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	<title>Dormitio &#8211; Mit Marius unterwegs</title>
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		<title>Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 18:37:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rückkehr nach 27 Monaten - März 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Abrahamsherberge]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking the Silence]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Leser:innenschaft Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/vom-verlorenen-sohn-und-schleichender-besatzung-in-der-altstadt/" title="Vom verlorenen Sohn, Attacken und Gruppenfotos mit schlimmen Folgen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Liebe Leser:innenschaft </p>



<p>Heute war wieder mal ein Tag &#8222;vollgepackt&#8220; mit Erlebnissen, Gesprächen, Eindrücken bei wieder mal schönen Frühlingswetter. Es ist wirklich gut, das Ichges immer doch schaffe, gleich am, Abend viel von dem was am tag passiert ist nieder zuschreiben. So ist es ganz &#8222;frisch&#8220; eben authentisch und macht den Kopf ein wenig frei für den schlaf und eben den neuen Erlebnissen am morgigen Tag.</p>



<p>Heute morgen hatte ich mich mit Pater Elias von der Dormitio verabredet. Leider besteht derzeit, wegen enormer Renovierungsarbeiten in der Kirche und im Kloster in der Woche keinerlei Möglichkeiten an den Gottesdiensten teilzunehmen. Lediglich am Sonntag wird eine kleine Ausnahme für die Touristen gemacht. <br>Wen es interessiert, was dort alles umgebaut und renoviert wird <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/nachrichten/aktuelles.news.171/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schaue bitte hier</a></p>



<p>So hatte ich also heute die Gelegenheit den Sonntagsgottesdienst in der Krypta zum besuchen. heute befasst sich das Evangelium mit dem &#8222;verlorenen Sohn&#8220;. Sicherlich werden viel meiner Leser:innen diese geschickte kennen. Der Vater hat 2 Söhne. Der eine lässt sich sein Erbe auszahlen rundgeht &#8222;in die Welt&#8220;. Dort verliert er sein ganzes Vermögen, wird ganz arm und fragt den Vater reumütig, ob er ihn wieder aufnimmt. Der Vater freut sich, macht ein großes Fest zur Begrüßung. Das wiederum kann der 2. Sohn nicht verstehen. Er beklagt sich deshalb bitterlich bei seinem Vater der ihm erwidert: &#8222;<em>„Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein.“</em> Wer die sehr Interessante heutige Predigt zu dieser Geschichte von Pater Basilius lesen will der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.dormitio.net/aktuelles/blog/blog.25/index.html" target="_blank">klicke hier</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-scaled.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5018" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1024x768.jpeg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-300x225.jpeg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-768x576.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-1536x1152.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-2048x1536.jpeg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-678x509.jpeg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-326x245.jpeg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/4ED37184-2968-46B5-997C-22F5E5A79116-80x60.jpeg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption>in der Krypta der Dormitio-Kirche</figcaption></figure>



<p>Vor dem Gottesdienst hatte ich die Möglichkeit mit Pater Elias ein wenig zu plaudern. Neben der aktuellen Info über den Stand der Umbauarbeiten (es gibt bei aller Unwägbarkeit, was eine solche Planung angeht, eine gewisse Hoffnung das Ostern 2023 es wieder Gottesdienste in der Kirche geben kann), sprachen wir auch über die Schwierigkeiten, hier in der Altstadt von Jerusalem, aber eben auch insgesamt in dieser Region. Wie mir schon vor Jahren gesagt wurde, gibt es immer wieder Attacken von meist jungen jüdischen Gruppen, gerne zum Ende des Schabbats in der Nacht zum Sonntag. Da ja in unmittelbarer Nähe des Klosters das Grab Davids vermutet wird, und in den letzten Stunden des Schabbats ihm, dem David von bestimmten jüdischen Gruppen ein besonderes Gedenken zu teil wird, versammeln sich dann eine Große Gruppe in der Nähe der Dormitio. Zum Ende dieser religiösen Versammlung kommen dann Jugendliche, angeführt allerdings von Erwachsenen und üben Zerstörungen aus, werfen Unrat in den Garten etc. Natürlich melden die Mönche sich bei der Polizei, aber es ändert sich nichts. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5020" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/87D4DEC3-1A18-4AC7-BB99-7568A735BE83-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>im christlichen Viertel der Altstadt.</figcaption></figure>



<p>Elias erzählte mir auch von einem Vorgang in Beit Jala, von vor einigen Wochen, der so unglaublich klingt, aber eben doch auch war ist. Dort war eine Reisegruppe zu Gast in der Abrahams-Herberge, wo auch ich schon öfters mit Gruppen übernachtet habe. Die Gruppe wollte mit dem ortsansäßigen evangelischen Pfarrer ein Gruppenfoto machen. Auf dieses Foto hat sich, wie auch immer das passiert ist wusste Elias nicht, der bekannte rechtsextreme Jude Jehuda Glick neben den Pfarrer postiert. Mehr zum diesem Mann könnt ihr in <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_Glick" target="_blank">hier Wikipedia nachlesen</a>. Für die Muslime in Israel und Palästina ist herr Glick ein &#8222;rotes Tuch&#8220; Um so schlimmer, dass sich der evangelische (palästinensische) Pfarrer aus Beit Jala mit diesem Mann gemeinsam auf einem  Foto befand, was von Herrn Glick selbstverständlich über diadigitalen Medien massenhaft geteilt wurde. Noch am selben Baden haben sich Hunderte von aufgebrachten Muslims vor dem Haus des Pfarrers versammelt. Elias meinte, der Pfarrer müsste nun mit seiner Familie das Land verlassen, da es große Sorgen gibt das ihm fanatische Muslime nach dem Leben trachten.</p>



<p>Gestern die schlimme Geschichte mit Erpressung, Waffenhandel, Schießerei und Blutrache, heute nun die bewusste Irreführung eines radikalen Juden und der Fanatismus einer fehlgeleiteten und zu allem bereiten Muslimischen Bevölkerung. Das ganze hat, zumindestens auf den ersten Blick nun gar nichts mit dem Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern zu tun, oder eben vielleicht doch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-5019" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-768x1024.jpeg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-225x300.jpeg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1152x1536.jpeg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-1536x2048.jpeg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/09E0D6B3-4BCB-4C39-8C60-50E5168909DD-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption>dieser Anblick ruft bei mir immer wieder, aber gerade jetzt, &#8222;Beklemmungen&#8220;hervor</figcaption></figure>



<p>Nach dem Gottesdienst habe ich mich zunächst im jüdischen Viertel der Altstadt &#8222;umgesehen. gefühlt tausende Soldaten der israelischen Armee &#8222;füllten&#8220; das Viertel. Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine ist ein solcher Anblick (vor meist &#8222;blutjungen&#8220; Menschen, die Waffen die töten können bei sich führen, für mich fast unerträglich. </p>



<p>Es sei mir gestatten an dieser Stelle auch auf einen Film <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/silence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318?sc_src=email_2977993&amp;sc_lid=266573564&amp;sc_uid=Xv8ogINSpZ&amp;sc_llid=1727&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.sueddeutsche.de%2Fkultur%2Fsilence-breakers-dokumentarfilm-rezension-1.5552318&amp;utm_campaign=SZ_Film_240322&amp;sc_eh=3ee1f1f68e3883851" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Silence Breakers</a> hinzuweisen, in dem die Gruppe Breaking the Sielende vorgestellt wird, der gerade in diesen Tagen in Deutschland angelaufen ist. Die SZ schreibt dazu: Der Film der israelischen Regisseurin Silvina Landsmann schildert die Arbeit der NGO &#8222;Breaking the Silence&#8220;, die die Aussagen von ehemaligen reumütigen Soldaten der israelischen Armee über ihre Zeit als oft rabiate Besatzer in den palästinensischen Gebieten sammelt: &#8222;Man sieht in ‚Silence Breakers‘ nicht nur die Arbeit der Aktivisten, man sieht auch, wie die Gesellschaft auf diese Arbeit reagiert&#8220;, schreibt unser Israel-Korrespondent Peter Münch. &#8222;Kurzum: Man sieht ein zerrissenes Land.&#8220; Silvana Landsmann will diese gesellschaftliche Spaltung durch ihren Film ein Stück weit aufbrechen. Sie hofft, die Menschen trotz aller gegensätzlichen Auffassungen miteinander ins Gespräch bringen zu können, wenn ihre Doku Anfang April im israelischen Fernsehen gezeigt werden wird.</p>



<p></p>
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		<title>wer nicht mit dem Feinde spricht&#8230;..</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 07:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Tabgha]]></category>
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					<description><![CDATA[Das wichtigste (für mich) zuerst&#8230; Bin vorgestern am späten Abend gut in Düsseldorf gelandet. Da es derzeit keine Direktflüge von Düsseldorf nach Tel Aviv gibt musste ich mit der österreichischen Airline &#8222;Austrian&#8220;, mit Zwischenlandung in <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/wer-nicht-mit-dem-feinde-spricht/" title="wer nicht mit dem Feinde spricht&#8230;..">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
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<p>Das wichtigste (für mich) zuerst&#8230;</p>



