse sind niemals heldenhaft, Kompromisse sind nicht sehr inspirierend für die Kunst, für die Musik, für die Malerei, nein, eigentlich nicht. Kompromisse sind prosaisch. Zudem gibt es keine glücklichen Kompromisse. Zumindest kaum. Per Definitionem enthalten Kompromisse weder immer währende Ekstase noch Euphorie noch Glückseligkeit. Für viele, viele Menschen, besonders junge Idealisten, ist „Kompromiss“ fast ein Schimpfwort. Sie glauben eher, dass ein Kompromiss etwas Hinterhältiges, Unehrliches, Opportunistisches ist. Sie halten einen Kompromiss für das Gegenteil von Hingabe und Idealismus. Nicht so in meinem Wörterbuch, meine Damen und Herren. In meinem Wörterbuch steht „Kompromiss“ für „Leben“. Und das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Idealismus“, das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Hingabe“. Das Gegenteil von „Kompromiss“ ist „Fanatismus“ und „Tod“. Das ist eine harte Botschaft für die Führer Jerusalems, auf dem Zionsberg. Aber es ist meine Botschaft. Ich glaube an Kompromisse. Nicht an Kompromisse im Sinne von: ‚Lösche dich selbst aus, um den anderen glücklich zu machen‘. Auch nicht an Kompromisse im Sinne von ‚Halte deinem Feind oder deinem Gegner auch die andere Wange hin‘. An Kompromisse als eine Weise, dem anderen irgendwo in der Mitte zu begegnen. Der Kompromiss ist das Geheimnis von Ehe, das Geheimnis von Partnerschaft. Er ist das Geheimnis guter Nachbarschaft, das Geheimnis von Elternschaft, er ist das Geheimnis jeder ge- meinsamen Unternehmung unterschiedlicher Menschen. Und bitte glauben Sie mir, ich weiß das eine oder andere über Kompromisse, ich, der ich mit der selben wunderbaren Frau seit 57 Jahren verheiratet bin. Ich weiß also das eine oder andere über Kompromisse. Und ich glaube an Kompromisse.&nbsp;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="300" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/3626_oz_amos.jpg" alt="" class="wp-image-4300"/><figcaption>4. Mai 1939 in Jerusalem geboren<br>am 28.12. 2018 in Tel Aviv gestorben</figcaption></figure>



<p><em>Und ich glaube, dass das, was wir hier in Jerusalem, wir Jerusalemer aller Glau- bensrichtungen, Herkunft und Vorstellungen brauchen, keine Rettung ist, keine wundersame Rettung. Was wir jetzt brauchen, ist keine magische Formel. Was wir jetzt brauchen, ist nicht einmal irgendeine Art göttlicher Inspiration, keine Erlösung, sondern eine Lösung! Und eine Lösung bedeutet „Kompromiss“. Und Kompromisse sind schmerzhaft. Aber sie sind die einzige, einzige Alternative“&#8230;&#8230;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4299" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>gläubige Juden in tiefen Gebeten an der Westmauer &#8222;versunken&#8220;</figcaption></figure>



<p>Von der Dormitio-Basilika sind wir dann noch bei Sonnenuntergang, an die etwa 15 Gehminuten entfernte Westmauer gegangen. Dort&nbsp;&nbsp;begrüßen die Juden mit innigen Gebeten, aber auch enthusiastischen Gesängen und Tänzen, den beginnenden Schabbat. Ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis, dass für mich die Vielfalt des jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringt.</p>



<p>Der Tag war aber auch dann für die Gruppe noch nicht zu Ende. Wie bei jeder der Gruppenfahrten haben wir am Abend noch Faten Mukarker in ihrem Haus besucht. Bei einem leckeren Gericht mit palästinensischem Cuoscous haben wir Ausschnitte aus der Lebensgeschichte dieser tollen Frau gehört.</p>



<p><em>&nbsp;</em><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Die falsch verstandene Religiosität weist den Menschen “in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt“. Der rechte Glaube weist ihn jedoch „an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Eine kontextuelle Theologie kann deshalb nur „theologia crucis“ sein.</em>&nbsp;&nbsp;(Mitri Raheb, Dietrich Bonhoeffer zitierend)</p>
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		<title>Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2018 19:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[heiliges Feuer US Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[ortodoxes Osterfest]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/jerusalem-wundervoll-aufregend-und-zerrissen/" title="Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen Siedler vor allem in der Altstadt und eben in Silwan. Ich habe aber auch über die so unterschiedliche Versorgung der Gebiete im Osten der Stadt berichtet, was Schulen, Kindergärten, die Müllentsorgung, die Straßenbeschaffenheit oder eben die Versorgung mit Wasser angeht.</p>
<p><figure id="attachment_3917" aria-describedby="caption-attachment-3917" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3917" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3917" class="wp-caption-text">in Silwan, am Fuße des Al Aqsa Moschee spürt man die schleichende Übernahme palästinensischer Stadtteile durch jüdische Siedler besonders stark</figcaption></figure></p>
<p>Emad mein palästinensischer Freund hat ja in diesem meinem Blog vor einige Tage in einem Kommentar gefordert, man solle doch den Israelis die gesamte Verantwortung für alle Palästinenser übertragen. Hier in Jerusalem haben sie sich ja nun schon seit 1967 die Verantwortung gewaltsam genommen. Das Ergebnis nach 50 Jahren Besatzung kann sich jeder Besucher selbst vor Augen führen.</p>
<p><figure id="attachment_3922" aria-describedby="caption-attachment-3922" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3922" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3922" class="wp-caption-text">unter diesen Kuppeln der Grabeskirche sollte auch heute das &#8222;Feuerwunder&#8220; geschehen</figcaption></figure></p>
<p>Heute war aber ein ganz anderes Thema in Jerusalem an erster Stelle: der Karsamstag der orthodoxen Christen. Rund 350 Mio Orthodoxen Christen in aller Welt schauten heute auf Jerusalem. Hier fand in der Grabeskirche in der Altstadt die über 1.600 Jahre alte Zeremonie der <a href="https://www.die-tagespost.de/aus-aller-welt/aus-aller-welt/Das-Heilige-Feuer-weitergeben;art309,187387" target="_blank" rel="noopener">„Liturgie des heiligen Feuers“</a> statt. Viele orthodoxe Christen wollen live      dabei sein. Die Altstadt glich einer festung, dieses Mal –Gott sei dank- nicht wegen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär. Aber mir wurde von Einheimischen gesagt, dass das Aufgebot an Polizei und Militär in den letzten Jahren immer aufwendiger, ja übertrieben wäre. Vielleicht wird damit ja auch ein politischer Zweck erfüllt.</p>
