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	<title>50 Jahre Besatzung sind genug &#8211; Frühjahr 2017 &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Was bleibt: Hoffnung? ja es bleibt Hoffnung aber es muss sich was tun!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2017 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[EAPPI]]></category>
		<category><![CDATA[Ramallah]]></category>
		<category><![CDATA[Silwan]]></category>
		<category><![CDATA[Taybeh-Bier]]></category>
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					<description><![CDATA[Schnell sind die 21 Tag hier im heiligen Land vergangen. Ich habe wieder viel erleben dürfen, großartige Menschen treffen können und durch sie aber auch durch sonstige Erlebnisse wieder ein wenig mehr davon verstanden, wie <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/was-bleibt-hoffnung-ja-es-bleibt-hoffnung-aber-es-muss-sich-was-tun/" title="Was bleibt: Hoffnung? ja es bleibt Hoffnung aber es muss sich was tun!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schnell sind die 21 Tag hier im heiligen Land vergangen. Ich habe wieder viel erleben dürfen, großartige Menschen treffen können und durch sie aber auch durch sonstige Erlebnisse wieder ein wenig mehr davon verstanden, wie hier die Menschen hier „ticken“ sowohl in Israel aber vor allem in Palästina.</p>
<p>Viele Menschen in Deutschland, aber auch &#8211; vor allem hier &#8211; sagen ja, es ist alles hoffnungslos. Es gibt keine Lösung des schon so lange andauernden Konfliktes. Grundsätzlich stimmt das natürlich. Wenn man sieht, wie schwer es ist die beiden Parteien wieder zu Gesprächen an einen Tisch zu bringen – gerade versucht es ja unser neuer Außenminister Gabriel scheinbar vergeblich- wie soll es da Hoffnung auf eine (Friedens-) Lösung geben.</p>
<p>Und doch lohnt es sich, meiner Meinung nach, hier in Palästina wirklich einmal genauer hinzuschauen.</p>
<p>Am Samstag, zum Beispiel, habe ich von Jerusalem aus einen kleinen Abstecher nach Ramallah gemacht. Von dem palästinensischen Busbahnhof nahe dem Damaskustor, kann man, wenn der Verkehr es erlaubt, in 30-45 Minuten das Zentrum „Regierungsstadt“ der Palästinenser erreichen. Natürlich, man fährt zunächst kilometerlang an der Mauer vorbei, die die Palästinenser in Ostjerusalem von Bewohner/innen der israelischen Siedlungen im Osten der Stadt trennt. Auch muss man mit dem Bus durch den großen Checkpoint, an dem sich jeden Morgen Tausende Palästinenser aus der Westbank drängen, um zur (billig bezahlten) Arbeit nach Israel und Ostjerusalem zu gelangen.</p>
<p>Qalandia-Checkpoint: <a href="http://www.eappi-netzwerk.de/2164-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier könnt ihr einen aktuellen Beitrag einer EAPPI-Beobachterin lesen</a></p>
<p>Kommt man dann aber in das Zentrum von Ramallah, dann ist man, wie ich am Samstag positiv „erschlagen“ von dem was dort auf den Besucher einwirkt. Ein wirklich „pralles“ Einkaufserlebnis bietet sich den Augen, Ohren und der Nase des Besuchers. Auch das ist reales Leben im Jahre 2017 in Palästina. Da scheinen die Sorgen des Alltages, die Arbeitslosigkeit, das Eingesperrt sein durch Mauer und Zaun, die alltäglichen Erniedrigungen der Besatzung, nicht genehmigte Baupläne, fehlendes Wasser und und und&#8230;. für einen Augenblick vergessen.</p>
<figure id="attachment_3513" aria-describedby="caption-attachment-3513" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-3513" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/pralles-leben-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/pralles-leben-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/pralles-leben-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/pralles-leben-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3513" class="wp-caption-text">Ramallah: das &#8222;pralle&#8220; Leben, so scheint es</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gerade hier in der Regierungsmetropole erlebt der Besucher ein Palästina, das lebt und eben auch weiter leben, existieren wird. So viele junge Menschen, die man auf auf der Straße sieht, zeugen von der Hoffnung, die ihre Eltern in sie und damit in ihren Staat gesetzt haben.</p>
<p>Wie sagte mir ein Palästinenser: Die alte Führung ist „müde“<br />
Es bedarf einer viel besseren Koordinierung der unterschiedlichen Gruppen. Ich weiß nicht ob ihr den Kommentar von Emad, meinen Freund, dem Palästinensischen Arzt, gelesen habt, der ja mit seiner Frau Anja und Sohn Karim ebenfalls hier zu Besuch war und gerade in seinen Wohnort Moers zurück gekehrt ist. Er meint in seinem Blogkommentar am 22.4., sein Land bedarf wieder einer „Lichtgestalt“ (wie zuletzt Arafat eine war), er nennt Mahatma Gandhi, die „ehrlich“ und daher glaubwürdig ist und die verschiedenen Gruppen in Palästina einen kann. Nur wenn die Palästinenser mit einer Stimme sprechen und Handeln sind sie glaubwürdig und stark.</p>
<figure id="attachment_3514" aria-describedby="caption-attachment-3514" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3514" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/verkaufsstrasse-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/verkaufsstrasse-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/verkaufsstrasse-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/verkaufsstrasse-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3514" class="wp-caption-text">Ramallah: &#8222;edle&#8220; Verkaufsstraßen</figcaption></figure>
<p>Viele Palästinenser leben im Ausland und haben es dort oft, auch wegen ihres Fleißes zu Ansehen und Reichtum gebracht. Sie sollten nicht nur große, oft protzige „Ferien“-Häuser in den palästinensischen Dörfer, denen sie entstammen, bauen, die dann auch noch den Neid bei den im „Dorf verbliebenen“ erzeugen. Sie sollten vielmehr, nach ihren Möglichkeiten, die wirtschaftlich Entwicklung ihres Heimatlandes fördern. Denn die Wirtschaft ist schwach, derzeit sind 28 % der Menschen arbeitslos (im Gazastreifen mehr als 60 %) . Aber auch in Sachen Wirtschaft braucht Palästina dir Unterstützung Israels. Ich hatte ja schon einmal die Brauerei in Taybeh besucht. Hier erfuhr wie schwierig es ist ein solch spezielles Unternehmen aufzubauen. Mal fehlt das Wasser, mal liegt der Hopfen im Hafen von Haifa und wird nicht gelöscht. Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben, die Wirtschaft braucht bessere Voraussetzungen, und dafür ist in erster Linie die Besatzungsmacht Israel verantwortlich.</p>
<figure id="attachment_3515" aria-describedby="caption-attachment-3515" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-3515" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/blumenladen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/blumenladen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/blumenladen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/blumenladen-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3515" class="wp-caption-text">Ramallah: auch Blumen pflanzen sind Hoffnungszeichen</figcaption></figure>
<p>Und noch etwas bedarf dringend einer Veränderung: Geht man mit offenen Augen durch Ostjerusalem, dem von Israel seit 1967 bestzten teil von Jerusalem, immer wider entdeckt man in palästinensischen Stadtteilen (<a href="http://marius-blog.de/blog/aktuell-in-ost-jerusalem-kampf-um-silwan/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beispiel Silwan)</a> oder im muslimischen Quartier der Altstadt. Immer wieder sieht man dort Häuser die augenscheinlich von jüdischen Isrelis gekauft wurden. Sie sind mit (die palästinensischen) Nachbarn provozierenden israelischer Fahnen ausgestattet und mit Fernsehkameras und Stacheldraht zu „Trutzburgen“ in „feindlicher“ Umgebung abgesichert. Wie selbstverständlich tragen diese Bewohner offen ihre Waffen zur „Schau“. Wen wundert es das gerade aus diesen Gebieten sich in letzter Zeit (nicht nur jungen) Palästinenser aufmachen um beispielsweise mit einer Messerattacke, letztlich auch sich selbst umbringen (lassen). Denn sie werden in der Regel von Polizisten, Soldaten oder eben von bewaffneten Siedlern erschossen. Die Stadtverwaltung Jerusalems sollte solche provozierende Haus- und Grundstückskäufe verhindern.</p>
<figure id="attachment_3516" aria-describedby="caption-attachment-3516" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3516" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/silwan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3516" class="wp-caption-text">Silwan: unerwünschte &#8222;Nachbarn&#8220; sind ständige &#8222;Reizauslöser&#8220;</figcaption></figure>
<p>Diesen Blog habe ich nun heute zu Hause geschrieben. Mein Groll von der gestrigen „Behandlung“ am Flughafen in Tel Aviv, ist ein wenig in den Hintergrund getreten. Heute las ich die doch bemerkenswerte Aussage des Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, zu den aktuellen Schwierigkeiten im deutsch-israelischen Verhältnis, dass auch der Außenminister Gabriel zu spüren bekommt, weil er auch mit Vertretern von Menschenrechtsgruppen in Israel wie <a href="https://www.medico.de/virtuelle-ausstellungsfuehrung-14456/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Breaking the Silence“ </a>sprechen will. Herr Röttgen in einem Interview mit dem DLF am 23.4. unter anderem:</p>
<p><em>„Das Verhältnis ist in keiner Weise beschädigt, sondern es ist ein außergewöhnliches, tiefes Verhältnis. Aber die Meinungsverschiedenheiten sind auch gravierend. Und für alle diejenigen, denen Israel am Herzen liegt, die nicht nur die Verantwortung spüren, sondern auch am Herzen liegt, die sind auch traurig, auch deprimiert darüber, wie sehr alles festgefahren ist, wie sehr, aus meiner Sicht, sich Israel einseitig auf seine militärisch-polizeiliche Überlegenheit verlässt und in der ganzen Situation keine Perspektive entwickelt. Die Palästinenser sind zur Zeit besonders schwach, besonders zerstritten. Israel profitiert gewärtig von der angespannten Lage im Mittleren Osten, dass sich die Aufmerksamkeit von diesem Konflikt – Israel-Palästina – auf andere Konflikte wegbewegt hat. Es hat sogar gegenwärtig sicherheitspolitische Vorteile für Israel. Aber unter dieser Oberfläche von Aktualität wird es fundamental immer schlechter und negativer und es entwickelt sich keine Perspektive. Das ist eine echte Bedrohung für Israel auf lange Sicht.“   </em></p>
<p>Erstaunliche (hoffnungsvolle) Worte – wie ich finde -aus (deutschem) Politikermund. Ich sehe es genauso wie Herr Röntgen, aber eben auch viel Friedensakivisten in Deutschland:</p>
<p><strong>Israel muss seine Politik ändern, muss die Besatzung beenden, muss einen menschenwürdigen Umgang mit den Palästinensern schaffen sonst schafft es selbst ab.</strong></p>
<figure id="attachment_3517" aria-describedby="caption-attachment-3517" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3517" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hoffnungszeichen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hoffnungszeichen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hoffnungszeichen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hoffnungszeichen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3517" class="wp-caption-text">Es gibt sie &#8222;Hoffnungszeichen&#8220; man muss nur genaue hinschauen&#8230;und sie pflegen und hegen</figcaption></figure>
<p>Ich beende hiermit meine aktuellen Blogberichte, komme wieder &#8222;Inch allah&#8220; im Oktober 2017. Dann werde ich wieder eine Gruppe 10 Tage zu einer Begegnungsreise nach Israel und Palästina begleiten. Vielleicht hat ja der Eine oder die Andere Interesse mitzufahren, oder kennt jemanden der Interesse hat: ich habe die <a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuelle Ausschreibung</a> in meinem Blog hier eingestellt.</p>