<p>Bin vorgestern am späten Abend gut in Düsseldorf gelandet. Da es derzeit keine Direktflüge von Düsseldorf nach Tel Aviv gibt musste ich mit der österreichischen Airline &#8222;Austrian&#8220;, mit Zwischenlandung in Wien nach Düsseldorf fliegen. Hier war die Umsteigezeit (wie es wohl heute öfters vor kommt) so knapp kalkuliert, des es mein Koffer zunächst nicht geschafft hat den Flieger nach Düsseldorf zu erreichen. Habe aber soeben erfahren, dass der Koffer heute nachgeliefert wird, es kann also bald gewaschen werden&#8230;</p>



<p>Kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben&#8230;</p>



<p>Ich hatte ja versprochen in diesem letzten Beitrag in diesem Kapitel &#8222;Herbst 2019&#8220; für mich, und damit auch für die Leser/Leserinnen meines Blogs, ein kleines Resümee dieser Tage in Jerusalem zu ziehen-</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4673" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000779-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Sabbat in Mea Shearim</figcaption></figure>



<p>Ich weiß nicht ob ihr es bemerkt habt&#8230;..<br>für dieses neue Kapitel &#8222;Herbstreise 2019&#8220; hatte ich auf meiner Startseite dieses Blogs eine neue Losung eingestellt. Ich habe dieses Mal ein Zitat der bekannten Jüdin Hannah Ahrendt genommen: </p>



<p><strong><em>Gewalt beginnt, wo reden aufhört</em></strong>. </p>



<p>Natürlich habe ich diesen Ausspruch von Hannah Ahrendt bewusst mit Bezug zur Situation hier, im Konflikt zwischen den Palästinensern und Israelis, genommen.  Seit Jahren gibt es nur selten Gespräche zwischen den streitenden Parteien. Gar keine Gespräche werden mit Vertretern der Hamas geführt, die im Gazastreifen das Sagen haben. Als Grund wird genannt: mit terroristischen Organisationen führen wir keine Gespräche. Waffenstillstandvereinbarungen, wie jüngst nach den Raketenangriffen vor 2 Wochen, werden nur über „Dritte“ meist mit Ägyptern geführt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4676" width="432" height="768" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-576x1024.jpg 576w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-169x300.jpg 169w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-768x1365.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-864x1536.jpg 864w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-1152x2048.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_143532-scaled.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px" /><figcaption>auch das fördert Hass und Gewalt: jüdische Häuser, beflaggt mit der Israel-Fahne im palästinensischen Teil der Jerusalemer Altstadt</figcaption></figure>



<p>Ich habe mich sehr gefreut, das die Auffassung, das Miteinander reden immer besser ist, gerade in diesen Tagen auch von einem prominenten Vertreter der israelischen Gesellschaft, zum Ausdruck gebracht wurde</p>



<p><strong>„Wer nicht mit dem Feind spricht, zahlt einen hohen Preis“</strong>&nbsp;sagte Efraim Halevy in einem <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/efraim-halevy-ehemaliger-chef-des-israelischen-geheimdienstes-mossad-wer-nicht-mit-dem-feind-spricht-zahlt-einen-hohen-preis-li.1773" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Interview mit der Berliner Zeitung (öffnet in neuem Tab)">Interview mit der Berliner Zeitung</a>, das am vorvergangenen Donnerstag (21.11.2019) veröffentlicht&nbsp;&nbsp;wurde. Halevy war viele Jahre Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad.</p>



<p>Der Aufstieg der Hamas (arabisch für Begeisterung, Eifer und Kampfgeist), soll im Übrigen in den&nbsp;1980er Jahren von israelischen Behörden als Gegengewicht zur&nbsp;palästinensischen Befreiungsorganisation&nbsp;Fatah (arabisch Eroberung, Sieg)&nbsp;aktiv gefördert worden sein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4674" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000794-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure>



<p>Mittwochs ohne</p>



<p>Bisher war es für mich unvorstellbar: ein Klosterleben ohne Gottesdienst.</p>



<p>Seit 1990 besuche ich meist einmal im Jahr für einige Tage ein Kloster um zur Ruhe zu kommen, oder wie man so „Neu-Deutsch“ zu sagen pflegt „Herunter zu fahren“. Es waren immer Klöster der Benediktiner (Münsterschwarzach im Frankenland und Meschede im Sauerland).&nbsp;</p>



<p>Und eben hier bei den Benediktinern auf dem Zionsberg. Sehr geholfen haben mir beim Ruhe finden immer die gemeinsamen Gebetsstunden, die am Tage verteilt, einem auch helfen, einen gewissen Tagesrhythmus einzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4675" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/20191202_161155-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>die Dormitioabtei (rechts) in der Abendsonne</figcaption></figure>



<p>Ich hatte davon gehört, dass es Pläne gibt, hier in der Dormitio,&nbsp;&nbsp;große dringend notwendige Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen. Diese stehen nun unmittelbar bevor und werden wohl Monate, wenn nicht Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Vor diesem Hintergrund sind am Montag in der vergangenen Woche einige der Mönche zur „Außenstelle“ in Tabgha am See Genezareth umgezogen. Hier auf dem Zion bleiben nun für die zeit der Renovierung, ständig nur 4-5 Mönche. Deshalb hat der Abt verfügt, dass es bezüglich der Gottesdienste Einschränkungen geben soll. Neben der morgendlichen Eucharistiefeier, die in Verbindung mit dem Morgengebet der Mönche, der Laudes gehalten wird, gibt es &#8222;nur&#8220; noch die Vesper am frühen Abend. Das Mittags- und das Nachtgebet entfallen bis auf Weiteres. Am Mittwoch ist ein gänzlich Gottesdienst freier Tag vorgesehen. Ich bin natürlich ein wenig enttäuscht, weil ich eben, wenn ich im Kloster bin, diese Gottesdienste gerne besuche. Aber ich kann es auch nachvollziehen, dass eine solch kleine Mönchsgemeinschaft, in der Woche auch Zeiten braucht um andere (auch) wichtige Dinge zu tun. Denn wenn einer oder mehrere von der (jetzt) kleinen Gemeinschaft, wegen einer unaufschiebbaren Verpflichtungen, nicht an der Gebetsstunde teilnehmen kann, wird es vielleicht schwierig, den Gottesdienst durchzuführen. So ist nun also der Mittwoch, an dem diese Verpflichtungen war genommen werden können, für das Klosterleben ein Sabbat Tag.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4671" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000650-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>Minarett im Flüchtlingslager Anza in Bethlehem</figcaption></figure>



<p>Chor der Muezzime</p>



<p>Wenn man der Bibel glaubt, würde man in dieser Region eher einen „Chor der Engel“ erwarten&#8230;gerade jetzt um die Weihnachtszeit</p>



<p>Aber, scheinbar haben sich die Zeiten geändert:</p>



<p>Heute singen in dieser Region fünf Mal am Tag die „Chöre der Muezzins“. Wenn so zwischen 4 und 5 Uhr, am frühen Morgen, die Stille der Nacht ein jähes Ende nimmt, dann beginnen die muslimischen Sänger (ja es sind nur Männerstimmen zu hören) ihr „Tagewerk“. Hier auf dem Zionsberg schallt es aus allen Richtungen „Gott ist groß“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4677" width="512" height="384" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-1536x1152.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-2048x1536.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-678x509.jpg 678w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-326x245.jpg 326w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000756-80x60.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Spaziergang am Sabbat </figcaption></figure>



<p>Mit Gedanken an meine Gefühle gerade am diesem Morgen des Sabbats, wo ich diese entspannte Leben in einem jüdischen Viertel in Jerusalem, mit all meinen Sinnen in mich aufgenommen habe, so entgegengesetzt waren beispielsweise meine Gefühle in den palästinensischen Viertel in (Ost-) Jerusalem, angesichts der oft &#8222;verwahrlos&#8220; wirkenden Strassen und Plätze in den sich der Müll &#8222;türmt&#8220;. Hier erscheinen die Gegensätze, wie die Menschen in einer Stadt leben (müssen), für den Besucher, wie mich, doch fast schon brutal. Schlimm ist aber für mich auch die Erkenntnis das es den Bewohnern (scheinbar) auch gleichgültig ist, in welchen Verhältnissen sie Leben. Das aber auch die politisch Verantwortlichen in Jerusalem, aber eben auch in der Westbank, an dieser Situation, das der Müll überall, im wahrsten Sinne, zu &#8222;Himmel stinkt&#8220;. nicht wirklich Maßnahmen ergreifen,  ist für mich ebenso unbegreiflich. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4680" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000608-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>Isawiya: hier sieht es doch ganz moderat aus</figcaption></figure>



<p>Insgesamt habe ich, gerade in den vielen Gesprächen mit daoud und Fatima, die ihre eigene Situation eben sehr kritisch sehen können, verstanden, dass es neben den (großen)  Problemen, die die Besatzung mit sich bringen, eben auch viele Probleme git, für die Palästinenser die eigene Verantwortung tragen.</p>



