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	<title>100 Jahre Weinberg &#8211; Frühjar 2016 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Bin wieder zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 May 2016 09:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
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					<description><![CDATA[seit gestern Nachmittag bin ich wieder in Deutschland. Wie schon bei den letzten Ausreisen war das Procedere am Ben-Gurion-Airport wirklich &#8222;erträglich&#8220;. Vier -fünf Standart-Fragen (wer hat den Koffer gepackt, Geschenke von Freunden oder ob gefährliche <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/bin-wieder-zurueck/" title="Bin wieder zurück">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>seit gestern Nachmittag bin ich wieder in Deutschland. Wie schon bei den letzten Ausreisen war das Procedere am Ben-Gurion-Airport wirklich &#8222;erträglich&#8220;. Vier -fünf Standart-Fragen (wer hat den Koffer gepackt, Geschenke von Freunden oder ob gefährliche Gegenstände mitgenommen werden), dass war es dann aber schon. Mit Einchecken und Passkontrolle hat es keine 30 Minuten gedauert bis ich im großen Wartesaal Platz nehmen konnte. Man könnte meinen alles wird gut&#8230;&#8230;.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3085" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last5natur-683x1024.jpg" alt="last5natur" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last5natur-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last5natur-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last5natur-768x1152.jpg 768w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></p>
<p>Das es eben nicht so ist &#8211; bezogen auf den großen Konflikt zwischen Israel und Palästina &#8211; konnte ich ja auch in diesen Wochen an einigen Beispielen darstellen. Das meine eigene Sicht, meine Erlebnisse natürlich nur einen kleinen Ausschnitt darstellen können wird dem Leser/der Leserin vielleicht verständlich sein. Auch wenn die gesamte Region ja nicht besonders groß ist, zeigt die nachfolgend Auflistung der <a href="http://palaestina.org/index.php?id=223" target="_blank">palästinensischen Mission </a> von Medien aus dieser Region, zu Vorfällen im Zeitraum Mitte bis Ende  April  &#8211; die mir durch die palästinensische Vertretung hier in Deutschland übermittelt wurde &#8211; wie der &#8222;Alltag&#8220; für die palästinensische Bevölkerung &#8211; unter israelischer Besatzung wirklich ist.  Wer mag kann diese Übersicht jeden Monat auf der Homepage einsehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="16">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:   Für zwei Palästinensische Gebäude geben die israelischen Truppen die Abrissverfügungen bekannt. Mindestens 18 palästinensische Familien mit ihren Häusern sind momentan in der Gegend von Abrissverfügungen bedroht. (Maan)</strong></em></li>
</ol>
<p><em><strong>Israelische Truppen zerstören einen Brunnen von Saleh Nimer im Flüchtlingslager Arroub, nördlich von Hebron. (Maan)</strong></em></p>
<ol start="17">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:    Neun Palästinenser wurden bei Razzien in der Westbank festgenommen. (Maan)</strong></em></li>
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:   Das Medienbüro von Al-Quds wurde gestürmt und durchsucht, während die Mitarbeiter mit vorgehaltenen Waffen durch die Besatzungskräfte bedroht wurden. (Maan)</strong></em></li>
</ol>
<p><em><strong>Im Zuge mehrere Razzien in der Westbank nahmen israelische Truppen sieben Palästinenser fest. (Maan)</strong></em></p>
<ol start="19">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Israelische Truppen nehmen den 19-jährigen Muhammad Abu al-Foul fest, während dieser den Grenzübergang Erez (Gaza) nach Israel passierte wollte. Er wollte zur medizinischen Behandlung in die Westbank. (Maan)</strong></em></li>
</ol>
<p><em><strong>Elf Palästinenser wurden während Razzien in benachbarten Ortschaften von Ost-Jerusalem festgenommen. Unter ihnen sind ein Mädchen und zwei Minderjährige. (Wafa)</strong></em></p>
<p><em><strong>In Rafah, südlich von Gaza, wurden vier Palästinensische Fischer festgenommen und ihre Boote beschlagnahmt</strong><strong>. (Wafa) </strong></em></p>
<p><em><strong>Ein 15 Jahre alter Junge wurde in den Oberschenkel geschossen. Dies geschah am Eingang der Ortschaft Al-Ram, nördlich von Jerusalem. (Maan)</strong></em></p>
<p><em><strong>Zehn Palästinenser wurden bei Razzien in der Westbank festgenommen. Unter ihnen sind drei Studentinnen. (Maan)</strong></em></p>
<ol start="20">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Israelische Truppen nehmen 42 Palästinenser in der Westbank fest, darunter viele im Gebiet um Al-Isawiya im besetzten Ost-Jerusalem. (Wafa)</strong></em></li>
</ol>
<p><em><strong>Zwischen Bethlehem und Hebron lässt Israel 30 Steinbrüche schließen. Davon sind 3.500 Arbeitsplätze betroffen. Die Schließungen entfalten zudem Auswirkungen auf die lokalen Industriebetriebe. (New York Times)</strong></em></p>
<ol start="21">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  16 Menschen werden durch Gummigeschosse und Tränengas während einer Militärrazzia in den Dörfern Al-Eizariya and Abu Dis im besetzten Ost-Jerusalem verletzt. (Maan) …</strong></em></li>
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Israelische Truppen geben bekannt, dass fünf Häuser der Familien Abu Rajab und Awwad in der Nähe von Silwan (Jerusalem) abgerissen werden. (Maan)</strong></em></li>
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Israelische Truppen nahmen zwei Fischer an der Küste von Gaza fest. Ihr Boot wurde beschlagnahmt. (Maan)</strong></em></li>
</ol>
<p><em><strong>Vier Palästinenser wurden im Rahmen von Razzien am frühen Morgen in der Westbank festgenommen. Die Besatzungstruppen verletzten zwei Palästinenser in Silwan. (Maan)</strong></em></p>
<p><em><strong>Die von israelischen Gefängnissen veröffentlichen Zahlen zeigen, dass die Zahl der minderjährigen inhaftierten Palästinenser von 170 im September 2015 auf 438 im Februar 2016 angestiegen ist. (Haaretz)</strong></em></p>
<ol start="25">
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Der 33-jährige Rajeh Taha wurde nach einer Razzia und Durchsuchung seines Hauses in Hebron festgenommen. (Wafa). </strong></em></li>
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  In der völkerrechtswidrigen Siedlung Mevo Dotan, in der nördlichen Westbank gelegen, legen die Siedler den Grundstein für 89 neue Wohneinheiten. (JPost) </strong></em></li>
<li><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  Israelische Truppen erschießen am Checkpoint Qalandiya die schwangere 23- jährigen Maram Abu Ismayil und ihren16-jährigen Bruder Ibrahim. Maram soll ein Messer in der Hand gehalten haben. Augenzeugen berichteten, dass ihr Körper von 15 Geschossen getroffen wurde, bevor die israelischen Soldaten auch ihren jüngeren Bruder töteten. (div.)</strong></em></li>
<li><em><em><strong><u> April</u></strong><strong>:  An einem Checkpoint der Straße 443 schossen Besatzungstruppen auf ein 14-jähriges Mädchen und verwundeten es. Sie soll angeblich einen Soldaten angegriffen haben, jedoch wurden keine Verletzungen von israelischer Seite gemeldet. (Haaretz)</strong></em></em></li>
</ol>
<p>Ich denke jedem der diese Aufstellung liest wird ein wenig das Gefühl dafür bekommen, was es für einen psychischen Druck bedeuten muss hier zu leben: ich denke dabei aber besonders an die Menschen denen ich hier begegnen durfte: Familie Nassar, Fatima mit ihrer Familie, die Familie Azzeh in Hebron.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3087" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastschluss-683x1024.jpg" alt="lastschluss" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastschluss-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastschluss-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastschluss-768x1152.jpg 768w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></p>
<p>Ih habe vor einigen Tagen &#8211; unter meiner <a href="http://marius-blog.de/interview-mit-michael-chabon-ueber-besatzung-ungerechtigkeit-und-literatur-nach-einem-besuch-der-west-bank-von-naomi-zeveloff-the-forward-24-april-2016-gekuerzt/" target="_blank">Blog-Rubrik Gastbeiträge</a> das Interview mit Michael Chabon, dem weltbekannter Autor, eingestellt, das mit diesem amerikanischen Juden im April 2016 nach einem Besuch in der Westbank gemacht wurde.</p>
<p>Mit einem Zitat aus diesem Interview möchte ich diese Blog-Reihe schließen. Ich werde  im Herbst wieder berichten, dann über meine nächste <a href="http://www.kopi-online.de/wordpress/?p=3137" target="_blank">Gruppenfahrt vom 24. Oktober bis zum 3. November</a>. ÜBER EINE TEILNAHME VON DEM EIN ODER ANDEREN LESER/LESERIN WÜRDE ICH MICH SEHR FREUEN.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>“Ich liebe Israel, es liegt mir sehr am Herzen,” sagt er. “Doch wenn man andere entmenschlicht, so entmenschlicht man sich selbst. Was hier geschieht, ist schlecht für Israel, und wenn es aufhörte, so wäre es gut für Israel.”</strong></p>
