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	<title>See Genezareth &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Vertreibung auf dem Golan 1967 gleicht der NAKBA</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 19:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die neuen Leser:innen meines Blogs eine Vorab-Information:da sich die Gruppenreisen mit ihrem Programm ähneln, schreibe ich nicht immer die gleichen Erlebnisberichte sondern suche mit jeweils ein (neues, ggf. aktuelles) Schwerpunktthema aus, dass ich dann <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vertreibung-auf-dem-golan-1967-gleicht-der-nakba/" title="Vertreibung auf dem Golan 1967 gleicht der NAKBA">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Für die neuen Leser:innen meines Blogs eine Vorab-Information:<br>da sich die Gruppenreisen mit ihrem Programm ähneln, schreibe ich nicht immer die gleichen Erlebnisberichte sondern suche mit jeweils ein (neues, ggf. aktuelles) Schwerpunktthema aus, dass ich dann in dem Mittelpunkt meines Tagesberichtes stelle. Auf andere Themen/Schwerpukte, die ich bereits schon mal bei früheren reisen beschrieben habe, verweise ich mit einem Link oder mache Stichworte die dann zum Schluss des Tagesbeitrages genannt und dann auch jeweils angeklickt werden können</p>



<p>Heute hat die Gruppe an ihrem ersten Tag (wie bei meinen Begegnungsreisen üblich) zunächst, bei im Übrigen frühlingshaften Temperaturen, eine schöne ruhige Stunde in einem Holzboot (mit leisem Elektromotor) auf dem See verbracht. Es ist einfach ein wunderbares, ja alle Sinne berührendes Gefühl, in dieser herrlichen Landschaft auf diesem geschichtsträchtigen See still eine zeit zu verbringen. Es gibt für mich wenig Orte und eben auch Gelegenheiten, hier in dieser, oft durch Touristen überlaufenden Region, zur Ruhe und Besinnung zu kommen. Die Gruppe hat es genossen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5148" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/ABB25EEA-748D-4146-A067-3B371A8B1180-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Anschließend haben wir uns auf eine etwa zwei stündige Fahrt auf den Golan gemacht. Hier wollten wir an der syrischen Grenze Mitglieder der NGO <br>Al Marsad treffen  Es ist eine herrliche Landschaft, gerade jetzt im Frühling die uns auf dem Weg dorthin begleitete. Dieses Mal berichtete uns ein Mitglied der Gruppe <a href="http://www.golan-marsad.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Al Marsad</a>, Nazeh Brik, ausführlich über die Hintergründe die zur Gründung dieser Menschenrechtsorganisation geführt hat, die im Übrigen u.a. auch von Misereor finanziell unterstützt wird. Da Nazeh lange in Deutschland gearbeitet hat, konnte er uns die sehr differenzierten Infos gut in unserer Sprache erklären. Bekanntermaßen wurde im Juni 1967 im „sechs Tage-Krieg“ der Golan von den israelischen Truppen besetzt. Die in über 300 Dörfern lebende syrische Bevölkerung (etwa 140.000) wurde vertrieben (die meisten flüchteten nach Syrien). Die Dörfer wurden zerstört, so dass eine Rückkehr ausgeschlossen war. Die strategische Überlegung der israelischen Regierung hatte Ziel, möglichst nur noch die drusische Bevölkerung dort oben auf dem Golan anzusiedeln. Gleichzeitig wurden viele Anstrengungen unternommen dort oben israelische Siedlungen zu gründen. Heute im Jahr 2023 stellt sich die Situation wie folgt da: Der besetzte Golan wurde Anfang der achtziger Jahre durch annektiert. Es gibt nur noch 5 Dörfer in denen 28.000 Drusen leben und mittlerweile 35 Siedlungen mit etwa 29.000 jüdischen Bewohner:innen. 85 % der arabischen Bevölkerung hat es abgelehnt die israelische Staatsangehörigkeit anzunehmen: sie gelten als „staatenlos“. Es ist für diese Bevölkerungsgruppe schwierig, bis unmöglich eine Baugenehmigung zu erhalten. Zwischen 2012 und 2021 mussten 9 Mio Schekel wegen nicht Beachtung der Baugenehmigung an Strafe gezahlt werden. Anders als in den C-Gebieten im Westjordanland, die ja unter israelischer Militärverwaltung stehen, und wo häufig bei der meist fehlenden Baugenehmigung ein Abriss erfolgt, scheut sich die israelische Verwaltung, solche Maßnahmen auch auf dem Golan zu ergreifen. Ein Grund ist auch, dass sich die sonstigen in Israel lebenden Drusen, bei solchen Zwangsmaßnahmen, mit ihren Glaubensbrüdern solidarisieren würden. Im Übrigen glaubt Nazeh Brig, dass der wahre Grund der Besetzung und jetzt Annektierung dieser Region nicht die Sicherheit der israelischen Bevölkerung am See war, sondern die Möglichkeit dort am Goian den Zugriff zu vielen Wasserquellen zu bekommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5149" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E77D72A1-C989-463B-A8ED-2A8A1F8B9DB2-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Zum Abschluss des Tages waren wir noch in <a href="http://www.dormitio.net/orte/tabgha/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagba</a> wo uns Pater Jonas über das Leben in dem &#8222;Paradies&#8220; am See berichtete</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Der Ort an dem wir recht haben</em></p>



