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	<title>Gruppenfahrt Herbst 2016 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Kommt und seht und berichtet zu Hause darüber.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2016 19:53:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Erweiterung des Bibelzitates (Johannes 1, 35-39) ist Grundlage meiner Motivation, weshalb ich seit 2012 Gruppen nach Israel&#38;Palästina führe. Wie in der Ausschreibung steht, soll diese Reise eine differenzierte Sichtweise auf die komplexe Region des <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/kommt-und-seht-und-berichtet-zu-hause-darueber/" title="Kommt und seht und berichtet zu Hause darüber.">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Erweiterung des Bibelzitates (Johannes 1, 35-39) ist Grundlage meiner Motivation, weshalb ich seit 2012 Gruppen nach Israel&amp;Palästina führe. Wie in der Ausschreibung steht, soll diese Reise eine differenzierte Sichtweise auf die komplexe Region des Nahen Ostens ermöglichen. Sie soll Einblicke in die Situation der palästinensischen Bevölkerung in den sog. Autonomiegebieten gewähren.  Aber auch der landschaftlich wunderschönen Fleck dieser Erde, die Orte mit historischer Bedeutung, in denen die Wiege der drei monotheistischen Weltreligionen stand, soll kennengelernt werden. Nicht zuletzt soll die Reise den Kontakt zu gastfreundlichen, warm- herzigen Menschen herstellen, die trotz ihres oft sehr schwierigen Lebens noch nicht verlernt haben zu lachen.</p>
<figure id="attachment_3217" aria-describedby="caption-attachment-3217" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3217" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/mauer1-1024x768.jpg" alt="Mauer in Bethlehem" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/mauer1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/mauer1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3217" class="wp-caption-text">Mauer in Bethlehem</figcaption></figure>
<p>Ich habe meine Reisebegleiter/innen gefragt wie sie die letzten 10 Tage erlebt haben: Hier gekürzt und in Stichworten ihre Antworten:</p>
<ul>
<li>Besuch in einem „unheiligen“ Land, die Probleme die uns in Deutschland beschäftigen, sind verglichen mit der Situation hier ein „Kinderspiel“</li>
<li>Meine schlechten Erwartungen wurden bestätigt</li>
<li>Ich hätte nicht gedacht das es hier so schlimm ist</li>
<li>Die politische Lage finde ich kathastrophal</li>
<li>Es war ein reichhaltiges Programm, ich hatte die Möglichkeit viele Regionen kennen zu lernen und dabei viele Eindrücke zu gewinnen</li>
<li>Die vielen menschlichen Begegnungen waren für mich anrührend</li>
<li>Mein Blick wurde geschärft, ich werde zu Hause die Berichte in den Medien anders war nehmen</li>
<li>Ich hatte die einzigartige Möglichkeit Gegensätze aufzunehmen und bei mir wirken zu lassen</li>
<li>Ich wurde reich beschenkt, vor allem durch die Naturereignisse</li>
<li>Es war auch ein Genuss von Natur und Religiosität</li>
<li>Außergewöhnliche Programmdichte und Vielzahl an menschlichen Begegnungen und interessanten Gesprächspartnern</li>
<li>Ich hatte vorher die etwas naive Vorstellung das ich nach dem ich die Situation sehen würde ein Urteil fällen und Lösungsideen entwickeln könnte</li>
<li>Durch die Begegnungen mit den Menschen habe ich ein Gespür bekommen, was sie berührt, so kann ich zu Hause davon etwas vermitteln</li>
<li>Ich fahre pessimistisch nach Hause, habe das Gefühl das es dort nicht besser wird</li>
<li>Das Mosaik war erst groß und unübersichtlich, jetzt habe ich das Gefühl tiefer hinein gekommen zu sein aber auch die Frage wie kann es weiter gehen, was kann sich ändern</li>
</ul>
<p>Für mich bedeuten die Aussagen meiner Gruppe eine Bestätigung meiner Motivation zu diesem Reiseangebot.</p>
<figure id="attachment_3218" aria-describedby="caption-attachment-3218" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3218" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/beduine-1024x768.jpg" alt="wohin führt der Weg?" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/beduine-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/beduine-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/beduine-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3218" class="wp-caption-text">wohin führt der Weg?</figcaption></figure>
<p>Ich möchte kurz noch auf eine „Nachwirkung“ -bei mir- bezüglich eines Programmpunktes eingehen, den ich zum ersten malbei meiner Gruppenfahrt eingebaut hatte. Am Sonntag (30.10) hatten wir die Gruppe Roots besucht. Hier wird ja der Versuch gemacht, durch Kontakte zwischen Siedlern und Palästinensern für eine Entspannung zu sorgen. Ich habe am Montagabend mit Daoud Nassar über diese Bewegung gesprochen. Er ist von dieser Bewegung nicht angetan. Natürlich kann man mit den Siedlern sprechen sagt er, aber zunächst muss uns Palästinensern Gerechtigkeit widerfahren, Unrecht muss eingestanden werden. Auch Fatima, noch hier in Deutschland, meinte heute, das wäre so, als wenn jemand einem die Brille wegnehme und dann mit ihm ein Gespräch führe ohne sich darum zu kümmern, dass der Andere ja nichts sieht. Sie sagte, es müsse so sein, wie es die Deutschen gegenüber Israel bezüglich des Holocaust gemacht hätten. Da war zuerst das bedingungslose Eingeständnis der Schuld. Erst dann kam der Versuch durch enorme (nicht nur) finanzielle Unterstützung (bis heute), die Not und das Leid zu lindern damit irgendwann einmal ein freundschaftliches Verhältnis entstehen kann.</p>
<p>Unter diesen mir gut nachvollziehbaren Gesichtspunkten möchte ich mein Resümee über das Gespräch, welches ich am Sonntagabend in diesem Blog geschrieben habe, ein wenig modifizieren und korrigieren.</p>
<figure id="attachment_3219" aria-describedby="caption-attachment-3219" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3219" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild2-1024x768.jpg" alt="am Ende wenn alle Waffen verschossen sind, alles Leid überwunden dann -so drückt es dasBild aus welches ich in Nazareth an einer Wand gesehen habe- reichen sich die Geschwister die Hand" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild2-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3219" class="wp-caption-text">am Ende wenn alle Waffen verschossen sind, alles Leid überwunden, dann -so drückt es dasBild aus, welches ich in Nazareth an einer Wand gesehen habe- reichen sich die Geschwister die Hand</figcaption></figure>
<p>Ich erlaube mir nachfolgend den jüdischen Prof. Dr. Ernst Tugendhat, emeritierter Professor für Philosophie an der FU Berlin zu zitieren. In seiner Eröffnungsrede zur Nakba-Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus „Lamm“ am Markt in Tübingen im Juni 2010 sagte er u.a.:<br />
<em>&#8222;Frieden, wirklicher Frieden, wäre nicht schon durch die Zweistaatenlösung zu erreichen, sondern nur durch die gegenseitige Anerkennung der beiden Bevölkerungen in ihren Rechten und als Gleiche: die Grundlage von Moral und Recht und so auch des Friedens. Bisher gibt es nur sehr vereinzelt Verständigungsversuche in kleinen Gruppen, die jedoch zeigen, was wir auch sonst wissen, dass, wenn Menschen sich wechselseitig in ihrer Gleichheit als Menschen erfahren, dies zu einem Gefühl von Glück führen kann, und sie zeigen auch, dass beide Bevölkerungen durchaus die Fähigkeit haben, aufeinander zuzugehen. So schwer vorstellbar also eine Verständigung im Ganzen erscheinen mag, sie ist nicht undenkbar, man kann und muss auf sie setzen, eine andere sinnvolle Option gibt es nicht&#8220;</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wie schon bei den Gruppenreisen 2014 und 2015 habe ich jeden Morgen zu Beginn des Tages das für den Tag vorgesehene Zitat aus dem schön gestalteten Büchlein: <strong><em>„Recht ströme wie Wasser“</em></strong> vorgelesen. Hier sind von der Gruppe „Freunde von Sabeel, Deutschland“ „Zitate für jeden Tag“ aus Bibel, Koran und Talmud zusammengestellt. Es sind Texte von israelischen und palästinensischen Autor(inn)en, von Juden, Christen und Muslimen – die (so in der Verlagsankündigung) „<em>kein Öl in ein böses Feuer gießen wollen, sondern mit Fakten, Zahlen, Klarstellungen, Erklärungen, auch Rechtfertigungen und Anklagen, zu einem differenzierteren Gesamtbild des Israel-Palästina-Konfliktes beitragen wollen&#8230;</em>“ Ja und es hat uns alle immer beeindruckt, wie die Texte immer „gepasst“ haben, wie sie uns angesichts der Realität wie wir sie konkret erlebten immer unter „die Haut gingen“ Das Buch kann für 10,-€ in jeder Buchhandlung erworben werden oder bestellt werden beim Verlag: <a href="http://www.aphorisam.eu">www.aphorisam.eu</a></p>
<p>Gerne schließe ich dieses Blogkapitel mit dem heutigen Tageszitat gesagt von Yizhak Rabin <u>dem heute vor 21 Jahren(!)</u> durch einen jüdischen Extremisten ermordeten israelischen Ministerpräsidenten:</p>
<p><strong><em> </em></strong><strong><em>„3000 Jahre Jerusalem sind für uns, jetzt und für immer, eine Botschaft der Toleranz zwischen den Religionen, der Liebe zwischen den Völkern, der Verständigung zwischen Nationen“<br />
</em></strong></p>
<figure id="attachment_3220" aria-describedby="caption-attachment-3220" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3220" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Abend-1024x768.jpg" alt="Bis zum April im nächsten Jahr in Jerusalem und sicherlich auch in der Westbank - Inch Allah" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Abend-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Abend-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Abend-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3220" class="wp-caption-text">Bis zum April im nächsten Jahr in Jerusalem und sicherlich auch in der Westbank &#8211; Inch Allah</figcaption></figure>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