<p>Noch etwas hat mich in diesen Tagen beschäftigt: <br>in der letzten Woche wurden alle Schulen im Westjordanland, aus Protest gegen die Schließung der Ost-Jerusalemer- Schulbehörde (durch die Israelis), bereits am Vormittag geschlossen. Keiner der Schüler wurde aber darüber informiert, was der Grund war. Für die Schüler war halt schulfrei, darüber wurde sich gefreut. Hätte nicht da eine Info-Veranstaltung zu diesem &#8222;Solidaritätsstreik&#8220; in der Schule, besonders den älteren Schüler/innen die Möglichkeit gegeben, etwas zu der Besatzungssituation zu erfahren. Viele der jungen Menschen, leben seit ihrer Geburt in den Verhältnissen, sie kennen nichts anderes, sie müssen das als &#8222;normal&#8220; empfinden. Vielleicht ein wenig vergleichbar mit der Situation der jungen Menschen, hier im Lande. Alle bis zum Alter von 30 jähren sind in einem (vereinten) Deutschland groß geworden. Hier gibt es zu mindestens ((auch in der Schule), entsprechende Informationsmöglichkeiten. Wie ich aus Gesprächen in Palästina weiß, sind solche Infos, über die Geschichte Palästinas im Lehrplan nicht vorgesehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4684" width="384" height="512" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-1152x1536.jpg 1152w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-1536x2048.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/12/P1000807-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption>und nun kommt auch noch der Nikolaus</figcaption></figure>



<p>wie bereits geschrieben endet nun meine aktive &#8222;Blogzeit&#8220;. Ich werde zur nächsten Gruppenfahrt vom 8. März 2020 an wieder die Bericht aus der Region Israel&amp;Palästina aufnehmen</p>



<p>Abschließend möchte ich sehr gerne uf die Weihnachtsaktion der Dormitio-Abtei hinweisen: <strong><em>Ich trage deinen Namen in der heiligen Nacht nach Bethlehem</em></strong>. </p>



<p>Mehr dazu findet ihr <a rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)" href="http://www.dormitio.net/abtei/weihnachtsaktion/index.html" target="_blank">hier</a></p>
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		<title>Von der Mauer zu der Mauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2019 21:53:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Einreise]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute bin ich nun zu meiner 15. Reise (seit 2012) nach Palästina gestartet. Da ich in die letzen Tagen in Berlin verbracht habe, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, von einer Stadt, die gerade den 30. <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/von-der-mauer-zu-der-mauer/" title="Von der Mauer zu der Mauer">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute bin ich nun zu meiner   15. Reise (seit 2012) nach Palästina gestartet. Da ich in die letzen Tagen in Berlin verbracht habe, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, von einer Stadt, die gerade den 30. Jahrestag des Mauerfalles begannen hatte, nach Jerusalem zur fahren, wo die Mauer (drei Mal höher als in Berlin) noch steht. Die Hoffnung, dass es auch hier zum &#8222;Mauerfall&#8220; kommen wird, sind derzeit so unrealistisch, wie es sicherlich auch in der DDR noch im Sommer 1989 gewesen ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-4518" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-1024x576.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-300x169.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-768x432.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-1536x864.jpg 1536w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-2048x1152.jpg 2048w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/20191121_113122-678x381.jpg 678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Berlin, Bernauerstrasse</figcaption></figure>



<p>Natürlich hat mich in den letzten Tagen vor allem wieder die Frage beschäftigt, ob ich an der Passkontrolle am Flughafen in Tel Aviv, das für den Aufenthalt in Israel und Palästina notwendige Visum bekommen. Ich hatte ja schon <a href="http://marius-blog.de/probleme-bei-der-einreise/">des öfteren</a> von diversen Problemen berichtet, die verschiedene Personen bei der Einreise hatten. Zuletzt hatte man im März, einer mit gut bekannten Person, nach stundenlangem Verhör, die Einreise verweigert und sie am nächsten Morgen wieder nach Deutschland zurück geschickt. Die Gruppe, die sie begleiten wollte, musste ohne sie die Reise in Israel&amp;Palästina durchführen. Einen wirklichen Grund, weshalb man ihr die Einreise verweigert hatte, hat sie bis heute nicht erfahren.</p>



<p>Aber bei mir ging wieder alles schnell und gut und das, obwohl ich vor einigen Wochen, dass wunderschöne Land Iran besucht hatte. Iran&amp;Israel gibt es ja bekanntermaßen gewisse Probleme.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="639" height="448" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/balloon-float-away.jpg" alt="" class="wp-image-4520" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/balloon-float-away.jpg 639w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/balloon-float-away-300x210.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px" /><figcaption>Mauer in Jerusalem</figcaption></figure>



<p>So bin ich also wie gewohnt am Flughafen in Tel Aviv in den Kleinbus gestiegen, der mich ihn etwa einer Stunde, in die knapp 50 km entfernte Stadt Jerusalem brachte.</p>



<p>Wie schon so häufig bin ich bei den Mönchen der Dormitio auf dem Zionsberg untergebracht. Dieses Mal habe ich das &#8222;Gartenhäuschen&#8220; auf dem Gelände als Unterkunft bekommen, ein wenig fühle ich mich dort wie in einer Datscha untergebracht. Urig und sehr gemütlich.</p>



<p>Nach der Teilnahme am Abendgebet der Mönche durfte ich noch zu Gast sein bei einem kleinKunstabend, zu dem die 22 StudentInnen des 46. Theologischen Studienjahres die Mönche und eben auch mich eingeladen hatten. Improvisationstheater, kleine Musikstücke, Pater Elias als &#8222;speziell Guest&#8220; der jiddische Lieder intonierte (10 kleine Briederlein..), ein wirklich kurzweiliger Abend, der geboten wurde.</p>



<p>&#8230;und für mich ein wirklich schöner Start in die sicherlich wieder spannende, aufregende, Zeit hier in Jerusalem und Umgebung.</p>
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		<title>Auf ein Neues</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Nov 2019 07:30:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom 23. November bis zum 3. Dezember plane ich meinen nächsten Aufenthalt in Israel&#38;Palästina. Neben den Kontakten zu liebgewonnen Menschen ist ein weiterer Grund meiner Reise, dass ich von Pater Matthias von der Abtei Dormitio <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/auf-ein-neues-2/" title="Auf ein Neues">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vom 23. November bis zum 3. Dezember plane ich meinen nächsten Aufenthalt in Israel&amp;Palästina. Neben den Kontakten zu liebgewonnen Menschen ist ein weiterer Grund meiner Reise, dass ich von Pater Matthias von der Abtei Dormitio geladen bin, den Studenten des <a href="http://www.dormitio.net/abtei/studienjahr/index.html">Theologischen Studienjahres</a> etwas über meine Erfahrungen und Erlebnisse in Palästina zu erzählen</p>



<p>Seit
meiner letzten Reise im März diesen Jahres hat sich die Situation in
der Region alles andere als beruhigt. Weiterhin gibt es wöchentlich
am Freitag (seit April 2018!!) Auseinandersetzungen an der Grenze am
Gazastreifen, bei der es regelmäßig Tote und Verletze gibt. Aber
auch in der Westbank und in Ostjerusalem gibt es ununterbrochen
Anschläge und gewalttätige Auseinandersetzungen mit Toten und
Verletzten.</p>



<p> Auch politisch ist Vieles unklar. Nach der Wahl im Frühjahr konnte keine Regierung gebildet werden, so dass im September erneut gewählt wurde. Die Bildung einer Regierung ist jedoch auch bis heute nicht gelungen. Nachdem der alte Regierungschef Netanyahu auch dieses Mal mit der Bildung einer Regierung erfolglos blieb, hat nun sein Kontrahent bei der Wahl, der ehemalige Militärchef Benny Gantz bis zu 20 November Zeit eine Regierung zu bilden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/8.4.-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3329" width="376" height="501" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/8.4.-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/8.4.-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px" /><figcaption>Mauer am Rachels Grab, Bethlehem</figcaption></figure>



<p><br>Am 9. November hat unsere Kanzlerin, Angela Merkel, bei den Feierlichkeiten zum 30 Jahrestag des Mauerfalls, in Ihrer Rede gefordert:</p>



<p><em><strong>&#8222;Keine
Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder
so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann.&#8220;</strong></em></p>



<p><strong>Bundeskanzlerin
Angela Merkel am 9.11. 2019</strong></p>



<p>Darf
ich mich darauf verlassen, dass sie wirklich &#8222;Keine&#8220; Mauer
meint und somit&nbsp;auch jene unmenschliche, zwischen dem
anerkannten israelischen Staatsgebiet und&nbsp;den von Israel seit
1967 besetzten palästinensischen Gebieten, in Gaza durch
einen&nbsp;unüberwindbaren und durch&nbsp;Scharfschützen
gesicherten Gefängnis-Zaun, meinte? Es ist sicher kein Zufall,
dass&nbsp;auch für jene Mauer &#8222;Sicherheit der eigenen Bürger&#8220;
als Vorwand genannt wird, genauso&nbsp;wie bei der Berliner Mauer.</p>



