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	<title>Checkpoint &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Durch den Checkpoint &#038; weitere Themen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Mar 2023 18:50:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
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		<category><![CDATA[Nakba]]></category>
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					<description><![CDATA[Zu Fuß durch den Checkpoint. Gestern bin ich zum späten Nachmittag mit Fatima zu Fuß durch den Checkpoint 300 in Bethlehem, wie ich es schon einige Male getan habe. Es war, wie bisher immer, für <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/durch-den-checkpoint-weitere-themen/" title="Durch den Checkpoint &#038; weitere Themen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p><strong>Zu Fuß durch den Checkpoint.</strong></p>



<p>Gestern bin ich zum späten Nachmittag mit Fatima zu Fuß durch den Checkpoint 300 in Bethlehem, wie ich es schon einige Male getan habe. Es war, wie bisher immer, für mich ein bedrückendes Erlebnis. Man schaut in die Gesichter der Palästinenser:innen. Sie geben mir zum Ausdruck, wie sie sich hier fühlen: total&nbsp;<strong>gedemütigt</strong>. Jeder muss durch mehrere eisernen Drehtüren, die mit einem Lichtzeichen in Rot und Grün, wahllos den Zugang öffnen und schließen. Ich frage mich wie diese Türen mit einem Kinderwagen passiert werden können. Alle müssen dann, wie am Flughafen, ihr Gepäck und sich selbst durchleuchten lassen. Ich sah eine Familie mit kleinen Kindern, die die Haarspange des kleinen Kindes entfernen mussten, damit es ein grünes Signal bei der Durchleuchtung gab. Dann werden das Visum geprüft. Mehrere Familien wurden aus mir unbekannten Gründen zurückgeschickt. Auch Fatima erzählte mir davon, dass sie vor einigen Tagen, ohne ihr einen Grund zu nennen, zurückgeschickt wurde, obwohl sie als 73-jährige Frau ohne besonderes Visum nach Israel kann. Nach dieser „Tortur, wie ich es empfunden habe, ist man „geschafft“. Wie mag es den Palästinenser:innen ergehen, die, wenn sie in Israel arbeiten, diese demütigende Prozedur täglich ertragen müssen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5360" width="566" height="755" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/FF09B20E-DF11-4D63-84F2-51B2269F46BF-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 566px) 100vw, 566px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">19 Uhr: die Ruhe vor dem großen Sturm</figcaption></figure>



<p><strong>Einen Abend im Ramadan am Damaskus To</strong>r</p>



<p>Ich habe mir am Abend mal die Situation am Damaskus-Tor angesehen. Ich hatte auch in Deutschland schon gehört, dass sich gerade in Zeiten des Ramadans dort viele Menschen versammeln. Als ich gegen 19 Uhr dort ankam, war es recht ruhig, nur wenige Menschen waren dort versammelt. Auf der eine Seite die Saft-Verkäufer mit ihren zu kunstvollen bergen aufgeschichteten Orangen und Möhren. Auf der anderen Seite die Textil-Stände und in der Mitte die Essenstände. Um 19:03 zeigte ein Böllerschuss an, dass die Zeit des Fastenbrechens in arabisch Iftar genannt angebrochen ist. Ich bin dann ein wenig in die Altstadt hinein, auch hier herrschte ungewohnte Stille, an den Ladentüren waren Schnüre gespannt, die den Eingang versperrten im hinteren Teil des Kadens sah man die Mitarbeiter beim Essen.</p>



<p>Diese ruhige Atmosphäre änderte such gegen 20:30 schlagartig, als Hunderte, wenn nicht gar Tausende zum Nachtgebet auf den geheiligten Platz an der Al Aqsa Moschee eilten. Dieses Gebet, so erklärte mir Fatima ist für die Muslime, gerade in der Ramadan-Zeit besonders wichtig. Ich begab mich wieder auf meinen „Beobachter-Posten am Damaskus-Tor. Hier hatte sich die Situation auch verändert.</p>



<p>Gerade (männliche) Jugendliche, sehr oft ganz in schwarz gekleidet, versammelten sich in immer größerer Zahl. Ehrlich gesagt, diese Ansammlung junger Männer, hatte für mich nicht nur einen fröhlichen Charakter, irgendwie war er auch etwas bedrohlich, gerade wegen der schwarzen Kleidung. Als gegen 21:15 die vielen Gläubigen aus dem Damaskus-Tor kommend, sich auf den Heimweg machten, füllte sich dieser arenaartige Platz gefährlich. Als dann auf einmal sich ein beißender Geruch aus der Ecke wo sich einer der vier Polizeiposten befand, wie eine wolke breit machte, meine Augen zu Tränen begannen, ich im Mund einen pfeffrigen Geschmack verspürte, viele Jungen Menschen aufsprangen und die Trepen hinauf stürmten, habe ich mich schnell von diesem doch immer unsicher wirkenden Platz verzogen. Ich bekam eine kleine Ahnung, was sich hier in Sekundenschnelle an Gewalt und Chaos entwickeln kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-scaled.jpeg"><img decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5361" width="533" height="711" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/69528B10-993A-475F-8076-D0D43EC0C278-1-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 533px) 100vw, 533px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">das abendliche Fest kann beginnen</figcaption></figure>



<p><strong>Normalisierung<br></strong>Als ich vorgestern in der Siedlung Neve Daniel war, wusste ich von Gregor, dass er unserem Gesprächspartner, den Siedler Nethanel ,bei früheren Begegnungen die Telefonnummer von Daoud Nassar gegeben, hatte mit der Empfehlung, doch seinen „Nachbarn auf dem anderen Berg“ mal zu kontaktieren. Das hat Nethanel wohl auch gemacht, und einen Treffen angeregt, bisher hat Daoud aber&nbsp;&nbsp;nicht reagiert.</p>



<p>Ich wusste von Gesprächen in Deutschland mit den Organisatoren der Aktion <a href="https://ferien-vom-krieg.de" data-type="URL" data-id="https://ferien-vom-krieg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ferien vom Krieg“</a>, die seit 2003 junge Menschen aus Israel und Palästina nach Deutschland einladen, das es oft Vorbehalte bei den Palästinensern gibt solche Kontakte zuzulassen. Immer wieder gab es bei der Auswahl der Teilnehmer:innen aus Palästina bedenken in den Familien der jungen Menschen gegen diese Kontakte, da sie ein Zeichen der „Normalisierung“ seien.</p>



<p>Hierüber sprach ich kurz mit dem Pfarrer der evangelischen Gemeinde von Beit Jala, Ashraf K. Tannous den ich letzte Woche in der Abrahams-Herberge traf. Füpr ihn kommen solche Kontakte mit jüdischen Siedlern nicht in Frage: „Es ist für mich nicht normal mit denen zu sprechen, die uns unser Land widerrechtlich weggenommen haben. Für mich muss erst eine Einsicht, eine Reue erkennbar sein, bevor ich mit solchen Menschen ins Gespräch komme.“ Ich muss Daoud mal fragen, was seine Gründe sind, den Kontaktwunsch von Nethanel nicht aufzugreifen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-scaled.jpeg"><img decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5362" width="511" height="383" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DB2CDA4D-E11B-4A4E-817C-A574309D55EF-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 511px) 100vw, 511px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Neve Daniel: gebaut auf gestohlenem Land</figcaption></figure>



<p><strong>75 Jahre NAKBA, 75 Jahre Flucht und Vertreibung</strong></p>



<p>Bekanntermaßen habe ich diese Reise ganz im Zeichen der Erinnerung an 75 Jahre Flucht und Vertreibung der Palästinenser:innen gestellt. Ich hatte schon in einem früheren Tagesbericht auf die Infobroschüren hingewiesen, die der Koordinationskreis Palästina-Israel (KoPI) aus Anlass dieses 75. Gedenkjahres auf seiner Homepage eingestellt hat. Neben diesen Informationen und verschieden Veranstaltungen in Deutschland will KoPI auch über die Ereignisse, die sich damals in der Zeit zwischen November 47 und im ganzen Jahr 1948 in der Region ereignet haben berichten. So findet Ihr auf der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.icahd.de/die-nakba-chronologie-der-ereignisse-teil-2/" data-type="URL" data-id="https://www.icahd.de/die-nakba-chronologie-der-ereignisse-teil-2/" target="_blank">Homepage von ICAHAD</a> in den Blogbeiträgen im Februar und März die beiträge zur NAKBA-Chronologie der Ereignisse 1+2. Die Chronologie wird in den nächsten Monaten fortgesetzt. Eine weitere Informationsquelle findet Ihr auf der <a href="https://www.lib-hilfe.de/infos_75jahre.html" data-type="URL" data-id="https://www.lib-hilfe.de/infos_75jahre.html">Homepage des Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e.V.</a></p>



<p>Hier sind auch <a href="https://www.lib-hilfe.de/mat/infos_75jahre/Vertreibungs-Tabelle_30-04-49.pdf" data-type="URL" data-id="https://www.lib-hilfe.de/mat/infos_75jahre/Vertreibungs-Tabelle_30-04-49.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">tabellarisch </a>viele der 1948 zerstörten Dörfer aufgeführt</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/02/2023.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="200" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/02/2023.jpg" alt="" class="wp-image-5120" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/02/2023.jpg 500w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/02/2023-300x120.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Logo der KoPI-Kampagne</figcaption></figure>



<p>Am heutigen Mittwoch habe ich, zum ersten Mal seit ich hier in der Region bin nicht besonderes unternommen.&nbsp;&nbsp;Bin über den jüdischen Markt geschlendert, bin mit der Straßenbahn bis zu einer Endstation gefahren und habe es insgesamt mal ganz ruhig angehen lassen. Hat gut getan…</p>



<p>Es sei mir gestattet am Ende meines heutigen Tagesberichtes auch mal etwas über das Wetter zu schreiben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5363" width="507" height="380" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/3A614F39-5A96-4B55-9840-E1FAA97E7730-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 507px) 100vw, 507px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Marktszene</figcaption></figure>