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		<title>Zu Bethlehem geboren&#8230;und im Karton „abgelegt“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2016 22:13:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Ein- und Ausreise]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute an unserem Abreisetag haben wir noch einen Blick in das unserem Gästehaus St. Vincent angeschlossenen Kinderheim &#8222;La Crèche&#8220; (Kinderkrippe) nehmen dürfen. Ein mir gut bekannter Reiseleiter, Johannes Zang, der in diesen Tagen auch mit <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren-und-im-karton-abgelegt/" title="Zu Bethlehem geboren&#8230;und im Karton „abgelegt“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute an unserem Abreisetag haben wir noch einen Blick in das unserem Gästehaus St. Vincent angeschlossenen Kinderheim &#8222;La Crèche&#8220; (Kinderkrippe) nehmen dürfen. Ein mir gut bekannter Reiseleiter, Johannes Zang, der in diesen Tagen auch mit einer Gruppe hier zu Gast war, hatte mir (dringend)  vorgeschlagen diese Einrichtung anzusehen.</p>
<p>Das Heim wurde von den Vinzentinnerinnen Ende des 19. Jahrhundert gegründet. Es ist die einzige derartige Einrichtung im ganzen Westjordanland. Kinder werden dort abgeben weil sie unehelich geboren werden. Oft werden sie auch durch Kaiserschnitt früher zur Welt gebracht, damit man bei der Mutter den Bauch nicht sieht. Immer wieder kommt es aber auch vor das die Kinder irgendwo hingelegt werden. So fand man vor einigen Wochen einen gerade geborenen Säugling in einem Karton. Nicht immer werden die Kinder rechtzeitig gefunden&#8230;.<a href="http://www.dna.fr/actualite/2011/12/22/aus-dem-pappkarton-da-komm-ich-her" target="_blank">Hier ein interessanter Beitrag im Internet</a></p>
<figure id="attachment_3209" aria-describedby="caption-attachment-3209" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3209" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schlafsaal-1024x768.jpg" alt="Schlafsaal" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schlafsaal-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schlafsaal-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schlafsaal-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3209" class="wp-caption-text">Schlafsaal</figcaption></figure>
<p>Derzeit sind 32 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren hier untergebracht. Weitere Kinder aus besonders armen Familien werden tagsüber betreut. Neben spezialisierten Erzieherinnen arbeiten in der Einrichtung, Psychologen, Therapeuten und auch ein Kinderarzt. Ein Sozialarbeiter versucht zwischen dem Heim, den sozialen Einrichtungen und auch den Familien der Kinder eine Brücke zu schlagen</p>
<p>Die Kinder bleiben dort bis zum sechsten Lebensjahr und werden dann in eine Familiengruppe des SOS-Kinderdorfes vermittelt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-3210" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schwester-300x225.jpg" alt="schwester" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schwester-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schwester-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/schwester-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Die Kinder können nicht adoptiert werden da dies das islamische Recht nicht erlaubt. Lediglich wenn die Kinder eindeutig von einer christlichen Mutter stammen, kann eine Adoption an eine christliche Familie vermittelt werden.</p>
<p>Wir erfuhren auch, dass es im Zusammenhang mit Vergewaltigungen immer wieder zu „Ehrenmorden“ kommt. Die Vergewaltiger bleiben frei, nach den starren islamischen Regeln ist immer die Frau schuldig.</p>
<p>Nach dieser doch bedrückenden „Besichtigung“ haben wir uns dann auf dem Weg zum Flughafen gemacht. Hier erwartete uns eine der intensivsten Kontrollen die ich je erlebt habe. Wie bekannt wurde ich als Reiseleiter zu nächst befragt. Wahrheitsgemäß habe ich von unserer reise und den Orten berichtet die wir besucht haben. Dann wurde einer aus der Gruppe ausgesucht, dem der Koffer kontrolliert wurde und der ebenfalls zu unserer Reise gefragt wurde. Da es wohl, aus Sicht der Interviewerin, eine unterschiedliche Darstellung gab, wurde ich von ihrem Vorgesetzten erneut befragt. Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich wohl nicht alle Orte – so zum Beispiel Jenin- genannt hätte. Was wir dort gemacht hätten wollte er wissen. Ich erzählte vom Besuch der Friedenstheaters. Das ganze Procedere der „Vorbefragung“ dauerte sicherlich eine Stunden bevor die „normale“ Befragung aller Reiseteilnehmer durchführt wurde. Anschließend wurde die ganze Gruppe beim Handgepäckcheck intensiv untersucht. Mit einem speziellen „Fühler“ wurden unsere schuhe und sämtliche Gegenstände die wir mitführten abgetastet. Das Paket „Zatar“, welches mir die Familie von Fatima mitgegeben hatte, wurde besonders intensiv durchleuchtet.</p>
<p>Doch damit nicht genug, als wir in Düsseldorf unsere Koffer vom Band nahmen mussten wir feststellen das alle unsre Koffer in Tel Aviv geöffnet und untersucht wurden. In einem beigefügten Schreiben wurden wir darüber informiert, dass unser Gepäck aus Sicherheitsgründen geöffnet und untersucht wurde&#8230;.</p>
<p>Es ist wirklich für mich schwer nachvollziehbar, das dieses ganze Procedere, welches ja unglaublichen Personalbedarf beansprucht, nur aus der Sorge heraus vollzogen wird, weil an einem dieser Orte in Palästina, Sprengstoff in unser Gepäck gesteckt worden sein könnte.</p>
<p>Aber die gute Botschaft zum Schluss: Wir sind gut wieder angekommen&#8230;</p>
<figure id="attachment_3211" aria-describedby="caption-attachment-3211" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3211" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild-1024x768.jpg" alt="mit linsen, Reis, Nudeln gemacht" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/bild-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3211" class="wp-caption-text">mit Linsen, Reis, Besam und Nudeln gemacht</figcaption></figure>
<p>Und morgen werde ich zum Abschluss dieser Blog Reihe ein Resümee unserer Begegnungsfahrt schreiben&#8230;.</p>
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		<title>Die Hauptstadtfrage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 21:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute an unserem letzten Tag wollten wir uns die Situation in Ostjerusalem einmal genauer anschauen. Ich habe hier in meinem Blog am 28.10. 2014 schon einmal über die Situation in Ostjerusalem berichtet. Zunächst möchte ich <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-hauptstadtfrage/" title="Die Hauptstadtfrage">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute an unserem letzten Tag wollten wir uns die Situation in Ostjerusalem einmal genauer anschauen. Ich habe hier in meinem <a href="http://marius-blog.de/blog/zwei-welten-ostjerusalem/" target="_blank">Blog am 28.10. 2014</a> schon einmal über die Situation in Ostjerusalem berichtet. Zunächst möchte ich einmal die geschichtlichen und politischen Fakten vorstellen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3201" aria-describedby="caption-attachment-3201" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3201" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/ostjerusalem-1024x768.jpg" alt="Blick von der &quot;Promenade&quot; auf Ostjerusalem" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/ostjerusalem-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/ostjerusalem-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/ostjerusalem-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3201" class="wp-caption-text">Blick von der &#8222;Promenade&#8220; auf Ostjerusalem</figcaption></figure>
<p>In der <a href="http://www.weltpolitik.net/texte/policy/israel/Res_181.pdf"><strong>Resolution 181</strong></a><strong> der UNO-Vollversammlung</strong> (29/11/47) wurde die Aufteilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat sowie ein internationales Statut für Jerusalem beschlossen. Nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 firl der Osten von Jerusalem an Jordanien. Im „Sechstage“ Krieg im Juni 1967 wurde Ostjerusalem von Israel besetzt.</p>
<p>Im Jahre 1980 verabschiedete das israelische Parlament die „Knesset“ ein Gesetz, dass ganz Jerusalem (also auch Ostjerusalem) zur „<em><u>ewigen und unteilbaren Hauptstadt</u></em>“ Israels erklärte. Dieses Gesetz wurde eines der Grundgesetz Israels.</p>
<p>In der<strong> UN-Resolution 478 </strong>vom 30.6.1980 wurde diese Annexion von Ost-Jerusalem für nichtig erklärt. Als Strafmaßnahme fordert sie alle Staaten, deren Botschaften ihren Sitz in Jerusalem hatten, dazu auf, diese aus Jerusalem abzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten von 45 Staaten 13 den Sitz ihrer Botschaften in Jerusalem:  Bolivien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, die Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, die Niederlande, Panama, Uruguay und Venezuela. Alle anderen Botschaften hatten ihren Sitz in Tel Aviv.</p>
<p>Alle 13 betroffenen Staaten folgten der Resolution. 1982 verlegten zwei Staaten, Costa Rica und El Salvador, ihre Botschaften zurück nach Jerusalem. Außerdem befinden sich Generalkonsulate der Staaten Griechenland, Großbritannien und USA in Jerusalem. Der Kongress der USA beschloss 1995, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, da Israel – wie alle Staaten – das Recht habe, seine Hauptstadt selbst zu bestimmen. Aus Furcht vor den außenpolitischen Folgen ist dies jedoch bis heute nicht umgesetzt.</p>
<p>1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf Souveränität über das Westjordanland und damit auch Ost-Jerusalems auf. Im selben Jahr rief die PLO den Staat Palästina aus und erklärte Jerusalem zu seiner Hauptstadt.</p>
<figure id="attachment_3202" aria-describedby="caption-attachment-3202" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3202" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Mauerstrasse-1024x768.jpg" alt="Blick von Kilo auf Beit Jala" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Mauerstrasse-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Mauerstrasse-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Mauerstrasse-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3202" class="wp-caption-text">Blick von Gilo auf Beit Jala</figcaption></figure>