<p>Nicht enden möchte ich aber auch heute mit dem Tageszitat  aus:  &#8222;Recht ströme wie Wasser&#8220;, erschienen im <a href="http://www.aphorisma.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AphorismA-Verlag</a></p>
<p><em><strong>Deutschland hat einen beträchtlichen Teil des Unfriedens in der region zu verantworten. Das palästinensische Volk hat mit dem Völkermord der Nazis an den Juden nichts zu tun, soll aber die Kosten für dieses Verbrechen bezahlen. Das ist unerträglich. Insofern besteht eine enge Verbindung zwischen der deutschen und der palästinensischen Geschichte, der sich die deutsche Politik nicht entziehen kann<br />
</strong></em>von: Arn Strohmeyer (<a href="http://www.arnstrohmeyer.de/webseiten/portrait.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journalist und Autor</a>)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ich bin doch kein Terrorist, aber ich habe mich heute so gefühlt</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/ich-bin-doch-kein-terrorist-aber-ich-habe-mich-heute-so-gefuehlt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Apr 2017 15:34:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[airport]]></category>
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					<description><![CDATA[Das habe ich noch nie gemacht, bei meinen vielen Reisen nach Israel&#38;Palästina. Das ich noch im Airport Ben Gurion in Tel Aviv eine Blogbericht geschrieben und ins Netz gestellt habe. Aber die heutigen Erlebnisse bei <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/ich-bin-doch-kein-terrorist-aber-ich-habe-mich-heute-so-gefuehlt/" title="Ich bin doch kein Terrorist, aber ich habe mich heute so gefühlt">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das habe ich noch nie gemacht, bei meinen vielen Reisen nach Israel&amp;Palästina.</p>
<p>Das ich noch im Airport Ben Gurion in Tel Aviv eine Blogbericht geschrieben und ins Netz gestellt habe. Aber die heutigen Erlebnisse bei der Ausreise(!) haben mich derart berührt, ja regelrecht &#8222;fertig&#8220; gemacht, so das ich froh bin mir den Frust von der Seele geschrieben zu haben, und dank der heutigen Technik habe ich auch die Möglichkeit meinen Blogbericht, an Ort und Stelle, ins Netz zu.</p>
<p><strong>Ich verspreche morgen schreibe ich das Fazit meine Reise mit einem Ausblick.</strong> Ich hoffe heute kurz vor Mitternacht zu Hause zu sein &#8222;Inch Allah&#8220;</p>
<figure id="attachment_3505" aria-describedby="caption-attachment-3505" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3505" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Daoud-dabei-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Daoud-dabei-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Daoud-dabei-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Daoud-dabei-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3505" class="wp-caption-text">wir haben doch nur Tomaten gepflanzt&#8230;.</figcaption></figure>
<p>Nun sitze ich hier am Flughafen in Tel Aviv, habe wieder eine solch intensive Kontrolle hinter mir, die alles, was ich bisher in den 10 Ausreisen seit 2012 in „den Schatten“ stellte. Es fing, wie immer eigentlich ganz unverfänglich an&#8230;“How are you?“ fragte mich die, wie immer junge, Mitarbeiterin des privaten Sicherheitsdienstes. Irgendwann habe ich dann gesagt, dass ich innerhalb der drei Wochen auch einen Besuch auf dem Weinberg gemacht habe: „Was haben sie dort gemacht? „Tomaten gepflanzt“ war die (ehrliche) Antwort. Aber das interessiert eben nicht, sondern warum ich zum Weinberg komme, woher ich ihn kenne, ob ich allein dort hingefahren sei, ob Daoud ein Fraund von mir sei, ob ich dort Geld verdient hätte, warum ich das mache und so weiter. Da ich scheinbar mit diesen Kontakten„sicherheitsrelevante“ Bereiche berührt habe, wird die Vorgesetzte informiert, die stellt die gleichen Fragen, dann kommt die Vorgesetzte der Vorgesetzen. Hier habe ich auf die („Floskel“ Anfangs-Frage:“How are you?“ ehrlicherweise „Im feeling now bad“ geantwortet: „Why?“ war die Gegenfrage, da konnte ich nur zynisch lächeln. Irgendwann habe sie eine des Deutschen mächtige junge Frau hinzu geholt, die recht freundliche und eben auch verständnisvoller aber noch einmal die gleichen Fragen stellte und meine Antworten dann übersetzte. Nach gefühlten Stunden war ich ziemlich fertig und man stellt sich auch die Frage warum tue ich mir das eigentlich an. Ich glaube, dass meine Erlebnisse und Begegnungen hier die Antwort sind.</p>
<figure id="attachment_3506" aria-describedby="caption-attachment-3506" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3506" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erlebnisgarten2-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erlebnisgarten2-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erlebnisgarten2-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/erlebnisgarten2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3506" class="wp-caption-text">ich hätte hier am Airport bei der Befragung gerne Bilder des Erlebnisgartens auf dem Weinberg gezeigt</figcaption></figure>
<p>Es war aber noch nicht vorbei. Ein neuer Mann begleitete mich mit meinem Gepäck zum Check-Inn Schalter meiner Fluggesellschaft. An der Schlange vorbei wurde mein Koffer dort abgegeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gleich geöffnet wird und seine Inhalte genauestens untersucht werden. Olivenoel und Zatar, das herrliche Tymiangewürz aus Zatar, dem Heimatort von Fatima, wird man finden und (auch) riechen. Ach ja, von meinen häufigen Kontakten zu Fatima, noch gestern habe ich sie in der Jerusalemer Altstadt getroffen, habe ich hier auch nichts erzählt. Oh je was wäre das noch geworden.</p>
<p>Jetzt stand mir noch die „spezielle“ Kontrolle meines Handgepäcks und von mir selbst bevor. Der gelbe Aufkleber, den man auf meinem Pass befestigt hatte, weißt darauf hin, dass eine Sonderkontrolle nötig ist. So wie ich es schon im Herbst letzten Jahres mit meiner Gruppe erlebt hatte, wurden alle Gegenstände in meinem Gepäck mit einem Fühler auf Sprengstoffspuren untersucht. Damit aber nicht genug. Ich persönlich wurde so intensiv durchsucht, wie ich es auch noch nicht erlebt habe. Das die Schuhe untersucht werden kannte ich schon, das man aber auch (mit Handschuhen versteht sich) meine Strümpfe ganz gefühlvoll betastete, ebenso meinen Hosensaum war für mich neu. Das mit dem Ganzkörperscanner kennt man am Flughafen in Düsseldorf auch schon, das ich aber mein (nicht mehr so sauberes) Stofftaschentuch vor der Kontrolle aus meiner Hose entfernen musste war auch neu. Gerade habe ich im Wartebereich sitzend festgestellt, ich habe es dort liegen gelassen 🙂</p>
<figure id="attachment_3503" aria-describedby="caption-attachment-3503" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3503" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/24.4.-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/24.4.-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/24.4.-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3503" class="wp-caption-text">ich fühlte mich wie &#8222;Hanzala&#8220;</figcaption></figure>
<p>Eine Frage treibt mich jetzt noch um: Wurde Ministerpräsident Kretschmar, der vor einigen Wochen ebenfalls den Weinberg besucht hatte, genau so intensiv befragt und sein Gepäck kontrolliert?</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Unter Glaubensgeschichten verstehe ich die Geschichte des uns bekannten menschlichen Anteils daran, was zwischen Gott und Mensch geschehen ist. Unter Glaubensgeschichte Israels verstehe ich demgemäß die Geschichte des uns bekannten Anteils Israels daran, was zwischen Gott und Israel geschehen ist.</strong></em></p>
<p><em><strong>Es gibt ein Etwas in der Glaubensgeschichte Israels, das nur von Israel her zu erkennen ist, wie es ein Etwas in der Glaubensgeschichte der Christenheit gibt, das nur von ihr aus zu erkennen ist. An dieses Zweite habe ich nur mit der unbefangenen Ehrfurcht des das Wort Hörenden gerührt</strong></em></p>
<p>Von: Martin Buber.</p>
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			</item>
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		<title>50 Jahre Leben unter Besatzung: Was nehme ich im Alltag wahr?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2017 19:19:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzung]]></category>
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		<category><![CDATA[Reichtum]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte mir ja vor meiner Reise vorgenommen, in den Tagen meines Aufenthaltes hier, mit „offenen Augen“ durch die Straßen zu gehen und dabei zu erspüren, wie es den Menschen denn so geht im Alltag, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/50-jahre-leben-unter-besatzung-was-nehme-ich-im-alltag-war/" title="50 Jahre Leben unter Besatzung: Was nehme ich im Alltag wahr?!">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mir ja vor meiner Reise vorgenommen, in den Tagen meines Aufenthaltes hier, mit „offenen Augen“ durch die Straßen zu gehen und dabei zu erspüren, wie es den Menschen denn so geht im Alltag, wie sie leben, was sie tun. Neben meinen größeren Tagesberichten, in denen ich immer mal wieder auf Besonderheiten und Erkenntnisse eingegangen bin, möchte ich vor diesem Hintergrund in diesem Tagesblog einige weitere Wahrnehmungen kurz schildern.</p>
<p>Sicherlich muss der/die Leser/in berücksichtigen, das dies „Momentaufnahmen“ von mir sind, die ich vor allem in dieser sehr christlich geprägten Region um Bethlehem/Beit Jala gemacht habe. Möglicherweise stellt sich einiges, in anderen -eher muslimisch geprägten Regionen &#8211; zum Beispiel im Norden bei Jenin oder im Süden bei Hebron etwas anders.</p>
<figure id="attachment_3493" aria-describedby="caption-attachment-3493" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3493" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rushhour-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rushhour-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rushhour-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rushhour-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3493" class="wp-caption-text">auf der Hebronstraße in Bethlehem mittags um 13 Uhr</figcaption></figure>
<p>In den 5 Jahren in denen ich immer mal wieder für einige Wochen hier sein darf, habe ich das Gefühl, dass der Auto-Verkehr in den palästinensischen Städten immer mehr zu nimmt, ja selbst für mich, der oft zu Fuß unterwegs ist, fast unerträglich wird. An normalen Werktagen gibt es zum Beispiel hier in den Innenstädten von Bethlehem und Beit Jala fast kein Durchkommen mehr. Die Luft ist entsprechend „Abgasgeschwängert“ Wie man mir sagt, gibt hier keinen Plan, keine Überlegungen für eine Verbesserung, gar eine Veränderung dieser Situation. Keiner denkt hier Beispielsweise an den Ausbau des ÖPNV. Ja auch die vielen Service-Taxis (Kleinbusse) tragen auch zum wachsenden Verkehrschaos bei. Wie sagte Daoud Nassar zu mir: Vieles hat die Besatzungsmacht zu verantworten, aber auch wir haben selbst eine Verantwortung, die wir aber oft nicht war nehmen.</p>
<figure id="attachment_3492" aria-describedby="caption-attachment-3492" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3492" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neubauten-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neubauten-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neubauten-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neubauten-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3492" class="wp-caption-text">sehr viele dieser Neubauten (hier in Ramallah) stehen leer</figcaption></figure>