<p>Nachdem ja in den ersten 2 Tagen unseres Aufenthaltes hier in Israel und Palästina die Sonne geschienen hat und es schön warm, änderte sich dann das Wetter. Es war in der darauffolgenden Zeit eher ungemütlich: bewölkt, windig, oft auch regnerisch und meist empfindsam kalt. Gestern, zum ersten Mal nach langer Zeit, schien von einem blauen Himmel, den ganzen Tag die Sonne und es war angenehm warm. Das tat sicherlich nicht nur mir sehr gut.</p>



<p>Heute leider wieder „die alte Leier“, windig und recht kühl und so soll es auch bis zu meiner Abreise am Freitag auch bleiben. Wetter also wie in Deutschland, dann brauche ich mich wenigstens nicht umzustellen.<strong></strong></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Gott befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben;&nbsp;<br>und wenn ihr zwischen zwei Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. (Sure 4, 58)</em></p>
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		<title>Hoffnungszeichen erscheinen und verschwinden wie Regenbogen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 20:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich (mal wieder) „auf die andere Seite“, von Bethlehem nach Jerusalem gewechselt. An der Mauer die Israel und die Westbank trennt, sieht man viele Graffitis. Seit der Errichtung der Mauer sind sie, wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/hoffnungszeichen-erscheinen-und-verschwinden-wie-regenbogen/" title="Hoffnungszeichen erscheinen und verschwinden wie Regenbogen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Heute bin ich (mal wieder) „auf die andere Seite“, von Bethlehem nach Jerusalem gewechselt. An der Mauer die Israel und die Westbank trennt, sieht man viele Graffitis. Seit der Errichtung der Mauer sind sie, wie vor allem hier in Bethlehem, künstlerischer Ausdruck des Widerstandes und der politischen Meinungsäußerung. Manche der Graffitis drücken Verzweiflung aus, andere Schmerz und wieder andere Hoffnung. Hoffnung spiegelt auch das Bildnis einer Ikone, auf die mich ein Bericht von Simon, eines der Freiwilligen&nbsp;am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) des Ökumenischen Rates der Kirchen aufmerksam gemacht hat. Etwas versteckt (rechts vom großen Tor für den Autotransfer am Checkpoint 300) findet man das Bildnis von Maria&nbsp;die sich mit der Hand an die Stirn fasst, als ob sie in großem Schmerz ist. Erstellt wurde das Bildnis 2010 vom Künstler Ian Knowles</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5344" width="560" height="420" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/2AF9990C-57D4-4F6D-A745-2F38D6508125-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">die Mauer-Madonna</figcaption></figure>



<p>Simon schreibt in seinem Bericht:</p>



<p><em>Für den Künstler ist dieser Schmerz das Leiden der Christ:innen vor Ort unter der Besatzung….</em>&nbsp;<em>Das etwa 20-minütige Gebet am Freitagabend, an dem manchmal nur eine einstellige Anzahl von Personen, manchmal aber auch größere Gruppen teilnehmen, ist nicht spektakulär. Seine Intensität bekommt es viel mehr durch seine Beständigkeit und die Treue der Teilnehmenden seit vielen Jahren. Während des Rosenkranzgebets wird immer wieder Maria angerufen. Das Vaterunser wird gesprochen und zum Abschluss ein Lied gesungen.</em></p>



<p><em>Im Arabischen gibt es einen Begriff für diese Form der Standhaftigkeit: „sumud“.&nbsp;Sumud&nbsp;meint dabei keinen heroischen Akt der Befreiung durch Menschen, die unter Unterdrückung leben, sondern die entschiedene Resilienz, dass Aufgeben letztlich keine Option ist trotz täglich erlittenen Unrechts und zum Teil traumatischer Erfahrungen.</em></p>



<p>Den ganzen Beitrag könnt ihr <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/our-lady-who-brings-down-walls/#_ftn1" data-type="URL" data-id="http://www.eappi-netzwerk.de/our-lady-who-brings-down-walls/#_ftn1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier lesen</a></p>



<p>Bevor ich über den Checkpoint bin habe ich mich nochmal mit Fatima getroffen.</p>



<p>Sie hat sich heute um eine alte Frau gekümmert, der das Hörgerät von ihrem verstorbenen Mann angepasst werden sollte. Es stellte sich heraus, dass diese Frau eine mehr als interessanten Vergangenheit hier in Palästina hat. Seit 1967 (in den Wirren des 6-Tagekriges hat sie begonnen) hat sich die gebürtige Französin, sie heißt Marle‘ne Schultz, um Waisenkinder gekümmert, denen sie mit anderen in der Organisation Christlicher Friedensdienst (cfd) in El Azarie/Bethanien bei Jerusalem ein Heim und eine Familie bot. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch festgehalten, das 2003 im Lamuv-Verlag erschienen ist: „Die Waisenkinder von Bethanien“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5345" width="662" height="497" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/5324FE22-C282-4B39-A22E-F4FECA6C7958-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">die 91 jährige Marle&#8217;ne mit Fatima</figcaption></figure>



<p>Sie hatte das Buch dabei. Während sie zur Anpassung des Hörgerätes war, hatte ich die Möglichkeit im Buch zu blättern. Eine interessante Geschichte.</p>



<p>Das Buch endete mit einem schönen Text:<br><em>Hoffnungszeihen erscheinen und verschwinden wie ein Regenbogen. Der Künstler Sliman Mansour (vom dem ja auch das Relief in Talitha Kuni stammt von dem ich vorgestern berichtete) hat einen Regenbogen festgehalten. Lebenskünstler sind wir, wenn wir es lernen, Hoffnungsschimmer festzuhalten. Herr, lass sie uns sehen, auch wenn Trauer unsere Blicke verschleiern. Lass uns Regentropfen sein dem Dein Licht sich spiegeln kann, damit für andere Zeichen der Hoffnung leuchten können</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="299" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg" alt="" class="wp-image-5346" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c.jpeg 400w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-300x224.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/63A380A8-B635-44D4-BE28-CCA9694108E7_4_5005_c-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">das Amal-Hoffnungs Bild von <a rel="noreferrer noopener" href="https://slimanmansour.com/about-the-artist-sliman-mansour/" data-type="URL" data-id="https://slimanmansour.com/about-the-artist-sliman-mansour/" target="_blank">Sliman Mansour</a></figcaption></figure>



<p></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Nach Frieden und Gerechtigkeit zu streben, ist heute die höchste Berufung der Kirche in Israel-Palästina und zugleich deren größte Herausforderung. (Marc Ellis)</em></p>
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		<title>Nach Süden durch das fruchtbare Jordantal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2023 19:50:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Jordantal]]></category>
		<category><![CDATA[Kibbuz]]></category>
		<category><![CDATA[Ramallah]]></category>
		<category><![CDATA[Taybeh-Bier]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Dritte Tag ist unser „Reisetag“. Nun geht es aus doch meist paradiesischen Zuständen“ in die „raue Wirklichkeit“, von der oft so „lieblichen“ Region am See in den „Brennpunkt“ dieser doch oft so friedlosen Welt <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/nach-sueden-durch-das-fruchtbare-jordantal/" title="Nach Süden durch das fruchtbare Jordantal">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Dritte Tag ist unser „Reisetag“. Nun geht es aus doch meist paradiesischen Zuständen“ in die „raue Wirklichkeit“, von der oft so „lieblichen“ Region am See in den „Brennpunkt“ dieser doch oft so friedlosen Welt in Palästina und Israel. In den letzten Jahren bin ich mit meinen Gruppen meist mitten durch das Westjordanland gefahren, wir haben im Friedenstheater in Jenin Halt gemacht und uns die Knafeh in der wunderschönen Altstadt von Nablus schmecken lassen. In diesem Jahr ist es ganz anders. Bedingt durch die gewaltsamen Vorgänge in letzter Zeit, vor allem in Jenin und Nablus, erschien es mir angebracht, zur Sicherheit meiner mir anvertrauten Gruppe, diese Region großzügig zu umfahren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5166" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/DFE15F0A-B65E-4349-A449-173C36ECFBD3-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kinderbunker</figcaption></figure>



<p>Bevor wir diesen wunderschönen Ort, etwa 1 km vom See Genezareth verließen, an dem am Morgen ein wunderschönes Konzert vieler Vögel die Bewohner:innen erfreut, an dem nach regnerischer Nacht auch wieder die Sonne scheint, haben wir uns durch die Kibbuz-Bewohnerin Nuri noch ein wenig zur Geschichte dieser Gemeinschaft und zum aktuellen Leben&nbsp;&nbsp;erzählen lassen.</p>



<p>Ich habe schon des Öfteren über das Kibbuzleben hier berichtet, ich darf euch bitten es dort nachzulesen. Es ist noch ein Kibbuz der „alten“ Sorte, wie es nur noch ganz wenige in Israel gibt.&nbsp;</p>



<p>„Nur die Reichen haben überlebt.“ Der Kibbuz <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sha%27ar_HaGolan" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Sha%27ar_HaGolan" target="_blank">Shar HahGolan</a>, wo wir untergebracht sind, hat eine gut funktionierende Fabrik in der Kunststoffröhrchen für die Fußbodenheizung hergestellt werden. Jedes Jahr bekommen die Mitglieder des Kibbuzzes 30.000 Schekel Prämie weil die geschöäfte der an der Börse notierten Firma so gut gehen. Nuri, die seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hier lebt, spricht daher mit Blick auf der ursprünglich sozialistischen Grundausrichtung der Kibbuzbewegung davon, dass man halt für den Sozialismus „viel Geld braucht“.</p>



<p>Wir haben auch noch einen Blick in einen der insgesamt 20 „Kinderbunker“ geworfen.</p>



<p>In der Zeit nach dem sechs-Tagekrieg im Juni 1967 bis Anfang der 70. Jahre wurde der Kibuzz von militanten Gruppen aus dem nahegelegenen (etwa 1 km) ,meist in den Nachtstunden, mit Raketen beschossen. Alle Kinder schliefen zu dieser Zeit nicht bei ihren Familien, sondern waren in diesen Bunkern untergebracht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5167" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/D179FC5E-D9AE-48FB-8D2A-3DF58C340A51-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">im Bunker mit einem Bild der jungen Nuri</figcaption></figure>