<p>Alles klar könnte man meinen, aber die Realität ist &#8211; wie wir auch heute sehen konnten &#8211; doch ganz anders aus. Wie schon das Westjordanland, so ist auch der Ostteil von Jerusalem derart zergliedert, dass man sich eine Rückführung (sprich eine Aufteilung in ein palästinensisches (Ost)-Jerusalem und Jüdisch-israelisches (West) Jerusalem gar nicht vorstellen kann. Heute weiß man oft gar nicht, ist man nun in einem arabischen Stadtteil oder in einer jüdisch-israelischen Siedlung. Erkennen kann man es dann meist doch am baulichen Zustand oder ganz einfach an der schwarzen Wasserfässern auf dem Dach. Heute war ich im Rahmen unserer Rundfahrt durch Ostjerusalem zum ersten Mal in der Siedlung Gilo. Sie liegt gegenüber von Beit Jala, nur getrennt durch das <a href="http://marius-blog.de/christen-streiten-um-das-cremisantal/" target="_blank">Cremisan-Tal.</a> Faten Mukarker hatte mir schon vor Jahren erzählt, dass es bei der 2. Intifada häufig zum gegenseitigen Beschuss zwischen diesen beiden Ortschaften kam. Zum Mittag bin ich mit einigen aus meiner Gruppe auch noch im arabischen <a href="http://marius-blog.de/blog/aktuell-in-ost-jerusalem-kampf-um-silwan/" target="_blank">Stadtteil Silwan </a>gewesen über den ich auch schon häufiger berichtet habe. Die ganze Dimension der Probleme, die die Menschen hier haben, wurde in der Schilderung unseres Fahrers deutlich. Er ist Ostjerusalemer Araber, hat 5 Kinder und ist verheiratet mit einer Frau aus Bethlehem. Seine Frau hat nur eine geduldete Aufenthaltsgenehmigung in Ostjerusalem, darf sich in Israel nicht bewegen, darf nicht arbeiten, hat keine Krankenversicherung.</p>
<figure id="attachment_3203" aria-describedby="caption-attachment-3203" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3203" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Altstadt-1024x768.jpg" alt="Blick von der Dachterasse des österreichischen Hospiz das sich in der Altstadt und damit in Ostjerusalem befindet" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Altstadt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Altstadt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/Altstadt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3203" class="wp-caption-text">Blick von der Dachterasse des österreichischen Hospiz das sich in der Altstadt und damit in Ostjerusalem befindet</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Streit um den Tempelberg geht in die nächste Runde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2016 21:59:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Morgen stand der Besuch des Tempelberges und ein Treffen mit Reuven Moskovitz auf unserem Programm. Am Nachmittag wollte ein Teil der Gruppe die Holocaust-Gedächtnisstätte Yad Vaschem besuchen, ein anderer Teil die Chagall-Bilder im Hadassah-Krankenhaus <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/der-streit-um-den-tempelberg-geht-in-die-naechste-runde/" title="Der Streit um den Tempelberg geht in die nächste Runde">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Morgen stand der Besuch des Tempelberges und ein Treffen mit Reuven Moskovitz auf unserem Programm. Am Nachmittag wollte ein Teil der Gruppe die Holocaust-Gedächtnisstätte Yad Vaschem besuchen, ein anderer Teil die Chagall-Bilder im Hadassah-Krankenhaus besichtigen.</p>
<p>Ich habe schon mehrfach über den Streit um den Tempelberg in diesem <a href="http://marius-blog.de/blog/kampf-um-den-tempelberg/" target="_blank">Blog berichtet</a>. So war es klar, dass unser heutiger Besuch auf dem für Muslime, aber eben auch für die Juden heiligen Berg vor dem Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzung nach der Entscheidung der UNESCO unter einem besonderen „Licht“ stand</p>
<p>Die Kirchliche Nachrichten Agentur (KNA) meldete dieser Tage:</p>
<p><em>„Mitte Oktober hat die Unesco mit 24 Ja- zu 6 Nein-Stimmen bei 26 Enthaltungen eine Entschließung über den Status des Tempelbergs angenommen. Darin wird Israel als &#8222;Besatzungsmacht&#8220; unter anderem vorgeworfen, den Zugang der Muslime zu &#8222;ihrer heiligen Stätte Al-Aksa-Moschee/Haram al-Scharif&#8220; sowie deren Kultfreiheit illegal einzuschränken. Kritiker warfen der Unesco Geschichtsfälschung und die Leugnung eines jüdischen Bezugs zu Jerusalem vor. Auch Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova distanzierte sich daraufhin von der Resolution.</em></p>
<p><em>Israels Polizei hat unterdessen laut Bericht der Tageszeitung &#8222;Haaretz&#8220; (Onlineausgabe Mittwochnachmittag) Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nahegelegt, das seit einem Jahr für Parlamentsabgeordnete geltende Besuchsverbot für den Tempelberg wieder aufzuheben. Hintergrund ist demnach die derzeitige ruhige Sicherheitslage. Netanjahu kündigte an, demnächst mit Sicherheitsvertretern zusammenzutreffen und die Angelegenheit zu diskutieren.“</em></p>
<p>Sicherlich hat der Berg auch eine jüdische Geschichte die beachtenswert ist, aber er hat eben auch eine besondere Bedeutung für die gesamte muslimische Welt. Beide Seiten haben meines Erachtens bis in die jüngste Vergangenheit diese Besonderheit oft fahrlässig missachtet. Es wird Zeit das die verantwortlichen in Kirche und Staat auf beiden Seiten anfangen die besondere Geschichte der anderen Seite zu tolerieren.</p>
<figure id="attachment_3193" aria-describedby="caption-attachment-3193" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3193" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/tempeldom-1024x768.jpg" alt="der Felsendom: ein wundervolles Kunstwerk" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/tempeldom-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/tempeldom-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/tempeldom-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3193" class="wp-caption-text">der Felsendom:<br />ein wundervolles Kunstwerk</figcaption></figure>
<p>Wir haben heute von diesen Spannungen nichts gespürt. Lediglich der Umstand, das einige Touristen die schon auf dem Tempelberg waren, ihre Bibel abholen wollten, die sie am Sicherheitscheck liegen lassen mussten, erinnerte ein wenig an die Auseinadersetzung zwischen den beiden Religionen. Recht schnell gelangten wir über die Holzbrücke an der Westmauer auf den großen Platz, in dessen Mitte der mit Mosaiken wunderbare verzierte Felsendom mit seiner herrlichen goldenen Kuppel, mich immer wieder „magisch“ anzieht.</p>
<p>Ich hatte mich schon sehr auf das Wiedersehen mit Reuven Moskovitz gefreut. <a href="http://marius-blog.de/schlagwort/reuven-moskovitz/" target="_blank">Oft habe ich schon von ihm in diesem Blog berichtet. </a>Wir hatten uns mit ihm an der Anna-Kirche in der Altstadt verabredet. Als ich ihn erblickte, wie er mit langsamen Gang mit seiner markanten Mütze auf dem Kopf daher kam, wurde mir bewusst, was es für einen Glückfall bedeutet, diesen unermüdlichen Kämpfer für Frieden, Aussöhnung und Gerechtigkeit kennen gelernt zu haben. Reuven ist am 27. Oktober 88 Jahre alt geworden. Wir hatten uns mit ihm an der Anna-Kirche verabredet, weil diese eine ganz besondere Akustik hat. Natürlich packte er seine Mundharmonika aus und spielte und vielen anderen Kirchbesuchern, die mir schon so bekannten Weisen des Psalms 82: <em>Wie lange wollt Ihr noch das Recht verdrehen und für die Schuldigen Partei ergreifen?</em></p>
<figure id="attachment_3194" aria-describedby="caption-attachment-3194" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3194" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/reuven-768x1024.jpg" alt="beeindrucken: Reuven mit seiner Mundharmonika" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/reuven-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/reuven-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3194" class="wp-caption-text">beeindrucken:<br />Reuven mit seiner Mundharmonika</figcaption></figure>
<p>Anschließend sind wir mit Reuven durch die Altstadt geschlendert, hier und da hielt er an, machte Bemerkungen zu dem was er sah, oft mit Bezug zum aktuellen Leben und damit zur politischen Situation. Man möchte das Mikrophon hin halten, alles Gesagte aufzeichnen, denn dieser alte Mann erscheint so vital, ja getrieben von dem Willen, das Ruder der Politik in Israel herum zu reißen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich würde gerne an dieser Stelle auf das Ende letzten Jahres erschiene 2. Buch von Reuven hinweisen:</p>
<p>„<em>Reuven Moskovitz – Ein Leben für Gerechtigkeit, Liebe und Versöhnung“</em></p>
<p>Hier heißt es im Vorwort (Auszug):</p>
<p><em>Reuven Moskovitz, mit einer prophetischen Gabe bedacht, der frühzeitig die Katastrophe erkennt, der mahnt, vor falschen Hoffnungen warnt und Visionen für einen gerechten Frieden in Israel/Palästina entwickelt: Viele Beispiele in diesem Buch belegen diese seine Fähigkeiten. Früher als viele andere Beobachter hat er darauf hingewiesen, dass es die israelischen Regierungen waren, die „keine Gelegenheit verpassten, um den Frieden zu verpassen.“ &#8230;&#8230;.</em></p>
<p><em>Er ist ein Weiser und ein politischer Mensch, der zur Staatsgründung eine konträre Position zu der des in Deutschland so populären und verklärten David Ben Gurion einnahm.</em></p>
<p><em>Bereits in seinen frühesten Berichten appelliert er an seine Regierungen, er klagt an </em>und beschwört sie, den Weg der Konfrontation mit den Palästinensern zu verlassen.<em> &#8230;.</em></p>
<p><em>Seit Mitte der 70er Jahre bereist Reuven Moskovitz Jahr für Jahr Deutschland. Es gibt für ihn „ein Deutschland, das ich liebe,“ wie er einen Brief  im Jahr 1974 überschrieb. Als Jude, der seine Heimat Rumänien verlassen musste, wird er nicht müde, auf die Verantwortung Deutschlands für eine israelische Friedenspolitik, die ihren Namen verdient, hinzuweisen. Er beklagt die Nibelungentreue, mit der die meisten Deutschen, zumal die Spitzen in Staat, Gesellschaft und Kirche, die verbrecherische Politik Israels gegenüber den Palästinensern wenn nicht verteidigen, so doch zumeist verharmlosen und relativieren.</em></p>
<p><em>(Aus dem Vorwort von Ekki Drost zum Buch: “) </em></p>