<p><em>An dem Ort, an dem wir recht haben,&nbsp;</em></p>



<p><em>werden niemals Blumen wachsen</em></p>



<p><em>im Frühjahr.</em></p>



<p><em>Der Ort, an dem wir recht haben,</em></p>



<p><em>ist zertrampelt und hart</em></p>



<p><em>wie ein Hof.</em></p>



<p><em>Zweifel und Liebe aber</em></p>



<p><em>Lockern die Welt auf</em></p>



<p><em>Wie ein Maulwurf, wie ein Pflug.</em></p>



<p><em>Und ein Flüstern wird hörbar</em></p>



<p><em>An dem Ort, wo das Haus stand,</em></p>



<p><em>das zerstört wurde.</em>&nbsp;&nbsp;(Jehuda Amichai)</p>
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		<title>Der See ist im Winter um 2 Meter gestiegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2019 04:56:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit gestern also sind wir wieder am See Genezareth, diesem, für mich als Christ durch viele Bibelstellen, so bekannten Gewässer im Norden von Israel. Ich habe ja an verschiedenen Stellen in meinem Blog auch schon <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/der-see-ist-im-winter-um-2-meter-gestiegen/" title="Der See ist im Winter um 2 Meter gestiegen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Seit gestern also sind wir wieder am See Genezareth, diesem, für mich als Christ durch viele Bibelstellen, so bekannten Gewässer im Norden von Israel. Ich habe ja an verschiedenen Stellen in meinem Blog auch schon über den See und insbesondere über die Situation des Wasserstandes berichtet. Heute nun erfuhren wir von unserem Reiseguide Michal ,dass dank der vielen Regenfälle in den vergangenen Wintermonaten, der Wasserspiegel um fast 2 m gestiegen ist. Für das fast 21 km langen und an der breitesten Stelle fast 11 Km breite Gewässer also ein enormer Zuwachs in relativ kurzer Zeit. Die schon oft beschriebene Gefahr, dass der See wegen Unterschreiten der „roten Linie“ „umschlägt“ und&nbsp;&nbsp;aus dem großen Süßwasserreservat ein riesiger Salzsee wird, konnte erst einmal abgewendet werden.</p>



<p>Um so „andächtiger“ hat die Gruppe den Ausflug mit dem kleinen Holzboot auf dem See, am frühen Morgen genossen. Wenn der Schiffer dann noch seinen Motor ausstellt konnte Jeder und Jede seinen Gedanken nachsinnen und, was hier in diesem Lande so selten ist zur Ruhe kommen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4258" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000301-1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">die Nachfolger der Apostel?</figcaption></figure>



<p>Wie üblich sind wir nach dieser besinnlichen Stunde auf den Golan gefahren um dort im „Drei-Ländereck“ zu den Drusen, ganz nahe an die syrische Grenze zu fahren.</p>



<p>Mit den syrischen Golanhöhen eroberte Israel 1967 auch fünf drusische Dörfer. Insgesamt leben hier etwa 20.000 Menschen, genau soviel jüdische Israelis haben sich seit der Besetzung angesiedelt. Seit 2003 hat sich in Majdal Shams, in einem der Dörfer eine Menschenrechtsgruppe <a href="http://Golan-marsad.org/eng/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)">Al Marsad</a> gegründet. Wir sprachen heute mit einem der Vertreter dieser Gruppe, die u.a. auch vom deutschen kirchlichen Hilfswerk Misereor unterstützt wird.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4255" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000314-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Majdal Shams</figcaption></figure>