<p>Auch haben wir noch einen Blick das Museum geworfen, was dem Kibbuz angegliedert ist. Dort sind äußerst interessanten Fundstücke aus dieser Gegend ausgestellt sind. Mehr dazu auf der <a href="https://sur.ly/i/myc.org.il/" data-type="URL" data-id="https://sur.ly/i/myc.org.il/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage</a>.</p>



<p>Anschließend haben wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg in den Süden begeben, durch das wunderschöne und sehr grüne Jordantal, begrenzt durch das palästinensische Bergland (bis zu 800 m hoch), auf der einen Seite und dem Jordan und der dahinter aufsteigenden jordanischen Bergkette auf der anderen Seite. Rechts und links der Straße befinden sich zahlreiche Bananen- und Dattelplantagen die fast vollständig von israelischen Siedlern die sich hier auf besetztem Gebiet ausgebreitet haben. Ganz vereinzelt sieht man noch palästinensische Dörfer, mit ganz bescheiden aussehenden Plantagen.</p>



<p>Auf dem Weg nach Ramallah, haben wir noch einen kleinen Stopp in dem kleinen Dorf Taybeh gemacht um dort einen Blick in die einzige Brauerei im Nahen Osten zu werfen. Ich habe schon einige Male über dieses interessante Projekt geschrieben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5168" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/E9C4C161-7F2B-495A-9E20-EA62D74A6729-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">wunderschönes Bergland</figcaption></figure>



<p>In Ramallah, dass uns mit starkem Verkehr und genauso starkem Regen, bei kühlen 7 Grad, empfing, hatten wir uns am Nachmittag mit Dorte Siegesmund von der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.boell.de/en/node/46733" data-type="URL" data-id="https://www.boell.de/en/node/46733" target="_blank">Heinrich-Böll-Stiftung</a> verabredet. </p>



<p>die meine Gruppe über ihre Arbeit in dieser politischen Stiftung hier im Westjordanland informierte. Mit dabei auch eine Palästinenserin, die uns u.a. darauf aufmerksam machte, dass die derzeitige rechte und rassistische israelische Regierung, neben den auch bei uns bekannten und diskutierten undemokratischen Gesetzesvorhaben, wie zum Beispiel, dass Entscheidungen des obersten israelischen Gerichtshofes durch die Knesset, dem israelischen Parlament wieder aufgehoben werden können, eben auch viele Gesetze einbringen, bzw. schon beschlossen haben, die vor allem Auswirkungen auf die Palästinenser haben. So ist Beispielsweise ein Gesetz in Kraft getreten, dass ermöglicht, dass allen ehemaligen Häftlingen, ihr Bargeld abgenommen und das Konto gesperrt werden kann. Begründung/es wird behauptet: diese Menschen haben von der palästinensischen Autorität (PA) wegen ihrer terroristischen Straftaten Geld erhalten. Vor diesem Hintergrund ist die Reaktion der Palästinenser auf die aktuellen, großen Demonstrationen in Israel eher Verhalten, da sie aus Sicht der Palästinenser nicht den Kern der Probleme berühren, die die palästinensische Bevölkerung betreffen: die Besatzungspolitik mit all ihren schrecklichen Auswirkungen.</p>



<p>Anschließend haben wir uns durch den enormen Feierabendverkehr in Ramallah und am Checkpoint Qulandia gequält und sind gegen 18:30 in unserer Unterkunft in Beit Jala der Abrahamsherberge angekommen<strong></strong></p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Die falsch verstandene Religiosität weist den Menschen “in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt“. Der rechte Glaube weist ihn jedoch „an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Eine kontextuelle Theologie kann deshalb nur „theologia crucis“ sein.</em>&nbsp;&nbsp;(Mitri Raheb, Dietrich Bonhoeffer zitierend)</p>
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		<title>Macht hoch die Tür, die Tor macht weit</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/macht-hoch-die-tuer-die-tor-macht-weit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 18:51:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Leser/innen meines Blogs werden dieses Advendtslied kennen. Vielleicht haben sie es, wie ich, heute morgen im Gottesdienst auch gesungen. Die Leserschaft kann sich sicherlich denken, an welche Türen ich heute morgen beim Singen dieses <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/macht-hoch-die-tuer-die-tor-macht-weit/" title="Macht hoch die Tür, die Tor macht weit">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Viele Leser/innen meines Blogs werden dieses Advendtslied kennen. Vielleicht haben sie es, wie ich, heute morgen im Gottesdienst auch gesungen. Die Leserschaft kann sich sicherlich denken, an welche Türen ich heute morgen beim Singen dieses Liedes auch denken musste, bin ich doch in den letzten Tagen immer wieder durch den israelischen Checkpoint nach Bethlehem gegangen. Bevor ich mir aber, im Zusammenhang mit dem Checkpoint, zu den Menschen Gedanken mache, die täglich durch diesen Checkpoint zur Arbeit nach Israel müssen, möchte ich noch einige Gedanken zum Gottesdienst loswerden.<br>Ich konnte wieder einmal an einem wunderschönen Sonntagsgottesdienst teilnehmen, der auch deshalb besonders unter die Haut ging, weil eine Gast-Chola, die lateinischen Gesänge des Gottesdienstes gefühlvoll intonierte. Bisher kannte ich es nur wenn die Mönche, verstärkt durch einige Gäste die Choräle sangen. Heute nun eine vierköpfige Gruppe, die (Teilweise) auch in Jerusalem wohnt, aber zu Auftritten in alle Welt reist, vor allem noch Südamerika.  Mehr zu der Gruppe auch <a rel="noreferrer noopener" href="http://harpadei.com/de/home-de/" target="_blank">unter</a></p>



<p>Wen die Musik interessiert kann den Trailer hier herunterladen. <br></p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/Ego-sum-Alpha-et-Omega-Trailer.mp3">Ego-sum-Alpha-et-Omega-Trailer</a><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/Ego-sum-Alpha-et-Omega-Trailer.mp3" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4627" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000790-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Eingang zum Ausgang</figcaption></figure>



<p>Und nun zum Checkpoint und den in der Regel männlichen Arbeitern, die sich jeden morgen durch die „Schleusen quälen. Vor einigen Jahren war ich persönlich dabei am frühen Morgen um 5 Uhr und habe erlebt was es bedeuten, zu solch früher Zeit in Schlange zu stehen um zur Arbeit nach Israel zu gelangen. In der letzten Zeit ist der Durchgang, vor allem wenn man aus Israel zurück kommt, etwas verbessert worden, aber es bleibt dabei, es ist schon ein besonders bedrückendes Erlebnis, wenn man durch diese Gebäude mit seinen langen Gängen, seinen Drehkreuzen muss.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4628" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000791-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>auf dem Weg nach Bethlehem</figcaption></figure>



<p>Vor einigen Wochen habe ich in der, der Leserschaft schon bekannten israelischen Zeitung Haaretz, von der ebenfalls bekannten Amira Hass einen Beitrag zur derzeitigen Situation der palästinensischen Arbeiter in Israel gelesen.</p>



<p>Da schreibt Frau Hass, dass sich nach 52 Jahren Besatzung die palästinensische Wirtschaft in großer Abhängigkeit von der israelischen befindet. Im Westjordanland und im Gazastreifen gibt es zu wenige Arbeitsplätze. Daher überqueren täglich etwa 70.000 Palästinenser die Kontrollstellen ins israelische Kernland, um dort zu arbeiten. Sie sind, im Vergleich zu der arbeitenden israelischen Bevölkerung meist schlecht bezahlt und erhalten in der Regel keine Sozialleistungen. Folgt man einem aktuellen Bericht der israelischen Nationalbank ist es häufig so, dass etwa ein Drittel dieser Arbeiter einem Vermittler Geld zahlen, damit sie an die notwendige Arbeitserlaubnis kommen. Laut diesem Bericht zahlten diese Arbeiter in 2018 im Durchschnitt 6.000,-€, also insgesamt 120 Millionen Euro (480 Mio Schekel), nur um Zugang ins Kernland Israel zu bekommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4629" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000792-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drehkreuze</figcaption></figure>



<p>Wenn Arbeiter wegen Krankheit, Inhaftierung oder anderen Gründen nicht zur Arbeit kommen können,&nbsp;&nbsp;verkaufen sie ihre Arbeitserlaubnis auf einer Art Schwarzmarkt. Kleine Firmen handeln mit solchen Erlaubnissen und erzielen damit 2018 Gewinne von 122 Millionen Schekel (ca. 30 Mio Euro) Eine Arbeitserlaubnis zu verkaufen ist illegal. Die israelischen Behörden verfolgen das aber nicht, weil der israelische Bausektor und die Landwirtschaft von billigen und gut ausgebildeten Arbeitern abhängig ist</p>



<p>Zum Vergleich: Laut dem palästinensischen Amt für Statistik liegt der durchschnittliche Tageslohn im Westjordanland und im Gazastreifen bei 22 € (87,- Schekel). Die Arbeiter in Israel verdienen das 4-5 fache des Durchschnittslohn in Palästinamanche Spezialisten auch noch mehr<br><br>Neben den Arbeitern, die mit einer Erlaubnis durch die Checkpoints kommen, gibt es wohl auch eine große Schar von Palästinensern die illegal über die eben nicht an allen Stellen gesicherte Grenze nach Israel gelangen. Oft übernachten sie auf den Baustellen und kehren nur zum Wochenende nach Hause zurück.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4630" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000793-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>der Eingang auf der Bethlehemseite</figcaption></figure>



<p>Hier noch ein aktueller Nachtrag zu meinem Beitrag von Freitag in dem ich auf den UNO&nbsp;&nbsp;Teilungsbeschluss vom 29. November 1947 hingewiesen habe.&nbsp;</p>



<p>Zur Erinnerung in den dem Beschluss angehangenen Verlautbarungen heißt es in Kapitel 2 Punkt 8:</p>



<p><em>Die Enteignung von Land, das sich im Besitz eines Arabers in dem jüdischen Staat (eines Juden in dem arabischen Staat) befindet, ist nicht zulässig, es sei denn, für öffentliche Zwecke. Bei allen Enteignungen wird von der Entziehung des Eigentums eine volle Entschädigung geleistet, die der Oberste Gerichtshof festsetzt</em></p>



