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	<title>Im Magdolin &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Regen bringt Segen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 21:59:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenreise Frühjahr 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
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		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute morgen hatte der Himmel, wie schon gestern, all seine Schleusen geöffnet. Das Regenwasser stürzt dann die Straßen und Gassen herab, denn Rinnsteine oder ganz zu schweigen von Kanälen, in denen das Wasser ablaufen kann, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/regen-bringt-segen/" title="Regen bringt Segen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Heute morgen hatte der Himmel, wie schon gestern, all seine Schleusen geöffnet. Das Regenwasser stürzt dann die Straßen und Gassen herab, denn Rinnsteine oder ganz zu schweigen von Kanälen, in denen das Wasser ablaufen kann, gibt es hier nicht.<br>Hier freut man sich, wenn es regnet, denn es kommt so selten vor. So hat es vom April letzten Jahres bis zum Januar diesen Jahres, also gut 9 Monate, nicht geregnet.</p>



<p>Schön für unsere Reisegruppe, dass der Regen rechtzeitig aufhörte, als wir unser erstes tagesziel, das wunderschön gelegene griechisch-orthodoxe <a href="https://www.land-der-bibel.de/bethlehem/kloster-mar-saba/kloster-mar-saba.htm" data-type="URL" data-id="https://www.land-der-bibel.de/bethlehem/kloster-mar-saba/kloster-mar-saba.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kloster Ma Saba </a>erreichten. Ihr findet einiges zum Kloster unter dem untenstehenden Stichwirt oder in diesem Link. Heute gingen einige Männer (nämlich nur die, dürfen hinein) in das Klostergelände. Die anderen sind ein wenig am Rande der tiefen Schlucht, die das Kidrontal hier bildet in die Wüste gewandert. Bedingt durch den starken Regen am Vormittag floss überall Wasserströme zu Tale.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5249" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853-80x60.jpeg 80w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/8250683A-10E0-4C67-824D-48C48A318853.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kloster Ma Saba </figcaption></figure>



<p>Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Zatara gemacht wo uns Fatima schon erwartete. Was soll ich zu Fatima (oder Im Magdolin, wie sie hier nach dem Namen ihrer jüngsten, behinderten Tochter genannt wird) noch schreiben. Es ist (fast alles) von ihr (über sie) in diesem Blog festgehalten.</p>



<p>Auch diese Gruppe spürte gleich, welch besondere Frau Fatima ist. Natürlich hat sie uns leckere arabische Speisen zubereitet. Als „Vorgeschmack gab es wunderbar schmeckendes, frisch gebackenes daher noch warmes Brot, mit dem Hinweis nur ganz wenig davon zu essen, denn es sollte noch eine große Platte mit köstlichen Speisen geleert werden. Natürlich hat Fatima von ihrer Familie erzählt aber auch von den aktuellen Sorgen die sie derzeit bewegen. So hat sie Ihr Engagement mit der deutschen Behindertenhilfe zwar offiziell beendet, aber nachwievor wird sie von den Familien um Hilfe gebeten, jetzt aber ohne die finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisation. Irgendwie war auch das Thema Abfallentsorgung ein Thema. Wie erfuhren, dass hier der Müll, der nicht in Mülltonnen gesammelt wird ,sondern in Containern, die verteilt an der Straße stehen, einmal monatlich (es kann aber auch schon mal 6 Wochen dauern) abgefahren wird. Man kann sich gut vorstellen, was mit diesem Müll geschieht, wenn er solange in der sommerlichen Hitze liegen bleibt. Es stinkt, Tiere reisen die Müllsäcke auf und der Inhalt verteilt sich auf dem ganzen Gelände. Die Menschen hier sind bereit 10.000 € und mehr für eine Hochzeit zu zahlen, aber nicht mal 10 Schekel für die Müllentsorgung, klagt Fatima. Es sei der Charakter diese Gesellschaft hier (vor dem Hintergrund einer fehlende Erziehung), die nichts dabei findet, den Müll einfach irgendwo zu entsorgen oder auch einfach in Brand zu setzen. Von Seiten des Staates/der Kommunen wird ebenfalls zur Behebung dieses Zustandes nichts unternommen. So musste ich auch in dem „Welterbeort“ Battir ebenfalls feststellen, dass das ganze Ortsbild, für mich, einen ziemlich vermüllten Eindruck hinterließ. Da werden schöne Flyer erstellt, das sicherlich auch, um Touristen anzulocken, aber keiner sorgt sich um das Bild was der Ort abgibt. Für mich nicht nachvollziehbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5250" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A2F01A14-0DEE-4BBC-86D7-4DA795755C15-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fatima mit Tochter Magdolin</figcaption></figure>



<p>Unsere dritte Tagesstation war die Geburtskirche in Bethlehem. Hier empfing unsere Gruppe Faten Mukarker, die der Gruppe, in ihrer unnachahmlichen arabischen Erzählkunst, uns Infos und Geschichten zu dieser besonderen Kirche, aber eben auch zu vielen anderen (oftmals auch politischen) Dingen des palästinensischen Alltages gab.</p>



<p>Anschließend besuchten wir das <a rel="noreferrer noopener" href="https://marius-blog.de/blog/zu-bethlehem-geboren-und-im-karton-abgelegt/" data-type="post" data-id="3206" target="_blank">Kinderheim La Chreche</a>, von dem ich auch schon des häufigeren geschrieben habe. In ihm wachsen zum einen solche Kinder auf, die in der muslimischen Welt nicht erwünscht sind, weil sie die „Ehre“  einer Familie beschädigt haben. Es sind Kinder, die aus nicht erlaubten Beziehungen stammen, vielfach innerhalb der Familie oder in einer außerehelichen Beziehung gezeugt wurden. Dazu kommen Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen. Derzeit leben 50 Kinder in der Einrichtung die von französischen Schwestern geleitet wird. Diese so wichtige und in Palästina einzigartige Einrichtung wird ausschließlich über Spenden finanziert. <a href="https://www.christen-helfen-christen.de/index.php/projekte/laenderprojekte-im-hl-land/palaestinaensische-autonomie/unterstuetzung-der-findelkinder-in-der-creche" data-type="URL" data-id="https://www.christen-helfen-christen.de/index.php/projekte/laenderprojekte-im-hl-land/palaestinaensische-autonomie/unterstuetzung-der-findelkinder-in-der-creche" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier gibt es eine Spendenmöglichkeit in Deutschland </a></p>



<p>Zum Abend waren wir bei Faten Mukarker zu Hause. Bei einem leckeren arabischen Essen hat sie uns ihre Familiengeschichte erzählt.</p>