<p>Es fällt auf, dass hier massiv gebaut wird. Ebenso fällt aber auch auf, dass Hunderte (vielleicht Tausende?) der Neubauten leer stehen, oder in ihnen nur wenige Wohnungen bezogen sind. Ob hier spekuliert wird, mir entzieht sich der Sinn dieses „Baubooms“. Wenn man die Menschen hier dazu befragt, kriegt man keine Antwort oder eben nur die Erkenntnis, dass sich die normalen Menschen eben die teure Miete oder den teuren Verkaufspreis der Wohnungen nicht leisten können.</p>
<figure id="attachment_3494" aria-describedby="caption-attachment-3494" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3494" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reiches-Haus-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reiches-Haus-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reiches-Haus-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reiches-Haus-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3494" class="wp-caption-text">gerade im christlichen Beit Jala gibt es viele solcher &#8222;Prachtbauten&#8220;</figcaption></figure>
<p>In Deutschland ist in diesen Tagen (mal wieder) ein „Armuts-und Reichtums Bericht“ erschienen. Außer der Erkenntnis, dass bei uns, die Schere zwischen Armen und (sehr) Reichen immer weiter auseinander geht, sind seit dem ersten Bericht im Jahre 2001 keine wirklichen Konsequenzen getroffen worden (Steuern auf Börsengewinne etc)<br />
Auch hier in Palästina habe ich das Gefühl, dass es neben Armen (und sehr Armen) Menschen auch viele Reiche (ja auch sehr Reiche) gibt .<br />
Man sieht es an den unglaublich großen (und neuen Autos) aber eben auch an prächtigen Villen mit großen Grundstücken. Es werden großartige Hochzeiten gefeiert und die Hochzeitsreise des jungen Paares führt selbstverständlich mehrere Wochen nach Griechenland oder Florida. Man sieht die vielen Goldgeschäfte, in deren Verkaufsräumen immer reger Betrieb ist. Gerade die vielen Christen in Beit Jala gehören sicherlich zu der reichen Mittel- und Oberschicht in Palästina.<br />
Ich frage mich, womit sind diese Menschen reich geworden. Vielen haben große Grundstücke, andere haben ihre Grundstücke (oft auch unter dem Druck der Israelis: „wenn du nicht verkaufst dann wird dein Land enteignet“) verkauft. Wiederum andere sind mit bestimmten Geschäften reich geworden. So habe ich immer den prächtigen Palast vor Augen, den der Besitzer einer Fertig-Beton-Fabrik am Rande des großen Flüchtlingslager „Deheishe“ bei Bethlehem sich errichtet hat. Hier in Bethlehem gibt es auch (wie ich hörte) drei großen Familien (Clans) die sich das Geschäft (Hotels, Restaurants, Souvenirs) mit den Touristen „aufteilen“.</p>
<figure id="attachment_3495" aria-describedby="caption-attachment-3495" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3495" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neuebäckerei-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neuebäckerei-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neuebäckerei-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/neuebäckerei-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3495" class="wp-caption-text">eine neue Geschäftsidee in Beit Jala: ein Feinkostladen mit Baguette und Körnerbrote</figcaption></figure>
<p>Immer weder gibt es aber auch neue Geschäftsideen in die innovative Menschen investieren. So sah ich in Beit Jala einen neuen „Feinkostladen“, der nicht nur Wurst und Käse (aus aller Welt) anbot, auch seine Brotabteilung erstaunte mich: hier lagen neben Körnerbroten auch knusprige Baguettes. Mit diesen neuen Geschäftsideen ist es aber wie auch bei uns: sie müssen vom Kunden, (und im konkreten Fall zielt der Besitzer sicherlich auch auf ausländische Kunden, die hier vermehrt in Beit Jala/Bethlehem wohnen) „angenommen“ werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Palästinenser der in Deutschland lebt und hier zu Besuch ist erzählte mir: Ich traf einen etwa 25 jährigen Palästinenser, der hockte am Straßenrand in Bethlehem. Ich fragte ihn was er tue? Er sagte, ich warte auf bessere Zeiten. Ich sagte, sei doch froh, dass du in deiner Heimat leben kannst, ich muss in der Diaspora leben. Er erwiderte: Was ist das, Heimat, dass Gefühl für Heimat habe ich längst verloren.</p>
<figure id="attachment_3497" aria-describedby="caption-attachment-3497" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3497" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/sperren-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/sperren-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/sperren-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/sperren-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3497" class="wp-caption-text">sie liegen überall am Straßenrand in Palästina:<br />große Betonblöcke mit denen schnell die ganze Straße blockiert werden kann</figcaption></figure>
<p>Wenn man in der Stadt lebt, kriegt man oft nichts mit. Man meidet es in ein anderes Gebiet zu fahren. Man fährt nicht einfach mal die 80 km von Bethlehem nach Nablus. Man meidet die C-Gebiete. Immer wieder gibt es dort Straßensperren, man weiß nie ob man zurück fahren kann. Wir leben irgendwie in kleinen „Homelands“.</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Die Zukunft des jüdischen Volkes ist an die Erhaltung und das Gedeihen Palästinas innerhalb der jüdischen Welt gebunden. Im Lichte dieser Erkenntnis ist es die Pflicht progressiver Juden und Christen, auf eine jüdisch-christlich-palästinensische Solidarität hinzuarbeiten.</strong></em></p>
<p>Von: Marc Ellis ( ein US-amerikanischer jüdischer Befreiungstheologe und Friedensaktivist)</p>
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		<title>Zwei &#8222;besondere&#8220; Menschen in Jerusalem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Apr 2017 18:56:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe die kleine, aber mutige und willensstarke Frau vor einigen Jahren kennen gelernt. Sie wohnt und arbeitet seit 48 Jahren mitten in der Jerusalemer Altstadt. Sie gehört einem kleinen Schwesternorden an. Ein Freund hatte <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zwei-besondere-menschen-in-jerusalem/" title="Zwei &#8222;besondere&#8220; Menschen in Jerusalem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe die kleine, aber mutige und willensstarke Frau vor einigen Jahren kennen gelernt. Sie wohnt und arbeitet seit 48 Jahren mitten in der Jerusalemer Altstadt. Sie gehört einem kleinen Schwesternorden an. Ein Freund hatte mir damals gesagt, das dort mitten in der alten Stadt eine Frau lebt und wirkt, die ihre Wurzeln in Düsseldorf hat, so wie ich, und wie ich auch, einen unverkennbar rheinischen Akzent in ihrer Sprache hat. (auch nach 48 Jahren in der Fremde).</p>
<p>Ich habe sie, wie immer wenn ich in Jerusalem bin, vor einigen Tagen besucht. Auch von ihr wollte ich wissen wie sie die derzeitige Lage einschätzt, welche Erfahrungen sie mit 50 Jahren leben unter Besatzung gemacht hat.<br />
Gerne komme ich ihrem Wunsch nach, weder ein Bild von ihr in meinem Blog zu veröffentlichen, noch sie konkret mit Namen zuz nennen.</p>
<figure id="attachment_3483" aria-describedby="caption-attachment-3483" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3483" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lebenaltstadt-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lebenaltstadt-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lebenaltstadt-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3483" class="wp-caption-text">palästinensische Nachbarn in der Altstadt seit 48 Jahren</figcaption></figure>
<p>Sie erzählte: Als ich 1968 nach Jerusalem kam, war ich noch jung. Ich hatte zwar von der Geschichte und dem Konflikt gehört, hier vor Ort war aber doch alles ganz anders als heute. Wir fuhren ohne Probleme nach Ramallah, Qubeibah oder auch in den Gaza-Streifen. Während wir damals nach Gaza-Stadt 1 ½ Stunden mit dem Taxi brauchten, sind wir heute froh wenn wir überhaupt dort einreisen können. Wir hatten dort lange Zeit auch eine kleine Gruppe Schwester. Vor einigen Jahren sind sie dort weggegangen. Sie konnten das dort „eingesperrt sein“ nicht mehr aushalten. Früher sind wir oft über den (ÖL-) Berg nach Bethanien gefahren. Nachdem dort eine Mauer gebaut wurde müssen wir einen 25 km Umweg nehmen.<br />
Jeden Morgen, wenn ich mit unseren palästinensischen Nachbarn einen Kaffee oder Tee trinke, höre ich von ihren Sorgen. Viele sind hoffnungslos, sie befürchten, das man ihnen alles weg nimmt, die Häuser und das Land. Auch durch den massiven Straßenbau in Ost-Jerusalem wird palästinensisches Land genommen. Ich kann den Menschen hier ja nicht wirklich helfen, aber ich höre ihnen zu, nehme so ein wenig Anteil an ihrem Schicksal. Ich versuche immer so nahe wie möglich an meinen Mitmenschen zu sein, aber manchmal können wir auch nur „neben an“ sein.</p>
<p>Sie sind hier derzeit mit 6 Schwestern. Eine ihrer Schwestern gehört zu der Clown-Initiative „Clowns ohne Grenzen“. Sie besucht – so verkleidet &#8211; regelmäßig die Krankenhäuser in Jerusalem und schafft so ein wenig Freude.</p>
<p>Den anderen Menschen den ich hier in Jerusalem immer wieder auch besuche, kennen meine Blog-Leser/innen gut: Reuven Moskovitz<img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3484" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reuven1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reuven1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reuven1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/reuven1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>Reuven &#8222;in alter Frische&#8220; in seiner WohnungÜber ihn brauche ich nicht soviel erzählen: Reuven steht für unerschrockenes, ungebeugtes Einstehen für Frieden und Gerechtigkeit nicht nur hier in Israel und Palästina. Noch vor einigen Tagen hat er sich mit einem Brief an die <em>„An Organisationen und Personen, die sich um die aktuelle Lage der Welt Sorgen machen“</em> gewandt. Ich habe den Brief unter meiner Blog-Rubrik <a href="http://marius-blog.de/an-organisationen-und-personen-die-sich-um-die-aktuelle-lage-der-welt-sorgen-machen-von-reuven-moskovitz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Gastbeitrag“</a> eingestellt. Er hat seinem Brief auch einen aktuellen Brief, zum selben Thema „Syrien“ des großen (und alten) israelischen Friedenskämpfer <a href="http://www.uri-avnery.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Uri Avenery</a> angehangen.</p>
<figure id="attachment_3486" aria-describedby="caption-attachment-3486" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3486" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/arab.kaffee-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/arab.kaffee-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/arab.kaffee-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3486" class="wp-caption-text">hier gibt es den besten arabischen Kaffee in der Altstadt</figcaption></figure>
<p>So bin ich also gestern zum Hotel „Jerusalem-Garden“ gefahren, wo Reuven mit seiner Frau Varda seit einigen Jahren in der 7. Etage ein Apartment gekauft hat. Ich war bisher nur einmal bei ihm, damals auch nur relativ kurz in seiner Wohnung. Es ist sehr schön und bewegend diesen großartigen Mann, der so viele Menschen, vor allem in Deutschland bewegt, aufrüttelt und inspiriert, einmal in heimischer Umgebung zu erleben. Ich hatte ihm aus der Jerusalemer Altstadt von einem, bei Arabern (aber eben auch bei Reuven) sehr beliebten palästinensischen Kaffeeröster ein Pfund Kaffee (mit Kardamon) mitgebracht. „Sollen wir einen „Schlamm-) Kaffee trinken?“ wollte er von mir gleich wissen, und er machte uns einen leckeren&#8230;<br />