<p>Hierzu eine Pressemeldung vom gleichen Tag (29.11.) :</p>



<p>Israelische Bulldozer haben am 28. November 2019 große Teile des palästinensischen Ackerlandes westlich des Dorfes Husan, das sich in der Nähe der Stadt Bethlehem im Westjordanland befindet, zerstört, so ein lokaler Beamter. Hassan Breijeh, Leiter des lokalen Siedlungsausschusses, sagte, dass israelische Streitkräfte einen Bulldozer in den al-Sillam-Bereich westlich von Husan (Nachbardorf von Battir, Anmerkung von mir)) eskortierten, wo die schweren Maschinen riesige Teile des Kulturlandes der Dorfbewohner von Husan vernichtete.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4631" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191201_095450-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>am Davidsgrab: am morgen danach, alles schläft</figcaption></figure>



<p>Und noch ein Nachtrag zu meinem Beitrag zur „Sabbatruhe“</p>



<p>Als ich gestern Morgen Pater Elias begeistert von dem Sabbatbeginn am Freitagnachmittag erzählte, sagte er noch: warte mal ab das dicke Ende kommt noch. Heute weiß ich was er meinte, wenn er dabei sagte: bei vielen staut sich bei der Sabbatruhe etwas auf. Nicht nur das zum Samstagabend die Geschäfte und Restaurant „überquellen“. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gelände der Dormitio liegt nach Meinung der Juden das Grab von David. Hier hat sich eine Gruppe jüdischer (vor allem junger) Aktivisten gefunden, die mit vielerlei Aktivitäten, den für sie besonderen Platz noch besonders machen wollen. Dazu gehört auch, dass mit Abschluss des Sabbats es eine Art Open Air Disko gibt. Bis um Mitternacht schallt durch die offenen Räume, mit großen Lautsprechern unterstützt, (sehr) laute jüdische Musik. Naja irgendwann war dann Mitternacht und ich bin eingeschlafen</p>
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		<title>Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 19:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Wallad off Hotel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ein-land-ohne-kontrollen/" title="Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in diesem Blog.&nbsp;</p>



<p>Kaum hatte ich das Klostergelände verlassen, sprach mich ein Mann an und wollte wissen, wie spät es sei. Ich wies auf die gut sichtbare Turmuhr der Dormitio-Abtei. Er ließ mich verstehen, dass er auf diese Uhr nicht schauen möge. Er hat das nicht begründet, ich habe aber auch nicht nachgefragt, vermutete aber aus religiösen Gründen. Er fragte mich dann wo ich herkäme und als er hörte aus Germany berichtete er das seine Großeltern und Eltern in Bochum gelebt haben. Sie sind dann nach Polen „gegangen“ (ich vermute im Rahmen der Judenverfolgung dorthin verbracht worden. Seine Eltern seien später nach Israel ausgewandert, er ist hier in Jerusalem geboren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4552" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Turmuhr </figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich mit Fatima an der Geburtskirche in Bethlehem verabredet.</p>



<p>Es gibt zwei Möglichkeiten dorthin zu gelangen. Mit dem palästinensischen Bus über den Straßencheckpoint, durch Beit Jala nach Bethlehem oder (diese Variante habe ich heute gewählt) mit dem palästinensischen Bus 2344 bis zum Checkpoint 2000. Im verlauf der letzten jahre sind die Busse immer moderner geworden, auch gibt es zahlreiche Haltestellen wo sich die Busse der palästinensischen und&nbsp;&nbsp;der Jerusalemer Verkehrsbetriebe treffen. Israelischen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4554" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>vor der Mauer</figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich für diesen Weg vor allem deshalb entschieden, weil ich mal wieder die „sinnliche“ Erfahrung machen wollte, zu Fuß durch den Checkpoint zu gehen. Man muss allerdings sagen, dass der Weg von (West-) Jerusalem ins Westjordanland normalerweise relativ einfach ist. Man wird nicht kontrolliert, geht durch 3-4 Drehkreuze und schon ist man auf „der anderen Seite“. Will man aber nach Israel (Jerusalem) hinein, gerade beim großen Andrang der palästinensischen Arbeitskräfte am frühen Morgen, kann es schon mal eine Stunde und mehr dauern, Interessant fand ich, dass an der Stelle wo man in das Gebäude der Grenzanlage geht, um nach Bethlehem zu kommen, ein Schild mit der Aufschrift „Exit“ steht, Ausgang aus Israel also.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4553" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>auf der anderen Seite</figcaption></figure>



<p>„Draußen“ wird man dann von zahlreichen geschäftstüchtigen Taxifahrern „überfallen“ die gerade bei einer einzelnen Person ihr Geschäft wittern. Nicht nur die Orte in Bethlehem, wohin der Tourist so hinzugehen hat werden angepriesen, auch ein Trip nach Hebron oder auch zum Toten Meer ist im „Programm“. Auch wenn ich abwehre, weil ich zu Fuß gehen möchte und kein Interesse an einer Besichtigung habe geben sie keine Ruhe.</p>



<p>Ich denke dass sie alle dringend eine Fahrt brauchen um „über die Runde“ zu kommen.&nbsp;&nbsp;An der Mauer rund um das <a href="http://walledoffhotel.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Wallad off Hotel&quot; (öffnet in neuem Tab)">&#8222;Wallad off Hotel&#8220;</a>, von dem ich schon häufiger berichtet habe, sind wieder viele neue, oft sehr witzige Graffiti angebracht. Mir gefiel das besonders gut, welches Bezug nimmt zu den Plänen des US-Präsidenten, an der Grenze zu Mexiko auch eine Mauer bauen zu lassen.</p>



<p>Ich habe mich der Geburtskirche durch den schönen Bazar genähert, in dem sich im Übrigen wenig Touristen „verirren“. Es ist schon interessant auf die vielen Kartons mit Waren zu schauen, die vo den Geschäften gestapelt sind. Viele kommen aus China, aber ich sah auch solche mit Reis aus Indonesien, Nüsse aus Kalifornien, aber auch Hähnchen aus dem heimischen Ramallah.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4555" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>großer Weihnachtsbaum vor der Geburtskirche</figcaption></figure>



<p>Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche sind die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest in vollem Gange. Der große Weihnachtsbaum steht schon, zahlreiche Lichterketten wurden gerade angebracht.</p>



<p>Auf der Fahrt mit Fatima zu ihrem Haus nahm ich wieder schmerzlich die unglaubliche Verschmutzung war ,mit der man überall in Palästina konfrontiert wird. Überall liegt Plastik und sonstigem Abfall am Straßenrand und keinen scheint es zu kümmern. Das habe ich bei meiner reise durch den Iran gänzlich anders erlebt. Dort herrschte Sauberkeit im ganzen Land. Ich sprach darüber mit Fatima. Sie meinte spontan: Wir leben in einem Land ohne Kontrolle. Nicht alles ist Israel schuld. Unsere Regierung kann wegen der Besatzung nicht viel machen, was sie aber machen könnte, tut sie nicht. Bespiel: für Sauberkeit im Land zu sorgen. Sie nannte noch ein anderes Beispiel das zeigt, was gerade in den C-gebieten, wo es keine Polizei gibt (weder israelische noch palästinensische) so alles passiert. Da fahren Vielen, oft auch Minderjährige ohne Führerschein, mit Autos, die für billiges Geld in Israel gekauft werden. Diese (illegalen) Fahrzeuge haben weder Versicherung noch sind sie technisch zugelassen. Häufig komme es zu Unfällen oft mit Verletzten und auch Toten. Und es kümmert scheinbar keinen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="4000" height="3000" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000671.jpg" alt="" class="wp-image-4556"/><figcaption>immer wieder berauschend anzuschauen:<br> die judäische Wüste direkt hinter dem Haus von Fatima</figcaption></figure>



<p>Als mich Fatima zurück nach Bethlehem zum Bus bringen wollte, hielten wir noch in Zaatara bei einer jungen Frau mit einem Kind an. Die Frau war mit einer kleinen Schafsherde unterwegs. Fatima ist ausgestiegen und hat mit der Frau gesprochen. Sie bat mich von der Frau und dem Kind ein Foto zu machen. Auf der fahrt nach Bethlehem erzählte sie mir die Geschichte der Frau. Sie ist die (Zweit-) Frau des Sohnes ihrer Schwester, also die Frau ihres Neffen. Dieser hat bereit mit seiner ersten Frau 3 Kinder und nun mit dieser Frau ein Kind, mit dem 2. ist sie (sichtbar) schwanger. So weit aber eben nicht so gut. Ich hatte ja schon häufiger von Ehen mit einer zweiten oder sogar dritten Frau gehört. In diesem Fall aber aber gibt es eine (für mich) unglaubliche Geschichte. Die erste Frau lehnt diese (2.) Frau ab, droht dem Mann ihn zu verlassen. Das hat zur Folge, dass diese (zweite) Frau, aber wohl auch ihr das Kind, vom Neffen von Fatima oft misshandelt wird. </p>



<p>Sie ist sich selbst überlassen, nur ganz selten kommt der Mann zu ihr. Er zwingt sie jeden Tag mit den Schafen zu gehen, das Kind muss auch dabei sein. Wenn Fatima ihre Schwester anspricht, die im Übrigen dieses Enkelkind noch kein Mal gesehen hat, ist dies &#8222;nur beleidigt&#8220;. Fatima und ihre anderen Geschwister, versuchen dieser Frau zu helfen, haben auch schon Geld gesammelt, müssen es ihr, wie auch Verpflegung, immer heimlich zustecken, da sonst gewalttätige Reaktionen des Vaters gegenüber Frau und Kind befürchtet werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4561" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>hilflose Fatima<br>bedauernswertes Schicksal von Mutter und Kind</figcaption></figure>



<p> Meine erste Reaktion, sie soll sich von diesem Mann trennen, greift wohl aber aber nicht. Die Frau stammt aus einer ganz armen Familie, zu der kann sie nicht zurück. Alleine leben geht hier nicht. Jetzt hofft sie das 2. Kind ein Junge wird, der für ihre Zukunft bessere Aussichten verspricht, so Fatima. Ich hatte ich mal davon gehört, dass es in dieser Region so etwas wie ein Frauenhaus gäbe. Ich werde mich erkundigen und ggf. Fatima diesen Tipp noch übermittel.</p>