<p>Bedingt durch einen für mich anstrengenden Tag, der eben jetzt erst kurz vor Mitternacht endet, verweise ich heute auf meine zahlreichen Links zu den verschiedenen Tageszielen und eben auch auf die Stichworte zum Ende des Berichtes, der euch zu meinen zahlreichen Berichten von Fatima, Faten und Le Creche führt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5251" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2023/03/A4B4551A-8419-45B5-AF04-48A574C02BCE-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">arabischer Kaffee to Go</figcaption></figure>



<p><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong></p>



<p><em>Wollt ihr Juden und Christen mit uns über Gott streiten?&nbsp;</em><br><em>Es ist doch unser und euer Herr.&nbsp;<br>Uns kommen unsere Werke zu&nbsp;<br>und&nbsp;&nbsp;euch die eurigen.</em>&nbsp;&nbsp;(Sure 2, 139)<em></em></p>



<p></p>
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		<title>Wiedersehen mit Fatima</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 19:28:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe Fatima 2014 kennen gelernt und bin ihr danach bei jedem meiner Besuche begegnet, oft auch mehrmals. Neue Besucher: innen meines Blog´s können mit dem Stichwort Fatima oder auch „Im.Magdolin“ alle Beiträge finden, in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wiedersehen-mit-fatima-2/" title="Wiedersehen mit Fatima">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich habe Fatima 2014 kennen gelernt und bin ihr danach bei jedem meiner Besuche begegnet, oft auch mehrmals. Neue Besucher: innen meines Blog´s können mit dem Stichwort Fatima oder auch „Im.Magdolin“ alle Beiträge finden, in denen ich von den Begegnungen mit Fatima berichte. Ich kann nur sagen, es „lohnt“ sich diese Berichte zu lesen: warum? Weil diese Frau eine ganz „Große“ ist, und das nicht nur für ihre Familie.</p>



<p>Ich habe durch sie soviel an Sitten und Gebräuche, aber auch über die palästinensische Kultur erfahren.</p>



<p>Als ich vor jetzt 8 Jahren, Fatima zum ersten Mal besucht habe und einer Bekannten, die sich hier sehr gut auskennt, davon berichtete, sagte sie mir spontan und sicherlich voller Hochachtung: Diese Frau müsste mal im israelischen Parlament, der Knesset sprechen.</p>



<p>Ganz interessant ist auch ein Film über sie und ihre Schulfreundin Sumaya:</p>



<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kdK6anem1tc&amp;t=531s" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier der Link zu YouTube</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4981" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/P1000967-1-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>Fatima liebt es Brot zu backen, am besten &#8222;Outdoor&#8220;</figcaption></figure>



<p>Nun habe ich Fatima (dank Corona) auch 27 Monate nicht gesehen. (<a href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ein-land-ohne-kontrollen/" data-type="post" data-id="4550" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zuletzt im November 2019</a>) Auch wenn wir uns in der Zwischenzeit, immer mal wieder digital ausgetauscht haben, war es doch für uns beide sehr schön uns heute wieder persönlich in die Augen schauen und&nbsp;&nbsp;zu vielen Themen austauschen zu können. Fatima hat mich am Checkpoint 300, über den ich in diesem Blog auch schon häufiger berichtet habe, abgeholt.</p>



<p>Wir sind die etwa 15 km zu ihrem Haus in Ihren Heimatort Za`tara gefahren. Auf dem Weg dorthin war es wie immer in Palästina und gerade in der Region Bethlehem-Beit Sahur-Beit Jala. Viel Verkehr, viel Lärm und leider auch viel Schmutz.</p>



<p>Als wir auf durch Za`tara fuhren, erzählte Fatima mir, das hier jede Familie in den letzten 2 Jahren, durch eine Corona-Erkrankung, ein Familienmitglied verloren hat, manche auch mehrere. Vor allem die ganz alten Menschen sind gestorben.</p>



<p>Als wir auf ihr Haus zufuhren, bemerkte ich das sie an der Zufahrt ein Tor angebracht hat.</p>



<p>Sie erklärte mir dies mit der Begründung, dass es hier soviel freilaufende Hunde gäbe, die häufig ihre „Hinterlassenschaften“ im Gemüsegarten „ablegen“. Um das zu verhindern hat sie ihr ganzes, großes Grundstück einzäunen lassen und deshalb auch die Einfahrt mit einem Tor geschlossen.</p>



<p>Zunächst erzählte sie mir das sie von Ende des Jahres bis Anfang März bei ihrem Sohn in Dubai war. Er lebt dort sein vielen Jahren, ist mittlerweile verheiratet und seine Frau (wie er, bzw. seine Mutter sie „gefunden“ hat habe ich auch in einem <a href="https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" data-type="post" data-id="3328" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blogbeitrag berichtet</a>) hat ihm gerade den 2. Sohn geboren. Für Fatima war es der erste Besuch in diesem Golfstaat, es hat ihr außerordentlich gut gefallen. Erst dort hat sie gespürt, was es heißt in einem Land frei zu leben, wo es Gesetze gibt die beachtet werden müssen, wo alles sauber ist, wo das Leben gerade für Menschen mit Behinderung durch viele staatlichen Maßnahmen eine gro0e Erleichterung erfährt. Obwohl sie ihre Heimat, Palästina, liebt leider sie hier sehr unter der Unfreiheit durch die israelische Besatzung aber auch durch die korrupte palästinensische Verwaltung. Viele ihrer Mitmenschen kümmern sich nicht um die geltenden Bestimmungen. So werden Autos nicht angemeldet, der Führerschein nicht gemacht, der Abfall einfach in der Landschaft entsorgt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-4982" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/7375349D-4718-4685-885D-DDB1ECEA6625-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>Hervorragendes Lunchmenü mit anschließenden arabische Kaffee mit Kardamon</figcaption></figure>



<p>Vor 1 ½ Jahren ist ihr Mann Hassan gestorben. In der Nachbarschaft lebt eine ihrer 8 Schwestern, die sehr religiös ist. Sie würde sicherlich mit „Argusaugen“ registrieren, dass Fatima Männerbesuch hat, dann auch noch aus dem Ausland. Wenn es nach Ihrer Schwester ginge, wäre es das beste sie lebe auf dem Friedhof. Selbstverständlich könne der Mann, kurz nach dem Tod seiner Frau, wieder eine neue Heirat eingehen.</p>



<p>Mit Blick auf die wunderschöne Landschaft zeigte mir Fatima auch auf allen Hügeln in der Umgebung, große, oft „protzig“ wirkende Neubauten. Hier würden die Reichen Palästinenser aus Jerusalem Häuser zur Geldanlage bauen, was ihnen ja in Jerusalem verwehrt ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-4983" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/5E61F25A-1CDE-4FD2-83E4-8A8BC7342874-80x60.jpeg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>gigantischer Blick, gigantische Landschaft, im Wüsten-Tal bauen die Reichen aus Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Am Abend verabschiedeten wir uns mit der Zusage, dass wir uns in der Zeit meines Aufenthaltes hier sicherlich noch einmal treffen werden.</p>
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		<title>Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 19:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Wallad off Hotel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-ein-land-ohne-kontrollen/" title="Fatima: „Ein Land ohne Kontrollen“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute hatte ich mich mit Fatima (im Magdolin) in ihrem Heimatort Zaatara im Westjordanland verabredet. Die „erfahrene“ Leser/innenschaft meines Blog kennt diese wunderbare Frau, die ich 2014 kennengelernt habe, aus einer Vielzahl von Berichten in diesem Blog.&nbsp;</p>



