
Heute war ich noch einmal auf Daher`s Weinberg. Es war ein ziemlich heißer Tag mit Temperaturen von über 30 °C. Wir kamen aus Jerusalem wo es fast unerträglich war, 15 km weiter und auch etwas höher gelegen auf dem Weinberg (900m), war es schon fast wieder angenehm, vor allem weil ein leichte Briese über den Berg strich. Mit uns kam u.a. Bernd Mussinghoff, dem Jerusalemer Geschäftsführer des deutschen Vereines vom heiligen Land (http://www.heilig-land-verein.de/) Über den den Verein kommen immer wieder Volontäre auf den Weinberg, oft für ein ganzes Jahr. Sie sind somit auch Garant dafür, dass gerade in der kalten Winterzeit immer „Personal“ vor Ort ist. Auch bieten sie Sicherheit und Schutz vor Angriffen radikaler Siedler. Daoud erzählte uns dass solche Übergriffe nicht mehr stattfinden, seit dem sich Freiwillige aus aller Welt dort auf dem Weinberg engagieren.

In einem Gespräch mit interessierten Besuchern erklärte Daoud das Grundprinzip der Aktivtäten des Projektes Tent of Nations hier auf dem Weinberg. Anstelle von Gewalt, Resignation oder schließlich Emigration setzt er mit seinen Aktivisten auf kreativen und gewaltfreien Widerstand. Bei seinen Vorträgen in vielen Ländern in Europa und in den USA erzählt Daoud deshalb vor allem von den Erfolgen seines Projektes, weniger von den tagtäglichen Schikanen der israelischen Militärverwaltung. Damit regt er auch häufig das kreative Interesse der Zuhörer an die dann zu konkreten Unterstützern werden. So hat es vor Jahren durch die „Green Helmes“ (http://www.gruenhelme.de/) von

Rupert Neudeck erste Solarzellen zur Stromversorgung gegeben, die jetzt erst kürzlich vergrößert wurden. Nach Daoud konnte seit dem massiv an Stromkosten eingespart werden. Nebenbei bemerkt: der Transport der Solarzellen wurde erlaubt, nicht jedoch ihre in Betrieb nahme. Das ist Besetzung live
Ebenso helfen die insgesamt 15 Zisternen, ebenfalls ohne Erlaubnis gebaut dabei die enormen wasserkosten für den kauf von Trinkwasser zu sparen. Bei guten wintern mit genügend regen (leider hörte der letzte Winter nicht in diese Kategorie) können bis zu 500 m³ Wasser gesammelt werden.
Sorgen macht Familie Nasser derzeit die vor einigen Wochen durch die israelische Militärverwaltung erklärte Verstaatlichung des Geländes, welches dem Weinberg gegen überliegt. Dies ist ein Gebiet von mehr als 100 ha.

Dies könnte bedeuten dass auf diesem Gelände eine weitere Siedlung entstehen soll. Herr Mussinghoff versprach sich bei der deutschen Vertretung und israelischen Friedensgruppen die sich auf die Landentnahme durch die israelischen Behörden spezialisiert haben zu erkundigen.
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