Abrahamspfad 2. Etappe: von Burqin nach Arraba

Heute nun ging es auf der 2. Etappe von Burqin nach Arrabe. Wieder kann der Verlauf des Weges hier verfolgt werden.

Bevor ich jedich von unserer heutigen Wanderung berichte möchte ich etwas zu unserer Unterkunft sagen. Wir waren in einem relativ neuen Haus untergebracht, hatten ein Zimmer in dem drei Betten standen, außerdem ein kleines Badezimmer.

unsere erste Gastfamilie
unsere erste Gastfamilie

Für die Übernachtung mit Abendessen und Frühstück zahlten wir pro Person 150 Schekel (also etwa 38,-€). Die Frau des Hauses konnte etwas englisch so das eine kleine Verständigung möglich war. Die Familie hat sechs Kinder (vier Mädchen und zwei Jungen). Schon bei unserer Ankunft bekamen wir den Pin für`s Internet.

Zum Abend kamen nicht nur die beiden verheirateten Töchter mit den beiden Enkelkindern, auch ein junger Nachbar (der gut englisch konnte) gesellten sich zu uns. So gegen 20.00 Uhr gab es ein leckeres Mahl Reis mit Hähnchen zusammen gekocht und einen leckeren Salat. Natürlich gab es nach dem Essen Tee.

Mein Wanderfreund Alfred hatte zwei kleine Spiele in seinem

Mikado in Burqin
Mikado in Burqin

Gepäck: Mikado und ein Kartenspiel. Zunächst begeisterten sich alle an Mikado und vor allem der jüngste Sohn Achmat zeigte einiges Geschick. Auch beim „Pfusch“ wo eine Karte offen gelegt wird alle anderen verdeckt, bis einer sagt „Pfusch“ kam große Freude auf.
Ich denke unser Aufenthalt war für uns aber genauso für die ganze Familie ein großes Erlebnis.

Heute sind wir früher (gegen 7.30) als gestern losgegangen, um der wieder zu erwartenden Mittagshitze auszuweichen. Wir mussten durch das ganze Dorf. Mit uns gingen die Kinder/Jugendlichen zur Schule, Mädchen und Jungen „brav“ getrennt.

leckeres Abenessen
leckeres Abenessen

Viel erwiderten unser „Hallo“ oder „Good Morning“ . Auch sahen wir viele Familien die sich mit allerlei Fahrzeugen, „bewaffnet“ mit vielen Planen und langen Stöcken zur Olivenernte aufmachten. Schon kurz nach dem wir das Dorf verlassen hatten wurden wir von einer Familie, die schon mit dem Pflücken begonnen zum Kaffee eingeladen. Das widerholt sich in der ersten Stunde mindestens drei mal. In einem offenen Neubau trafen wir drei Männer ebenfalls beim Kaffee. Auch hier wurden wir eingeladen zum Kaffee.. Dann zeigte

Reichtum: eine Wasserquelle
Reichtum: eine Wasserquelle

ein Mann uns in der Ecke des Rohbaues ein Loch in das Wasser aus einem Rohr floss. Wir erfuhren das dieser Brunnen das ganze Jahr Wasser führt, da der Brunnen nicht mehr als 100 m tief ist, darf dieser Besitzer „sein“ Wasser selbst an seine Landsleute verkaufen. Sind Brunnen tiefer als 100m dann wird dieses Wasser von der israelischen Wassergesellschaft verwaltet. Sollte dies nicht beachtet werden wird der Brunnen zubetoniert.

Das ausreichende Wasser rund um Burqin führt zu intensiven Anpflanzungen. Neben Gurken, Tomaten, Zucchini sahen wir auch viele Felder auf denen Tabakpflanzen standen.

die Zeit scheint stehen geblieben
die Zeit scheint stehen geblieben

Nach einer Stunde hielt neben mit ein VW-Bus (ein hier sehr beliebtes Fahrzeug). Der Fahrer sprach mich zunächst auf englisch an. Als er merkte das ich aus Deutschland komme wechselte er ins Deutsche. Es stellte sich heraus, dass er in Münster Soziologie studiert hat und nun Professor für Soziologie auf der Al-Quds Universität in Ostjerusalem ist. www.alquds.edu Von Sonntag bis Mittwoch lehrt es in Ostjerusalem, danach kommt er in diese Gegend. Er hat hier bei Burqin einen Garten und ein Haus im benachbarten Jenin.

Der Weg heute war wesentlich angenehmer zu gehen, meist gingen

schöne Wege heute
schöne Wege heute

wir auf breiten Wegen, nie wie gestern querfeldein. Auch gab es nicht so ein auf und ab wie noch gestern, auch mit der Hitze hielt es sich – dank des frühen Aufbruchs- in Grenzen.

Wir kamen gegen 12.30 in Arraba an, der Muezzim rief gerade zum Mittagsgebet. Insgesamt war die Wegstrecke heute 15 km.

Arraba (liegt 350 m hoch) ein sehr altes Städtchen mit derzeit 13.000 Einwohnern. Wir erfuhren, dass etwa 50.000 Menschen, die von hier stammen, mittlerweile in aller Welt leben.

Da die Familie, wo wir heute zu Gast sind,sich noch bei der Olivenernte befindet, haben wir die Zeit in einem alten Palastgebäude verbracht (der Abdul Hadi Palast wurde im 18. Jahrhundert erbaut). Dort arbeitet unser Guide Saeed einige Tage in der Woche in der Bibliothek

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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