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	<title>70 Jahre NAKBA &#8211; Frühjahr 2018 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>„I Have a Dream“ &#8211; Ich habe einen Traum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2018 16:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich werde öfters Mal gefragt, warum ich mich seit Jahren (unbeirrt) immer wieder auf den Weg machen, die Menschen in Palästina (aber auch in Israel) zu besuchen. Die meine Blogberichte regelmäßig verfolgen, können (hoffentlich) schon <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/i-have-a-dream-ich-habe-einen-traum/" title="„I Have a Dream“ &#8211; Ich habe einen Traum">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde öfters Mal gefragt, warum ich mich seit Jahren (unbeirrt) immer wieder auf den Weg machen, die Menschen in Palästina (aber auch in Israel) zu besuchen. Die meine Blogberichte regelmäßig verfolgen, können (hoffentlich) schon selbst eine Antwort auf diese Frage geben. Es ist für die Menschen die ich dort treffe eben so wichtig, mit uns/mir in Kontakt zu sein und zu bleiben. Sicherlich, wirklich etwas ändern kann ich durch meine Besuche nicht, aber eben doch zum Ausdruck bringen: ich vergesse euch nicht, Euer Leben ist mir wichtig, ich gebe Euch nicht auf, ich werde weiterhin in Deutschland von eurem Schicksal berichten, werde mich politisch für eine Verbesserung Eurer Situation einsetzen.</p>
<figure id="attachment_3972" aria-describedby="caption-attachment-3972" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3972" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/begegnung-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3972" class="wp-caption-text">zufällige Begegnung am neuen &#8222;Wachturm&#8220; am Damaskustor</figcaption></figure>
<p>Am vergangenen Samstag, hatte ich Gelegenheit mit Pater Elias von der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem zu sprechen. Ich hatte mit ihm in den letzten Jahren schon mehrfach Kontakt, zuletzt mit meiner <a href="http://marius-blog.de/blog/pater-elias-wenn-der-konflikt-einfach-zu-loesen-waere-dann-waere-er-geloest/" target="_blank" rel="noopener">Gruppe im November 2017.</a><br />
Es ist immer wieder interessant mit solchen Menschen zu sprechen, die schon lange hier sind (Elias ist seit mehr als 17 Jahren in der Mönchsgemeinschaft in Jerusalem).</p>
<p>Mit Blick auf die aktuellen (schlimmen) Ereignisse an der Grenze zum Gazastreifen meinte Pater Elias: Der Israel&amp;Palästina Konflikt kommt in eine neue Phase. Er wird sich in Gaza weiter entwickeln und (möglichweise) dort entscheiden. Die Menschen dort stehen mit dem Rücken an der Wand (am Wasser). In der Westbank sieht es ein wenig anders aus: dort geht es vielen Menschen wesentlich besser. Deshalb waren und sind die Reaktionen zum Beispiel auf die Trump Entscheidung zu Jerusalem, oder auch jetzt zu den Vorfällen in Gaza, (eher) moderat. Man protestiert, aber eben nur ein wenig. Viele haben es sich doch schon ganz gut eingerichtet in der Westbank, haben also auch etwas zu verlieren. Im Gazastreifen wo sich die Zahl der Einwohner, in der Zeit in der ich hier im Kloster in Jerusalem lebe, mehr als verdoppelt, auf jetzt fast 2 Mio Menschen. Der UN-Bericht hat angezeigt, dass in ein paar Jahren dort kein Leben mehr möglich ist. Was haben also diese Menschen zu verlieren.</p>
<figure id="attachment_3973" aria-describedby="caption-attachment-3973" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3973" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-2-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3973" class="wp-caption-text">Was braucht man mehr&#8230;?</figcaption></figure>
<p>Ministerpräsident Netanjahu gelingt es, nach Meinung von Pater Elias, immer sehr geschickt, von sich und seinen persönlichen Problemen (Korruptionsaffäre), abzulenken. Auch er Netanjahu weiß, dass auf Israel schwere Zeiten zu kommen werden, aber jetzt wird erst einmal der 70. Jahrestag der Gründung Israel gefeiert. Aber es geht auch vielen Menschen hier in Israel wirtschaftlich sehr schlecht. Leider suchen diese Menschen, wie auch in Deutschland, „ihre Rettung“ bei den rechten Parteien. Auch hier in Israel traut man es den Sozialdemokraten nicht zu, das Problem der Armut in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Überhaupt wird der Staat Israel bald Bankrott sein, wenn die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen weiter steigen (und sie werden steigen). Soweit zu den, wie ich finde, interessanten Einschätzungen des Pater Elias.</p>
<figure id="attachment_3974" aria-describedby="caption-attachment-3974" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3974" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Olivenbaum-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3974" class="wp-caption-text">jeder Olivenbaum (hier an der Altstadtmauer), zeugt von Widerstandskraft und Genügsamkeit</figcaption></figure>
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<p>Da Pater Elias in unserem Gespräch noch einmal auf die schlimmen Vorfälle an der Grenze zum Gazastreifen aufgegriffen hat, über die ich ja in den vergangenen Tagen schon mehrfach mich geschrieben habe, möchte auch ich noch etwas zu diesem Thema hinzufügen.</p>
<p>Ich bin als Vertreter für die Nahost-Kommission von pax christi im Sprecherkreis des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel (KoPI)<br />
Zu der aus unserer Sicht absolut schwachen „Stellungnahme“ der deutschen Bundesregierung haben wir Ende letzter Woche eine Stellungnahme verfasst. <a href="https://www.kopi-online.de/wordpress/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es zur Homepage und zur Presseerklärung von KoPI.</a></p>
<p>Außerdem habe ich mich entschlossen <a href="http://marius-blog.de/dr-schokry-ich-bin-verzweifelt-und-ich-bin-auch-wuetend/" target="_blank" rel="noopener">einen weiteren Gastbeitrag</a> zu Gazakonflikt in meinen Blog aufzunehmen. Der gebürtige Palästinenser Dr. Abed Schokry lebte 17 Jahre in Deutschland und promovierte an der TU Berlin. 2007 erhielt er einen Ruf an die Universität Gaza/Palästina und kehrte mit seiner Familie in seine Heimat zurück. Seitdem lebt er dort und lehrt als Dozent Wirtschaftsingenieurwesen. Seit dieser zeit kommt er hier und da zu Vorträgen nach Deutschland oder er schreibt zu aktuellen Ereignissen „unter die Haut gehende“ Briefe. So sein Brief vom 8. April aus der letzten Woche der sich mit an den beiden letzten Freitagen beschäftig. Er beginnt mit den Worten: „Ich bin verzweifelt und auch wütend&#8220;<br />
Wer sich Zeit nimmt diesen Brief zu lesen, wird auch wütend darüber sein, dass sich scheinbar keiner (auch hier in Deutschland) wirklich mit diesen unglaublichen Vorfällen auseinander setzt.</p>
<figure id="attachment_3971" aria-describedby="caption-attachment-3971" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3971" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/qalandia-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3971" class="wp-caption-text">eine andere &#8222;Grenze&#8220;:<br />zwischen Jerusalem und Ramallah</figcaption></figure>
<p>In diesen Tagen erschien auch der Bericht der jungen Redakteurin Elisa-Reinheimer-Chabbi in <a href="https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/gaza-und-die-grosse-gleichgueltigkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>Publik Forum. </strong></a>Dieser Beitrag  ragt einsam aus  der Masse der deutschen  Medien heraus, weil er  nicht nur &#8222;Hamas! Hamas! Hamas!&#8220; ruft, sondern  die  verzweifelte Situation der Palästinenser in Gaza und die menschenverachtende Reaktion der israelischen Armee thematisiert.</p>
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<figure id="attachment_3977" aria-describedby="caption-attachment-3977" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3977" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Schlüssel-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption id="caption-attachment-3977" class="wp-caption-text">der Schlüssel erinnert überall in Palästina an die Nakba &#8211; die Katastrophe</figcaption></figure>
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<p>Ich hatte meine diesjährige Frühjahrsreise, vor dem Hintergrund der in einigen Wochen (15. Mai) stattfindenden 70. Wiederkehr des Tages, an dem die palästinensische Bevölkerung sich der Flucht und Vertreibung aus ihren Heimatorten im jetzigen Israel erinnert, vor allem dem Thema der Folgen und der aktuellen Situation der damals geflohenen Menschen gewidmet. Ich habe für interessierte Leser/innen meines Blog unter der <a href="http://marius-blog.de/die-nakba-historische-fakten-die-demographische-realitaet/">Sparte Historie und Besatzung</a> die historischen Fakten und die demographische Realität eingestellt.</p>
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<p>Ich möchte meine Blogberichte nicht mit diesen eher düsteren und hoffnungslosen Meldungen schließen.</p>
<p>Vor einigen Tagen jährte sich der Tag zum 50. Mal, an dem der große Amerikaner Dr. Martin Luther-King ermordet wurde. In diesen Tagen des Gedenkens wurde natürlich oft auf seine berühmte Rede vom 28. August 1963 erinnert, deren inhaltliche Zusammenfassung mit diesen vier Worten gelingt: „<strong>I Have a Dream“</strong></p>
<p>Es wundert sicherlich nicht, dass ich in den letzten Tagen, mit Blick auf die Situation der Menschen hier in Palästina, oft an diese Rede denken musste. Gerade diese Passagen, in denen Martin Luther-King von seinem Traum spricht:</p>
<p><em>&#8230;&#8230;..Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt werden. Die unebenen Plätze werden flach und die gewundenen Plätze gerade, und die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Dies ist unsere Hoffnung. Dies ist der Glaube, mit dem ich in den Süden zurückgehen werde. Mit diesem Glauben werden wir den Berg der Verzweiflung behauen, einen Stein der Hoffnung. Mit diesem Glauben werden wir gemeinsam arbeiten können, gemeinsam beten können, gemeinsam kämpfen können, gemeinsam in das Gefängnis gehen können, um gemeinsam einen Stand für Freiheit mit dem Wissen zu machen, dass wir eines Tages frei sein werden.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Seine Rede, seine als Traum bezeichneten Hoffnungen für die Zukunft der farbigen Bevölkerung in den USA, waren damals für Viele ein Mut machendes Signal, nicht aufzugeben, unbeirrt sich weiter mit friedlichen Mitteln für gleiche Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.</p>
<p>Wer die ganze Rede (noch einmal) lesen möchte, <a href="http://www.ewigkite.de/glaubenssachen/38-angedacht/740-i-have-a-dream-text-in-deutscher-uebersetzung" target="_blank" rel="noopener">hier ist der Link</a></p>