Schön war es auch, mit Reuven mal ein wenig „ganz intim“ über sich und seine Familie zu plaudern: über seine zwei Kinder, Enkel und Urenkel<br />
Natürlich (möchte man sagen) bekommt dieser, „ schon in fast biblischem Alter“ befindliche Mann, mit, was aktuell in Deutschland , bezüglich der Gruppen die sich mit kritischen Stimmen zur israelischen Politik äußern, abgeht. Das Vermieter Veranstaltungsräume kündigen um so geplante Veranstaltungen in Berlin und Frankfurt zu verhindern. Gerade in dieser Woche wurde eine große Tagung in der evangelischen Akademie Tutzing „verschoben.“ Dort, am Starnberger See, war eine Tagung mit dem Titel &#8222;Nahost-Politik im Spannungsdreieck&#8220; geplant. Gemeinsam mit der Petra-Kelly-Stiftung und der Münchner Evangelischen Stadtakademie hatte die Akademie für 12. bis 14. Mai Vertreter von vier israelisch-palästinensischen Friedensgruppen eingeladen. Mit ihnen wollte sie diskutieren, welche Chancen sich aus deren Engagement für eine Verständigung im Nahost-Konflikt ergeben könnten.</p>
<figure id="attachment_3481" aria-describedby="caption-attachment-3481" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3481" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/22.4.-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/22.4.-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/22.4.-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3481" class="wp-caption-text">Das Bild hängt bei Reuven: ein Maler hat versucht, ihn in jungen Jahren darzustellen, als er sich selbst das Geigenspiel beigebracht hat.</figcaption></figure>
<p>Reuven, der im nächsten Monat (ab dem 16. Mai) nach Deutschland kommt, würde gerne vor der Akademie eine Protestaktion machen. „Es muss doch einen öffentlichen „Replik“ geben“ meinte er ganz aufgebracht. Er will diesbezüglich mit den Veranstaltern in Kontakt treten.<br />
Überhaupt denkt er nicht daran zu schweigen: „Wenn ich schweige, wer soll dann aufschreien? Nicht nur die Palästinenser auch wir leben hier in einem Getto. Ich kann meine Freunde im 10 km entfernten Bethlehem nicht besuchen“ Seit 1974 kommt er nach Deutschland um seine Friedens-Botschaft zu verkünden. Sie lautet auf den Punkt gebracht:</p>
<p><em><strong>„Wollt ihr Israel retten – befreit Palästina“</strong></em></p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Er wird unter den großen Nationen richten und viele Völker zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk mehr wider das andere das Schwert erheben und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund des Herrn Zebaoth hat`s geredet.</strong></em></p>
<p>Aus: Micha 4, 1-5 (Das <strong>Buch</strong> des Propheten <strong>Micha</strong> (hebräisch מיכה ) ist eines der prophetischen <strong>Bücher</strong> des Tanach. Es gehört zu dem <strong>Zwölfprophetenbuch</strong>.)</p>
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		<title>Die Kompliziertheit der israelischen Siedlungspolitik am Beispiel des Cremisan-Tales</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 18:51:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Jala]]></category>
		<category><![CDATA[Cremisantal]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern habe ich noch einmal die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Talitha-Kumi-Schule &#8211; wo ich die letzten 10 Tage verbracht habe &#8211; und das oberhalb von Beit Jala im Westjordanland gelegen ist, in das <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-kompliziertheit-der-israelischen-siedlungspolitik-am-beispiel-des-cremisan-tales/" title="Die Kompliziertheit der israelischen Siedlungspolitik am Beispiel des Cremisan-Tales">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern habe ich noch einmal die „Seiten gewechselt“, bin vom Gästehaus der Talitha-Kumi-Schule &#8211; wo ich die letzten 10 Tage verbracht habe &#8211; und das oberhalb von Beit Jala im Westjordanland gelegen ist, in das Gästehaus der Dormitio-Abtei umgezogen. Es ist wirklich eine gänzlich andere Welt in die man kommt, wenn man nach Westjerusalem kommt. Anderer Baustil, größere und bessere Straßen, alles geordneter, mehr Ampel, und die größere Sauberkeit fallen einem gleich ins Auge, obwohl die tatsächliche Wegstrecke nur 10 km beträgt.</p>
<p>Am Tag zuvor hatte ich noch einmal die Gelegenheit mir die &#8211; für Außenstehende nicht so leicht verständliche &#8211; Situation im Cremisan-Tal genauer anzuschauen.</p>
<figure id="attachment_3465" aria-describedby="caption-attachment-3465" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3465" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Klostercremisan-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Klostercremisan-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Klostercremisan-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Klostercremisan-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3465" class="wp-caption-text">Blick auf das Salesianer -Kloster und die Weinstöcke des Weingutes Cremisan</figcaption></figure>
<p>Am frühen Abend bin ich mit Anja, Emad, Karim und mit Fatima im Cremisan-Tal gewandert. Wir wollten uns am Ende eines schönen Frühlingstages, in „der grünen Lunge“ von Beit Jala, noch ein wenig „die Beine vertreten“. Möglicherweise wird man dies bald nicht mehr, von palästinensischer Seite aus können. Wir haben unser Fahrzeug auf dem Gelände des Salesianer-Klosters abgestellt. Der Zugang ist zwar durch ein Tor gesperrt, dort sitzt aber bis zum Abend ein ziviler (palästinensischer) Wachdienst, der gerne die Pforte für Besucher öffnet. Auf dem Klostergelände feierte gerade, in dem wunderschönen Klostergarten, eine muslimische Hochzeitsgesellschaft. Die Bewohner von Beit Jala haben die Möglichkeit diesen schönen Platz für Feste zu mieten. Auch dies würde bei „Vollendung&#8220; der Mauer nicht mehr möglich sein. Wir sind der schmalen Straße weiter Richtung Westen gefolgt. Früher war dies die Verbindungsstraße zwischen den beiden palästinensischen Dörfer Beit Jala und Walaja (sie sind etwa 4 Km voneinander entfernt). Seit einiger Zeit ist die Straße ca. 1 km vom Kloster in westlicher Richtung entfernt abgeriegelt. Hintergrund ist, dass sich dort eine der zwei Zufahrten zur israelischen Siedlung Har Gilo befindet. Zwischen den Siedlungen Gilo im Norden und Har Gilo im Süden befindet sich das schöne Cremisan-Tal.</p>
<figure id="attachment_3464" aria-describedby="caption-attachment-3464" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3464" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Barriere-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Barriere-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Barriere-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Barriere-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3464" class="wp-caption-text">Blick vom Roadblock Richtung Kloster und Beit Jala</figcaption></figure>
<p>In östlich Richtung vom Kloster aus gesehen, wird derzeit die Schließung vorbereitet, ich habe davon <a href="http://marius-blog.de/blog/der-bus-faehrt-heute-nicht-die-haben-probleme-mit-ihren-fahrern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor einigen Tagen berichtet</a>. Dann wäre also das ganze Tal abgeschlossen. Dort also, wo die Muslime Familie Hochzeit feierte, und wir unseren Abendspaziergang machten wird man sich – setzt sich die israelische Militärverwaltung beim obersten israelischen Gericht durch &#8211; als Palästinenser nicht mehr aufhalten dürfen. Ein Zugang ist dann nur noch von der israelischen Seite aus „erlaubt“</p>
<figure id="attachment_3466" aria-describedby="caption-attachment-3466" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3466" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Papierkorb-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Papierkorb-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Papierkorb-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Papierkorb-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3466" class="wp-caption-text">ein Papierkorb, den nicht jeder benutzt</figcaption></figure>
<p>Was für ein „Kleinod“ dieses Tal ist, durften wir an diesem schönen Abend noch einmal erleben. Die Landschaft hat etwas von der italienischen Toskana. Selbst einige Papierkörbe sind dort aufgestellt, was aber leider nicht jeden Besucher veranlasst diese zu benutzen.<br />
Man kommt dort an den gepflegten, in &#8222;Reih und Glied&#8220; stehenden Rebstöcken und der Kelterei des Weingutes Cremisan vorbei.<br />
Nach etwa 1 ½ Kilometer kamen wir tatsächlich an die Straßensperre. Oberhalb des Roadblocks führte eine ziemlich neue Straße den Berg zur Siedlung Har Gilo hinauf. Direkt hinter der Straßensperre steht ein Haus, in 100 m Entfernung sieht man die ersten Häuser des Dorfes Walaja.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3523" aria-describedby="caption-attachment-3523" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3523" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Walaja-Karte2-768x501.jpg" alt="" width="768" height="501" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Walaja-Karte2-768x501.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Walaja-Karte2-768x501-300x196.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3523" class="wp-caption-text">man erkennt die &#8222;Grüne&#8220; Linie am oberen Rand der Karte<br />die rote Linie zeigt die fast fertige Mauer/Zaun, die Absperrung zum Westjordanland</figcaption></figure>
<p>Wir konnten uns, dank der arabisch sprechenden Emad und Fatima, mit dem palästinensischen Besitzer des Hauses unterhalten. Seine Familie hat hier 1948 das Haus gebaut, nachdem</p>
<figure id="attachment_3467" aria-describedby="caption-attachment-3467" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3467" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/besitzer-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/besitzer-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/besitzer-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/besitzer-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3467" class="wp-caption-text">im Gespräch mit dem Hausbesitzer</figcaption></figure>
<p>sie aus Alt-Walaja vertrieben worden waren. Auf dem Gebiet des ehemaligen palästinensischen Dorfes Alt-Walaja, auf der anderen Talseite gelegen, wurde die große israelische Siedlung Gilo gebaut. Vor einigen Jahren hätten die Israelis ihm und seiner Familie wohl angeboten, die israelischen Staatsbürgerschaft zu geben. Nach intensiver Überlegung und Beratung hat er das Angebot abgelehnt. Er hat befürchtet, dass ihm, als israelischen Staatsbürger, dann leichter das Grundstück, nebst Haus entzogen hätte werden können.</p>
<p>So lebt er nun mit seiner Familie, in diesem „Außenposten“ des Westjordanlandes mit Blick auf die alte Bahnlinie, die Jerusalem mit Tel Aviv verbindet. Damit sie auch weiterhin ihr Dorf Walaja erreichen können, haben die Israelis extra einen Tunnel gebaut, der unter der Siedlerstraße hindurch führt. Während früher der Weg zum Kindergarten und Schule in Beit Jala über die kurze Strecke durchs Cremisan-Tal am Kloster vorbei führte, müssen sie heute einen großen Umweg von mehr als 10 km über Walaja nehmen.</p>
<figure id="attachment_3468" aria-describedby="caption-attachment-3468" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3468" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/tunnel-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/tunnel-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/tunnel-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/tunnel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3468" class="wp-caption-text">die Sonne geht hinter Walaja unter<br />im Vordergrund die Siedlerstraße darunter der Tunnel</figcaption></figure>
