„Ausnahmezustand“ am Karfreitag in Jerusalem

Zum heutigen Karfreitag habe ich mich mit meiner Tochter Mirka, die gestern Abend  hier angekommen ist, auf den Weg in die Altstadt von Jerusalem gemacht. Schon am Damaskustor konnte ich erkennen das heute wohl alles ganz anders ist als sonst üblich. P1040551Eine unglaubliche Polizeipräsens auf allen Straßen, an allen Toren die zur Altstadt führen war augenfällig. Zahlreiche Straßen waten ganz gesperrt, immer wieder mussten wir durch Kotrollpunkte gehen. Unser Vorhaben, zunächst mit dem Bus auf den Ölberg zu fahren mussten wir aufgeben, denn es fuhren keine Busse.

So sind wir zu Fuß zum Garten Gethsemane, dort wo Jesus nach der Hl. Schrift, vor der Festnahme gebetet haben soll. Wir sind dann durch das Löwentor in die Altstadt gegangen die schon voll von Christen war. In diesem Jahr fällt das christliche Osterfest auf denselben Termin wie das Osterfest der orthodoxen Christen. Dadurch waren sicherlich noch mehr Menschen in der Altstadt. Der Andrang in der Altstadt war auch wegen des jüdischen Pessach-Fests besonders groß.

viele orthodoxe Christen
viele orthodoxe Christen warten auf den Kreuzweg

Gegen Mittag kamen dann, wie jeden Freitag, noch die 5-8 tausend Muslime in die Altstadt um auf dem Tempelplatz und in der Al Aqsa-Moschee am traditionellen „Freitagsgebet“ teilzunehmen. In den schmalen Gassen gab es fast kein Durchkommen mehr. Die traditionelle Karfreitags-Prozession zog gegen halb eins mit Tausenden Christen die Via Dolorosa.

Heute meldete Stern.de:
In der Altstadt von Jerusalem sind am Karfreitag tausende Christen in einer Prozession die Via Dolorosa entlang gezogen, um an die Kreuzigung Jesu zu erinnern. Viele Gläubige schleppten ein Holzkreuz auf dem Rücken durch die engen Gassen bis zur Grabeskirche. An dem Ort wurde Jesu nach christlichem Glauben beigesetzt, bevor er drei Tage später auferstand. P1040576

Der Andrang in der Altstadt war auch wegen des jüdischen Pessach-Fests besonders groß. Dabei wird des Auszugs der biblischen Israeliten aus der Gefangenschaft in Ägypten gedacht.

Nach gewaltsamen Zusammenstößen der vergangenen Tage an der Al-Aksa-Moschee begrenzte die Polizei den Zugang zu dem Gelände um den Tempelberg, das Juden und Moslems heilig ist. Männer unter 50 Jahren würden nicht mehr dorthin gelassen, sagte ein Polizeisprecher. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften waren am Samstag und Mittwoch dutzende Palästinenser verletzt worden, nachdem jüdische Besucher Zugang erhalten hatten.

 

 

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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