<figure id="attachment_3970" aria-describedby="caption-attachment-3970" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3970" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Damaskus-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3970" class="wp-caption-text">Ich habe einen Traum:<br />aus dem Damaskustor kommt man in das Regierungsviertel des Staates Palästina</figcaption></figure>
<p style="text-align: center;">Ich werde nun diese Blog-Kapitel schließen. Anfang November 2018 werde ich, vor Beginn meiner nächsten Gruppenreise, das nächste Kapitel dieses Blogs aufschlagen. Ich würde mich freuen wenn sie dann wieder dabei sind.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Shalom&amp;Salam</strong></p>
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		<title>Nur eine Dreiviertel Stunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 20:08:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Battir]]></category>
		<category><![CDATA[Ein- und Ausreise]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensfachkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviler Friedensdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja es geschehen in diesem Land immer wieder Zeichen und Wunder. Von dem Wunder des Osterfeuers der orthodoxen Christen habe ich am Samstag berichtet. Von zwei (kleinen) Wundern will ich nun heute schreiben: Da ist <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/nur-eine-dreiviertel-stunde/" title="Nur eine Dreiviertel Stunde">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja es geschehen in diesem Land immer wieder Zeichen und Wunder.</p>
<p>Von dem Wunder des Osterfeuers der orthodoxen Christen habe ich am Samstag berichtet. Von zwei (kleinen) Wundern will ich nun heute schreiben:<br />
Da ist zunächst einmal der wirklich starke Regen der heute morgen pünktlich zu meiner Abreise, auf die Stadt Jerusalem und auch auf mich, nebst meinem Gepäck, nieder ging.</p>
<p>Ja und als ich mit dem Scherut gegen 11 Uhr (drei Stunden vor Abflug am Ben Gureon-Airport ankam, und mich auf eine zermürbende Befragung einstellte (ich erinnere an mengen Abflug genau vor einem Jahr), da geschah das zweite (kleine) Wunder. Ich glaube es waren insgesamt drei Fragen die ich beantworten musste (weshalb ich hier im Land war, ob ichPräsente bekommen habe und ob ich Messer oder Schusswaffen im Gepäck habe), ja wirklich, das war alles. In sage und schreibe einer Dreiviertel Stunde war ich durch alle Kontrollen und habe jetzt genügend Zeit an diesem meinem vorletzten Blogbeitrag in diesem Frühjahr zu schreiben.</p>
<figure id="attachment_3952" aria-describedby="caption-attachment-3952" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3952" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Cafe-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3952" class="wp-caption-text">gestern im Cafe in Ramallah</figcaption></figure>
<p>Aber wie das mit den Wundern im allgemeinen ist, man/Frau muss daran glauben und es wird alles ein wenig natürlicher (weniger wundersam) wenn man genauer hinschaut. Mit dem Regen in Jerusalem ist es nämlich so: Der Hydrologe Clemens Messerschmied, der seit 20 Jahren in Palästina lebt und arbeitet, hat sich nicht nur immer wieder zu der ungleichen Wasserverteilung zwischen den israelischen und den palästinensischen Bewohnern geäußert. In dem Interview mit der <a href="https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=34769" target="_blank" rel="noopener">kritischen Webseite &#8222;NachdenkSeiten&#8220;</a> wird aber auch deutlich, das es eigentlich genügend Wasser in dieser Region gibt (an anderer Stelle spricht Messerschmied davon das es in Jerusalem genau soviel regnet wie in Berlin), aber es eben Bestimmungen gibt das auch das Regenwasser nicht von den Palästinensern aufgefangen werden darf. Er spricht von Militäry Orders, den sogenannten MO`s, die in den besetzten Gebieten von den Israelis erlassen werden und dann für immer gültig sind. Die Palästinenser haben kein Mitspracherecht.</p>
<figure id="attachment_3953" aria-describedby="caption-attachment-3953" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3953" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wasser-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3953" class="wp-caption-text">Wasser ist knapp auf dem Weinberg, Volontäre sollen sich nur zweimal in der Woche duschen</figcaption></figure>
<p>Ich weiß es vom Weinberg der Familie Nassar. Dort gibt es zahlreiche Zisternen, die in den letzten Jahren gebaut wurden. (Ich selbst habe bei meinem vierwöchigen Aufenthalt im April 2012 am &#8222;Bau&#8220; einer solchen &#8222;Wassersammelgrube&#8220; mitgeholfen. Aber alle diese Zisternen, die den Bewohnern des Weinberges oft helfen, ohne zusätzlichem Wasser, was sie teuer bei den Israelis kaufen müssen, &#8222;über den Sommer zu kommen&#8220;, sind aus israelischer Sicht &#8222;illegal&#8220;. Es gibt für  sie &#8222;Abrissbefehle.</p>
<p>Mit der Kontrollen hier am Flughafen ist es, wenn man genauer hinschaut eben viel von Zufälligkeiten abhängig. So wie es vor einem Jahr war, wo ich (unbedacht) erwähnte das ich auf dem Weinberg war. Bei einer meiner Gruppenreisen war es die Info eines Mitglieds der Gruppe, dass wir in Jenin das Friedenstheater besucht hatten. In beiden Fällen bedeutete diese Info, dass der verdächtigungsgrad (ich/wir hatten ja Kontakt mit Palästinensern) stieg, die Befragung intensiver wurde und auch die Kontrolle des Handgepäcks und des Körpers (extrem) intensiviert wurde.</p>
<figure id="attachment_3955" aria-describedby="caption-attachment-3955" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3955" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Battir-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3955" class="wp-caption-text">Auch in Battir, mit seinen berühmten Terrassen, war es in diesem Wochen sehr grün</figcaption></figure>
<p>Ich möchte heute auch noch ein Thema anschneiden, welches ich (vor nunmehr 2 1/2 Wochen) in meinem Gespräch mit Amjad Mitra angesprochen. Es ging dabei um seine konkrete Tätigkeit für den „Weltfriedensdienst“ hier in Palästina.</p>
<p>Der „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD) entsendet Fachkräfte in Krisen- und Konfliktregionen. Sie arbeiten dort mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die in ihrer Gesellschaft und Kultur verwurzelt sind. Als Außenstehende sollen/können die ZFD-Fachkräfte einen anderen Blickwinkel und neue Sichtweisen einbringen, die helfen, Friedensprozesse wirksam anzustoßen und zu begleiten. Mit Beginn der staatlichen Förderung im Jahr 1999 in Deutschland, entwickelte sich dieser „Friedensdienst“ – und mit ihm die zivile Konfliktbearbeitung – von einem Modellversuch zu einem anerkannten Instrument der deutschen Friedens- und Entwicklungspolitik. Im Sinne eines Gemeinschaftswerks von Zivilgesellschaft und Staat arbeiten neun friedens- und entwicklungspolitische Organisationen gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) an der Gestaltung des Programms und seiner strategischen Ausrichtung.</p>
<figure id="attachment_3956" aria-describedby="caption-attachment-3956" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Beduinen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3956" class="wp-caption-text">bei den Jahalin-Beduinen</figcaption></figure>
<p>Einer der neun Gruppen ist der <a href="https://wfd.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Weltfriedensdienst</strong></a>, bei dem Amjad Mitri angestellt ist.<br />
In dem Gespräch mit ihm lernte ich den Begriff „Postkonflikt“ kennen, der die Friedensarbeit meint, die erst dann einsetzt wenn der Konflikt beendet ist. Da man in dem Konflikt Israel&amp;Palästina selbstverständlich nicht von einem Ende sprechen kann, sind andere Maßnahmen erforderlich, so beispielsweise: den Ursachen des Konfliktes auf den Grund zu gehen und die Merkmale des Konfliktes aufzuzeigen. Hierzu dienen beispielweise auch Informationsveranstaltungen. In diesem Zusammenhang gibt Amjad u.a. Kurse für Mitarbeiter der hier tätigen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. In diesen Kursen werden &#8211; gemessen an internationalem Recht – die Menschenrechtsverletzungen in der Besatzung in Theorie und Praxis aufgezeigt werden. Durch diese Infoveranstaltungen will man die Teilnehmer/innen zum einen für diese Themen sensibel machen, es wird aber auch auf einen „Multiplikatoren-Effekt“ gehofft, in dem diese Mitarbeiter/innen ihre Erkenntnisse in ihre Heimatländer tragen. Die Gruppe Al Haq, die Amjad ebenfalls mit seiner Arbeit unterstützt, hat im September 2017 mit drei anderen palästinensischen Menschenrechtsgruppen, dem Staatsanwalt des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, bereits die vierte Mitteilung vorgelegt, in der nachgewiesen wird, dass hochrangige israelische Zivil- und Militärbeamte im besetzten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.</p>
<figure id="attachment_3957" aria-describedby="caption-attachment-3957" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3957" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/soldaten-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3957" class="wp-caption-text">Soldaten in der Altstadt von Hebron</figcaption></figure>
<p>Seit Palästina in der UNO im November 2012 als „Beobachterstaat“ anerkannt wurde, kann es beim internationalen Gerichtshof als Kläger auftreten. Derzeit wird in Den Haag in den Themenbereichen Vertreibung durch Besiedlung, Wasser und Gaza-Blockade geprüft ob eine Anklage erhoben werden kann. Mehr dazu findet der Interessierte Leser/die interessierte Leser/in <a href="http://www.alhaq.org/advocacy/targets/international-criminal-court-icc/1142-2017-09-21-16-53-35" target="_blank" rel="noopener">hier</a></p>
<p>Mittlerweile bin ich wohlbehalten (bei ebenfalls Regenschauern) zu Hause angekommen.</p>
<p>Bitte schaut in den nächsten Tagen noch einmal in meinen Blog. Bevor ich wieder eine Schreibpause bis zur Begegnungsfahrt im November 2018 einlege, werde ich noch ein Fazit meines 12. Aufenthaltes in Palästina ziehen und einen Ausblick wagen.</p>
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		<title>Muain: Mittags rauche ich zur Entspannung eine Wasserpfeife</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2018 18:34:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder im Gefängnis;]]></category>
		<category><![CDATA[Oslo-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Qalandia]]></category>