<p>Der Preis für ein Buch beträgt 15 €, Porto. Das Buch kann bei Gesine Janssen &#8211; Klunderburglohne 1, 26736  Uttum/Krummhörn, Tel.: 04923-200, bestellt werden.</p>
<figure id="attachment_3195" aria-describedby="caption-attachment-3195" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3195" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall-1024x768.jpg" alt="Chagalls-Fensterbilder in der " width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3195" class="wp-caption-text">die 12 Stämme Israels: Chagalls-Fensterbilder in der Abel-Synagoge</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie schon zu Beginn erwähnt, ist ein Teil unserer Gruppe am Nachmittag nach Yad Vaschem in die Holocaust-Gedenkstätte gegangen. Da ich sie schon einige Male besucht hatte entschied ich mich für die Besichtigung der weltbekannten <a href="http://www.philippuskirche.de/Historie/Hadassah.html" target="_blank">Fensterbilder von Chaggall.</a> Sie sind in einer Synagoge des Hadassah-Krankenhauses angebracht. Das Krankenhaus ist eines der führenden und größten Krankenhäuser im Nahen Osten. Es beherbergt eine viereckige hauseigene Synagoge, die Abel-Synagoge. Für diese Synagoge hat Marc Chagall 12 Fensterbilder erstellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-3196" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall1-225x300.jpg" alt="chagall1" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall1-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/11/chagall1-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Die Fenster stellen Szenen aus dem Leben der 12 Stämme Israels dar. Einige Fenster wurden während des 6-Tage-Krieges 1967 beschädigt und später von Chagall selbst repariert. In einem der Fenster (einem grünen) beließ er in der unteren Hälfte ein Einschussloch &#8211; als symbolische Mahnung an den Krieg.<br />
Wir waren ganz alleine in der Synagoge und hatten genug Zeit die großartigen Bilder auf uns wirken zu lassen. Schon toll, dass solche Kunstwerke -ohne Eintrittsbeschränkung/Eintrittsgeld- zur Besichtigung für Interessierte offen stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Abschluss des Abends waren wir zu Gast bei <a href="http://marius-blog.de/schlagwort/faten/" target="_blank">Familie Mukarker</a>. Bei leckerem Essen erzählte uns Faten in ihrer unnachahmlichen Erzählweise von dem Leben in der arabischen-christlichen Familie.</p>
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		<title>Wasser ist ein zentrales Thema für den Frieden&#8230;aber ein lösbares Problem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2016 21:32:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Jericho]]></category>
		<category><![CDATA[Jordantal]]></category>
		<category><![CDATA[Totes Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie sagte eine der Teilnehmerinnen meiner Gruppe heute Abend: „Ach, das war wieder so ein toller Tag&#8230;“ Ja wirklich, auch ich empfinde diese Reise, wie schon die Gruppenreisen in den Jahren zuvor, beeindruckend, voller interessanter <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wasser-ist-ein-zentrales-thema-fuer-den-frieden-aber-ein-loesbares-problem/" title="Wasser ist ein zentrales Thema für den Frieden&#8230;aber ein lösbares Problem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sagte eine der Teilnehmerinnen meiner Gruppe heute Abend: „Ach, das war wieder so ein toller Tag&#8230;“</p>
<p>Ja wirklich, auch ich empfinde diese Reise, wie schon die Gruppenreisen in den Jahren zuvor, beeindruckend, voller interessanter Themen, herrlichen Landschaftseindrücken aber eben auch berührenden Begegnungen. So war es auch heute wieder: der Blick in eine Mosaikwerkstatt, der Besuch in einem Umweltzentrum im Jordantal und der Taufstelle am Jordan, dass träge Bad im Toten Meer und zum Abschluss der Blick in die gigantische Schlucht des Wadi Kelt.</p>
<p>Schon vor einem Jahr war ich bei meiner Wanderung auf dem Abrahamspfad im Mosaik <a href="http://marius-blog.de/blog/abrahamspfad-6-von-auja-nach-jericho/" target="_blank">Centrum in Jericho.</a> Auch heute haben wir mit der Gruppe zum beginn des Tages diesem Ausbildungszentrum einen Besuch abgestattet. Es ist sehr interessant zu sehen mit welcher Technik (und Ruhe) hier kleine Teile zu einem großen ganzen zusammengefügt werden. Derzeit war man mit einem Geschenk für den italienischen Staatspräsidenten beschäftigt, der in diesen Tagen zu Besuch in Israel ist.</p>
<figure id="attachment_3182" aria-describedby="caption-attachment-3182" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3182" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-768x1024.jpg" alt="Hanzala, die Symbolfigur der palästinensischen Flüchtlinge, als Mosaik" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/31.10-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3182" class="wp-caption-text">Hanzala, die Symbolfigur der palästinensischen Flüchtlinge, als Mosaik</figcaption></figure>
<p>Anschließend fuhren wir weiter zum Ecocenter in Auja einem kleinen Dorf etwa 10 km nördlich von Jericho gelegen. Hier war ich schon mit meinen Gruppen in den letzten beiden Jahren (<a href="http://marius-blog.de/schlagwort/wasser/" target="_blank">http://marius-blog.de/schlagwort/wasser/</a>) Auch heute empfing uns Thomas König, der hier für die GIZ seit 2 1/2 Jahren als Berater des Zentrums arbeitet. Ich verweise auf meine Texte aus den letzten Jahren.<br />
Ich will aber das Beispiel von Thomas zum Trinkwasser kurz schildern. Man stelle sich vor alles Wasser der Welt (in festen und flüssigen Form) beträgt 150 l. Davon sind nur 5 l Süßwasser. Das Trinkwasser beträgt davon nur der Inhalt eines Schnapsglases(!). Das Wasser ist also ein extrem „kostbares“Gut. Es müsste also auch im Interesse aller sein, dass mit dem Wasser sorgsam umgegangen wird. Hier im Zentrum versucht man jungen Menschen aus den Schulen der Westbank nahe zu bringen, welche Möglichkeiten es gibt, sorgsam mit dem Wasser umzugehen. Es werden Ideen vorgestellt wie das „Grauwasser“ (das ist das Wasser das zum waschen, spülen etc. genutzt wurde) mit einfachen Methoden so gefiltert wird, dass es ohne Probleme zur Bewässerung genutzt werden kann.</p>
<figure id="attachment_3186" aria-describedby="caption-attachment-3186" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3186" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wasser-768x1024.jpg" alt="&quot;Erfindungen&quot; von Thomas König zur regelmäßigen Wasserversorgung" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wasser-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wasser-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3186" class="wp-caption-text">&#8222;Erfindungen&#8220; von Thomas König zur regelmäßigen Wasserversorgung</figcaption></figure>
<p>Ein anderes Problem ist –nicht nur hier im Jordantal- die ungleiche Verteilung des vorhandenen Wassers. <a href="http://marius-blog.de/wasser/" target="_blank">Ich habe an anderer Stelle darüber berichtet. </a>Wir waren uns mit Thomas König einig, dass die Wasserfrage ein zentrales Thema hier in der Westbank darstellt. Wir waren uns ebenfalls schnell einig, dass bei den vielen Problemen die zwischen Israel&amp;Palästina vorhanden sind, dass Problem mit dem Wasser vielleicht am ehesten zu einer Lösung geführt werden kann, einer Lösung die eben auch als Vorbild für Wasserprobleme in anderen Regionen der Welt dienen kann.</p>
<p>Eine Statistik von Thomas hat mich noch sehr berührt:</p>
<p>Im Jordantal leben in 36 israelischen Siedlungen 6.500 Israelis. Sie nutzen eine Fläche von 50% der Gesamtfläche für ihre Landwirtschaft. Von der zweiten Hälfte sind 44% als militärisches Sperrgebiet für die Nutzung verboten. Den 52.000 Palästinensern verbleiben somit nur <span style="text-decoration: underline;">6% (!) der gesamten Fläche des Jordantales</span> zur landwirtschaftlichen Nutzung.</p>
<p>Auf dem Weg zum Toten Meer haben wir noch eine kleine Visite an der Taufstelle am Jordan gemacht. Auf der jordanischen Seite wurde so mancher Gläubige in weißer Kleidung gehüllt, um in das hier gelbe Rinnsal des Jordans unter Wasser getaucht. Man nennt es hier eine Taufe&#8230;. Halleluja.</p>
<figure id="attachment_3185" aria-describedby="caption-attachment-3185" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3185" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/totes-Meer-1024x768.jpg" alt="das &quot;ach&quot; so tote Meer, mit Blick auf die jordanischen Berge" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/totes-Meer-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/totes-Meer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/totes-Meer-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3185" class="wp-caption-text">das &#8222;ach&#8220; so tote Meer, mit Blick auf die jordanischen Berge</figcaption></figure>
<p>Seit 2012 komme ich mit meinen Gruppen immer auch ans Tote Meer damit sie ein träges Bad in der salzigen Lake (etwa 30% Salzgehalt) nehmen und ggf. -soweit vorhanden- die Zeitung lesen können..<br />
Da der Wasserpegel des Meeres jedes Jahr um einen Meter sinkt konnte ich gut feststellen, dass sich der Zugang zum „Wasser“ sehr stark verändert hat. Der Abstand zwischen den Süßwasser-Duschen und dem Einstieg ins Wasser ist sicherlich um 100m weiter entfernt als 2012. Aber trotz wenig Erfrischung und Badespaß, ist es für alle ein besonderes Erlebnis hier ins Wasser zu gehen.</p>
<p>Zum Schluss auf der Rückfahrt haben wir noch einen kleinen Abstecher von der Straße nach Jerusalem gemacht der uns in das Wadi Kelt Tal und zum Georgskloster führte. Der gigantische Blick in die Tiefe Schlucht die durch die abendliche Sonne wundervoll beschienen wurde beendete einen wirklich wieder „tollen“ Tag.</p>
<figure id="attachment_3184" aria-describedby="caption-attachment-3184" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3184" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wadikelt-1024x768.jpg" alt="die Schlucht des Wadi Kelt" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wadikelt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wadikelt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wadikelt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3184" class="wp-caption-text">die Schlucht des Wadi Kelt</figcaption></figure>