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		<title>Über was ich nicht schreibe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2016 03:31:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[arabische Speisen]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Taybeh-Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Die lieben Menschen die meinen Blog „verfolgen“ haben es vielleicht schon bemerkt&#8230;es gibt vieles was einem so an einem langen Tag begegnet, an das man denkt, was aber dann doch hier keine Erwähnung findet. Das <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ueber-was-ich-nicht-schreibe/" title="Über was ich nicht schreibe">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die lieben Menschen die meinen Blog „verfolgen“ haben es vielleicht schon bemerkt&#8230;es gibt vieles was einem so an einem langen Tag begegnet, an das man denkt, was aber dann doch hier keine Erwähnung findet.</p>
<p>Das ist zum Beispiel das Wetter hier, wie überall auf der Welt ja der ständige Begleiter, das die allgemeine Stimmung heben oder auch senken kann. Hier ist bezogen auf das Wetter die Stimmung meist gut, war doch das Wetter meist sonnig und warm, auch wenn es am vergangenen Wochenende auch schon mal richtig heiß war, mit Temperaturen über 35 °C. Aber es ist einfach wunderschön jeden Tag bei blauem Himmel die Sonne genießen zu dürfen.</p>
<figure id="attachment_3074" aria-describedby="caption-attachment-3074" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3074" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last4natur-1024x768.jpg" alt="blühender Ginster an der Altstadtmauer in Jerusalem" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last4natur-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last4natur-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/last4natur-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3074" class="wp-caption-text">blühender Ginster an der Altstadtmauer in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Auch die schöne Natur hier kommt bei meinen Berichten eher zu kurz. Natürlich ist hier auch Frühling, vieles grünt und blüht auch hier. Wobei es hier schneller geht mit dem blühen und verblühen. Schnell wird es hier trocken, denn es wird bis zum Oktober nicht mehr regnen. Also genieße es zum Beispiel den Duft des blühenden Ginsters oder die leuchtenden Blüten der Kakteen.</p>
<p>Neben der Natur gibt es aber auch noch die „Kehrseite“: der oft laute und stinkende Verkehr, das ständige Gehupe (meist nicht aggressiv, eher Achtung meinend) der oft im Stau stehenden Autofahrer/innen.</p>
<figure id="attachment_3075" aria-describedby="caption-attachment-3075" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3075" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastleer1-683x1024.jpg" alt="oftmals leere Gassen in Jerusalem" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastleer1-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastleer1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastleer1-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-3075" class="wp-caption-text">oftmals leere Gassen in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Auch schreibe ich nicht über die Touristengruppen die alles was vor die Kamera kommt, festhalten wollen. Die manchmal, bezüglich ihrer Kleidung, wenig Respekt zu haben scheinen vor den Empfindungen vieler religiöser Juden und Moslems hier. Auch die hier ständig auf Geschäfte drängende „Andenken-Wirtschaft“, ist es mir nicht wert, dass ich sie hier erwähne.</p>
<p>Aber auch von dem &#8211; was auch ich täglich (gerne) tue,- dem Essen habe ich nicht nur in dieser Blog-Einheit weniger geschrieben. Dabei habe ich so manche Falafel, mit verschiedenen Salaten, mehr oder weniger starken Soßen in einem oft „gummi-weichen“ Pitabrot genossen. Von den vielen arabisch/türkischen Kaffees ganz zu schweigen. Natürlich gab es am Abend auch mal ein (oft recht teures) Bier, sehr gerne das palästinensische Bier aus Taybeh.</p>
<figure id="attachment_3077" aria-describedby="caption-attachment-3077" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3077" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastessen-1024x683.jpg" alt="arabisches Mahl bei Fatima" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastessen-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastessen-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastessen-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3077" class="wp-caption-text">arabisches Mahl bei Fatima</figcaption></figure>
<p>Ich habe aber auch nicht erwähnt, dass ich mich hier immer, egal wo ich war, – was die Gefahr an Leib und Leben angeht &#8211; sehr sicher gefühlt habe. Überhaupt ist mein Empfinden bezüglich der Situation, hier anders als zu Hause. Hier erlebe ich die Menschen in ihrem Alltag, auf dem Weg zur Schule/Arbeit, beim Einkaufbummel, im Cafe/Restaurant. Während ich zu Hause nur die vielen Schreckensmeldungen aus dieser Region mitbekomme, ist hier ein wesentlich differenzierter Einblick möglich.</p>
<figure id="attachment_3076" aria-describedby="caption-attachment-3076" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3076" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastwein-1024x683.jpg" alt="Rot- und Weiß-Wein 2015 vom Weinberg der Familie Nassar" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastwein-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastwein-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/lastwein-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3076" class="wp-caption-text">Rot- und Weiß-Wein 2015 vom Weinberg der Familie Nassar</figcaption></figure>
<p>Schließlich habe ich, bezogen auf den Weinberg der Familie Nassar, bei den vielen Berichten zum 100 jährigen, eine, wie ich finde, wichtige Information „unterschlagen“: es gibt ihn wieder den Wein vom Weinberg.. Ich hatte im <a href="http://marius-blog.de/blog/besuch-in-der-heimat/" target="_blank">Herbst vergangenen Jahres </a>berichtet, dass wieder Tausende Weinstöcke gepflanzt wurden um, wie zuletzt in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts Wein zu produzieren. Nein, an diesen „Setzlingen“ wachsen erst in 3-4 Jahren Trauben. Aber im letzten Jahr hatte man hier Trauben gekauft, gepresst und jetzt, mit den Festbesuchern, den ersten Wein verkostet. Der Weinberg macht seinem Namen wieder alle „Ehre“. Wenn das keine gute Botschaft ist&#8230;..</p>
<p><em> </em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Mauer in Bethlehem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2016 07:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun bin ich noch einmal in Bethlehem gewesen. Von Jerusalem gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Bus 231 über Beit Jala oder mit dem Bus 234 bis zum großen Scheckpoint 300. Heute habe <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/bethlehem/" title="Die Mauer in Bethlehem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun bin ich noch einmal in Bethlehem gewesen. Von Jerusalem gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Bus 231 über Beit Jala oder mit dem Bus 234 bis zum großen Scheckpoint 300. Heute habe ich mal wieder diese zweite Möglichkeit gewählt um „auf die andere Seite“ zu kommen. Auch hatte hatte ich wieder das große Glück einen sehr komfortablen Bus „erwischt“ zu haben. Auch bezüglich der palästinensischen „Busflotte“ hat sich in den letzten Jahren viel getan. Wenn es im Friedensprozess schon keine Entwicklung gibt&#8230;</p>
<figure id="attachment_3059" aria-describedby="caption-attachment-3059" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3059" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-1024x683.jpg" alt="moderne &quot;Busflotte&quot; im 234 er zum Checkpoint" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Bus-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3059" class="wp-caption-text">moderne &#8222;Busflotte&#8220;<br />im 234 er zum Checkpoint</figcaption></figure>
<p>Ganz bewusst bin ich mal wieder zu Fuß durch die Sperranlage gegangen, wenn auch in die Richtung in der man zwar beobachtet, aber eben nicht kontrolliert wird. Auch hier gibt es die eisernen Drehkreuze, deren Metall vom hunderttausend maligen Anfassen blank und glänzend ist. Im mittleren Teil dieser mächtigen Grenzanlage, zwischen den beiden Gebäuden, hat man sogar eine kleine Grünanlage angelegt. Leider gelingt es – zu mindestens bei mir nicht- damit den insgesamt beklemmenden Eindruck &#8211; angesichts mächtiger Mauern und Wachtürme-zu „übertünchen“.</p>
<figure id="attachment_3060" aria-describedby="caption-attachment-3060" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3060" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-1024x683.jpg" alt="die &quot;Wallstreet&quot; in Bethlehem" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Wallstreet-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3060" class="wp-caption-text">die &#8222;Wallstreet&#8220; in Bethlehem</figcaption></figure>
<p>Kommt man auf die palästinensische Seite zeigt sich das übliche Bild. Man wird von wartenden Männern bedrängt: Rufe „you want Taxi to Nativity Church or Hebron“ schallen einem entgegen. Man hat den Eindruck, dass sich um die wenigen Touristen regelrecht „gestritten“ wird. Ich aber gehe mit entschuldigendem Blick weiter und nehme wieder das „Monstrum Mauer“ in all seiner Hässlichkeit und Bedrohung war. Von hier sieht man gut wie diese Mauer sich zwischen Jerusalem und Bethlehem drängt. Die Mauer von den Israelis als „Schutzwall“ bezeichnet mag psychologisch für die Israelis als Schutz gelten. Da sie aber an vielen Stellen „durchlässig“ ist, könnten arabische Terroristen ohne Probleme nach Israel gelangen. So wie es auch Tausende Palästinenser machen, die – ohne Arbeits-Permit- über die „grüne Grenze zur Arbeit nach Israel gelangen. <a href="http://marius-blog.de/blog/um-5-00-uhr-am-checkpoint-300-in-bethlehem/" target="_blank">Siehe meinen Bericht vom 21.10.2014</a>. Denn die Mauer verläuft zu 80% durch das Westjordanland und nicht auf der Grenze.</p>