<p>Wir erfuhren, dass die meisten der Golan-Drusen die israelische Staatsbürgerschaft trotz erheblichem Druck nicht angenommen haben. Hier in Maidal Shams haben von den mehr als 5.000 Einwohnern nur 12 Personen die israelische Staatsbürgerschaft. Die Menschen hier fühlen sich als Syrer, leben seit 50 Jahren in einem Provisorium, halten Kontakt nach Syrien und protestieren gegen die Besatzung. Der Bürgerkrieg im Nachbarland hat aber ihr Grundgefühl Syrer zu sein nicht verändert. Natürlich sind sie derzeit froh&nbsp;&nbsp;in einem friedlichen Land zu leben, hier gut versorgt zu sein. Wenn aber in Syrien es wieder Frieden gibt wollen sie wieder mit ihren Landsleuten (darunter sehr viele Drusen) verbunden sein.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4257" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190311_110041-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">der schneebedeckte Hermon des höchster Gipfel (2224m) in Syrien liegt</figcaption></figure>



<p>Am Nachmittag haben wir, wie schon sooft den Benediktinern in Tabga am See einen Besuch abgestattet. Pater Jonas erzählte die Geschichte der Kirche und des Klosters, erzählte aber auch seine persönliche Geschichte, wie es kam, dass er als „Weltpriester“ der lange Jahre in einer Gemeinde in Deutschland gewirkt hatte, vor 19 Jahren zu den Benediktinern und hier ins „Heilige Land“ gekommen ist.</p>



<p>Er zitierte als ausschlaggebenden Grund den bekannten Spruch von Nelly Sachs:</p>



