Besatzung „Alltag“ in der vergangenen Woche

Zerstörtes Beduinencamp im Jordantal April 2014

Ja die Stimmung hier in Jerusalem und Umgebung ist derzeit sehr angespannt. Schon in der vorletzten Woche haben wir es ja auch mit der Gruppe erlebt, Schüsse in der Altstadt als wir vom Ölberg kamen, gesperrter Tempelplatz weil es wegen der „Besuche“ jüdischer Gruppen zu Tumulten kam, Steine vom Tempelplatz, geworfen von Palästinensern auf die betenden Juden. Gestern am Freitag glich das Gelände vor dem Damaskus Tor an der Jerusalemer Altstadt einem Polizeilager. Gott sei Dank kam es zu keiner nennenswerten gewalttätigen Auseinandersetzung.

Nachfolgend einige Schlagzeilen aus der vergangenen Woche, teilweise entnommen aus dem privat in Deutschland

Haltestelle
Haltestelle Ammuntion Hill

erstellten Palästina Portal (www.palaestina-portal.eu) die deutlich machen wie so der Alltag ist, in dieser Region im besetzten Westjordanland. Wie gesagt das sind die Schlagzeilen, man müsste jeweils vor Ort recherchieren, mit den Betroffenen sprechen, was wirklich dahinter steckt. Im Falle des jungen Mannes der in die Gruppe an der Haltestelle wartender Menschen gefahren war, wurde (vor?)schnell von israelischer Seite von einem „Terrorakt“ gesprochen. Liest man das, was die Mutter des jungen Mannes gesagt hat (siehe auch Meldung in „Junge Welt.de) dann kann alles auch ganz anders gewesen sein….

 

In der     Moschee in Hebron
In der Abraham Moschee in Hebron

Siedler stürmen die Abrahams-Moschee in Hebron – Eine Anzahl fanatischer Siedler überfiel in der Nacht zum Donnerstag das Ishaquyya-Areal der Ibrahim-Moschee in der südlichen Westbank-Stadt von Hebron, das für muslimischen Gottesdienst bestimmt ist. Lokale Quellen berichten, dass Dutzende von Soldaten Siedler begleiteten, den Moschee-Wächter verhafteten, während die Siedler in die Moschee stürmten.

 

Gewalt in Ostjerusalem – Auseinandersetzung nach tödlichem Unfall. Israelische Siedler zerstören Olivenbäume Der Tod eines drei Monate alten Säuglings an einer Straßenbahnhaltestelle in Ostjerusalem am vergangenen Mittwoch hat eine Welle von zum Teil gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und Palästinensern ausgelöst. Bei dem Vorfall, der von der israelischen Polizei als »Terroraktion« bezeichnet wird, war ein junger Palästinenser mit einem Auto in hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von wartenden Personen gerast. Ein Säugling starb, sieben Personen wurden verletzt. Polizisten schossen auf den 21jährigen Abdulrahman Al-Schaludi, der das Fahrzeug gesteuert hatte, als er versuchte, vom Ort des Geschehens wegzulaufen. Er starb später im Krankenhaus.

 

Palӓstinensisches Mӓdchen von Siedlerauto überfahren und getӧtet – Israelische Siedler in der Westbank setzen ihre Autos als Waffe gegen Palӓstinenser ein, rammen und überfahren ihre Opfer, ohne dass die israelischen Behӧrden eingreifen.
 die letzten beide Meldungen aus: Junge Welt.de

 

PalästinensischerJunge erschossen

Der 13 jährige Bahaa Badr aus einem Dorf nahe Ramallah wurde von israelischen Soldaten dreimal in die Brust geschossen. Er starb 2 Stunden später an seinen schweren Verletzungen. Bahaa ist der 42. Palästinenser der in diesem Jahr im Westjordanland getötet wurde“

 

Nach der Zerstörung
Nach der Zerstörung

Hauszerstörung

Ganz in der Nähe meiner Unterkunft (am Checkpoint Beit Jala) wurde am Dienstag vergangener Woche in den frühen Morgenstunden ein Haus zerstört, fünf Personen sind nun ohne Obdach.

 

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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