<figure id="attachment_3061" aria-describedby="caption-attachment-3061" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3061" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-1024x683.jpg" alt="weltbekannt: Grafitti von Banksy" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Banksy-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3061" class="wp-caption-text">weltbekannt:<br />Grafitti von Banksy</figcaption></figure>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Banksy" target="_blank">siehe auch in Wikipädia: Banksy</a></p>
<p>Mir fällt wieder ein, dass sich gerade im letzten Jahr das <a href="http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nahost/mauer-igh.html" target="_blank">Urteil des Internationalen Gerichtshof</a> in den Haag zum 10. Mal jährte, in dem diese Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland für illegal und völkerrechtswidrig erklärt wurde. Und dann verläuft die Sperranlage ja auch noch zu 80 % auf palästinensischen Grund und Boden&#8230;.</p>
<p>Ansonsten verstärkt sich auch im Zentrum von Betlehem das Gefühl das nur wenige Touristen „hinüber“ kommen. Auch in Jerusalem hatte ich in den letzten Wochen den Eindruck dass es in der Altstadt recht leer ist. Aber hier wirkt es schon fast erschreckend. Ein schneller Blick in die Geburtskirche, die derzeit wegen umfangreicher Bauarbeiten ein wenig entstellt wirkt, bestätigt den Eindruck. Dort, wo man sonst in einer langen Schlage Stunden warten muss um in die Geburtsgrotte zu gelangen, gibt es keinen der wartet. So kann ich schnell mal einen Blick aud die Stelle werfen, die für viele Christen, so besonders ist.</p>
<p>Mit Fatima habe ich mich nach zum späten Nachmittag noch im Ewaan-Restaurant getroffen. Diese schöne Gaststätte in einem der ältesten Häuser von Betlehem, wird von einem Ehepaar geführt mit dem Fatima befreundet ist. Sie hatte es mir schon vor Jahren empfohlen. Sie haben eine für hiesige Verhältnisse besondere Küche mit vielen Speisen in „Bio-Qualität“. Aber auch hier herrscht, so die Gastgeber „die totale Leere“ und das wohl seit Monaten. Jetzt hofft man auf die Festessen zur Graduierung und eben auf den Sommer.</p>
<figure id="attachment_3064" aria-describedby="caption-attachment-3064" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3064" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-1024x683.jpg" alt="auch das &quot;beliebteste&quot; Auto der Palästinenser: der deutsche Mercedes, muss mal in die Werkstatt" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mercedes-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3064" class="wp-caption-text">auch das &#8222;beliebteste&#8220; Auto der Palästinenser: der deutsche Mercedes, muss mal in die Werkstatt</figcaption></figure>
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		<title>Ein Besuch auf dem „Gotteshügel“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 07:41:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Ramallah]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun bin ich mal wieder nach Ramallah gefahren. Am nördlichen der drei zentralen palästinensischen Bus-Stationen am Damaskus-Tor steigt man in den Bus 218/219 und nach einer Stunde Fahrtzeit erreicht man die palästinensische „Hauptstadt“. Auf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-besuch-auf-dem-gotteshuegel/" title="Ein Besuch auf dem „Gotteshügel“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun bin ich mal wieder nach Ramallah gefahren. Am nördlichen der drei zentralen palästinensischen Bus-Stationen am Damaskus-Tor steigt man in den Bus 218/219 und nach einer Stunde Fahrtzeit erreicht man die palästinensische „Hauptstadt“. Auf etwa der Hälfte der Strecke passiert man den größten Checkpoint zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten Qalandia. Er sieht hier aus wie eine Festung: die bis zu 8 Meter hohe Mauer mit</p>
<figure id="attachment_3050" aria-describedby="caption-attachment-3050" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3050" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/qalandia-300x225.jpg" alt="der größte Checkpoint: Qalandia" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/qalandia-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/qalandia.jpg 584w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3050" class="wp-caption-text">der größte Checkpoint:<br />Qalandia</figcaption></figure>
<p>Wachtürmen, Stacheldraht, Drehkreuze und Metalldetektoren, die Tausende von Palästinensern alltägliche passieren. Die israelische Regierung hat verschiedene Arten von Genehmigungen (Permits) geschaffen diese Grenze zu passieren: zum Beten, zum Studieren, zum Arbeiten, und Zugang medizinischen Leistungen in Jerusalem. Die einzigen palästinensischen Bürger der Westbank die &#8211; seit einiger Zeit- keine besondere Erlaubnis brauchen, um die Checkpoints zu passieren sind Frauen über 50 und Männer über 55 Jahre, wenn sie eine „Sicherheitsüberprüfung“ bestanden haben.</p>
<p>Ramallah (wörtlich: „Gotteshügel“) liegt 16 Kilometer nördlich von Jerusalem und ist das Zentrum des Westjordanlands. Die Stadt dient &#8211; gemeinsam mit ihrer Nachbargemeinde Al Bireh &#8211; als Regierungssitz der Palästinensischen Autonomiebehörde.</p>
<p>Ich hatte mich in Ramallah mit Tessa, der Tochter einer ehemaligen Kollegin verabredet die hier seit mehr als 2 Jahren bei einer kleinen NGO arbeitet. hr Chef, hat sich seit Jahren damit beschäftigt Nachweise zu erbringen das und wie die Israelis Handelsabkommen die sie mit der EU abgeschlossen haben, auch auf anderen Gebieten,</p>
<figure id="attachment_3052" aria-describedby="caption-attachment-3052" style="width: 200px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3052" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ampel1-200x300.jpg" alt="eine schöne Idee: gesehen gestern in Ramallah" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ampel1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ampel1-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ampel1-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption id="caption-attachment-3052" class="wp-caption-text">eine schöne Idee:<br />gesehen gestern in Ramallah</figcaption></figure>
<p>so zum Beispiel bei Waren die hier im Westjordanland erstellt werden, anwenden und so zum Beispiel Zollbeschränkungen umgehen. Ich habe in meinem Blog vom <a href="http://marius-blog.de/blog/frustriert-und-ohne-perspektive-palaestinas-jugend/" target="_blank">30.10.2015 </a>berichtet. Tessa wird in einigen Wochen „ihre Zelte hier abbrechen.“ Rückblickend waren die Erfahrungen die sie hier machen konnte sehr wertvoll für sie, für ihr zukünftiges Leben, aber sie spürt nun, dass sie „ausgelaugt“ ist. Das Schicksal der Menschen hier geht ihr sehr nahe, zu oft zu nahe. Dann komme immer mehr Wut auf bei ihr, auf die Bestimmungen und das Verhalten der israelischen Besatzungsmacht, aber auch auf die palästinensische Autonomiebehörde, die sich in Vielem scheinbar „gut eingerichtet hat“. Bei diesen besonderen Verhältnissen hier spüre sie um sehr mehr, dass es so gut wie keine Möglichkeiten des relaxen gibt, keine Grünanlage beispielsweise, wo man sich mal zum Erholen zurück ziehen.</p>
<figure id="attachment_3053" aria-describedby="caption-attachment-3053" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3053" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ramallah-1024x683.jpg" alt="die &quot;Prachtstraße&quot; von Ramallah: die Main - oder nach der dort befindlichen Eisdiele Rukap Street genannt" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ramallah-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ramallah-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Ramallah-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3053" class="wp-caption-text">die &#8222;Prachtstraße&#8220; von Ramallah: die Main &#8211; oder nach der dort befindlichen Eisdiele Rukap Street genannt</figcaption></figure>
<p>Nach unserem Gespräch bin ich noch ein wenig durch die Stadt gewandert. Zum einen fällt auf, dass an allen Ecken gebaut wird, wobei viele Gebäude leer stehen also für die meisten Menschen hier nicht bezahlbar sind. Es fällt auch auf das an vielen Stelle es große elektronische Werbemonitore gibt (groß wie ein Handballtor!), auch sonstige Werbeplakate in unglaubliche Größe „verunstalten“ das ansonsten vielfach schöne Stadtbild doch ein wenig. Derzeit gibt es in Palästina an den Schulen und Universitäten</p>
<figure id="attachment_3051" aria-describedby="caption-attachment-3051" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3051" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Studium-300x199.jpg" alt="groß gefeiert in Palästina: Die &quot;Graduierung&quot;" width="300" height="199" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Studium-300x199.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Studium.jpg 448w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3051" class="wp-caption-text">groß gefeiert in Palästina:<br />Die Graduierungsfeier an der Uni in Betlehem</figcaption></figure>