<p><figure id="attachment_3918" aria-describedby="caption-attachment-3918" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3918" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3918" class="wp-caption-text">die Altstadt glich heute einer Festung, vielleicht auh gewollt!?</figcaption></figure></p>
<p>Wie dem auch sei, man kam in die Altstadt nur über das Jaffa-Gate und dieser Eingang wurde dann auch gegen 12 Uhr geschlossen. Viele der orthodoxen Christen hatten Bündel von Kerzen oder auch keine Laternen dabei. Hiermit wollen sie das für sie heilige Feuer in Empfang nehmen. Ich habe mich vom Ort des Geschehens entfernt gehalten, hatte ich doch schon davon gehört , dass es des Öfteren auch zu Panik und Massenhysterie gekommen war, wenn denn das Feuer entzündet ist. Auch hörte ich davon das sich die armenische Kirche in letzter Zeit wohl kritisch zum „Feuerwunder“ geäußert hat, sehr zum Unwillen der anderen Orthodoxen, die sich „ihr Wunder“ nicht nehmen lassen wollen. Es ist warscheinlich so, wenn die Eltern bei uns dem Kind erklären das es das Christkind nicht gibt, Kinder wollen das nicht war haben.</p>
<p><figure id="attachment_3919" aria-describedby="caption-attachment-3919" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3919" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3919" class="wp-caption-text">die Flamme brennt, das &#8222;Wunder&#8220; ist wieder geschehen, die orthodoxen Christen sind glücklich<br />Happy Easter</figcaption></figure></p>
<p>Aber nun zu einem ernsteren Thema<br />
Sicherlich habt ihr alle die weltweite Aufregung mitbekommen, als der US Präsident Trump im Dezember des vergangenen Jahres verkündete, das er die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegen will und damit diese Stadt, die seit 1948 geteilt und seit 1967 durch die Besatzung des Ostteils durch Israel „zwangseingemeindet“ wurde als Hauptstadt von Israel anerkannt hat. Weltweit, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Honduras ist diese Aktion des Präsidenten der USA auf Ablegung gestoßen.</p>
<p>Die USA wollen nun, wie man hört, ihre Botschaft nun doch viel früher eröffnen als bislang erwartet. Bereits im Mai würden der Botschafter und ein kleines Team in das bisherige Konsulat in Jerusalem umziehen, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde ein Schild angebracht, dass das Gebäude als Botschaft ausweise.</p>
<p><figure id="attachment_3920" aria-describedby="caption-attachment-3920" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3920" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3920" class="wp-caption-text">das &#8222;alte&#8220; US-Kosulat in Ostjerusalem wurde vor Jahren in den Westteil von Jerusalem verlegt</figcaption></figure></p>
<p>Eher zufällig bin ich in diesen Tagen an dem amerikanischen Konsulat vorbeigekommen. Ein eher kleines unscheinbares Gebäude relativ zentral in Jerusalem gelegen, vielleicht 1 km von der Altstadt entfernt. In den letzten Wochen gab es Anzeichen dafür, dass der „offizielle“ „Umzug“ der Botschaft am 15. Mai stattfinden soll. Konkret heißt es wahrscheinlich: einige wenige Büros werden wechseln und wie gemeldet das Türschild wird geändert. Das dieser geschichtsträchtige Tag &#8211; an dem 1948 Israel seine Unabhängigkeit erklärt hatte, aber eben auch der Tag an dem die Palästinenser seit eben nunmehr 70 Jahre ihren nationalen Gedenktag die NAKBA begehen – für diesen symbolischen Akt vorgesehen ist, zeigt mir einmal mehr, wie rücksichtslos mit den Empfindungen von Milionen Palästinensern umgegangen wird.</p>
<p><figure id="attachment_3921" aria-describedby="caption-attachment-3921" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3921" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3921" class="wp-caption-text">das derzeitige US-Konsulat kommt eher &#8222;unscheinbar&#8220; daher</figcaption></figure></p>
<p>Das „Oslo-Abkommen“, dass viele „Politikexperten ja als gescheitert ansehen, hat sich im Übrigen zur „Jerusalemfrage“ wie eben auch zu vielen anderen, für die Palästinenser so wichtigen Fragen nicht geäußert.</p>
<p>Sehr detailliert hat mir Amjad (vor nun schon 2 Wochen in Beit Sahur) bei in unserem Gespräch seine Meinung zu den <a href="http://marius-blog.de/das-oslo-abkommen/" target="_blank" rel="noopener">Oslo-Verträgen</a> erläutert.</p>
<p>Er sieht das ganze Procedere der beiden Oslo-Vereinbarungen wie einen Mietvertrag. Israel ist der Vermieter, die Palästinenser die Mieter. Israel hat alle seine Forderungen durchgesetzt: zum Beispiel Anerkennung durch die PLO oder das Recht der Absicherung der Grenze nach Jordanien. Die Palästinenser haben keine ihrer Forderungen erreicht, wie die Wasserfrage, Rückkehr der Flüchtlinge oder auch Klärung der „Jerusalem-Frage“. Für Amjad gibt es an der derzeitigen Situation zwei Gewinner: der Staat Israel verdient Milliarden an der Besatzung, die „Familienklicke“ um Präsident Abbas die in Palästina das Sagen hat verdient Millionen. Es fehlt also bei beiden Verantwortlichen ein wirkliches Interesse etwas an der derzeitigen Situation zu verändern. Wirklich eine ernüchternde Ansicht.</p>
<p>Es hat in den vergangenen Wochen viele ablehnende und verständnislose Stimmen aus Gesellschaft und Politik zu diesem (einseitigem)Vorgehen der USA bezüglich Jerusalem gegeben. Ich möchte den Leser/innen meines Blogs hierzu einen <a href="https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/trumps-erklaerung-die-kirchenfuehrer-und-das-verschwinden-der-christen-aus-bethlehem/" target="_blank" rel="noopener">Auszug einer Erklärung der christlichen Kirchenoberhäupter</a> bekannt geben, die sehr deutlich ist, aber eben auch keinen Einfluss nehmen wird</p>