<p><strong><em>„Alles beginnt mit der Sehnsucht“</em></strong></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>1948: Damals dachten wir nicht, dass so etwas wie ein palästinensisches Volk existiert. Für uns gab es nur Araber, und diese Araber verfügten über ein riesiges Gebiet, und die Briten, dachten wir, würden niemand unrecht tun, wenn sie bei den Verhandlungen über das Ende des Mandats über Palästina und Transjordanien einen Teil des ihrer Vormundschaft anvertrauten Landes diesen unglücklichen Juden überließen.</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.welt.de/kultur/article12370205/Streitschrift-eines-93-Jaehrigen-bewegt-Frankreich.html">(Stèphane Hessel)</a></p>
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		<title>Was hat verbindet die Krim mit den Golanhöhen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2017 18:15:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Morgen empfing uns wie man es hier gewohnt ist, mit Sonnenschein, Wärme, einer Blütenpracht, Duft, Grillenzirpen, ja es ist paradiesisch hier am See. Das Gefühl hielt auch an bei der kurzen Bootsfahrt auf dem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/was-hat-verbindet-die-krim-mit-den-golanhoehen/" title="Was hat verbindet die Krim mit den Golanhöhen?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Morgen empfing uns wie man es hier gewohnt ist, mit Sonnenschein, Wärme, einer Blütenpracht, Duft, Grillenzirpen, ja es ist paradiesisch hier am See.</p>
<p>Das Gefühl hielt auch an bei der kurzen Bootsfahrt auf dem See. Hier kann man den touristischen Massen, die sich in diesem Jahr, zu diesen Zeiten im Heiligen Land tummeln, ein wenig entgehen. In einer Vereinbarung mit China hat Israel alleine mehr als 100.000 Chinesen nach hier geladen.</p>
<p>Es ist gut das unser Programm ein wenig „anders“ ist als die üblichen Pilgerreisen.</p>
<p>So sind wir nach der Bootsfahrt auf den Golan. Wenn ihr unsere Erlebnisse dort vom letzten Jahr lesen wollt, <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-wollen-in-frieden-leben/" target="_blank" rel="noopener">dann hier.</a></p>
<p><figure id="attachment_3566" aria-describedby="caption-attachment-3566" style="width: 555px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3566" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen.jpg" alt="" width="555" height="312" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen.jpg 555w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/drusen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px" /><figcaption id="caption-attachment-3566" class="wp-caption-text">Bis zum 21 Lebensjahr müssen sich die jungen Drüsen entscheiden:<br />sind sie die &#8222;Eingeweihten&#8220; oder &#8222;Uggal&#8220; dann ziehen sie besondere Kleidung an.</figcaption></figure></p>
<p>Ähnliches, zur Situation der Drusen, hier auf dem annektierten Golan, haben wir auch heute erfahren. Wir waren wieder zu Besuch bei der drusischen Menschenrechtsorganisation Al MARSAD <a href="http://www.golan-marsad.org" target="_blank" rel="noopener">www.golan-marsad.org</a></p>
<p>Weiters zur Gemeinschaft der Drusen ist <a href="http://www.eslam.de/begriffe/d/drusen.htm" target="_blank" rel="noopener">hier zu lesen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir stellen in der Diskussion mit einem Vertreter von AL Marsad die Frage: Was unterscheidet, die Anektion der Russen mit der Krim, mit der &#8222;Aneignung&#8220; der Israelis mit diesem teil des syrischen Staatsgebietes. Vielleicht hat ja der geneigte Leser/die Leserin eine Meinung dazu. Es darf kommentiert werden</p>
<p>In einem Beitrag im DLF vor einigen Wochen wurde über die Situation der jungen Drusen berichtet. Hier wurde ein Junger Druse zitiert:</p>
<p><em>&#8222;So wie mein Vater, er und seine ganze Generation glaubten daran, dass es irgendwann ein Zurück nach Syrien geben wird. Und wenn irgendwas passiert in Syrien, wie jetzt der Krieg zum Beispiel, dann verzögert das die Rückkehr nur. Und deshalb haben sie Assad unterstützt! Sie dachten, dann ist die Sache nach fünf, sechs Monaten vorbei! Aber wohin will man zurück, wenn es kein Syrien mehr gibt. Wir können nicht zurück, da sind nur noch Ruinen. Es ist ein Desaster, es ist vorbei &#8211; von Syrien ist nichts mehr übrig.&#8220;</em></p>
<p>Ich denke es ist wirklich ein Dilemma, gerade für die Jungen. Sie fühlen sich unter israelischer Besatzung, wissen aber auch ,dass es keine Alternativen gibt als es „auszuhalten“. Früher wurde kostenlos im 60 km entfernten Damaskus studiert, heute geht das nicht mehr, also studiert man in Israel oder in anderen Ländern.</p>
<p><figure id="attachment_3590" aria-describedby="caption-attachment-3590" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3590" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Fahne-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3590" class="wp-caption-text">Als Symbol der Drusen gilt ein fünfzackiger fünffarbiger Stern. Jede Farbe symbolisiert ein Prinzip des Glaubens: Grün für Verstand [aql] als den universellen Verstand, rot für Seele [nafs] der universellen Seele, gelb für das wahrhaftige Wort [kalima], blau für die Ursache eines Wirkungsprinzips [sabq] und weiß für die Wirkung</figcaption></figure>&nbsp;</p>
