
Als ich im Oktober vergangenen Jahres für Fatima die Möglichkeit einer Fuß-OP in Neuss, dank der großzügigen Bereitschaft von Dr. Ingenhoven, realisieren konnte, hatte ich wegen des Visums für Fatima, Kontakt mit Frau Mössing vom deutschen Vertretungsbüro in Ramallah. Dank ihrer schnellen Mitarbeit hatte Fatima in kürzester Zeit ihr Visum erhalten und wurde dann Ende Oktober von dr. Ingenhoven in Neuss erfolgreich operiert.
Mit Frau Mössing hatte ich vereinbart das ich sie bei meinem nächsten Besuch in Palästina besuchen werde, einmal um mich vor Ort persönlich zu bedanken, aber auch um ein wenig mehr über die Arbeit der Visumabteilung der deutschen Vertretung zu erfahren. Vor einigen tagen habe ich meine fahrt nach Beit Emmaus genutzt und bin auf dem Rückweg über Ramallah gefahren.
Ich hatte bisher noch nie bei meinen Auslandsreisen Kontakt mit einer deutschen Botschaft oder einem Konsulat. Auch daher war für mich dieser Besuch interessant. Das Gebäude der deutschen Vertretung liegt sehr zentral in Ramallah und ist erfreulich kein Prunkbau sondern eher ein den anderen Gebäuden der Umgebung angepasster Bau. An der Pforte sitzt ein freundlicher Palästinenser der Rucksack kontrolliert und Fotoapparat und Handy einschließt.

Frau Mössing empfing mich in ihrem Büro, sie ist die Leiterin der Visumabteilung. Insgesamt werden jährlich durchschnittlich 4.000 Visumsanträge von Palästinensern gestellt, in den letzten Jahren sind auch sehr viele Gruppen/Schulen darunter. In der Regel dauert es 8-10 Tage bis ein Visum ausgestellt wird. In der Zwischenzeit wird u.a. festgestellt ob genügend Finanzen in Deutschland zur Verfügung stehen. Bei Fatima musste ich eine eidesstattlichen Erklärung abgeben das ich für eventuelle Kosten in Deutschland aufkomme, Dr. Ingenhoven musste erklären, dass er für die OP-Kosten aufkommt. Ebenso wird vor der Visumerteilung recherchiert wie die familiäre Situation ist. Man will sicher sein ob ein Rückkehrwunsch besteht. Die Visumerteilung kostet 60,-€ (etwa 300 Schekel), wobei so Faru Mössing, in finanziellen Notfällen wohl auch Ausnahmen gemacht werden.
Eine besondere Situation besteht bei der Arbeit der Vertretung im Gaza. Dort ist kein ständiges Büro. Es gibt ein dort ein „Verbindungsbüro“, zur Zeit ist eine Terminvereinbarung nur nach telefonischer Absprache mit der Vertretung in Ramallah möglich
Neben dem Referat für Visumangelegenheiten gibt es u.a. Referate für Politik, Wirtschaft, Kultur, Presse und der Entwicklungszusammenarbeit. Weitere Infos sind auf der Homepage der Vertretung zu finden: http://www.ramallah.diplo.de/Vertretung/ramallah/de/Startseite.html
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