<p>die Abschlussfeierlichkeiten, hier Graduierung genannt. Da sieht man viele junge Menschen mit ihren großen (glücklich) Familien, wie heute zum Beispiel in der bekannten <a href="https://de.foursquare.com/v/rukab-ice-cream/50e077d9e4b05f3e8f36c5a7" target="_blank">Eisdiele „Rukab“,</a> auf dem Kopf das mir aus Amerika bekannte schwarze Hütchen. Doch gleich denkt man, was kommt danach, nach dem Studium. Jedes Jahr machen Tausende hier einen Abschluss, doch die palästinensische Wirtschaft hier bietet allenfalls nur einem Drittel der Akademiker einen Arbeitsplatz an: also wird man Taxifahrer&#8230;. oder bei den jungen Frauen, es wird geheiratet und Kinder werden geboren</p>
<p><em> </em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Am „Nakba-Tag“ 2016 im Jerusalemer Flüchtlingscamp: Shu`fat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2016 06:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingscamp]]></category>
		<category><![CDATA[Nakba]]></category>
		<category><![CDATA[shu`fat]]></category>
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					<description><![CDATA[Als ich 2012 zum ersten Mal für längere Zeit in Palästina war, habe ich den Begriff „die Nakba“ zum ersten Mal gehört. Er meint übersetzt, die „Katastrophe“ und erinnert an jedem 15 Mai an Flucht <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/am-nakba-tag-2016-im-jerusalemer-fluechtlingscamp-shufat/" title="Am „Nakba-Tag“ 2016 im Jerusalemer Flüchtlingscamp: Shu`fat">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich 2012 zum ersten Mal für längere Zeit in Palästina war, habe ich den Begriff „die Nakba“ zum ersten Mal gehört. Er meint übersetzt, die „Katastrophe“ und erinnert an jedem 15 Mai an Flucht und Vertreibung von mehr als 700.000 Araber während der israelischen Unabhängigkeitskrieg 1947-1949.</p>
<figure id="attachment_3037" aria-describedby="caption-attachment-3037" style="width: 200px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3037" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-200x300.jpg" alt="das aktuelle Aktionsplakat 2016" width="200" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-768x1152.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Aktionsplakat-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption id="caption-attachment-3037" class="wp-caption-text">das aktuelle<br />Aktionsplakat 2016</figcaption></figure>
<p>Der Tag des 14. Mai 1948 sah den Abzug der letzten britischen Truppen aus Palästina und gleichzeitig die Gründung des Staates Israel. In den Monaten vor und nach diesem Tag (Dezember 1947 bis Dezember 1948) wurden vom israelischen Militär rund 750,000 – 800,000 Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat in die Nachbarländer vertrieben und zu Flüchtlingen gemacht. Sie haben ihr Land nicht freiwillig verlassen, wie es die israelische Regierungspropaganda der Welt jahrelang vortäuschte. Sie wurden zu einem großen Teil gezwungen – durch Einschüchterung, Drohungen, Terror, Vergewaltigungen, Tötungen, Massaker (u.a. Deir Yassin, Dawazmeh, Tantura) – Hals über Kopf zu fliehen: Aus 531 Dörfern und 11 Städten, unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gut: 296,000 ha Landes mit Feldern, Olivenhainen und Zitrusplantagen, 73,000 Wohnräumen, 7,800 Läden und Werkstätten, ihres Bestands an Vieh und Landwirtschaftsgeräten, ihrer gesamten Bankguthaben im Werte bis zu 5 Millionen palästinensischen Pfunds. Mehr als palästinensische 500 Dörfer wurden in Israel anschließend zerstört.</p>
<p>Während die Israelis am vergangenen Donnerstag ihren Unabhängigkeitstag (Independence Day“ ) gefeiert haben, begehen die Palästinenser am heutigen 15. Mai nun schon zum 68. Mal den Tag an dem der Katastrophe, der &#8222;Nakba&#8220;, an ihre Vertreibung gedacht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus nachvollziehbaren Gründen habe mich heute in das Jerusalemer „Flüchtlingslager“ Shuh`fat begeben<em>.</em></p>
<figure id="attachment_3038" aria-describedby="caption-attachment-3038" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3038" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-300x225.jpg" alt="das Camp liegt hinter einer 8 m hohen Mauer Jerusalem ist geteilt, wie einst Berlin" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Mauer1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3038" class="wp-caption-text">das Camp liegt hinter einer 8 m hohen Mauer<br />Jerusalem ist geteilt, wie einst Berlin</figcaption></figure>
<p><em>Shu&#8217;fat ist </em><em>kein Camp oder Lager wie man es sich vorstellt. Es ist ein Ort der über die </em><em>Jahre zur Stadt gewachsen ist. Das Camp wurde 1965 etabliert und ist für ca. 3&#8217;000 Menschen gebaut worden. Heute hat Shu&#8217;fat ca. 40&#8217;000 Einwohner, davon sind 12&#8217;500 offiziell als Flüchtlinge registriert, Schätzungen gehen jedoch bis auf 20&#8217;000. Tatsächlich wohnen tausende Menschen nicht als Flüchtlinge in diesem Ort, sondern sind &#8222;freiwillig&#8220; dorthin gezogen, es ist schlicht der einzige Ort in Jerusalem den sich die Leute noch leisten können.</em></p>
<p><em> </em></p>
<figure id="attachment_3039" aria-describedby="caption-attachment-3039" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3039" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-300x200.jpg" alt="Shu&#96;fat &quot;erstickt&quot; im Müll" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Müll-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3039" class="wp-caption-text">Shu`fat &#8222;erstickt&#8220; im Müll</figcaption></figure>
<p><em>Der Stadtteil ist dementsprechend überbevölkert und sprengt die ganze Infrastruktur. Durch die stetige Migration und durch den Familienzuwachs wurden viele neue Häuser gebaut oder vergrössert. Da es für die Palästinenser fast unmöglich ist eine Baubewilligung zu bekommen wurde einfach gebaut, daher haben viele Wohnblöcke und Wohneinheiten einen Abrissbefehl da diese als illegal deklariert wurden. Für solche die sich für den legalen Weg entscheiden wird es eine reine Vermögensfrage, denn die meisten Familien können sich keine Baubewilligung leisten. Allein die Beantragung einer Bewilligung kostet etwa 50&#8217;000 Dollar, wird der Antrag zurückgewiesen, ist das Geld verloren.  </em>(aus <a href="http://westbank-calling.blogspot.co.il/p/shufat-fluchtlingslager-refugee-camp.html" target="_blank">westbank-blog</a>, hier könnt ihr auch weitere Fotos ansehen)</p>
<p>Das Camp erreicht man mit der Palästinensischen Buslinie 207 vom Damaskustor. Das</p>
<figure id="attachment_3040" aria-describedby="caption-attachment-3040" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3040" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-300x200.jpg" alt="in direkter Nachbarschaft: jüdische Siedlung" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nachbarschaft-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3040" class="wp-caption-text">in direkter Nachbarschaft (hinter der Mauer):<br />jüdische Siedlung</figcaption></figure>
<p>Lager (der Stadtteil) wirkt auf mich total schmutzig, wie ihr in dem von mir verlinkten Westbank-Blog lesen könnt, gibt es hier weder Müllabfuhr, keine Straßenreinigung, keine Polizei. Insgesamt macht das „Lager“ auf mich den Eindruck als seien die Bewohner von jeder staatlichen Ordnung verlassenen auf sich allein gestellt. Natürlich gibt es dort auch die Gebäude der UNWRA der UN-Behörde für die Palästinensischen Flüchtlinge. Die Personen die einem begegnen wirken – im Gegensatz zu den Menschen beispielsweise in Bethlehem oder</p>
<figure id="attachment_3044" aria-describedby="caption-attachment-3044" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3044" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-300x225.jpg" alt="Karikatur im Flüchtlingslager in Betlehem (Dheishe)" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/dehaische.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3044" class="wp-caption-text">Karikatur im Flüchtlingslager in Betlehem (Dheishe)</figcaption></figure>
<p>Ramallah &#8211; abweisend, oft aggressiv. Besonders Kinder sind mir gegenüber oft distanzlos, ja sie betteln und reagieren gereizt, aggressiv, wenn ich ihre Wünsche nach Schekel nicht erfülle. Ich sah einen Mopedfahrer, der mit &#8222;irrer Geschwindigkeit durch die schmale Straße fuhr, dabei ein junges Mädchen anfuhr, kurz hielt&#8230;und dann weiter fuhr. Ich versuchte das Mädchen zu fragen ob sie sich verletzt habe, sie aber ging, humpelt, und weinet weiter. Alles in allem eine schreckliche Situation in diesem Camp. Alle wissen, dass gerade die Flüchtlingslägern oft die &#8222;Geburtsstätten&#8220; von Hass und Gewalt sind. Bei allem Respekt vor den Menschen und Organisationen die sich hier um die Menschen bemühen, es müsste jedoch viel, viel mehr geschehen.</p>
<figure id="attachment_3036" aria-describedby="caption-attachment-3036" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3036" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-683x1024.jpg" alt="Der Schlüssel&quot; als Erinnerung an den Wunsch der Rückkehr gesehen in Abu Dis" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Nakba1-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-3036" class="wp-caption-text">Der Schlüssel&#8220; als Erinnerung an den Wunsch der Rückkehr gesehen in Abu Dis</figcaption></figure>