<p>Zum Nachmittag sind wir wieder an den See, haben uns noch im durch die Bibel bekannten Kafanerum umgesehen. Aber ich brauche schon große Disziplin, mich in die Massen der üblichen Touristen einzureihen, Mindestens 15 große Busse hatten hier ihre „Ladung ausgespuckt“.</p>
<p>Zur Ruhe kamen wir dann im Kloster Tagbha. Hier hatte ich wie schon in den letzten Jahren mit den Mönchen einen „Sondertermin“ vereinbart. Um 17 Uhr, wenn die bis zu 2.000 Besucher, die derzeit die Kirche bevölkern, das schöne Gelände verlassen haben, haben wir eine „private“ Führung vereinbart. Pater Jonas, hat sich die Zeit genommen um uns die „Schätze der Kirche, vor allem wundervolle Mosaikböden zu zeigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei unserem Besuch in Tabgha konnten wir auch das mittlerweile fertiggestellte Atrium besichtigen. Ich hatte 2015 davon berichtet, dass es bei einem Brandanschlag zerstört wurde.</p>
<p>Auf ihrer <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Homepage</a><a href="http://www.dormitio.net">   </a>haben die Mönche hierzu geschrieben:</p>
<p><strong>Weil die Hoffnung stärker und heller ist</strong></p>
<p><em>Das Atrium in Tabgha ist fast wieder fertig. Es füllt sich langsam wieder mit Leben. Der Klosterladen ist schon seit ein paar Tagen wieder aktiv. Nach der Einweihung (Sonntag, 12. Februar 2017) werden auch Klosterpforte/Pilgerbüro und Diwan wieder ihre Arbeit aufnehmen.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Es waren keine einfachen 20 Monate für uns Mönche und die Schwestern, für unsere Volontäre und Mitarbeiter. Aber auch diese Strecke eines manchmal beschwerlichen Weges haben wir geschafft. Mit der Hilfe und Freundschaft Vieler von außen, durch gegenseitiges Stützen und Tragen, nicht zuletzt durch eine Hoffnung von Innen.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Denn dieser besondere Ort ist uns anvertraut, damit wir eine Botschaft verkünden. Durch unser Beten und Arbeiten. Durch unser Hiersein. Tabgha ist nicht die berühmte Stadt auf dem Berg. Aber es kann doch leuchten. So wie das erneuerte Atrium. So wie jeder von uns, der Christus, dem Licht der Welt, erlaubt, dass Er in ihr/in ihm ein Licht anzündet.</em></p>
<p><em>Die Welt und die Menschen brauchen diese Hoffnung, die aus diesem Licht kommt&#8230;</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“:</p>
<p><em>Israel hat, selbstverständlich, vielerlei Gründe zu Angst und Sorge. Der Nahe Osten ist in Aufruhr, wird von fanatischen Strömungen in Mitleidenschaft gezogen, seine Mehrheit ist Israel gegenüber äußerst feindselig eingestellt und strebt offenkundig nach seiner Vernichtung. Aber gerade aufgrund dieser Gefahren und Bedrohungen können Verzweiflung und Nichthandeln als effiziente politische Strategie nicht taugen.</em>         <em>Von </em>Alfred Grossmann</p>
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		<title>„Wir wollen in Frieden leben“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2016 20:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Drusen]]></category>
		<category><![CDATA[En Gev]]></category>
		<category><![CDATA[Golanhöhen]]></category>
		<category><![CDATA[Kibbuz]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
		<category><![CDATA[Tagbha]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Wochen erreichte mich nachfolgende Mail einer Bekannten: Hallo Marius, ich bin seit 4 Tagen im Golan und habe Al Marsad aufgesucht, eine legale Menschenrechtsorganisation, die für die Rechte der Drusen (Syrer) eintritt, die <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wir-wollen-in-frieden-leben/" title="„Wir wollen in Frieden leben“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen erreichte mich nachfolgende Mail einer Bekannten:</p>
<p><em>Hallo Marius,</em></p>
<p><em>ich bin seit 4 Tagen im Golan und habe Al Marsad aufgesucht, eine legale Menschenrechtsorganisation, die für die Rechte der Drusen (Syrer) eintritt, die in den 5 nicht zerstörten Dörfern im Nordgolan 1967 übrig geblieben sind. </em><em>Ich kann nur wärmstens empfehlen, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen und eine informatives Treffen, evt. auch guided tour in die nähere Umgebung zu den Themen zu machen. </em><em>Bis Mitte November gibt es dort auch noch einen deutschsprachigen Mitarbeiter.<br />
</em></p>
<p>Ich habe kurzfristig mit Michal unserer Guide in Israel telefoniert und wir haben diesen Besuch in unser Reiseprogram für heute aufgenommen.</p>
<p><figure id="attachment_3117" aria-describedby="caption-attachment-3117" style="width: 820px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3117" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schiff-1024x768.jpg" alt="Ein schöner Beginn des Tages: mit dem Boot auf dem See Genezareth" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schiff-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schiff-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schiff-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3117" class="wp-caption-text">Ein schöner Beginn des Tages: mit dem Boot auf dem See Genezareth</figcaption></figure></p>