		<category><![CDATA[Ramallah]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviler Friedensdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, an meinem letzten Tag in Palästina, habe ich noch mal die &#8222;Seiten gewechselt&#8220;, von Ostjerusalem nach Ramallah. 500m vom Paulus-Haus entfernt ist der (palästinensische) Busbahnhof. Von dort fahren die Busse in den Norden der <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/muain-mittags-rauche-ich-zur-entspannung-eine-wasserpfeife/" title="Muain: Mittags rauche ich zur Entspannung eine Wasserpfeife">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, an meinem letzten Tag in Palästina, habe ich noch mal die &#8222;Seiten gewechselt&#8220;, von Ostjerusalem nach Ramallah. 500m vom Paulus-Haus entfernt ist der (palästinensische) Busbahnhof. Von dort fahren die Busse in den Norden der Stadt und eben auch der 218 nach Ramallah. Am Rande sei erwähnt, das die Fahrkarte zwei Preise auszeichnet, den Preis für die Strecke in Jerusalem (6,- Shekel) und den Preis für die Strecke nach dem <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/2164-2/" target="_blank" rel="noopener">Qalandia-Checkpoint</a> bis zum Busbahnhof in Ramallah (1,60 Shekel). Heute hielt der Bus noch vor dem Grenzübergang, eine überraschende Kontrolle aller Fahrgäste durch das israelische Militär.</p>
<figure id="attachment_3936" aria-describedby="caption-attachment-3936" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3936" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/andere-Seite-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3936" class="wp-caption-text">die &#8222;andere Seite&#8220;</figcaption></figure>
<p>Dann bin ich wieder in Ramallah eingetaucht. Mir viel sofort mein letzter Besuch im April 2017 ein, auch damals hatte ich das gleiche Gefühl wie heute: die Stadt &#8222;brummt&#8220;, es werden unglaublich viele Häuser gebaut, die Menschen kaufen ein, das &#8222;Problem Gaza&#8220; scheint ganz weit weg, obwohl es Luftlinie vielleicht 70 km sind. Hier habe ich auch meine &#8222;Weggefährten&#8220; von letzter Woche: Ekki und Rolf wieder getroffen. Sie haben hier in einem Hostel genächtigt das den schönen Namen: <a href="http://ramallahhostel.com" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Area-D&#8220;</a> trägt, in Anspielung auf die, durch das Oslo-Abkommen geschaffenen drei Zonen A,B und C. Mit den beiden sind wir durch die Main-Street in Richtung der Altstadt geschlendert, natürlich haben wir uns an der &#8222;berühmten&#8220; Eisdiele &#8222;Rukab&#8220;das berühmte arabische Eis, das durch &#8222;Mastix (ein arabisches Gummi), eine leicht zähe Konsistenz bekommt.</p>
<figure id="attachment_3937" aria-describedby="caption-attachment-3937" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3937" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Bauboom-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3937" class="wp-caption-text">zweifelhafter (gefährlicher?) Bauboom</figcaption></figure>
<p>Wir sind auf unserem weg mit vielen Menschen in Kontakt gekommen, sei es in dem wunderschönen Obstmarkt, sei es in dem typischen Café oder eben auch auf der Strasse. So sprach uns um die Mittagszeit ein Mann in deutsch an. er hat in Aachen Architektur studiert und lehrt dieses fach nun in der Universität Bierzelt. Wir kamen kurz ins Gespräch, natürlich auch über den Bauboom in dieser Stadt, der auch viele &#8222;Sünden&#8220; vermuten lässt, nicht nur was Stil und Lage angehet, nein auch bezüglich der Statik. Bei vielen Neubauten hat man das Gefühl, dass sie ohne Plan gebaut sind und nicht &#8222;lange halten&#8220;werden.<br />
Muain (Moin ausgesprochen) Qasem Jawabrah bestätigte im Prinzip unsere Annahmen. Für ihn als Fachmann ist es vielfach ein Problem zu sehen, wie hier (oft) ohne Fachleute &#8222;Geld in den Sand gesetzt wird&#8220;. Überhaupt sei es für ihn alles ziemlich belastend, deshalb hat es es sich angewöhnt um die Mittagszeit in einem Café die Wasserpfeife zu rauchen, um &#8222;herunter zu kommen&#8220; wie er sagte. Leider hatten wir keine Zeit, seine Einladung anzunehmen.</p>
<figure id="attachment_3938" aria-describedby="caption-attachment-3938" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3938" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Obstmarkt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3938" class="wp-caption-text">der Obstmarkt in Ramallah:<br />Kunstvoll gestapelt</figcaption></figure>
<figure id="attachment_3939" aria-describedby="caption-attachment-3939" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3939" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Gerard-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3939" class="wp-caption-text">Salwa Duaibis &amp; Gerard Horton</figcaption></figure>
<p>Ekki hatte ein Gespräch mit dem englisch-australischen Rechtsanwalt Gerard Horton, verabredet.Gemeinsam mit seiner Frau Salwa Duaibis und acht anderen Anwaltskollegen arbeiten Sie für die Organisation <a href="http://www.militarycourtwatch.org" target="_blank" rel="noopener">Military Court Watch</a> (MCW). Grundlage ihrer Arbeit ist die UN-Kinderrechtskonvention, die auch von Israel unterzeichnet wurde. Keinem Staat ist es erlaubt, Kindern die unter Besatzung leben, zu diskriminieren, vor allem nicht durch die Anwendung eines anderen Rechtssystem. In diesem Zusammenhang gelten vor allem folgende Regeln (gegen die das israelische Militär ständig verstößt):</p>
<ul>
<li>Kinder dürfen nachts nicht verhaftet werden</li>
<li>Kinder müssen über ihre Rechte, z.b. ihre Aussage zu verweigern, informiert werden</li>
<li>Kinder dürfen weder die Augen verbunden werden, noch dürfen sie gefesselt werden</li>
<li>Kindern darf weder Gewalt angetan, noch dürfen sie bedroht oder ein Geständnis von ihnen erpresst werden</li>
<li>Kinder müssen vor der Untersuchung Gelegenheit bekommen, einen Anwalt zu konsultieren</li>
<li>Kinder müssen während der Untersuchung/Befragung in Begleitung ihrer Eltern oder eines Erziehungsberechtigten sein</li>
<li>Alle Untersuchungen müssen auf Video aufgenommen werden</li>
<li>Kein Kind darf in ein Gefängnis außerhalb der Westbank gebracht werden</li>
</ul>
<p>Um belegen zu können, in welcher Weise nun den Kindern ihre Rechte verweigert werden, beobachtet MCW deren Behandlung vom ersten Moment ihrer Verhaftung an bis zur ihrer Freilassung. Sie dokumentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in regelmäßigen Berichten.</p>
<p>Ich habe unter dem Abschnitt Gastbeiträge in meinen Blog ein Interview mit Gerard Horton vom Januar 2015 eingestellt, welches er der Tageszeitung &#8222;junge Welt&#8220; gegeben hat: <a href="http://marius-blog.de/nicht-nur-gefesselt-sondern-auch-geschlagen/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Nicht nur gefesselt, sondern auch geschlagen&#8220;</a></p>
<p>Der hier verlinkte Beitrag Peter Münch in der SZ vom Juni 2016<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-konflikt-das-gefaengnis-der-kinder-1.3028534" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Das Gefängnis der Kinder&#8220;</a><br />
beschreibt sehr gut die ganze Problematik und vor allem deren Folgen für die Kinder.</p>
<p>Die Organisation MCW leistet ihre wichtige Arbeit ausschließlich mit Spendengeldern.</p>
<p>Auch in Deutschland haben verschiedene Gruppen mit der Thematik intensiver beschäftigt. Das EAPPI-Netzwerk in Deutschland hat auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen bei den Einsätzen ihrer &#8222;Beobachter/innen eine Ausstellung zu dem Thema &#8222;Kinder in israelischer Militärhaft erstellt. <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/tag/gefangnis/" target="_blank" rel="noopener">Mehr dazu hier</a></p>
<p>Die Köln-Bonner Gruppe &#8222;FrauenWegeNahost&#8220; hat vor einigen Jahren eine Broschüre erstellt <em>&#8222;Palästinensische Minderjährige in den Fängen der israelischen Militärjustiz&#8220;<br />
</em><a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19591" target="_blank" rel="noopener">Hier ein Bericht</a> von einer Buchvorstellung dazu im Oktober 2013 in Aachen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ostersonntag – Sonntag – erster Arbeitstag = heute in Jerusalem</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/ostersonntag-sonntag-erster-arbeitstag-heute-in-jerusalem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Apr 2018 18:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie ich schon gestern schrieb, Jerusalem ist eine besondere Stadt. Gerade auch an so einem Tag wie heute. Natürlich ist heute (hier auch) Sonntag, überall in der christlichen Welt, so auch hier in Jerusalem. Dann <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ostersonntag-sonntag-erster-arbeitstag-heute-in-jerusalem/" title="Ostersonntag – Sonntag – erster Arbeitstag = heute in Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ich schon gestern schrieb, Jerusalem ist eine besondere Stadt. Gerade auch an so einem Tag wie heute. Natürlich ist heute (hier auch) Sonntag, überall in der christlichen Welt, so auch hier in Jerusalem. Dann ist aber hier heute auch noch (das orthodoxe) Ostern.<br />
Für alle jüdischen Israelis heißt es heute nach einer Woche Pessach (an der viele eben auch frei hatten) und dem Schabbat gestern, heute ist der erste Arbeitstag. So erlebt man heute hier in Jerusalem, wieder eine wundersam verschiedene Welt, aber eben auch nur wenn man sich, wie ich, eben „zwischen den Welten“ bewegt.</p>
<figure id="attachment_3927" aria-describedby="caption-attachment-3927" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3927" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sonntag-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3927" class="wp-caption-text">der Sonntag, der im israelischen teil von Jerusalem ein Werktag ist</figcaption></figure>
<p>So war ich heute Morgen bei <a href="http://keshetjourneys.com/de/" target="_blank" rel="noopener">Keshet</a>, der israelischen Reiseagentur, die für uns die Organisation die Begegnungsreisen organisiert. Dort kenne ich vor allem Moshe, ein Schweizer Jude. Er hat 2010 meine erste Reise nach Israel (ja ohne Palästina) begleitet, die ich, (damals noch völlig ohne Hintergrundwissen) in diese Region gemacht habe. Mit ihm und seinem Team haben wir natürlich auch über die aktuelle politische Situation gesprochen, aber eben auch über die beiden Reisen die ich im November 2018 und März 2019 plane. Die <a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener">Reise in diesem Herbst</a> wird einen ähnlichen Verlauf nehmen wie die von 2015, die ihr in meinem Archiv verfolgen könnt. Die Reise im Frühjahr 2019 wird im Ablauf den Reisen 2012/2014/2016 und 2017 ähneln.</p>