<p>Kaum hatte ich das Klostergelände verlassen, sprach mich ein Mann an und wollte wissen, wie spät es sei. Ich wies auf die gut sichtbare Turmuhr der Dormitio-Abtei. Er ließ mich verstehen, dass er auf diese Uhr nicht schauen möge. Er hat das nicht begründet, ich habe aber auch nicht nachgefragt, vermutete aber aus religiösen Gründen. Er fragte mich dann wo ich herkäme und als er hörte aus Germany berichtete er das seine Großeltern und Eltern in Bochum gelebt haben. Sie sind dann nach Polen „gegangen“ (ich vermute im Rahmen der Judenverfolgung dorthin verbracht worden. Seine Eltern seien später nach Israel ausgewandert, er ist hier in Jerusalem geboren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4552" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000618-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Turmuhr </figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich mit Fatima an der Geburtskirche in Bethlehem verabredet.</p>



<p>Es gibt zwei Möglichkeiten dorthin zu gelangen. Mit dem palästinensischen Bus über den Straßencheckpoint, durch Beit Jala nach Bethlehem oder (diese Variante habe ich heute gewählt) mit dem palästinensischen Bus 2344 bis zum Checkpoint 2000. Im verlauf der letzten jahre sind die Busse immer moderner geworden, auch gibt es zahlreiche Haltestellen wo sich die Busse der palästinensischen und&nbsp;&nbsp;der Jerusalemer Verkehrsbetriebe treffen. Israelischen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4554" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000635-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>vor der Mauer</figcaption></figure>



<p>Ich hatte mich für diesen Weg vor allem deshalb entschieden, weil ich mal wieder die „sinnliche“ Erfahrung machen wollte, zu Fuß durch den Checkpoint zu gehen. Man muss allerdings sagen, dass der Weg von (West-) Jerusalem ins Westjordanland normalerweise relativ einfach ist. Man wird nicht kontrolliert, geht durch 3-4 Drehkreuze und schon ist man auf „der anderen Seite“. Will man aber nach Israel (Jerusalem) hinein, gerade beim großen Andrang der palästinensischen Arbeitskräfte am frühen Morgen, kann es schon mal eine Stunde und mehr dauern, Interessant fand ich, dass an der Stelle wo man in das Gebäude der Grenzanlage geht, um nach Bethlehem zu kommen, ein Schild mit der Aufschrift „Exit“ steht, Ausgang aus Israel also.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4553" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000636-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>auf der anderen Seite</figcaption></figure>



<p>„Draußen“ wird man dann von zahlreichen geschäftstüchtigen Taxifahrern „überfallen“ die gerade bei einer einzelnen Person ihr Geschäft wittern. Nicht nur die Orte in Bethlehem, wohin der Tourist so hinzugehen hat werden angepriesen, auch ein Trip nach Hebron oder auch zum Toten Meer ist im „Programm“. Auch wenn ich abwehre, weil ich zu Fuß gehen möchte und kein Interesse an einer Besichtigung habe geben sie keine Ruhe.</p>



<p>Ich denke dass sie alle dringend eine Fahrt brauchen um „über die Runde“ zu kommen.&nbsp;&nbsp;An der Mauer rund um das <a href="http://walledoffhotel.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Wallad off Hotel&quot; (öffnet in neuem Tab)">&#8222;Wallad off Hotel&#8220;</a>, von dem ich schon häufiger berichtet habe, sind wieder viele neue, oft sehr witzige Graffiti angebracht. Mir gefiel das besonders gut, welches Bezug nimmt zu den Plänen des US-Präsidenten, an der Grenze zu Mexiko auch eine Mauer bauen zu lassen.</p>



<p>Ich habe mich der Geburtskirche durch den schönen Bazar genähert, in dem sich im Übrigen wenig Touristen „verirren“. Es ist schon interessant auf die vielen Kartons mit Waren zu schauen, die vo den Geschäften gestapelt sind. Viele kommen aus China, aber ich sah auch solche mit Reis aus Indonesien, Nüsse aus Kalifornien, aber auch Hähnchen aus dem heimischen Ramallah.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4555" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000662-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>großer Weihnachtsbaum vor der Geburtskirche</figcaption></figure>



<p>Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche sind die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest in vollem Gange. Der große Weihnachtsbaum steht schon, zahlreiche Lichterketten wurden gerade angebracht.</p>



<p>Auf der Fahrt mit Fatima zu ihrem Haus nahm ich wieder schmerzlich die unglaubliche Verschmutzung war ,mit der man überall in Palästina konfrontiert wird. Überall liegt Plastik und sonstigem Abfall am Straßenrand und keinen scheint es zu kümmern. Das habe ich bei meiner reise durch den Iran gänzlich anders erlebt. Dort herrschte Sauberkeit im ganzen Land. Ich sprach darüber mit Fatima. Sie meinte spontan: Wir leben in einem Land ohne Kontrolle. Nicht alles ist Israel schuld. Unsere Regierung kann wegen der Besatzung nicht viel machen, was sie aber machen könnte, tut sie nicht. Bespiel: für Sauberkeit im Land zu sorgen. Sie nannte noch ein anderes Beispiel das zeigt, was gerade in den C-gebieten, wo es keine Polizei gibt (weder israelische noch palästinensische) so alles passiert. Da fahren Vielen, oft auch Minderjährige ohne Führerschein, mit Autos, die für billiges Geld in Israel gekauft werden. Diese (illegalen) Fahrzeuge haben weder Versicherung noch sind sie technisch zugelassen. Häufig komme es zu Unfällen oft mit Verletzten und auch Toten. Und es kümmert scheinbar keinen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="4000" height="3000" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/P1000671.jpg" alt="" class="wp-image-4556"/><figcaption>immer wieder berauschend anzuschauen:<br> die judäische Wüste direkt hinter dem Haus von Fatima</figcaption></figure>