<p>So hat sich die Gruppe heute morgen recht früh, gegen acht Uhr, auf den Weg gemacht, zunächst zum 10 km am See gelegenen Kibbuz En Gev (hier war ich bereits mit meiner ersten Reisegruppe 2012). Hier sind wir in eine kleines Holzboot gestiegen und für eine Stunde haben wir den wunderbaren See und das herrliche Landschafts-Panorama genossen, dass den See um gibt: die Höhe des Golans auf der östlichen Seite und die Berge von Galiläa im Westen.<br />
Vom See aus sind wir auf etwa 1000m auf die Hochebene des Golan gefahren, einem Gebiet, dass 1967 von den Israelis besetzt wurde.<a href="http://marius-blog.de/blog/auf-den-hoehen-des-golan/" target="_blank"> Bereits im vergangenen Jahr war ich mit einer Gruppe hier</a>. Wie waren im nördlichsten Ort in Majdal Shams verabredet. Auf dem Weg dorthin sahen wir häufig links und rechts der Straße große abgesperrte Flächen die mit gelben Schildern versehen waren. Hier wurde vor Minen gewarnt.</p>
<p><figure id="attachment_3118" aria-describedby="caption-attachment-3118" style="width: 820px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3118" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/drusenort-1024x768.jpg" alt="Majdal Shams an der Grenze zu Syrien" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/drusenort-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/drusenort-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/drusenort-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3118" class="wp-caption-text">Majdal Shams an der Grenze zu Syrien</figcaption></figure></p>
<p>Gegen 11 Uhr kamen wir in dem kleinen Städtchen an und wurden dort von Nazeh Brig erwartet. Nazeh arbeitet für die Menschenrechtsorganisation Al-Marsad <a href="http://www.golan-marsad.org" target="_blank">www.golan-marsad.org</a> die sich 2003 gegründet hat. In Internet beschreibt Al-Marsad ihre Zielsetzung: <em>Al-Marsad will gegen Krieg, Kolonialismus und Besatzung kämpfen und dazu beiträgt, eine Kultur der Achtung der Prinzipien des Menschenrechts und des humanitären Völkerrechts entwickeln</em>.<br />
Unser Gastgeber versorgte uns mit arabischen Kaffee, Obst und kalten Getränken. Nazeh sprach gut deutsch. Er ist in Majdal Shams aufgewachsen, hat aber dann von 1983 an, in Deutschland studiert (u.a. Raumplanung und Architektur) und gearbeitet und ist Anfang 2000 dann nach hier zurückgekehrt. Er erzählte uns, dass es bis 1967 hier auf dem Golan 350 arabische Dörfer und Farmen gab. Damals sind viele Bewohner geflüchtet oder sind vertrieben worden. Viele waren aber vielleicht auch gerade an dem Tag im Juni 1967, an dem die israelische Armee die syrische Armee vertrieben und den Golan besetzt hatte, einfach nicht vor Ort und hatten später dann keine Möglichkeit mehr zurückzukehren. Lediglich die Dörfern in denen die Drusen lebten, wurden damals von der israelischen Armee „verschont“. Da aber dort auf beiden Seiten des Trennungszaunes Drusen leben, die miteinander verwandt, oft aus einer Familie stammen, kam es zu Situationen, gab es Bilder die um die Welt gingen. Familien, Mütter, Kinder, Brüder, Schwester trafen sich dies- und jenseits des Grenzzaunes, und versuchten, zum Teil mit Megaphonen unterstützt, Gesprächskontakte zu führen.</p>
<p><figure id="attachment_3119" aria-describedby="caption-attachment-3119" style="width: 820px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3119" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/franzosen-1024x768.jpg" alt="Denkmal zur Erinnerung an den Kampf der syrischen Drusen gegen die französische Mandatsmacht " width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/franzosen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/franzosen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/franzosen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3119" class="wp-caption-text">Denkmal zur Erinnerung an den Kampf der syrischen Drusen gegen die französische Mandatsmacht</figcaption></figure></p>
<p>So stellt sich die Situation heute, knapp 50 Jahre später, da: Es gibt noch 5 arabisch (drusische) Dörfer mit etwa 25.000 Einwohner und 33 jüdische Siedlungen mit etwa 23.000 Einwohner.<br />
Seit ihrer Gründung hat sich Al-Marsad bemüht, Menschenrechtsverletzungen von Israel (Besatzungsmacht) gegen die Zivilbevölkerung und ihren Privatbesitz zu dokumentieren. Besonderes Augenmerk wird auf die zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte sowie auf die humanitären Grundsätze gelegt.<br />
„Al-Marsad“ bekommt auch finanzielle Unterstützung durch das katholische Hilfswerk Misereor. Ich werde mich, wenn ich in Deutschland bin, einmal bei Misereor erkundigen, mit welcher Zielsetzung hier Gelder Al-Marsad vergeben werden.</p>