<p>Ich schreibe ja oft von den schwierigen Verhältnissen, die durch die israelische Besatzung für die palästinensische Bevölkerung hervorgerufen wird. Dabei wird leicht vergessen, dass es hier, wie in vielen anderen arabischen Staaten auch, gerade für die Frauen oft ganz andere, wie ich finde, schlimme und erniedrigende Probleme gibt.</p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Chagall]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Hadassah-Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Machsom Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Ost-Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Qalandia]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Yad Vashem]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&#160;&#160;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-es-gibt-situationen-da-koennte-ich-nur-noch-weinen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Es gibt Situationen, da könnte ich nur noch weinen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei wieder schönstem Wetter haben wir uns heute zu unserem „zweiten Jerusalem-Tag“ aufgemacht. Heute wollten wir uns die Situation in Ost-Jerusalem genauer anschauen. Seit der Besetzung&nbsp;&nbsp;vor mehr als 50 Jahren hat sich der östliche Teil von Jerusalem total gewandelt. Nicht nur das die Stadtfläche nach Osten, aber auch im Süden und Norden durch die Errichtung neuer jüdischer Stadtteile (Siedlungen) ausgeweitet wurde, auch in den Grenzen des bisherigen Ost-Jerusalem wurde durch neue jüdische Siedlungen ein gleicher „Flickenteppich“ geschaffen, wie wir ihn in der Westbank vorfinden. Ich verweise hier, wie schön des Öfteren, auf meine bisherigen Berichte zu dieser Thematik, zu finden unter den Links zu Beginn des Berichtes.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4328" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000471-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick auf Ostjerusalem</figcaption></figure>



<p>Am späten Vormittag haben wir&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/node/50323">Roni Hammermann</a>getroffen. Sie ist Mitbegründerin der jüdischen Menschenrechtsgruppe&nbsp;<a href="https://machsomwatch.org/en/about">„Machsom Watch“</a>. „Machsom“ heißt übersetzt Checkpoint. Auch sie habe ich schon öfters mit meinen Gruppen getroffen und entsprechend über die Arbeit dieser Frauengruppe berichtet. Auch hier verweise ich auf die genannten Link.</p>



<p>Wenn ich aber dennoch an dieser Stelle, von ihren Erzählungen berichte, hat das vor allem auch damit zu tun, dass mich, aber auch die ganze Gruppe, die heute von ihr berichteten Beispiele dermaßen bewegt, ja geradezu erschüttert haben, dass ich sie hier in meinem Tagesbericht aufschreiben „muss“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4329" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/20190318_112025-768x1365.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /><figcaption>Roni Hammermann</figcaption></figure>



<p>Grundsätzlich hat Roni betont, dass sie glaubt das dieses ganze Bewilligungssystem um ein Visum zu bekommen, dass es den Palästinensern ermöglicht, den Checkpoint zu passieren, lediglich dazu dient, die Palästinenser zu kontrollieren. Ihre Gruppe hat sich den ganzen Vorgang von Antragstellung (bei stundenlangem Anstehen), der Bewilligung und dann das Durchlaufen der Checkpoints angeschaut und ist durch das eigene Erleben zu dem Schluss gekommen, das hier nur um Schikane geht. Die Benennung das es mit Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu tun habe, kann Roni nicht verstehen. Es gäbe soviel Möglichkeiten, illegal über die Grenzen zu kommen, und davon wissen die israelischen Verantwortlichen, das der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden kann.</p>



<p>Sie berichtete von Vorfällen am Checkpoint Qalandia, dem größten Checkpoint der fast 50 Checkpoints an der Grenze zwischen Israel und Palästina. Er befindet sich auf dem Weg von Ramallah nach Jerusalem und wird täglich von bis zu 10.000 Palästinenser/innen passiert. Hier kommen oft Menschen zum Checkpoint, die aus Gaza kommend in der Westbank im Krankenhaus behandelt werden. Wenn siue dort entlassen werden brauchen sie für den Transfer durch Israel (etwa 70-80 km) ein Visum. Dieses können sie erst am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle am Checkpoint beantragen. Gleichzeitig muss von dieser Behörde ein Taxi organisiert werden, dass diesen Transfer durch Israel sicherstellt. Roni hat es oft erlebt, dass wegen der schwerfälligen Bearbeitung dieser einzelnen Vorgänge, die Verwaltung schließt und diese oft noch schwachen, gerade aus dem Krankenhaus entlassene Menschen zurück geschickt werden mit den Worten: „Ihr müsst morgen wieder kommen“. Diese Menschen sind dort meist ohne Verwandte, zu denen sie gehen könnten, haben oft aber gar kein Geld, können sich keinen Hotelaufenthalt leisten. Das wissen die Verantwortlichen am Checkpoint ganz genau, sagt Roni, aber es beeinflusst ihre Entscheidung nie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-4330" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-1024x681.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602-768x511.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/DSC_4602.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Qalandia-Checkpoint</figcaption></figure>



<p>Ein anders Beispiel: Ein Vater kommt mit seinem 5jährigen Sohn, der drei Mal in der Woche, zur Nierendialyse von Nablus über den Checkpoint Qalandia, durch Jerusalem nach Hebron im Süden der West fahren muss. Insgesamt mehr als vier Stunden Fahrzeit für eine Strecke. Nun wurde dem Vater vermittelt, dass sein Visum abgelaufen sei, er nicht durch die Kontrolle könne. Roni: „vor drei Tagen war er noch sicher, jetzt ist er es nicht mehr“. Er müsste mit seinem arg geschwächten Kind mehr als 3 Stunden warten, bis einer aus der Familie kam, der ein gültiges Visum hatte und den Jungen begleiten konnte. „Es gibt Situationen, da könnte man nur noch weinen“, sagt Roni. Es ist das System,&nbsp;&nbsp;dass die Menschen in Palästina zermürben soll.&nbsp;</p>



<p>Wegen dieser Willkür an den Checkpoints (auch die „fliegenden“ gehören dazu) , kommen sie alle zu spät: Lehrer, Ärzte, Schuler, Arbeiter, und verlieren nicht selten ihre Arbeit. „Man kann nur sagen wann man abfährt, wann man ankommt, entscheidet die Besatzungsmacht“, so Roni.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/images.jpg" alt="" class="wp-image-4331" width="593" height="332"/><figcaption>&#8222;alles unter Kontrolle&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nachdem die Gruppe „Machsom Watch“ zunächst nur an den Checkpoint beobachtet hatte, alles was beobachtet wird, wird auch in Berichten festgehalten, hat man sich recht schnell auch um die Palästinenser „gekümmert“, die vor ihren Augen am Checkpoint festgenommen und inhaftiert wurden. Es wurde die Beobachtung der Gruppe auf die Anhörungen an den Militärgerichten ausgeweitet. Sie erzählte von einem normalen Fall wo ein 14 jähriger Junge (meist mitten in der Nacht)&nbsp;&nbsp;aus seiner Familie geholt wird. Er wird in der Regel in eine Polizeistation nach Israel gebracht. Dort wird er (ohne das seine Eltern oder zum Beispiel eine Sozialarbeiterin dabei ist vernommen, dabei auch nach seinen besten Freunden gefragt. Wenn er sie nennt, sind es meist die Nächsten die zu Nachtzeiten abgeholt werden. In der gerichtlichen Anhörung später sind dann Richter, Staatsanwalt, Anwalt und Schreibkraft anwesend. Es wird ihm dann der Vorwurf unterbreitet, dass&nbsp;&nbsp;er in einem Zeitraum (zum Beispiel) vom 1. bis 24. Dezember Steine geworfen haben soll. Solche „Zeitvorwürfe“ würden regelmäßig gemacht. Wie soll man auf solch pauschalen Vorwürfen als Verteidiger reagieren, fragte uns Roni? Wie kann dann konkret ein Alibi benannt werden? Weitere solch pauschaler Vorwürfe sind „Mitglied einer verbotener Gesellschaft“, was macht man sich zu schulden, wenn man in einer „Koran-Lesegruppe“ ist oder in einer Studentenverbindung?</p>



<p>Auf unsere Frage wie denn ihre Mitmenschen in Israel auf ihr Engagement und vor allem auf ihre Berichte reagieren würden sagte sie uns, die Meistens wollen es gar nicht hören, einige sagen mir du lügst, einige Andere beschimpfen sie oder es kommt auch vor das sie (auch von „Freunden“) gemieden wird.</p>



<p>Die Art und Weise, wie uns Roni ihre Erlebnisse und Meinung „ungeschminkt&#8220; und mit einer Klarheit und Vehemenz vortrug, hat alle die zugehört haben, sehr beeindruckt.</p>



<p>Roni Hammermann, die für Ihr Engagement 2008 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen hat, begründet ihr unermüdliches Engagement für die Menschenrechte mit den Erlebnissen ihrer eigenen Familie, die zum Teil in Auschwitz ermordet wurden. &#8222;Ich kann nicht mehr schweigen!&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4332" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000472-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Drei der 12 Chagall-Bilder in der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses
von links nach rechts: Naphtali, Josef und Benjamin</figcaption></figure>



<p>Geprägt von diesem Gespräch hat ein Teil der Gruppe den nicht leichten Gang zum Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gemacht. Ein kleiner Teil der Gruppe, die&nbsp;Gedenkstätte schon früher besucht hatte, ist mit mir ins nahegelegene Hadassah-Krankenhaus gefahren wo in einer dem Krankenhaus angeschlossenen Synagoge, zwölf Fenster von Chagall mit Motiven der 12 Stämme Israels bemalt wurden.&nbsp;<em>„Dies ist mein bescheidenes Geschenk an das jüdische Volk, das immer von biblischer Liebe, Freundschaft und Frieden unter den Völkern geträumt hat. Dies ist mein Geschenk an dieses Volk, das hier vor tausend Jahren in mitten anderer semitischer Völker gelebt hat.“ (</em>Marc Chagall 1962 zur Fertigstellung der Fenster)</p>