<p><em>„Die internationale Gemeinschaft muss eine Lösung finden, um Jerusalem zu einer internationalen und für alle offene Stadt zu machen. Es kann nicht eine Seite sein, die erklärt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels oder Palästinas oder anderer Länder sein soll. Jerusalem muss eine für alle offene Stadt sein! Papst Johannes Paul II. mahnte schon vor Jahren: Wenn es keinen Frieden in Jerusalem gibt, wird der Frieden in der ganzen Welt unmöglich.“</em></p>
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		<title>Zwischen Mauer und Stacheldraht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2018 19:33:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Einreise]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Was habe ich mir im Vorfeld der Reise wieder Gedanken gemacht, ob es Schwierigkeiten bei der Einreise gibt, ob ich irgendwo &#8222;gespeichert&#8220; bin und deshalb zurück gewiesen werde. Aber es ging, wie schon bei den <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zwischen-mauer-und-stacheldraht/" title="Zwischen Mauer und Stacheldraht">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was habe ich mir im Vorfeld der Reise wieder Gedanken gemacht, ob es Schwierigkeiten bei der Einreise gibt, ob ich irgendwo &#8222;gespeichert&#8220; bin und deshalb zurück gewiesen werde. Aber es ging, wie schon bei den letzten Malen, wieder so &#8222;easy&#8220;, eh ich mich versah hatte ich meinen Pass zurück und ein Visumspapier, dass mich berechtigt bis zu drei Monate im Land zu bleiben.</p>
<p><figure id="attachment_3711" aria-describedby="caption-attachment-3711" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3711" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3711" class="wp-caption-text">nach knapp 4 Stunden Flug, da taucht sie auf, die israelische Mittelmeer-Küste</figcaption></figure></p>
<p>Aber ich will ja &#8222;nur&#8220; drei Wochen hier verbringen.</p>
<p>Wie üblich fahre ich vom Flughafen mit einem Sherut-Taxi, das sind Kleinbusse (10 Personen), die warten bis der Bus voll ist und fahren dann nach Jerusalem. Sie fahren dann verschiedene Adressen an, es kann also auch mal etwas länger dauern, als man üblicherweise für die etwa 50 km brauchen würde.</p>
<p>Es gibt verschiedene Schnellstraßen (meist Autobahnen) die nach Jerusalem führen.</p>
<p>Alle führen aber eben auch durch Palästinenser-Gebiete. Heute ist es mir besonders aufgefallen. Es gibt Kilometerlange Passagen, wo links und rechts der Straße hohe Zäune mit Stacheldraht darüber stehen, oder eben hohe Mauern, hier und da noch von einem mächtigen Wachturm. Jede/r die/der so nach Jerusalem fährt, und nicht schläft, muss sich doch fragen, was dies eigentlich bedeutet. Wer eben nicht nur an die biblischen Stätten denkt wenn er in diese Region reist, dem muss doch spätestens bei diesem Anblick klar sein, das hier keine „normalen“ Verhältnisse sind.</p>
<p><figure id="attachment_3712" aria-describedby="caption-attachment-3712" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3712" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3712" class="wp-caption-text">schicke Wohnviertel</figcaption></figure></p>
<p>Kommt man dann in Jerusalem an, wird dem, der es sehen will, auch deutlich, dass es in dieser Stadt so ganz anders ist als in Rom oder Berlin. Da fährt man durch schnicke Stadtteile, sieht dann aber hinter einem Tal eine Mauer und dahinter einfache<br />
(Hoch-)Häuser mit schwarzen Wassertanks auf dem Dach.</p>
<p>Ich habe ja schon öfters etwas zur Situation in <a href="http://marius-blog.de/ost-jerusalem-wird-immer-staerker-judaisiert/" target="_blank" rel="noopener">Ostjerusalem</a> geschrieben, ihr könnt es gerne mal wieder nachlesen.</p>
<p><figure id="attachment_3713" aria-describedby="caption-attachment-3713" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3713" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3713" class="wp-caption-text">Palästinenser Wohnviertel</figcaption></figure></p>
<p>Heute habe ich Quartier im <a href="https://www.heilig-land-reisen.de/paulushaus-geschichte" target="_blank" rel="noopener">Paulus-Haus</a> bezogen. Ein altes historisches Gebäude, am Rande der Jerusalemer Altstadt, Visasvis dem Damaskus-Tor, dem Tor das in den muslimischen Teil von Jerusalem führt. Von der Dachterasse im 3. Stock hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt.</p>
<p><figure id="attachment_3714" aria-describedby="caption-attachment-3714" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3714" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3714" class="wp-caption-text">sieht doch alles so friedlich aus oder?</figcaption></figure></p>
<p>Zum Abend bin ich dann in „meine“ <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Dormitio-Abtei</a> gegangen und habe am Abendgebet der Mönche, der Vesper, teilgenommen. Dort wurde vor einigen Wochen ein neuer Abt gewählt</p>
<p>Ach ja, dass hätte ich ja fast vergessen, wir sind in Düsseldorf 1 ½ später abgeflogen, der Grund, alle startenden Maschinen mussten (zum Frühlingsanfang J) noch enteist werden.</p>
<p>Und hier in Israel&amp;Palästina&#8230;, da war wirklich Frühlingsanfang, angenehme 23 Grad, sattes Grün an vielen Stellen und eben auch schon hier und da üppige Blüten</p>
<p>Es ist doch eben nicht alles schlecht hier&#8230;&#8230;</p>
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		<title>Heute gaben die Frauen den Ton an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2016 05:27:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch der heutige Tag war, wie schon die anderen vier Tage unserer Reise, ein langer und auch wieder sehr inhaltsreicher Tag. Es ist jetzt schon viertel nach Zehn und wir sind gerade erst in unserer <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/heute-gaben-die-frauen-den-ton-an/" title="Heute gaben die Frauen den Ton an">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch der heutige Tag war, wie schon die anderen vier Tage unserer Reise, ein langer und auch wieder sehr inhaltsreicher Tag. Es ist jetzt schon viertel nach Zehn und wir sind gerade erst in unserer Unterkunft angekommen und das hat einen besonderen Grund. Aber der Reihe nach&#8230;.</p>
