Gut gelandet

Sicherlich war der heutige vierstündige Flug nach von Düsseldorf nach Tel Aviv vor dem Hintergrund des schrecklichen Absturzes des German Wings Flugzeuges für alle Passagiere -so auch für mich – ein doch eher angespannterer Flug.Man konnte es vor allem an dem sehr lauten und befreiten Beifall nach der Landung spüren, den fast alle MitfliegerInnen nach der Landung auf dem Ben Gurion-Airport der Crew spendeten.

Da war ich also wieder im Heiligen Land. Irgendwie ist es wie wieder in gut bekanntes Revier zu kommen. So kenne ich die Wege und die ganze Prozedur am Flughafen schon so gut, dass ich die ganze Abwicklung  (auch wegen nur kurzer Schlange an der Passkontrolle) in einer knappen Stunde absolviert habe.

Im nu stand ich mit meinem Gepäck an den Shuttle Bussen die einen in knapp einer Stunde in das ca. 50 km entfernte Jerusalem bringen sollten. Mit mir im Bus fuhren ausschließlich orthodoxe Juden, aus Johannisburg und New York kommend. Sie unterhielten sich in einem Gemisch aus Englisch und Jiddisch, so das auch ich so das eine oder andere verstand.
Auf dem Weg nach Jerusalem sieht der kundigen Reisende recht schnell Zeichen der Besatzung. Irgendwann führt die Straße durch Palästinensisches gebiet, am Straßenrand sind Zäune mit Stacheldraht der auch hohe Mauern. Irgendwann kommt man wieder in israelisches Staatsland, man erkennt es am passieren eines großen Straßencheckpoint, an dem alle Autos kontrolliert werden. Jerusalem_Entrance_BridgeVon Jerusalem sieht man zunächst die futuristisch anmutende Straßenbahnbrücke und kurze Zeit später leuchtete die goldene Kuppel des Felsendomes in der Nachmittagssonne., ein wunderschönes Bild.
Am Damaskus-Tor bin ich in den palästinensischen Bus umgestiegen der mich in das etwa 10 km entfernte Beit Jala zum Gästehaus von Talitha Kumi brachte. Im gleichen Haus war ich auch schon im Herbst 2014 unter gekommen. Mit mir in diesem Bus waren ausschließlich Palästinenser, die meisten kamen wohl von der Arbeit, viele sahen sehr müde und abgespannt aus.
Um 18.00 Uhr bin ich im Gästehaus angekommen, genau 12 Stunden war ich nun unterwegs. Ich Gästehau begrüßte mich Stephan Thönnessen, ein Freund aus Neuss, der sich in der letzten Woche spontan entschlossen hatte, für eine Woche mit zu fahren. Er wird morgen am dritten Internationalen Marathonlauf in Bethlehem teilnehmen. Doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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