<p>Anschließend bin ich mit der kleinen Gruppe mit der Straßenbahn die ganze Strecke von der Endhaltestelle Herzlberg im Süden zur anderen Endhaltestelle Norden, Heil Ha-Avir. Ich hatte schon mehrmals von der besonderen „politischen“ Rolle der Straßenbahn geschrieben. Mit dem palästinensischen Bus 231 haben wir uns dann vom Damaskus Tor bis nach Beit Jala fahren lassen.</p>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong>﻿</strong></p>



<p><em>Haben wir nicht alle einen Vater?</em></p>



<p><em>Hat uns nicht ein Gott geschaffen?</em></p>



<p><em>Warum verachten wir denn einer den anderen,</em></p>



<p><em>und entweihen den Bund unserer Väter?</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Mal. 2,10)</p>
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		<title>&#8222;Im Lande der Verzweiflung&#8220;, heute aber nicht nur&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 19:37:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[2014 und 2015 ist der Schriftsteller Nir Baram in die besetzten Gebiete des Westjordanlands gereist, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er sprach mit Juden, Palästinensern, Siedlern, Politikern und Aktivisten. Ergebnis <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/im-lande-der-verzweiflung-heute-aber-nicht-nur/" title="&#8222;Im Lande der Verzweiflung&#8220;, heute aber nicht nur&#8230;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2014 und 2015 ist der Schriftsteller Nir Baram in die besetzten Gebiete des Westjordanlands gereist, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er sprach mit Juden, Palästinensern, Siedlern, Politikern und Aktivisten. Ergebnis ist ein Buch, dem er den Titel: „Im Lande der Verzweiflung – ein Israeli reist in die besetzten Gebiete“ gegeben hat. <a href="http://marius-blog.de/literatur-und-links/" target="_blank" rel="noopener">Hier näheres zum Buch</a></p>
<p>Nun bin ich kein Israeli aber eben heute musste ich beim Durchqueren des Checkpoint 300 um von Jerusalem kommend Bethlehem zu erreichen, an sein Buch denken. Er schreibt dort in einem Kapitel „Stadtviertel im Nirgendwo“ von palästinensischen (Ost-)Jerusalemer-Stadtteilen, die sich jenseits der Trennmauer befinden. Er beschreibt sein Gefühl, dass ihn beim Durchqueren der Sperranlage „beschleicht“, dass aber eben auch Tausende von Palästinensern, tagtäglich „zwangsweise“ erfahren müssen, wenn sie zur Arbeit/zur Schule/zum Arzt/zum Gebet an der Al Aqsa-Moschee/Verwandte besuchen oder eben nur zum Einkauf wollen. Jetzt ist die Situation für viele Ostjerusalemer Palästinenser noch einmal eine ganz besondere. Sie sind Jerusalemer Bürger, können sich normalerweise in der ganzen Stadt frei bewegen, wenn sie nicht das „Pech“ haben (wobei mir der Ausdruck Pech zu harmlos daher kommt), durch eine willkürliche Maßnahme der israelischen (Militär-) Verwaltung (sie nennen es dort eine Frage der „Sicherungsabwägung“) von der übrigen Stadt Jerusalem (West und Ost) durch eine Mauer abgetrennt worden zu sein. Die betroffenen Menschen bezeichnen es als „Willkür“</p>
<p><figure id="attachment_4200" aria-describedby="caption-attachment-4200" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4200" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000247-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4200" class="wp-caption-text">So sieht der Eingang/Ausgang aus<br />von Jerusalem nach Bethlehem</figcaption></figure></p>
<p>Es ist dieses Lebensgefühl der Israelis, das Nir Baram sehr exakt herausarbeitet. Viele Israelis seien in den 1980er Jahren und dann nach der ersten Intifada (1988-1992)  schockiert über die Besatzung und über die damit einhergehenden Maßnahmen gegen die Palästinenser gewesen. Mittlerweile habe sich, so Nir Baram, Resignation breit gemacht. Die meisten Israelis heute würden diese Realität kennen,  wären in sie hineingeboren und akzeptieren sie in der Überzeugung, dass es keinen Ausweg gibt. <em>„Heutzutage scheint es, als würde jeder verstehen, dass die Okkupation in das Nervensystem unseres Lebens eingesickert ist, und dass wir, ob wir wollen oder nicht, in einer Gesellschaft leben, die unter ihrem Einfluss entstanden ist.“</em></p>
<p>So bin ich heute noch einmal durch den Checkpoint. Dieses Mal habe ich den Durchgang für alle Palästinenser, die nach Jerusalem (oder umgekehrt) wollen genutzt. Ich habe schön öfters von diesem Checkpoint berichtet. Seit einiger Zeit ist der Weg von der „Jerusalemseite“ nach Bethlehem „verkürzt“ worden. Lediglich ein Drehkreuz (vorher waren es drei) ist zu durchqueren. Bekanntermaßen sieht es völlig anders aus, wenn man von Bethlehem nach Jerusalem will.</p>
<p><figure id="attachment_4199" aria-describedby="caption-attachment-4199" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4199" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000254-e1542827580520-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4199" class="wp-caption-text">gesehen Visavis des Banksy-Hotels: der &#8222;Mauerspecht&#8220; auf palästinensisch</figcaption></figure></p>
<p>In Bethlehem habe ich Daoud Nassar getroffen. Er war erst gestern von einer Vortragsreise aus den USA zurück gekehrt. Schon heute morgen hat er auf dem Weinberg eine Gruppe aus England empfangen, um sich  nun &#8211; um die Mittagszeit &#8211; mit mir in einem Restaurant, in der Nähe der Katholischen Universität, zu treffen. Er berichtete, dass vor einigen Wochen das oberste israelische Gericht ihm mitgeteilt habe, dass sämtliche Abrissbescheide, die gegen „Strukturen“ des Weinberges erlassen wurden, ab sofort „eingefroren“ sind.<br />
Mit Strukturen meint das Gericht Einrichtungen auf dem großen Gelände des Weinberges wie Wasserzisternen, Solaranlagen, Zelte, etc. Insgesamt gibt es mittlerweile fast 20 solcher Bescheide. Eingefroren bedeutet, dass nun nicht kurzfristig gegen solche Strukturen durch die Militärverwaltung vorgegangen werden kann. In jedem Fall muss das Gericht angehört werden. Wenn man so will, ein gewisser, zu mindestens zeitlicher, Schutz der Einrichtungen.</p>
<p><figure id="attachment_4198" aria-describedby="caption-attachment-4198" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4198" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000120-e1542827428438-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4198" class="wp-caption-text">Auch ihm gehört der Preis:<br />der Farmer Daher Nassar</figcaption></figure></p>
<p>Die zweite Neuigkeit, die mir Daoud, in gewohnt ruhiger und sachlicher Art mitteilte, war erst wenige Stunden alt: das deutsche Vertretungsbüro hat ihm heute Vormittag in einer Mail mitgeteilt, dass Deutschland und Frankreich ihm, und anderen Personen, den Preis für Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit 2018 verliehen habe. Hier die heutige <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/deutsch-franzoesischer-menschenrechtspreis/2162822?pk_campaign=newsletter_Pressemitteilung_2018_11_21&amp;pk_kwd=link_Außenminister+Maas+und+Außenminister+Le+Drian+anlässlich+der+Vergabe+des+Deutsch-Französischen+Preises+für+Menschenrechte+2018" target="_blank" rel="noopener">Pressemeldung des Auswärtigen Amtes</a> dazu. Welch eine tolle Auszeichnung für Daoud und die ganze Familie Nassar, aber eben auch für das gesamte Projekt Tent of Nations (Zelt der Völker), mit seinen UnterstützerInnen in der ganzen Welt. Dieser Preis ist aber, wie schon die beharrliche, erfolgreiche, aber eben immer friedliche Arbeit auf dem Weinberg, auch für die Menschen in der gesamten Region, Genugtuung und Ansporn zugleich.<br />
Da aller Guten Dinge drei sind, erfuhr ich auch, dass mit ziemlicher Sicherheit, Daoud bei einer „offiziellen“ Veranstaltung des evangelischen Kirchentages, im Juni 2019 in Dortmund, sein Projekt, das „Tent of Nations“ vorstellen kann.</p>
<p><figure id="attachment_4197" aria-describedby="caption-attachment-4197" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4197" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000263-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4197" class="wp-caption-text">Heute für mich ein historisches Treffen:<br />Daoud und Jihan Nassar mit Fatima (Im Magdolin)</figcaption></figure></p>
<p>Zu mindestens heute gab es für Daoud, seine Familie und den Freundinnen und Freunde des Weinberges, kein Grund zur Verzweiflung, es war ein wirklich schöner und besonderer Tag für alle.</p>
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		<title>Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 18:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[alter Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Roni Hammermann]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/roni-hammermann-wir-sind-nicht-stark-genug-die-aengste-wegzunehmen/" title="Roni Hammermann: &#8222;Wir sind nicht stark genug die Ängste wegzunehmen&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war der erste Tag den wir in Jerusalem verbracht haben. Hier wollten wir, vom Ölberg kommend, heute einen Blick in die Altstadt werfen und dabei auch einige der &#8222;Highlights&#8220; von Jerusalem besichtigen. Es wurde schon in den letzten Tagen von verschiedener Seite angekündigt, dass Massen von Touristen in der Stadt seien. Diese Ankündigungen wurden voll bestätigt. Schon auf dem Ölberg drängten sich Menschen &#8222;aus aller Herren Länder) an den Ausguckpunkten, von denen man einen wunderschönen Blick auf die &#8222;Heilige Stadt&#8220; hat.</p>
<p><figure id="attachment_3606" aria-describedby="caption-attachment-3606" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3606" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Jerusalem-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3606" class="wp-caption-text">ein &#8222;berauschender&#8220; Blick auf Jerusalem vom Ölberg</figcaption></figure></p>
