Zwischen Mauer und Stacheldraht

Was habe ich mir im Vorfeld der Reise wieder Gedanken gemacht, ob es Schwierigkeiten bei der Einreise gibt, ob ich irgendwo „gespeichert“ bin und deshalb zurück gewiesen werde. Aber es ging, wie schon bei den letzten Malen, wieder so „easy“, eh ich mich versah hatte ich meinen Pass zurück und ein Visumspapier, dass mich berechtigt bis zu drei Monate im Land zu bleiben.

nach knapp 4 Stunden Flug, da taucht sie auf, die israelische Mittelmeer-Küste

Aber ich will ja „nur“ drei Wochen hier verbringen.

Wie üblich fahre ich vom Flughafen mit einem Sherut-Taxi, das sind Kleinbusse (10 Personen), die warten bis der Bus voll ist und fahren dann nach Jerusalem. Sie fahren dann verschiedene Adressen an, es kann also auch mal etwas länger dauern, als man üblicherweise für die etwa 50 km brauchen würde.

Es gibt verschiedene Schnellstraßen (meist Autobahnen) die nach Jerusalem führen.

Alle führen aber eben auch durch Palästinenser-Gebiete. Heute ist es mir besonders aufgefallen. Es gibt Kilometerlange Passagen, wo links und rechts der Straße hohe Zäune mit Stacheldraht darüber stehen, oder eben hohe Mauern, hier und da noch von einem mächtigen Wachturm. Jede/r die/der so nach Jerusalem fährt, und nicht schläft, muss sich doch fragen, was dies eigentlich bedeutet. Wer eben nicht nur an die biblischen Stätten denkt wenn er in diese Region reist, dem muss doch spätestens bei diesem Anblick klar sein, das hier keine „normalen“ Verhältnisse sind.

schicke Wohnviertel

Kommt man dann in Jerusalem an, wird dem, der es sehen will, auch deutlich, dass es in dieser Stadt so ganz anders ist als in Rom oder Berlin. Da fährt man durch schnicke Stadtteile, sieht dann aber hinter einem Tal eine Mauer und dahinter einfache
(Hoch-)Häuser mit schwarzen Wassertanks auf dem Dach.

Ich habe ja schon öfters etwas zur Situation in Ostjerusalem geschrieben, ihr könnt es gerne mal wieder nachlesen.

Palästinenser Wohnviertel

Heute habe ich Quartier im Paulus-Haus bezogen. Ein altes historisches Gebäude, am Rande der Jerusalemer Altstadt, Visasvis dem Damaskus-Tor, dem Tor das in den muslimischen Teil von Jerusalem führt. Von der Dachterasse im 3. Stock hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt.

sieht doch alles so friedlich aus oder?

Zum Abend bin ich dann in „meine“ Dormitio-Abtei gegangen und habe am Abendgebet der Mönche, der Vesper, teilgenommen. Dort wurde vor einigen Wochen ein neuer Abt gewählt

Ach ja, dass hätte ich ja fast vergessen, wir sind in Düsseldorf 1 ½ später abgeflogen, der Grund, alle startenden Maschinen mussten (zum Frühlingsanfang J) noch enteist werden.

Und hier in Israel&Palästina…, da war wirklich Frühlingsanfang, angenehme 23 Grad, sattes Grün an vielen Stellen und eben auch schon hier und da üppige Blüten

Es ist doch eben nicht alles schlecht hier……

Über Marius S. 359 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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