
Auch wenn ich nun schon das sechste Mal im Lande weile, fallen mir doch immer noch (Gott sei dank) so Kleinigkeiten des Alltags auf, die mich staunen lassen, ärgern, wundern, anregen überraschendes.
Nachfolgend habe ich eine kleine Zusammenstellung der/meiner Auffälligkeiten der letzten Wochen zusammengetragen. Nichts spektakuläres, Alltag eben…….
Müllabfuhr
Ja es gibt sie auch hier in Palästina, auch wenn einem beim Gang durch die Straßen manchmal Zweifeln kommen ob dem Unrat der überall herum liegt. Aber ich habe die Müllautos

gesehen, oft steht auf den Fahrzeugen welches Land der Sponsor des Fahrzeugs war. Anders als bei uns gibt es keine Mülltonnen für jeden Haushalt, sondern es stehen alle 50-100 m Müllcontainer auf den Straßen, in denen es sich die meist wild lebenden Katzen – dank des fehlenden Deckels- schmecken lassen. Nicht nur das es häufig „müffelt“ (freundlich ausgedrückt) wenn man in die Nähe eines solchen Containers kommt, sie wirken alle auch ziemlich abgenutzt und ramponiert. Meist sind die Räder abgebrochen so das es oft so aussieht als kippten sie gleich um.
Steinmetze

Schon im Herbst letzten Jahres habe ich sie bewundert, die Arbeiter, die die glatten weißen Platten aus dem „Jerusalemstein“ mit schnellen Schlägen eine „Struktur“ geben. Mit Stephan bin ich wieder an einer solchen Fabrik vorbei gekommen. Man winkte uns freundlich herein und so haben wir ihnen bei ihrer harten und staubigen Arbeit ein wenig zu gesehen. Ich glaube es machte sie ein wenig stolz das wir ihnen und ihrer Arbeit ein wenig Beachtung schenkten. Auch Stephan setze sich einmal hinter den Stein, merkte aber gleich, dass es nicht so einfach ist den Stein zu bearbeiten, ohne das einem die abgeschlagenen Splitter in die Augen fliegen. Schutzbrillen…ich habe keine gesehen. Auch konnten wir uns genau ansehen wie große Zahnräder die mächtigen Steine in Scheiben schnitten. Sehr beeindruckend!!
Es geht auch anders

Wie schon geschildert müssen die jungen palästinensischen Fahrgäste auf der Fahrt von Bethlehem nach Jerusalem am Checkpoint den Bus verlassen. Während die Touristen und älteren Fahrgäste im Bus kontrolliert werden, müssen die Jungen ihre Identitätskarte, die sie als Bürger Ostjerusalems ausweist, draußen den israelischen Sicherheitsleuten zeigen. Als nun am Schabbat die Besetzung des Checkpoint auf ein Minimum reduziert war und es nur eine Fahrspur gab, konnten alle im Bus sitzen bleiben. Die Demütigende – da unverständlich und sinnlose Prozedur des Aussteigen – war nun nicht nötig. Also…es geht doch auch anders, wenn auch hier nicht der gute Wille, sondern die Bequemlichkeit der reduzierten Wachmannschft „Regie“ geführt hat. Heute, am Ostersonntag, „durften“ wieder alle jungen Palästinenser aussteigen.
Grün ist lecker

links die Kichererbsen, rechts die Mandeln
Alle Palästinenser/innen knabbern gerne, alles was nussig daher kommt. Genau so gerne essen sie aber auch alles was grün ist. Zur Zeit ist der Hit grüne Mandeln und gerade auf die Handkarren gekommen sind die frisch gepflückten Kichererbsen, die gerne auch im Backofen bei etwas salzigen Wasser gedünstet werden. Bald beginnt auch die Kirschsaison, die ebenfalls gerne hart, da noch grün, verspeist werden. Dem palästinensischen Magen scheint diese Art von Rohkost nichts auszumachen.
Kaffe to go

(Auto-)Kunden
Sie stehen überall in Palästina. Die Verkäufer von arabischem Kaffee. Man erkennt sie meist schon von weitem, wenn aus der eigentümlichen oft goldenen Kanne dampft. So haben wir in Bethlehem diesen Kaffeeverkäufer gesehen der mit seiner Kannen mitten im immer starken Verkehr auf dem Mittelstreifen stand und an die an der Ampel wartenden Autofahrer einen kleines Becherchen Arab-Coffee verkauft.
Lieber Marius, seit langem schwebten bei mir die Gedanken eine Müllverbrenungsankage in den Ballungsgebieten zu realisieren. Ein Projekt für die Zukunft! Um einerseits die Umwelt zu schützen, andererseits Energie zu erzeugen. Dafür brauchen wir die deutsche Erfahrung in dem Bereich.