<p>Ich finde, dies ist ein kleines, aber doch bemerkenswertes Beispiel der Auswirkungen, der israelischen Siedlungspolitik auf die Bewohner in den besetzten Gebieten.</p>
<p>Vor einigen Wochen gab es im Spiegel einen Beitrag von Eva Menasse. Unter dem Titel „Hundert Kinder“ berichtete Sie in einer Erzählung über die „Grüne Linie“ zwischen Israel und Palästina und dabei eben auch über das Dorf Walaja und die Siedlung Har Gilo. Die Autorin hatte sich von ihren amerikanischen Kollegen Michael Chabon und Ayelet Waldman inspirieren lassen. Diese hatten darum gebeten, Essays und Kurzgeschichten über die besetzten Gebiete zu verfassen.<br />
Es lohnt sich wirklich, diesen unter die Haut gehenden Beitrag zu lesen.<br />
Ich habe diesen Beitrag als <a href="http://marius-blog.de/hundert-kindereva-menasse-ueber-das-leben-in-den-besetzten-palaestinensischen-gebieten-eine-erzaehlung-der-spiegel-201712-19-03-17/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gastbeitrag bei mir eingestellt.</a></p>
<figure id="attachment_3469" aria-describedby="caption-attachment-3469" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3469" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/waldgilo-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/waldgilo-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/waldgilo-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/waldgilo-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3469" class="wp-caption-text">Blick vom Salesianer-Kloster auf die Siedlung Gilo, früher befand sich dort das palästinensische Dorf  (Alt-)Walaja, die Bäume haben die Palästinenser gepflanzt</figcaption></figure>
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		<title>Pflanzen als Hoffnungszeichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Apr 2017 20:22:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Tent of Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Weinberg]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie bekannt, war ich schon oft auf dem Weinberg der Familie Nassar. Auch gestern hat es mich wieder dorthin „gezogen“. Von der Straße 60 kommend, die Jerusalem mit dem etwa 30 km entfernten Hebron verbindet, <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pflanzen-als-hoffnungszeichen/" title="Pflanzen als Hoffnungszeichen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie bekannt, war ich schon oft auf dem Weinberg der Familie Nassar.<br />
Auch gestern hat es mich wieder dorthin „gezogen“. Von der Straße 60 kommend, die Jerusalem mit dem etwa 30 km entfernten Hebron verbindet, bin ich den etwa 1 km langen Weg zu Eingang des Weinbergs-Geländes gegangen. Auf der Kuppe, von der man den (wunderschönen) Blick ins Tal, auf den Weinberg und das palästinensische Dorf Nahalin und die, den Weinberg umgebenden, fünf israelischen Siedlungen hat (was den Blick etwas trübt), sieht man nun eben seit Neuestem auch die Großbaustelle der Thora-Schule. Nachdem bei meinem <a href="http://marius-blog.de/blog/wie-wird-ein-olivenbaum-ein-oelbaum/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besuch in der letzten Woche</a>, die Arbeit (der palästinensischen (!!) Baufirma aus Hebron) wegen des jüdischen Pessach-Festes ruhte, war heute hier Hochbetrieb. Große Bagger, Raupen und die Wagen mit Fertigbeton, ließen mich als Besucher des Weinberges nur schwer den Weg finden.</p>
<figure id="attachment_3453" aria-describedby="caption-attachment-3453" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3453" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/baustelle-1-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/baustelle-1-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/baustelle-1-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/baustelle-1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3453" class="wp-caption-text">fast kein Durchkommen auf dem Weg zum Weinberg: Großbaustelle Thoraschule</figcaption></figure>
<p>Oben am Rande der Baustelle stand auch ein Reisebus. Ich erfuhr vom Fahrer, dass er eine Reisegruppe aus England fährt, die heute dem Weinberg einen Besuch abstatten.. Am „alten“ Roadblock“ der schon 2001 den Fahrweg zum Eingang des Weinberggeländes versperrt, kam mir die Gruppe entgegen. Wie viele Gruppen, die sich gerade auch für den Weinberg interessieren, sind die Teilnehmer/innen „älteres Semester“, will sagen, da sind dann auch schon mal Menschen dabei, die „nicht mehr so gut zu Fuß sind“. Auch bei dieser Gruppe war es so, einige mit Gehhilfen hatten schon Probleme über die angehäuften Hügel des Roadblocks zu kommen. Daher ist es schon jetzt ein Problem, dass die vielen Manschen, die den Weinberg besuchen wollen, nicht nur einen viel längeren Weg gehen müssen, sondern der Weg ist eben auch sehr beschwerlich zu gehen.</p>
<figure id="attachment_3454" aria-describedby="caption-attachment-3454" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3454" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/alte-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/alte-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/alte-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/alte-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3454" class="wp-caption-text">für Alte und Behinderte wird es immer schwieriger den Weinberg zu erreichen</figcaption></figure>
<p>Wie sooft, wenn ich auf den Weinberg komme, sind Besucher dort. Die eben angesprochene Gruppe aus England war gerade weg, jetzt stand Daoud Nassar mit einer kleinen Gruppe aus Deutschland im Gespräch, einige Amerikaner (aus Kalifornien), waren auch auf dem Berg. Dazu wieder einige neue (junge) Volontäre, auch aus den USA.</p>
<figure id="attachment_3455" aria-describedby="caption-attachment-3455" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3455" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Pflanzung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Pflanzung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Pflanzung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Pflanzung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3455" class="wp-caption-text">Tomatenplanzen mit Tröpfchenbewässerung</figcaption></figure>
<p>Ich hatte mir heute etwas Zeit „mitgebracht“, wollte ein wenig mit konkreter Arbeit, das besondere Gefühl spüren, was ich noch gut von meinem ersten Aufenthalt 2012, wo ich ja vier Wochen hier gearbeitet habe kenne. Daoud bat mich ihm beim pflanzen von Tomaten und Auberginen zu helfen. Das Stück Land (etwa 60&#215;15 m groß), war vorbereitet (umgepflügt). Wir legten dann dünne Plastikrohre in Reihen, die miteinander und dann mit einem Wassertank verbunden werden. Diese Röhrchen haben alle 40 cm ein kleines Loch, so kann dann die „Tröpfchen“-Bewässerung, eine Erfindung aus Israel, dafür sorgen das die kleinen Pflanzen genügend Wasser bekommen. Anschließend haben wir die kleinen Pflänzchen nahe dem Löchlein in die (oft steinige) Erde gepflanzt. Insgesamt wurden in etwa 2-3 Stunden fast 400 Pflanzen in die Erde gebracht. Ich bin mal gespannt wie viel davon wirklich „angehen“. Daoud meinte das von der Pflanzaktion im Oktober 2015 (hier wurden mehr als 3.000 Rebstöcke gepflanzt) etwa 70 % „angegangen“ sind. Das ist, wenn man die Wasserprobleme die hier herrschen, einbezieht, ein guter Schnitt finde ich.</p>
<figure id="attachment_3456" aria-describedby="caption-attachment-3456" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3456" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Thora-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Thora-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Thora-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Thora-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3456" class="wp-caption-text">Blick über den neuen Erlebnisgarten auf den Rohbau der Thoraschule</figcaption></figure>
<p>Ich habe in den zurückliegenden 5 Jahren hier auf dem Weinberg schon viele Pflanzaktionen mitbekommen, selbst aktiv beteiligt war ich nur selten. Es war um so schöner, dass ich heute dieses Gefühl wieder einmal miterleben konnte. Ich glaube für alle, die dabei sein dürfen, gibt eine solche Pflanzaktion das Gefühl: es geht weiter, der Weinberg hat eine Zukunft. Ich wünsche es ihm, seinen Bewohnern und Gästen von Herzen.</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Warum soll der Preis für die Ermächtigung der Juden, nach dem Holocaust den Staat Israel errichten zu dürfen, die Unterdrückung und das Elend der Palästinenser sein?</strong></em><br />
von Naim Stifan Ateek (mehr zu ihm siehe meinen <a href="http://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag am 8. April</a>)</p>
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		<title>Zur Knafeh gehören die Teignudel</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/zur-knafeh-gehoeren-die-teignudel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2017 19:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Artas]]></category>
		<category><![CDATA[Knafeh]]></category>
		<category><![CDATA[Nablus]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester Rosa]]></category>
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					<description><![CDATA[Der regelmäßige Leser meines Blog`s weiß es&#8230;.ich bin der arabischen Knafeh „verfallen“: denn wer einmal Knafeh probiert hat (besonders die im arabischen Raum unbestritten „Beste“ aus Nablus, will nicht mehr aufhören zu essen. „Vorsicht Suchtgefahr!“ <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zur-knafeh-gehoeren-die-teignudel/" title="Zur Knafeh gehören die Teignudel">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der regelmäßige Leser meines Blog`s weiß es&#8230;.ich bin der arabischen Knafeh „verfallen“: denn wer einmal Knafeh probiert hat (besonders die im arabischen Raum unbestritten „Beste“ aus Nablus, will nicht mehr aufhören zu essen. „Vorsicht Suchtgefahr!“<br />
Gestern war ich in der Altstadt von Beit Sahur (einem Nachbarort von Bethlehem) unterwegs. Als ich durch eine offene Türe sah entdeckte ich Berge der dünnen gelblichen Teignudeln, die zur Knafeh gehören wie der (Ziegen-)Käse. Bei mir war Emad der, dank seiner arabischen Muttersprache um Erlaubnis bitten konnte, dass wir uns einmal umsehen konnten. Hier wird also die Teignudel hergestellt aus Mehl, Wasser, Fett, einem „Stabilisator“ der wie das spezielle Farbmittel aus der <a href="http://marius-blog.de/blog/ein-ausflug-nach-nablus-mit-viel-knafeh-und-kleinen-hindernissen/" target="_blank">„Knafeh-Hochburg“ Nablus </a>stammt.</p>
<figure id="attachment_3440" aria-describedby="caption-attachment-3440" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3440" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rad-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rad-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rad-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rad-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3440" class="wp-caption-text">auf dem großen Rad im Hintergrund werden die Teigfäden glatt gestrichen</figcaption></figure>
<p>Der fertige Teig wird dann durch extra gefertigte dünne Düsen gepresst, so dass dünne Fäden entstehen. Diese wiederum werden auf einem großen Rad (1m im Durchmesser) verteilt verteilt und jeweils auf etwa einem halben Meter Länge geschnitten. Die Portionen, die für die Knafeh genutzt werden, kommen dann in einer Mischmaschine gleichenden Trommel, werden mit dem gelben Farbstoff vermengt und anschließend eine Nacht zum trocknen ausgelegt. Anschließend werden die harten Nudeln zerkleinert. Diese Nudelmasse kommt dann auf beide Seiten des Käses der unter Feuer erhitzt und zum Schmelzen gebracht wird. Das ganze wird mit Zucker (Rosen-) Wasser je nach Geschmack gesüßt.</p>
