Der „Jerusalemer Stein“ – Meleke

Schon bei meinem ersten Besuch in Israel&Palästina 2010 sind sie mir überall angenehm ins Auge gefallen: die weißen Steine mit denen vor allem in Jerusalem, aber auch in vielen anderen Regionen zum Teil wunderschöned Häuser gebaut werden. In Jerusalem gibt es sogar eine Verpflichtung das die Häuser mit diesem weißen Stein gebaut werden müssen.

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Weiteres zu dem „Jerusalem Stein bei Wikipädia: http://de.wikipedia.org/wiki/Meleke

 

Bei meinen Fahrten hier in der Region zwischen Bethlehem und Hebron habe ich schon des Öfteren große Steinbrüche gesehen. Oftmals lagen dort Hunderte riesiger Steinquader zum Abtransport bereit.

Gestern bin ich ein wenig „um den Blog“ gegangen. Der Weg führte mich in das benachbarte Dorf. An der Straße konnte ich einige Firmen entdecken in denen augenscheinlich der Jerusalem Stein bearbeitet wurde. Ich bin dann auf Firmengelände gegangen wo ich drei Arbeiter auf dem Boden hockend Steinplatten bearbeiten sah. In einer benachbarten Halle konnte ich sehen wie ein großer Stein mittels einem riesigen Sägeblatt, dass mit viel Wasser gekühlt wurde, in 15-20 mm dicke Scheiben zersägt wurde. Die Arbeiter wiederum bearbeiteten die glatte Oberfläche der Platte mit einem spitzen Meißel ,so das die so typische rauhe Struktur entsteht. Wie ich fand eine „Knochenarbeit“ in sicherlich nicht angenehmen Sitzhaltung. Ein Arbeiter konnte sich aber eine Bemerkung nicht verkneifen: die von ihm bearbeitete Platte sei für ihn „ Nethanjahu“……

Handarbeit
Handarbeit

 

mit Hammer und Meißel
mit Hammer und Meißel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute baut man die Häuser in der Regel nicht mehr mit den ganzen Jerusalemer Steinen, sondern man nimmt anderes (billigeres) Material das dann mit der hier bearbeiteten „Jerusalemer-Platte“ „verblendet“ wird.

"Verblendung"
„Verblendung“

 

 

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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