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		<title>„Dazu Gehören oder etwas Besitzen sind zwei völlig verschiedene Eigenschaften“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2016 02:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
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		<category><![CDATA[Zatara]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, am Sonntag, sind wir zunächst zu Fuß von unserem Quartier durch die Bethlehemer Altstadt zu der in einem Kilometer entfernten Geburtskirche gegangen. Nach der Besichtigung dieser, von der UNESCO 2012 gegen den Widerstand von <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/dazu-gehoeren-oder-etwas-besitzen-sind-zwei-voellig-verschiedene-eigenschaften/" title="„Dazu Gehören oder etwas Besitzen sind zwei völlig verschiedene Eigenschaften“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am Sonntag, sind wir zunächst zu Fuß von unserem Quartier durch die Bethlehemer Altstadt zu der in einem Kilometer entfernten Geburtskirche gegangen. Nach der Besichtigung dieser, von der UNESCO 2012 gegen den Widerstand von Israel (und bei Enthaltung Deutschlands) zum Weltkultur ernannte haben wir uns auf den Weg zum Kloster Mar Saba gemacht. Es liegt etwa 15 km von Bethlehem entfernt in der Kidronschlucht mitten in der judäischen Wüste. Es ist eines der ältesten Klöster der Orthodoxen Kirche und vielleicht auch eines der bedeutsamsten. Bereits im Jahre 478 kam der Mönch Savas aus seiner Heimat Kappadokien hierher und bildete seine eigene Mönchsbruderschaft. In der Folge spielte das Kloster eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Mönchtums und der orthodoxen Theologie.</p>
<figure id="attachment_3173" aria-describedby="caption-attachment-3173" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3173" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-1024x768.jpg" alt="Kloster Mar Saba" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kloster-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3173" class="wp-caption-text">Kloster Mar Saba</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anschließend haben wir einen Besuch bei Familie Twaib in Zatara gemacht. Fatima (Im Magdolin), ist all meinen Leser/innen durch diesen Blog bestens bekannt. Leider konnte sie meine Gruppe nicht persönlich empfangen, da sie zur Behandlung verschiedener Beschwerden, auf meine Vermittlung hin, in meiner Heimat weilt. Wir wurden aber von Ihrem Mann Saaed, ihren Töchtern Rada und Magdolin herzlich willkommen geheißen. Es wurde uns ein leckeres arabisches Mahl bereitet. Bedient wurden wir auch von vielen ihrer 17 Enkelkinder. Bevor wir zu unserer letzten Station aufbrachen haben wir noch den wundervollen Blick in die nahe am Haus von Fatima beginnende Wüste „genossen“.</p>
<figure id="attachment_3177" aria-describedby="caption-attachment-3177" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3177" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-1024x768.jpg" alt="wundervolle Aussichten in die judäische Wüste " width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wüste.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3177" class="wp-caption-text">wundervolle Aussichten in die judäische Wüste</figcaption></figure>
<p>Zum Schluss des Tages hatten wir uns noch mit Vertretern der palästinensisch-israelischen Friedensinitiative &#8222;Roots&#8220; getroffen.</p>
<p>Roots ist laut eigener Beschreibung auf ihrer Internetplatform <a href="http://www.friendsofroots.net" target="_blank">www.friendsofroots.net</a></p>
<p><em>„eine Initiative, die von einem gemeinsamen palästinensischen und israelischen Komitee mit Sitz im Westjordanland geleitet wird. Wir arbeiten in unseren eigenen Gemeinschaften im Herzen des Konflikts; Wir wollen durch unser Engagement die Verlagerung von Hass und Verdächtigung auf Vertrauen, Empathie und gegenseitige Unterstützung. Durch unsere Projekte und Workshops sind wir bestrebt, den Grundstein für eine Realität zu legen, in der künftige Abkommen zwischen unseren Regierungen aufgebaut werden können. In nur zwei Jahren des schnellen Wachstums hat unsere Arbeit fast 13.000 Menschen erreicht.“</em></p>
<p>Mit uns sprachen Shaul ein jüdischer Israeli, von Beruf Lehrer, der mit seiner Familie ganz in der Nähe unseres Treffpunktes, in der jüdischen Siedlung Gush Etzion lebt und Noor, ein Palästinenser, von Beruf Reiseguide, der in Bethlehem lebt. Beide erzählten uns zunächst ihre Lebensgeschichte. Shaul, der an die vielen Kriege erinnerte, an die Freiheitskämpfe auf beiden Seiten. Er äußerte auch Verständnis für den Widerstand der Palästinenser. Erst als ihm nahestehende Personen ermordet wurde, sei ihm klar geworden, dass diese Entwicklung nur zum Untergang beider Seiten führen würde. Da sei er dem <a href="http://www.alsharq.de/2013/mashreq/israel/der-friedliebende-siedler-ein-personlicher-nachruf-auf-rabbi-menachem-froman/" target="_blank">Rabbi Fromann</a> begegnet. Von ihm habe er gelernt das es etwas ganz anderes ist wenn man davon spricht dazu zu gehören oder wenn mann davon spricht etwas zu besitzen. Bezogen auf die jüdischen Gebiete Samaria und Judäa heißt es für Shaul auch das leben von Palästinensern hier zuzulassen, aber eben nicht dieses Land in Besitz zu nehmen.</p>
<figure id="attachment_3176" aria-describedby="caption-attachment-3176" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3176" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-1024x768.jpg" alt="mit Saul und Noor (li) von Roots im Gespräch" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/roots-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3176" class="wp-caption-text">mit Saul und Noor (li) von Roots im Gespräch</figcaption></figure>
<p>Noor ist 1991 in Jordanien geboren und Mitte der 90iger Jahre nach Bethlehem gekommen. Die Zeit bis zum Beginn der 2. Intifada hat er als seine bisher schönste Lebenszeit empfunden. Mit Beginn des 2. Aufstandes der Palästinenser war sein Alltag geprägt von Ausgangssperre, Beschuss und getöteten Nachbarn. Er selbst hat sich aktiv am Volksaufstand beteiligt, am Rachels Grab in Bethlehem Steine auf die Israelischen Soldaten geworfen. Auch bei ihm war der Tod eines engen Freundes ein einschneidendes Erlebnis. Er wollte diesen Tod rächen und plante mit Freunden einen israelischen Checkpoint anzugreifen. Mit gestohlenen Waffen wurden sie von palästinensischen (!) Polizisten kontrolliert und festgenommen. Mit Glück konnten sie der Überstellung an Israel entgehen. Nach Schule und Studium wurde er Reiseführer und hatte 2015 die Möglichkeit eine Gruppe nach Hebron und anschließend zu einem Gespräch mit der Gruppe Roots zu führen.</p>
<p>Dort traf er einen Rabbi. Zum erste Mal in seinem Leben hörte er dort (von einem Rabbi!!) dass auch die Palästinenser Rechte haben. Er war beeindruckt von seinen Visionen wie der so schmerzlichen Konflikt zu lösen sei. Er ist dann mehrfach zu Treffen der Gruppe gegangen und hat sich dann dieser Bewegung angeschlossen. Jetzt trifft man sich regelmäßig, tauscht sich aus, hört die Probleme der anderen Seite, versucht sich in deren Probleme hinein zu versetzen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Darüber hinaus geht man auf Schulen, Soldaten und andere Gruppierungen zu und versucht dort für die aussöhnenden Gedanken der Gruppe zu werben.</p>
<p>Natürlich wird diese Bewegung von beiden Seiten argwöhnisch beobachtet, von vielen abgelehnt, weil mit den Anderen spricht man nicht&#8230;.</p>
<p>Wir konnten durch das Nachempfinden beider Lebensgeschichten gut verstehen, dass es für beide ein logischer „Ausweg“ aus einer schier hoffnungslosen Situation war sich der Bewegung „Roots“ anzuschließen</p>
<p>Dennoch wir hatten bei dem zweistündigen Gespräch ein gutes Gefühl und meinen, dass diese Bewegung, die sich aus der Mitte der beiden oft hasserfüllten Gruppenentwickelt hat, eine echte Chance verdient. Ich werde die Entwicklung von Roots sicherlich weiter verfolgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Daoud Nassar: „Wir wollen die negative Energie positiv nutzen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2016 19:51:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingslager]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun an einem Samstag, an dem im benachbarten Jerusalem das jüdische Leben am Schabbat ziemlich zur Ruhe kommt, haben wir uns mit der Gruppe in Palästina aufgehalten. Am Morgen sind wir nur wenige Meter <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-wir-wollen-die-negative-energie-positiv-nutzen/" title="Daoud Nassar: „Wir wollen die negative Energie positiv nutzen“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun an einem Samstag, an dem im benachbarten Jerusalem das jüdische Leben am Schabbat ziemlich zur Ruhe kommt, haben wir uns mit der Gruppe in Palästina aufgehalten. Am Morgen sind wir nur wenige Meter gefahren um eines der drei Flüchtlingscamp hier in Bethlehem „Aida“ anzusehen und die Mauer die unmittelbar an diesem Flüchtlingslager 2003 errichtet wurde in Augenschein zu nehmen welches unmittelbar an der Mauer liegt. Zum Thema <a href="http://marius-blog.de/annakba-die-katastrophe/" target="_blank">Flüchtlinge</a> und zu den Camps in Bethlehem findet ihr Infos an anderer Stell in diesem Blog.</p>
<figure id="attachment_3164" aria-describedby="caption-attachment-3164" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3164" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Lager-1024x768.jpg" alt="Flüchtlingscamp Aida in Bethlehem mit dem &quot;größten&quot; Schlüssel der Welt der den Rückkehrwillen der Palästinenser dokumentiert" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Lager-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Lager-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Lager-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3164" class="wp-caption-text">Flüchtlingscamp Aida in Bethlehem mit dem &#8222;größten&#8220; Schlüssel der Welt der den Rückkehrwillen der Palästinenser dokumentiert</figcaption></figure>