<figure id="attachment_3441" aria-describedby="caption-attachment-3441" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3441" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/trommel-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/trommel-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/trommel-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/trommel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3441" class="wp-caption-text">in der &#8222;Trommel&#8220; wird der Teig mit der gelben Farbe vermengt.</figcaption></figure>
<p>Hier wurden im Übrigen neben den „Fadennudeln“ für die Knafeh(die man bei uns in</p>
<figure id="attachment_3442" aria-describedby="caption-attachment-3442" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3442" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/körbchen-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/körbchen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/körbchen-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/körbchen-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3442" class="wp-caption-text">&#8222;Teig-Nester&#8220; bereit zum füllen</figcaption></figure>
<p>Deutschland auch in türkischen Läden bekommt), auch kleine „Nudelnester“ hergestellt, die dann mit allerlei leckerem (Honig, Nüsse, Pistazien etc) gefüllt werden können.</p>
<p>Ein interessanter Einblick in ein Handwerk, dass den jungen Mann (etwa 30 Jahre alt), und seinem Bruder ein sicheres Einkommen garantiert, denn Süßes essen alle Palästinenser (wie ich auch&#8230;.), für ihr Leben gerne.</p>
<p><strong>Schwester Valeria: „Das Leben dreht sich bei uns um das Menschliche“</strong></p>
<figure id="attachment_3443" aria-describedby="caption-attachment-3443" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3443" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rosa-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rosa-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rosa-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/rosa-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3443" class="wp-caption-text">Schwester Rosa (re) mit Anja</figcaption></figure>
<p>Auch gestern habe ich noch einen kleinen Abstecher in das wunderschöne Artas-Tal gemacht. Dort wollte ich nach der „Blitzbegegnung“ am Sonntag, Schwester Rosa noch einmal treffen. Leider hatte sie auch heute wenig Zeit, konnte Anja, Emad und mir noch kurz die Geschichte des Klosters erzählen, das Anfang letzten Jahrhunderts gegründet wurde. Derzeit sind 5 Schwestern eines italienischen Ordens hier. Schwester Rosa stammt aus Argentinien, zwei Schwestern kommen aus Indien, Schwester Valeria aus Jordanien. Sie ist seit mehr als 50 Jahren hier vor Ort, hat also auch die zeit der Besatzung vollständig mit bekommen. Sie erzählte uns, das sie bevor die Trennungsmauer errichtet wurde, noch regelmäßig nach dem 10 km entfernten Jerusalem fahren konnte. Dies sei heute für sie, als Jordanierin nicht mehr möglich. Verstehe so etwas wer will, eine 72 jährige Schwester darf nicht zu den christlichen Stätten in Jerusalem: Sicherheitsgründe oder doch nur Schikane.</p>
<figure id="attachment_3444" aria-describedby="caption-attachment-3444" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3444" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/brunnen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/brunnen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/brunnen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/brunnen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3444" class="wp-caption-text">die Quelle in Artas hilft bei Wassermangel</figcaption></figure>
<p>Und wie soll man es bezeichnen das die Menschen im Dorf Artas, wie wir hörten, oftmals wochenlang kein Wasser haben, obwohl sie in einem der wasserreichsten Gegenden von Palästina leben, obwohl mitten im Dorf eine Quelle selbst in den heißesten und trockensten Sommer nicht versiegt. Man kann sicher sein, dass die israelische Siedlung Efrat deren Bewohner von der Höhe in das grüne Tal schauen, keinen einzigen Tag ohne fließend Wasser auskommen müssen</p>
<p>Am Kloster befindet sich ein Kindergarten in dem nicht nur die Kinder aus dem, dem Kloster gegenüberliegenden großen Dorfes Artas gehen, sondern auch Kinder aus dem 5 km entfernten Dorf Al Khadir. Insgesamt sind dort etwa 80 Kinder (im Alter von 4-5 Jahren) unter fachkundiger (palästinensischer) Betreuung. Schwester Rosa betreut an der Klosterpforte eine Krankenstation, einige Bewohner des Ortes helfen den großen Klostergarten zu bearbeiten und können die Erträge auf den Märkten der umliegenden Gemeinden verkaufen. Der Erlös dient als eigene Verdienstquelle. Immer ausgebucht sind auch die Volontärstellen des Klosters, meist kommen junge Menschen aus Italien um hier ein Jahr mitzuarbeiten.</p>
<figure id="attachment_3445" aria-describedby="caption-attachment-3445" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3445" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/valeria-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/valeria-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/valeria-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/valeria-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3445" class="wp-caption-text">Schwester Valeria</figcaption></figure>
<p>Schwester Valeria erzählte uns zum Abschied auch von einem, wie sie es nannte „kleinen Wunder.“ Bei den Auseinandersetzungen zu Zeiten der 2. Intifada, kam es 2002 einmal zu einer Auseinandersetzung zwischen dem israelischen Militär und Jugendlichen aus dem Dorf, die sich hinter dem Kloster versteckt hatten. Auf einmal sei das Kloster in eine Wolke gehüllt gewesen, so das die Jugendlichen, unerkannt ,sich wieder in ihr Dorf begeben konnten.</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Palästina stieg durch die Unterstützung Großbritanniens von 10 % im Jahre 1917 auf 17,7 % im Jahre 1931 und 28 % im Jahre 1939</strong></em></p>
<p>Aus: Reisehandbuch Palästina</p>
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		<title>Treffen im neuen „Banksy Walled-off-Hotel“ in Bethlehem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 19:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Banksy]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus einer Pressemeldung im März 2017: Banksy ist für seine wachrüttelnden Graffiti-Kunstwerke bekannt, die er unangekündigt und ungesehen an die Wände dieser Welt sprüht. Immer steckt ein politisches Statement dahinter Wenn also dieser Künstler und <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/treffen-im-neuen-banksy-walled-off-hotel-in-bethlehem/" title="Treffen im neuen „Banksy Walled-off-Hotel“ in Bethlehem">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer Pressemeldung im März 2017:</p>
<p><em>Banksy ist für seine wachrüttelnden Graffiti-Kunstwerke bekannt, die er unangekündigt und ungesehen an die Wände dieser Welt sprüht. Immer steckt ein politisches Statement dahinter</em></p>
<p><em>Wenn also dieser Künstler und Aktivist ein Hotel baut, kann man erwarten, dass auch das ganz im Sinne seiner Berufung geschieht, mit seiner Kunst auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. In Bethlehem eröffnet er am 20. März sein „Walled off Hotel“– direkt vor der Betonmauer, die das von Israel besetzte Westjordanland vom palästinensischen Teil Bethlehems trennt.</em></p>
<figure id="attachment_3431" aria-describedby="caption-attachment-3431" style="width: 232px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3431" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/banksy-west-bank-guard-232x300.jpg" alt="" width="232" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/banksy-west-bank-guard-232x300.jpg 232w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/banksy-west-bank-guard.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px" /><figcaption id="caption-attachment-3431" class="wp-caption-text">Banksy-west-bank-guard</figcaption></figure>
<p><em>Beworben wird das Gasthaus zynisch mit „der schlechtesten Aussicht der Welt“, weil Gäste aus ihren Fenstern direkt auf die Mauer gucken und mit dem anhaltenden Konflikt zwischen Israel und Palästina konfrontiert werden.</em></p>
<p>Ja ich hatte auch schon von der Eröffnung dieses <a href="http://www.walledoffhotel.com" target="_blank">besonderen Hotels</a> in besonderer Lage ( ca 150 m vom „Eingangstor“ nach Bethlehem entfernt) gehört.<br />
Heute hatte ich mich hier mit Sara H. verabredet, die, in England als Tochter einer britischen Mutter und Palästinensischen Vaters geboren und aufgewachsen ist. Sie hatte in den letzten 2 ½ Jahren als Beraterin der palästinensischen Mission in Berlin gearbeitet. Eine ihrer Aufgaben war es, Kontakte zu den deutschen Gruppierungen zu halten, die sich für Frieden und Gerechtigkeit in Konflikt zwischen Israel&amp;Palästina einsetzen, und so hatte ich sie kennen gelernt. Nun lebt sie seit 3 Monaten in Ramallah und ist bei einer von der UN finanziell unterstützen Organisation tätig, die durch konkrete Projekte die gesellschaftliche Entwicklung in Palästina fördern soll. Noch ist sie dabei konkrete Ideen zu entwickeln, aber es ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, dankt man alleine daran, dass sich die Bevölkerungszahl im Westjordanland seit Beginn der Besatzung von 680.000 auf mehr als 2,5 Mio Einwohner (ohne Ost-Jerusalem gesteigert hat. Aber auch die besonderen Bedingungen unter der Besatzung und deren starken Einflüsse auf die soziale und psychologische Entwicklung der hier lebenden Menschen machen ihre Aufgabe sicherlich nicht einfacher. Aber nun zu dem Walled Off (ummauerte) Hotel von Banksy.</p>
<figure id="attachment_3432" aria-describedby="caption-attachment-3432" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3432" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/eingang-1-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/eingang-1-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/eingang-1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3432" class="wp-caption-text">Begrüßung durch Schimpanse und Hoteldiener</figcaption></figure>
<p>Es ist einfach eine Schau&#8230;hier an wirklich unwirklichem Ort, direkt vor der Mauer steht das Hotel, am Eingang ein lebendig aussehender Schimpanse als Hotelboy dem der Koffer aufgegangen ist und daneben mit Zylinder der „richtige“ da lebendige Hoteldiener. Rechts vom Eingang ist eine kleine Terasse, auf der man 3m von der Mauer entfernt (sie ist hier ca. 8. M hoch) seinen Kaffee oder Tee trinken kann aber natürlich auch das gute palästinensische Taybeh-Bier&#8230;</p>
<figure id="attachment_3433" aria-describedby="caption-attachment-3433" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3433" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hotel-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hotel-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hotel-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/hotel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3433" class="wp-caption-text">das besondere Hotel<br />direkt an der Mauer</figcaption></figure>
<p>Tritt man in die Hotellobby, die gleichzeitig auch als kleiner Speiserum dient, fühlt man sich in alte englische Wohnzimmer versetzt. In einer Ecke steht ein Klavier welches mit verschiedenen Klavierstücken „geladen“ ist und sowohl automatisch wie auch per Hand spielen kann. In einer anderen Ecke steht eine Figur um deren Kopf Tränengasschwaben ziehen. Hier geht es auch zu einem kleinen Museum (Eintritt 15 Schekel) an dessen Eingang der Augenblick dargestellt wird, in dem am 2. November 1917 Arthur James Balfour (damals Außenminister in England) die gleichnamige Erklärung unterschrieben hat, in der sich Großbritannien einverstanden erklärte mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten.<br />
Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften gewahrt bleiben. Im folgenden sieht man dann in diesem besonderen Museum wie die Rechte beachtet wurden. Es werden die Land-Entwicklungen gezeigt, welche unterschiedlichen Ausweise es hier gibt.</p>
<figure id="attachment_3434" aria-describedby="caption-attachment-3434" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3434" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gummi-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gummi-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gummi-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/gummi-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3434" class="wp-caption-text">auch Gummigeschosse können tödlich sein</figcaption></figure>
<p>Man sieht die „Gummigeschosse, durch die auch schon Palästinenser verletzt und getötet wurden, Mauerbau, Hauszerstörungen. Es gibt einen Telefonhörer, wenn man ihn abhebt meldet sich eine Stimme in englischer Sprache die mitteilt, das in 5 Minuten das Haus zerstört wird und man es eben nun zu verlassen habe. Daneben steht ein kleiner Kofer mit der Frage, was man mit nimmt, wenn man weiß, dass das Haus in 5 Minuten zu verlassen ist. Eine Waage (mit Zähnen) stellt unter der Überschrift: „Aug um Aug, Zahn um Zahn“, die unterschiedlichen Verluste im letzten Gaza-Krieg 2014 dar. Es sind bedrückende Bilder, Darstellungen und auch Filme die auf engsten Raum spüren lassen, was es für die Palästinenser bedeutet unter israelischer Besatzung zu sein.</p>
<figure id="attachment_3435" aria-describedby="caption-attachment-3435" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3435" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Banksy-Bethlehem-22-1024x683.jpg" alt="" width="820" height="547" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Banksy-Bethlehem-22.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Banksy-Bethlehem-22-300x200.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Banksy-Bethlehem-22-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3435" class="wp-caption-text">Banksy: ohne Worte</figcaption></figure>
<p>Es bleibt zu hoffen, das dieses Museum von vielen Menschen besucht wird, die, auf dem Weg zur Geburtskirche, hier die Möglichkeit haben etwas von dem Leben der Menschen hier, 2000 Jahre nach Christi Geburt zu erfahren</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Es ist dumm einen Waffenstillstand zu suchen, ohne die wahre Ursache des Krieges zu bekämpfen. Die einzige und wahre Art, die Situation zu bewältigen und damit den elenden Kreis der Gewalt in diesem Teil der Welt zu bewältigen besteht darin, die Besatzung zu beenden und mit ihr all ihre Folgen: Siedlungsbau, Belagerungen, Erniedrigung, Abriegelung on Dörfern und Städten. Wenn das alles nicht geschieht, verschiebt die Weltgemeinschaft nur das Problem, das mit absoluter Sicherheit erneut vor ihrem Gesicht explodieren wird. Und ich bin mir bewusst, dass der nächste Krieg gewalttätiger sein wird und mit weitaus größerer Zerstörungskraft geführt werden wird. Und er wird uns allen näher sein, wo immer wir uns dann in der Welt gerade aufhalten.</em></p>
<p>Von Dr. Adel Yahya (geboren 1950 in einem Flüchtlingslager in Ramallah, Historiker, Lektor an der palästinensischen Universität Bir Zeit, Mitbegründer der Palestinian Association for Cultural Exchange (Pace)</p>
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		<title>Emmaus: 60 Stadien von Jerusalem entfernt</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/emmaus-60-stadien-von-jerusalem-entfernt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2017 19:09:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Emmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Emmausgang]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja es gibt in unserem Leben viele Dinge die sich wieder holen. Nicht alle sind von angenehmer Natur. Aber das es hier im „Heiligen Land“ die Möglichkeit gibt, am Ostermontag den Gang nach Emmaus“ nach <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/emmaus-60-stadien-von-jerusalem-entfernt/" title="Emmaus: 60 Stadien von Jerusalem entfernt">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja es gibt in unserem Leben viele Dinge die sich wieder holen. Nicht alle sind von angenehmer Natur. Aber das es hier im „Heiligen Land“ die Möglichkeit gibt, am Ostermontag den Gang nach Emmaus“ nach zu empfinden, ist mehr als ein schöner Brauch für mich. Bereits zweimal <a href="http://marius-blog.de/blog/herr-bleibe-bei-uns-denn-es-will-abend-werden/" target="_blank" rel="noopener">2014</a> und <a href="http://marius-blog.de/blog/so-ist-versoehnung-so-muss-der-wahre-friede-sein/" target="_blank" rel="noopener">2015</a> habe ich diese schöne Wanderung schon gemacht. Ich empfehle den Bloglesern, die meine früheren Berichte noch nicht gelesen haben, bzw. sich nicht mehr erinnern, zunächst diese Berichte zu lesen, denn ich werde heute nicht mehr auf die Wegestrecke und auch auf den Ablauf des Tages, der sich in etwa gleicht im Detail eingehen.<br />
Heute musste ich also zum ersten mal wieder „die Seiten wechseln“, den die Wandergruppe trifft sich traditionell am Jaffa-Tor, an der Altstadt von Jerusalem. So hatte ich nach langer Zeit mal wieder das für mich doch immer wieder sehr bedrückende Erlebnis einer Checkpoint-Kontrolle. Ich habe es ja schon sooft geschildert: der</p>
<figure id="attachment_3421" aria-describedby="caption-attachment-3421" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3421" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/checkpoint-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/checkpoint-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/checkpoint-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/checkpoint-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3421" class="wp-caption-text">am Checkpoint: tägliche Demütigung wird scheinbar klaglos &#8222;ertragen&#8220;</figcaption></figure>
<p>palästinensische Bus hält ein wenig am Rande des Grenzpostens, alle jungen Palästinenser müssen aussteigen, im Bus sitzen dann noch die alten Palästinenser (ich schätze die über 50 Jahre) du eben solche wie ich mit, Ausländer mit einem Visum. Ich finde es einfach beschämend, wie hier in die Menschen in zwei Klassen aufgeteilt werden, und sie nehmen es scheinbar so gleichgültig hin. Auf der Rpückfahrt sah ich wie der Gegenbus an einer Haltestelle in Jerusalem bvon israelischen Polizisten an der Weiterfhrt gehindert wurde. Alle Insassen wurden scheinbar 1 km hinter dem Checkpoint erneut überprüft. Es ist das Verhalten einer Besatzungsmacht, die tagtäglich zeigt wer hier das sagen hat. Sicherheit wird dadurch nicht geschaffen.</p>
<p>Bitte entschuldigt das ich in meinem Tagesbericht einmal abgeschweift bin, aber wenn man dieses Unrecht so hautnah spürt, muss man darüber schreiben.<br />
Jetzt aber zum Emmaus-Gang. Wer die Biblische-Geschichte nicht so genau kennt, kann sie gerne <a href="http://marius-blog.de/die-emmausgeschichte/" target="_blank" rel="noopener">hier nach lesen.</a> Wie bisher immer, empfing der Organisator dieser Wanderung, der Franziskaner Pater Gregor Geiger die etwa 100 Personen starke Gruppe am Jaffator, Menschen aus Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Venezuela, und eine kleine Gruppe aus Afrika. Mit den Worten aus der Bibel: „Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, dass sechzig Stadien (1 Stadie etwa 250m) von Jerusalem entfernt ist.“ Da heute der letzte Tag des Pessach-Festes der Juden war, n dem wie an Schabbat nur wenig Autos fahren, und keine Busse und auch nicht die Straßenbahn, war es in der Jerusalemer Innenstadt, durch die die große Gruppe zunächst wanderte, entsprechend ruhig. Kurz hinter dem zentralen Busbahnhof verlässt man das Stadtgebiet und steigt in einem tal abwärts. Nach etwa 500 m geht man durch ein altes „verlassenes“ Dorf. Bis heute habe ich mir wenig Gedanken zu dem Dorf gemacht, es war mir irgendwie klar, das es ein palästinensisches Dorf gewesen sein muss, das die Menschen es wohl 1948 verlassen haben müssen, aber eben nicht mehr. Heute nun war es Thema in einer kleinen Gesprächsgruppe der ich mich ein wenig angeschlossen hatte. Hier erfuhr ich eben zunächst einmal den Namen des Dorfes: Lifta.</p>
<figure id="attachment_3422" aria-describedby="caption-attachment-3422" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3422" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lifta-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lifta-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lifta-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lifta-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/lifta.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3422" class="wp-caption-text">das &#8222;Verlassene&#8220; Dorf Lifta am Rande von Jerusalem</figcaption></figure>
<p>Es stimmt dieses Dorf wurde 1948 von den Bewohnern, eben nicht „verlassen“ sondern die Bewohner wurden mit Gewalt vertrieben. Erstaunlich ist es, dass dieses Dorf eben nicht wie viele andere Palästinensische Dörfer, gänzlich zerstört wurde (oft wurden auch mit Hilfe des Jüdischen National-Fond (JNF) der dafür auch Spenden in Deutschland sammelte, solche zerstörten Dörfer durch Aufforstungen „versteckt“. Es gab Überlegungen, diese teilweise noch gut erhaltenen Häuser als „Mahnmal“ stehen zu lassen. Nun aber gibt es Pläne dort eine moderne Israelische Siedlung zu errichten. Derzeit prüft das Oberste israelische Gericht diesen Fall.</p>
<figure id="attachment_3424" aria-describedby="caption-attachment-3424" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3424" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/garten-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/garten-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/garten-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/garten-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3424" class="wp-caption-text">im schönen Garten von Beit Emmaus</figcaption></figure>
<p>Gegen 15 Uhr erreichten wir die palästinensischen Orte Biddu und Qubeibah. Beide Orte kenne ich durch meinen 10 wöchigen Aufenthalt im Mai/Juni 2013 sehr gut. Ich war überrascht das auch hier in diesem Randgebiet des Westjordanlandes rege Bautätigkeit herrschte und eben auch von großen, herrschaftlichen Gebäuden. Wie sagte mir Mohamed, einer der Mitarbeiter im der Alten- und Pflegeheim wo ich auch tätig war: viele seiner Landsleute, die mittlerweile im Ausland gutes Geld gemacht haben setzen sich hier große Villen hin, kommen 2-3 Wochen im Sommer zum Urlaub, ansonsten steht das Haus leer. Viele der jungen Einheimischen würden versuchen ins Ausland zu gehen. Hier in Palästina verdient man, wenn man Arbeit hat, vielleicht 100 Schekel am Tag. Zieht man das Geld für Tabak, Fahrtkosten und Essen ab, bleiben vielleicht die Hälfte des Verdienstes. Aber davon kann</p>
<figure id="attachment_3425" aria-describedby="caption-attachment-3425" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3425" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/villa-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/villa-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/villa-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/villa-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3425" class="wp-caption-text">eine schöne Villa</figcaption></figure>