<p>Wir erfuhren von Nazeh auch etwas vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Drusen" target="_blank">drusischen Leben</a>, aber eben auch vom Leben hier an einer Ecke der Welt, wo sich eines der Zentren von Unfrieden, Krieg und Zerstörung befindet. Er selbst findet, dass die Besatzungssituation hier in keiner weise mit der Situation in der Westbank verglichen werden kann. Hier haben alle relative Bewegungsfreiheit, Möglichkeit eine gute Schulausbildung zu bekommen. Junge Menschen werden gerade bei uns in Deutschland als Studenten gerne gesehen und nutzen diese Möglichkeit. Sicherlich, die Arbeitsmöglichkeiten auf dem Golan sind begrenzt, die Möglichkeiten in der Landwirtschaft werden durch ungleiche Verteilung des Wassers (im Verhältnis 1:3 zu Gunsten der jüdischen Bewohner) erschwert.</p>
<p>Interessant ist, dass die Menschen hier ohne Staatsangehörigkeit leben. In Ihren Reisedokumenten steht bei Staatsangehörigkeit: „Undefined“ was man mit „Staatenlos“ übersetzen kann</p>
<p>Auf die Frage aus der Gruppe was sich die Menschen hier am Meisten wünschen sagte er: „Wir alle möchten hier in Frieden leben.“ Ein Leben unter dem &#8222;Despoten&#8220; Assad kann sich Nazeh allerdings auch nicht vorstellen.</p>
<p><figure id="attachment_3120" aria-describedby="caption-attachment-3120" style="width: 820px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3120" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/grenze-1024x768.jpg" alt="massive Grenzzäune" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/grenze-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/grenze-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/grenze-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3120" class="wp-caption-text">massive Grenzzäune</figcaption></figure></p>
<p>Wir sind dann noch kurz zur tatsächlichen (derzeitigen) Grenze nach Syrien gefahren, wenige Minuten vom Ort entfernt. Dort ist ein mächtiger Doppelzaun angebracht. Der Teilnehmer aus der Gruppe, der an der thüringischen DDR-Grenze groß geworden ist, sagte spontan „das siehr ja aus wie damals bei uns&#8230;“ worauf ich eben so spontan bemerkte, das die angespannte Situation hier aber sicherlich nicht mit der im Grenzgebiet des Thüringer Waldes zu vergleichen ist.</p>
<p><figure id="attachment_3121" aria-describedby="caption-attachment-3121" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3121" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/unverbaut-300x225.jpg" alt="Ein Neubau: ganz nah am Grenzzaun" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/unverbaut-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/unverbaut-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/unverbaut-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3121" class="wp-caption-text">Ein Neubau: ganz nah am Grenzzaun</figcaption></figure></p>
<p>Erstaunt waren wir auch, dass 50 Meter vor dem Grenzzaun gerade ein zweistöckiges Haus gebaut wurde: „Unverbaubare“ Aussicht auf den Hermon war der Kommentar eines Gruppenmitglied.</p>
<p>Zum späten Nachmittag haben wir noch einen Abstecher nach Tagbha zum Kloster und der „Brotvermehrungskirche“ gemacht, wie ich es mit allen anderen Gruppen bisher auch gemacht habe. Benediktiner-Pater Matthias war dort unser Gesprächspartner, der uns u.a. berichtete, dass die Wiederherstellung des Atriums der Kirche, nach dem schrecklichen Brandanschlag vom Juni 2015, vor einigen Monaten begonnen habe und hoffentlich bis Januar 2017 beendet werden kann.<br />
&nbsp;</p>
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		<title>Ankunft am See</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2015 04:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diesseits und Jenseits des Jordans - Gruppenfahrt Herbst 2015]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
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					<description><![CDATA[Früh um 4.00 Uhr haben wir uns in Neuss aufgemacht, sind mit dem Bus nach Brüssel gefahren um von dort mit der Brüssel Airlines in vier Stunden nach Tel Aviv zu fliegen. Der Airport dort <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ankunft-am-see/" title="Ankunft am See">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Früh um 4.00 Uhr haben wir uns in Neuss aufgemacht, sind mit dem Bus nach Brüssel gefahren um von dort mit der Brüssel Airlines in vier Stunden nach Tel Aviv zu fliegen. Der Airport dort empfing uns ungewohnt ruhig nur ganz wenig Menschen standen an der Passkontrolle, in wenigen Minuten war die ganze Gruppe durch die Kontrolle.<br />
Hauptgrund der heute so ruhigen Situation war sicherlich der letzte Feiertag des siebentägigen Laubhüttenfestes ,der für die gläubigen Juden ein „stiller Feiertag“ wie etwa der Sabbat ist. So kam es auch</p>
<p><figure id="attachment_2500" aria-describedby="caption-attachment-2500" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/See.Ankunft.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2500" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/See.Ankunft-300x225.jpg" alt="Seeblick" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/See.Ankunft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/See.Ankunft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/See.Ankunft.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2500" class="wp-caption-text">Seeblick</figcaption></figure></p>