<figure id="attachment_3928" aria-describedby="caption-attachment-3928" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3928" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Moschee-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3928" class="wp-caption-text">ein Minarett gegenüber dem österreichischen Hospiz in der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>
<p>Zum frühen Nachmittag habe ich dann doch noch einmal Fatima getroffen Wir haben im schönen garten des österreichischen Hospiz in der Altstadt einen Cafe getrunken und Apfelstrudel gegessen. Von Fatima erfuhr dabei, dass ihre ersten beiden Kinder hier im Haus geboren wurden. Das Haus war von 1967 bis Anfang der achtziger Jahre von der jordanischen Regierung angemietet und als Krankenhaus genutzt worden. Fatimas Mann Hassan war hier als Röntgenfachmann beschäftigt.</p>
<p>Laut Fatima war das hier ein sehr renommiertes, und im Grunde genommen das einzige Krankenhaus für die ganze Region.</p>
<p>Zum Abend bin ich dann noch zum Abendgebet der Mönche, der Vesper in die schöne Abteikirche auf dem Zionsberg, der Dormitio gegangen. Für mich ein schöner Abschluss dieses ja so besonderen Sonntages hier in Jerusalem.</p>
<figure id="attachment_3929" aria-describedby="caption-attachment-3929" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3929" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/von-der-Dormitio-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3929" class="wp-caption-text">gestern Abend hatte ich die Möglichkeit aus der Rondunte der Dormitio-Kuppel einen Blick ins Land (hier Richtung Bethlehem) zu werfen</figcaption></figure>
<p>So ganz möchte und kann ich dann aber doch nicht enden. Ich muss das Thema aktuell Gazakrise ansprechen. Auch gestern ist es zu massiven Auseinandersetzungen an der Grenze zu Israel gekommen. Wieder gab es Tote und Verletzte. Vielleicht hat es bei Euch die eine oder andere Meldung in den Medien gegeben.</p>
<p>Aber genau um diese Meldungen geht es mir. Sie sind meist in einer Sprache verfasst, die nicht deutlich herausstellt, was dort wirklich passiert. Nitrit Sommerfeld, eine Jüdin die in München lebt, und Mitglied in der Gruppe Bündnis für die Beendigung der israelischen Besatzung (BIB) ist, hat sich sich so Ihre eigenen Gedanken zu der Sprache und der Wortwahl gemacht, die unsere Medien zu den schlimmen Vorfällen im Grenzgebiet Gaza/Israel benutzen. Ihr Beitrag vom 4. April 2918 mit dem Titel &#8222;Kolonialismus 2.0&#8220; habe ich als <a href="http://marius-blog.de/kolonialismus-2-0/" target="_blank" rel="noopener">Gastbeitrag in meinen Blog genommen</a></p>
<p>Heute erschien auf der <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/heute/nahost-experte-marc-frings-erklaert-warum-die-proteste-im-gazastreifen-wieder-in-gewalt-ausarten-100.html" target="_blank" rel="noopener">Internetseite des ZDF</a> ein ebenfalls lesenswertes Interview mit Marc Frings, dem Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauerstiftung für die palästinensischen Gebiete.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3930" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza.jpg" alt="" width="690" height="900" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza.jpg 690w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gaza-230x300.jpg 230w" sizes="auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px" /></p>
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		<title>Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2018 19:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[heiliges Feuer US Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[ortodoxes Osterfest]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/jerusalem-wundervoll-aufregend-und-zerrissen/" title="Jerusalem wundervoll, aufregend und zerrissen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich wieder in Jerusalem, der so zerrissenen Stadt. Ich habe ja oft über sie und den Vorgängen in dieser Stadt in meinem Blog geschrieben. Über die schleichende „Übernahme“ von Häusern durch die israelischen Siedler vor allem in der Altstadt und eben in Silwan. Ich habe aber auch über die so unterschiedliche Versorgung der Gebiete im Osten der Stadt berichtet, was Schulen, Kindergärten, die Müllentsorgung, die Straßenbeschaffenheit oder eben die Versorgung mit Wasser angeht.</p>
<figure id="attachment_3917" aria-describedby="caption-attachment-3917" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3917" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Silwan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3917" class="wp-caption-text">in Silwan, am Fuße des Al Aqsa Moschee spürt man die schleichende Übernahme palästinensischer Stadtteile durch jüdische Siedler besonders stark</figcaption></figure>
<p>Emad mein palästinensischer Freund hat ja in diesem meinem Blog vor einige Tage in einem Kommentar gefordert, man solle doch den Israelis die gesamte Verantwortung für alle Palästinenser übertragen. Hier in Jerusalem haben sie sich ja nun schon seit 1967 die Verantwortung gewaltsam genommen. Das Ergebnis nach 50 Jahren Besatzung kann sich jeder Besucher selbst vor Augen führen.</p>
<figure id="attachment_3922" aria-describedby="caption-attachment-3922" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3922" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Geburtskirche-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3922" class="wp-caption-text">unter diesen Kuppeln der Grabeskirche sollte auch heute das &#8222;Feuerwunder&#8220; geschehen</figcaption></figure>
<p>Heute war aber ein ganz anderes Thema in Jerusalem an erster Stelle: der Karsamstag der orthodoxen Christen. Rund 350 Mio Orthodoxen Christen in aller Welt schauten heute auf Jerusalem. Hier fand in der Grabeskirche in der Altstadt die über 1.600 Jahre alte Zeremonie der <a href="https://www.die-tagespost.de/aus-aller-welt/aus-aller-welt/Das-Heilige-Feuer-weitergeben;art309,187387" target="_blank" rel="noopener">„Liturgie des heiligen Feuers“</a> statt. Viele orthodoxe Christen wollen live      dabei sein. Die Altstadt glich einer festung, dieses Mal –Gott sei dank- nicht wegen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär. Aber mir wurde von Einheimischen gesagt, dass das Aufgebot an Polizei und Militär in den letzten Jahren immer aufwendiger, ja übertrieben wäre. Vielleicht wird damit ja auch ein politischer Zweck erfüllt.</p>
<figure id="attachment_3918" aria-describedby="caption-attachment-3918" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3918" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Festung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3918" class="wp-caption-text">die Altstadt glich heute einer Festung, vielleicht auh gewollt!?</figcaption></figure>
<p>Wie dem auch sei, man kam in die Altstadt nur über das Jaffa-Gate und dieser Eingang wurde dann auch gegen 12 Uhr geschlossen. Viele der orthodoxen Christen hatten Bündel von Kerzen oder auch keine Laternen dabei. Hiermit wollen sie das für sie heilige Feuer in Empfang nehmen. Ich habe mich vom Ort des Geschehens entfernt gehalten, hatte ich doch schon davon gehört , dass es des Öfteren auch zu Panik und Massenhysterie gekommen war, wenn denn das Feuer entzündet ist. Auch hörte ich davon das sich die armenische Kirche in letzter Zeit wohl kritisch zum „Feuerwunder“ geäußert hat, sehr zum Unwillen der anderen Orthodoxen, die sich „ihr Wunder“ nicht nehmen lassen wollen. Es ist warscheinlich so, wenn die Eltern bei uns dem Kind erklären das es das Christkind nicht gibt, Kinder wollen das nicht war haben.</p>
<figure id="attachment_3919" aria-describedby="caption-attachment-3919" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3919" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/wunder-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3919" class="wp-caption-text">die Flamme brennt, das &#8222;Wunder&#8220; ist wieder geschehen, die orthodoxen Christen sind glücklich<br />Happy Easter</figcaption></figure>
<p>Aber nun zu einem ernsteren Thema<br />
Sicherlich habt ihr alle die weltweite Aufregung mitbekommen, als der US Präsident Trump im Dezember des vergangenen Jahres verkündete, das er die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegen will und damit diese Stadt, die seit 1948 geteilt und seit 1967 durch die Besatzung des Ostteils durch Israel „zwangseingemeindet“ wurde als Hauptstadt von Israel anerkannt hat. Weltweit, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Honduras ist diese Aktion des Präsidenten der USA auf Ablegung gestoßen.</p>
<p>Die USA wollen nun, wie man hört, ihre Botschaft nun doch viel früher eröffnen als bislang erwartet. Bereits im Mai würden der Botschafter und ein kleines Team in das bisherige Konsulat in Jerusalem umziehen, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde ein Schild angebracht, dass das Gebäude als Botschaft ausweise.</p>
<figure id="attachment_3920" aria-describedby="caption-attachment-3920" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3920" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Konsulat-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3920" class="wp-caption-text">das &#8222;alte&#8220; US-Kosulat in Ostjerusalem wurde vor Jahren in den Westteil von Jerusalem verlegt</figcaption></figure>
<p>Eher zufällig bin ich in diesen Tagen an dem amerikanischen Konsulat vorbeigekommen. Ein eher kleines unscheinbares Gebäude relativ zentral in Jerusalem gelegen, vielleicht 1 km von der Altstadt entfernt. In den letzten Wochen gab es Anzeichen dafür, dass der „offizielle“ „Umzug“ der Botschaft am 15. Mai stattfinden soll. Konkret heißt es wahrscheinlich: einige wenige Büros werden wechseln und wie gemeldet das Türschild wird geändert. Das dieser geschichtsträchtige Tag &#8211; an dem 1948 Israel seine Unabhängigkeit erklärt hatte, aber eben auch der Tag an dem die Palästinenser seit eben nunmehr 70 Jahre ihren nationalen Gedenktag die NAKBA begehen – für diesen symbolischen Akt vorgesehen ist, zeigt mir einmal mehr, wie rücksichtslos mit den Empfindungen von Milionen Palästinensern umgegangen wird.</p>
<figure id="attachment_3921" aria-describedby="caption-attachment-3921" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3921" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Botschaft-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3921" class="wp-caption-text">das derzeitige US-Konsulat kommt eher &#8222;unscheinbar&#8220; daher</figcaption></figure>
<p>Das „Oslo-Abkommen“, dass viele „Politikexperten ja als gescheitert ansehen, hat sich im Übrigen zur „Jerusalemfrage“ wie eben auch zu vielen anderen, für die Palästinenser so wichtigen Fragen nicht geäußert.</p>
<p>Sehr detailliert hat mir Amjad (vor nun schon 2 Wochen in Beit Sahur) bei in unserem Gespräch seine Meinung zu den <a href="http://marius-blog.de/das-oslo-abkommen/" target="_blank" rel="noopener">Oslo-Verträgen</a> erläutert.</p>