<p>Wenn
Du willst, kannst du mich in den nächsten 10 Tagen ab dem 23.
November in Israel und Palästina begleiten. Du kannst teilhaben an
meinen Erlebnissen in dieser so aufregenden und schwierigen, aber
eben auch so schönen Region.</p>
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		<title>Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2019 22:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Frühjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Mont Zions Award]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Schabbat]]></category>
		<category><![CDATA[Westmauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“. Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-es-braucht-kompromisse-von-beiden-seiten/" title="Pater Elias: Es braucht Kompromisse von beiden Seiten">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute war für unsere Gruppe der erste von insgesamt drei „Jerusalem-Tagen“.</p>



<p>Wie den regelmäßigen Leser/innen dieses Bloges bekannt schafft sich die Gruppe mit einem Blick vom Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrts-Kirche, die auf dem Gelände des Auguste-Viktoria-Hospitales auf dem Ölberg steht.</p>



<p>Gott sei Dank war das Wetter etwas schöner als gestern, so das die Gruppe den weiten Blick in alle vier Himmelsrichtungen genießen konnte.  Gleichzeitig war es der Gruppe möglich sich so einen guten Überblick über die Stadt Jerusalem, die judäische Wüste bis zum Jordangraben, den Verlauf der Mauer durch Ostjerusalem, ja gar die  genaue Lage von Bethlehem konnten wir feststellen. Beeindruckend der „grüne Flaum“ der sich zum beginnenden Frühjahr über weite teile der Wüste gelegt hat.</p>



<p>Nach diesem kolossalen Überblick haben wir uns auf den Weg gemacht, den Ölberg hinabzusteigen und in die Jerusalemer Altstadt einzutauchen. Mit uns gingen Tausende Muslime in die Altstadt um dort auf dem Platz „Haram AshSharif“, den die Juden „Tempelplatz“ nennen, am Wahrzeichen von Jerusalem, dem Felsendom und der Al Aqsa Moschee, das traditionelle Freitagsgebet abzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4301" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000393-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Blick vom Ölberg gen Osten auf die judäische Wüste</figcaption></figure>



<p>Wir sind durch die Altstadt, entlang der Via Dolorosa gegangen und haben die Altstadt am „Neuen Tor“ wieder verlassen. Anschließend haben wir die Straßenbahn genommen, sind drei Haltestellen gefahren um dann in das jüdische Marktleben einige Stunden vor dem Beginn des Schabbats einzutauchen.</p>



<p>Ich habe in diesem Blog natürlich schon über die Besonderheiten der Altstadt, dem tollen Marktleben aber eben auch von der Straßenbahn geschrieben. Wie gewohnt kann der Leser, die Leserin, mit dem entsprechenden Link am Beginn des heutigen Berichtes, weitere Infos zu den entsprechenden Zielen lesen.</p>



<p>Nach dem Marktbesuch der, wie immer sehr beeindruckend lebendig war und wunderbar anzuschauende Produkte (Gemüse, Obst, Brot, Käse, Fisch, Nüsse, Gewürze,) präsentiert, haben wir uns wieder in die Altstadt begeben. Hier waren wir am Nachmittag mit dem Benediktiner Pater Elias von&nbsp;&nbsp;der Dormitio-Abtei verabredet.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4297" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000416-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>auch ein farbenfrohes Angebot</figcaption></figure>



<p>Auch über ihn und das Kloster kann man sich über die entsprechenden Links weiter informieren. Pater Elias erzählte uns etwas zur Entwicklung des Klosters, aber eben auch etwas zu den heutigen Aufgaben. Hier stellte er vor allem den Mount-Zions-Award der seit 1987 alle zwei Jahr verliehen wird. In der Begründung, weshalb dieser Preis verliehen wird heißt es:</p>



<p><em>Gerade in der Perspektive des betenden Menschen beginnt der Friede nicht erst auf der Bühne der Politiker und Militärs. Vielmehr wächst der Frieden aus dem Alltag der Menschen. Er kann sich dort langsam, aber nachhaltig ausbreiten, wo Menschen, die vorher zerstritten und verfeindet waren, umkehren, sich einander zuwenden und aufeinander zugehen.</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4298" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000399-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>für mich immer wieder ein &#8222;betörender&#8220; Blick auf die Altstadt von Jerusalem</figcaption></figure>



<p>Pater Elias erinnerte uns an die beeindruckende Rede des letzten Preisträgers Amos Oz der den Preis 2017 verliehen bekam. Der hatte Zusammenhang mit dem scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Israel &amp; Palästina von der unabdingbaren Notwendigkeit des Kompromisses gesprochen. Ich erlaube mir im Folgenden Auszüge der Rede von Amos Oz hier zu veröffentlichen. Die ganze Rede ist <a href="http://www.dormitio.net/aktuelles/rundbriefe/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="im Rundbrief 45/2018  (öffnet in neuem Tab)">im Rundbrief 45/2018 </a>abgedruckt</p>



<p><em>&#8230;&#8230;.„Ich glaube auch fest an Kompromisse. Das habe ich bereits mehrmals im Leben gesagt, aber wo sonst, wenn nicht auf dem Zionsberg, sollte ich wiederholen, wie sehr ich mich der Idee des Kompromisses verpflichtet fühle. Kompromisse sind niemals glorreich, Kompromisse sind niemals heldenhaft, Kompromisse sind nicht sehr inspirierend für die Kunst, für die Musik, für die Malerei, nein, eigentlich nicht. Kompromisse sind prosaisch. Zudem gibt es keine glücklichen Kompromisse. Zumindest kaum. Per Definitionem enthalten Kompromisse weder immer währende Ekstase noch Euphorie noch Glückseligkeit. Für viele, viele Menschen, besonders junge Idealisten, ist „Kompromiss“ fast ein Schimpfwort. Sie glauben eher, dass ein Kompromiss etwas Hinterhältiges, Unehrliches, Opportunistisches ist. Sie halten einen Kompromiss für das Gegenteil von Hingabe und Idealismus. Nicht so in meinem Wörterbuch, meine Damen und Herren. In meinem Wörterbuch steht „Kompromiss“ für „Leben“. Und das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Idealismus“, das Gegenteil von „Kompromiss“ ist nicht „Hingabe“. Das Gegenteil von „Kompromiss“ ist „Fanatismus“ und „Tod“. Das ist eine harte Botschaft für die Führer Jerusalems, auf dem Zionsberg. Aber es ist meine Botschaft. Ich glaube an Kompromisse. Nicht an Kompromisse im Sinne von: ‚Lösche dich selbst aus, um den anderen glücklich zu machen‘. Auch nicht an Kompromisse im Sinne von ‚Halte deinem Feind oder deinem Gegner auch die andere Wange hin‘. An Kompromisse als eine Weise, dem anderen irgendwo in der Mitte zu begegnen. Der Kompromiss ist das Geheimnis von Ehe, das Geheimnis von Partnerschaft. Er ist das Geheimnis guter Nachbarschaft, das Geheimnis von Elternschaft, er ist das Geheimnis jeder ge- meinsamen Unternehmung unterschiedlicher Menschen. Und bitte glauben Sie mir, ich weiß das eine oder andere über Kompromisse, ich, der ich mit der selben wunderbaren Frau seit 57 Jahren verheiratet bin. Ich weiß also das eine oder andere über Kompromisse. Und ich glaube an Kompromisse.&nbsp;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="300" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/3626_oz_amos.jpg" alt="" class="wp-image-4300"/><figcaption>4. Mai 1939 in Jerusalem geboren<br>am 28.12. 2018 in Tel Aviv gestorben</figcaption></figure>



<p><em>Und ich glaube, dass das, was wir hier in Jerusalem, wir Jerusalemer aller Glau- bensrichtungen, Herkunft und Vorstellungen brauchen, keine Rettung ist, keine wundersame Rettung. Was wir jetzt brauchen, ist keine magische Formel. Was wir jetzt brauchen, ist nicht einmal irgendeine Art göttlicher Inspiration, keine Erlösung, sondern eine Lösung! Und eine Lösung bedeutet „Kompromiss“. Und Kompromisse sind schmerzhaft. Aber sie sind die einzige, einzige Alternative“&#8230;&#8230;</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4299" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2019/03/P1000432-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>gläubige Juden in tiefen Gebeten an der Westmauer &#8222;versunken&#8220;</figcaption></figure>



<p>Von der Dormitio-Basilika sind wir dann noch bei Sonnenuntergang, an die etwa 15 Gehminuten entfernte Westmauer gegangen. Dort&nbsp;&nbsp;begrüßen die Juden mit innigen Gebeten, aber auch enthusiastischen Gesängen und Tänzen, den beginnenden Schabbat. Ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis, dass für mich die Vielfalt des jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringt.</p>