<p>Als mich Fatima zurück nach Bethlehem zum Bus bringen wollte, hielten wir noch in Zaatara bei einer jungen Frau mit einem Kind an. Die Frau war mit einer kleinen Schafsherde unterwegs. Fatima ist ausgestiegen und hat mit der Frau gesprochen. Sie bat mich von der Frau und dem Kind ein Foto zu machen. Auf der fahrt nach Bethlehem erzählte sie mir die Geschichte der Frau. Sie ist die (Zweit-) Frau des Sohnes ihrer Schwester, also die Frau ihres Neffen. Dieser hat bereit mit seiner ersten Frau 3 Kinder und nun mit dieser Frau ein Kind, mit dem 2. ist sie (sichtbar) schwanger. So weit aber eben nicht so gut. Ich hatte ja schon häufiger von Ehen mit einer zweiten oder sogar dritten Frau gehört. In diesem Fall aber aber gibt es eine (für mich) unglaubliche Geschichte. Die erste Frau lehnt diese (2.) Frau ab, droht dem Mann ihn zu verlassen. Das hat zur Folge, dass diese (zweite) Frau, aber wohl auch ihr das Kind, vom Neffen von Fatima oft misshandelt wird. </p>



<p>Sie ist sich selbst überlassen, nur ganz selten kommt der Mann zu ihr. Er zwingt sie jeden Tag mit den Schafen zu gehen, das Kind muss auch dabei sein. Wenn Fatima ihre Schwester anspricht, die im Übrigen dieses Enkelkind noch kein Mal gesehen hat, ist dies &#8222;nur beleidigt&#8220;. Fatima und ihre anderen Geschwister, versuchen dieser Frau zu helfen, haben auch schon Geld gesammelt, müssen es ihr, wie auch Verpflegung, immer heimlich zustecken, da sonst gewalttätige Reaktionen des Vaters gegenüber Frau und Kind befürchtet werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4561" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191126_160628-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>hilflose Fatima<br>bedauernswertes Schicksal von Mutter und Kind</figcaption></figure>



<p> Meine erste Reaktion, sie soll sich von diesem Mann trennen, greift wohl aber aber nicht. Die Frau stammt aus einer ganz armen Familie, zu der kann sie nicht zurück. Alleine leben geht hier nicht. Jetzt hofft sie das 2. Kind ein Junge wird, der für ihre Zukunft bessere Aussichten verspricht, so Fatima. Ich hatte ich mal davon gehört, dass es in dieser Region so etwas wie ein Frauenhaus gäbe. Ich werde mich erkundigen und ggf. Fatima diesen Tipp noch übermittel.</p>