<p>Nachtrag zum Nakba-Tag:<br />
Seit 2012 verbietet, im Übrigen, ein israelisches Gesetz in Israel offizielle Zeremonien zum Gedenken an das palästinensische Flüchtlingsproblem. Wer trotzdem den Nakba-Tag begeht, riskiert die Streichung von staatlichen Förderungsgeldern. Die umstrittene Rechtsprechung hatte einen kontraproduktiven Effekt. Es gibt heute nicht weniger Nakba-Veranstaltungen, sondern mehr.</p>
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		<title>Ein kleines (palästinensisches) &#8222;Wunder&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/ein-kleines-palaestinensisches-wunder/</link>
					<comments>https://marius-blog.de/blog/ein-kleines-palaestinensisches-wunder/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 May 2016 06:19:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Talitha Kumi]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute will ich nur eine kleine -sehr persönliche- Geschichte erzählen: Seit vergangenen Sonntag war ich im Gästehaus der Talitha Kumi Schule untergebracht. Ich habe schon mehrfach über diese Schule die vom Berliner Missionswerk geführt wird <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ein-kleines-palaestinensisches-wunder/" title="Ein kleines (palästinensisches) &#8222;Wunder&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute will ich nur eine kleine -sehr persönliche- Geschichte erzählen:</p>
<p>Seit vergangenen Sonntag war ich im Gästehaus der Talitha Kumi Schule untergebracht. Ich habe schon mehrfach über diese Schule die vom <a href="https://www.berliner-missionswerk.de" target="_blank">Berliner Missionswerk</a> geführt wird berichtet. Heute nun bin ich wieder &#8222;auf die andere Seite&#8220; nach Jerusalem gewechselt.<br />
Am vergangenen Sonntag habe ich von der Dormitio kommend noch ein Taxi benutzt, da ich noch schweres Gepäck hatte, da ich für den Weinberg 100 Büchlein des AphorismA-Verlages mit dem Interview <a href="http://marius-blog.de/blog/besuch-in-der-heimat/" target="_blank">mit Amal Nassar </a>mitgebracht hatte. Die Taxifahrt kostete 120 Shekel.</p>
<figure id="attachment_3029" aria-describedby="caption-attachment-3029" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3029" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Talitha-300x200.jpg" alt="altes Schultor von Talitha Kumi in Jerusalem" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Talitha-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Talitha-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Talitha-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3029" class="wp-caption-text">altes Schultor von Talitha Kumi in Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Heute also bin ich mit dem palästinensischen Bus 231 gefahren der regelmäßig vom Damaskustor in Jerusalem nach Bethlehem fährt. Er hält unmittelbar am Schultor von Tanita Kumi. Die Fahrt kostet 7,5 (!) Shekel. In Jerusalem bin ich nun bis zur meiner Abreise am 19. Mai im <a href="http://www.deutsches-hospiz.de/de/" target="_blank">&#8222;deutschen Hospiz&#8220;</a> untergebracht. Hier war ich auch schon im hebst 2015 für einige Tage Gast. Es liegt ein wenig außerhalb der Altstadtmauern, in dem früher viele Deutsche (&#8222;Templer&#8220;) aus dem schwäbischen rahm angesiedelt haben. Deshalb nennt man dieses Gebiet in Jerusalem auch &#8222;Deutsche Kolonie&#8220;.</p>
<p>Nun aber komme ich zu der Geschichte die ich heute erzählen wollte. Ich war also hier angekommen und packte Miene Sachen aus. Irgendwann suchte ich nach meinem Geldbörse. Alles suchen half nichts, ich hatte sie wohl verloren, vermutlich im Bus, denn da hatte ich ja noch Geld für die Fahrkarte entnommen. Ich brauche keinem uzu erzählen welche Gedanken mir kamen, vor allem aber Ärger über die eigene Dummheit.</p>
<p>Ich machte mich sogleich auf den Weg zum Damaskustor (etwa 2 km von meiner</p>
<figure id="attachment_3030" aria-describedby="caption-attachment-3030" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3030" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Blicktalita-300x225.jpg" alt="Blick in ein schönes Tal von Talitha Kumi aus" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Blicktalita-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Blicktalita-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Blicktalita-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3030" class="wp-caption-text">Blick in ein schönes Tal<br />von Talitha Kumi aus</figcaption></figure>
<p>Unterkunft entfern). Dort ist der zentrale Busbahnhof. Dort wollte ich fragen.  Am Busbahnhof angekommen fragte ich den Fahrer der Linie 231 mit der ich auch gefahren war, sagte Uhrzeit und Haltestelle meiner Fahrt. Leider konnte ich nicht, wie gewünscht meine Fahrkarte zeigen, denn die war ja im Portmonee :-). Aber nachdem einige weitere Fahrer hinzugezogen waren, zeigte man mir den Bus (nebst Fahrer) mit dem ich vor einigen Stunden gekommen war. Als ich ihm von meinem Verlust erzählte, leuchteten seine Augen auf: ja er habe meine Geldbörse gefunden und schon in der kleinen Zentrale abgegeben. Könnt ihr Euch meine Reaktion vorstellen: wahrscheinlich nicht&#8230;</p>
<p>Ich habe den Busfahrer umarmt und ihn rechts und links einen Kuss auf die Wangen gedrückt: Erleichterung, totale Freude aber auch Rührung befielen mich gleichzeitig.</p>
<p>Eine wunderbare Geschichte von einem Land, von Menschen, die ich in nun mehr 4 Jahren, mit vielen Begegnungen kennen lernen dürfte.</p>
<figure id="attachment_3031" aria-describedby="caption-attachment-3031" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3031" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Kaktus-1024x683.jpg" alt="ein kleines Wunder" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Kaktus-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Kaktus-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Kaktus-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3031" class="wp-caption-text">ein kleines Wunder</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Giftschlangen vor der Haustüre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 May 2016 04:51:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Im Magdolin]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>
		<category><![CDATA[Zataara]]></category>
		<category><![CDATA[Zonen]]></category>
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					<description><![CDATA[Leser/innen die meinen Blog schon länger verfolgen, werden sich schon gefragt haben: und wann besucht er denn endlich Fatima oder wie sie in ihrer Familie heißt Im Magdolin? Ich kann ja verstehen, dass viele darauf <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/giftschlangen-vor-der-haustuere/" title="Giftschlangen vor der Haustüre">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leser/innen die meinen Blog schon länger verfolgen, werden sich schon gefragt haben: und wann besucht er denn endlich <a href="http://marius-blog.de/blog/fruehstueck-bei-fatima/" target="_blank">Fatima</a> oder wie sie in ihrer Familie heißt <a href="http://marius-blog.de/blog/im-magdolin/" target="_blank">Im Magdolin</a>? Ich kann ja verstehen, dass viele darauf warten, dass ich über weiteren Besuch bei Fatima, dieser bewundernswerten Frau die mit ihrer Familie in Zataara ,am Rande der judäischen Wüste lebt, berichte. Wenn ich ehrlich bin, ich habe ich sie bereits am vergangenen Sonntag besucht, als ich von Jerusalem nach Beit Jala gewechselt bin. An diesem Tag habe ich aber, zurückblickend, über meinen Aufenthalt in der Dormitio geschrieben.</p>
<figure id="attachment_3018" aria-describedby="caption-attachment-3018" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3018" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-300x200.jpg" alt="macht einen sprachlos: Zufahrt für mehr als 10.000 Menschen gesperrt" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Sperre-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3018" class="wp-caption-text">macht einen sprachlos:<br />Zufahrt für mehr als 10.000<br />Menschen gesperrt</figcaption></figure>
<p>Heute war ich also zum zweiten Mal dort. Schon am Sonntag hatte ich mich gewundert, dass an der Abzweigung von der „Siedlerstrasse“ nach Zataara ein großer Erdwall die Straße versperrt. Wie ich später von Fatima hörte wurde vor einigen Wochen diese Sperre in einer nächtlichen Aktion – selbstverständlich ohne irgendwelche Begründungen &#8211; durch das israelische Militär vorgenommen.</p>
<p>&#8230;und was macht der an solche „Bestrafungsmaßnahmen“ ,aus welchem Grund auch immer, schon gewöhnte palästinensische Bürger&#8230;er erträgt e mich Gleichmut und sucht sich andere Wege. Das hier aber ein Wohngebiet von mehr als 10.000 Menschen durch eine solche Willkürmaßnahme 2abgesperrt werden soll, ist aus meiner Sicht mehr als ein Skandal, mir fehlen hier einfach die Worte. Bitte lest den aktuellen Bericht einer EAPPI-Mitarbeiterin was es heißt, wenn ein Dorf vom israelischen Militär unter <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/beit-fajjar-ein-dorf-unter-kollektiver-bestrafung/" target="_blank">&#8222;Kollektiver Bestrafung&#8220;</a> gestellt wird</p>
<p>Heute nun wurde ich von Fatima und 12 ihrer 16 Enkelkinder „empfangen“ mit der</p>