<p>Nach dem wir gestern hier im Zentrum des heiligen Landes angekommen waren bot es sich fast wie selbstverständlich an, einen ersten Besuch in der „heiligen“ Stadt Jerusalem zu machen. Um acht Uhr machten wir uns mit dem Bus auf die kurze Fahrt von Bethlehem nach Jerusalem (etwa 10 km). Das besondere aber ist hier halt, das wir die große bis zu 8 m hohe Mauer passieren mussten, die seit 2002/2003 eine (fast) unüberwindbare Grenze zwischen den beiden „Geschwister“-Städten bildet. Im Gegensatz zu den vielen tausenden Palästinensern, die , wenn sie eine Arbeitserlaubnis für Israel haben, früh am Morgen zu Fuß – mit oft vielen Schikanen-die Grenze passieren müssen (<a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">siehe hierzu meinen Bericht von 2014)</a> hatten wir es wesentlich besser. Mit unserem Kleinbus brauchten wir nur kurz anzuhalten. Nach dem der Fahrer erklärt hatte wer wir sind konnten wir schon weiter fahren. In 20 Minuten waren wir im Zentrum von Jerusalem wo uns Michal schon erwartete. (sie wohnt in Jerusalem).</p>
<p><figure id="attachment_3160" aria-describedby="caption-attachment-3160" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3160" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-1024x768.jpg" alt="Blick auf die Dormitioabtei auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt, wo wir am Nachmittag ein Gespräch mit dem Benediktinerbruder Natanael führten" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3160" class="wp-caption-text">Blick auf die Dormitioabtei auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt, wo wir am Nachmittag ein Gespräch mit dem Benediktinerbruder Natanael führten</figcaption></figure></p>
<p>Unser heutiges Programm glich in etwa dem meiner Reisegruppen von <a href="http://marius-blog.de/blog/jerusalem-die-%e2%80%9eheilige-stadt-zwischen-hoffen-und-bangen/" target="_blank">2012</a> und <a href="http://marius-blog.de/blog/der-normale-wahnsinn/" target="_blank">2014</a>. Ihr könnt also gerne dort nachlesen und dabei ein wenig nachvollziehen was wir heute, bei schönsten Sonnenschein, klarer Sicht und erträglichen 24 °C in Jerusalem erlebt und gesehen haben.</p>
<p>Michal unsere jüdische Reiseführerin hatte uns angeboten, dass wir, weil wir so eine kleine Reisegruppe sind, bei ihr zu Hause das traditionelle Schabbatessen einnehmen können. Was heißt eigentlich Schabbat?</p>
<p><figure id="attachment_3159" aria-describedby="caption-attachment-3159" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3159" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-1024x768.jpg" alt="Blick auf die West(Klage-)mauer, oberhalb der Tempelplatz mit der goldenen Kuppel des Tempeldomes" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3159" class="wp-caption-text">Blick auf die West(klage-)mauer, darüber der Tempelplatz mit der goldenen Kuppel des Tempeldomes</figcaption></figure></p>
<p>Juden, Christen und Muslime glauben an die Schöpfungsgeschichte, wie sie im Buch Genesis in der Bibel erzählt wird. Demnach hat Gott nach der Erschaffung der Welt und des Menschen am siebten Tag geruht. Juden nennen diesen Wochentag Schabbat (hebräisch: Ruhetag), er ist in besonderer Weise dem Gottesdienst gewidmet. Ein Tag nach jüdischer Zeitrechnung beginnt mit dem Sonnenuntergang und endet mit dem Einbruch der Dunkelheit. Der Schabbat dauert also von Freitag- bis Samstagabend. Wir waren heute zum Schluss unseres Tagesprogramms an der Westmauer (früher Klagemauer) wo sich besonders viele Juden aus Jerusalem, aber eben auch jüdische Touristen zum Beginn des Schabbat einfinden. Der Schabbat ist für die meisten Juden ein besonderer Tag: Familien und Freunde treffen sich am Freitagabend zum gemeinsamen Essen, und im jüdischen Staat Israel sind am Schabbat die Schulen, Büros und Läden geschlossen, und es fahren auch keine Busse. Die wichtigsten religiösen Regeln des Schabbat sind das Arbeitsverbot, der Synagogenbesuch und das rituelle Essen. Wir sind, bevor eine Sirene in Jerusalem den Beginn des Schabbat verkündet, in den Stadtteil gefahren in dem Michal lebt. Dort konnten wir mit ihr in einem Gebetshaus an dem traditionellen Gottesdienst zum Schabbatbeginn teilnehmen. Vieles haben wir natürlich nicht verstanden aber es war doch für uns ein wundervolles Erlebnis, vor allem auch deshalb, weil zu den Gebeten auch wunderschön gesungen wurde. Während bei den orthodoxen Juden, so informierte uns Michal, in der Regel die Männer beim Gottesdienst dominieren, war es hier heute etwas Besonderes. Wunderschöne Frauenstimmen stimmten die Psalmgesänge anstimmten.</p>
<p><figure id="attachment_3158" aria-describedby="caption-attachment-3158" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3158" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-1024x576.jpg" alt="Das Schabbar-Mahl bei Michal" width="820" height="461" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3158" class="wp-caption-text">Das Schabbar-Mahl bei Michal</figcaption></figure></p>
<p>Anschließend sind wir zu Michal nach Hause gegangen, wo uns ein liebevoll gedeckter Tisch erwartete. Auf den Straßen waren im Übrigen keine Autos zu sehen. Die gläubigen Juden lassen für den Schabbat auch ihr Fahrzeug stehen. Das Schabbat-Mahl beginnt mit einem Segensspruch (hebräisch: Kiddusch) über Brot und Wein. Anschließend werden zwei Brote, die an das Manna in der Wüste erinnern, mit Salz betreut und verteilt. Danach begann unser leckeres Mahl welches Michal vorgekocht und warm gestellt hatte, denn sie als gläubige Jüdin darf in der Schabbatzeit kein Feuer (und somit auch keinen Strom) entzünden. Was hier zubereitet wird ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Michal, lange Zeit mit einem marokkanischen Juden verheiratet, bereitete und eine leckere marokanische Speise mit Cuscus und vielen lecker gewürzten Salaten. Zum Nachtisch gab es noich einen leckeren Schokoladenkuchen und eine selbstgemachte Mango-Eiscreme mit den Kernen des <a href="http://www.granatapfel-ratgeber.info" target="_blank">„Granatapfels“. </a><br />
Wir machten uns dann spät –ganz erfüllt vom besonderen Erlebnis- auf den kurzen Heimweg durch Auto-und menschenleere Straßen nach Bethlehem. Michal wird am Samstagmorgen die Synagoge besuchen, wo zum Höhepunkt des Gottesdienstes die Torarolle aus dem Schrein genommen, durch den Raum getragen und zur Lesung auf dem Pult aufgeschlagen wird. Am Nachmittag bis zum Schabbatausgang zum Sonnenuntergang, studieren vor allem orthodoxe Juden – so auch Michal- intensiv aus Tora und Talmud. Liberalere jüdische Familien gehen spazieren oder treffen sich mit Freunden.</p>