<p>Ich schreibe ja oft von den schwierigen Verhältnissen, die durch die israelische Besatzung für die palästinensische Bevölkerung hervorgerufen wird. Dabei wird leicht vergessen, dass es hier, wie in vielen anderen arabischen Staaten auch, gerade für die Frauen oft ganz andere, wie ich finde, schlimme und erniedrigende Probleme gibt.</p>
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		<title>Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/vier-hochzeiten-und-eine-verlobung-das-leben-geht-weiter-trotz-alle-dem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2018 19:25:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Le Creche]]></category>
		<category><![CDATA[Sabeel]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vier-hochzeiten-und-eine-verlobung-das-leben-geht-weiter-trotz-alle-dem/" title="Vier Hochzeiten und eine Verlobung- das Leben geht weiter, trotz alle dem!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich mich mit Fatima (Im Magdolin) getroffen. Ich brauche hier nicht mehr auf die besondere Beziehung verweisen, die sich seit dem ersten Treffen im Juni 2013 zwischen uns entwickelt hat. Ihr findet auf dieser Seite entsprechende Links zu meinen früheren Begegnungen mit ihr.</p>
<p>Auch heute habe ich am Abend, rückblickend zu unserem wieder sehr vielschichtigen Gesprächen, den Eindruck, den ich immer habe wenn ich Fatima treffe: sie ist so froh mal gedanklich aus ihrem Alltag ausbrechen zu können, sich mit jemandem wie mir, der so vielseitig an den gesellschaftlichen und kulturellen Themen/Problem hier in Palästina interessiert ist, austauschen zu können.</p>
<p><figure id="attachment_4134" aria-describedby="caption-attachment-4134" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4134" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000105-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4134" class="wp-caption-text">Blick auf Fatimas Elternhaus in Za`atara</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So haben wir heute auch über so unterschiedliche Themen gesprochen wie:<br />
„Ärzte sind hier nur auf Profit aus“, diese Aussage fußt auf aktuelle Erfahrungen mit einer schweren Erkrankung ihres Mannes, wo sie bei der Behandlung in Palästina oft viel Geld gezahlt hat ohne das ihm wirklich geholfen wurde. Erst die Behandlung in der bekannten (israelischen) Universitätsklinik Hadassah in Jerusalem war (bis jetzt) erfolgreich. Ein Thema war auch, dass die vielen Reichen hier, sich (in der regel) nicht sozial engagieren. „Lieber nehmen sie sich noch eine weitere Frau oder bauen ein weiteres Haus“ Nur bei den durch den Koran verpflichtenden Spenden zum Ramadan würde man etwas tun, wobei auch da oft nicht klar sei wohin das Geld geht. Selbst innerhalb der Familien komme es oft vor (Fatima erlebt es bei ihren Brüdern), das vom vielen Geld (was man vom Vater als Sohn geerbt hat), nichts an die Familien der Schwestern ausgezahlt wird. Dieses Thema hatte sich entwickelt, als ich sagte, dass ich dank spendenfreudige Teilnehmer/innen an meiner Geburtstagsfeier im Oktober u.a. dem Kinderheim La Creche 1000,-€ überwiesen konnte.</p>
<p><figure id="attachment_4135" aria-describedby="caption-attachment-4135" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4135" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000110-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4135" class="wp-caption-text">leckere &#8222;Reispfanne&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Natürlich wurde ich bei Fatima wieder mit leckeren palästinensischen Spesien verwöhnt. Schon bald nach meiner Ankunft roch ist den Duft von frisch gebackenem Brot. Ich konnte wieder die wunderbaren Kräuter in ihrem Garten riechen und schmecken. Auch lernet ich eine Frucht kennen, von der ich bisher noch nichts gehört habe: <a href="https://www.gutekueche.at/wie-isst-man-eine-pomelo-artikel-1115" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pomelo</strong></a> eine Mischung aus Grapefruit und Pampelmuse. Fatima hat ein Bäumchen im Garten stehen.<br />
Fatima ist, wie sooft auch als bekannte Vertreterin ihrer Familie, in den nächsten Tagen zu insgesamt 4 Hochzeiten und eine Verlobung eingeladen. Cousins und Cousinen aus ihrer großen Familie heiraten&#8230;denn das Leben geht auch hier weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als heute morgen Fatima mich abholen kam, war ihr ältester Enkel mit im Auto. Er hatte <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-2081" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2014/11/image-451236-hpcpleftcolumn-agcf.jpg" alt="" width="120" height="90" />heute schulfrei denn: Heute war in Palästina ein staatlicher Feiertag (was Fatima bis gestern nicht wusste!!). Erinnert wird an diesem Tag an die durch die PLO am 15. November 1988 verkündete Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel. <em>„Der Staat Palästina ist mittlerweile von fast 140 Staaten „offiziell“ anerkannt</em><em>. Gegen den  Widerstand der USA und Israels hat die UN-Vollversammlung am 29.11.2012 einen Palästinenser-Staat faktisch anerkannt. Sie stimmte in New York für eine Aufwertung der Palästinenser zum Beobachterstaat (&#8222;Non-member-state&#8220;). Den Antrag unterstützten 138 der 193 UN-Mitglieder, neun votierten dagegen, 41, darunter Deutschland, enthielten sich der Stimme. Die Palästinenser können nun UN-Organisationen und internationalen Verträgen beitreten und so z.B. den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anrufen. Der Beobachterstatus war in der Vergangenheit für Länder ein Sprungbrett zur Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen.“ </em><a href="https://www.lpb-bw.de/geschichte-palaestinas.html" target="_blank" rel="noopener">aus  „die Geschichte Palästinas“</a> von der Landeszentrale für polit. Bildung (lpb) in Baden Württemberg</p>
<p><figure id="attachment_4136" aria-describedby="caption-attachment-4136" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4136" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000112-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4136" class="wp-caption-text">Abendstimmung über dem Herodion</figcaption></figure></p>
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<p>Zum Schluss meines heutigen Tagesberichtes möchte ich den geneigten Lesern/innen von einer „Gebetswelle“ erzählen die ich seit einigen Monaten bekomme. Sie wird von Sabeel, eine von palästinensischen Christen im „Heiligen Land“ gegründete ökumenische Bewegung wöchentlich an „Beter in aller Welt verschickt“</p>
<p>Ich möchte einige der Fürbitten dieser Woche hier nun vorstellen:</p>
<p><a href="http://www.fvsabeel-germany.de" target="_blank" rel="noopener">Mehr Infos findet ihr hier</a></p>
<p><strong><em>15.November 2018</em></strong></p>
<p>Ein Geheimkommando Israels tötete einen Führer der Hamas und sechs andere Palästinenser nahe Khan Younis im Gazastreifen. Zum Schutz des Rückzugs dieses Kommandos flog Israel Luftangriffe. Ein israelischer Offizier wurde getötet, ein anderer verwundet. Der israelische Überfall und die Luftangriffe zogen Raketenabschüsse aus der von der Hamas kontrollierten Zone nach sich; dadurch droht eine Eskalation der Gewalt in dieser Region.</p>
<p><strong>O Herr, unser Hirte und Fels, Dich rufen wir an in dieser Zeit der Gewalt in und um Gaza. Stärke doch alle in Gaza, die sich der Gewaltfreiheit und Befreiung aller, die ohne Ende leiden, verschrieben haben.</strong></p>
<p><strong>                                 Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Am Donnerstag, 8.November überfielen israelische Streitkräfte eine Grundschule in Khirbit Ibziq im Jordantal, störten den Unterricht und zerstörten ein Zelt, das von Schülern und Lehrern benützt wird.</p>