<p>Der Tag war aber auch dann für die Gruppe noch nicht zu Ende. Wie bei jeder der Gruppenfahrten haben wir am Abend noch Faten Mukarker in ihrem Haus besucht. Bei einem leckeren Gericht mit palästinensischem Cuoscous haben wir Ausschnitte aus der Lebensgeschichte dieser tollen Frau gehört.</p>



<p><em>&nbsp;</em><strong>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</strong><strong></strong></p>



<p><em>Die falsch verstandene Religiosität weist den Menschen “in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt“. Der rechte Glaube weist ihn jedoch „an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Eine kontextuelle Theologie kann deshalb nur „theologia crucis“ sein.</em>&nbsp;&nbsp;(Mitri Raheb, Dietrich Bonhoeffer zitierend)</p>
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		<title>Die Sorgen waren unberechtigt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2018 19:17:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Herbst 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Ein- und Ausreise]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Mittag, gegen 11.30, stand ich vor dem kleinen „Pass-Häuschen“ am Airport in Tel Aviv und legte mit etwas „bangem“ Gefühl meinen Reisepass zur Personenkontrolle vor. Was habe ich mir in den letzten Wochen wieder <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/die-sorgen-waren-unberechtigt/" title="Die Sorgen waren unberechtigt">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Mittag, gegen 11.30, stand ich vor dem kleinen „Pass-Häuschen“ am Airport in Tel Aviv und legte mit etwas „bangem“ Gefühl meinen Reisepass zur Personenkontrolle vor. Was habe ich mir in den letzten Wochen wieder Gedanken wegen der Einreise nach Israel gemacht.  Anfang des Jahres hatte ich von einer jungen Frau gehört, die im Rahmen eines Freiwilligenprogrammes im vergangenen Jahr von September bis November 3 Monate auf dem Weinberg der Familie Nassar gearbeitet hatte. Nachdem ihr 3-Monatsvisum abgelaufen war, ist sie nach Deutschland zurückgeflogen und wollte Anfang Januar 2018 wieder einreisen, um (mit neuem Visum) ihre freiwillige Tätigkeit fortzusetzten. Unter unglaublichen Umständen hat man ihr die Einreise verweigert und sie nach 48 stündiger „Inhaftierung“ nach Deutschland zurück geschickt.</p>
<p>Ich habe die junge Frau telefonisch befragt und den ganzen Vorgang festgehalten.</p>
<p><a href="http://marius-blog.de/die-geschichte-einer-verhinderten-einreise-nach-israel-aufgezeichnet-von-marius-stark/" target="_blank" rel="noopener">Hier könnt ihr meine Aufzeichnung lesen</a></p>
<p><figure id="attachment_4111" aria-describedby="caption-attachment-4111" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4111" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000015-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000015-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000015-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000015-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-4111" class="wp-caption-text">es blüht hier auch im November</figcaption></figure></p>
<p>Am 3. Oktober wollte eine Reisegruppe der TAZ einreisen. Auch hier gab es massive Schwierigkeiten die der Reiseleiter öffentlich gemacht hat. Ich habe sie als <a href="http://marius-blog.de/probleme-bei-der-einreise/" target="_blank" rel="noopener">Gastbericht</a> in meinen Blog genommen. Darüber hinaus hatte ich in den letzten Monaten immer wieder davon gehört, das Personen (oft auch bekannte Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft), die in Verbindung mit der BDS-Kampagne gebracht wurden, die Einreise verweigert wurde</p>
<p><figure id="attachment_4114" aria-describedby="caption-attachment-4114" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4114" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000040-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000040-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000040-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000040-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4114" class="wp-caption-text">die Eintrittskarte für Israel (und Palästina): Das Visum</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So „vorgestimmt“ rechnete ich also auch bei meiner heutigen Einreise mit dem „Schlimmsten“, eben dass auch ich an der Einreise gehindert werden könnte.</p>
<p>Aber es kam   (wie erfreulich) ganz anders. Nach knapp 2 Minuten bekam ich mein Visum und konnte (frohgestimmt) zum Gepäckband gehen und nach Israel einreisen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie üblich, wenn ich hier alleine reise, fahre ich mit einem Kleinbus die knapp 50 Kilometer vom Flughafen nach Jerusalem. Die ersten beiden Nächte verbringe ich dieses Mal im Gästehaus „Beit Josef“ der <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Dormitio Abtei</a> auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt. Ich wurde von Pater Elias, von dem ich in diesem Blog bereits mehrfach berichtet habe, freundlich Willkommen geheißen.</p>
<p><figure id="attachment_4110" aria-describedby="caption-attachment-4110" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4110" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000014-e1542047794728-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000014-e1542047794728-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000014-e1542047794728-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4110" class="wp-caption-text">der Kölner Gereonskirche nach empfunden: die Dormitio-Abtei</figcaption></figure></p>
<p>Am Nachmittag bin ich bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ein wenig „um den Block“ gegangen, will heißen: ich habe die Altstadt „umkreist“. Das erste was mir auffiel: Massen von Touristen (Pilgerer) waren unterwegs. Wenn man überlegt, das wir Mitte November haben und die „Hochsaison“ schon im Oktober ist, wirklich erstaunlich welch Andrang hier noch herrscht. Wenn man sich die (oft großen) Gruppen so ein wenig näher anschaut, bekommt man schon etwas Mitleid. Sie werden von ihren Guides scheinbar von einem Highlight zum nächsten geführt und mit Infos (heute oft mit Knopf im Ohr) „abgefüllt“. Ich frage mich da schon, was bleibt eigentlich hängen, wo findet eine tatsächliche Berührung mit den besonderen Stätten, statt. Man hat den Eindruck, dass auch hier &#8211; wie halt oft im Leben, bei vielen Gruppen konsumieren hoch im Kurs ist, es wird (scheinbar)&#8220; jede Sehenswürdigkeit mit einem Selfie &#8222;abgehakt&#8220;.</p>
<p>Das läuft aber bei <a href="http://marius-blog.de/meine-reiseangebote/" target="_blank" rel="noopener">meiner Reise</a> anders&#8230;:-)</p>
<p><figure id="attachment_4112" aria-describedby="caption-attachment-4112" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4112" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-e1542048514287-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-e1542048514287-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000037-e1542048514287-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-4112" class="wp-caption-text">viele Menschen in engen Gassen der Altstadt</figcaption></figure></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-4113" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000017-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000017-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000017-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/11/P1000017-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Palmsonntag in Jerusalem: der Tag der Christen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Mar 2018 18:26:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Palmsonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, heute feiern die Christen in aller Welt  Palmsonntag. Mit dem letzten Sonntag vor Ostern beginnt die &#8222;Karwoche&#8220;, an deren Ende nach dem Kreuzestod von Jesu am Karfreitag, am kommenden Sonntag der Auferstehung gedacht wird. <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/palmsonntag-in-jerusalem-der-tag-der-christen/" title="Palmsonntag in Jerusalem: der Tag der Christen">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, heute feiern die Christen in aller Welt  Palmsonntag. Mit dem letzten Sonntag vor Ostern beginnt die &#8222;Karwoche&#8220;, an deren Ende nach dem Kreuzestod von Jesu am Karfreitag, am kommenden Sonntag der Auferstehung gedacht wird.</p>
<p>Ich war seit 2014 nun schon vier Mal an diesem besonderen Tag in Palästina, habe es  aber auch heute mir nicht nehmen lassen, ein wenig diese besondere Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Zunächst bedeutete es wieder einen &#8222;Ortswechsel&#8220;, das heißt mit dem 231 (palästinensischen) Bus, der vor meiner (Abrahamsherberge) hält, habe ich mich durch den Checkpoint, mit den schon oft beschriebenen &#8222;Umständen&#8220; ( die jungen Palästinenser müssen zur Kontrolle aussteigen), begeben, und konnte nach etwa 40 Minuten am Fuße des Zionberges (auf dem die Dormitio-Abtei steht), wieder aussteigen. Wie üblich habe ich mich also erst zum Gottesdienst in der Abtei eingefunden, der zunächst mit der Weihe der Palmzweige vor der Kirche begann. Es waren ziemlich viele Besucher dort, gefühlt jeder 2. &#8222;zückte&#8220; sein Handy um, alles &#8222;festzuhalten. Auch in der Kirche war es am Anfang ähnlich. Ich muss ehrlich sagen, ich kann damit nicht gut umgehen, (Gottesdienst ist Gottesdienst) wünschte mir oft klare &#8222;Anweisungen&#8220; von der verantwortlichen Kirchenleitung.</p>