<p>Wir werden uns morgen auf den sicherlich schwierigeren &#8211; da unruhigeren- Weg in die „Prophetenstadt“ Hebron machen.</p>
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		<title>Eine Woche im Kloster</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 04:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun „habe ich die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Dormitio-Abtei am Rande der Jerusalemer Altstadt in das etwa 10 km entferne Gästehaus von Taltha Kumi bei Beit Jala gewechselt. Von Israel durch die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/" title="Eine Woche im Kloster">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun „habe ich die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Dormitio-Abtei am Rande der Jerusalemer Altstadt in das etwa 10 km entferne Gästehaus von Taltha Kumi bei Beit Jala gewechselt. Von Israel durch die Mauer nach Palästina.</p>
<p>Ich möchte aber in meinem heutigen Bericht etwas Rückschau halten zu meinem Aufenthalt in den letzten sechs Tagen bei den Benediktinern in der Dormitio, bevor ich ab morgen beginne den Weinberg der Familie Nassar in den Blick zu nehmen.</p>
<p><figure id="attachment_2956" aria-describedby="caption-attachment-2956" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/gassedormitio/" rel="attachment wp-att-2956"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg" alt="von allen Seiten ein toller Anblick: die dormitioabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">von allen Seiten ein toller Anblick: die Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>Die mich ein wenig persönlich kennen, wissen, dass ich einen besonderen Bezug zum Klosterleben habe. Seit 1990 habe ich mich einmal im Jahr, für mindestens eine Woche ,ins Kloster „zurück gezogen“. In den ersten Jahren zu den Benediktinern nach Münsterschwarzach (bei Würzburg) und seit nun mehr als 10 Jahren, ebenfalls bei den Benediktinern, in der Abtei Königsmünster in Meschede im Sauerland. Wie schon in meinem Blog am Himmelfahrtstag erwähnt, liebe ich das klösterliche Leben, mit den zeitlich festgelegten Gebetstunden die den Tagesablauf „ordnen“. Die Psalm Gesänge in den Gebetszeiten haben für mich immer auch etwas sehr Meditatives. Alles was ich im Kloster tue ist freiwillig Hier wird nichts erzwungen. Hier kann Ich zur Ruhe kommen, entspannen und wieder auftanken. Für mich sind es ein wenig „paradiesische“ Zustände.</p>
<p>Und dennoch, der Aufenthalt in diesem Kloster am Rande</p>
<p><figure id="attachment_2957" aria-describedby="caption-attachment-2957" style="width: 200px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/dormitio1/" rel="attachment wp-att-2957"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2957" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-200x300.jpg" alt="der Blick aus dem Westen" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitio1-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2957" class="wp-caption-text">der Blick aus dem Westen</figcaption></figure></p>
<p>der Jerusalemer Altstadt ist für mich doch etwas anderes, hat eine besondere Qualität, als meine sonstigen Aufenthalte in den deutschen Klöstern. Allein schon der Umstand, das noch keinen Kilometer vom Kloster entfernt hier die beiden großen Weltreligionen mit der Westmauer und dem Tempeldom herausragende Gebetsstätten haben, macht das Besondere hier deutlich. Aber auch das der Geschichte nach, das Kloster dort steht, wo Jesus gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren sein soll, und eben in vielen Gebeten diese Orte konkret erwähnt werden, gibt für mich dem Hiersein etwas Außergewöhnliches dem ich mich auch nicht entziehen möchte.</p>
<p>Wie vorgestern im Blog vom Freitag kurz angedeutet hatte ich am Freitag das große Vergnügen mit einem der Mönche, Elias, im schöne Klosterhof eine Stunde zu plaudern. Gerne berichte ich hier von dem was mir aus dem Gespräch hängen geblieben ist und damit wohl auch wichtig war.</p>
<p><figure id="attachment_2958" aria-describedby="caption-attachment-2958" style="width: 135px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/basilius/" rel="attachment wp-att-2958"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2958" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Basilius.jpg" alt="Pater Elias" width="135" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-2958" class="wp-caption-text">Pater Elias</figcaption></figure></p>
<p>Pater Elias wurde 1962 in der Nähe von Kaiserslautern geboren. Nach seinem Theologiestudium wurde er 1989 in Speyer zum Priester geweiht und war danach zehn Jahre als Kaplan und Pfarrer in seiner Heimatdiözese eingesetzt.</p>
<p>In die Dormitio trat er 1999 ein und legte im Jahr 2001 seine Profess ab.</p>
<p>Ich habe ihn bei meiner ersten Gruppenfahrt 2012 in Tabgha kennen gelernt. Er war damals Prior der kleinen Gemeinschaft am See Genezareth</p>
<p>Als ich ihn nun hier wieder traf begrüßte er mich herzlich und erkundigte sich auch immer mal wieder, wenn wir uns bei den Gottesdiensten trafen, wie es mir so gehe hier bei ihnen im Kloster. Das hat mich sehr berührt, war ich es von meinen bisherigen Aufenthalten im Kloster nicht gewohnt, dass sich einer der Mönche nach meinem Wohlbefinden erkundigte. Gerne war er auch zu einem Gespräch. Als ich ihn zu Beginn des Gespräches fragte wie es denn komme, dass er sich so um mein Wohlempfinden „kümmert“, meinte Elias, dass er denke, Menschen die hier in der Dormitio zu Gast sind und am klösterlichen Leben teilnehmen, müssen mehr, als vielleicht in Deutschland, „auf sich nehmen“ um hier zu sein. Deshalb habe er vor diesen Menschen einen besonderen Respekt und Achtung und eben auch Interesse an ihrem Befinden. Für ihn, der 10 Jahre Gemeindepfarrer in Deutschland war, hat der Bezug zu Menschen darüber hinaus sicherlich auch noch mal einen anderen Stellenwert als vielleicht bei seinen Mitbrüdern, die direkt ins Kloster eingetreten sind.</p>