<p>Er sieht das ganze Procedere der beiden Oslo-Vereinbarungen wie einen Mietvertrag. Israel ist der Vermieter, die Palästinenser die Mieter. Israel hat alle seine Forderungen durchgesetzt: zum Beispiel Anerkennung durch die PLO oder das Recht der Absicherung der Grenze nach Jordanien. Die Palästinenser haben keine ihrer Forderungen erreicht, wie die Wasserfrage, Rückkehr der Flüchtlinge oder auch Klärung der „Jerusalem-Frage“. Für Amjad gibt es an der derzeitigen Situation zwei Gewinner: der Staat Israel verdient Milliarden an der Besatzung, die „Familienklicke“ um Präsident Abbas die in Palästina das Sagen hat verdient Millionen. Es fehlt also bei beiden Verantwortlichen ein wirkliches Interesse etwas an der derzeitigen Situation zu verändern. Wirklich eine ernüchternde Ansicht.</p>
<p>Es hat in den vergangenen Wochen viele ablehnende und verständnislose Stimmen aus Gesellschaft und Politik zu diesem (einseitigem)Vorgehen der USA bezüglich Jerusalem gegeben. Ich möchte den Leser/innen meines Blogs hierzu einen <a href="https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/trumps-erklaerung-die-kirchenfuehrer-und-das-verschwinden-der-christen-aus-bethlehem/" target="_blank" rel="noopener">Auszug einer Erklärung der christlichen Kirchenoberhäupter</a> bekannt geben, die sehr deutlich ist, aber eben auch keinen Einfluss nehmen wird</p>
<p><em>„Die internationale Gemeinschaft muss eine Lösung finden, um Jerusalem zu einer internationalen und für alle offene Stadt zu machen. Es kann nicht eine Seite sein, die erklärt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels oder Palästinas oder anderer Länder sein soll. Jerusalem muss eine für alle offene Stadt sein! Papst Johannes Paul II. mahnte schon vor Jahren: Wenn es keinen Frieden in Jerusalem gibt, wird der Frieden in der ganzen Welt unmöglich.“</em></p>
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		<title>Hier lebt man in zwei Welten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Apr 2018 21:30:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dheisheh Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder habe ich hier das Gefühl in völlig von einander getrennten Welten zu leben. Dabei meine ich eben nicht nur den massiven Unterschied zwischen der Welt „Palästina“ und der Welt „Israel“. Vor drei Tagen <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/hier-lebt-man-in-zwei-welten/" title="Hier lebt man in zwei Welten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder habe ich hier das Gefühl in völlig von einander getrennten Welten zu leben. Dabei meine ich eben nicht nur den massiven Unterschied zwischen der Welt „Palästina“ und der Welt „Israel“.</p>
<p>Vor drei Tagen berichtete ich von der Welt in der Hebronner Altstadt und der Welt 500m Meter entfernt in der Stadt Hebron selbst. Oder die zwei Welten zwischen einer christlich geprägten Stadt wie Beit Jala oder Beit Sahur oder der muslimischen Stadt Nablus. Aber die Grenzen sind eben auch fließend&#8230;</p>
<figure id="attachment_3907" aria-describedby="caption-attachment-3907" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3907" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Frühstück-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3907" class="wp-caption-text">Frühstück bei Mukarker</figcaption></figure>
<p>Heute Morgen war ich zum Frühstück bei Familie Mukarker eingeladen. Schon oft habe ich den wunderbaren Blick vom Balkon genossen. Faten erzählte mir, dass im Nachbarhaus ein Sohn geboren sei, der Erste nach 4 Mädchen, Grund ein großes Fest zu feiern. Also gibt es heute am eher ruhigen Karfreitag der Orthodoxen Christen, zu dem auch die Familie Mukarker gehört, in der Nachbarschaft ein (wahrscheinlich sehr lautes) Freudenfest mit 3-400 Gästen.</p>
<figure id="attachment_3908" aria-describedby="caption-attachment-3908" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3908" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Taufe-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3908" class="wp-caption-text">beim muslimischen Nachbarn wird die Geburt des ersten Jungen gefeiert</figcaption></figure>
<p>Mit bei der Frühstücksrunde war neben dem Ehepaar Mukarker, ihrer kleinen Enkeltochter, auch Saeed dabei, die ich <a href="http://marius-blog.de/blog/zu-gast-im-fluechtlingscamp-deheishe/" target="_blank" rel="noopener">vor Jahren</a> in ihrer Wohnung im Dheisheh Camp besucht hatte. Damals war ihr ältester Sohn schon monatelang inhaftiert. Saeed hat 5 Kinder und mittlerweile auch schon zwei Enkelkinder. Faten erzählte, dass Saeed bereits bei der Geburt, ihrem ebenfalls zu selben Zeit geborenen Cousin als Ehefrau versprochen wurde. Saeed selbst hatte von dieser „Vereinbarung“ ihrer Eltern mit dem Bruder des Vaters erst erfahren, als ihr mit 14 Jahren „unvermittelt“ mitgeteilt wurde, dass sie nun verlobt sei.</p>
<figure id="attachment_3909" aria-describedby="caption-attachment-3909" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3909" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Blick-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3909" class="wp-caption-text">Blick vom Balkon auf Beit Jala</figcaption></figure>
<p>Für Saeed sind es auch zwei Welten in der sie lebt. Zum einen das so sehr beengte, sehr einfache Leben im muslimisch geprägten Camp und das Leben bei der doch relativ gut situierten christlichen Familie Mukarker</p>
<p>Ich habe heute das arabische Frühstück genossen. Es gab Humus, Falafel, Rührei und Pita-Brot, aber auch Jogurt und leckere, von Faten`s Ehemann Nicola, selbstgemachte Aprikosen-Marmelade. Heute Abend bin ich zum jüdischen Sabbat bei Michal unserer Reiseführerin geladen. Heute geht das siebentägige Pessach-Fest zu Ende und gleich schließt sich der wöchentliche jüdische Ruhetag der Sabbat (auch Schabbar genannt) an. Jetzt dürfen wieder die gesäuerten Brote und andere Speisen zu sich genommen werden. Also wieder zwei völlig verschiedene Welten in die ich heute eintauchen konnte.</p>
<figure id="attachment_3911" aria-describedby="caption-attachment-3911" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3911" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Karfreitagkekse-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3911" class="wp-caption-text">Karfreitag-Kekse:<br />im Vordergrund der Schwamm mit Essig (gefüllt mit Nüssen), außerdem die &#8222;Dornenkrone&#8220; gefüllt mit Dattelmus</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann habe ich mich wieder mit dem Bus 231 von Beit Jala nach Jerusalem begeben, somit wiederum die Seiten und die Welten geändert. Bis zu meiner Abreise am Dienstag werde ich nun wieder im Paulus-Haus übernachten.<br />
Zum Nachmittag habe ich mich dann aufgemacht um zu Michal zu gelangen. Ich wusste ungefähr wo sie wohnt, weil wie vor 1 ½ Jahren bei meiner damaligen Gruppenreise schon mal bei ihr zum Sabbatessen waren. Ich genoss zunächst &#8211; wie schon damals &#8211; die Ruhe, die in den jüdischen Vierteln von Jerusalem am Nachmittag so langsam richtig „einsickert“. Es ist wirklich so wie bei uns am 24. Dezember, de, Heiligen Abend. An diesem Tag wird es auch zu Abend hin immer stiller und friedlich.</p>
<figure id="attachment_3912" aria-describedby="caption-attachment-3912" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3912" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/ruhe-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3912" class="wp-caption-text">Schabbat-Ruhe</figcaption></figure>
<p>Festlich gekleidete Menschen gehen durch die Straße. Als ich in den Bezirk kam, wo die (kleine) Strasse Rabbi Chalafta sein sollte, wollte ich mich durch Nachfragen vergewissern. Das stellte sich aber dann doch schwieriger aus als gedacht. Viele, die ich ansprach konnten kein Englisch, andere kannten die Strasse nicht. Letztlich hatte aber ein junger Mann ein Handy dabei (trotz Sabbat!), er hat mir dann die genaue Stelle „gegoogelt“. So stand ich dann vor Dem Haus Nr. 12, aber wie weiß ich welche (Hebräischen) Klingelknopf ich drücken muss?? Also habe ich gerufen: Michal&#8230;und mir ward aufgetan. Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn bin ich dann in die Syngoge, wo der fromme Jude den Sabbat mit einem Gottesdienst beginnt. Anschließend gab es dann das Essen, welches auch nach <a href="http://www.judentum-projekt.de/religion/religioesegrundlagen/sabbat/" target="_blank" rel="noopener">bestimmten Regeln</a> gestartet wird. Es gab erst eine kalte Vorspeise, dann eine Suppe, anschließend Fleisch, Salat und Süßkartoffeln und schließlich Kuchen und Tee. Zum Abschluss wurde noch ein Gebet gesprochen. Das ganze Essen dauerte so etwa 2 Stunden.</p>
<figure id="attachment_3910" aria-describedby="caption-attachment-3910" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3910" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/2welten-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3910" class="wp-caption-text">auch zwei Welten</figcaption></figure>
<p>Ich habe mich dann auf den Heimweg gemacht und wieder diese wunderbare ruhige Atmosphäre genossen. Es waren ganz wenig Menschen auf der Straße (wenn, meist mit Hunden!). Hier und da hörte man aus den Fenstern Gesänge, die wohl auch zu den Sabbat-Traditionen gehören. Als ich mich dann nach etwa einer ¾ Stunde Fußweg der Altstadt näherte kam ich wieder in eine andere (arabische) Welt. Hier war wieder Autoverkehr, manch frisiertes Motorrad knatterte laut, eben Großstadtverkehr an einem Freitagabend.</p>
<p>Zum Schluss des heutigen Tagesblogs möchte ich noch von einem Erlebnis berichten, dass mich heute morgen beim Frühstück sehr berührt hatte. In der Abrahams-Herberge war auch eine Gruppe aus Amerika zu Gast. Beim Frühstück setzte sich ein (farbiges) Mitglied der Gruppe, aus Seattle kommend, an meinen Tisch. Wir kamen ins Gespräch über unsere Erlebnisse hier in Palästina. Auf einmal fragte er mich, ob wir kurz beten wollten. Nach meiner Zustimmung, fasste er mich an den Händen und sprach mit eigenen Worten Hoffnungen und Bitten für die Menschen hier in Palästina an Gott aus. Ich war beeindruckt.</p>
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		<title>„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 20:45:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dheisheh Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/beste-lehrerin-der-welt-im-fluechtlingscamp-geboren/" title="„Beste Lehrerin der Welt“ im Flüchtlingscamp geboren">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich nach dem Besuch des Weinberges mit dem Service-Taxi zurück nach Bethlehem gefahren. Ich habe am Dheisheh Flüchtlingscamp anhalten lassen. Das Camp liegt an der Straße von Bethlehem nach Hebron. Es wurde 1949 für etwa 3.000 Menschen eingerichtet – heute liegt die Einwohnerzahl bei etwa 16.000. Das Lager ist damit das viertgrößte Camp in der Westbank. Es ist eines von drei Camps die in der Region von Bethlehem errichtet wurden. Die beiden anderen („Aida“ und AL Azzeh) sind wesentlich kleiner, aber durch ihre Lage unmittelbar an der Mauer und am Checkpoint 300, wesentlich häufiger in (oft nächtliche) Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär verwickelt.</p>