<figure id="attachment_3019" aria-describedby="caption-attachment-3019" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3019" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-300x214.jpg" alt="sieht sehr gefährlich aus: Kopf der Palästina-Viper" width="300" height="214" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-300x214.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf-768x547.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/schlangenkopf.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3019" class="wp-caption-text">sieht nicht nur sehr gefährlich aus:<br />Kopf der Palästina-Viper</figcaption></figure>
<p>Botschaft, dass gestern direkt an ihrem Haus eine <a href="http://www.goruma.de/Wissen/Giftschlangen/P/Palaestina_Viper.html" target="_blank">„Palästina-Viper“</a> bemerkt und dann mit einem Stock getötet wurde. Schnell zeigte man mir die Blutflecken auf der Straße. Fatima hatte mir schön des Öfteren erzählt, dass es hier immer wieder vorkommt, das Schlangen bis ans Haus kommen. Aus diesem Grund hatte sie auch vor Jahren für ihre große Enkelschar ,die an den freien Tagen Freitags und Sonntags in der Regel bei ihren Gro0ßeltern zu Besuch sind &#8211; die Dachterrasse am Rand mit einem Gitter abgesichert. In den letzten Wochen wurden schon einige Schlangen gesichtet. Es wird vermutet das sich die schlangen aus der „wirklich vor der Haustüre befindlichen judäischen Wüste in das Dorf „verirren“</p>
<p>Den letzten Schlangenbiss mit tödlichem Ausgang gab es vor knapp zwei Jahren. Damals starb ein 12 jähriges Mädchen. Fatima konnte mir nicht sagen wo es hier ein Gegengift gibt. Wenn man aber um die gesamte Infrastruktur hier in Palästina weiß, auch um die Besonderheiten der Zone C in der sich Zataara befindet, dann kann man sich gut vorstellen, dass ein Biss von solchen Schlangen für den/die Betroffenen zwangsläufig das „Todesurteil“ bedeutet.</p>
<figure id="attachment_3021" aria-describedby="caption-attachment-3021" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3021" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-300x225.jpg" alt="Leben am Rande der Wüste" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/wüste-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3021" class="wp-caption-text">Leben am Rande der Wüste</figcaption></figure>
<p>Auch eine andere Geschichte, die mir Fatima im Verlauf des Tages erzählte, weißt auf die „normalen“ Schwierigkeiten hin die es mit sich bringen, in der Zone C zu wohnen. Wie ich an <a href="http://marius-blog.de/zonengebiet-westjordanland/" target="_blank">anderer Stelle</a> im Zusammenhang mit den verschiedenen Zonen (A-B-C) geschrieben habe hat in Zone C Israel die Polizeigewalt. Aber es gibt hier in Zataare keine Polizei. An besagter Abzweigung von der „Siedlerstrasse“ gibt es einen Wachturm, ob da immer jemand drin sitzt weiß hier keiner so genau. Dieser Zustand führt dann dazu das es hier Kriminelle gibt, die ohne sich fürchten zu müssen, zum Beispiel jahrelang auf Diebestour gehen können. Hier in Zataara gab es den Fall einer kleinen Bande, die zwar bekannt war, aber an wen wollte man sich wenden. Erst nach Jahren hatte man dann eine Frau die auch zu dem Trio gehörte mit zivilen Personen festgenommen und dann in einem privaten Auto nach Bethlehem (Zone A) zur Polizei überstellt. Wenn man dann noch hört, dass einer der Drei, für die Israelis spioniert,, wird man völlig rat- und hilflos.</p>
<p>Ansonsten habe ich aber bei der Familie einen schönen Tag verbracht, viel mit den Kindern gespielt, und mich hier und da mit leckeren palästinensische Spezialitäten (wie mit Reis gefüllte Kartoffeln, Zucchini und Auberginen) „verwöhnen“ lassen.</p>
<figure id="attachment_3020" aria-describedby="caption-attachment-3020" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3020" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-683x1024.jpg" alt="Fatima mit einem ihrer 16 Enkelkinder" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Fatima-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-3020" class="wp-caption-text">Fatima mit einem ihrer<br />16 Enkelkinder</figcaption></figure>
<p>Für mich, aber auch für die Familie denke ich, ein immer wieder schönes Erlebnis bei Ihnen zu Gast sein zu dürfen.</p>
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		<title>Daoud Nassar: „Es geht doch nur um ein Stück Land“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 May 2016 06:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nun stand zum Ende des viertägigen internationalen Begegnungsfestes auf dem Weinberg eine Abschlussfeier auf dem Programm. Im Laufe der Tage waren weitere Gäste aus Norwegen, Schottland, Dänemark, der Schweiz, Schweden und einige auch aus <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/daoud-nassar-es-geht-doch-nur-um-ein-stueck-land/" title="Daoud Nassar: „Es geht doch nur um ein Stück Land“">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nun stand zum Ende des viertägigen internationalen Begegnungsfestes auf dem Weinberg eine Abschlussfeier auf dem Programm. Im Laufe der Tage waren weitere Gäste aus Norwegen, Schottland, Dänemark, der Schweiz, Schweden und einige auch aus Deutschland angereist, so das VertreterInnen aus fast 10 Nationen hier anwesend waren.</p>
<p>Zum Abschlussfest hatten sich auch weitere Mitglieder der großen Familie Nassar eingefunden. Wie schon berichtet: es fehlten -wegen nicht erfolgter Einladung- die „offiziellen“ Gäste.</p>
<figure id="attachment_3007" aria-describedby="caption-attachment-3007" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3007" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie1-1024x768.jpg" alt="Familie Nassar aus Bethlehem ihr gehört der Weinberg seit nun mehr 100 Jahren" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3007" class="wp-caption-text">Familie Nassar aus Bethlehem<br />ihr gehört der Weinberg seit nun mehr 100 Jahren</figcaption></figure>
<p>So begann dann gegen 16 Uhr &#8211; vor der Kulisse der Siedlung Newe Daniel ! &#8211; eine zweistündige Veranstaltung, die den anwesenden etwa 200 Zuschauern viel von dem Gefühl vermittelte, das sich bei allen Menschen, die mit dem Zelt der Völker jemals in Berührung kamen, einstellt. Es war eine bunte Mischung von Musik, Tanz und</p>
<p>Wortbeiträgen. In kurzen Statements äußerten sich die Familienmitglieder, aber auch internationale Freunde sowie Volontäre zum Weinberg und der besonderen Bedeutung für einen jeden. Musik machte zwei junge Palästinenser auf traditionellen Instrumenten, die Bläsergruppe Brass for Peace und eine Köln/Bonner Gruppe „Grenzenlos“ die unter anderem das schöne Lied der Kölner Mundartgruppe <a href="http://www.blaeckfoeoess.de/texte/stammbaumtext.html" target="_blank">„Black Föös“: <em>Stammbaum</em> </a>spielte. Hier heißt in einer Strophe bezogen auf diese Region ganz sinnig (auf Kölsch):</p>
<figure id="attachment_3005" aria-describedby="caption-attachment-3005" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3005" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/grenzenlos-300x225.jpg" alt="die &quot;mit-Sing-Gruppe aus Köln/Bonn: &quot;Grenzenlos&quot;" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/grenzenlos-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/grenzenlos-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/grenzenlos-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3005" class="wp-caption-text">die &#8222;mit-Sing-Gruppe&#8220; aus Köln/Bonn:<br />&#8222;Grenzenlos&#8220;</figcaption></figure>
<p><strong><em>Ich ben us Palermo,braat Spaghettis für üch met.</em></strong></p>
<p><strong><em>Un ich wor ne Pimock, hück laach ich met üch met.</em></strong></p>
<p><strong><em>Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist,</em></strong></p>
<p><strong><em>mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich </em></strong></p>
<p>Ich hoffe ihr versteht diese internationale Sprache J</p>
<p>Dann tanzte nach arabischen Klängen eine Gruppe aus Beit Sahur, aber auch eine</p>
<figure id="attachment_3006" aria-describedby="caption-attachment-3006" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3006" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/arabischeMusik-300x200.jpg" alt="junge palästinensische Musiker mit arabischer Zittre und" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/arabischeMusik-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/arabischeMusik-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/arabischeMusik-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3006" class="wp-caption-text">junge palästinensische Musiker mit arabischer Zittre und</figcaption></figure>
<p>Gruppe von internationalen Teilnehmern des Workshops, die in drei Tagen schöne palästinensische Tänze gelernt hatten. Zum Abschluss sprach eine evangelische Pfarrerin aus der Region den Segen und wünschte der Familie Nassar, aber auch allen Menschen hier und in der Nachbarschaft Frieden und Aussöhnung.</p>
<p>Alles in Allem ein wirklich gelungenes Fest. Es passte nach meiner Meinung zu diesem besonderen Projekt das es ein besonderes Gedenken gab: eben keine Prominenz, keine langatmigen –gefühlsarme- Reden, keinen Sektempfang und mehr. Nein hier gab anschließend arabische „Leckereien“ und&#8230;.Tee.</p>