<p><figure id="attachment_2959" aria-describedby="caption-attachment-2959" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/dormitioostern/" rel="attachment wp-att-2959"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2959" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-768x1024.jpg" alt="Das Osterkreuz in der Abteikirche" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dormitioOstern.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2959" class="wp-caption-text">Das Osterkreuz in der Abteikirche</figcaption></figure></p>
<p>Für ihn, der immer schon die Bibel und das Heilige Land geliebt hat, war neben diesem besonderen Gefühl vor allem die Menschen hier, denen er vor dem Hintergrund des stärkeren spirituellen Rahmen sich anders und intensiver nähern kann, wichtigste Motivation hier in ein Kloster einzutreten. Wobei er nach nunmehr 16 Jahren spürt dass sich die Hauptmotive des Wechsels &#8211; „Heiliges Land“ und „Naher Osten“- hin zu einem wirklichen Interesse an dem Leben der Menschen hier, verändert haben. So ist in seinem Alltag, neben den vielfältigen Aufgaben, die sich durch die Besuche vieler Pilger ergeben, vor allem die Kontakte zu den Mitbrüdern der anderen Konfessionen (syrischen, koptischen und armenischen Christen) einen besonderen Schwerpunkt. Wo bei ihm weniger der wissenschaftliche Austausch von Bedeutung ist sondern eher der Austausch zu deren monastischem Leben, deren Werte und Schwerpunkte.</p>
<p>Im so schwierigen Konflikt zwischen Israel und Palästina sehen sich die Mönche als</p>
<p><figure id="attachment_2960" aria-describedby="caption-attachment-2960" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/eine-woche-im-kloster/tor/" rel="attachment wp-att-2960"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2960" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-300x200.jpg" alt="Durch dieses Tor kann jeder eintreten" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tor-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2960" class="wp-caption-text">Durch dieses Tor kann jeder eintreten</figcaption></figure></p>
<p>Brücke oder Bindeglied zwischen den beiden Inseln auf denen sich die jeweilige Gruppe oftmals „abkapseln“ würden. Hier bei den Mönchen auf dem Zionsberg kann sich jeder treffen, egal welcher Religion oder Weltanschauung. In Tabgha werden schon seit Jahren Menschen mit Behinderung aus Israel und Palästina, Juden und Moslems zu einer Ferienfreizeit geladen. Für alle Beteiligten sind dies, so Elias, wundervolle Erfahrungen. Das ihr verbindendes Engagement bei ganz wenigen extremen Juden auch mit Argwohn bedacht wird, zeigen die Brandanschläge in Tabgha (Sommer 2015) und in der Dormitio (im Mai 2014, zur selben Zeit als der Papst Franziskus nur wenige 100 m entfernt einen Gottesdienst im Abendmahlsaal hielt). Trotzdem auch „sie wollen keine Feinde sein“ lassen sich nicht anstecken durch diese Aggression von Gewalt und Hass. Wir als Christen sind bereit zur Barmherzigkeit, zum Verzeihen und zum Neubeginn. Gerade diese Attacken haben eine riesige „Solidaritätswelle“ erzeugt, viele Menschen haben sich gemeldet. Es hat sich bei diesen Reaktionen gezeigt, dass es mehr Menschen mit freundlichen Absichten auf beiden Seiten, als man vielleicht glauben mag. Dies macht ihm Hoffnung und motiviert ihn als Brückenbauer weiter zu machen.</p>
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		<title>Ein Tag in der Jerusalemer Altstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 06:52:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Altstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich wirklich angekommen in Jerusalem, genauer gesagt in der Altstadt. In meinem Reiseführer heißt es: Die Altstadt ist ein einziges Abenteuer der Sinneseindrücke, eine Schaubühne der Religionen und Rassen, eine Lebensgemeinschaft unterschiedlichster Menschen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-tag-in-der-jerusalemer-altstadt/" title="Ein Tag in der Jerusalemer Altstadt">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich wirklich angekommen in Jerusalem, genauer gesagt in der Altstadt.</p>
<p>In meinem Reiseführer heißt es: <em>Die Altstadt ist ein einziges Abenteuer der Sinneseindrücke, eine Schaubühne der Religionen und Rassen, eine Lebensgemeinschaft unterschiedlichster Menschen verschiedenster Herkunft auf engstem Raum. Diese Quadratmeile von alten und uralten Häusern, Palästen, Kirchen, Synagogen, Moscheen und Klöstern wird von einem unentwirrbaren Knäuel von Gassen und schmalen Sträßlein durchzogen</em> (aus: <a href="https://www.reise-know-how.de/shop?populate=Palästina" target="_blank">Palästina-Reisen zu den Menschen, Know-How-Verlag</a>).</p>
<p><figure id="attachment_2904" aria-describedby="caption-attachment-2904" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/blog/ein-tag-in-der-jerusalemer-altstadt/weinblaetter/" rel="attachment wp-att-2904"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2904" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/weinblätter-683x1024.jpg" alt="am Damaskustor: palästinensische Frauen bieten frische Ware aus der Umgebung an." width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/weinblätter-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/weinblätter-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/weinblätter-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2904" class="wp-caption-text">am Damaskustor: palästinensische Frauen (und ein Mann 🙂 ) bieten frische Ware aus der Umgebung an.</figcaption></figure></p>
<p>Und dennoch ist diese Altstadt nicht zu vergleichen mit den Souks in Kairo, Marrakech oder selbst im palästinensischen Nablus. Hier ist alles etwas sauberer und ruhiger.</p>
<p>Dennoch, wenn man durch die Gassen bummelt (mittlerweile kenne ich mich auch gut aus und verlaufe mich nicht mehr) ist es etwas besonderes. Da ist zum Einen die Nähe</p>