<figure id="attachment_3889" aria-describedby="caption-attachment-3889" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3889" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Eingang1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3889" class="wp-caption-text">Einer der Eingänge zum Dheisheh-Camp</figcaption></figure>
<p>Immer wieder kommt es aber auch im Dheisheh Camp zu nächtlichen gewaltsamen Razzien der israelischen Armee, obwohl das Lager in der A-Zone liegt und damit nach den Oslo-Vereinbarungen der vollen Kontrolle der palästinensischen Sicherheitskräfte untersteht. Der letzte größere Zwischenfall datiert von Anfang 2018, wo es 10 Verletzte Palästinenser gab.</p>
<figure id="attachment_3890" aria-describedby="caption-attachment-3890" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3890" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Tor-Dheiheshe.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3890" class="wp-caption-text">Als schlimme Erinnerung:<br />oft der einziger Eingang während der ersten Intifada (1987-1993)</figcaption></figure>
<p>Eine positive Nachricht aus dem Dheisheh Camp macht im März 2016 weltweite Schlagzeilen: Hanan al-Hroub, geboren im Dheisheh Camp, 43-jährige Mutter von fünf Kindern und Lehrerin an einer Grundschule in Ramallah, wurde von der <a href="https://www.varkeyfoundation.org" target="_blank" rel="noopener">Londoner Varkey-Stiftung</a> als die <a href="http://www.dw.com/de/palästinenserin-erhält-weltlehrerpreis/a-19116361" target="_blank" rel="noopener">„beste Lehrerin der ´Welt“</a> ausgezeichnet. Die Ehrung war mit einem Preisgeld von einer Millionen Dollar verbunden. Ausschlaggebend, so die Jury war ihr Motto „Nein zur Gewalt“, dass sie ihren Schülern nahebringt. „Unsere Waffe ist das Wissen“ lautet ihr Motto.</p>
<figure id="attachment_3891" aria-describedby="caption-attachment-3891" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3891" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Kunst-Deheiheshe.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3891" class="wp-caption-text">Kunst im Camp:<br />Ikonen des Widerstandes:<br /><a href="https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=1421" target="_blank" rel="noopener">Handala</a> und der Schlüssel</figcaption></figure>
<p>Heute wollte ich mich eigentlich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Baumgarten" target="_blank" rel="noopener">Helga Baumgarten</a>. Sie ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit 1993 an der palästinensischen Universität in Bir Zait bei Ramallah. Leider hat das Treffen aus privaten Gründen nicht geklappt.</p>
<p>Ich werde sie aber hoffentlich auf dem Katholikentag in Münster treffen. Dort plant die Nahost-Kommission von pax christi am 11. Mai 2018 eine <a href="https://www.paxchristi.de/kommissionen/view/5305177963757568/Kommission%20Nahost" target="_blank" rel="noopener">Plenums-Veranstaltung</a> zum Thema „Gaza – der bekannteste unter den vergessenen Konflikten“. Frau Baumgarten ist dort eine der Plenumsteilnehmer/innen.</p>
<p>Statt dessen habe ich mich gerne noch einmal auf dem Weg nach Zatara zu Fatima und ihrer Familie gemacht. Ich weiß es von vielen Begegnungen mit ihr, dass sie sehr froh ist, sich mit mir über die Situation in ihrer Familie, Ihrer Region, aber eben auch zu allen anderen Dingen die das (ihr) Leben betreffen, unterhalten zu können.</p>
<figure id="attachment_3892" aria-describedby="caption-attachment-3892" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3892" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Stau-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3892" class="wp-caption-text">Stau in der Geburtsstadt Jesu</figcaption></figure>
<p>Ich hatte das Glück das mich heute Adib, der Taxifahrer, der mich vor Jahren zum Weinberg gebracht hatte und dann 1000,- Shekel zahlen musste nach dem etwa 10 Km entfernten Beduinendorf bringen konnte. leider gab es wegen eines Unfalls auf der Straße Beit Sahur ein solch großes Verkehrschaos, dass wir fast 2 Stunden für die doch relativ kurze Strecke brauchten. So hatten wir im Auto Zeit etwas zu plaudern. Auch Adib hat natürlich persönliche Probleme. Seine 31-jährige Tochter lebt mit den 2 Kindern bei ihm im Haushalt. der geschiedene Ehemann zahlt keinen Unterhalt&#8230;Ja und als Taxifahrer in dieser Region kann man auch keine Sprünge machen. Wenn das Schicksal es nicht gut meint&#8230;.</p>
<p>Bei Fatima war wie erwartet die Freude groß. Da noch Ferien ist waren wieder so ziemlich alle Enkelkinder bei Ihr. Heute habe ich ein wenig mit ihnen gesungen: Die Affen rasen durch den Wald&#8230;war mdi n einstieg. und was singen arabische Kinder in der Region von Bethlehem&#8230;. ja genau: &#8222;Jingle Bells&#8220;</p>
<figure id="attachment_3893" aria-describedby="caption-attachment-3893" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3893" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Fatima-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3893" class="wp-caption-text">ich soll alle, die Fatima kennengelernt, haben von ihr grüßen, was ich hiermit sehr gerne tue.</figcaption></figure>
<p>Von Fatima erfuhr ich heute, nicht nur einiges zur <a href="http://arabisch.com/733/arabische-hochzeitsbraeuche-zwischen-moderne-und-tradition/" target="_blank" rel="noopener">Tradition des Henna-Abends</a>, einer ganz alten Sitte kurz vor der Hochzeit zu dem sie auch heute geladen ist. sie hatte mir ja schon öfters erzählt das es so viele Termine in ihrer Großfamilie gibt. So ist dieser Henna-Abend ja nur der Abschiedsabend der Braut von ihrer Familie, Die eigentliche Hochzeit folgt dann in der Regel ein paar Tage später.<br />
Fatima erzählte aber auch von ihrer Tochter die in Amman in  Jordanien verheiratet ist. Sie und auch ihre Söhne unterstützen sie finanziell, da ihr Schwiegersohn dort (meist) keine Arbeit hat. „Sonst würde die Familie mit drei Kindern verhungern.“ , so Fatima. Eine solche familiäre Hilfe ist hier in der arabischen Welt, eine totale Selbstverständlichkeit. Es gibt wohl in Jordanien, neben vielen unglaublich reichen Menschen, eben auch viele Arme Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Daoud Nassar: „Wir machen weiter“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2018 17:16:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit diesem Satz, fast einem Vermächtnis gleichend, beendet Daoud in der Regel seine Vorträge in Deutschland aber auch hier bei Besuchergruppen auf dem Weinberg. Nachdem ich nun schon mehr als zwei Wochen in der Region <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-wir-machen-weiter/" title="Daoud Nassar: „Wir machen weiter“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Satz, fast einem Vermächtnis gleichend, beendet Daoud in der Regel seine Vorträge in Deutschland aber auch hier bei Besuchergruppen auf dem Weinberg. Nachdem ich nun schon mehr als zwei Wochen in der Region bin, war es an der Zeit, mal wieder einen ganzen Tag auf dem schönen Gelände zu verbringen. So kam es dann auch heute wieder dazu das ich bei einer (von zwei) Gruppen diesen schon legendären Satz von Daoud zu hören bekam.</p>
<figure id="attachment_3877" aria-describedby="caption-attachment-3877" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3877" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3877" class="wp-caption-text">frisch gepflügt an den jungen Olivenbäumen</figcaption></figure>
<p>Wie schon so oft hat mich Daher mit seinem nun 32 Jahre alten Mercedes an der Abraham-Herberge abgeholt. Mit in seinem Auto saß seine Mutter, die meist den Tag auf dem Weinberg verbringt, und dort auch für das leckere Mittagessen zuständig ist. Außerdem sein Neffe Bishar, Sohn des Bruders Toni, der sich in den Oster-)Ferien gerne auf dem Weinberg aufhält.</p>
<figure id="attachment_3878" aria-describedby="caption-attachment-3878" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3878" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3878" class="wp-caption-text">ein Blütenteppich</figcaption></figure>
<p>Ich hatte zunächst Zeit ein wenig alleine über das große Gelände zu streifen. Es hatte sich wirklich ein „Frühlingskleid“ angelegt. Es war so grün hier, e blühten soviel Blumen, dass man es sich fast gar nicht vorstellen konnte, das im Sommer nach langer Regenpause, hier doch vieles verdorrt ist. Ich bemerkte bei meinem Rundgang ein großes (neues?) Gewächshaus, den „Schulgarten“ erstellt und gepflegt von einer Gruppe der „Heimstätte Dünne“, den etwas zugewachsen <a href="https://www.engel-der-kulturen.de/projekt.html" target="_blank" rel="noopener">„Engel der Kulturen&#8220;</a>), die sprossenden Rebstöcke, die blühenden Apfelbäume, die große Hühnerschar, die etwas in die Jahre gekommenen „Kompost-Toiletten (neue komfortablere) sind im „Rohbau“ fertig.</p>
<figure id="attachment_3879" aria-describedby="caption-attachment-3879" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3879" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent5-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent5-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent5-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent5-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3879" class="wp-caption-text">der &#8222;Schulgarten&#8220;</figcaption></figure>
<p>Es war heute sehr ruhig auf dem Berg, kein hämmern der Steinrammen war zu hören, kein Hubschrauber der Armee nervte, es ging ein relativ starker wind über den Hügel, den ich aber bei wunderschönem Sonnenschein gut ertragen konnte. Man hat den Eindruck das die vielen Siedlungen, die den Weinberg umgeben (wie auch die palästinensischen Dörfer) immer größer werden.</p>
<figure id="attachment_3880" aria-describedby="caption-attachment-3880" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3880" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent2-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3880" class="wp-caption-text">im Tal auf 5 Terrassen:<br />hunderte Obstbäume und Rebstöcke neu gepflanzt</figcaption></figure>