<p>Anschließend haben wir uns zum Weinberg der Familie Nassar begeben.</p>
<p>Den regelmäßigen Leser/innen dieses Blogs brauche ich nicht mehr viel vom Weinberg (dem „Tent of Nations“) erzählen, begleitet er mich doch schon seit meinem ersten Aufenthalt im Frühjahr 2012. An<a href="http://marius-blog.de/karte/" target="_blank"> vielen Stellen könnt ihr also etwas über den Weinberg, seine Geschichte und seinem Kampf ums Überleben lesen. I</a>ch möchte mich deshalb in</p>
<figure id="attachment_3165" aria-describedby="caption-attachment-3165" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3165" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Daoud-300x225.jpg" alt="Daoud Nassar" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Daoud-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Daoud-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Daoud-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3165" class="wp-caption-text">Daoud Nassar</figcaption></figure>
<p>meinem heutigen Bericht auf die aktuelle Situation in der sich der Weinberg und seine Menschen befinden konzentrieren. Schön war es das Daoud vor Ort war uns sich Zeit nehmen konnte der Gruppe etwas zur Geschichte aber auch zur aktuellen Herausforderung zu erzählen.</p>
<p>Wie dem Blog-Leser bekannt ist wurde die direkte Zufahrt zum Weinberggelände 2002 mit riesigen Steinblöcken für Autos unpassierbar gemacht. Genau an dieser Stelle, etwa 500 m vom Eingang entfernt, wurde nun mit dem Bau einer Toraschule begonnen. <a href="http://marius-blog.de/blog/und-jetzt-auch-noch-eine-bibelschule-am-weinberg/" target="_blank">Ich habe über diese Pläne schon berichtet.</a> Dies bedeutet zum Einen, dass wieder ein Stück Land den Palästinensern weggenommen wird, es bedeutet aber auch, dass durch den Bau der nächste Streit mit den Bewohnern des unmittelbar daneben liegenden Grundstücks des Weinberges vorprogrammiert ist. Die Bauherren der Toraschule gehören zu den radikalen der Siedler. Die Schule soll den Namen der drei im Juni 2014 entführten und anschließend ermordeten Jugendlichen erhalten. Auch ein klarer Hinweis auf politische Dimension dieses Neubaus. Auch ist zu befürchten, dass aus „Sicherheitsgründen“ diese Zufahrt für die vielen Besucher/innen des Weinberges (2015 waren es mehr als 6.000 Besucher/innen) gesperrt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3166" aria-describedby="caption-attachment-3166" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3166" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Baustelle-1024x768.jpg" alt="Hier entsteht die Toraschule (links im Hintergrund der Weinberg" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Baustelle-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Baustelle-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Baustelle-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3166" class="wp-caption-text">Hier entsteht die Toraschule (links im Hintergrund der Weinberg</figcaption></figure>
<p>Und was zieht Daoud aus dieser Entwicklung für Konsequenzen?</p>
<p>Er will das schon lange angedacht und mit vielen Unterstützern des Weinberges diskutierte Bauprojekt einer Schule nun voran bringen.<br />
Es sollen verschiedene Gruppen gebildet werden: eine soll das inhaltliche Konzept der Schule, die für die Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und alternative Erneuerung stehen soll, entwickeln. Eine zweite Gruppe soll den konkreten Bauplan entwickeln, während die dritte Gruppe die notwendige politische Unterstützung sichern soll. Daoud ist sich sicher, dass es dem Staat Israel nun nicht mehr möglich ist &#8211; wie bisher- einen solchen Bauantrag mit „fadenscheinigen“ Gründen abzulehnen, während 500 m weiter ein Schulneubau genehmigt wurde. Zum Schluss unseres einstündigen Gespräches stellte er unserer Gruppe die „Grundpfeiler“ seines Grundkonzeptes für den Weinberg und das Projekt &#8222;gent of Nations&#8220; vor:</p>
<p><em>„Mit Hass zerstören wir uns selbst. Negative Kräfte müssen in positive Energie umgewandelt werden, wir müssen uns von der Opferrolle verabschieden, müssen aktiv werden. Frieden kann nur von unten aus der Bevölkerung heraus wachsen und ist ein Prozess.&#8220;</em> Schritte zum Frieden sind für Daoud: <em>„Erst müssen wir Brücken der Verständigung bauen. Dann muss es einen Prozess der Versöhnung geben, der allerdings ohne die Gerechtigkeit zu beachten nicht möglich ist“</em></p>
<figure id="attachment_3167" aria-describedby="caption-attachment-3167" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3167" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schumacher-1024x768.jpg" alt="Alltag in Hebron trotz großer Anspannung" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schumacher-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schumacher-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/schumacher-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3167" class="wp-caption-text">Alltag in Hebron trotz großer Anspannung</figcaption></figure>
<p>Im Anschluss an unseren Besuch bei Daoud auf dem Weinberg sind wir noch in die „Prophetenstadt“ Hebron gefahren, sicherlich der „negative“ Höhepunkt unserer Reise, wird hier doch dem Besucher die ganze Dimension der Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina, zwischen Juden und Moslems schmerzhaft vor Augen geführt. Auch über diese Stadt habe ich schon oft berichtet und verweise deshalb auf verschiedene Beiträge in meinem Blog die durch anklicken des Stichwortes Hebron gefunden werden. Heute war es relativ ruhig in dieser oft so unruhigen Stadt und wir hatten deshalb auch die Möglichkeit von der muslemischen und der jüdischen „Seite“ jeweils einen Blick auf das Grab des für alle Religionen gemeinsamen Propheten Abraham zu werfen</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Heute gaben die Frauen den Ton an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2016 05:27:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch der heutige Tag war, wie schon die anderen vier Tage unserer Reise, ein langer und auch wieder sehr inhaltsreicher Tag. Es ist jetzt schon viertel nach Zehn und wir sind gerade erst in unserer <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/heute-gaben-die-frauen-den-ton-an/" title="Heute gaben die Frauen den Ton an">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch der heutige Tag war, wie schon die anderen vier Tage unserer Reise, ein langer und auch wieder sehr inhaltsreicher Tag. Es ist jetzt schon viertel nach Zehn und wir sind gerade erst in unserer Unterkunft angekommen und das hat einen besonderen Grund. Aber der Reihe nach&#8230;.</p>
<p>Nach dem wir gestern hier im Zentrum des heiligen Landes angekommen waren bot es sich fast wie selbstverständlich an, einen ersten Besuch in der „heiligen“ Stadt Jerusalem zu machen. Um acht Uhr machten wir uns mit dem Bus auf die kurze Fahrt von Bethlehem nach Jerusalem (etwa 10 km). Das besondere aber ist hier halt, das wir die große bis zu 8 m hohe Mauer passieren mussten, die seit 2002/2003 eine (fast) unüberwindbare Grenze zwischen den beiden „Geschwister“-Städten bildet. Im Gegensatz zu den vielen tausenden Palästinensern, die , wenn sie eine Arbeitserlaubnis für Israel haben, früh am Morgen zu Fuß – mit oft vielen Schikanen-die Grenze passieren müssen (<a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">siehe hierzu meinen Bericht von 2014)</a> hatten wir es wesentlich besser. Mit unserem Kleinbus brauchten wir nur kurz anzuhalten. Nach dem der Fahrer erklärt hatte wer wir sind konnten wir schon weiter fahren. In 20 Minuten waren wir im Zentrum von Jerusalem wo uns Michal schon erwartete. (sie wohnt in Jerusalem).</p>
<figure id="attachment_3160" aria-describedby="caption-attachment-3160" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3160" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-1024x768.jpg" alt="Blick auf die Dormitioabtei auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt, wo wir am Nachmittag ein Gespräch mit dem Benediktinerbruder Natanael führten" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/dormitio-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3160" class="wp-caption-text">Blick auf die Dormitioabtei auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt, wo wir am Nachmittag ein Gespräch mit dem Benediktinerbruder Natanael führten</figcaption></figure>
<p>Unser heutiges Programm glich in etwa dem meiner Reisegruppen von <a href="http://marius-blog.de/blog/jerusalem-die-%e2%80%9eheilige-stadt-zwischen-hoffen-und-bangen/" target="_blank">2012</a> und <a href="http://marius-blog.de/blog/der-normale-wahnsinn/" target="_blank">2014</a>. Ihr könnt also gerne dort nachlesen und dabei ein wenig nachvollziehen was wir heute, bei schönsten Sonnenschein, klarer Sicht und erträglichen 24 °C in Jerusalem erlebt und gesehen haben.</p>
<p>Michal unsere jüdische Reiseführerin hatte uns angeboten, dass wir, weil wir so eine kleine Reisegruppe sind, bei ihr zu Hause das traditionelle Schabbatessen einnehmen können. Was heißt eigentlich Schabbat?</p>
<figure id="attachment_3159" aria-describedby="caption-attachment-3159" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3159" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-1024x768.jpg" alt="Blick auf die West(Klage-)mauer, oberhalb der Tempelplatz mit der goldenen Kuppel des Tempeldomes" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/klagemauer-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3159" class="wp-caption-text">Blick auf die West(klage-)mauer, darüber der Tempelplatz mit der goldenen Kuppel des Tempeldomes</figcaption></figure>