<p><strong>Großer Lehrer, Kinder brauchen Bildung, um das ganze und volle Leben zu haben, das zu geben, Du gekommen bist. Segne alle, die sich bemühen, dieser und kommenden Generationen unter diesen extremen Umständen eine Bildung zu vermitteln.</strong></p>
<p><strong>                                Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
<p>Israelische Streitkräfte verhafteten im Oktober 511 Palästinenser, unter ihnen 74 Minderjährige und 15 Frauen. Das wurde letzte Woche in einer gemeinsamen Erklärung von drei palästinensischen Anwaltsgruppen für Gefangene bestätigt.</p>
<p><strong>Herr, wir beten immer wieder für gefangene Palästinenser, besonders Kinder. Dein Geist möge ihnen Mut geben, standhaft zu bleiben und auf Deine Gerechtigkeit zu hoffen.</strong></p>
<p><strong>                               Herr, nach Deiner Barmherzigkeit erhöre unser Gebet.</strong></p>
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		<title>arabisches Familienleben= Hier die Männer, da die Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Mar 2018 18:37:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Zatara]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hatte ich mich mit Fatima verabredet. Ich verweise für die nicht so kundigen Leser/innen meines Blogs auf die zahlreichen Beiträge zu Fatima (Im Magdolin) an verschiedenen Stellen in meinem Blog. (Bitte Stichwort &#8222;Fatima&#8220; an <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/arabisches-familienleben-hier-die-maenner-da-die-frauen/" title="arabisches Familienleben= Hier die Männer, da die Frauen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich mich mit Fatima verabredet. Ich verweise für die nicht so kundigen Leser/innen meines Blogs auf die zahlreichen Beiträge zu Fatima (Im Magdolin) an verschiedenen Stellen in meinem Blog. (Bitte Stichwort &#8222;Fatima&#8220; an der rechten Seite anklicken)</p>
<p>Fatima holte mich mit ihrem neuen Auto in der Abrahams-Herberge ab. Sie erzählte mir das sich in diesem Gebäude 1959 die erste Klasse der Talitha-Schule befand, Fatima, die ja die Talitha-Kumi-Schule besucht hat, also zunächst hier in die mitten in Beit Jala in die Schule gegangen ist. „Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Zeit“, so Fatima heute.</p>
<p>Auf dem Weg in das Dorf Zatara, das Heimatdorf von Fatima, mussten wir Bethlehem durchfahren. Wie meist war hier oft kein Durchkommen, so das wir für die etwa 20 Kilometer fast eine Stunde brauchten. Je mehr wir aus den Wohngebieten kamen konnte ich sehen wie es immer grüner wurde. Derzeit hat auch die judäische Wüste, an deren Rand Zatara liegt ein „grünes“ Frühlingskleid angezogen.</p>
<p><figure id="attachment_3758" aria-describedby="caption-attachment-3758" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3758" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/wüste-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3758" class="wp-caption-text">die judäische wüste hat ein grünes Frühlingskleid angelegt</figcaption></figure></p>
<p>Bei Fatima zu Hause war es wie immer an den Wochenenden. Die ganze Fqmilie, Kinder nebst Ehegatten und Enkelkinder waren versammelt. Zu Zeit war auch der jüngste Sohn Abdullah, der ja in Dubai lebt und wie der geneigte Leser weiß, im vorigen Jahr geheiratet hat, mit seiner Frau zu Besuch. Das „ganze Programm“ der arabischen Gastfreundschaft konnte ich genießen: arabischen Kaffee, Obst und dann gegen 16 Uhr den Lunch mit Reis und Lammfleisch und frischem (kleingehacktem) Salat. Anschließend gab es wieder Kaffee und Süßigkeiten.</p>
<p>Man ist es ja von den vielen Besuchen hier gewöhnt, aber es fällt einem immer wieder neu auf: es gibt im arabischen Haus „getrennte Welten“, beim Essen aber auch sonst. Hier die Männer und auch die männlichen Enkel, dort die Frauen (die ich also so gut wie nicht zu Gesicht bekam).</p>
<p>Ich empfinde es wirklich als etwas besonderes, das jede Gruppe so für sich ist, naturgemäß dadurch auch wenig von der anderen Gruppe erfährt. Aber hier scheint es dem jeweils anderen Geschlecht nichts auszumachen.</p>
<p><figure id="attachment_3757" aria-describedby="caption-attachment-3757" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3757" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Fatima-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Fatima-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Fatima-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Fatima-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3757" class="wp-caption-text">Fatima: eine starke Frau</figcaption></figure></p>
<p>Ich hatte die Gelegenheit darüber mit Fatima zu sprechen, die ja in vielen Dingen anders denkt (und oft auch handelt) wie es hier üblich ist. Wie ich es ja schon mehrfach beschrieben habe, ist es für Fatima oft „ein Balance-Akt“ für sich einen Weg zu finden zwischen den kulturellen Traditionen und den modernen gesellschaftlichen Erfordernissen. „Eine starke Frau ist hier in unserer arabischen Welt nicht gut“, sie wird von der Männerwelt nicht gewünscht und von den Frauen (auch ihre eigenen Töchter) wird dies vorbehaltlos akzeptiert. Sie haben halt auch andere Männer, als wie es mein ist ist. Fatima hat oft das Gefühl das hier nur das gemacht wird, was die anderen (Nachbarn) denken/sagen. Ich glaube meine Kinder sind oft nicht glücklich wenn sie erleben wie ich agiere/reagiere. Das wiederum tut mir oft weh, aber ich kann nicht anders.</p>
<p>Konkretes Beispiel gefällig? Ein guter Bekannter ihres Sohnes Abdullah war (erstmals) zu Gast. Er steckte sich eine Zigarette an, keiner der (männlichen) Familienmitglieder sagte etwas dazu. Fatima hat es (heute) auch nicht thematisiert, auch weil sie ihren Sohn Abdullah nicht kränken wollte. Es ist ihr aber schon oft passiert, dass sie in solchen Situationen offen ihre Meinung gesagt hat, was in der männlich dominierten arabischen Welt „ein no Go“ ist.</p>
<p><figure id="attachment_3756" aria-describedby="caption-attachment-3756" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3756" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Steinbruch-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Steinbruch-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Steinbruch-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Steinbruch-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3756" class="wp-caption-text">seit 4 Jahren ist der nahegelegene Steinbruch für die Anwohner ein Ärgernis an Lärm- und Staubbelastung</figcaption></figure></p>
<p>Ein anderes „Alltagsproblem“ bekam ich auch heute mit. Im Tal dröhnten laute Steinrammen. Fatima sagte mir, das dort seit 4 Jahren ein palästinensisches Unternehmen „fast rund um die Uhr“ einen Steinbruch bearbeiten lässt. Die Folge für die benachbarten Dorfbewohner: massive Lärm und Staubbelastung. Vereinzelte Versuche gerichtlich Einfluss zu nehmen scheiterten zum einen an „Schmiergeldern“ vom reichen Unternehmer gezahlt, aber eben auch an der Schwierigkeit die Anwohner zu einer gemeinsamen Protestbewegung zu gewinnen: wir haben schon so viel Probleme im Alltag, das reicht uns ist die Meinung der meisten Anwohner</p>
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		<title>Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2017 19:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich regelmäßig auch in meinem <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" title="Fatima: Unsere Kultur macht vieles schwieriger">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun habe ich Fatima (Im Magdolin) bei meinem diesjährigen Aufenthalt einen ersten Besuch abgestattet. Die regelmäßigen Leser/innen meines Blogs kennen diese starke Frau von meinen zahlreichen Begegnungen über die ich <a href="http://marius-blog.de/blog/im-magdolin/" target="_blank">regelmäßig</a> auch in meinem Blog <a href="http://marius-blog.de/blog/backstuben-hoehlen-gespraech-bei-fatima/" target="_blank">geschrieben</a> habe. Unser heutiges Treffen schloss sich, was den besonderen Erlebniswert angeht „nahtlos“ an die bisherigen Zusammenkünfte an. Es ist wirklich unglaublich welch intensive, ganz in die Tiefe gehende Gespräche ich mit dieser für mich so großartigen Frau führen kann (darf). Genauso interessant fand ich aber auch, dass auf Grund der so privaten Gesprächsinhalte, die Politik, das Thema Besatzung, heute, wenn man einmal vom Übergang am Checkpoint absieht, überhaupt keine Rolle spielte.</p>