<p><figure id="attachment_1527" aria-describedby="caption-attachment-1527" style="width: 225px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/p1030065/"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1527" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/03/P1030065-225x300.jpg" alt="das &quot;christliche Heiligtum&quot;: die Grabeskirche" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/03/P1030065-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/03/P1030065-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/03/P1030065.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1527" class="wp-caption-text">das &#8222;christliche Heiligtum&#8220;: die Grabeskirche</figcaption></figure></p>
<p>zu drei besonderen Orten der drei großen Weltreligionen: die Grabeskirche, der Tempelplatz mit dem Felsendom und der Al Aqsa-Moschee und die West(Klage-)mauer. Das besondere Gefühl hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Jerusalemer Altstadt in vier Quartiere aufgeteilt ist: das muslimische ist das Größte, das jüdische das sauberste. Die beiden anderen Viertel sind das christliche und das armenische. Zwar sind die Übergänge von einem zum anderen Quartier fließend, aber jedes Quartier hat schon seine besondere Prägung. Der Unterschied zwischen dem Muslimischen und dem jüdischen ist am Größten noch&#8230;.<br />
Womit ich bei dem Problem bin, dass den ganzen Ostteil der Stadt „beschäftigt“, oder um es krasser auszudrücken sich zu einem „Pulverfass“ entwickelt.</p>
<p><figure id="attachment_2903" aria-describedby="caption-attachment-2903" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/ein-tag-in-der-jerusalemer-altstadt/mitten-in-dem-musl-viertel/" rel="attachment wp-att-2903"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2903" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/mitten-in-dem-musl.Viertel-300x200.jpg" alt="wie eine &quot;Trutzburg&quot; ein jüdisches Haus mitten im muslimischen Viertel" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/mitten-in-dem-musl.Viertel-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/mitten-in-dem-musl.Viertel-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/mitten-in-dem-musl.Viertel-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2903" class="wp-caption-text">wie eine &#8222;Trutzburg&#8220; ein jüdisches Haus mitten im muslimischen Viertel</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte über diese Situation der „Übernahme“ von Häusern der Palästinenser durch Juden schon mehrfach berichtet, zuletzt am <a href="http://marius-blog.de/blog/zwei-welten-ostjerusalem/" target="_blank">28. Oktober 2014</a>. Auch heute vielen sie mir wieder ins Auge, die mit israelischen Fahnen provozierend beflaggten Häuser, mitten im muslimischen Viertel der Altstadt. Meist mit Kameras bewacht, mit Stacheldraht verrammelt und in der Regel mit bewaffneten Wachen vor der Türe und auf der Dachterrasse. Der aufmerksame und empfindsame Besucher spürt schon beim Vorbeigehen großes Unbehagen.</p>
<p>Ein gutes Gefühl hatte ich bei meinem „Antrittsbesuch“ bei Georg Röwekamp dem neuen Repräsentanten des Deutschen Verein vom Heiligen Land (DVHL) in Jerusalem. Er hat zu 1. März Bernd Mussinghof abgelöst mit dem ich in den letzten Jahren häufiger- besonders im Zusammenhang mit Fragen/Themen rund um das „Tent of Nations“- Kontakt hatte.</p>
<p>Der DVHL betreut fünf eigene Liegenschaften, darunter die Brotvermehrungskirche und das Gästehaus in Tabgha, die Schmidt-Schule mit dem Paulus-Haus in Jerusalem und die Dormitio-Abtei mit ihrem theologischen Studienjahr. Der Verein engagiert sich im Bildungs- und im karitativen Bereich. Zu seinen Hauptaufgaben gehört außerdem die Organisation und Durchführung von Pilgerreisen, aber auch die Arbeit von Freiwilligen (Volontären) in verschiedenen Einrichtungen in Israel und Palästina. Durch den DVHL kamen in den letzten Jahren immer wieder junge Volontäre für jeweils ein Jahr auf den Weinberg der Familie Nassar. Mit dem 2002 eingerichteten Büro des DVHL in Jerusalem ist es das einzige deutsche katholische Hilfswerk mit festen örtlichen Strukturen im Nahen Osten. (<a href="http://www.dvhl.de" target="_blank">http://www.dvhl.de</a>)</p>
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		<title>&#8230;..und wieder nach Jerusalem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2015 18:49:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf den Spuren Abrahams - Herbst 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamspfad]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der gestrigen Wanderung durch einen Teil des Wadi Qelt war war unsere Wanderzeit zu Ende. Heute machten wir uns auf den doch recht kurzen Weg (was die Entfernung angeht: 25 km), von Jericho nach <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/und-wieder-nach-jerusalem/" title="&#8230;..und wieder nach Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der gestrigen Wanderung durch einen Teil des Wadi Qelt war war unsere Wanderzeit zu Ende. Heute machten wir uns auf den doch recht kurzen Weg (was die Entfernung angeht: 25 km), von Jericho nach Jerusalem. Was die Höhenmeter angeht ist der Unterschied freilich beträchtlich. Vor 230m unter dem Meeresspiegel geht es bis Jerusalem auf 850 m Höhe, also fast 1.100 m Höhenunterschied.</p>
<p><figure id="attachment_2794" aria-describedby="caption-attachment-2794" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Morgensonne.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2794" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Morgensonne-300x200.jpg" alt="Morgensonne auf die judäischen Berge" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Morgensonne-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Morgensonne-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2794" class="wp-caption-text">Morgensonne auf die judäischen Berge</figcaption></figure></p>