<p><figure id="attachment_3764" aria-describedby="caption-attachment-3764" style="width: 840px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3764" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/KHL_Grabeskirche_A_840.jpg" alt="" width="840" height="420" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/KHL_Grabeskirche_A_840.jpg 840w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/KHL_Grabeskirche_A_840-300x150.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/KHL_Grabeskirche_A_840-768x384.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3764" class="wp-caption-text">Palmsonntag: ein Festtag der Christen in Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>Naja, nach einiger Zeit ging es dann und ich konnte mich auf die wie immer von den Benediktinern, so wundersam gestaltete Liturgie einlassen. Für viele Christen ist ja der Sonntagsgottesdienst lang, wenn er länger als eine Stunde dauerte. Hier und heute ging es 1 3/4 Stunde und ich empfand es nicht als zu lang. alles ist eben &#8222;Geschmacksache&#8220;</p>
<p>Da ich aber noch das Bedürfnis nach Gottesdienst in kleiner Runde hatte (wirklich), bin ich auch noch zum Mittagsgebet geblieben, was sich fast nahtlos an den großen Gottesdienst anschloss. Hier waren dann die 9 Mönche und einige junge Menschen aus dem Studienjahr dabei, das im Übrigen in diesen Tagen abschließt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3766" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schindler-1-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schindler-1-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/schindler-1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></p>
<p>So gestärkte habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Ich wollte gegen 14.30 auf dem Ölberg sein, wo die große Palmprozession ihren Anfang macht. Da ich noch etwas Zeit hatte, bin ich auf den ganz in der Nähe der Dormitio-Abtei liegenden katholischen Friedhof gegangen, wo sich das Grab von Oskar Schuldner befindet, der 1994 durch den Film &#8222;Schindlers Liste&#8220; weltweit berühmt wurde. In der Schlussszene des Filmes sieht man einige der 1200 Juden die ihm sein Leben verdanken, beim Besuch seines Grabes. Es ist das Grab, auf dem die meisten Steine liegen, der jüdischen Sitte einem Verstorbenen die Ehre zu erweisen.Oskar Schindler ist übrigens das einzige ehemalige Mitglied der NSDAP, das in Israel begraben ist und außerdem in der &#8222;Allee der Gerechten&#8220; in der Holocaust-Gedenkstätte &#8222;Yad Vashem&#8220; gewürdigt wird.</p>
<p><figure id="attachment_3767" aria-describedby="caption-attachment-3767" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3767" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Stimmung-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Stimmung-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Stimmung-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Stimmung-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3767" class="wp-caption-text">Einzug in Jerusalem<br />es herrschte oft ausgelassene Stimmung</figcaption></figure></p>
<p>Gemütlich bin ich dann durch das Tal mit dem palästinensischen Stadtteil Silwan auf der anderen Seite durch viele jüdischen Friedhöfe, den Ölberg hinauf. Hier kommen Tausende Christen aus aller Welt zusammen um dann gemeinsam den Weg von der kleinen Kirche in Bethphage am Ölberg hinunter durch das Kidrontal durch das Löwentor in die Jerusalemer Altstadt zu ziehen. Ich habe schon oft von dieser Prozession berichtet, verweise also auf die Jahre 2014 bis 2017. In diesem Jahr habe ich mich einer spanisch singenden Gruppe angeschlossen, die nicht nur von Trommeln sonder auch von zwei Trompeten begleitet wurden Dazu sangen viele wunderschön mehrstimmig nd oft sehr rhythmisch, das einige Frauen zu Tanzschritten &#8222;verführt&#8220; wurden. Eine tolle Stimmung, die sichtlich die vielen muslimischen &#8222;Zaungäste&#8220; am Rand begeisterten. Ja so macht mir Christentum, gezeigt in der Öffentlichkeit, Spass, da bin ich gerne dabei.</p>
<p>Wenn ich da an so manche Fronleichnamsprozession bei uns denke&#8230;..</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zwischen Mauer und Stacheldraht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2018 19:33:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[70 Jahre NAKBA - Frühjahr 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Einreise]]></category>
		<category><![CDATA[Jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[Ostjerusalem]]></category>
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					<description><![CDATA[Was habe ich mir im Vorfeld der Reise wieder Gedanken gemacht, ob es Schwierigkeiten bei der Einreise gibt, ob ich irgendwo &#8222;gespeichert&#8220; bin und deshalb zurück gewiesen werde. Aber es ging, wie schon bei den <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/zwischen-mauer-und-stacheldraht/" title="Zwischen Mauer und Stacheldraht">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was habe ich mir im Vorfeld der Reise wieder Gedanken gemacht, ob es Schwierigkeiten bei der Einreise gibt, ob ich irgendwo &#8222;gespeichert&#8220; bin und deshalb zurück gewiesen werde. Aber es ging, wie schon bei den letzten Malen, wieder so &#8222;easy&#8220;, eh ich mich versah hatte ich meinen Pass zurück und ein Visumspapier, dass mich berechtigt bis zu drei Monate im Land zu bleiben.</p>
<p><figure id="attachment_3711" aria-describedby="caption-attachment-3711" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3711" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Küste-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3711" class="wp-caption-text">nach knapp 4 Stunden Flug, da taucht sie auf, die israelische Mittelmeer-Küste</figcaption></figure></p>
<p>Aber ich will ja &#8222;nur&#8220; drei Wochen hier verbringen.</p>
<p>Wie üblich fahre ich vom Flughafen mit einem Sherut-Taxi, das sind Kleinbusse (10 Personen), die warten bis der Bus voll ist und fahren dann nach Jerusalem. Sie fahren dann verschiedene Adressen an, es kann also auch mal etwas länger dauern, als man üblicherweise für die etwa 50 km brauchen würde.</p>
<p>Es gibt verschiedene Schnellstraßen (meist Autobahnen) die nach Jerusalem führen.</p>
<p>Alle führen aber eben auch durch Palästinenser-Gebiete. Heute ist es mir besonders aufgefallen. Es gibt Kilometerlange Passagen, wo links und rechts der Straße hohe Zäune mit Stacheldraht darüber stehen, oder eben hohe Mauern, hier und da noch von einem mächtigen Wachturm. Jede/r die/der so nach Jerusalem fährt, und nicht schläft, muss sich doch fragen, was dies eigentlich bedeutet. Wer eben nicht nur an die biblischen Stätten denkt wenn er in diese Region reist, dem muss doch spätestens bei diesem Anblick klar sein, das hier keine „normalen“ Verhältnisse sind.</p>
<p><figure id="attachment_3712" aria-describedby="caption-attachment-3712" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3712" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Unterschied-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3712" class="wp-caption-text">schicke Wohnviertel</figcaption></figure></p>
<p>Kommt man dann in Jerusalem an, wird dem, der es sehen will, auch deutlich, dass es in dieser Stadt so ganz anders ist als in Rom oder Berlin. Da fährt man durch schnicke Stadtteile, sieht dann aber hinter einem Tal eine Mauer und dahinter einfache<br />
(Hoch-)Häuser mit schwarzen Wassertanks auf dem Dach.</p>
<p>Ich habe ja schon öfters etwas zur Situation in <a href="http://marius-blog.de/ost-jerusalem-wird-immer-staerker-judaisiert/" target="_blank" rel="noopener">Ostjerusalem</a> geschrieben, ihr könnt es gerne mal wieder nachlesen.</p>
<p><figure id="attachment_3713" aria-describedby="caption-attachment-3713" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3713" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/gegenteil-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3713" class="wp-caption-text">Palästinenser Wohnviertel</figcaption></figure></p>
<p>Heute habe ich Quartier im <a href="https://www.heilig-land-reisen.de/paulushaus-geschichte" target="_blank" rel="noopener">Paulus-Haus</a> bezogen. Ein altes historisches Gebäude, am Rande der Jerusalemer Altstadt, Visasvis dem Damaskus-Tor, dem Tor das in den muslimischen Teil von Jerusalem führt. Von der Dachterasse im 3. Stock hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt.</p>
<p><figure id="attachment_3714" aria-describedby="caption-attachment-3714" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3714" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2018/03/Ausblick-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3714" class="wp-caption-text">sieht doch alles so friedlich aus oder?</figcaption></figure></p>
<p>Zum Abend bin ich dann in „meine“ <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Dormitio-Abtei</a> gegangen und habe am Abendgebet der Mönche, der Vesper, teilgenommen. Dort wurde vor einigen Wochen ein neuer Abt gewählt</p>
<p>Ach ja, dass hätte ich ja fast vergessen, wir sind in Düsseldorf 1 ½ später abgeflogen, der Grund, alle startenden Maschinen mussten (zum Frühlingsanfang J) noch enteist werden.</p>