<figure id="attachment_3009" aria-describedby="caption-attachment-3009" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3009" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tanzgruppe2-1024x683.jpg" alt="Tanzgruppe aus Beit Sahur" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tanzgruppe2-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tanzgruppe2-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Tanzgruppe2-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3009" class="wp-caption-text">Tanzgruppe aus Beit Sahur</figcaption></figure>
<p>Das alles vor der Kulisse einer jüdischen Siedlung wo etwa 1 km entfernt – gut erkennbar – die jüdischen Bewohner von Neve Daniel ein Fest anlässlich des 68. Gründungstages Israels feierten.</p>
<p>Kurz vor dem Fest hatten sich Vertreter der hier anwesenden Länder mit Daoud zusammengesetzt. Es ging dabei vor allem um die Frage wie es mit der Unterstützung des Tent of Nations in den verschiedenen Ländern weiter geht (gehen kann). Daoud bat um Verständnis, dass die „Öffentlichkeitsarbeit“ zum Tent of Nations frei sein soll von irgendwelchen Meldungen, die in der israelischen Militärverwaltung, aber auch bei jüdischen (Siedler-)Gruppen als Provokation verstanden werden (können). Als Beispiel nannte er die Neuanpflanzung von Obstbäumen auf dem Land im Tal, wo vor genau 2 Jahren in einer morgendlichen „Blitzaktion“ Hunderte von großen Obstbäumen zerstört und untergegegraben wurden. Er möchte diesen Vorgang der Neuanpflanzung nicht an die „große Glocke“ hängen, weil dies garantiert an anderer Stelle eine Gegenreaktion provoziert. „<strong><em>Es geht doch nur um ein Stück Land, das mein Großvater vor Hundert Jahren gekauft hat, und auf dem meine Familie weiter leben möchte.“</em></strong></p>
<p>Wenn man hier hört, dass es jüdischen Facebook-Gruppen gibt wo eine massive Hetze gegen den Weinberg betrieben wird, das scheinbar alles, was hier geschieht, genau beobachtet wird, dann habe ich großes Verständnis für die Sorgen und Ängste der Familie Nassar, das unbedachte Meldungen eher das schon schwierige Leben weiter erschweren können. &#8222;Alles was im Internet steht kann Folgen für uns haben&#8220;, so Daoud. Wenn überhaupt ist also Diplomatie gefragt, die eben nicht so sehr in der Öffentlichkeit agiert, sondern eher hinter verschlossenen Türen.</p>
<figure id="attachment_3010" aria-describedby="caption-attachment-3010" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3010" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/sprössling-1024x683.jpg" alt="Weinstock: 2015 gepflanzt möge er Frucht bringen" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/sprössling-1024x683.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/sprössling-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/sprössling-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3010" class="wp-caption-text">Weinstock: 2015 gepflanzt<br />möge er Frucht bringen</figcaption></figure>
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		<title>Gespräch mit dem Leiter des Vertretungsbüros Peter Beerwerth</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2016 07:15:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Vertretung]]></category>
		<category><![CDATA[Israelkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Abend des 9. Mai hatte ich die Möglichkeit an einer Veranstaltung der evangelischen Gemeinde in Jerusalem teilnehmen zu dürfen. Im Refektorium der Erlöserkirche, mitten in der Altstadt, war der Leiters des deutschen Vertretungsbüros in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/gespraech-mit-dem-leiter-des-vertretungsbueros-peter-beerwerth/" title="Gespräch mit dem Leiter des Vertretungsbüros Peter Beerwerth">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Abend des 9. Mai hatte ich die Möglichkeit an einer Veranstaltung der evangelischen Gemeinde in Jerusalem teilnehmen zu dürfen. Im Refektorium der Erlöserkirche, mitten in der Altstadt, war der Leiters des deutschen Vertretungsbüros in Ramallah, Peter Beerwerth, zu einem Gespräch geladen. Es bestand also für die zahlreichen, meist deutschen Besucher die Möglichkeit, aus „erster Hand&#8220; die Leitlinien der deutschen Politik zum Konflikt zwischen Israel&amp;Palästina zu erfahren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2997" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/israel-karte.jpg" alt="israel-karte" width="599" height="431" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/israel-karte.jpg 599w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/israel-karte-300x216.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /></p>
<p>Beerwerth, der seit 9 Monaten das Vertretungsbüro leitet, gab in einem ersten Input die wichtigsten Standpunkte der deutschen Politik kund:</p>
<ul>
<li>Damit die aktuelle Gewaltwelle – sie wird bezogen auf die palästinensischen Attentäter verurteilt, Israel wird aber auch aufgefordert die Verhältnismäßigkeit der Gegenwehr zu beachten &#8211; braucht dringend eine politische Perspektive.</li>
<li>Damit die gegenwertige diplomatische Sprachlosigkeit überwunden wird, unterstützt die Bundesregierung (BR) eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-und-palaestina-vorstoss-und-prompter-rueckschlag-1.2867488" target="_blank">französische Initiative</a>, vom Februar 2016. Der Plan der Franzosen hat zwei Stufen: Ein erstes Treffen ohne die Konfliktparteien soll im Frühjahr (wahrscheinlich Juni) klären, wie man Israelis und Palästinenser wieder an einen Tisch bekommen kann. Paris will dabei neben dem Nahost-Quartett (USA, Russland, EU und Vereinte Nationen) auch arabische Staaten einbinden. Der zweite Schritt wäre dann die eigentliche Friedenskonferenz, als Termin ist der Sommer (September) im Gespräch. Beerwerth sieht in dem französischen Vorstoß einen „Paradigma Wechsel“ da eine größere Zahl beteiligt wird.</li>
<li>Die BR unterstützt des Weiteren die Fortsetzung der „Sicherheitspartnerschaft“ zwischen Israel und Palästina in der die Sicherheitskräfte zusammenarbeiten Diese Zusammenarbeit wird derzeit – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, von der palästinensischen Bevölkerung, zunehmend in Frage gestellt.</li>
<li>Die BR betrachtet den massiven Siedlungsbau als „völkerrechtswidrig“ und als
<figure id="attachment_2996" aria-describedby="caption-attachment-2996" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2996" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Siedlung.1-300x225.jpg" alt="mehr als eine halbe Millionen Juden leben in Ostjerusalem und dem Westjordanland" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Siedlung.1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Siedlung.1-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Siedlung.1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-2996" class="wp-caption-text">mehr als eine halbe Millionen Juden leben in Ostjerusalem und dem Westjordanland</figcaption></figure>
<p>„größtes Hindernis“ für die gewünschte „zwei-Staaten-Lösung“. Kanzlerin Merkel nannte den Siedlungsbau zuletzt „kontraproduktiv“. Ziel der BR sei es nach wie vor ein friedliches Leben der beiden Staaten auf Grundlage der Grenzen von 1967.</li>
</ul>
<p>Beerwerth wies auf die derzeitigen wirtschaftlichen Großprojekte im Bereich der Wasserwirtschaft hin: in Nablus wird derzeit eine Kläranlage gebaut, bei Gaza-Stadt sei sie geplant: Kosten für jede Anlage etwa 60-65 Mio €<br />
Bei den zahlreichen Fragen an Beerwerth drehten sich viele um die fehlende Anerkennung Palästinas durch die BR. „Die Zeit sei noch nicht reif“ und was wäre bei einer Anerkennung mit der Reaktion aus Israel?</p>
<figure id="attachment_2998" aria-describedby="caption-attachment-2998" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2998" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gaza-300x225.jpg" alt="Gaza 2016" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gaza-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gaza-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gaza.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-2998" class="wp-caption-text">Gaza 2016</figcaption></figure>
<p>Auch dem Thema „keine Gesprächskontakte mit der Hamas“ waren zahlreiche Fragen gewidmet. Hier wies Beerwerth auf die gemeinsame Haltun der EU in dieser Frage hin, er gestand aber ein, das Überlegungen sinnvoll seien, die mit bestimmten „gemäßigteren Fraktionen“ in der Hamas Gesprächskontakte auf „inoffizieller“ Ebene suchten</p>
<p>Meinen Hinweis, dass Deutschland doch auch eine besondere Verantwortung gegenüber den Palästinensern habe, da der Holocaust Flucht und Vertreibung der Palästinenser zu Folge hatte, meinte Beerwerth lapidar: „ein interessanter Gedanke“&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein Fazit: eine interessante Begegnung mit einem verantwortlichen Vertreter der BR. Es wurde deutlich: die Leitlinien der BR bestimmt die Politik. Hier gilt es, wenn es auch sehr schwer ist in Deutschland, Einfluss zu nehmen.</p>
<p>In diesen Tagen las ich in einer Pressemeldung zu einem Beitrag zu Antisemitismus und Israelkritik:</p>
<p><em>Immerhin vier von zehn Deutschen stehen der israelischen Politik deshalb kritisch gegenüber, weil sie für die Menschenrechte eintreten, Antisemitismus und Islamophobie gleichermaßen ablehnen und eine Politik verurteilen, die nicht nur den Palästinensern Unrecht antut, sondern auch Israel von innen heraus zu zerstören droht. Das jedenfalls ist es, was kritische jüdische Intellektuelle in Israel und in der Diaspora, in Deutschland und den USA befürchten, wenn es in Israel nicht zu einem Politikwechsel kommt. &#8222;Wenn wir die Situation belassen, wie sie ist“, schreibt der israelische Schriftsteller Etgar Keret, „ohne den Menschen, die unter unserer Besatzung leben, eine Lösung anzubieten, wird das letztlich unser Land zugrunde richten&#8220;.</em></p>