<p>Bevor ich aber vom heutigen Tag berichte, möchte ich noch kurz über ein Gespräch mit einem unser beiden Gastgeber erzählen was wir gestern am späten Nachmittag geführt hatte. Ashraf lud uns, überraschend zu einer „kleinen Vorspeise“ für unser im Anschluss geplantes Abendessen in seine Küche ein und gab uns auch noch von dem Rotwein zu trinken, den uns sein Bruder bereits zum Frühstück(!) angeboten hatte. Dann erzählte er uns ein wenig von seinem Leben und seinen Plänen mit diesem Gästehaus. Wir erfuhren, dass er früh (mit knapp 18 Jahren) begonnen hat zu studieren, dass er in Ostjerusalem (in seinem Elternhaus) nur noch &#8222;auf dem Papier lebt&#8220; (damit er die Jerusalemer Identitätskarte nicht verliert die ihm z. B ermöglicht vom Flughafen in Tel Aviv abzufliegen), dass er aber eine Wohnung in Beit Jala (bei Bethlehem) hat und eben auch für längere Zeit auch hier in Jericho lebt. Die vielen Regeln die die Israelis erfinden um den Jerusalemer Palästinensern das Leben schwer zu machen (mit dem einem Ziel, dass die Palästinenser der Stadt den Rücken kehren, auf das es eine rein jüdische Stadt wird) fordert die Palästinenser immer wieder aufs Neue heraus, Gegenstrategien zu entwickeln, die Regeln zu um gehen.</p>
<p>Heute morgen haben wir uns dann, nach einem wieder leckeren und</p>
<p><figure id="attachment_2788" aria-describedby="caption-attachment-2788" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/HH.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2788" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/HH-300x200.jpg" alt="Ja es gibt auch Haltestellen in Palästina" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/HH-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/HH-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2788" class="wp-caption-text">Ja es gibt auch Haltestellen in Palästina</figcaption></figure></p>
<p>gesunden Frühstück (aber ohne Wein!) auf den Weg nach Jerusalem gemacht. Hier in Palästina ist es eigentlich sehr einfach von &#8222;A&#8220; nach &#8222;B&#8220; zu kommen. Man stellt sich an die Straße und wenn ein orangenes Service-Taxi kommt, hält man es an, fragt ob der Kleinbus nach &#8222;B&#8220; fährt – wird die Frage bejaht- steigt man ein. Bis nach Jerusalem mussten wir zweimal umsteigen, einmal im Zentrum von Jericho, ein zweites Mal im Ostjerusalemer Stadtteil Eizariya (Bethanien). Insgesamt dauerte die Fahrt keine Stunde und kostete uns 20 Schekel (keine 5 €).</p>
<p><figure id="attachment_2789" aria-describedby="caption-attachment-2789" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/wüstenstrasse.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2789" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/wüstenstrasse-300x200.jpg" alt="von Jericho 1.100 m hinauf nach Jerusalem" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/wüstenstrasse-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/wüstenstrasse-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2789" class="wp-caption-text">von Jericho 1.100 m hinauf nach Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>In Jerusalem war es – bedingt durch den doch enormen Höhenunterschied &#8211; doch wesentlich kühler (16 °C) als im Jordantal (22 °C), so das ich zum ersten Mal auf dieser Reise meinen dünnen Pullover überzog.</p>
<p>Wir haben, bevor wir wieder zum Gästehaus St. Carles im Jerusalemer Stadtteil „German Colonie“ gegangen sind, noch einen Bummel durch die Altstadt gemacht. Am Damaskustor haben inzwischen sich zwei Polizeiposten „Regenfest“ stationiert, ansonsten konnten wir aber keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen feststellen. Alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. An der Westmauer sahen wir eine relativ kleine Menschenschlange die auf die Öffnung des Zuganges zum Tempelberg wartete. Der Zugang ist morgens aber auch in der Mittagszeit zwischen 12.30 und 13.30 möglich. Spontan stellten wir</p>
<p><figure id="attachment_2795" aria-describedby="caption-attachment-2795" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rabbisagt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2795" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rabbisagt-300x200.jpg" alt="hier steht es weiß auf beige: Juden sollen nicht auf dem Tempelberg " width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rabbisagt-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Rabbisagt-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2795" class="wp-caption-text">hier steht es weiß auf beige: Juden sollen nicht auf dem Tempelberg</figcaption></figure></p>
<p>uns auch an. Dort konnten wir dann wieder lesen, dass der Chef-Rabbiner den Juden verbietet auf den Tempelberg zu gehen. In den letzten Wochen war es wegen provokativen &#8222;Gebetsaktionen&#8220; weniger Juden auf dem Tempelberg, zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und der Polizei gekommen. Daraus entwickelten sich dann in der Folge die gewalttätigen Auseinandersetzungen in ganz Palästina und Israel, die bis heute mehr als 50 Todesopfer und über 1000 Verletzte (in der großen Mehrheit Palästinenser) gefordert haben. Nach einer knappen halben Stunde kamen wir an die Sicherheitskontrolle um dort zu erfahren, dass wir mit unseren relativ großen Rucksäcken nicht durch die Kontrolle können. Da ich schon einige Male auf dem Tempelplatz war, entschied mich mit unseren beiden Rucksäcken am Aufgang zu warten.</p>
<p><figure id="attachment_2792" aria-describedby="caption-attachment-2792" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Magdalena.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2792" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Magdalena-300x200.jpg" alt="erst besorgt, jetzt glücklich: Schwester Magdala" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Magdalena-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/Magdalena-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2792" class="wp-caption-text">erst besorgt, jetzt glücklich:<br />Schwester Magdala</figcaption></figure></p>
<p>Gegen drei Uhr waren wir dann im Gästehaus St. Charles, wo uns Schwester Magdala erfreut empfing. Als sie letzte Woche hörte ,dass wir in der Westbank bei Nablus wandern wollen, war sie sehr erschrocken da sie befürchtete, dass uns wegen der Unruhen dort etwas passieren könne. Sie kennt sich dort gut aus, da sie aus der Gegend bei Arara stammt, der 2. Station unserer Wanderung. Sie hatte mir versprochen dafür zu beten, dass uns nichts Schlimmes passiert.</p>
<p>Gott sei es gedankt. Ihre Gebete wurden erhört. Wir sind gesund und wohlbehalten von unserer Wandertour auf den Spuren des Abrahams zurück.</p>
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