<p>Juden, Christen und Muslime glauben an die Schöpfungsgeschichte, wie sie im Buch Genesis in der Bibel erzählt wird. Demnach hat Gott nach der Erschaffung der Welt und des Menschen am siebten Tag geruht. Juden nennen diesen Wochentag Schabbat (hebräisch: Ruhetag), er ist in besonderer Weise dem Gottesdienst gewidmet. Ein Tag nach jüdischer Zeitrechnung beginnt mit dem Sonnenuntergang und endet mit dem Einbruch der Dunkelheit. Der Schabbat dauert also von Freitag- bis Samstagabend. Wir waren heute zum Schluss unseres Tagesprogramms an der Westmauer (früher Klagemauer) wo sich besonders viele Juden aus Jerusalem, aber eben auch jüdische Touristen zum Beginn des Schabbat einfinden. Der Schabbat ist für die meisten Juden ein besonderer Tag: Familien und Freunde treffen sich am Freitagabend zum gemeinsamen Essen, und im jüdischen Staat Israel sind am Schabbat die Schulen, Büros und Läden geschlossen, und es fahren auch keine Busse. Die wichtigsten religiösen Regeln des Schabbat sind das Arbeitsverbot, der Synagogenbesuch und das rituelle Essen. Wir sind, bevor eine Sirene in Jerusalem den Beginn des Schabbat verkündet, in den Stadtteil gefahren in dem Michal lebt. Dort konnten wir mit ihr in einem Gebetshaus an dem traditionellen Gottesdienst zum Schabbatbeginn teilnehmen. Vieles haben wir natürlich nicht verstanden aber es war doch für uns ein wundervolles Erlebnis, vor allem auch deshalb, weil zu den Gebeten auch wunderschön gesungen wurde. Während bei den orthodoxen Juden, so informierte uns Michal, in der Regel die Männer beim Gottesdienst dominieren, war es hier heute etwas Besonderes. Wunderschöne Frauenstimmen stimmten die Psalmgesänge anstimmten.</p>
<figure id="attachment_3158" aria-describedby="caption-attachment-3158" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3158" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-1024x576.jpg" alt="Das Schabbar-Mahl bei Michal" width="820" height="461" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/20161028_190922-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3158" class="wp-caption-text">Das Schabbar-Mahl bei Michal</figcaption></figure>
<p>Anschließend sind wir zu Michal nach Hause gegangen, wo uns ein liebevoll gedeckter Tisch erwartete. Auf den Straßen waren im Übrigen keine Autos zu sehen. Die gläubigen Juden lassen für den Schabbat auch ihr Fahrzeug stehen. Das Schabbat-Mahl beginnt mit einem Segensspruch (hebräisch: Kiddusch) über Brot und Wein. Anschließend werden zwei Brote, die an das Manna in der Wüste erinnern, mit Salz betreut und verteilt. Danach begann unser leckeres Mahl welches Michal vorgekocht und warm gestellt hatte, denn sie als gläubige Jüdin darf in der Schabbatzeit kein Feuer (und somit auch keinen Strom) entzünden. Was hier zubereitet wird ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Michal, lange Zeit mit einem marokkanischen Juden verheiratet, bereitete und eine leckere marokanische Speise mit Cuscus und vielen lecker gewürzten Salaten. Zum Nachtisch gab es noich einen leckeren Schokoladenkuchen und eine selbstgemachte Mango-Eiscreme mit den Kernen des <a href="http://www.granatapfel-ratgeber.info" target="_blank">„Granatapfels“. </a><br />
Wir machten uns dann spät –ganz erfüllt vom besonderen Erlebnis- auf den kurzen Heimweg durch Auto-und menschenleere Straßen nach Bethlehem. Michal wird am Samstagmorgen die Synagoge besuchen, wo zum Höhepunkt des Gottesdienstes die Torarolle aus dem Schrein genommen, durch den Raum getragen und zur Lesung auf dem Pult aufgeschlagen wird. Am Nachmittag bis zum Schabbatausgang zum Sonnenuntergang, studieren vor allem orthodoxe Juden – so auch Michal- intensiv aus Tora und Talmud. Liberalere jüdische Familien gehen spazieren oder treffen sich mit Freunden.</p>
<p>Wir werden uns morgen auf den sicherlich schwierigeren &#8211; da unruhigeren- Weg in die „Prophetenstadt“ Hebron machen.</p>
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		<title>Freedomtheater Jenin: &#8222;Theater des Widerstandes&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 19:56:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[freedom Theatre]]></category>
		<category><![CDATA[Jenin]]></category>
		<category><![CDATA[Knafeh]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute machten wir uns auf den Weg (etwa 100 km) um vom See im Norden in das Zentrum von Palästina zu fahren: nach Jerusalem und Bethlehem. In Bethlehem werden wir bis zum Abflug am 3.11. <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/freedomtheater-jenin-theater-des-widerstandes/" title="Freedomtheater Jenin: &#8222;Theater des Widerstandes&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute machten wir uns auf den Weg (etwa 100 km) um vom See im Norden in das Zentrum von Palästina zu fahren: nach Jerusalem und Bethlehem. In Bethlehem werden wir bis zum Abflug am 3.11. in dem <a href="http://saintvincentguesthouse.com/en/" target="_blank">Gästehaus St. Vincent</a> übernachten.</p>
<p>Auf dem Weg in den Süden durch die von Israel besetzte Westbank, machten wir Stopps bei der Fairtrade Organisation Canaan, dem <a href="http://www.thefreedomtheatre.org" target="_blank">Freedomtheatre in Jenin</a>  , bei den Samaritern auf dem Berg Gerizim. In Nablus haben wir zur Mittagspause auch die wundervolle Knafeh</p>
<figure id="attachment_3151" aria-describedby="caption-attachment-3151" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3151" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/knafeh-300x225.jpg" alt="die wundervolle und so leckere Knafeh in Nablus" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/knafeh-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/knafeh-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/knafeh-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3151" class="wp-caption-text">die wundervolle und so leckere Knafeh in Nablus</figcaption></figure>
<p>gegessen. Mit dieser Fahrt haben wir das &#8222;Paradies&#8220; am See verlassen und stellen uns jetzt mehr der Realität. Dazu gehört die erste Erkenntnis, dass die Ruhe, die uns in den ersten drei Tagen meist umgab, einer lauten, hektischen Stimmung gewichen ist. Die im ganzen palästinensischen Raum zu findende Verschmutzung durch Plastikabfall gerät dem Besucher schmerzhaft in den Blick und ins &#8222;Gemüt&#8220;. Große Werbetafeln verschandeln die Städte und Landschaften und Kinder sieht man &#8222;wie Sand am Meer&#8220;, den die Palästinenser der Westbank, obwohl er nicht weit entfernt an der israelischen Mittelmeerküste zu finden ist, nie zu Gesicht oder &#8222;an die Füsse&#8220; bekommen.</p>
<p>Jetzt ist es ja so, dass ich an den beschriebenen Orten schon mehrmals mit den unterschiedlichen Gruppen war, so dass ich zum einen auf meine Berichte in diesem Blog verweisen möchte: <a href="http://marius-blog.de/blog/fair-gehandeltes-oel-und-eine-bierbrauerei-in-palaestina/" target="_blank">Fairtrade Canaan</a>, <a href="http://marius-blog.de/blog/widerstand-ist-nicht-nur-steine-schmeissen/" target="_blank">Freedomtheater </a>und auch die <a href="http://marius-blog.de/blog/widerstand-ist-nicht-nur-steine-schmeissen/" target="_blank">Samarither</a>. Dennoch möchte ich auf einige Details eingehen die mir heute besonders auffielen.</p>
<figure id="attachment_3149" aria-describedby="caption-attachment-3149" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3149" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Jonatan-660x330-300x150.jpg" alt="Jonathan" width="300" height="150" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Jonatan-660x330-300x150.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Jonatan-660x330.jpg 660w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3149" class="wp-caption-text">Jonathan Stabnczak</figcaption></figure>
<p>In Jenin hatten wir heute die Möglichkeit mit dem Mitbegründer des (neuen) &#8222;Freedom-Theatre&#8220; Jonathan Stabnczak zu sprechen. Er entstammt einer jüdischen Familie (seine Eltern leben in Israel)</p>
<p>Das Freedom Theatre TFT wurde 2005 im palästinensischen Flüchtlingslager bei Jenin wieder aufgebaut, nachdem das erste Theater 2002 von der israelischen Armee zerstört worden war. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen wird ein Raum geschaffen, in dem sich Phantasien entwickeln und andere Realitäten vorgestellt werden können. Neben dem Theater als Veranstaltungszentrum gibt es verschiedene Theater-, Zirkus-, Musik und Tanzgruppen. 2008 wurde die Schauspielschule des Theaters eröffnet, die seither jungen Menschen aus der Region eine Zukunftsperspektive im Schauspiel eröffnet. Auch die besondere Form des &#8222;Playback-Theaters&#8220; wird bei den Tourneen in Palästina genutzt. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Auseinandersetzung mit der Besatzungsmacht. Hier werden die Themen von den Besuchern vorgeschlagen (oder tatsächliche Erlebnisse/Geschichten erzählt) und von den Schauspieler/innen improvisiert &#8222;in Handlungen &#8222;übersetzt&#8220; gespielt werden. Dies ist eine kulturelle Alternative, kann aber auch die oft notwendige psychotherapeutische Behandlung ergänzen.</p>
<figure id="attachment_3150" aria-describedby="caption-attachment-3150" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3150" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/theater-1024x768.jpg" alt="Eingang zum Freedom-Theatre in Jenen" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/theater-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/theater-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/theater-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3150" class="wp-caption-text">Eingang zum Freedom-Theatre in Jenen</figcaption></figure>
<p>Es hat, so Jonathan nie ein Hauptziel für die kulturelle Arbeit des Theaters gegeben: „auch die Umwelt, in der wir leben, ändert sich ja ständig und so haben die Menschen, die im TFT arbeiten, das Verständnis, dass es weniger das Ziel sondern vielmehr die „Reise“ dahin interessant ist.“ TFT versteht sich als kultureller Widerstand, der &#8222;der breite Einsatz von Kunst, Literatur und traditionellen Praktiken zur Herausforderung oder Bekämpfung von ungerechten oder bedrückenden Systemen und / oder Machtinhabern im Rahmen von gewaltfreien Aktionen, Kampagnen und Bewegungen&#8220;</p>