<p>Am Nachmittag haben wir uns mit Roni Hammermann getroffen. Ich habe in meinem Blog schon des öfteren über sie geschrieben.(siehe hierzu den Link am Beginn des Tagesblogs) Bisher habe ich sie immer alleine besucht, nun hatte (zum ersten Mal) meine Gruppe die Gelegenheit, diese mutige und starke Frau kennen zu lernen. Wir haben uns in einem Café am alten Jerusalemer Bahnhof getroffen. Roni berichtete von der Gründung der Gruppe <a href="https://machsomwatch.org/en/about" target="_blank" rel="noopener">Machsom Watch</a> und ihren ihren Erfahrungen bei den Beobachtungen an den Checkpoints. Grundsätzlich hat sich nach ihrer Einschätzung in den 15 Jahren der aktiven Beobachtung nichts zum positiven verändert, eher das Gegenteil ist der Fall. Hatte man früher noch konkrete Interventionsmöglichkeiten (&#8222;wir haben uns zwischen den Soldaten und den Palästinenser gestellt&#8220;) ist heute alles soweit &#8222;technisiert&#8220;, es gibt gar nicht mehr einen persönlichen, direkten Kontakt zwischen dem &#8222;Grenzgänger&#8220; und dem Soldaten. Man geht durch käfigartige Gänge, durch eiserne Drehkreuze, durch die nur eine Person passt, wird über Lautsprecher von Soldaten angewiesen, die hinter dicken Panzerglasscheiben sitzen.</p>
<p><figure id="attachment_3608" aria-describedby="caption-attachment-3608" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3608" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-1024x768.png 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-300x225.png 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz-768x576.png 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Drehkreuz.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3608" class="wp-caption-text">Drehkreuz</figcaption></figure></p>
<p>&#8222;Dann wenn wir &#8211; Dienst &#8211; machen, läuft die Behandlung der Palästinenser schon anders&#8220; Die derzeit 250, meist ältere jüdische Frauen können allerdings nicht während der ganzen Öffnungszeit ihren Beobachtungsdienst warnehmen.<br />
Zu Beginn ihrer Aktivität an den Checkpoints haben die Medien über sie berichtet. Das Interesse hat mittlerweile doch sehr nachgelassen. Es ist für Roni erschreckend zu erleben wie gleichgültig ihre Landsleute mit den Vorkommnissen an den Checkpoints umgehen.</p>
<p>&#8222;Wir leben in einer Politik der Angst, wir sind nicht stark genug, die Ängste den Menschen wegzunehmen.&#8220;</p>
<p><figure id="attachment_3607" aria-describedby="caption-attachment-3607" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3607" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/Roni-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3607" class="wp-caption-text">Roni Hammermann im Kreise unserer Gruppe</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte schon am Morgen nach dem Tageszitat (siehe unten) die Gruppe kurz über Roni Hammermann und ihre Aktivitäten für die Menschenrechtsgruppe &#8222;Machsom Watch&#8220; in formiert. Ich habe dabei aus ihrer Dankesrede die sie bei der <a href="http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/archiv/jahr-2008.html" target="_blank" rel="noopener">Verleihung des Aachener Friedenspreises</a> (2009) gehalten hat, vorgelesen.<br />
<em>&#8222;Der Zeitraub an den Checkpoints und in den Büros der Zivilbehörde, die Unmöglichkeit sich für alle Lebensbereiche nötigen Genehmigungen zu verschaffen, die tagtägliche Entwürdigungen an den Straßenkontrollen, all das erzeugt Verzweiflung und Hass, führt zu einer Radikalisierung der Bevölkerung und ist letzten Endes kontraproduktiv für die genannte &#8222;Sicherheit&#8220;, die ja all diese Maßnahmen rechtfertigen soll</em><br />
<em>(&#8230;) Die Botschaft, die wir unseren Landsleuten aus unseren Erfahrungen an den Straßensperren vermitteln möchten ist die, dass die Angst uns nur lähmt und unseren Blick trübt und das jenseits der Mauer Menschen leben, die nachts anderes wollenals ein freies menschenwürdiges Leben zu führen, ohne Unterdrückung, ohne Landraub und ohne Erniedrigung. Nicht nur die Betonmauern müssen wir abbauen, sondern auch die Mauern der Feindbilder, die den &#8222;Anderen&#8220; dehumanisieren&#8220;</em></p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Ich setzte mich auf die niedrige Mauer, die meine Terrasse umschloss, und schaute auf die Straße hinweg auf die Berge Moabs, von deren Höhen Moses und seine schwer erziehbaren Kinder Israels nach vierzig Jahren Marsch durch die Wüste das gelobte Land entdeckt hatten.</em></p>
<p><em>„Der Herr euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dieses Land gegeben&#8230;.“ heißt es in der Bibel. Ein schwerer Irrtum – damals und heute.</em></p>
<p><em>Auf der Straße war es auf einmal ruhig geworden. Sie war bis auf ein paar qualmende Häuflein leer. Ich roch Tränengas&#8230;..</em></p>
<p>Von <a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-08/schriftstellerin-angelika-schrobsdorff-gestorben" target="_blank" rel="noopener">Angelika Schrobsdorff</a> (Deutsche Schriftstellerin)</p>
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		<title>Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2017 19:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich regelmäßig auch in meinem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" title="Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich <a href="http://marius-blog.de/blog/im-magdolin/" target="_blank">regelmäßig</a> auch in meinem Blog <a href="http://marius-blog.de/blog/backstuben-hoehlen-gespraech-bei-fatima/" target="_blank">geschrieben</a> habe. Unser heutiges Treffen schloss sich, was den besonderen Erlebniswert angeht „nahtlos“ an die bisherigen Zusammenkünfte an. Es ist wirklich unglaublich welch intensive, ganz in die Tiefe gehende Gespräche ich mit dieser für mich so großartigen Frau führen kann (darf). Genauso interessant fand ich aber auch, dass auf Grund der so privaten Gesprächsinhalte, die Politik, das Thema Besatzung, heute, wenn man einmal vom Übergang am Checkpoint absieht, überhaupt keine Rolle spielte.</p>
<p><figure id="attachment_3330" aria-describedby="caption-attachment-3330" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3330" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3330" class="wp-caption-text">Mauer zwischen Jerusalem und Bethlehem am Checkpoint 300</figcaption></figure></p>
<p>Um Fatima zu treffen musste ich heute also auch das erste Mal durch den Bethlehemer Checkpoint 300. Während ich ja, durch die zahlreichen <a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">„Übertritte“ </a>der letzten Jahre die Situation dort gut kenne, war es für Frank, den evangelische Pastor, der mich schon vor einigen Tagen begleitet hatte, ein erstes Erlebnis, zu Fuß durch die Grenzanlage zwischen Israel und Palästina zu gehen. Obwohl man ja beim Verlassen von israelischem Gebiet naturgemäß nicht kontrolliert wird, machen die gesamte Anlage, die vielen eisernen Drehkreuze, die zahlreichen Wachtürme, wo man nicht weiß ob dort jemand sitzt und einen beobachtet, die schmalen Gittergänge, wo sich morgens in Richtung Israel tausende Palästinenser durchzwängen müssen, nachdem sie eine Stunde und länger gewartet haben, schon einen gewissen Eindruck. Frank der wohl öfters die Grenze zur ehemaligen DDR passiert hatte kamen direkt Erinnerungen auf.<br />
Fatima holte uns mit ihrem alten Renault hinter dem Checkpoint ab und wir fuhren in ihr 10 km entferntes Heimatdorf Za`tara. Schon auf der Fahrt erzählte uns Fatima ihrer grundlegenden Lebensproblematik, dass sie einerseits in vielem was sie tut, die engen Grenzen die ihr von der Tradition und der Kultur gesetzt werden, überschreitet, sie damit aber auch von vielen offen oder eben auch nur gefühlt, kritisiert wird. Wenn ihr von meinen anderen Begegnungen mit Fatima in diesem Blog lest, werdet ihr immer wieder von diesem „Zwiespalt“ in dem sich Fatima „gefangen“ fühlt lesen. Für Fatima ist es auch deshalb besonders schwer, weil sie oft auch fühlt, dass sie es durch ihr „unangepasstes“ Verhalten vor allem auch ihren Kinder und ihrem Mann sehr schwer macht. Weil diese wiederum es auch in der Begegnung mit der großen Familie spüren.</p>
<p>Fatima erzählt auch von ihrem ausgesprochen gleichmütigen Ehemann, den nichts aus der Ruhe bringt. Wenn er einen Olivenbaum bei der Terasse gießt, übersieht er die Blumen daneben, „die zu nichts nützlich sind“. Fatima ist ganz anders, sie macht sich über alles Gedanken. Auch wegen der verstorbenen Mutter, &#8211; hat sie sich zu wenig um sie gekümmert? Die Mutter verlangte stets die volle Aufmerksamtkeit ihrer Töchter, es blieb wenig Raum für eigene Gedanken oder Aktivitäten. Fatima lehnte sich dagegen auf – und hat nun ein schlechtes Gewissen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3332" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>von links: Vater Hassan, Sohn Abdullah und Mutter FatimaUnd man trifft sich oft in einer Familie die Hunderte von Personen umfasst zu Hochzeiten (und Verlobungen) Trauerfeiern etc. Fatima die im Oktober/November wegen einer OP in Neuss war, sagt das noch heute nicht alle aus ihrer großen Verwandtschaft sie nach ihrer Rückkehr (und erfolgreichen OP) besucht hätten&#8230;.</p>
<p><figure id="attachment_3333" aria-describedby="caption-attachment-3333" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3333" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3333" class="wp-caption-text">unser 2. Frühstück</figcaption></figure></p>