<p>weder eine Familie ernähren, noch sich sonst etwas leisten, wie beispielsweise ein Auto oder ein Haus. Kann man in Israel arbeiten, verdient man schon mehr , zwischen 200 und 500 Schekel (je nach Arbeit und Qualifizierung) sind dann schon möglich. Aber dann heißt es nicht nur dass man um 3 Uhr in der frühe sich zum Checkpoint aufmachen muss, man muss dann auch die Schikanen des Übertritts „ertragen“. In der Regel kommen diese Arbeiter erst am späten Abend wieder heim. Da ist für den jungen Menschen die Sehnsucht im Ausland „das große Geld“ zu verdienen schon etwas nach zu vollziehen. Mohamed im Übrigen ist mit seinem Leben zufrieden. Er hat eine gute Arbeit im Garten, hat vor einiger Zeit geheiratet und ist gerade stolzer Vater eines kleinen Sohnes geworden.</p>
<figure id="attachment_3423" aria-describedby="caption-attachment-3423" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3423" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/humus-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/humus-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/humus-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/humus-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3423" class="wp-caption-text">nach 4 Stunden Wanderung eine Stärkung mit Humus und Pitabrot</figcaption></figure>
<p>Traditionell gab es zum Abschluss der Emmaus-Wanderung einen schönen Gottesdienst. Wieder wurden Fürbitten in vielen Sprachen gesprochen. Eine lautete: mögen doch die Juden, Christen und Moslems, so wie die drei Wanderer nach Emmaus, ins Gespräch kommen&#8230;.</p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p>Seit 1967 hat Israel nach Schätzungen der Vereinten Nationen 700.000 Palästinenser verhaftet. Das ist ein Fünftel der Gesamtbevölkerung in den besetzten Gebieten. Infolge täglicher Verhaftungen erhöhen sich die Zahlen so rapide, dass keine genauen Angaben gemacht werden können. <a href="http://www.palaestina-portal.eu/texte/Palaestina_israel_gefangene_gefaengniss.htm" target="_blank" rel="noopener">Aktuell sind mehr als 6.000 Palästinenser in Haft. </a>Seit 1974 wird auf Beschluss des Palästinensischen Nationalrats jährlich am heutigen 17. April an die palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen gedacht.</p>
<p><em><strong>Hier auf dem Rücken der Hügel,</strong></em><br />
<em><strong>im Angesicht des Sonnenuntergangs</strong></em><br />
<em><strong> Und des Kraters der Zeit</strong></em><br />
<em><strong> Nahe den Gärten</strong></em><br />
<em><strong> Ihres Schattens beraubt</strong></em><br />
<em><strong> Tun wir was Gefangene tun</strong></em><br />
<em><strong> Und Arbeitslose:</strong></em><br />
<em><strong> Wir ziehen die Hoffnung groß</strong></em><br />
von Mahmoud Darwisch (<strong>Mahmoud Darwish</strong> ist die wichtigste poetische Stimme Palästinas und der wohl populärste arabische Lyriker der Gegenwart.</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-protest-gegen-haftbedingungen-1.3466647" target="_blank" rel="noopener">Aktuelle Pressemeldung heute in der SZ</a></p>
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		<title>„Tochter Zion“ und „Freude schöner Götter Funken“ am Ostersonntag</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/tochter-zion-und-freude-schoener-goetter-funken-am-ostersonntag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Apr 2017 19:10:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Fatima]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester Rosa]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute wollte ich zunächst den arabischen Ostergottesdienst in der Katharinenkirche der Franziskaner besuchen. Sie liegt direkt hinter der Geburtskirche in Bethlehem. Ich hatte gedacht den Bus zu nehmen der von Jerusalem nach Bethlehem fährt doch <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/tochter-zion-und-freude-schoener-goetter-funken-am-ostersonntag/" title="„Tochter Zion“ und „Freude schöner Götter Funken“ am Ostersonntag">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wollte ich zunächst den arabischen Ostergottesdienst in der Katharinenkirche der Franziskaner besuchen. Sie liegt direkt hinter der Geburtskirche in Bethlehem. Ich hatte gedacht den Bus zu nehmen der von Jerusalem nach Bethlehem fährt doch leider hatte der Fahrer wohl keine Lust mich mit zu nehmen und fuhr an der Haltestelle einfach durch. Auch die Idee beim Pförtner der Talitha-Kumi-Schule einen Taxi zu bestellen erwies sich als nicht so gut&#8230;denn der Taxifahrer wollte heute am Ostersonntagmorgen um 9 Uhr für die knapp 10 km 150 Schekel haben (etwa 40 €). Dann ergab sich aber eine besondere Gelegenheit. (wie sooft im Leben)Vor dem Eingang von der Talitha-Kumi-Schule hielt ein Taxi aus Israel. Dem entstiegen 4 Personen die dann in einen palästinensischen Kleinbus stiegen. Dort konnte ich mit fahren. Die kleine Gruppe ist wohl mit einem Kreuzfahrschiff auf dem Mittelmeer unterwegs. Das Schiff ankert derzeit in Haifa und heute war ein Tagesausflug nach Jerusalem/Bethlehem geplant. Der palästinensische Fahrer benutzte die Fahrt nach Bethlehem zu einer politischen Kurzeinführung für gänzlich Uninformierte: „Nein die Israelis dürfen nicht nach Bethlehem, nein ein Palästinenser kann keine Jüdin heiraten&#8230;.<br />
An der ersten Station der Gruppe, ein Shop für Olivenholzschnitzereien (!), verabschiedete ich mich.</p>
<p>Vom feierlichen Oster-Gottesdienst, in einer mit Blumenschmuck prächtig geschmückten Kirche, bekam ich zwar wegen der arabischen Sprache nicht so viel mit, aber es war für mich, nach dem gestrigen „Spektakel“ mit dem heiligen Feuer, doch schon etwas mehr die österliche Stimmung die ich auch von unseren Gottesdiensten in Deutschland kenne. Als dann zur Kommunion der kleine Chor zunächst auf die Melodie von Tochter Zion sang und dann noch auf die Melodie des „Europa-Liedes“ „Freude schöner Götter Funken“ intonierte war mein „Heimatgefühl komplett.<br />
Nach dem Gottesdienst habe ich Übrigens <a href="http://marius-blog.de/blog/wir-haben-keine-angst/" target="_blank">Schwester Rosa</a> getroffen, die heute mit ihrer wunderbaren Stimme den Chor verstärkt hatte. Ich hatte sie vor einigen Jahren in dem schönen Kloster der „verschlossenen Gärten“ im Artas-Tal kennen gelernt. Meine Reisegruppen von 2012 und 2014 haben sie ebenfalls kennen lernen dürfen. Vielleicht treffe ich Sie noch am Dienstagnachmittag.</p>
<figure id="attachment_3412" aria-describedby="caption-attachment-3412" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3412" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/osteressen-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/osteressen-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/osteressen-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/osteressen-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3412" class="wp-caption-text">&#8222;Osteressen&#8220; bei Fatima</figcaption></figure>
<p>Viele die meinen Blog verfolgen interessiert es, wie es denn nun mit dem jüngsten Sohn von Fatima, Abdullah und den Überlegungen zu einer Hochzeit weiter gegangen ist. Ich hatte <a href="http://marius-blog.de/blog/fatima-unsere-kultur-macht-vieles-schwieriger/" target="_blank">ja berichtet</a>, das am Tag, wo ich Fatima besucht habe, es am Abend ein Treffen der Männer beider Familien geben sollte wo dann weitere Klärungen folgen sollten.<br />
Heute habe ich also Fatima noch einmal besucht, mit dabei waren wieder Anja, Emad und Karim. Sie hatte Fatima schon vor Jahren einmal hier kennen gelernt. Fatima hatte mir schon gestern kurz mitgeteilt, dass sie zum 18. (!) mal Oma geworden ist. Die Frau ihres ältesten Sohnes Mohamed hat einen 2. Sohn bekommen. Sie haben nun 4 Kinder.<br />
In der Regel sind am Wochenende (Freitags bis Sonntags) alle hier lebenden Enkelkinder (nebst Eltern) im hause von Fatima zu gast. Heute bot sich ein völlig anderes Bild: Fatima war alleine, alle Enkelkinder waren bei ihrer Tochter Rada. So hatte sie Zeit uns über die weitere Entwicklung in der „Heiratsanbahnung“ für ihren Sohn Abdullah zu informieren. Insgesamt hatte sie ihrem Sohn in den letzten jahren 6 Frauen vorgestellt die aus Sicht von Fatima (und den Schwestern) „in Frage“ kommen konnten. Das heißt also es gibt eine „Vorprüfung“ von innen und außen. Außen heißt: welche Historie hat die Familie, wie ist der Ruf, gibt es Krankheiten? Innen bedeutet: was hat die Frau gemacht (Schule/Studium), was ist über sie sonst bekannt?</p>
<figure id="attachment_3414" aria-describedby="caption-attachment-3414" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3414" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/oma-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/oma-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/oma-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/oma-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3414" class="wp-caption-text">Kinder der Nichten aus der Nachbarschaft gratulieren Fatima zum 18. Enkelkind<br />vielleicht gibt es bald noch mehr?</figcaption></figure>
<p>Abdullah hatte nun insgesamt 4x mit der vorgeschlagenen, sie heißt Zaynab, gesprochen (in ihrem Elternhaus). Dabei hat er wohl davon erzählt, was sie möglichweise bei der Heirat erwartet: Leben in Dubai, ggf. Pflege der Eltern und der behinderten Schwester Magnolien. Seine Schwester haben ihn deshalb kritisiert. Mit solchen Ankündigungen &#8222;vertreibe&#8220; er eine mögliche Frau&#8230;<br />
Nun also der nächste Schritt. Insgesamt 15 Männer beider Familien (auch der Familie des Vaters von Abdullah) trafen sich. Gemeinsam sprach man die <a href="http://islam.de/13827.php?sura=1" target="_blank">erste Sure des Korans</a>, was bedeutet das allem Allah zu Grunde liegt. Anschließend kam man überein dases zu einer Hochzeit kommen soll. Da es in der Familie von Zaynab einen Todesfall gab verzichtete man auf ein Ring Geschenk um das „festliche“ zu vermeiden.<br />
Einige Tage später hat Abdullah, vor seiner Abreise nach Dubai, seiner zukünftigen Frau noch einen Goldreifen geschenkt. Wie geht es nun weiter&#8230;? Die Heirat ist „versprochen“, nicht klar ist ob es eine „große“ Verlobung geben wird. Formell wird vor dem islamischen Gericht ein Ehevertrag gemacht der regelt was als Mitgift (meist Gold) gegeben wird. Dieser formale Ehevertrag kann auch schon vor einer Hochzeitsfeier geschlossen werde. Er ist auch notwendig, damit Zaynab beispielsweise schon einmal nach Dubai, ihrem zukünftigen Wohnort reisen kann.</p>
<p>Also der weitere „Zeitplan könnte sein: zum Fest am Ende des Ramadan Ende Juni könnte es eine Verlobung geben und 70 Tage später zum islamischen Opferfest könnte dann die Hochzeit steigen.</p>
<p>Inch Allah!!!</p>
<figure id="attachment_3413" aria-describedby="caption-attachment-3413" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3413" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Blick-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Blick-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Blick-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Blick-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3413" class="wp-caption-text">100 meter von Fatimas Haus<br />berauschender Blick in die Wüste</figcaption></figure>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em><strong>Wir beten und wirken für den Frieden</strong></em><br />
<em><strong> im Sinne der Visionen der Propheten Israels.</strong></em><br />
von: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rabbis_for_Human_Rights" target="_blank"><strong>Rabbis for Human Rights</strong></a> eine 1988 gegründete israelische Organisation, die sich selbst als „Stimme des Gewissens“ in Israel beschreibt.</p>
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