<p><figure id="attachment_3330" aria-describedby="caption-attachment-3330" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3330" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Mauer1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3330" class="wp-caption-text">Mauer zwischen Jerusalem und Bethlehem am Checkpoint 300</figcaption></figure></p>
<p>Um Fatima zu treffen musste ich heute also auch das erste Mal durch den Bethlehemer Checkpoint 300. Während ich ja, durch die zahlreichen <a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">„Übertritte“ </a>der letzten Jahre die Situation dort gut kenne, war es für Frank, den evangelische Pastor, der mich schon vor einigen Tagen begleitet hatte, ein erstes Erlebnis, zu Fuß durch die Grenzanlage zwischen Israel und Palästina zu gehen. Obwohl man ja beim Verlassen von israelischem Gebiet naturgemäß nicht kontrolliert wird, machen die gesamte Anlage, die vielen eisernen Drehkreuze, die zahlreichen Wachtürme, wo man nicht weiß ob dort jemand sitzt und einen beobachtet, die schmalen Gittergänge, wo sich morgens in Richtung Israel tausende Palästinenser durchzwängen müssen, nachdem sie eine Stunde und länger gewartet haben, schon einen gewissen Eindruck. Frank der wohl öfters die Grenze zur ehemaligen DDR passiert hatte kamen direkt Erinnerungen auf.<br />
Fatima holte uns mit ihrem alten Renault hinter dem Checkpoint ab und wir fuhren in ihr 10 km entferntes Heimatdorf Za`tara. Schon auf der Fahrt erzählte uns Fatima ihrer grundlegenden Lebensproblematik, dass sie einerseits in vielem was sie tut, die engen Grenzen die ihr von der Tradition und der Kultur gesetzt werden, überschreitet, sie damit aber auch von vielen offen oder eben auch nur gefühlt, kritisiert wird. Wenn ihr von meinen anderen Begegnungen mit Fatima in diesem Blog lest, werdet ihr immer wieder von diesem „Zwiespalt“ in dem sich Fatima „gefangen“ fühlt lesen. Für Fatima ist es auch deshalb besonders schwer, weil sie oft auch fühlt, dass sie es durch ihr „unangepasstes“ Verhalten vor allem auch ihren Kinder und ihrem Mann sehr schwer macht. Weil diese wiederum es auch in der Begegnung mit der großen Familie spüren.</p>
<p>Fatima erzählt auch von ihrem ausgesprochen gleichmütigen Ehemann, den nichts aus der Ruhe bringt. Wenn er einen Olivenbaum bei der Terasse gießt, übersieht er die Blumen daneben, „die zu nichts nützlich sind“. Fatima ist ganz anders, sie macht sich über alles Gedanken. Auch wegen der verstorbenen Mutter, &#8211; hat sie sich zu wenig um sie gekümmert? Die Mutter verlangte stets die volle Aufmerksamtkeit ihrer Töchter, es blieb wenig Raum für eigene Gedanken oder Aktivitäten. Fatima lehnte sich dagegen auf – und hat nun ein schlechtes Gewissen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3332" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Familie-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>von links: Vater Hassan, Sohn Abdullah und Mutter FatimaUnd man trifft sich oft in einer Familie die Hunderte von Personen umfasst zu Hochzeiten (und Verlobungen) Trauerfeiern etc. Fatima die im Oktober/November wegen einer OP in Neuss war, sagt das noch heute nicht alle aus ihrer großen Verwandtschaft sie nach ihrer Rückkehr (und erfolgreichen OP) besucht hätten&#8230;.</p>
<p><figure id="attachment_3333" aria-describedby="caption-attachment-3333" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3333" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Frühstück-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3333" class="wp-caption-text">unser 2. Frühstück</figcaption></figure></p>
<p>Am Beispiel ihres jüngsten Sohnes Abdullah, der seit 8 Jahren in Dubai arbeitet und für den Fatima mit der Unterstützung ihrer Töchter seit Jahren versucht eine geeignete Frau zu finden, möchte ich im Folgenden versuchen deutlich zu machen, das es stimmt wenn Fatima sagt: „Kultur (ich würde sagen auch Tradition) macht in unsrem Leben vieles komplizierter.“ Abdullah, ein 33 jähriger junger Mann lebt in dubai alleine in einer Wohnung. Schon das ist hier ungewähnlich, weil die jungen Mnner so lange zu hause wohnen bis sie geheiratet haben. Er also wohnt, da er im Ausland arbeitet nicht mehr zu Hause. Er fühlt sich dort wohl. Wenn es nach ihm ginge, würde er jetzt gar nicht heiraten wollen. Hier aber kommt die Kultur(Tradition) zum Zuge. Es gibt keinen Grund für einen jungen Mann, das gesund ist, Arbeit hat nicht zu heiraten. Keiner aus der Familie würde das verstehen. Noch viel weniger würde man es verstehen (akzeptieren) wenn er sich zum Beispiel in eine schöne Frau in Dubai verlieben würde und mit ihr nach Palästina käme und sie seinen Eltern und seiner Familie als zukünftige Frau vorstellen würde. Es ist unvollstellbar, das würde hier keiner verstehen. Das spürt Abdullah, er akzeptiert deshalb dass es so sein muss. Er „ergibt“ sich also diesen kulturellen Zwängen. Gut, er könnte sich auch aktiver hier selbst eine Frau suchen, aber da er im Ausland arbeitet hat er die Mutter gebeten schon einmal „zu sondieren“. Erschwerend für die Suche kommt hinzu, dass die Braut außerhalb des eigenen Familien-Clans gesucht werden soll. Fatima hat auf Grund eigener schlechter Erfahrungen (ihr Mann ist ihr Cousin), ihr 5. Kind, Magdolin ist schwer behindert, ihren Kindern aufgetragen ihren Ehepartner außerhalb der Familie zu suchen.</p>
<p><figure id="attachment_3348" aria-describedby="caption-attachment-3348" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3348" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Enkel-1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3348" class="wp-caption-text">vier von 17 Enkelkindern</figcaption></figure></p>
<p>Nun war Abdullah für zwei Wochen zum Urlaub im Lande und die Mutter hatte drei mögliche (Ehe-) Frauen für ihn gesucht. Da er sich, nach ersten Kontakten mit den vorgeschlagenen Frauen noch nicht entscheiden konnte, hat er den Urlaub um eine Woche verlängert. Nun endlich ist eine Frau in die engere Wahl gekommen. Heute nun soll ein abschließendes Gespräch zwischen den beiden Familien stattfinden. Jede Familie stellt eine gleich große Delegation. Fatima (die sicherlich wortgewaltigste in ihrer Familie), ist Teil der Delegation, darf sich aber nicht äußern. Das  Gespräch führen ausschließlich die Männer. So will es die Tradition:<br />
Sollte es, wie erhofft zu keinen weiteren Schwierigkeiten kommen, wird bei diesem Treffen auch der „Goldpreis“ für die Frau vereinbart. Dann könnte, so Abdullah, &#8222;Inch Allah&#8220; in einigen Monaten Hochzeit gefeiert werden. Ich werde berichten&#8230;..</p>
<p><figure id="attachment_3334" aria-describedby="caption-attachment-3334" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3334" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Kinder1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3334" class="wp-caption-text">viele Kinder bedeutet große Wäsche oder umgekehrt&#8230;</figcaption></figure></p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Die Menschen in Nazareth mochten den Prediger Jesus nicht.</em><br />
<em> Sie wollten Worte hören, die ihren Fanatismus gegenüber Fremden befriedigten. Jesus war nicht willens, dieses Spiel mitzuspielen und ihnen dieses Vergnügen zu machen. Der Gott, über den Jesus sprach, war ein Befreier-Gott. Wenn Gott parteiisch jst, so zeigt er diese Einseitigkeit gegenüber den Armen und Unterdrückten. Jesus zerschmetterte ihr ausschließendes Gottesbild und kritisierte ihr Bibelverständnis.</em></p>