<p>Das TFT erreicht in Palästina und auf der ganzen Welt ein großes Publikum. Seit seinem Start hat TFT über 100.000 Zuschauer und Teilnehmer an seinen Aktivitäten in Jenin und mindestens genauso viele auf seinen Tourneen in Palästina und auf der ganzen Welt beteiligt. Einige behaupten, dass die Teilnahme an den künstlerischen Aktivitäten einen tief positiven Effekt auf Gesundheit und Gesellschaft hat. Etwas so Jonathan was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass wir eine bedeutende Rolle bei der Förderung des internationalen Bewusstseins über die palästinensische und palästinensische Kultur gespielt haben.</p>
<p>Ansonsten brachte der Tag für diese Region den ersten &#8211; hier lange schon ersehnten (leichten) Regen seit 5 Monaten.</p>
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		<title>„Wir fragen nicht was braucht ihr, sondern was könnt ihr?</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/wir-fragen-nicht-was-braucht-ihr-sondern-was-koennt-ihr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2016 21:16:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Kibbuz]]></category>
		<category><![CDATA[Nabila Espanioly]]></category>
		<category><![CDATA[Nazareth]]></category>
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					<description><![CDATA[Traditionell fahre ich mit meinen Guppen am 2. Tag unserer Begegnungsreise nach Nazareth. Nazareth ist die größte arabische Stadt in Israel mit nahezu 90.000 Einwohnern. Hier leben wegen der besonderen christlichen Bedeutung (Maria soll hier <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wir-fragen-nicht-was-braucht-ihr-sondern-was-koennt-ihr/" title="„Wir fragen nicht was braucht ihr, sondern was könnt ihr?">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Traditionell fahre ich mit meinen Guppen am 2. Tag unserer Begegnungsreise nach Nazareth. Nazareth ist die größte arabische Stadt in Israel mit nahezu 90.000 Einwohnern. Hier leben wegen der besonderen christlichen Bedeutung (Maria soll hier durch den Erzengel Gabriel die Geburt Jesu verkündet worden sein) die meisten arabischen Christen Israels. War früher die Mehrheit der Einwohner christlichen Glaubens, so sind heute mehr als zweidrittel Muslime.<br />
Natürlich haben wir die „Verkündigungs-Kirche“ besucht, das größte christliche Gotteshaus im Nahen Osten. Wir hatten aber uns mit Nabila Espanioly verabredet, der Leiterin des Frauenprojektes <a href="http://www.altufula.org/media-eng/" target="_blank">„Al-Tufula&#8220;</a>.  Ich hatte sie bereits 2014 mit meiner Gruppe besucht. <a href="http://marius-blog.de/blog/jeder-kann-etwas-machen-aber-nicht-alles-alleine/" target="_blank">Hier kann nachgelesen werden</a> welche Zielsetzung sich dieser Verein gegeben hat und warum Nabila 2003 gemeinsam mit Reuven Moskovitz den Aachener Friedenspreis bekommen hat.</p>
<figure id="attachment_3126" aria-describedby="caption-attachment-3126" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3126" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Nabile-225x300.jpg" alt="Nabile Espaniolya" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Nabile-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Nabile-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3126" class="wp-caption-text">Nabile Espanioly</figcaption></figure>
<p>Nabele war gerade mit einer Delegation arabischer Abgeordneter in Deutschland und hast dort mit allen maßgeblichen Abgeordneten des Bundestages und Vertretern des Kanzleramtes gesprochen. Vor zwei Jahren hatte Nabila gesagt, dass sie zur Hälfte der Legistratur als Abgeordnete der arabischen Linken ins israelische Parlament, der Knesset „nachrücken“ würde. Daraus ist nun nichts geworden, da der Ministerpräsident Netanjahu Neuwahlen 2015 vorgezogen hatte und ihre Partei eine andere Abgeordnete ins Parlament gewählt hat. Insgesamt bilden die arabischen Abgeordneten, Dank einer gemeinsamen Liste, die dritt stärkste Kraft im Parlament. Sie verstehen sich vor allem als Vertretung der fast 20% Arabischen Bevölkerung in Israel, die so Nabila, nach wie vor in vielen Bereichen benachteiligt wird.</p>
<p>Nabile hat früh gelernt, dass sie sich zur Einforderung der gleichen Rechte wie sie die jüdischen Mitbürger haben vernetzen muss. Ihre Mutter habe einmal gesagt als sie über die Ungerechtigkeit klagte: „<strong><em>wer weint, weint allein“. </em></strong>Deshalb habe sie sich früh vernetzt, Gleichgesinnte gesucht. Ein Ergebnis dieser Entwicklung war auch die Gründung des Frauenprojektes. Jetzt, nach mehr als 20 Jahren des Bestehens des Vereines können viele Erfolge durch die Arbeit mir den Frauengruppen festgestellt werden. In den letzten Jahren wird, ebenso erfolgreich, mit jüdischen Frauengruppen gearbeitet</p>
<p>Der Ausgangspunkt der Projekte sei immer der, das eben nicht nach den Bedürfnissen der Frauen gefragt wird sondern nach den Fähigkeiten, nach ihrem Können. Oft ist den Frauen gar nicht bewusst welche Leistungen sie tagtäglich erbringen, erbringen müssen, ohne diese Leistungen oft das Familienleben gar nicht möglich ist. Ist dieses Bewusstsein erst geschaffen, dann werden die Frauen mutiger, selbst bewusster. Gerade hat eine Gruppe von Frauen in einem Dorf eine Straße gebaut: jede Nacht – damit die Männer es nicht mitbekommen- wurde ein kleines Stück errichtet, bis die erste Straße im Dorf geschaffen war. Viele Frauen in den Projekten wurden so motiviert, die Schule abzuschließen, ein Studium zu beginnen. Viele der Ehemaligen kommen jetzt zu den neuen Kursen um ihre Erfahrungen den Projektteilnehmerinnen zu vermitteln.</p>
<figure id="attachment_3127" aria-describedby="caption-attachment-3127" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3127" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/vielfalt-1024x768.jpg" alt="Straßenbild In Nazareth: christlich-arabische Vielfalt" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/vielfalt-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/vielfalt-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/vielfalt-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3127" class="wp-caption-text">Straßenbild In Nazareth:<br />christlich-arabische Vielfalt</figcaption></figure>
<p>Neben diesen Empowermentkursen, die zum Ziel haben die eigenen Stärken der Frauen zu nutzen, hat der Verein auch Kinderkrippen und Kursangebote für Frauen zur Qualifizierung als Erzieherinnen und erstellt Materialien für die frühkindliche Erziehung.<br />
Die Mitglieder unserer Gruppe waren beeindruckt von dem ausdauernden Engagement, dass sich in den Worten von Nabile spürbar widerspiegelte. Im März 2011 wurde Nabile von der Organisation „Women deliver“ als eine von 100 Frauen weltweit genannt, die sich für die Gesundheit und Gleichberechtigung von Frauen einsetzen.<br />
Wie schon vor 2 Jahren rief uns Nabele zum Schluss des Gespräches auf, dass wir in Deutschland für Unterstützung ihrer Arbeit und Ziele werben sollen. Aber auch mit Blick auf die Zukunft: <em>&#8222;Hoffnungslosigkeit ist ein Privileg das wir uns nicht leisten können, denn am Ende muss es eine Lösung geben&#8220;</em></p>
<p>Gut  zu dieser &#8222;Frauenpower&#8220; passt der aktuelle Bericht über den <a href="http://marius-blog.de/marsch-der-hoffnung/" target="_blank">Marsch der Frauen</a> hier in Israel den ich unter Gastbeiträge eingestellt habe. Eigentlich sehr schade, dass bei uns in Deutschland solche hoffnungsvolle Meldungen nicht erscheinen.</p>
<p>Zum Nachmittag hat die Gruppe sich dann noch in der Nähe des See Genezareth auf ein Teilstück des „Jesus-Trail`s“ begeben. Der Weg wurde vor einigen Jahren angelegt (aus bestehenden Pfaden und Feldwegen). Er verbindet Nazareth mit dem See Genezareth auf einer Strecke von 62 km die in 4-5 Tagesetappen gegangen werden kann.</p>
<figure id="attachment_3133" aria-describedby="caption-attachment-3133" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3133" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wanderung-1-1024x768.jpg" alt="auf dem Jesus-Trail" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wanderung-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wanderung-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/wanderung-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3133" class="wp-caption-text">auf dem Jesus-Trail</figcaption></figure>
<p>Zum Abend hatten wir dann noch ein Gespräch mit einem Mitglied unseres Kibbuzes wo wir erfüfren das dieser Kibbuz zu den noch 10 % gehört die wirklich noch – wie ursprünglich alle Kibbuze- „sozialistisch“ geprägt ist. Alle arbeiten – ob im Kibbuz oder außerhalb- und geben ihren verdienst an den Kibbuz. Jeder bekommt im Monat 4000 Schekel (etwa 1000 €)„Taschengeld“, als allein lebender 6.000 Schekel. Jeder bekommt ein Haus gestellt, Kinderbetreuung, Schule alles kostenlos. Frühstück und Mittagessen können die Bewohner (derzeit leben hier 300 Kibbuz-Mitglieder und weitere 400 Familienangehörige) zu sehr günstigen Preisen in der Kibbuz-Kantine erwerben. In dem Kibbuz ist eine Firma die Kunststoffrohre für Fußbodenheizungen erstellt.</p>
<p>Das Geschäft läuft so toll, dass sich die Mitglieder des Kibbuzes vor Jahren entschlossen haben mit der Firma an die Börse zu gehen. Alle Mitglieder sind an den Aktien beteiligt und bekommen jährlich eine Dividende von bis zu 30.000 Schekel. Nurit, unsere Gesprächspartnerin, ist sehr glücklich mit der Situation, glaubt aber nicht, dass sich dieses sozialistische System (alles gehört allen) noch lange halten wird. „Es fehlt uns an Nachwuchs“, ihre vier Kinder leben alle außerhalb des Kibbuz.</p>
<p>Eine interessantes Detail am Rande: die Mitglieder des Kibbuz unter stützen die <a href="http://peacenow.org.il/en/" target="_blank">Peace Now- Bewegung</a> in Israel</p>
<figure id="attachment_3135" aria-describedby="caption-attachment-3135" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3135" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kibbuz-1024x768.jpg" alt="obwohl fast November: Blumenpracht im Kibbuz wie bei uns im Frühling" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kibbuz-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kibbuz-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/10/Kibbuz-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3135" class="wp-caption-text">obwohl fast November: Blumenpracht im Kibbuz wie bei uns im Frühling</figcaption></figure>
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