<p>Nach dem leckeren Mittagessen, bei dem ich auch die beiden derzeit einzigen Volontäre (aus den Niederlanden) kennenlernte, bin ich mit Daoud und Daher ins Tal gefahren. Dort hat die Familie, wie vielleicht dem einen oder der anderen bekannt, in der Talsenke zwischen dem Weinberg und dem Berg auf dem die Siedlung Neve Daniel ist eine recht große Parzelle, die 2014 „traurige“ Berühmtheit erfahren hatte, weil dort (von wem genau ist nicht sicher bekannt) Hunderte von Aprikosenbäumen und Rebstöcken zerstört und untergegraben wurden. Dort ist auch eine alte Höhle, in der in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, die Familie Nassar gewohnt hatte. Diese Höhle soll nun wieder „wohnbar“ gemacht werden, damit dort, weit entfernt (3-4 km Fahrweg) vom Weinberg, auch Personen das dortige Gelände „beschützen“ können.</p>
<figure id="attachment_3882" aria-describedby="caption-attachment-3882" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3882" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent3-1-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent3-1-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent3-1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3882" class="wp-caption-text">die beiden Brüder: Daher und Daoud bei der Arbeit<br />Ein Schloss für die Tür der Höhle muss eingesetzt werden</figcaption></figure>
<p>Ich habe in meinem heutigen Tagesbericht nichts über die verschiedenen gerichtlichen Auseinandersetzungen zur Klärung der Eigentumsfrage des Geländes geschrieben, die die Familie nach wie vor „in Atem“ halten. Aber es gibt eben auch nicht wirklich etwas Neues. Es bleibt bei dem was Daoud Nassar immer sagt: wir machen weiter</p>
<figure id="attachment_3883" aria-describedby="caption-attachment-3883" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3883" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent4-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent4-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent4-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/tent4-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3883" class="wp-caption-text">und weiter kommen auch Gruppen lassen sich vom &#8222;Road-Blog&#8220; nicht abschrecken</figcaption></figure>
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		<title>Pessach-Fest in Israel = demütigende Zustände in Hebron/Palästina</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Apr 2018 19:28:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Artas]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester Rosa]]></category>
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					<description><![CDATA[An und für sich wollten wir heute an einer Informationstour der Gruppe Machsom Watch teilnehmen. Roni Hammermann sprach letzte Woche davon, dass diese Tour an die „Nahtstellen“ gehen würde, nämlich die Orte in Palästina, wo <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pessach-fest-in-israel-demuetigende-zustaende-in-hebronpalaestina/" title="Pessach-Fest in Israel = demütigende Zustände in Hebron/Palästina">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An und für sich wollten wir heute an einer Informationstour der Gruppe Machsom Watch teilnehmen. Roni Hammermann sprach letzte Woche davon, dass diese Tour an die „Nahtstellen“ gehen würde, nämlich die Orte in Palästina, wo die Menschen durch den Zaun/Mauer von ihren Feldern getrennt sind. Hier kann es dann vorkommen, dass der Checkpoint morgen nur zu einer bestimmten (kurzen) Zeit geöffnet wird, dann erst wieder am Abend. Oft eben auch gar nicht, also eine totale Abhängigkeit von den „Launen&#8220; der israelischen Besatzer. Gestern bekamen wir von den Veranstaltern die Nachricht, dass vor dem Hintergrund der vielen Unruhen in der Westbank, wegen der schlimmen Vorfälle an der Grenze zum Gazastreifen, man sich aus Sicherheitsgründen entschlossen habe, die Tour nicht durchzuführen. Schade aber doch sehr nachvollziehbar.<br />
Machsom Watch (MW) hatte mir im Vorfeld mitgeteilt, dass auch viele Israelis an dieser Tour teilnehmen, für viele das erste Mal das sie die Region der Westbank besuchen. Durch die Erlebnisse motiviert haben sich anschließen viele zur Mitarbeit bei MW entschlossen.</p>
<figure id="attachment_3870" aria-describedby="caption-attachment-3870" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3870" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Landschaft-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Landschaft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Landschaft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Landschaft-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3870" class="wp-caption-text">schöne, fruchtbare Landschaft auf dem Weg nach Hebron</figcaption></figure>
<p>Spontan haben wir uns dann heute entschlossen, den vor einigen Tagen geplanten Besuch in Hebron (den wir am Tag nach den Vorfällen an der Gaza-Grenze ebenfalls aus Sicherheitsgründen abgesagt hatten) heute nachzuholen. Mit einem Service-Taxi sind wir dann von Bethlehem in einer guten halben Stunde nach Hebron gefahren. Auch hier weiß der/die regelmäßige Leser/in, dass ich schon sehr oft in dieser größten Stadt in der Westbank war, die so sehr geprägt ist von täglichen Auseinandersetzungen zwischen den 7-800 Siedlern und den dort lebenden Palästinensern. Es fängt immer so unspektakulär an. Man erreicht eine große Stadt die geprägt ist von vielen Autos, Geschäften und eben vielen, vielen (oft junge) Menschen. Und dann kommt man an die stelle wo es plötzlich anders wird, wo die Geschäfte geschlossen sind wo man durch einen stark gesicherten Checkpoint muss und dann steht man gefühlt in einer „Geisterstadt“.</p>
<figure id="attachment_3861" aria-describedby="caption-attachment-3861" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3861" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/eingang-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/eingang-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/eingang-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/eingang-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3861" class="wp-caption-text">der Eingang zur Altstadt von Hebron heute militärisch gesichert</figcaption></figure>
<p>Wir hatten uns zunächst mit Mitgliedern der Gruppe <a href="https://hyas.ps/issa-amros-trial/" target="_blank" rel="noopener">„Youth Against Settlemans“</a> verabredet. Wir sprachen mit dem Bruder des auch in Deutschland bekannten Aktivisten Issa Amro, Achmed. Issa ist wegen einer schweren Erkrankung zur Behandlung in Malaysia.Er wurde vor Jahren von den Vereinigten Nationen zum &#8222;Menschenrechtsverteidiger des Jahres&#8220; gewählt. Issa war Ende letzten Jahres wegen (gewaltfreier) Protestaktionen inhaftiert worden. Nach weltweiten Interventionen (auch in Deutschland hatte <a href="https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/farid-al-atrash-und-issa-amro" target="_blank" rel="noopener">Amnesty</a> zu einer Briefaktion aufgerufen), wurde er nach einigen Wochen wieder entlassen.</p>
<p>Derzeit liegen wohl 18 Anklagen gegen ihn vor. Das Büro der Gruppe „Youth Against Settlemans“ liegt nicht weit entfernt von der Wohnung eines Mannes, er hieß Hashem Azzeh, den ich im <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-haben-keine-angst/" target="_blank" rel="noopener">Herbst 2014</a> mit meiner Gruppe gelernt hatte, und der mittlerweile durch einen Tränengas-Angriff qualvoll erstickt ist.</p>
<figure id="attachment_3862" aria-describedby="caption-attachment-3862" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3862" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/bereitschaft-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/bereitschaft-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/bereitschaft-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/bereitschaft-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3862" class="wp-caption-text">gleich geht es los</figcaption></figure>
<p>Wir haben uns dann in die Altstadt begeben, dort wo der Weg zur Abrahams-Moschee führt. Hier war alles anders als ich es bisher erlebt habe. Unglaublich viel Militär, Soldaten mit Hunden, die (was weiß ich) erschnüffeln sollten. Alle Meter waren Soldaten positioniert. Außer uns dreien gab es so gut wie keine Fußgänger. Irgendwann trafen wir eine Gruppe junger belgischer Studenten, die auch ziemlich (verstört) beeindruckt waren. Irgendwann kamen wir an ein verschlossenes Tor vor dem massenhaft Soldaten standen. Irgendwann erfuhren das der Zugang zum Grab von Abraham (eben besagte Moschee) an den Feiertagen der Juden (das Pessach-Fest dauert eine Woche) geschlossen seine. Es wurden Sicherheitsgründe genannt, will soviel Juden in die ebenfalls am Abrahamsgrab gelegene Synagoge wollten.</p>
<figure id="attachment_3864" aria-describedby="caption-attachment-3864" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3864" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zugang--1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zugang--1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zugang--300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zugang--768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3864" class="wp-caption-text">verschlossen war das Tor</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber das war noch nicht alles: Auf einmal kamen jeepartige Militärfahrzeuge durch die enge Altstadtgasse gefahren. In ihrem Gefolge eine große Gruppe &#8211; an ihrer Kleidung als Juden erkennbar- die wohl in einer Art Sightseeing-Marsch durch die palästinensische Altstadt geführt wurden. Ein Tour-Guide sprach durch ein Mikrofon. Hier und da guckte man sich die (wenige) ausgelegte Ware an.</p>
<figure id="attachment_3865" aria-describedby="caption-attachment-3865" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3865" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/besichtigung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/besichtigung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/besichtigung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/besichtigung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3865" class="wp-caption-text">Sightseeing</figcaption></figure>
<p>Natürlich war die Gruppe durch ein starkes Militäraufgebot begleitet. Später kamen wir an ein Tor, dort wartete schon die nächste Gruppe „auf Einlass“. Eine wirklich bizzare Situation die wir &#8211; als ja „Außenstehende“ –mit erleben mussten. Schaute man in die Gesichter der wenigen palästinensischen Geschäftsleute, sie sprachen „Bände“. Es war sie eine derart demütigende Situation, dass mir zur Beschreibung ihrer Blicke die Worte fehlen. Eine junge (ca 15 Jahre alte Israelin) fragte mich, wo ich denn her komme. Meine Antwort. „From Germany“ und was ich hier tue wollte sie noch wissen. Ich antwortete „I visit Israel and Palestine“</p>