<p>Von <strong>Naim Stifan Ateek</strong> (Der Autor ist palästinensischer Pfarrer und Mitbegründer von Sabeel, dem Ökumenischen Zentrum für Palästinensische Befeiungstheologie. Er schreibt u.a., dass zwei Argumente benutzt werden, um die Gründung des israelischen Staates zu rechtfertigen: die Shoa und seit dem Krieg von 1967 die Bibel. Bestimmte Textstellen werden zur Rechtfertigung der Vertreibung des palästinensischen Volkes missbraucht, so dass die Bibel zu einem politischen Instrument geworden ist.</p>
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		<title>Giftschlangen vor der Haustüre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 May 2016 04:51:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
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					<description><![CDATA[Leser/innen die meinen Blog schon länger verfolgen, werden sich schon gefragt haben: und wann besucht er denn endlich Fatima oder wie sie in ihrer Familie heißt Im Magdolin? Ich kann ja verstehen, dass viele darauf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/giftschlangen-vor-der-haustuere/" title="Giftschlangen vor der Haustüre">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leser/innen die meinen Blog schon länger verfolgen, werden sich schon gefragt haben: und wann besucht er denn endlich <a href="http://marius-blog.de/blog/fruehstueck-bei-fatima/" target="_blank">Fatima</a> oder wie sie in ihrer Familie heißt <a href="http://marius-blog.de/blog/im-magdolin/" target="_blank">Im Magdolin</a>? Ich kann ja verstehen, dass viele darauf warten, dass ich über weiteren Besuch bei Fatima, dieser bewundernswerten Frau die mit ihrer Familie in Zataara ,am Rande der judäischen Wüste lebt, berichte. Wenn ich ehrlich bin, ich habe ich sie bereits am vergangenen Sonntag besucht, als ich von Jerusalem nach Beit Jala gewechselt bin. An diesem Tag habe ich aber, zurückblickend, über meinen Aufenthalt in der Dormitio geschrieben.</p>
<p><figure id="attachment_3018" aria-describedby="caption-attachment-3018" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3018" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-300x200.jpg" alt="macht einen sprachlos: Zufahrt für mehr als 10.000 Menschen gesperrt" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3018" class="wp-caption-text">macht einen sprachlos:<br />Zufahrt für mehr als 10.000<br />Menschen gesperrt</figcaption></figure></p>
<p>Heute war ich also zum zweiten Mal dort. Schon am Sonntag hatte ich mich gewundert, dass an der Abzweigung von der „Siedlerstrasse“ nach Zataara ein großer Erdwall die Straße versperrt. Wie ich später von Fatima hörte wurde vor einigen Wochen diese Sperre in einer nächtlichen Aktion – selbstverständlich ohne irgendwelche Begründungen &#8211; durch das israelische Militär vorgenommen.</p>
<p>&#8230;und was macht der an solche „Bestrafungsmaßnahmen“ ,aus welchem Grund auch immer, schon gewöhnte palästinensische Bürger&#8230;er erträgt e mich Gleichmut und sucht sich andere Wege. Das hier aber ein Wohngebiet von mehr als 10.000 Menschen durch eine solche Willkürmaßnahme 2abgesperrt werden soll, ist aus meiner Sicht mehr als ein Skandal, mir fehlen hier einfach die Worte. Bitte lest den aktuellen Bericht einer EAPPI-Mitarbeiterin was es heißt, wenn ein Dorf vom israelischen Militär unter <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/beit-fajjar-ein-dorf-unter-kollektiver-bestrafung/" target="_blank">&#8222;Kollektiver Bestrafung&#8220;</a> gestellt wird</p>
<p>Heute nun wurde ich von Fatima und 12 ihrer 16 Enkelkinder „empfangen“ mit der</p>
<p><figure id="attachment_3019" aria-describedby="caption-attachment-3019" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3019" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-300x214.jpg" alt="sieht sehr gefährlich aus: Kopf der Palästina-Viper" width="300" height="214" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-300x214.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-768x547.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3019" class="wp-caption-text">sieht nicht nur sehr gefährlich aus:<br />Kopf der Palästina-Viper</figcaption></figure></p>
<p>Botschaft, dass gestern direkt an ihrem Haus eine <a href="http://www.goruma.de/Wissen/Giftschlangen/P/Palaestina_Viper.html" target="_blank">„Palästina-Viper“</a> bemerkt und dann mit einem Stock getötet wurde. Schnell zeigte man mir die Blutflecken auf der Straße. Fatima hatte mir schön des Öfteren erzählt, dass es hier immer wieder vorkommt, das Schlangen bis ans Haus kommen. Aus diesem Grund hatte sie auch vor Jahren für ihre große Enkelschar ,die an den freien Tagen Freitags und Sonntags in der Regel bei ihren Gro0ßeltern zu Besuch sind &#8211; die Dachterrasse am Rand mit einem Gitter abgesichert. In den letzten Wochen wurden schon einige Schlangen gesichtet. Es wird vermutet das sich die schlangen aus der „wirklich vor der Haustüre befindlichen judäischen Wüste in das Dorf „verirren“</p>
<p>Den letzten Schlangenbiss mit tödlichem Ausgang gab es vor knapp zwei Jahren. Damals starb ein 12 jähriges Mädchen. Fatima konnte mir nicht sagen wo es hier ein Gegengift gibt. Wenn man aber um die gesamte Infrastruktur hier in Palästina weiß, auch um die Besonderheiten der Zone C in der sich Zataara befindet, dann kann man sich gut vorstellen, dass ein Biss von solchen Schlangen für den/die Betroffenen zwangsläufig das „Todesurteil“ bedeutet.</p>
<p><figure id="attachment_3021" aria-describedby="caption-attachment-3021" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3021" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-300x225.jpg" alt="Leben am Rande der Wüste" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3021" class="wp-caption-text">Leben am Rande der Wüste</figcaption></figure></p>
<p>Auch eine andere Geschichte, die mir Fatima im Verlauf des Tages erzählte, weißt auf die „normalen“ Schwierigkeiten hin die es mit sich bringen, in der Zone C zu wohnen. Wie ich an <a href="http://marius-blog.de/zonengebiet-westjordanland/" target="_blank">anderer Stelle</a> im Zusammenhang mit den verschiedenen Zonen (A-B-C) geschrieben habe hat in Zone C Israel die Polizeigewalt. Aber es gibt hier in Zataare keine Polizei. An besagter Abzweigung von der „Siedlerstrasse“ gibt es einen Wachturm, ob da immer jemand drin sitzt weiß hier keiner so genau. Dieser Zustand führt dann dazu das es hier Kriminelle gibt, die ohne sich fürchten zu müssen, zum Beispiel jahrelang auf Diebestour gehen können. Hier in Zataara gab es den Fall einer kleinen Bande, die zwar bekannt war, aber an wen wollte man sich wenden. Erst nach Jahren hatte man dann eine Frau die auch zu dem Trio gehörte mit zivilen Personen festgenommen und dann in einem privaten Auto nach Bethlehem (Zone A) zur Polizei überstellt. Wenn man dann noch hört, dass einer der Drei, für die Israelis spioniert,, wird man völlig rat- und hilflos.</p>
<p>Ansonsten habe ich aber bei der Familie einen schönen Tag verbracht, viel mit den Kindern gespielt, und mich hier und da mit leckeren palästinensische Spezialitäten (wie mit Reis gefüllte Kartoffeln, Zucchini und Auberginen) „verwöhnen“ lassen.</p>
<p><figure id="attachment_3020" aria-describedby="caption-attachment-3020" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3020" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-683x1024.jpg" alt="Fatima mit einem ihrer 16 Enkelkinder" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-3020" class="wp-caption-text">Fatima mit einem ihrer<br />16 Enkelkinder</figcaption></figure></p>
<p>Für mich, aber auch für die Familie denke ich, ein immer wieder schönes Erlebnis bei Ihnen zu Gast sein zu dürfen.</p>
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