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		<title>Trauerbesuch bei Familie Azzeh in Hebron</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2016 06:30:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Jahre Weinberg - Frühjar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Hebron]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurz vor dem Ende meines letzten Aufenthaltes in Palästina hatte ich es erfahren: Durch diese Meldung hatten die vielen sinnlosen Opfer, die bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen, die seit September 2015 zwischen den verfeindeten Parteien geführt <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/trauerbesuch-bei-familie-azzeh-in-hebron/" title="Trauerbesuch bei Familie Azzeh in Hebron">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz vor dem Ende meines letzten Aufenthaltes in Palästina hatte ich es erfahren:</p>
<p>Durch diese Meldung hatten die vielen sinnlosen Opfer, die bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen, die seit September 2015 zwischen den verfeindeten Parteien geführt werden, für mich ein Gesicht bekommen: Hashem Azzeh aus Hebron</p>
<p>Ich habe ihn – der mit seiner Familie im gesperrten Bereich in Hebron wohnt – bei zwei Besuchen mit Gruppen im vorletzten Jahr ( April und <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-haben-keine-angst/" target="_blank">Oktober 2014</a>) kennengelernt. Hashem, der seit langen Jahren an Asthma litt, ist nach einem der massiven Tränengasangriffen des israelischen Militärs in Hebron, wohl erstickt. Wie schrieb mir eine Teilnehmer meiner Gruppenfahrt als er von der schrecklichen Meldung hörte: „<strong><em>Ich erinnere mich noch sehr gut an den Besuch bei Hashem Azzeh und seiner Familie. Auch deshalb geht mir sein Tod wohl so nahe. Wieder ein Mensch, dessen Mut, gewaltloser Widerstand und Leidensfähigkeit brutal „bestraft“ wird. Was wird ohne ihn aus seiner Familie? Man mag sich nicht vorstellen, wie groß das Leid und die Not ihre Zukunft bestimmen wird.“</em></strong></p>
<figure id="attachment_2987" aria-describedby="caption-attachment-2987" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2987" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Hashen.jpg" alt="Hashen im April 2014 im Hintergrund Siedlungshäuser" width="800" height="600" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Hashen.jpg 800w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Hashen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Hashen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-2987" class="wp-caption-text">Hashen im April 2014<br />im Hintergrund Siedlungshäuser</figcaption></figure>
<p>Ich hatte mir vorgenommen, wenn es irgend wie möglich ist, der Familie bei meinem nächsten Besuch, einen Kondolenzbesuch abzustatten um auch im Namen der Gruppe, mit der ich Hashim und seine Familie im Oktober 2014 besucht hatte, unser Beileid und unsere Anteilnahme aussprechen. Dabei wollte ich auch mit einer kleinen Spende die finanziellen Not der Familie ein wenig lindern.</p>
<p>Bei den jüngsten Gewaltattacken gegen Israelis seit September 2015, stammten 30 (der oft jugendlichen) Angreifer aus Hebron. In der Regel wurde sie sofort getötet. In Hebron, wo 700 meist radikale Siedler sich mitten unter 200.000 Einwohnern „ausgebreitet“ haben, ist schon zu „normalen“ Zeiten der Spannungspegel sehr hoch. So war auch bei mir eine gesteigerte Anspannung festzustellen, als ich mich von Beit Jala auf den etwa 30 km langen Weg machte. Wie ich schon des Öfteren berichtet habe funktioniert der ÖPNV hier anders als bei uns, aber er funktioniert prima, wenn man denn weiß wo man ein- und aussteigen muss&#8230;. Mit einem einmaligen Umsteigen in Betlehem war ich in einer knappen Stunde für insgesamt 12 ½ Shekel (etwa 2 €) in Hebron.</p>
<p>Wenn man hinter Betlehem auf die „Siedlerstrasse“ 60 auffährt, (sie führt vom Norden bei Jenen in ihrer ganzen Länge durch das Westjordanland bis in den Süden hinter Hebron) hat man das Gefühl man wäre in Israel. Nicht nur wegen des exzellenten Straßenbelages, nein auch die Schilder weisen nur auf israelische Siedlungen hin. Überall wehen israelische Fahnen. Nur wenn man an große Kreuzungen kommt, merkt man das hier ein wenig „Kriegszustand“ herrscht. Schwer bewaffnete Soldaten, mit dem Maschinengewehr im Anschlage, stehen dort und sichern die Siedler, die an den Kreuzungen befindlichen Haltestellen in die (israelischen) Busse steigen wollen. Kommt man dann auch mal an einem palästinensischen Dorf vorbei, erkennt man schnell, dass dort alle Eingänge ins Dorf, &#8222;bei Bedarf&#8220;, mit großen Betonblöcken schnell zu gestellt werden können.</p>
<p>Fährt man dann nach Hebron hinein, ist der erste Eindruck den man immer hat wenn</p>
<figure id="attachment_2985" aria-describedby="caption-attachment-2985" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/trauerbesuch-bei-familie-azzeh-in-hebron/shuhada/" rel="attachment wp-att-2985"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2985" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhada-300x200.jpg" alt="über 800 Läden sind geschlossen" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhada-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhada-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhada-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2985" class="wp-caption-text">über 800 Läden sind geschlossen</figcaption></figure>
<p>man in eine palästinensische Großstadt (hier mehr als 200.000 Einwohner) kommt: ein gewaltiger Autoverkehr mit vielen Staus, Lärm und Gestank. Je näher man ans Centrum kommt nimmt das arabische „Marktleben“ zu. Bis an den Straßenrand wird alles feilgeboten was der Palästinenser so begehrt. Alles ganz normal bis man an den Eingang zur Shuhada (Märtyrer) Straße kommt. Hier ebbt der Verkehr schlagartig ab, nur wenige Fußgänger gehen zum Checkpoint. Als ich das erste Mal 2012 hier war, versperrte noch ein kleiner Container die Straße. Mittlerweile wirkt die Sperre wie</p>
<figure id="attachment_2986" aria-describedby="caption-attachment-2986" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://marius-blog.de/blog/trauerbesuch-bei-familie-azzeh-in-hebron/shuhadastrasse/" rel="attachment wp-att-2986"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2986" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhadastrasse-300x200.jpg" alt="Die Absperrung zur Shuhadastrasse wirkt wie ein &quot;Bollwerk&quot;" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhadastrasse-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhadastrasse-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/shuhadastrasse-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2986" class="wp-caption-text">Die Absperrung zur Shuhadastrasse wirkt wie ein &#8222;Bollwerk&#8220;</figcaption></figure>
<p>ein Bollwerk. Da ich nun ja schon öfters diese „Geisterstadt“ mitten in Hebron besucht habe, ist das Gefühl bei mir nicht mehr so extrem. Ich bin noch immer beeindruckt aber nicht mehr so geschockt. Eine starke Beklemmung stellt sich aber doch schnell wieder ein. Bei den Begegnungen mit zahlreichen schwer bewaffneten Soldaten auf den sonst Menschen leeren Straßen, habe ich immer das ungute Gefühl zurück gewiesen zu werden. Aber es geht gut, ich finde auch den (neuen) Durchgang zum Haus der Familie Azzeh. Der alte ist mit Stacheldraht abgesperrt. Oberhalb des Trampelpfades die Holzhäuser der Siedler.</p>
<p>Ich hatte Faten Mukarker gebeten meinen Besuch bei Nisreen Azzeh anzukündigen, weil</p>
<figure id="attachment_2984" aria-describedby="caption-attachment-2984" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://marius-blog.de/blog/trauerbesuch-bei-familie-azzeh-in-hebron/familie/" rel="attachment wp-att-2984"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2984" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie-300x200.jpg" alt="Nisreen Azzeh mit zwei ihrer vier Kindern" width="300" height="200" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie-768x512.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Familie-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2984" class="wp-caption-text">Nisreen Azzeh mit zwei ihrer vier Kindern</figcaption></figure>
<p>man als Mann hier nicht so ohne weiteres alleine eine Frau besuchen kann. Nisreen war also &#8222;vorgewarnt&#8220;. Sie empfing mich erfreut und wir setzen uns in das kleine Wohnzimmer, in dem ich auch mit meiner Gruppe gesessen hatte. Dabei waren auch zwei ihrer insgesamt vier Kinder (18, 13, 7 und 5 Jahre) die sich über ein Windspiel freuten was ich ihnen als kleines Geschenk mitgebracht hatte. Im Nachbarhaus lebt der Bruder ihres Mannes der sie wohl auch ein wenig unterstützt. Sie selbst malt wohl gerne und viel und kann immer mal wieder bei den Besuchen von Gruppen (es kommen aber viel weniger, als zu Zeiten wo ihr Mann noch lebte) das eine oder andere Bild verkaufen, und damit ein wenig Haushaltsgeld erwirtschaften. Ich versprach auch mit der Gruppe, mit der ich im Herbst komme bei ihr vorbei zu schauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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