<p>Am Beispiel ihres jüngsten Sohnes Abdullah, der seit 8 Jahren in Dubai arbeitet und für den Fatima mit der Unterstützung ihrer Töchter seit Jahren versucht eine geeignete Frau zu finden, möchte ich im Folgenden versuchen deutlich zu machen, das es stimmt wenn Fatima sagt: „Kultur (ich würde sagen auch Tradition) macht in unsrem Leben vieles komplizierter.“ Abdullah, ein 33 jähriger junger Mann lebt in dubai alleine in einer Wohnung. Schon das ist hier ungewähnlich, weil die jungen Mnner so lange zu hause wohnen bis sie geheiratet haben. Er also wohnt, da er im Ausland arbeitet nicht mehr zu Hause. Er fühlt sich dort wohl. Wenn es nach ihm ginge, würde er jetzt gar nicht heiraten wollen. Hier aber kommt die Kultur(Tradition) zum Zuge. Es gibt keinen Grund für einen jungen Mann, das gesund ist, Arbeit hat nicht zu heiraten. Keiner aus der Familie würde das verstehen. Noch viel weniger würde man es verstehen (akzeptieren) wenn er sich zum Beispiel in eine schöne Frau in Dubai verlieben würde und mit ihr nach Palästina käme und sie seinen Eltern und seiner Familie als zukünftige Frau vorstellen würde. Es ist unvollstellbar, das würde hier keiner verstehen. Das spürt Abdullah, er akzeptiert deshalb dass es so sein muss. Er „ergibt“ sich also diesen kulturellen Zwängen. Gut, er könnte sich auch aktiver hier selbst eine Frau suchen, aber da er im Ausland arbeitet hat er die Mutter gebeten schon einmal „zu sondieren“. Erschwerend für die Suche kommt hinzu, dass die Braut außerhalb des eigenen Familien-Clans gesucht werden soll. Fatima hat auf Grund eigener schlechter Erfahrungen (ihr Mann ist ihr Cousin), ihr 5. Kind, Magdolin ist schwer behindert, ihren Kindern aufgetragen ihren Ehepartner außerhalb der Familie zu suchen.</p>
<p><figure id="attachment_3348" aria-describedby="caption-attachment-3348" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3348" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3348" class="wp-caption-text">vier von 17 Enkelkindern</figcaption></figure></p>
<p>Nun war Abdullah für zwei Wochen zum Urlaub im Lande und die Mutter hatte drei mögliche (Ehe-) Frauen für ihn gesucht. Da er sich, nach ersten Kontakten mit den vorgeschlagenen Frauen noch nicht entscheiden konnte, hat er den Urlaub um eine Woche verlängert. Nun endlich ist eine Frau in die engere Wahl gekommen. Heute nun soll ein abschließendes Gespräch zwischen den beiden Familien stattfinden. Jede Familie stellt eine gleich große Delegation. Fatima (die sicherlich wortgewaltigste in ihrer Familie), ist Teil der Delegation, darf sich aber nicht äußern. Das  Gespräch führen ausschließlich die Männer. So will es die Tradition:<br />
Sollte es, wie erhofft zu keinen weiteren Schwierigkeiten kommen, wird bei diesem Treffen auch der „Goldpreis“ für die Frau vereinbart. Dann könnte, so Abdullah, &#8222;Inch Allah&#8220; in einigen Monaten Hochzeit gefeiert werden. Ich werde berichten&#8230;..</p>
<p><figure id="attachment_3334" aria-describedby="caption-attachment-3334" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3334" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3334" class="wp-caption-text">viele Kinder bedeutet große Wäsche oder umgekehrt&#8230;</figcaption></figure></p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Die Menschen in Nazareth mochten den Prediger Jesus nicht.</em><br />
<em> Sie wollten Worte hören, die ihren Fanatismus gegenüber Fremden befriedigten. Jesus war nicht willens, dieses Spiel mitzuspielen und ihnen dieses Vergnügen zu machen. Der Gott, über den Jesus sprach, war ein Befreier-Gott. Wenn Gott parteiisch jst, so zeigt er diese Einseitigkeit gegenüber den Armen und Unterdrückten. Jesus zerschmetterte ihr ausschließendes Gottesbild und kritisierte ihr Bibelverständnis.</em></p>
<p>Von <strong>Naim Stifan Ateek</strong> (Der Autor ist palästinensischer Pfarrer und Mitbegründer von Sabeel, dem Ökumenischen Zentrum für Palästinensische Befeiungstheologie. Er schreibt u.a., dass zwei Argumente benutzt werden, um die Gründung des israelischen Staates zu rechtfertigen: die Shoa und seit dem Krieg von 1967 die Bibel. Bestimmte Textstellen werden zur Rechtfertigung der Vertreibung des palästinensischen Volkes missbraucht, so dass die Bibel zu einem politischen Instrument geworden ist.</p>
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		<title>Die Mauer in Bethlehem</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/bethlehem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2016 07:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun bin ich noch einmal in Bethlehem gewesen. Von Jerusalem gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Bus 231 über Beit Jala oder mit dem Bus 234 bis zum großen Scheckpoint 300. Heute habe <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/bethlehem/" title="Die Mauer in Bethlehem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun bin ich noch einmal in Bethlehem gewesen. Von Jerusalem gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Bus 231 über Beit Jala oder mit dem Bus 234 bis zum großen Scheckpoint 300. Heute habe ich mal wieder diese zweite Möglichkeit gewählt um „auf die andere Seite“ zu kommen. Auch hatte hatte ich wieder das große Glück einen sehr komfortablen Bus „erwischt“ zu haben. Auch bezüglich der palästinensischen „Busflotte“ hat sich in den letzten Jahren viel getan. Wenn es im Friedensprozess schon keine Entwicklung gibt&#8230;</p>
<p><figure id="attachment_3059" aria-describedby="caption-attachment-3059" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3059" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-1024x683.jpg" alt="moderne &quot;Busflotte&quot; im 234 er zum Checkpoint" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3059" class="wp-caption-text">moderne &#8222;Busflotte&#8220;<br />im 234 er zum Checkpoint</figcaption></figure></p>
<p>Ganz bewusst bin ich mal wieder zu Fuß durch die Sperranlage gegangen, wenn auch in die Richtung in der man zwar beobachtet, aber eben nicht kontrolliert wird. Auch hier gibt es die eisernen Drehkreuze, deren Metall vom hunderttausend maligen Anfassen blank und glänzend ist. Im mittleren Teil dieser mächtigen Grenzanlage, zwischen den beiden Gebäuden, hat man sogar eine kleine Grünanlage angelegt. Leider gelingt es – zu mindestens bei mir nicht- damit den insgesamt beklemmenden Eindruck &#8211; angesichts mächtiger Mauern und Wachtürme-zu „übertünchen“.</p>
<p><figure id="attachment_3060" aria-describedby="caption-attachment-3060" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3060" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-1024x683.jpg" alt="die &quot;Wallstreet&quot; in Bethlehem" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3060" class="wp-caption-text">die &#8222;Wallstreet&#8220; in Bethlehem</figcaption></figure></p>
<p>Kommt man auf die palästinensische Seite zeigt sich das übliche Bild. Man wird von wartenden Männern bedrängt: Rufe „you want Taxi to Nativity Church or Hebron“ schallen einem entgegen. Man hat den Eindruck, dass sich um die wenigen Touristen regelrecht „gestritten“ wird. Ich aber gehe mit entschuldigendem Blick weiter und nehme wieder das „Monstrum Mauer“ in all seiner Hässlichkeit und Bedrohung war. Von hier sieht man gut wie diese Mauer sich zwischen Jerusalem und Bethlehem drängt. Die Mauer von den Israelis als „Schutzwall“ bezeichnet mag psychologisch für die Israelis als Schutz gelten. Da sie aber an vielen Stellen „durchlässig“ ist, könnten arabische Terroristen ohne Probleme nach Israel gelangen. So wie es auch Tausende Palästinenser machen, die – ohne Arbeits-Permit- über die „grüne Grenze zur Arbeit nach Israel gelangen. <a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">Siehe meinen Bericht vom 21.10.2014</a>. Denn die Mauer verläuft zu 80% durch das Westjordanland und nicht auf der Grenze.</p>
<p><figure id="attachment_3061" aria-describedby="caption-attachment-3061" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3061" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-1024x683.jpg" alt="weltbekannt: Grafitti von Banksy" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3061" class="wp-caption-text">weltbekannt:<br />Grafitti von Banksy</figcaption></figure></p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Banksy" target="_blank">siehe auch in Wikipädia: Banksy</a></p>
<p>Mir fällt wieder ein, dass sich gerade im letzten Jahr das <a href="http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nahost/mauer-igh.html" target="_blank">Urteil des Internationalen Gerichtshof</a> in den Haag zum 10. Mal jährte, in dem diese Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland für illegal und völkerrechtswidrig erklärt wurde. Und dann verläuft die Sperranlage ja auch noch zu 80 % auf palästinensischen Grund und Boden&#8230;.</p>
<p>Ansonsten verstärkt sich auch im Zentrum von Betlehem das Gefühl das nur wenige Touristen „hinüber“ kommen. Auch in Jerusalem hatte ich in den letzten Wochen den Eindruck dass es in der Altstadt recht leer ist. Aber hier wirkt es schon fast erschreckend. Ein schneller Blick in die Geburtskirche, die derzeit wegen umfangreicher Bauarbeiten ein wenig entstellt wirkt, bestätigt den Eindruck. Dort, wo man sonst in einer langen Schlage Stunden warten muss um in die Geburtsgrotte zu gelangen, gibt es keinen der wartet. So kann ich schnell mal einen Blick aud die Stelle werfen, die für viele Christen, so besonders ist.</p>
<p>Mit Fatima habe ich mich nach zum späten Nachmittag noch im Ewaan-Restaurant getroffen. Diese schöne Gaststätte in einem der ältesten Häuser von Betlehem, wird von einem Ehepaar geführt mit dem Fatima befreundet ist. Sie hatte es mir schon vor Jahren empfohlen. Sie haben eine für hiesige Verhältnisse besondere Küche mit vielen Speisen in „Bio-Qualität“. Aber auch hier herrscht, so die Gastgeber „die totale Leere“ und das wohl seit Monaten. Jetzt hofft man auf die Festessen zur Graduierung und eben auf den Sommer.</p>
<p><figure id="attachment_3064" aria-describedby="caption-attachment-3064" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3064" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-1024x683.jpg" alt="auch das &quot;beliebteste&quot; Auto der Palästinenser: der deutsche Mercedes, muss mal in die Werkstatt" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3064" class="wp-caption-text">auch das &#8222;beliebteste&#8220; Auto der Palästinenser: der deutsche Mercedes, muss mal in die Werkstatt</figcaption></figure></p>
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