Hoffnung?…Das ist dass was ich heute Sinnvolles tue

So sprach Susanne, eine mit einem Israeli verheirate Berlinerin, heute im Zentrum für humanistische Erziehung auf unsere Frage ob Sie Hoffnung habe das Ihr Engagement mit jungen Israelis erfolgreich ist.

Das Zentrum für humanistische Erziehung
Das Zentrum für humanistische Erziehung

Wir haben uns heute auf den Weg an die Mittelmeerküste gemacht und haben dort das Zentrum besucht welches dem Museum der Ghetto-Kämpfer angeschlossen ist.

http://gfh.org.il/Eng/?CategoryID=224

 

Neben der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ist diese Einrichtung in der Nähe dere alten Kreuzfahrer-Stadt Akko eine zweite Gedenkstätte zum Thema Judenverfolgung in Europa. Doch anders als in der berühmten Gedenkstätte in Jerusalem haben hier Überlebende selbst die Initiative ergriffen um den in Palästina lebenden „arabischen“ Juden zu sagen/zeigen „wir es wirklich war“. Hier werden die Juden als Widerstandskämpfer und weniger als Opfer gezeigt. Hier wurde die erste Gedenkveranstaltung in Israel zur Erinnerung an den Holocaust durchgeführt.

Ganz im Geiste der Widerstandskämpfer nehmen die ehemaligen Aktiven und Ihre nachfolgende Generation auch die jetzige israelische Regierung, mit ihrer oft die Menschenrechte verachtenden Politik gegenüber den Palästinensern, kritisch in den Blick.

Hierzu passt auch die Arbeit des Zentrums für humanistische Erziehung. „Die Programme des ZHE basieren auf der Überzeugung, daß die Lehren, die wir aus dem Holocaust ziehen können, universal anwendbar sind und daß humanistische und demokratische Werte zu jeder Zeit und für alle Gesellschaften bedeutsam sind.

In der Auseinandersetzung mit dem Holocaust lernen Schüler und Lehrer diese Werte zu schätzen und auch die Notwendigkeit zu verstehen, gegen aktuelle Menschenrechtsverletzungen einzuschreiten. Den jungen israelischen Teilnehmern wird bewusst, wie gefährlich Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid Anderer für eine Zivilgesellschaft ist“. (aus der Darstellung von der Homepage)

Susanne
Susanne

Susanne berichtete von konkreten Projekten mit Schüler/innen von jüdischen und arabischen Schulen. Zunächst in getrennten Einheiten erfahren die teilnehmer/innen auch etwas von der Geschichte und dem Leid der anderen. In abschließenden Veranstaltungen werden dann beide israelische Bevölkerungsgruppen (Juden und Araber) zusammengeführt. Susanne erzählte uns das hier über Shoa und Nakba gesprochen wird und deren Einfluss auf das Leben der jungen Israelis. So lernen sie das jedes Leid das Menschen zugeführt wird, schmerzvoll ist und vom anderen respektiert werden muss.

Das die Nakba bei diesen Veranstaltungen ein Thema ist bringt die Verantwortlichen mit der israelischen Gesetzgebung in Berührung denn seit einigen Jahren gibt es ein Gesetz das es verbietet über die Nakba zu sprechen.

Mutige Nachfolger der ehemaligen Widerstandskämpfer. Fragt sich nur warum es nicht überall in Israel solche Aktivitäten gibt die beide Bevölkerungsgruppen zusammen führen.

Abschließend möchte ich kurz auf die mehr als angespannte Lage in Jerusalem und im Westjordanland eingehen. Wir sind hier ganz im Norden von Israel und relativ weit weg von den Geschehnissen. Aber am Donnerstag wollen wir ins Westjordanland nach Nablus. Wir werden die Lage gründlich prüfen und uns erst kurzfristig entscheiden wie wir verfahren.

Infos zur Situation können hier gelesen werden: http://www.palaestina-portal.eu

 

 

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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