Besuch im Frühling

Zum ersten Mal bin ich heute mit einer Gruppe im Frühjahr nach Israel&Palästina gefahren. Dieses Mal sind wir (wegen der Pleite der Germania-Fluglinie) mit Swiss geflogen. Vor Düsseldorf nach Zürich und dann wieder nach Tel Aviv.
Die Passkontrolle am Airport in Israel ging wieder recht flott. Allerdings muss es einmal gesagt werden, dass ich die Gruppen ja jeweils auch „einstimme“. Denn wenig sagen ist hier mehr, da unverfänglich. Es soll den Passbeamten der „typische“ Israel-Pilger dargestellt werden, der eben die heiligen Stätten besucht, aber eben nicht auf einer politischen Begegnungsreise in Israel&Palästina unterwegs ist. Wie sagte mir heute Abend eine Reiseteilnehmerin: Irgendwie hatte ich das Gefühl bei der Befragung durch den Pass-Beamten gezwungen zu sein, nicht die Wahrheit zu sagen. Sie hat im Übrigen bei der Frage nach dem Namen des palästinensischen Reiseführers in Bethlehem geantwortet, dass sie garnicht weiß wer wo die Gruppe führt…..

Frühling im Land


Wir haben für die ersten drei Nächte wieder unser Quartier im Kibbutz Shar Hagolan bezogen. Bei der ersten abendlichen „Kennenlern-Runde“ wurde schnell deutlich, welch tiefgründiges (politisches) Interesse bei allen Teilnehmer/innen (3 Männer und sieben Frauen) besteht. Die einzige Teilnehmerin die nicht aus Deutschland, sondern aus der Schweiz kommt, stellte im Übrigen fest, das für die Deutschen, wegen der Vergangenheit sich eine solche Reise „doppelt“ schwierig sei

Wie schon bei den früheren Gruppenreisen werde ich jeden Morgen zu Beginn des Tages das für den Tag vorgesehene Zitat aus dem schön gestalteten Büchlein: „Recht ströme wie Wasser“ vorgelesen. Hier sind von der Gruppe „Freunde von Sabeel, Deutschland“ „Zitate für jeden Tag“ aus Bibel, Koran und Talmud zusammengestellt. Es sind Texte von israelischen und palästinensischen Autor(inn)en, von Juden, Christen und Muslimen – die (so in der Verlagsankündigung) „kein Öl in ein böses Feuer gießen wollen, sondern mit Fakten, Zahlen, Klarstellungen, Erklärungen, auch Rechtfertigungen und Anklagen, zu einem differenzierteren Gesamtbild des Israel-Palästina-Konfliktes beitragen wollen…“

Es hat bislang die Reiseteilnehmer/innen immer sehr beeindruckt, wie die Texte immer „gepasst“ haben, wie sie uns angesichts der Realität wie wir sie konkret erlebten immer unter „die Haut gingen“ Das Büchlein kann aus dem AphorismA-Verlag kann für 10,-€ in jeder Buchhandlung erworben oder beim Verlag bestellt werden.

Damit das (Mit-) Erleben unserer Reise für die Daheim-Gebliebenen auch „vollständig“ wird werde meinen Tagesbericht mit dem Zitat des Tages aus „Recht ströme wie Wasser“ beenden:

„Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein“ (Joh. 8,7)

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

2 Kommentare

  1. Lieber Marius!
    Ich wünsche Dir und der Gruppe eine wunderschöne Reise, wie ich sie mit Dir ja schon erleben durfte!
    Erhard

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