<p>Und hier in Israel&amp;Palästina&#8230;, da war wirklich Frühlingsanfang, angenehme 23 Grad, sattes Grün an vielen Stellen und eben auch schon hier und da üppige Blüten</p>
<p>Es ist doch eben nicht alles schlecht hier&#8230;&#8230;</p>
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		<title>Pater Elias: &#8222;Wenn der Konflikt einfach zu lösen wäre, dann wäre er gelöst&#8220;</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/pater-elias-wenn-der-konflikt-einfach-zu-loesen-waere-dann-waere-er-geloest/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2017 21:01:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gruppenfahrt Herbst 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Faten]]></category>
		<category><![CDATA[jüdischer Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Neve Shalom]]></category>
		<category><![CDATA[Reuven Moskovitz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ursprünglich wollten wir heute Reuven Moskovitz treffen. Wie ich in meinem ersten Blog dieser Herbstfahrt geschrieben habe ist er Anfang August verstorben. In seinem Buch „Der lange Weg zum Frieden“ schreibt Reuven über die Vision <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/pater-elias-wenn-der-konflikt-einfach-zu-loesen-waere-dann-waere-er-geloest/" title="Pater Elias: &#8222;Wenn der Konflikt einfach zu lösen wäre, dann wäre er gelöst&#8220;">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich wollten wir heute Reuven Moskovitz treffen. Wie ich in <a href="http://marius-blog.de/gedenkfeier-fuer-reuven-moskovitz/" target="_blank" rel="noopener">meinem ersten Blog </a>dieser Herbstfahrt geschrieben habe ist er Anfang August verstorben.</p>
<p>In seinem Buch „Der lange Weg zum Frieden“ schreibt Reuven über die Vision eines Friedens-Pilgerweges von Städten des Krieges zu Städten der Versöhnung in Israel.</p>
<p><figure id="attachment_3639" aria-describedby="caption-attachment-3639" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3639" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-768x1024.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Reuvengrab-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-3639" class="wp-caption-text">die letzte Ruhestätte von Reuven auf dem kleinen Friedhof des Friedensdorfes</figcaption></figure></p>
<p>Oftmals ist er mit Gruppen vom Kriegsmuseum bei Kloster Latrun zum Friedensdorf <a href="http://wasns.org/-oase-des-friedens-" target="_blank" rel="noopener">Neve Schalom-Wahat al Salam</a> gegangen. Das haben wir heute auch gemacht. Kurz vor dem Dorfeingang kamen wir an den Friedhof. Hier ist er auf eigenen Wunsch, zu letzten Ruhe gebettet. Ein wunderbarer Platz, mit Blick auf die Ebene bis zum Mittelmeer. Für viele seiner Freunde habe ich – nach jüdischer Tradition &#8211; Steine auf sein Grab gelegt. Möge ihm damit ein Denkmal entstehen.</p>
<p><figure id="attachment_3640" aria-describedby="caption-attachment-3640" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3640" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Ausblick.grab_-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3640" class="wp-caption-text">vom Friedhof ein wundervoller Blick in die Ebene</figcaption></figure></p>
<p>Anschließend sind wir in den Raum der Stille gegangen. Hier hat Reuven meiner Gruppe 2012 mit seiner Mundharmonika die wunderbaren Weisen des Psalm 81 intoniert. Ich hatte diese Aufnahme mitgebracht und habe sie dort abgespielt</p>
<p>Psalm 82</p>
<p><em>Wie lange wollt Ihr noch das Recht verdrehen und für die Schuldigen Partei ergreifen?</em></p>
<p><em>„Verteidigt die Armen und die Waisenkinder, sorgt für das Recht der Wehrlosen und Unterdrückten, Befreit die Entrechteten und Schwachen, reißt sie aus den Klauen der Unterdrücker, aber Ihr seht nichts, und Ihr versteht nichts! Hilflos tappt Ihr in der Dunkelheit umher, und die Fundamente der Erde geraten ins Wanken. Ich hatte zwar gesagt: Meine Söhne, Kinder der Götter seid Ihr, Söhne des Höchsten! Doch ihr werdet wie die Menschen sterben, wie unfähige Minister aus dem Amt gejagt. Greif ein, Gott, regiere die Welt.“</em></p>
<p>In einem Rundbrief aus dem Jahre 2011 hat Reuven Moskovitz zu diesem Psalm ergänzt,</p>
<p><em>Dieser Psalm ist sehr zutreffend für die gegenwärtige Situation in der Welt und in Israel. Leider sind die Machthaber unfähig einzusehen, dass sie nicht nur leichtfertig Millionen Menschen zum Sterben verurteilen, sondern dass sie selbst auch aus dem Amt gejagt werden können. Der einzige Satz dieses Psalms, der meiner Meinung nach nicht zutreffend ist, ist der Schluss. Gott greift nicht ein und versucht nicht, die Welt zu regieren. In meinem Buch schreibe ich: „Wenn es Gott gibt, ist er nicht der Gott der jüdischen, christlichen oder moslemischen Fundamentalisten, sondern der Gott, der im Psalm 115, 15-16, beschrieben wird: „Ihr seid die Gesegneten des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Himmel ist der Himmel des Herrn, aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben“. Abgesehen von Naturkatastrophen, entscheiden wir Menschen oder diejenigen, die sich anmaßen, die Menschen zu führen, was auf dieser Erde geschieht. In meiner Vorstellung zeigt sich die Größe Gottes in seiner Bescheidenheit und Verborgenheit.</em></p>
<p><figure id="attachment_3641" aria-describedby="caption-attachment-3641" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3641" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Raum-der-Stille-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3641" class="wp-caption-text">der Raum der Stille im Friedensdorf</figcaption></figure></p>
<p>Viele in der Gruppe hat die Gedenkstunde an Reuven bewegt, einige aus der Gruppe sind ihm schon begegnet.</p>
<p>Zur Mittagszeit hat die Gruppe den &#8211; bei meinen Fahrten &#8211; schon traditionellen Gang über den jüdischen Markt in Jerusalem gemacht. Es zeigte mit die anschließende Reaktion der Gruppe, es war auch für sie ein einmaligen Erlebnis.</p>
<p>Am späten Nachmittag haben wir den Mönchen der Benediktiner <a href="http://www.dormitio.net" target="_blank" rel="noopener">Abtei Dormitio</a> auf dem Zionsberg einen Besuch abgestattet. Ich hatte mit Pater Elias ein Gespräch vereinbart.</p>
<p>Elias erzählte das am vergangenen Sonntag der <a href="http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Amos-Oz-mit-Mount-Zion-Award-ausgezeichnet;art310,182849" target="_blank" rel="noopener">diesjährigen Zions-Award</a> verliehen wurde. Preisträger in diesem Jahr ist Amos Oz. Das Engagement für den Frieden, zu dem auch die Verleihung dieses Preises gehört, ist eine der Aufgaben der derzeit 10 Mönche des Klosters. Elias, selbst schon 18 Jahre hier im Land, sieht keine einfachen Lösungen in diesem Konflikt: &#8222;Sonst wäre er schon gelöst&#8220;. Die Aufgabe der Mönche sieht er vor allem darin die Einseitigkeit der Menschen hier aufzubrechen. &#8222;Jeder lebt hier auf seiner Insel&#8220;</p>
<p>Aber auch die große Umweltverschmutzung im Lande &#8222;ist eine Zeitbombe&#8220;, dessen Auswirkungen für die Menschen hier einmal schlimmer sein kann als der Konflikt zwischen Israel und Palästina.</p>
<p>Nicht angesprochen haben über die schwierige Situation der Christen im Heiligen Land. Hierzu hatte ich vor einigen Wochen einen Aufruf  verschiedener Jerusalemer Patriarchen und Kirchenleitungen gelesen. In diesem Pier wird die israelische Regierung angeklagt durch verschiedene Maßnahmen das Leben der Christen hier zu &#8222;unterhöhlen&#8220;.Ichhabe den Beitrag in meinen Blog in der <a href="http://marius-blog.de/kirchenleitung-klagt-israel-an/" target="_blank" rel="noopener">Sparte Christen </a>übernommen.</p>
<p>Gerne mache ich die Leser/innen meines Blogs auf ein in diesem Jahr im Echter-Verlag erschienenes Buch, eines mir gut Bekannten deutschen Reiseleiters, Johannes Zang, aufmerksam: &#8222;Begegnungen mit Christen im Heiligen Land&#8220; Johannes Zang informiert in diesem Buch über die Vielfalt und den Reichtum der Kirchen im Heiligen Land sowie über die Faten Lage der Christen vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Er stell zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten mit ihnen vor.</p>
<p><figure id="attachment_2956" aria-describedby="caption-attachment-2956" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2956" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg" alt="" width="683" height="1024" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-683x1024.jpg 683w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-200x300.jpg 200w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2016/05/Gassedormitio-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">von allen Seiten ein toller Anblick: die dormitioabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem</figcaption></figure></p>
<p>Zum Schluss des Tages sind wir dann zum  Beginn des Schabbats zur Westmauer gegangen. Auch dieser Besuch ist schon Tradition bei meinen Reisen. Freitagabend bei Sonnenuntergang entfaltet diese besonders heilige Stätte für die Juden eine unglaubliche Stimmung.</p>
<p>Das Abendessen haben wir bei Faten Mukarker eingenommen. Bei leckerem palästinensischen KusKus mit Fleischsoße und Salat erzählte taten uns in bekannten orientalischer Gesprächsweise ihre Lebensgeschichte</p>
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“</p>