<p>das unsere Guide Michal, eine jüdische Schweizerin die seit mehr als 40 Jahren in Israel lebt, erst nach dem erscheinen der ersten drei Sterne -die das Ende des Feiertages signalisieren, sich mit dem Auto auf den 140 km langen Weg, von Jerusalem durch das Jordantal zum See Genezareth machen konnte.</p>
<p>Wir sind mit dem christlichen Busfahrer Azmi aus Nazareth vom<br />
Flughafen die etwa 100 km lange Strecke in etwa knapp zwei Stunden gefahren. Gegen 18.00 Uhr waren wir am Ziel.</p>
<p><figure id="attachment_2499" aria-describedby="caption-attachment-2499" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/KibbutzShaarHagolan.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2499" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/KibbutzShaarHagolan-300x225.jpg" alt="Kibbutz Shaar Hagolan" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/KibbutzShaarHagolan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/KibbutzShaarHagolan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2015/10/KibbutzShaarHagolan.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2499" class="wp-caption-text">Kibbutz Shaar Hagolan</figcaption></figure></p>
<p>Das Kibbutzhotel Shaar Hagolan liegt am südlichen Ausfluss des Jordans etwa 3 km vom See entfernt. Auf dem großen Gelände sind schöne Unterkünfte für Gäste eingerichtet.</p>
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		<title>Die ersten &#8222;Schritte&#8220; im Hl. Land</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/die-ersten-schritte-im-hl-land/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2014 17:32:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2014]]></category>
		<category><![CDATA[See Genezareth]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Gestern sind wir nach 3 stündiger Busfahrt von Köln/Neuss zum Airport in Brüssel und einem vierstündigen Flug am Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv gegen 15.00 Uhr Ortszeit gelandet. Insgesamt hatten sich zunächst 29 Teilnehmer <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-ersten-schritte-im-hl-land/" title="Die ersten &#8222;Schritte&#8220; im Hl. Land">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Gestern sind wir nach 3 stündiger Busfahrt von Köln/Neuss zum Airport in Brüssel und einem vierstündigen Flug am Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv gegen 15.00 Uhr Ortszeit gelandet. Insgesamt hatten sich zunächst 29 Teilnehmer für diese Fahrt gemeldet, bedingt durch die kriegerische Auseinandersetzung im Juli/August in und um den Gazastreifen, haben sich letztlich heute 24 Personen für diese Begegnungsreise auf den Weg gemacht.</p>
<p>Nach knapp dreistündiger Busfahrt sind wir dann am frühen Abend an unserer ersten Station in Tiberias am See Genezareth angekommen. Unterwegs durch Israel konnten die Teilnehmer schon eine der Besonderheiten dieses Staates wahrnehmen:<br />
wir kamen an Orten vorbei die –ausschließlich- von palästinensischen Israelis bewohnt werden (erkennbar an den spitzen Türmen der Moscheen) und rein jüdischen Siedlungen.</p>
<p><figure id="attachment_1847" aria-describedby="caption-attachment-1847" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/See.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1847" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/See-300x225.jpg" alt="ein neuer Morgen am See Genezareth" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/See-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/10/See.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1847" class="wp-caption-text">ein neuer Morgen am See Genezareth</figcaption></figure></p>
<p>Für die meisten in meiner Reisegruppe ist es die erste Reise nach Israel&amp;Palästina. Diese Reise soll weder eine Pilger- noch eine Vergnügungsreise sein! Touristische Sehenswürdigkeiten und religiöse Stätten werden zwar auch hinreichend Berücksichtigung finden, Priorität haben jedoch die Begegnungen mit den Menschen vor Ort, die bei den TeilnehmerInnen zu einem besseren Verständnis für die komplizierte Friedensproblematik im Nahen Osten beitragen sollen. Es gibt viele Menschen dort <strong>auf beiden Seiten</strong>, die durchaus keinen Hass empfinden, die weder politisch noch religiös fanatisch sind, die sich nichts sehnlicher wünschen, als in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben.</p>
<p>Und es gibt <strong>auf beiden Seiten </strong>eine beachtliche Anzahl von Menschen, die sich aktiv für den Frieden engagieren und nach Lösungen für die komplizierte Problematik suchen. Ich habe in Palästina und Israel viele<strong> </strong>sehr wertvolle Menschen kennen gelernt, die mich mit ihrem Engagement für Frieden und Aussöhnung beeindruckt haben, die mir viel bedeuten. Daran möchten ich die Gruppe mit dieser Reise teilhaben lassen.</p>
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