<p>Ihre Antwort/Frage: „Where is Palestine“</p>
<p>Ich will es nicht weiter ausführen wie das Gespräch geendet ist. Auch ein Soldat meinte auf meine Frage, was er denn eigentlich hier in der palästinensischen Altstadt mache: „For you safety“.</p>
<figure id="attachment_3867" aria-describedby="caption-attachment-3867" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3867" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/israelischer-Torguide-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/israelischer-Torguide-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/israelischer-Torguide-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/israelischer-Torguide-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3867" class="wp-caption-text">Tourguide aus Israel</figcaption></figure>
<p>Da ich merkte, dass meine Stimmung (nach fast drei Stunden deprimierender Erlebnisse) immer mehr dazu neigte, laut und aggressiv zu werden, ob diesem offensichtlichen menschlichem Unrecht für die palästinensische Bevölkerung in der Altstadt, habe ich meinen beiden Begleitern vorgeschlagen, den Rest des Tages an einem warlich schönerem Ort zu verbringen. Interessant für mich war, dass etwa 1 km von der Altstadt entfernt, dass Leben weiter so war, wie wir es am Morgen bei der Ankunft erlebt hatten.</p>
<figure id="attachment_3866" aria-describedby="caption-attachment-3866" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3866" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kontrolle-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kontrolle-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kontrolle-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3866" class="wp-caption-text">Kontrolle eines aus meiner Sicht harmlosen jungen Mannes der Waren brachte</figcaption></figure>
<p>Auf der Rückfahrt nach Bethlehem sind wir am Eingang des Artas-Tales aus dem Service-Taxi gestiegen. Dort haben wie eine schöne Wanderung an den Teichen von Salomon vorbei gemacht. Es handelt sich um drei riesige Zisternen, die angeblich Salomo für die Wasserversorgung von Jerusalem angelegt hat. Sie haben ein Fassungsvermögen von etwa 300.000 qm.</p>
<figure id="attachment_3868" aria-describedby="caption-attachment-3868" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3868" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zisterne-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zisterne-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zisterne-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/zisterne-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3868" class="wp-caption-text">eine Zisterne ist leer</figcaption></figure>
<p>Wir sind durch das grüne Tal gewandert und kamen nach etwa 3 Kilometer am Kloster der „Verschlossenen Gärten“ an. Hier war ich schon häufig. Viele Gruppen haben dort Schwester Rosa kennen gelernt. Es hat uns allen, nach den schlimmen Erlebnissen in Hebron, gut getan, uns mit diesem Ausflug in die wunderschöne Frühlingslandschaft Palästinas ein wenig auf schönere Gedanken zu bringen.</p>
<figure id="attachment_3869" aria-describedby="caption-attachment-3869" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3869" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/kloster-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3869" class="wp-caption-text">das wunderschöne Kloster &#8222;zum verschlossenen Garten&#8220; (Hortus Conclusus)</figcaption></figure>
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		<title>60 Stadien, von Jerusalem nach Emmaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2018 19:35:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Emmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Emmausgang]]></category>
		<category><![CDATA[Pessach-Fest]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele werden diese Botschaft kennen und auch zu ordnen können. Sie steht in der Geschichte, die in der Bibel vom Ostermontag erzählt wird: von den 2 Jüngern die von Jerusalem nach Emmaus unterwegs waren und <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/herr-bleibe-bei-uns-denn-es-will-abend-werden-2/" title="60 Stadien, von Jerusalem nach Emmaus">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele werden diese Botschaft kennen und auch zu ordnen können. Sie steht in der Geschichte, die in der Bibel vom Ostermontag erzählt wird: von den 2 Jüngern die von Jerusalem nach Emmaus unterwegs waren und denen sich Jesus der Auferstandene &#8211; für sie unerkannt &#8211; hinzu gesellte. Als man nach 60 Stadien (ein Stadion sind 250 Schritte oder 625 Fuß: also etwa 11,5 km) in Emmaus ankam, tat Jesus als wollte er weiter gehen, <em>„aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt.</em></p>
<p><a href="http://marius-blog.de/die-emmausgeschichte/" target="_blank" rel="noopener">Hier steht die ganze Emmaus-Geschichte</a></p>
<p>Seit 2005 organisiert Pater Gregor Geiger von den Franziskanern in Jerusalem, in Erinnerung an den gang der „Emmaus-Jünger“ eine Wanderung von Jerusalem (Jaffa-Tor) nach Emmaus (Qubeibah). Wer schon 2013 meinen Blog gelesen hat wird sich erinnern das ich dort damals knapp 10 Wochen bei den Salvatoriannerinnen als Freiwilliger gearbeitet habe. (siehe auch im Archiv Frühjahr 2013)</p>
<figure id="attachment_3850" aria-describedby="caption-attachment-3850" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3850" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/brücke-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/brücke-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/brücke-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/brücke-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3850" class="wp-caption-text">vorbei an der <a href="https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Calatrava-Bruecke_in_Jerusalem_eingeweiht_228736.html" target="_blank" rel="noopener">Calatravabrücke</a> in jerusalem auch die &#8222;weiße harfe&#8220; genannt</figcaption></figure>
<p>Am „Emmausgang“ habe schon in den letzten Jahren schon oft teilgenommen und auch in diesem Blog berichtet. Natürlich hat es mich auch in diesem Jahr gereizt an der Wanderung teilzuzunehmen. Nicht nur weil man durch eine herrliche, jetzt im Frühling auch blütenreiche Landschaft kommt. Es ist auch immer schön, neue und interessante Menschen auf der insgesamt 5 ½ stündigen Wanderung kennen zu lernen. Und immer ist es auch ein wenig „nach Hause“ zu kommen in den<a href="http://marius-blog.de/blog/mein-derzeitiger-wohnort-hat-viele-namen/" target="_blank" rel="noopener"> Ort Quebeibah</a>, zu den Menschen, wo ich ja einige Wochen verbracht habe.</p>
<figure id="attachment_3851" aria-describedby="caption-attachment-3851" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3851" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gruppalifta-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gruppalifta-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gruppalifta-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/gruppalifta-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3851" class="wp-caption-text">Gegenwart und Vergangenheit:<br />Wanderung durch das ehemalige Lifta</figcaption></figure>
<p>Ich habe glaube ich bisher in dieser Blogreihe noch gar nicht vom Wetter geschrieben, es ist ja auch nicht so wichtig&#8230;und meist ist es hier ja auch sonnig und schön. So war es auch heute. Bei angenehmen 22/23 Grad, einer angenehmen kühlen Brise haben sich etwa 100 Menschen gegen 10 Uhr am Jaffa-Tor auf den Weg gemacht. Heute war großer „Auftrieb“ in Jerusalem. Im Rahmen der Pessach- Woche gehen viele Juden traditionell auch in die Altstadt um an der West-Mauer zu beten. 10-tausende festlich gekleidete Juden bevölkern die Wege zur Altstadt. Sie kamen uns also entgegen während wir aus der Stadt gingen.</p>
<figure id="attachment_3852" aria-describedby="caption-attachment-3852" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3852" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Mohn-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Mohn-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Mohn-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/Mohn-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3852" class="wp-caption-text">Frühling pur:<br />der rote Klatschmohn</figcaption></figure>
<p>Nach etwa 3 Km ist man dann in freier Natur. Hier konnte man heute vor allem die gelben Ginsterblüten und den roten Klatschmohn genießen. Im letzten Jahr habe ich sehr ausführlich über das verlassene/zerstörte <a href="http://marius-blog.de/blog/emmaus-60-stadien-von-jerusalem-entfernt/" target="_blank" rel="noopener">palästinensische Dorf Lifta</a> berichtet, welches man unmittelbar, nach dem man die Häuser von Jerusalem verlassen hat, durchschreitet.</p>
<p>Auf dem weiteren Weg spürte man schon auch, dass die jüdischen Familien, wie auch bei uns sehr gerne, sich auf Spiel- und Grillplätzen aufhalten. In schöner Umgebung (auf palästinensischem Grund!), hat man zahlreiche Spiel- und Grillplätze erstellt, die heute „massenhaft“ benutzt wurden. Unsere große Gruppe ließ sich aber durch den „Rummel nicht beirren. Gegen 15.30 kamen wir dann in Qubeibeh an. Die letzten Kilometer durch palästinensische Dörfer, wurden wir von zahlreichen Einwohnern sehr freundlich begrüßt.</p>
<figure id="attachment_3853" aria-describedby="caption-attachment-3853" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3853" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sperre-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sperre-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sperre-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/04/sperre-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3853" class="wp-caption-text">obwohl wir überwiegend auf palästinensischem Grund wanderten: es gab einen bewachten und diesen Unbewachten Checkpoint</figcaption></figure>
<p>Genauso freundlich begrüßten uns die Schwestern und Mitarbeiter/innen in Beit Emmaus. Wie gewohnt hatten sie einen kleinen arabischen Imbiss erstellt der allen müden Wander/innen gut mundete. Mit einem Gottesdienst in verschiedenen Sprachen endete unser Aufenthalt. Mit mehreren Bussen, gesponsert vom <a href="https://www.dvhl.de/beit-emmaus-hf6kn" target="_blank" rel="noopener">Deutschen Verein im heiligen Land</a> (DVHL) sind wir dann nach Jerusalem zurück gefahren.</p>
<p>Zum Schluss sei erwähnt: weil uns an einem Checkpoint die Durchfahrt nicht gestattet wurde, mussten wir mit einem großen Umweg (über Ramallah) nach Jerusalem zurückfahren. Es hätte mich ja auch gewundert, wenn nicht irgendwann am Tag auch wir die besondere (Besatzungs-) Situation spüren sollten</p>
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