<p><em>Ich bin mit Salua etwas einkaufen gegangen, und plötzlich sieht sie einen israelischen Soldaten, kein so junger mehr, der in einem Geschäft ein Schaukelpferd kauft. Sie ist stehen geblieben und hat mich ganz aufgeregt gefragt: „Papa, was tut er da?“ Ich habe ihr gesagt, dass er ein Schaukelpferd für seine Kinder kauft. Sie war einen Moment lang stumm, dann hat sie gefragt: „Haben israelische Soldaten Kinder?“. Ich habe ihr erklärt, dass viele von ihnen Kinder haben und dass sie ihnen Spielzeug kaufen und mit ihnen spazieren gehen und sie ins Bett legen und genauso liebhaben wie ich sie. Ich habe sie auf den Arm genommen und bin näher an den Soldaten herangegangen, und sie hat ihn angestarrt, dass es mir schon etwas ungemütlich wurde. Aber es hat sich rentiert. Als er das Schaukelpferd unter den Arm genommen hat, hat er sie angesehen und gelächelt und gesagt: „Hallo Kleines.“</em></p>
<p>Bericht eines palästinensischen Vaters, dessen kleine Tochter Salua eine große Angst vor israelischen Soldaten entwickelt hat. Geschildert von Angelika Schrobsdorf</p>
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		<title>Christen im Heiligen Land eine Zukunft geben</title>
		<link>https://marius-blog.de/blog/christen-im-heiligen-land-eine-zukunft-geben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2017 19:29:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[50 Jahre Besatzung sind genug - Frühjahr 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Dormitio]]></category>
		<category><![CDATA[Palmsonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute feiern die christlichen Kirchen den Palmsonntag an dem Jesus laut der biblischen Geschichte triumphal in Jerusalem eingezogen ist. Ganz selten kommt es vor, dass auch die orthodoxen Christen am gleichen Tag Palmsonntag und am <a class="mh-excerpt-more" href="https://marius-blog.de/blog/christen-im-heiligen-land-eine-zukunft-geben/" title="Christen im Heiligen Land eine Zukunft geben">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute feiern die christlichen Kirchen den Palmsonntag an dem Jesus laut der <a href="http://marius-blog.de/blog/palmsonntag-in-jerusalem-maechtige-demonstration-der-christen/" target="_blank">biblischen Geschichte</a> triumphal in Jerusalem eingezogen ist. Ganz selten kommt es vor, dass auch die orthodoxen Christen am gleichen Tag Palmsonntag und am nächsten Wochenende das Osterfest feiern: 2017 ist ein solches Jahr, entsprechend groß ist in diesen Tagen der Andrang der Pilger hier in Jerusalem.</p>
<p>Und morgen beginnt für die Juden ihr größtes Fest: das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pessach" target="_blank">Pessach-Fest</a></p>
<p>Ich bin heute zum <a href="http://marius-blog.de/blog/hosianna-palmsonntag-in-jerusalem/" target="_blank">Dritten Mal</a> an diesem Tag in Jerusalem. Ich habe bisher diesen Tag immer als einen ganz besondere Feiertag erlebt. Vor allem die große Palm-Sonntagsprozession am Nachmittag, zu der Tausende von Christen aus Israel und Palästina, aber natürlich auch viele Pilger aus aller Welt, in Gedenken an den Triumphzug von Jesus, vom Ölberg in die Jerusalemer Altstadt ziehen.</p>
<p><figure id="attachment_3340" aria-describedby="caption-attachment-3340" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3340" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/prozession-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/prozession-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/prozession-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/prozession-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3340" class="wp-caption-text">mit Palmzweigen und Hosianna</figcaption></figure></p>
<p>Traditionell ruft die deutsche katholische Kirche am Palmsonntag zu einer Kollekte für das „heilige Land“ auf. Der Leitgedanke zur Palmsonntagskollekte 2017 lautet:</p>
<p><strong><u>Es würde etwas fehlen . . .Gemeinsam den Christen im Heiligen Land eine Zukunft geben</u></strong></p>
<p>In der Erläuterung zum Leitgedanken wird geschrieben:</p>
<p><em>In den politischen Wirrungen im Nahen Osten ist sowohl in<br />
</em><em>Israel als auch in Palästina der christliche Bevölkerungsanteil in<br />
</em><em>den vergangenen Jahren auf knapp zwei Prozent der Gesamt-<br />
</em><em>Bevölkerung gesunken. Dabei ist der Orient die Wiege des<br />
</em><em>Christentums. Die ersten christlichen Gemeinden entstanden,<br />
</em><em>als Europa noch heidnisch war, und lange vor dem Entstehen<br />
</em><em>des Islams. Bis heute wurden und werden die orientalischen<br />
</em><em>Christen vielfach diskriminiert oder sogar verfolgt. Und ob-<br />
</em><em>wohl der Westen ihnen das Fundament seiner Kultur verdankt,<br />
</em><em>verschließt er vor dieser Entwicklung nicht selten die Augen.<br />
</em><em>Wir aber vergessen sie nicht.<br />
</em>Als ich nach dem feierlichen Sonntagsgottesdienst, der bei den Benediktinern heute genau 2 Stunden gedauert hatte, nochmal in meinem Zimmer war, las ich die fürchterliche Meldung vom heutigen Vormittag im Internet:<br />
<strong>Am Palmsonntag trifft der Terror die christliche Minderheit in Ägypten mit voller Wucht. Mehr als 40 Menschen sterben bei den schwersten Terrorangriffen auf Kopten in Ägypten seit Jahren.<br />
</strong>Was bedarf es noch mehr Worte um die Situation der Christen hier zu beschreiben. Zum Thema „Christen in der arabischen Welt“ gibt es eine Arte-Dokumentation die <a href="http://www.dvhl.de/palmsonntagskollekte" target="_blank">hier </a>gefunden werden kann</p>
<p><figure id="attachment_3341" aria-describedby="caption-attachment-3341" style="width: 225px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3341" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Schwester-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Schwester-225x300.jpg 225w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/Schwester-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption id="caption-attachment-3341" class="wp-caption-text">in stiller Vorfreude</figcaption></figure></p>
<p>Sicherlich haben die vielen Tausend Teilnehmer/innen an der traditionellen Prozession am heutigen Tag nicht unbedingt an dieses aktuelle schlimme Attentat gedacht. Vielmehr empfand ich es als Betrachter des langen Prozessionszuges, dass die meisten eher die Freude und Begeisterung in sich spürten, in Gedanken an Jesus Einzug in Jerusalem. Diese Freude und Begeisterung wurde dann mit schönen Gesänge, Tänzen, Hosianna-Rufe im wahrsten Sinne des Wortes „Ausdruck verliehen.“ Es war einfach schön anzuschauen, ja es steckte an, diese Begeisterung, vor allem bei den vielen jungen Christen.</p>
<p>Das hier und da auch eine Palästinafahne mitgeführt wurde (auch Teilnehmer/innen aus anderen Ländern zeigten ihre Landesfahne), zeigt aber auch, dass neben den christlichen Gedanken, die heute sicherlich überwiegten, auch der politische Alltag eben für die Meisten auch eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Das ist eben der Nationalstolz in Verbindung mit etwas Protest. Eher am Rande, von vielen nicht bemerkt dann doch wieder ein Hinweis auf die alltägliche &#8222;Macht der Besatzung&#8220;.</p>
<p><figure id="attachment_3345" aria-describedby="caption-attachment-3345" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3345" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/polizei-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/polizei-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/polizei-768x576.jpg 768w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/polizei-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3345" class="wp-caption-text">mehr Gelassenheit täte oft gut</figcaption></figure></p>
<p>Obwohl vorher schon Hunderte, mit oft kleinen Palästinafähnchen vorbei gezogen waren, fühlte sichern (junger) Polizeiposten genötigt den vorbeigehenden (friedlichen) Prozessionsteilnehmern seine Fahne abzunehmen, was dieser auch ohne erkennbare Regung sich gefallen ließ. Es sind die kleinen alltäglichen Demütigungen, denen sich die Palästinenser scheinbar hilflos ausgesetzt sind, die sich addieren und dann irgendwann  &#8211; für den Außenstehenden dann unverständlich &#8211; bei nichtigem Anlass in gewalttätigen Gegenreaktionen enden.</p>
<p><figure id="attachment_3342" aria-describedby="caption-attachment-3342" style="width: 820px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-3342" src="http://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/palästina-1024x768.jpg" alt="" width="820" height="615" srcset="https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/palästina-1024x768.jpg 1024w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/palästina-300x225.jpg 300w, https://marius-blog.de/wp-content/uploads/2017/04/palästina-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption id="caption-attachment-3342" class="wp-caption-text">Aber es gab eben auch nicht nur die Fahne aus Palästina</figcaption></figure></p>
<hr />
<p>Tageszitat aus „Recht ströme wie Wasser“<br />
<em><strong>Wenn unsere schlechten Taten gewollt sind, wie stimmt das mit Gottes Vorauswissen überein? Die Antwort ist, dass Gott nicht der Urheber all dessen ist, was er weiß. Er zwingt uns nicht durch sein Vorauswissen.</strong></em></p>
<p>Von Hannah Arendt</p>
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